Einzelbild herunterladen
 

Freitag, 19. Dezember 1930

57. Mrs

e r Grundlage treffen könne.

ein

Ulrich Rauscher

nur

wärtigen

selbst an dem Toten befürchtet

Die polttische Linie in Paris

Eine Rede Vriands. — Das Programm des Kabinetts Steeg

293

* Ein neuer Generalstaaksanwall beim Kammer­gericht. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist durch Beschluß des preußischen Staats« Ministeriums vom 16. ds Mts. der Ministerialrat im preußischen Justizministerium D r. W i e ch - mann zum Generalstaatsanwalt bei dem Kam­mergericht ernannt worden. Durch Beschluß vom gleichen Tag ist der Oberjustizrat Marx bei dem Strafvok^ugsamt in Berlin zum Ministerialrat im preußischen Justizministerium ernannt worden

Kritik habe.

nb im

lichen Pest, dem Krieg, heilen können? Wenn er Zuschriften erhalte, aus denen ihm Haß und Mißgunst entgegenklängen, tröste er sich mit dem Bewußtsein, daß Millionen französischer Mütter sich ihm zuwenden und sagen: Laß nicht nach, laß nicht nach! Er werde bis zum letzten Atemzug an seinem Werke arbeiten.

Der am aus«

wtb. Paris, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Bei dem Umsturz in Guatemala sollen bei den Straßen­kämpfen gegen 60 Personen getötet oder verwundet worden sein. Bei dem Kampf wurden der K r i e g s m i n i st e r sowie mehrere militä­rische Führer getötet. General Drellana ist zum Präsidenten der Republik gewählt worden.

wtb. Paris, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Die Re­gierungserklärung, die Ministerpräsident Steeg heute mittag in der Kammer und Justizmini­ster Chsron in seiner Eigenschaft als stellvertreten­der Ministerpräsident im Senat verlesen wer­den, wird dem Vernehmen nach .Ziemlich kurz sein. Das Kabinett wird darin zum Ausdruck bringen, daß es nicht als eine Kampfregierung, sondern als eine Regierung des Ausgleiches, die aus Männern guten Willens bestehe, die nichts weiter im Auge hätten als das nationale Interesse sich dem Parlament vorstelle. Die Fi n a n z l a g e und die Wirtschaftskrise, sowie die natio­nale Per teidigung würden die Hauptsorge der neuen Regierung biiden. Das Budget müsse rechtzeitig verabschiedet werden und auf jeden Fall ausgeglichen fein. Die Verwirklichung aller Maß nahmen, die für die Anwendung der einjährigen Dienstzeit vorgesehen seien, würden dringend und energisch betrieben werden. Frankreich habe be­reits so viele Beweise für seinen Geist internatio­naler Eintracht gegeben und werde der Friedens­politik weiterhin treu bleiben. Die Regierung wüistch? auch innenpolitisch zur Beruhigung der Geister beizutragen, die die Achtung der fundamen­talen Gesetze der Republik wünschten. Gleichzei­tig mit der Gewissensfreiheit wolle sie aber auch die Reckte des Staates wabrnehmen. Die Regie­rungserklärung tritt schließlich für die Politik steuerlicher Gerechtigkeit und demokratischer und so­zialer Reformen ein.

Die Diskussion über die Politik der Regierung findet anläßlich der vier über die allgemeine Poli­tik der Regierung eingebrach.en Interpellationen statt. , , . . i. , .

Mit der Preisfrage für Markenartikel hat sich das Kabinett noch nicht beschäftigt, dagegen hat Graf Bernstorfs in, einer Ministerbesprechung über die Abrüstungsverhandlungen berichtet. Die Be­sprechung galt naturgemäß der Vorbereitung der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses.

Vor Weihnachten wird nun am Freitag noch eine Kabinettssitzung stattfinden. Es wird nicht nur die letzte dieses Jahres fein, sondern auch die letzte in d->m alten Gebäude der Reichs­kanzlei. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird der Erweiterungsbau bezogen werden, der nun fertiggestellt ist.

Der Aufruhr in Guatemala.

wtb. Guatemala, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Der st e l l v e r t r. Präsident Palma hat sich in die deutsche Gesandtschaft geflüchtet. Die neue Re­gierung teilte dem diplomatischen Korps mit, daß sich der Staatsstreich nur gegen Palma richte und daß sie den Staatspräsidenten Cal- m o n unterstützen werde, wenn er nach Wiederher­stellung seiner Gesundheit sein Amt wieder über­nehme.

$23. $f. Blasien, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Die etzung des heute morgen um 5 Uhr in St. >en verstorbenen deutschen Gesandten in War- >, Ulrich Rauscher, findet in St Blasien statt, und Stunde der Beisetzung smd noch nicht be-

Der Reichsgründungs-Tag.

Das Reichskabinett hat sich u. a. mit der Frage beschäftigt, wie am 18. Januar die 60jährige Wiederkehr der Reichsgründung gefeiert werden soll. Wie wir hören, ist eine amtliche Feier geplant, die etwa denselben Charakter trägt, wie die üblichen Verfassungsfeiern am 11. August. Ur­sprünglich war. wohl der Gedanke erwogen, die Ministerpräsidenten der Länder besonders nachBer- lin einzuladen, mit Rücksicht auf die So ft en bat man davon Abstand genommen. Die Haupt­seier wird im Reichstag stattsinden, und zwar wahrscheinlich unter Teilnahme des Reichspräsiden­ten.

Liberalismus im kreise.

Ein neues nationales Mitteldeutschland?

Dr. A. Dresden, Dezember 1930.

In den drei mitteldeutschen Ländern, Sachsen, Thüringen und Braunschweig sind gegenwärtig im verstärkten Maße die Kräfte am Werke die die Parole von der Schaffung eines nationalen Blockes zwischen dem Norden und Süden des Reiches aus« geben. Sie nennen diesen Staat der Zukunft auch gern den „nationalen Vvlksstaa t", um die zwei wichtigen Momente des Nationalen und des Sozialen damit zum Ausdruck zu bringen. Da diese Entwicklung das ganze Reich angehl, fo ist es notwendig die inneren Kräfte aufzudecken um die Aussichten für eine endgültige Neugestaltung Mitteldeutschlands klarer beurteilen zu können.

Die gesamte mit eldeutsche Politik wurde nicht erst seit 1918 sondern schon Jahrzehnte vorher in ihren entscheidenden Punkten von liberalen Kräften bestimmt. Diese Liberalen vertreten un­ter den Liberalen des Reiches die extremste Rich­tung. Die Früchte dieser Richtung zeigten sich bann 1918 in der so einzigartigen Radikalisierung der mitteldeutschen Arbeiterschaft. Der geistige Vater der Linksparteien erhielt damals fo handgreifliche Beweise für seine geistigen Irrtümer, daß es ei­gentlich hätte genügen können. Und als sich schließ­lich der Radikalismus in seinen Methoden selbst überschlug und breite Massen sich von ihm lossag­ten, da mar das Volk als Ganzes wohl bereit, an andere, bessere Ideale zu glauben, es setzte feine Hoffnung auf die bürgerlich-liberalen Parteien. Aber die Liberalen erkannten ihre Zeit nicht, sie glaubten, daß mit der gewaltsamen Unterdrückung der roten Diktatur nicht nur der Marxismus als solcher tödlich getroffen und darum nie mehr ge­fährlich werden könne, sondern daß auch die Größe des neuen Vaterlandes vor allem durch eine äu­ßere Propagierung des Nationalen gefördert und gewährleistet werden könne. Zweifellos: es war nötig, dem Volke die Liebe mm Vaterlande neu einzuflößen, aber bie’e Liebe konnte unmöglich ge­weckt werden durch Demonstrationen der nationa­len Verbände, die damals in Massen, einsetzten, durch Aufmärsche Kundgebungen und Versamm­lungen. Und am wenigsten durch eine fog. ne­gative Kritik des Bisherigen Die Hauptsache: dis praktische, bessere Lösung der Dinge in ganz groß­zügiger Weise blieb aus. Wir wollen heute das aufrichtige Bestreben tüchtiger, einzelner Männer nicht in Abrede stellen, aber diese einzelnen waren auch schon keine parteigebundenen, echten Libera­len mehr. Der Liberalismus als solcher hgt feine neue Zeit nicht genügend begriffen. Während er sich in nationaler Hinsicht in das Aeußere oer'or, kam auch das Soziale zu keiner lebendigen Ent­faltung. Cs ist kein Zufall, der allein feine Er­klärung in der ganz allgemeinen deutschen Wirt- schaftsnot fände daß Sachsen z. B. heute dop­pelt soviel Arbeitslose als der Durchschnitt des gesamten übrigen Reiches aufweist, daß feine In­dustrien am gefährdetsten sind, feine Städte in der größten Finanznot leben und auch die öffentliche, kulturelle Spähre lehr viel zu wünschen übrig läßt. So sehr immer noch offen und insgeheim radikal- marristische Einflüsse mitwirken, und fo überaus schwer es war. das von diesen Einflüssen früher Zerstörte w'eder aufnibauen. das alles vermag noch nicht darüber hinwegzutäufchen. daß die neuen Bauleute des Staates allzu, viel versäumten. Die Demokraten neigten Zu weit nach links, io daß sie nicht selten über die Ziele der gemäßigten Linken hinausgingen. Die Deutsche Volkspartei hemmte zu sehr die besten ihrer Führer die verschiedentlich mutige Anläufe machten. Die Deufschnationalen haben sich erst spät zur Mitarbeit an der Regie­rung bereitgefunden, die günftiafte Zeit war leider schon verloren und die Wirtschaftsvartei endlich legte wohl im Anfang Wert darauf, nicht mit den liberalen Varteien verwechselt zu werden, svöter aber kam sie doch in das gleiche Fahrwass-r. Mas war die ^ofae? Em doppeltes: erneutes Anwach­sen der Linksfront bis zu einer ganz bestimmten Grenze und die umfangreichen Mandatsverluste der asten liberalen Parteien an den Nationalsozialis­mus.

Da begann die dritte, die jetzige Periode in der Politik des mitteldeutschen Liberalismus. Er gab hie Parole aus: „Los von der Sozmlbemokratie!" Dieser Satz kennzeichnet die Lage. Er fordert eine uneingeschränkte äußere Losfage von Links ohne die innere Krise des mitteldeutlchen Liberalismus selbst zu berühren, d. h. ohne sich zu fragen wie der Marxismus innerlich durch eine innere Wand- hing und Revidierung der eigenen, libe­ralen Anschauungen überwunden werden kö"ne. Erneut läuft also der Liberalismus Ge­fahr, in das Aeußere abgebrannt zu werden. Die Mandatsverluste haben ihn kopflos gemacht, er sieht nun plötzlich im äußerlich Nationa- l e n noch weif mehr feine Rettuna als bisher. Er übersieht die notwendige nationale Erneuerung von innen her. Und erneut läuft er fo Gefahr die gro­ßen hriafen Gesichtspunkte in ffaa1tichen Reformen außer acht m lassen iene Punkte hie ia immer nur bei größter, seelischer Aufgeschlossenheit richtig erkannt und gemeistert werben und die gerade in Mitteldeutschland für die Gewin­nung und Erziehung der Arbeiter­schaft von ausschlaggebender Be- deutung sind. Er rückt da- äußerlich Natio­nale allzu einteilig und allzu eifrig hervor und vergißt bah gerade dagegen die Arbeiterschaft das größte Mißtrauen hegt, weil sie fchon zu häufig durch leere Ph"ntome getäuscht wurde. In Sachsen ha4 der Landesvorstarch der größten liberalen Partei feiner getarnten Fraksion das Mißtrauen ausgefnrochen, w-il biefe nickt d-e Wahl eines nationalsgziafl st ilchen Carh+aas« uräfihepten ermönfi-^fe. Da? war ein harter Scklag für die Gewissensfreiheit des Liberalismus, denn die gesamte Fraktion behauptet ehrlich über­zeugt gewesen zu sein, daß sie dem nationalsoziali-

bie Regierung einen Hinweis auf den Tob Rau­schers vermieden habe, weil sie bei der gegen­wärtigen Zusammensetzung und Leitung des Aus- Ausschusses eine neue abfällige

Wild-West am Rhein.

wtb. Krefeld, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Ans einem Auto, das mit Teilnehmern einer natio­nalsozialistischen Versammlung besetzt war, soll auf eine Gruppe Kommunisten, die am Wege standen, geschossen worden ein. Zwei Kom­munisten wurden schwer, und einer leicht verletzt.

Bericht über Genf.

Mit krach.

VDZ. Berlin, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat Donnerstag früh zusammen und nahm einen

jährlichen Bericht des Botschafters a. D. Gra­fen Bernstorfs über die Genfer Abrüstungs- verhanblungen entgegen. Reichsaußenminister Dr. Curtius wohnte der Sitzung bei. Die Ver­handlungen werden den ganzen Tag in An­spruch nehmen.

•

Der Ausschuß, der unter dem Vorsitz des Nationalsozialisten Dr. Frick steht,, geriet sofort in eine stundenlange Geschäftsordnungs­debatte, die zeitweise stürmische Formen an­nahm.

Schon bet Beginn der Ausschußsitzung war bekannt geworden, daß in den frühen Morgen­stunden der in Warschau akkreditierte deutsche Ge­sandte Ulrich Rauscher einer schweren Krank­heit erlegen war. In Parlamentär: "chen Kreisen erregte es Befremden, daß weder das Auswärtige Amt noch der Ausschußvorsitzende Dr. Frick (Nat.- Soz.) Veranlassung nahmen, dem Auswärtigen Ausschuß offiziell vom Ableben Rauschers Mit­teilung zu machen. Man führte das Verhalten der Regierung darauf zurück, daß schon in der letzten Sitzung beinahe ein Antrag der National­sozialisten und der Deutschnationalen angenommen worden wäre, der die Abberufung Rauschers verlangte. In diesem Zusammenhang war die schwere Erkrankung Rauschers von der Opposition als eine „politische Krankheit" bezeichnet worden. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß

Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Pig.- ohne ZusteUg Anzeigen-Preise: Kjeinzeile (£ol.) lokal 015 RM. auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RA! Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck! Frankl a 'M 4051

* verbot des Slahlhelmfilmes aufgehoben. Die Filmoberprüfstelle hat bas unlängst ergangene Verbot bes Stahlhelmfilmes aufgehoben.

* Abg. Tunkel aus Ost-Oberfchlesien abge­schoben. Zu der Verhaftung des preußischen Land­tagsabgeordneten Tunkel in Königshütte wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß Abg. Tunkel bereits über bie Grenze nach Deutsch­land abgeschoben worden ist>

wtb. Bonn, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Der bet den Zusammenstößen am vergangenen Sonntag durch einen Kopfschuß schwer verletzte National­sozialist Architekt Clemens aus Ramersdorf bei Bonn ist heute früh gestorben.

Dr. Goebbels wieder nicht vor Gericht erschienen.

cnb. Berlin, 18. Dezember. (Eig. Meld.) Vor dem Schöffengericht Charlottenburg standen heute wiederum sieben Anklagen gegen den national­sozialistischen Reichstagsabgeordneten Dr. Goeb­bels wegen öffentlicher Beleidigung und anderer Vergehen durch die Presse zur Verhandlung an. Dr. Goebbels war nicht erschienen. Es wurde beschlossen, die Akten der Staatsanwaltschaft wie­der zugehen zu lassen, damit sie geeignete Maß­nahmen beim Reichstag zur Durchführung der zahlreichen gegen Dr. Goebbels schweben­den Strafanklagen, wenn mögsich auf

ein Alter von 46 Jahren erreicht. Seit Kai 1922 hat er das Reich in Warschau vertreten, nachdem er zuvor auf dem Wege über eine journalistische Laufbahn in den Revolutions­tagen als Sekretär Scheibemanns in die Politik cinqetreten war. In der Folge hat er als Pressechef bei bet Reichskanzlei mit dem Titel Ministerial- mektor die Zusammenfassung des Amtlichen

Erscheint sechsmal wöchentlich Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Lchrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

wtb. Paris, 18. Dez. (Eig. Meldg.). Auf dem Bankett des republikanischen Komitees für Handel und Industrie, bas gestern unter Vorsitz bes Mini- sterpräsDenten Steeg stattfanb, ergriff auch Brianb bas Wort. Er beglückwünschte fM) bazu, daß trotz aller Angriffe gegen ihn er heute eine Rechtfertigung erfahre, bie ihn ermutige, bie Politik, bie er als ehrenhaft für Frankreich unb als nützlich für Frankreichs Interessen erachte, wei­ter zu verfolgen. Trotz her lebhaften unb oft ver­leumderischen Angriffe, benen er ausgesetzt werbe, fei er sich herüber klar, baß bie ungeheure Mehr­heit bes ßanbes mit ihm gehe. Frankreich wünsche niemanb anzugreifen, es wolle b e n ^rieben. Aber trotz bes brennenbsten Friebens- wunfches müsse man alles tun, damit Frankreich niemals in seiner Existenz bebroht werbe. Man müsse bas Notwenbige unternehmen, damit bei­spielsweise in der Abrüstungsfrage bie ehrlich gewillten Nationen nicht bas Opfer ber Un­ehrlichen sein werben, bamit auch der Völkerbund an moralischer unb physischer Kraft zunehme. In biefem Sinne habe er sich stets geäußert. Die erste Bebingung, sein Friebenswerk zum guten Enbe zu führen, bestehe darin, nicht fortwährende Befürchtungen zu haben müssen, unb bie notwen­dige Kraft zu besitzen, sich auch Gehör zu ver­schaffen In den verschiedenen Ministerien, denen er arc ’’ärt habe, habe er stets bie Aufmerksam­keit aui bie Notwenbigkeit einer fta r f e n Grenz-Organisation gelenkt unb darauf, baß es bem Heer an nichts fehlen bürfe. Man habe nach Sanktionen gefragt. Gewiß gebe es keine Sanktionen, aber immerhin eine mora­lische Sanktion und moralische Sanktionen hätten bei ben Völkern trotz allem feinen Wert. Wei' sie bie moralische Kraft außer Acht ließen, hät­ten bie Führer eines großen Volkes biefes einem tragischen Schicksal entgegengeführt. Zum Schluß erklärte Brianb: Wissenschaftler unb Gelehrte hät­ten baran gearbeitet, bie Menschheit von allen mög­lichen Krankheiten unb Plagen, bie man früher als unheilbar angesehen habe, zu befreien. Sollten sich die Völker nicht auch von dieser schreck-

MaerZeriung

Anzeiger für die Stadl Fulda und denOandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Pressewesens zu ber heutigen Presseabteilung der Jicidjsregierung durchgeführt.

Sein Ableben kommt der weiteren Oeffentlich- eit vollkommen überraschend. In ber Tat haben ich erst vor 3—4 Wochen die ersten Anzeichen mer Erkrankung bemerkbar gemacht, die mit den Jümptomen einer Kehlkopfentzündung auftrat und .tit Fieberzuständen verbunden war. Vor etwa .0 Tagen kam Rauscher deshalb, nach Berlin, um verschiedene namhafte Aerzte zu konsultieren und Anigenaufnahmen machen zu lassen. Er lag hier irei Tage zu Bett und wurde dann von den Aerz­en nach St. Blasien int Schwarzwald geschickt.. Sie Krankheit erwies sich als eine Kehlkopf- unb Lungentuberkulose akutester Art, die auch keinen operativen Eingriff mehr zuließ. Im Beisein seiner Zattin verschied Ulrich Rauscher heute früh gegen 5 Uhr, ohne sich feines Zustandes bewußt zu werben; er hatte noch eine Stunde zuvor nach Zigaretten verlangt und keine Beschwerden emp- sunden.

Durch den Tod Rauschers verliert die deutsche Diplomatie einen ihrer fähigsten Vertreter, der das schwierige Gebiet der deutsch-polnisch en Beziehungen bis ins Kleinste beherrschte und in dm letzten Jahren häufig für andere leitende Nen_ im deutschen Außendienst genannt worden & Sein liebenswürdiges Wesen, seine glän­zen Allgemeinkenntnisse, seine Beherrschung ider Sprachen, Ergebnisse eines vielseitigen mngsganges, der den Stuttgarter Juristen, 'elberger Corps-Studenten, Roman- und The- christsteller und Uebersetzer französischer Werke Verwaltungskosten im Kriege in die Politik die hohe Diplomatie geführt hatte, sicherten Wertschätzung und Anerkennung in allen Wen Lagern.

wtb. Berlin, 18. Dezember. (Eig. Meld.) In ■ heutigen Pressekonferenz fand eine kurze auerfeier für den verstorbenen deutschen Ge­men in Warschau, Ulrich Rauscher, statt. Der UsKende, Major a. D. Schweitzer, gedachte in »"chen Worten des Verstorbenen, der a u s d e r •?.i1 e hervorgegangen sei und sich besondere wienste um die Presse als erster Reichs- , l se ch e f erworben habe. Die Presse werde ' fteis ein ehrenvolles Gedenken bewahren. Der der Presseabteilung der Reichsregierung, cherialdirektor Dr. Zechlin, widmete dem wrbenen ebenfalls einen ehrenden Nachruf. Preise verliere in dem Gesandten Rauscher nur einen hervorragenden Mitarbeiter, sie

"uch einen Freund, der stets volles Ver- Ms für ihre Aufgaben gehabt habe.

Beileidskundgebungen.

^b. Berlin, 18. Dez. (Eig. Meld.) Der Herr - p r ä s i d e n t hat der Gattin des ver- Gesandten Rauscher telegraphisch seine lNahine ausgesprochen.

e i ch s k a n z l e r hat an Frau Rauscher snr* Beileidstelegramm gerichtet:

i ho« aufrichtiger Trauer habe ich die Nachricht . Dlnscheiden Ihres Herrn Gemahls erhal- dem schweren Verlust, der Sie getroffen bsr! - ° M Ihnen zugleich int Namen der EL iJe*un9 innige Teilnahme aus. Der Ver- m zu seinem Tode in verschiedenen

^^uutsstellungen mit seiner ganzen Kraft em reichen Wissen und Können dem 16 erfolgreiche Dienste geleistet. Ter Tod u Wirken viel zu früh ein Ziel gesetzt. !sre9terung wird dem Verstorbenen stets oes Gedenken bewahren."

Gesandter Rauscher f.

b. Berlin, 18. Dezember. (Eig. Meld.) Der >e Gesandte in Warschau, Ulrich Rauscher, ite nacht in St. Blasien, wo er sich zur Hei- eines Le 's aufhielt, gestorben.

der heu..ge.i Direktorenbesprechung des artigen Amtes gedachte Staatssekretär von bes Verstorbenen mit herzlichen Worten ~„rbigte die großen Verdienste des so früh Hingeschiedenen Diplomaten.

Der so Plötzlich aus einem erfolgreichen Leben ^trufene deutsche Gesandte in Warschau

5into

td.

316

81

hall tei.