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2 St

Sie Aus Und Mit

Ihr Herz gleicht einem frohen Tal, Durch das die Stimme lieblich schwebt. Es nimmt dich auf mit feder Qual Und streichelt fort, was dich durchbebt.

Mutter.

Bon Franz Cingia.

geht dir wie ein trautes Licht deinem Lebensweg voran, blickt mit holdem Angesicht, treuen Augen fanff dich an.

Geschenkzett....

um der Oefonomie des Schenken, und der Kunst de, Nehmen,.

Von M Agnes.

Schenken erfordert nicht nur Fühlungnahme mit den «iinidien des zu Beschenkenden und Geberlaune des Unkenden, — heute, das weiß jede Frau, ist das Ge- Lenkemachen eine Geldfrage. Das Geld ist rar. das Material zu einer kleinsten Handarbeit ist teuer. Schund mH und fall man nicht schenken, — wie macht man es richtig? Es hat sich aus den Zeitverhältnissen her- i° eine Oefonomie des Schenkens entwickelt, die wieder .tamal das Anpassungsgefühl der Frau offenbart. Man St auf „Sammeltassen" und „Sammelgläser" gekom- ’ vereinigt periodische Teilgeschenke zu einem Voll- nefchenf sucht nach normierten Dingen für Küche und fggg die immer wieder in gleicher Form und Art rndifübefommen sind Nicht nur die Oefonomie des Lbes beachtet die moderne Frau, sie benützt bei der Kelchenkewahl auch die Oefonomie der Zeit. In einer Mrt Statistik ordnet man den Geschenkbedarf für das ■tahr und errechnet im vornhinein, wem Geschenke glei- jL Art im Familien- oder Freundeskreis gemacht wer­den können. Aber das billigste Geschenk oder das kost­barste hat nur dann Geschenkwert, wenn über aller Oe- tonomie Wunschersüllung steht und Freudenspendung.

Nicht nur Schenken ist eine Kunst, sondern auch Ge­schenke entgegenzunehmen Da gilt der Grundsatz- Ein Feschenk ist nie nötig Es wirkt immer wie eine kalte Staufe wenn der Geber zu hören bekommt: Das war dach nicht nötig! Das klingt ebenso taktlos wie: ach das habe i» schon! ober die Frage ob Umtausch ge­stattet ist Man soll beim Nehmen von Geschenken im­mer daran denken, daß der Geber eine Freude bereiten einen Herzenswunsch erfüllen wollte. Es tut dem Schenkenden weh wenn er statt der erwarteten großen Freude Enttäuschung sieht Zum Kesckenkeausvackeu und -betrachten muß man sich Zeit nehmen, der Schen- (enbe freut sich immer über Würbimmg seines Gescheu­te, über die Freude, die er damit bereitet hat. Ge­schenke richtig entaeaenzunebmen ist eine Frage des Herzenstaktes Gerade den Frauen ist es meist ein in­neres Bedürfnis zu schenken. Und gerade Frauen sind es. die es mit dem Herzen tun Darum empfinden es Frauen dovpelt schwer und schmerzlich, wenn ihr Freudemachenwollen sich nicht ersüllt. Schenken ist ein» Kunst — Geschenke entgegennehmen eine noch größere.

Die Frau und ihr Helm.

Der Ruhepunkt in der Well.

Wo empfing man früher die Gäste? ... Im stei­fen Salon natürlich . . . Eine Frau unserer Zeit, ja. jede Frau aber kann sich nur in einer ihr zusagenden Umgebung wohlfühlen Gibt es eine engere, persönlichere Bindung zwischen Frau und Ding, als die zwischen Frau und Raum?

Sicher wird es in diesem Winter, In dieser schweren Zeit viele Frauen geben, die keine Gedanken an die Ver­schönerung ihres Heims verschwenden wollen. Es spie­gelt sich doch die innere Verfassung in der äußeren und es wäre gut, im täglichen (Einerlei froren zu denken A>i* ist die Wohnung für die Frau, den Mann und die Fa­milie da, und nicht die Angehörigen für die Wohnung Es gibt Frauen, die das vergessen ..zürn Beispiel" durch übertriebene Sorgfalt und Sauberkeit.

Wo empfing man früher die Gäste? . . . im Salon natürlich. Da saß man wie es zu dem steifen Raum gehörte, aufrecht und gerade und würdevoll um d-u> hochbeinigen Tisch. Die heutige Geselligkeit der mo­dernen Frau bewegt, locker frei wie die Führung des Le­dens ist, hat nichts mehr von jenem steifen und reprä­sentativen früherer Tage, das alles wirkt komisch und unmöglich, henn Wohnlichkeit. Geselligkeit ist ein am betet Begriff geworden Niemand hütet ängstlich du- Plätze des Hauses und läßt sie ungebraucht stehen. Was hindert es, wenn schon mal das eine ober anbere er- neuert werben muß, ganz bewohnt soll bie Wohnung fein: Leden gehört in ben Raum

Farbigkeit. — In einfachen kräftigen Farben, Fuß­boden Wände und Decke streichen Sckwn durch Farbig-

Sttafcn in der Erziehung.

Von Professor Dr. Gerhard Budde.

Es ist wohi nur eine kleine Minderheit, die glaubt man in der Erziehung ohne Strafen auskommeu J?nne Die meisten Erzieher sind der Meinung, daß «traten sich nicht ganz entbehren lassen daß man aber n Aer Auswahl und Ausführung vorsichtig fein muß

-Ulan unterscheidet neuerdings oielsach zwischen na= ‘“Eichen und künstlichen Strafen und versteht dabei un- cr 'älteren bie notroenbigen Rückwirkungen ber Dinge “o Handlungen, während man durch künstliche Strafen 'm Kinds Schmerzhaftes zufügt, um vadurch die W:e-

^““9 feines Vergehens zu verhindern. Zur Ver- pjä)au!’fl)ung des Unterschiedes beider Strafarten führt erstudiendirektor Prüfer in feinem vortrefflichen

-Wie erziehen wir unsere Kinder?" folgendes -“fiel an: Ein nach Haufe kommender Vater wird & n .ffluer weinenden kleinen Tochter mit ber Nachricht ar "t. daß bet Bruder aus Mutwillen ihre Pupve y oi uchen habe. Wenn ber Vater nun ben Knaben g . ^rperlich züchtigt, roenbet er eine künstliche Strafe »j ’ 5,nn nennt diese Strafe künstlich, weil sie mit ber m 5es Vergehens an sich nichts zu tun hat. Wenn der g. cr “der in bieiem Falle den Uebeltäter heranruft und unb erFIärt. baß er den angerichteten Schaden ersetzen $ Don seinem ersparten (Selbe ber Schwester eine neue ta“fen müsse ober daß ihm. falls keine Erspar­te vorhanden sind das Taschengeld gesperrt werde er darn b'e,em die neue Puppe bezahlt sei. so verhäng! tig °ine natürliche Strafe, die sich ganz folgerich-

»er Art des Vergehens ergibt.

Beilage zur Fuldaer Zeitung

fett kann das Zimmer Charakter bekommen. Eine lickte Tünche ober Tapete gibt dunklen Möbeln lebendigen Umriß.. läßt bescheidene Bilder besonders sprechen die Räume, die hell in der Sonne liegen, in gedämpften Farben halten. Keine schweren Fenstervorhänge aber leichte waschbare Gewebe, möglichst hell, damit bas Licht nicht ausgesperrt, aber gesammelt und gleichmäßig im Raum verteilt wird. Keine Furcht vor freier Fläche 'm Wvhnraum unb Schlafraum, aber sparsam geschmückte Wänbe. Möbel mit wenig Ornament, schlicht unb zweck­mäßig, glattes Geschirr. Keine Angst vor Klarheit unb Helle: es braucht barum nicht nüchtern und leer zu fein, nur betont und geschlossen.

Eine wohnliche Ecke, bestimmt für ein paar Gäste in gemütlichem Zusammensein Breit unb niebrig ber Divan ... ein altes Sofa mit ber steifen Rückenlehne früherer Tage gibt eine rounberbar gemütlich „Couch", wenn man ben Rücken herausnimmt, bie Beine etwas kürzt, damit das Sofa niedriger wird, und eine farb.gc Decke, bie bas ganze Sofa bebet» barüber legt falls es nicht bezogen werben soll Große Kisten an bie Wans, ein geräumiger, runder niebriger Tisch, eine Stehlampe ober ein Wandarm . . . vieleicht noch eine eingebaute Wandnische über dem Divan für ein paar Lieblings- dücher die man gern unb schnell zur Hanb haben will . . . Was wollen wir eigentlich mehr zum gemütlichen Plauber- ober Lesestünbchen?

Ein kleines Bücherbrett vielleicht auch im Schlafzim­mer vom Bett aus erreichbar angebracht. Vermessen höre ich rufen . . . Aber ist es nicht etwas Nettes, so­eben im Bett noch Zeitschriften burch,zublättern ober aus einem Lieblingsbuch ein paar Seiten vor dem Ein­schlafen zu lesen? . . . Letzthin sah ich ein ganz mo- bernes Schlafzimmer, nur eingebaute Schränke, Decken­beleuchtung unb Seitenbeleuchtung am Bett Nachttische waren Glasplatten, die auf drehbarem Metallarm über bas Best geschoben werden konnten: Zum Frühstück zum Lesen, zum Schreiben in ben Tagen ber Krankheit.

Es ist bie Gestalt unb bie Dinge in ben Räumen, b"e erlebt fein wollen, die unerhört stark sprechen, wenn sie auseinander abgestimmt sind. So begleitet uns das

Heim, dessen Gestalterin bie Frau ist, dem sie Rhythmus verleiht, durch das Leben, fpiegelt uns, zeigt unsere Ent- Wicklung, unser Inneres. Alle Dinge, auch die verschie­densten, klingen zusammen sind eng verbunden mit dem Menschen, ber hier wohnt . . . lebenbig, glänzend unb leuchtenb aber sind sie nur, wenn auch bie Bewohner so sind. Hier spiegeln sich all die kleinen Gewohnheiten. Wünsche und Liebe, Freiheit und Leid.

Heim, Raum, Wohnung, Ruhepunkt in der Welt, im Hin unb Her bewegter und geschäftiger Tage . . .

M a t T y s e n.

Putzen Sie Wem Wann die Schuhe?

Von Hilde Maaß.

Schuhputzen gehört nicht gerade zu ben Annehmlich­keiten bes täglichen Lebens Aber es muß nun einmal {ein, denn mit ungeputzten Schuhen herurnlaufen, das mögen Sie doch ganz gewiß nicht! Natürlich, wenn man eine Bedienung hat bann ist es ja fo einfach, dann stehen die Schuhe immer fein blinkend da. Man wird dann auch nicht vor die in manchen und zumal in jun­gen Ehen so kritische Frage geftellt: Soll ich auch meinem Mann die Schuhe putzen?

Jede Arbeit, wenn sie gut ausgeführt ist, sei es nun irgend eine große Sache, ober so eine Kleinigkeit bes alltäglichen Sehens, hat ihren Wert. Unb im Grund ist es ja auch ganz das Gleiche, ob man nun für seinen. Mann kocht, sein Bett macht, seine Kleider in Ord­nung hält, ober ob man feine Schuhe putzt Die aller­meisten jungen Ehen sind ja boch auf einer Arbeits­teilung aufgebaut. Hier bie Arbeit bes Mannes, die den Lebensunterhalt schasst. Dort die Arbeit der Frau, der Haushalt mit all dem oft so wenig zusagenden Kleinkram: bas Kochen, Waschen unb Putzen, bas lästige, immer wieberkehrenbe Flicken. Ja, unb bas Schuhput­zen. Man mag sich dagegen sträuben, wie man will, eine Arbeit, die zum Tätigkeitskreis der Frau gehört, ist es boch!

Der Mann kommt nach Haufe, ber Tisch ist hübsch gedeckt, das Essen war wieder einmal vorzüglich, die

Weihnachksspielzeuge für die Kinder.

,^Grüß Gott, mein Lieber! Also Du bist gerade auch auf dem Wege zum Weihnachtseinkauf. Das trifft sich ja fein. Da können wir gut Zusammengehen. Ich nehme an, daß Du ebenso rechnen mußt, wie ich, um mit Deinen Kröten auszukommen. Bist Du Dir fchon klar darüber, was du kaufen willst?"

„Natürlich nur praktische Dinge in biefen teuren Zei­ten".

„Ganz recht, nur wollte ich bs nachher besorgen. Hier ist. die Auswahl leicht getroffen. Ich kauf nur Zeug, bas wirklich hält, wie bas Strickkleid für Anna, das sie ein ganzes Jahr in die Schule anziehen kann. Und für bie anderen findet sich auch etwas: Strümpfe, Handschuhe, Schuhe — natürlich mit Umtauschzettel, damit bas weih­nachtliche Geschäft nicht gleich nach den Feiertagen ab- staut.

Aber bas „praktische Zeug" kommt bei mir in zwei­ter Linie. Erst kaufe ich Spielzeug. „Unnötiger Kram", sagst Du, „ber boch bloß in den Ecken herumfliegt" Aber höre, da muß ich dich doch um Ernst bitten. Vielleicht meinst Du es auch gar nicht so ernst: denn Du wohnst in ber Stabt, wo Kinber meist Spielzeug haben, bei reichen Leuten oft wirklich zu viel. Aber ich komme vom Sanbe unb kaufe für Bauernkinber. Spielen gehört zum Kind- fein hinzu wie bas Ackern zum Bauer. Manchmal über­lege ich, ob unsere Bauernkinber überhaupt Kinber finb. Du kennst bie Verhältnisse von Deiner Jugend her. Weißt Du, in ben Sommermonaten! Lauter, kleine Knechte, Essenbringer, Viehtreiber. Nur gut, bah bie Kühe manch­mal Einsicht haben unb nicht zu Schaben eben, fonbern ben Hirten Zeit zum Spielen lassen Stabttinber haben ben ganzen Nachmittag für sich. Im Winter ist auch bei Bauernkinbern mehr Zeit Aber bie Abwechselung fehlt. Sie haben kaum Spielzeug. Neulich sagte mir eine Leh­rerin, baß breioiertel ihrer kleinen Mäbchen keine Puppen hätten.

Doch jetzt flnb wir gerabe am Spielzeugladen. Schnell herein. Für Anna eine Puppe. „Aber bitte, Fräulein, eine einfache Puppe, eine von denen, die nicht zerbre­chen Lassen Sie die mit der Mamastimme getrost weg, auch die mit den Schlafaugenl Sonst wird bie Puppe als Sehenswürdigkeit von Annas Mutter im Glasschrank aufbewahrt und die Kleine hat doch nichts zum Spie­len."

Jetzt etwas für Maria! Das braune Negerbüblein ist gerade recht. Maria hat schon eine Puppe, da wünscht sie sich ein Kindlein dazu. Was da das Kind für Spiel­möglichkeiten hat! Nächstes Jahr vielleicht einen Tisch

für die Meine Puppenfamilie, ober einen Herb. Nur keine von den kompletten Puppenküchen! Teuer — und ver­fehlt, denn bie Stücke ber Küche rollen fchon nach wenig Wochen im Kehricht herum. Vor einer ausstaffierten Küche habe ich einmal ein Mädchen ftaunenb stehen sehen, weil es sich nicht getraute, bamit zu spielen. Unb ich denke, ein Spielzeug ist doch zum Spielen da, nicht zum Anstarren!

Du fragst mich, was man für ältere Mädchen, bie schon Sbie Schule gehen, kaufen könnte. Da würbe ich nicht einen Spielwaren-, fonbern in einen Jjanbarbeitslaben gehen. Da müßte ich schon genau wissen, was bas be- treffenbe Kind gerne tut. Die Mutter ober bie Hand­arbeitslehrerin sind hier trefflidje Berater. — Bei größe­ren Jungen ist es ähnlich. Ob eine Bastelarbeit ober ein Abenteuerbuch zu wählen ist, das richtet sich nach der Liebhaberei des Jungen. Jeder hat da seine Eigenart. Nur nichts schenken, was bie Eigenart verfehlt!

„Fräulein, nun noch schnell ein Iungenspielzeug für einen Vierjährigen. Kein mechanischer Klimmbimm. Diese Autos mit Sprungfebern, diese blechernen Sägemänner liegen ja doch nach ein paar Tagen verbeult und mit zersprungenen Federn in der Ecke, zusammen mit den Bleisoldaten seliger Militaristenzeit! Nein, mein Fräu­lein, ich wünsche gerne ein gutes Geschäft, aber Spielzeug­fabrik und Kinderspielzeug sind nicht immer dasselbe. Da lobe ich mir bas Pferbchen mit ben festen Holzrollen mehr. Damit kann Hermann auch noch nach einem Jahr spielen. Dann bekommt er einen Wagen dazu. Da freut ihn das Pferdchen doppelt. So ein Pferdchen läßt sich an» und ausschirren, in ben Statt bringen unb füttern. Das ist boch Spiel unb ein wenig anbers als immerfort eine Feber aufziehen, bis sie ben Knacks kriegt.

In biefem Laben finb wir fertig. Jetzt noch ben Farb­kasten für den achtjährigen Max im Schreibwarengeschäft Da gibts auch feine Bilderbücher. An ben Farbkasten hätte ich nicht gebucht. Aber Max hat einen Bries ans Christkinb geschrieben, ba ftanb ber Wunsch barin. In unserer Schulzeit war man nicht so begeistert für Schul­sachen. Da staunte ich gestern über Nachbars Grete, bie mir neben ben üblichen Plätzchen als Weihnachtswunsch bunte Schulhefte wünschte. Aber so etwas würbe ich nur schenken, wenn ein Kinb bas wirklich wünscht, sonst wirb bas Christkinb so nüchtern unb praktisch". Kinberbriese an bas Christkinb bewahren uns vor solchen Fehlern. Die sind meist so fein!

Jetzt finb wir fertig mit dem Einkauf von Spielzeug. Macht zusammen Mk. 6.80. Und nun gehen wir an den Einkauf der praktischen Geschenke! . . . —ck.

Es ist ja sicherlich zweifellos daß solche natürliche Strafen von dem Kinde besser verstanden unb nicht fo leicht als ungerecht empfunben werben wie willkürliche künstliche Strafen; beim es empfindet die natürlichen Strafen als notwendige Folgen seines Tuns. Und so versteht man die Meinung des englischen Philosophen und Pädacin-en f^-ber Fner*er. wonach sich in dem Kinde nur dann schon frühzeitig das normale sittliche Empfinden entwickeln kann wenn es auf alle feine Hand­lungen die natürlichen Fo'qen, die wahren Rückwirkun­gen kennen lernt, wenn sie nie abgetr-nbet, nie abge-- 'chwächt ober verstärkt werden, wenn nie beliebig will­kürliche und künstliche an ihre Stelle treten.

Außer ber natürlichen Strafe, bie ber oben er­wähnte Vater anroanbte. gibt es aber auch noch anbere Wenn z. B. zwischen Eltern und Kind ein wirkliches Vertrauens- unb Liebesverhältnis besteht dann strebt bas Kinb danach, sich bie Achtung unb bie Liebe ber Eltern zu erhalten unb deshalb ist eine im Benehmen der Eltern hervortretende iDl'nberuna jener Achtung unb Liebe für das Kinb bie gegebene unb wirksamste natür­liche Strafe Dieses Kinb wirb das kühlere Verhalten der Eltern sicherlich sehr unangenehm empfinden und "ch bemühen durch e:n gutes Betragen das alte Ver­hältnis wiederherzustellen.

Auch der Ausschluß bes Kindes aus ber (Bernern- ' ost b'-’-h , Jn-d-e-Ecke-stellen" ober burch V-"ruhe" --ber auch burch ..Einsperren" ist eine natürliche Sfrife 'Illerbings muß man mit bem Einlnerren" vorsichtio -erfahren; das hat ber kleine Bube bewiesen ber zur ~trafe ins (Bmnfon'isvmmer einaefoerrt war u"b biefe Gelegenheit benutzte, um mit einer Schere sämtliche Quasten des Plüfchsofas unb ber Sessel abzuschneiden, so­

wie auch ber anbere kleine Bube, den man in die Spei­sekammer gesperrt hatte und der dort dann eine Flasche Rotwein austronk.

Was nun die künstlichen Strafen angeht, so braucht das Schmerzhafte, das durch sie dem Kinde zugesügt wird, um d.e Wieder- -'n a bes Beruhens zu verhin­dern, nicht gerade eine körperliche Züchtigung zu fein. Es kann dieses Schmerzhafte z. V. bei einem guten Esser auch durch (Bnteiehung einer Mahlzeit herbeige­führt werden, aber natürlich nur bei einem guten Ester, denn einem schlechten Esser, der sich gern von dem Essen drückt, würde man ja durch jene Entziehung gerade einen Gefallen erweisen unb ihn so belohnen, anstatt chn tu bestrafen.

Die verbreitetste künstliche Strafe ist aber die kör­perliche Züchtigung; sie ist zugleich auch bie am mei­sten umstrittene. In ihrer Beurteilung stehen sich zu­nächst zwei extteme Parteien gegenüber; bie eine emp­fiehlt sie, die andere lehnt sie entschieden ab Jesus Sirach sagt: ..Wer sein S'nb lieb hat der hält es stets unter der Rute, daß er hernach Freude an ihm erlebe." Auch im Mittelalter wurde die körperliche Züchtigung in ber Erziehung fast allgemein unb oft in bruta’er Weise angeroanbt Allerbings bekämpfte man sie in die­ser Zeit auch schon. Bekannt ist bas Wort Walthers von ber Vogelweibe: Niemanb lenkt zum Guten Kin- berzucbt mit Ruten" Unb auch in ber Gegenwart wirb sie von einer Seite als unentbehrlich hingeftelll von anberer Seite verworfen Besonbers heftig bekämp­fen sie die Vertreter unb Vertreterinnen eines päbago- bischen Inbivibualismus beren Ideal eine freie schrankenlose Entfaltung ber Kinbesnatur ist Es sei hier von chnen nur Ellen Key erwähnt, deren Buch

12. Dezember.

Zigarette nachher schmeckt so famos! Es ist aber jud; riesig gemütlich in feinem Heim. Da — ein unan­genehmer Gedanke: Herrgott, ich muß ja noch meine Schuhe für morgen putzen, denn morgens, wenn alles fo schnell geht, bann kommt man boch erst recht nicht da­zu. Dann geht er entweder hinaus, um brummend diese ihm recht unliebsame Arbeit zu tun, bei ber er sich auch meistens ungeschickt anstellt — ober er läßt bas Schuh­putzer, sein. Aus jeben Fall aber wirb feine Gemütlich- teil gestört und damit natürlich auch die der Frau.

Ist es da nicht viel netter, wenn alles getan ist, wenn der Mann nach Hause kommt, wenn die Sdjuhe für den anderen Tag schon blank dastehen, und die wenigen Stunden die der Mann in feinem Heim zu­bringen kann, durch keine lästigen Arbeiten mehr a-llört werden? Gewiß? Eine Kleinigkeit für den Mann, sich seine Schuhe selbst zu putzen. Ader doch auch nur eine Kleinigkeit für die Frau! Wenn auch der Arbeits­tag der Haussrcm sich nicht immer auf acht Stund-w be- ichränkt zum Schuhputzen braucht man. wenns hoch kommt, fünf Minuten — unb dann die eioenen Schuhe, müssen ja auch gep-itzt werden. Das ist doch ein Ab- machen. wenn man die des Mannes noch schnell mit blankputzt. Unb kein Mann wirb benken. baß sich seine Frau erniebrigt, wenn sie seine Schuhe putzt. So et­was bilden sich nur Frauen ein. Meistens wirb er es ganz selbstverständlich finden, daß immer alles in Ord­nung ist, unb er sich nicht barum kümmern muß Er wird zufrieden und vergnügt fein, wenn er das Kc-ühl hat. daß feine Frau gut für ihn sorgt. Davon hat doch die Frau den größten Vorteil.

Wenn aber eine Frau schon mal bas Gefühl hat, nicht die volle Achtung ihres Mannes zu besitzen wenn sie fürchtet, von ihm nicht als gleichberechtigt angesehen zu werden: darum, weil sie seine Schuhe putzt ist bas ganz gewiß nicht. Das hat bann schon anbere tiefere Orünbe, die nichts mit Schuhputzen zu tun haben.

Wenn Mann und Frau in treuer Kameradschaft mit­einander leben, bann ist auch jeher bestrebt bem ande- ren bas Dasein recht schön zu gestalten. Mit großen Worten ist nicht viel getan unb zu großen Taten fehlt meist die Gelegenheit. Aber ba ist ein anderes Gebiet, ba gilt es eine anbere Möglichkeit, unmerklich und ohne viel Worte bem anberen etwas Liebes zu tun- das ist ber Alltag. Und zu ben taufenb Kleinigkeiten bes All­tags gehört auch bas Schuhputzen unb barum:

Putze ich gern bie Schuhe meines Mannes.

Stoveu,

das Weihnachtsgebäck in Thüringen.

Dresdener Butterstolle.

3 Psunb Mehl, 1 Pfunb Butter, 5 Eier, K Pfund Zucker, bie geriebene Schale von 2 Zitronen, acht Gramm Zimt, 50 Gramm feingehacktes Zitronat, 1 Pfund ge­riebene Mandeln, % Liter Milch unb 20 Gramm Hefe, werden zu einem Teig verarbeitet, ber ziemlich fest fein muß Man formt aus bem Teig einen Wecken, versieht ihn in der Mitte ber Länge nach mit zwei in zackiger Linie laufenden Einschnitten, bestreicht ihn mit Butter unb backt ihn bei guter Hitze.

Gewöhnlicher Stötten.

Der am meisten gebackene Stollen setzt sich aus fol- genben Zutaten zusammen, die wie oben beschrieben verarbeitet werben. 25 Pfund Mehl, 2% Liter Milch, 1 % Pfund Hefe, 5 Pfund Butter. Saft und Schale von einer Zitrone, 100 Gramm geschnittenes Zitronat, für 10 Pfennige Muskatblüte, ein Päckchen Vanillezucker, 5—6 Dfund Zucker. % Pfund Mandeln. 3 Pfv»b Sultaninen, 2—3 Pfund Rosinen und eine Handvoll Salz. Es wer­den 6—8 große Stollen daraus, die sich sehr gut halten und einen feinen Geschmack haben. Eier werden hierzu keine verwandt.

. Dresdener Roflnenstotteu.

Man bereitet ben Teig wie bei Butterstollen ange­geben, boch ohne Manbeln bie burch 1 Pfunb Rosinen ersetzt werben. Wenn bie Stollen mit Butter gestrichen finb, kurz vor dem Backen, bestreut /nan sie mit folgen- bem Streusel, bie wie Streusel für einen Streuselkuchen hergestellt werben. ¥> Pfunb Mehl, eine Handvoll ge­riebene Mandeln, 100 Gramm Zucker, 100 Gramm But­ter, eine Messerspitze Zimt.

Die Frau in der Küche.

Wann ist ein Hase jung?

Auch ba gibt es ein sehr einfaches Mittel das Alter zu erkennen. Lassen sich die Obren leicht einreißen, hat man einen Jüngling vor sich. Ist dies nicht mehr mög- sich, kann man bestimmt damit rechnen, daß ein alter Bursche bem Jäger vor bie Flinte kam.

„Das Iahrhunbert bes Kinbes" in ganz Europa bekannt geworben ist. Nach ihrer Meinung fragen Schläge nur bazu bei bas Schamgefühl abzustumpfen unb bie Bru­talität ober bie Feigheit bes Gestraften zu erhöhen. Sie weist auf ben großen Pädagogen Cominius hin, dieser vergleicht den Erzieher, der zu dem Mittel der körper- lichen Züchtigung greift, mit einem Musiker, der fein ungestimmtes Instrument mit Fäusten bearbeitet an­statt Ohr unb Hand zu brauchen, um es zu stimmen. Rur ber Erzieh-- be len ■:< ' au* nur einen

Augenblick bei Prügeln als einem Mittel, zu dem man möalicherw- fe fe-r» r" " y

wird ihrer Meinung nach sein ganzes Denken unb Füh. len darauf richten, psychologische Erziehungsmittel zu finden.

Zwischen ben beiben erwähnten extremen Parteien befinbet sich dann eine mittlere unb vermittelnde, bie ohne weiteres zugibt, baß bie körperliche Züchtigung manche Gefahren in sich birgt unb deshalb mit Vorsicht angeroenbet unb gehanbhabt werben muß bie aber boch anbererfeits sie in gewissen Fällen für unentbehrlich und notroenbig hält, so z. B. wenn ein Kinb bebent- ich» "'nzeichen von Ein "Hn u-h ""nt Aber auch biefe mittlere Partei vertritt ben Standpunkt, daß bie körperliche Züchtigung wegen ber unverkennbar mit ihr oerbunbenen Gefahren nur bie „ultima ratio" fein, d. h, nur in Notfällen angeroanbt werben darf.

ha ofmih* b'-ü h:'r- hor r - -c>—den

Frage ben richtigen Stanbvunkt vertritt. Vor allem muß das Kind bei allen Strafen beständig spüren und empfinden, daß der Erzieher nicht aus Laune sondern aus Notwendigkeit straft; und es darf niemals ben Glau­ben an [eine Gerechtigkeit unb Liebe verlieren