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57. Mrs

Dienstag, 9. Dezember 1930

Geheimrat Dr. Porsch gestorben

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mehr wert rungen zu maßen die den kann.

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wtb. Paris, 8. Dezember. (Eig. Meld.) Sena­tor Laval, der Arbeitsminister irrt letzten Kabi­nett Tardieu, ist ins Elysee berufen worden.

Pierre Laval hat, wie er beim Verlassen des Elysee den Journalisten mitteilte, den Auftrag der Kabinettsbildung erhalten und angenommen. Er werde sich mit einer Anzahl politischer Persönlich­keiten besprechen und Dienstagvormittag dem Präsi­denten eine endgültige Antwort geben. Zunächst werde er dem Senatspräsidenten Doumer, dem Kammerpräsidenten Boussion, sowie Tardieu. Poin- care und Briand Besuche abstatten.

Der neue Saarbahnschutz.

Zu aus Genf kommenden Meldungen über eine Neuregelung des Saarbahnschutzes wird von un­terrichteter 'Seite mitgeteilt, daß es sich nicht um die Schaffung einer neuen Formation, sondern um die Ausführung der Beschlüsse des Völ­kerbundes handelt. Die Regierungskommisfion des Saargebiets hat im Gegensatz zu ihrer früheren Stellungnahme eine Erhöhung der Gendarmerie nicht für notwendig erachtet. Dadurch wird eine neue finanzielle Belastung der Bevölkerung des

Franzosen gegen Versailles.

wtb. Paris, 8. Dzbr. (Eig. Meld.) Der Be­zirksverband St. Germain der Liga für Menschenrechte hat sich in einer Ent­schließung, die e i n st i m m i g e Annahme fand, für die Revision des Versailler Ver- träges ausgesprochen. In der Entschließung wird u. a. gesagt, der Bezirksverband sei der Auf­fassung, daß die Friedensverträge den besiegten Nationen aufgezwungen seien, ohne daß ihre Ver­treter sich Gehör hätten verschaffen können, eine Tatsache, die in der Geschichte der Völker beispiels- los dastehe. Durch Art. 231 habe der Versailler Vertrag Deutschland und seine Verbündeten ge­zwungen, sich schuldig zu bekennen, freiwillig den Krieg heroorgerufen zu haben. Diese Schuld habe hauptsächlich auf der Annahme beruht, daß die all­gemeine Mobilisierung des österreichischen Heeres vor der allgemeinen Mobilisierung des russischen Heeres erfolgt sei. Demgegenüber sei heute erwiesen, daß die Mobilisierung des rus­sischen Heeres, die vom Zaren am 30. Juli un­

terzeichnet wurde, 12Stunden vor derdes österreichischen Heeres erfolgte, wie das auch Poincarä in seinem letzten Erinnerungsband zugebe. Die offizielle Anerkennung dieses Irr- tumes bilde neben anderen Tatsachen ein neues Faktum, daß ausreiche, um die Revision der Frie­densverträge zu rechtfertigen. Aus diesen Grün­den schlage der Bezirksverband dem Zentralaus­schuß der Liga für Menschenrechte vor, die Re­vision der Friedensvertäge von 1919 auf d i e Tagesordnung des nächsten Kongres-

diefem Thema, durch die erwiefener- W e l t Meinung nicht beeinflußt wer-

haltungsgefetz im Jahre 1906 trug Dr. Porsch die Fahne'voran. Porschs große Katholikentagsrede 1906 in Eessen war für die Katholiken und für die Zentrumspartei lange Zeit ein Schulprogramm.

Der Autorität und dem Ansehen Dr. Porschs wie seinem klugen Auftreten war es zu verdanken, daß die Gefahren kirchenpolitischer Konflikte, die in den Jahren vor dem Kriege durch das Vor- gehen des Liberalismus im preußischen Abgeord­netenhause mehr als einmal akut zu werden droh­ten, viel von ihrer Schärfe und ihren schlimmen Folgen verloren. Das dankte ihm der Staat, das dankte ihm die katholische Kirche, wie übrigens auch die zahlreichen Auszeichnungen Porschs be­kundeten.

An der Spitze des p r e u ß i f ch e n Landes­ausschusses leitete Porsch lange die Geschicke der preußischen Zentrumspartei.

Ganz besonders schätzte und ehrte ihn durch sein Vertrauen der Kardinal Fürstbischof D r. Kopp von Breslau. Im Zentralausschuß für die Vorbereitung der Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands war Porsch lange Jahr; ein eifriges Mitglied gewesen. Im Volksverein, in der Görresgesellschaft, im Albertus-Magnusoer- ein, im Karitasverband, kurz, wo immer katholi­sches Leben sich entfaltete, ist auch Porschs Mithilfe fühlbar tätig gewesen. Rur wer ihm selbst ein­mal nähergetreten ist, kann ermessen, welche Uan« summe von Arbeit der mannigfaltigsten Art Dr. Porsch jahraus, jahrein an jedem Tag für die Ka­tholiken Deutschlands und für die Zentrumspartei leistete. Daneben fand er noch Zeit, dem jüngsten Kollegen seiner Fraktion oder dem jüngsten Stu­ten seines C. V. - Verbandes, dessen eifriger Förderer er war, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sich um alle die tausend kleinen Arbeiten der Organisation und der parlamentarischen Vor- bereitungstätigkeit zu kümmern.

In Dankbarkeit erinnert sich im Augenblick des Todes das katholische deutsche Volk seines treuen Vorkämpfers. Es wird dem Heimgegangenen vor allem nie seinen zähen und erfolgreichen Kam^f für die Aufre chterhaltun g eines ge­schloffenen Zentrums vergessen. Es wird sein Andenken ehren, indem es zum Wohle von Kirche und Vaterland an dieser Geschlossenheit f e st h ä l t, die nie so notwendig war als heute und vielleicht nie so bedroht war. Das soll das Gelöbnis sein am Sarge des Geheimrat Porsch. Er aber ruhe in Gottes heiligem Frieden!

$ N.B. Berlin, 8. Dez. (Eig. Meld.) Reichs- itsininister Dr. Stegerwald hat in einer Rede Düsseldorf eine sehr interessante Andeutung t. Er schloß mit der Feststellung, daß die egierung nicht allein alles tun könne »bTctzt die Stunde des Reichsverban-

§ her deutschen Industrie, der Ver- nigung der Arbeitgeberverbände der Spitzenverbände der großen Ge- erkschaften gekommen sei.

Mit diesem Appell hat es folgende Bewandtnis: Reichsarbeitsmknister will versuchen, die Ar- r und Arbeitnehmer wieder im Sinne der ren Zentralarbeitsgemeinschast zusammen­bringen. Man erinnert sich, daß ein solcher ch bereits im Sommer einmal gemacht wurde, Lohn- und Preissenkung gemeinsam anzu- Diese Bemühungen scheiterten, weil man H nicht darüber einig wurde, ob die Preis- oder die Lohnfrage den Vortritt haben sollte.Dies­mal steht das Problem der Arbeitsbe- schaffung im Mittelpunkt. Herr Stegerwald hat bereits vor etwa 10 Tagen die Vertreter der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und der Ge­werkschaften zueinergemeinsamen Konfe­renz bei sich gehabt. Er hat die Beteiligten mit eindringlicher Deutlichkeit auf die Gefahren

ion Dr. Slegerrvalds für Burgfrieden Verhandlungen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften.

Ziel: Arbeitsbeschaffung.

Aus Indien.

wtb. Kalkutta, 8. Dez. (Eig. Meld.) Oberst­leutnant Simfon, Generalinspektor der Gefängnisse der Präsidentschaft Bengalen, ist in seinem Amtszimmer erschossen worden. Der Mörder ist geflüchtet.

„Jesuitische Infamie".

Dieses Schlagwort schleuderte ein nationalsozia­listischer Abgeordneter dem Zentrumssprecher Bür. gers zu. Und aus welcher Veranlassung?

Bürgers hatte ausgeführt, daß die Arbeitslosig­keit in allen Ländern herrsche und selbst in Ita­lien in einem Jahre sich um 60 Prozent erhöht hat. Und er stellte die Frage, was Herr Feder wohl gesagt haben würde, wenn er seine Rede als italienischer Abgeordneter hätte halten müssen, —■iiiiiiiwi i mii nii —i------

* Massen-Bombenfunde in Lissabon. Wie Havas aus Lissabon berichtet, hat die Polizei 74 Bom­ben beschlagnahmt. Der Eigentümer des be­treffenden Grundstückes wurde festgenommen. Die Polizei hat außerdem nach einer Untersuchung die Büroräume der Demokratischen Partei und die Redaktion der Zeitung „El Debatte" amtlich ver- siegelt. ’

Die Regierungskrise in Frankreich.

Noch keine Lösung.

Der vom französischen Staatspräsidenten mit der Kabinettsbildung betraute Senator Burthou ist nach anfänglichem Erfolg schließlich gescheitert. Nunmehr wird wieder Poincare genannt. Da­neben nennt man als künftigen Minister-Präsiden­ten den Senator Albert Sarraut und den Ar­beitsminister des letzten Kabinetts Tardieu, Laval. Der Matin nennt außer Laval noch Briand, Painleve und den radikalen Senator Steeg, ehe­maligen Eeneralresidenten von Marokko.

wtb. Breslau, 8. Dzbr. (Eig. Meld.) Der Zenkrumssührer und langjährige Vize­präsident im preußischen Abgeordneken-Haus, Geheimrat Dr. Porsch, ist heute früh um 4 Uhr im 7 8. Lebensjahre gestorben.

Mit Dr. Porsch ist eine Gestalt aus den Reihen des deutschen Zentrums in die Ewigkeit hinüber gegangen, die jedem lieb und vertraut war, der in dieser Kampffront stand und steht. Denn Felix Porsch war ein Veteran, einer, der noch aus Windthorsts Tagen stammte, aber doch zielklar und weitblickend auch in den jüngsten Kämpfen für die die Ideale: Wahrheit, Freiheit und Recht auf dem Posten stand.

Eine Studentenrede war es, die im Jahre 1872 auf dem Breslauer Katholikentag zum erstenmal den jungen Porsch in weiteren Krei­sen der Katholiken bekannt gemacht hatte. Auch Windthorst lernte damals den Studenten Porsch kennen, den er 1881 als jungen Rechtsanwalt und Benjamin des Reichstags mit großen Hoffnungen und viel Vertrauen in der Fraktion des Reichs­tags begrüßte. Im Jahre 1884 trat Dr. Porsch ins preußische Abgeordnetenhaus ein, dem er wie we­nige feine Zeit und Arbeitskraft widmete. Es brauchte nur ein paar Jahre, und Dr. Porsch war in den Augen aller seiner Fraktionskollegen der berufene und einstimmig gewählte Nachfolger des Abg. Frhr. von Heereman als Vorsitzender der Zen­trumsfraktion des Abgeordnetenhauses.

Was Dr. Porsch als Führer der preußischen Zentrumsfraktion in den widerstreitenden Interes­sen von West und Ost und all der verschiedenen Berufsgruppen geleistet hat, um die Fraktion bei allen großen Aktionen einig und geschlossen zu­sammenzuhalten, davon zeugen die großen Schul­kämpfe der Vorkriegszeit nicht weniger als der Streit um wirtschaftspolitsche, um Steuer- und Verwaltungsgesetze, die in den Jahren vor und nach dem Krieg im preußischen Abgeordneten­hause erledigt worden sind. Porsch wurde nach dem Kriege Vizepräsident des Landtags und hat mit vorbildlicher Würde dieses Amts bis vor kurzem gewaltet. Er hat auch noch bis in die jüngste Zeit, als ihn Alter und Krankheit erheblich mitgenom­men hatten, sein Mandat gewissenhaft wahrgenom­men.

Um Porschs Bedeutung richtig zu würdigen, muß man sich die Jahre vor dem Krieg mit ihren Kämpfen des Zentrums gegen den Liberalismus ins Gedächtnis rufen. Beim Goßlerschen Scbul- gesetzentwurf 1890/91 hatte Windthorst selbst sei­nen letzten bedput'm-'svollen Kampf um die christliche Schule gekämpft. Die Fahne, welche der Hand des großen Führers dann entglitt, griff Porsch auf, und bereits 1892 beim Kampf um den Zedlitzschen Schulgesetzentwurf hatte Dr. Porsch die Führung seiner Fraktion, ja aller Freunde der konfessionellen Schule in der Hand. Wie Windt­horst, so erblickte auch er in dem Kampf um die christliche Schule das bedeutungsvollste Problem der Zukunft. Auch beim preußischen Schulunter­

hochprozentig, glaube ich, der deutschen Arbeiter­schaft dieses große Gut retten zu können. Ohne Reichstagwahl hätten wir heute rund 5 0 0 0 0 0 Arbeitslose weniger. Die Reichsregierung hat letzten Sommer alles aufge­boten, eine eRichstagsneuwahl zu vermeide.^. Die Reichstagsmehrheit hat es anders gewollt. Nach dem Ausgang der Reichstagswahl hat die Reichsregierung vom 18. bis 30. September buch­stäblich Tag und Nacht gearbeitet, um ein allge­meines Vertrauensfanal herauszustellen. Die letz­ten Wochen haben Reichskanzler und Reichsfinanz­minister Uebermenschliches geleistet, um diesem Sanierungswerk Gesetzesform und Gesetzeskraft zu geben. Die Reichsregierung kann aber allein nicht alles tun. Jetzt ist die Stunde des Reichsverban­des der deutschen Industrie, der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und der Spitzenver­bände der großen Gewerkschaftsrichtungen gekom­men, daß sie das ihrige tun zur aus-- und in­ländischen Wiederherstellung des Vertrauens. Ob man das Arbeitsgemeinschaft nennt oder nicht, ist sehr gleichgültig. Entscheidend ist, daß alle Kräfte aufgeboten werden gegen das Mißtrauen von außen und gegen den Pessimis­mus und die Mutlosigke it im Innern und damit die Voraussetzungen geschaf­fen werden zur Zurückdrängung der Arbeitslosigkeit.

Die Zeit, die wir gegenwärtig durchleben, ist bestimmt nicht schön. Groß ist sie aber auf alle Fälle. Das, was wir von 1914 bis heute erlebt haben, ist Weltgeschichte in einem Ausmaß, das normal viele Generationen nicht zu erleben pflegen. Nun müssen wir zeigen, daß wir diese großen Geschehnisse und Veränderungen zu gestalten wissen. Das geht natürlich nicht von einem Tag zum andern. Wir werden auch diese Periode überstehen, nachdem mir in beniesten anderthalb Jahrzehnten viel Schlim­meres überstanden haben. Was notwen­dig ist, ist lediglich Mut zur Wahrheit und zum entschlossenen Handeln.

Stürmischer Beifall dankte dem Minister für die mannhaften und klugen Worte, die ohne Rück­sicht auf Popularitätshascherei von dem ernsthaften Willen diktiert waren, die ungeheure Notzeit zu überwinden.

Die Kundgebung, die von Orgelvorträgen und Chören des Männergesangvereins der Christlichen Gewerkschaften umrahmt war, nahm einen glän­zenden Verlauf. Sie war ein sinnvoller Bernds dafür, daß die christliche Arbeiterschaft Düsseldorfs in innerer Geschlossenheit zu ihren Führern steht.

ses zu setzen.

Solche Erschütterungen der Kriegsschuld-Lüge aus dem ehemaligen Feind- Lager sind viel als nationalistische deutsche Erklä-

iuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Die deutsch-englischen Beziehungen.

wtb. Münster, 8. Dez. (Eig. Meld.) Der eng­lische Parlamentarier Sir Philipp hielt in der Wirtschaftlichen Gesellschaft in Münster einen Vor­trag über die deutsch-englischen Beziehungen. Der Redner beleuchtete die Gleichheit der Wirt­schaftszustände Englands und Deutschlands. Die Weltkrise beruht nach seiner Auffassung auf 3 Hauptgründen: 1) der großen Zahl der Staa­ten, die durch die Friedensverttäge entstanden und sich auf wirtschaftlich falscher Bahn bewegten, 2) aus der Regulierung der Schulden von den Ver­einigten Staaten von Nordamerika, 3) aus der Regulierung der Reparationen. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Bruck, hatte den Vor­trag in dem alten Rathaussaal halten lassen, in welchem der westfälische Friede geschlossen wurde. Er wies darauf hin, daß dieser Ort Symbol und Wahrzeichen für Deutschlands ständige Wiederer­neuerung und Weltgeltung sei, selbst wenn es Schicksalsschläge von unerhörter Schwere erlitten hätte.

«U hingewiesen, die sich aus der Arbeitslosen- Zahl von 4 Millionen ergeben, mit der für W Februar gerechnet wird. Man hat Wohl auch ^kU eingesehen, daß z. B. eine gesetzliche Ar­beitsstreckung für die Wirtschaft unbeque­

mer sein würde, als eine freie Verständi­gung der Arbeitgeber und Arbeitneh­mer, die sich den Bedürfnissen beider Fattoren ‘ und der einzelnen Industrie-Zweige viel elastischer anpassen könnte.

. Der Reichsarbeitsminister hat dann weiter im Verlauf der vergangenen Woche Einzelbefprechun- mit den verschiedenen Industriezweigen gehabt, hat auch mit der Post, der Eisenbahn und anderen Stellen verhandelt, bei denen eine Arbeitsstreckung möglich erscheint. Ferner ist mit dem preußischen Kultusministerium Fühlung mmen worden, auch die Frage des 9. chuljahres zu behandeln, wie überhaupt die , n Vorschläge der preußischen Staatsregie- rung mit in den Kreis der ganzen Erörterungen mit hineingezogen werden sollen. Diese Einzel- : besprechung hat den Sinn, Material zu sammeln damit man sich bei der Fortführung der Konferenz der Spitzenverbände ein genaueres Bild von den einzelnen Probleinen machen kann. Die nächste Konferenz der Spitzenorganisationen dürfte noch im Laufe der neuen Woche stattfinden.

Die Bemühungen Stegerwalds, die freilich er­heblichen Schwierigkeiten begegnen, ha­ben für bi deutsche Wirtschaft emi­nente Bedeutung. Die Reichsregierung sieht M ihre wichtigste Aufgabe neben der Beendi- gung ihrer Preissenkungsaktion indem Mroblem der Arbeitsbeschaffung.Wenn «gelingt, es im Rahmen eines Burgfriedens zwi­schen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Angriff c M nehmen, so würde seine Lösung naturgemäß erleichtert. Man würde es auch schon als einen ^deutsamen Gewinn für die deutsche Wirtschaft B® oie soziale Gestaltung der nächsten Zukunft Mehen müssen, wenn es dem Reichsarbeitsminister Mngt, wenigstens in den Ha vtfrageneine Verständigung herbeizuführen.

In seinen Ausführungen in Düsseldorf hak ^regertvald noch erklärt:

x, ^te in den letzten Monaten mehrfach, daß ..L'"amten vor der Frage stehen, sich mit 6 Pro- Cehaltskürzung abzufinden oder sich der Ge- ouszusetzen, nach wenigen Monaten nur bie Hälfte des seitherigen Gehalts zu mmen. Äehnlich steht es mit den Arbeitern, »eitsminifter zu sein ist gegen» ar 19 ein Martyrium. Wenn ich ein "a!?°rEungsloser Mensch, wenn ich ein ober- ucher und gewissenloser Demagoge wäre, ' uni11 "äbme ich in den nächsten Wochen einen mir i sympathischen Vorgang zum Anlaß meines Rück- l “5- Dann märe ich im christlichen Arbeiterlager »n HM des Tages, dann spielte mich selbst die t'fA Un^^e ^re*'e gegen meinen sozialdemokra- |wn Amtsvorgänger Wissest aus. F r e i w i l - L® desertiere ich nicht in schwerer her nÖe’ Wenn man mich aber parlamentarisch gWtigt durch Mißtrauensvotum, stimme ich per» iWutd) ein Tedeum an. Räume ich das Feld, dann t bet der gegenwärtigen Gesamtlage in a -Ed freilich kein mehr linksgerich- H e r Arbeitsminister. Dann ist die Ge- m *n nächste Nähe gerückt, daß das staut- ®e Schlichtungswesen efeitigt wird, *»ir in kurzer Zeit auf dem Gebiet des Tarif- nor einem Trümmerhaufen stehen

Monatlich 1.80 einschließl. Postgebühr (48 Psg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0.15 RM., auswärts 0.20 RM. Reklamezeile: lokal 0.60 RM., auswärts 0.80 RM. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Franks, a. M 4051.

'n -Programm dagegen ist kurz, aber inhalts- Erhaltung der Sozialversiche- ' ' Schlichtungswesens und a ‘ esens. Zu hundert Prozent kann ^nicht olles über die größte Wirtschaftskrisis, land je erlebt hat, hinüberretten. Aber

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Well tm Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Saargebietes vermieden. Die Schaffung der vor­gesehenen technischen Organisation für den Fall eines Generalstreikes soll nur die Durchführung des Eisenbahnbetriebes sicherstellen. Zu diesem werden gegenwärtig etwa 100 Gendarmen im Eisen­bahnbetrieb ausgebildet, außerdem werden dazu einige zwanzig Bahnbeamte bereitgestellt. Die übri­gen Mannschaften dieser technischen Organisation werden zum größten Teil von der Eisenbahndirek­tion Saarbrücken und zum kleineren Teil von der Industrie des Saargebietes gestellt. Eine besondere Ausbildung dieser Leute, die im einzelnen in kei­ner Weise verpflichtet worden sind, kommt vorerst nicht in Frage. Es handelt sich nur um eine listen­mäßige Aufstellung.

Fünf Blufudeile in Moskau.

Der Aus gang des russischen Hochverratsprozeß.

Der Oberste Gerichtshof in Moskau fällte am Sonntagabend das Urteil im Prozeß gegen die Mitglieder der sogenannten Jndustriepartei: Die Angeklagten Ramsin, Laritschew, Tschar- nowski, Kalinnikow und Fedotow wur­den zum Tode, Kuprianow, Sitnin und Otschkin zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Verurteilten waren beschuldigt, durch Sabo­tage und Vorbereitung einer ausländischen Inter­vention den Sturz des Sowjetregimes angestrebt zu haben. Nach den parteilich gefärbten Berichten der Telegraphenagentur der Sowjetunion haben die Angeklagten ein volles Geständnis abgelegt. Wer allerdings die russischen Untersuchungsmethoden kennt, wird solchen erpreßten Geständnissen sehr skeptisch gegenüber stehen.

Clemens Freiherr v. Coe t*

Ver Vorsitzende des Rheinischen Bauernvereins, Rittergutsbesitzer Freiherr Clemens v. Loö, ist auf Burg Bergerhausen im Rheinland nach langer schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren ge­storben.

v. Loö hat als Führer der in erster Linie die a g r a r i s ch en Berufsforderungen vertretenden Ele­mente in der Bauernorganisation vielfach von sich reden gemacht.