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Beilage zur Fuldaer Zeitung

Ar. 281

5. Dezem

ober Berufsschule.

21. S).

Das Gebot der Stunde und die Mode

Der Nikolaus kommt!

eine viel größere Freude.

Jetzt löst sich die Span-

^ckafpelz liegen ein paar Schneeflocken. Das goldene in dem matten Kerzenlicht.

durchsichtige fr'fchgefallene Kreuz auf der Brust b,inf( Die Backen und die Nase

Ar- um die

zung mit den katholischen Frauenorganisatione umgeht aber die Frage der Angliederung an

stimmen manchmal nickt

„Sagte den Kindern allen wohlgefallen, der sie nie letzte Ton verklungen, da

Christkind, das all die schönen Sachen Hot und unter den Weihnachtsbaum legt, sind furchtbar stolz, daß man ihre Hilfe brauchen kann, und — die Hauptsache — ihr kleines Herz ist gefüllt mit Freuden und Weihnachtsselig- k?it.

wig. olks-

Das neunte Schuljahr.

Unter den Vorschlägen zur Verminderung der beitslofigteit taucht der Plan auf, die Schulpflicht ein Jahr zu verlängern und damit zu Ostern 1931

Keiner Hausfrau und Mutter wird es heute in den Sinn kommen, ihre Mittel für Zwecke zu mißbrauchen, die fernab liegen von den Aufgaben, die gerade der Frau aus der Not und Bedrängnis unserer T a ge erwachsen. Die moderne Frau sucht bas Ver­hältnis zur Mabe für sich und die weiblichen Mitglie­der der Familie so zu gestalten, daß alle Wünsche auf den bestehenden Zwang zur Einfachheit und Bescheidenheit abgestimmt werden. Ist es aber unbedingt notwendig, daß modische Dinge nur mit fan­tastischen Preisen bezahlt werden müssen? Können gu­ter Wille, weiblicher Spürsinn, guter Geschmack und fröhliche Erfindungsgabe nicht gerade jetzt die ge­heimnisvollen Zauberkünstler fein, die alte Stoffe und Kleider zu neuen Gebilden formen, die aus unmodernen, längst vergessenen Kleidungsstücken etwas Neues, Schönes und — ganz Modernes heroor- bringen? Es ist ja eine spezielle Aufgabe der Frauen, zierliche und hübsche Dinge zu schaffen, neben den ein­fachen und praktischen Kleidern. An Hand irgend ei­nes Modeheftes, wie man sie überall kaufen kann wird man bald gelernt haben, wie man das Schöne mit dem Nützlichen verbindet. Die Mode von heute bietet ja taufend Möglichkeiten zur Herstellung von allem was in ihrem Reiche gebraucht wird. Der noch vorhandene Kleiderrock aus Tweed, Popeline, Tuch, Cheviot u. a. m. wird durch eingesetzte Falten auf die neue Weite gebracht, ein Sattel, der auch aus andersfarbigem Stoff fein kann, dient zur Verlängerung, die Bluse wird im Taillenschluß gekürzt und mit einem Gürtel versehen, während Aerrnel und Halsausschnitt durch weiße Spitze verziert werden. Die Grundidee der mo­dernen schlanken Linie ist ja bei allen Kleidern die­selbe, nur müssen kundige Hände liebevoll und behut­sam bei dieser Arbeit vorgehen.

Ganz bestimmt werden diesen Winter ungezählte Kleider viel eher dem Kompositionstalent der s e l b st s ch n e i d e r n d e n Ha u s f r a u zu verdanken

Vor-Werhnachl.

Von Franz C i n g i a.

ws ruht ein Zauberklang In dieser stillen Zeit.

Ein heimlicher Gesang

Rauscht manchmal nah und weil

Wir stehen vor dem Tor Aus dem die Gnade schwebt, Wenn hell ein Jubelchor Die Erde tief belebt.

des Heiligen sind ein wenig sehr rot, das kommt von der strengen Kälte in den hohen Wolkenregionen.

zur Entlassung kommenden Jugendlichen vom Arbeits­markt sernzuhalten und diejenigen, die keine Arbeit finden, einer geregelten Tätigkeit zu erhalten. Damit soll als Notmaßnahme eingesührt werden, was schon lange als Wunsch vieler Frauenkreise, besonders im Hinblick auf die hausmütterliche Erziehung der Mäd­chen bestand.

Der Vorschlag wird viel umstritten. Noch ganz un­geklärt ist die finanz- und arbeitsmarktpolitische Wir­kung der Maßnahme, d. h. welche Kosten zu ihrer Durch­führung aufgewandt werden müssen und wie viele Jugendliche dem Arbeitsmarkt ferngehalten werden.

sein, als man ahnt, und dabei hat sich kein gestrenger Eheherr über einen Sturmangriff auf feine Kasse zu beklagen.

Vor etlichen Jahren machte ein äußerst praktischer und sehr leicht zu handhabender Kleiderschnitt in vie­len Frauenvereinen berechtigtes Aufsehen. Es war der fbg. Herrgottskittelschnitt, der für die be­kannten Abformungskleider gebraucht wurde. Man hört, daß dieser Schnitt aus der Versenkung hervorge­holt wird, um zu neuer Bedeutung zu gelangen. Tat­sächlich ist dieser Schnitt für die heutige Mode wie ge­schaffen. Es gibt die Grundform für Kasak und Tunika­kleider, für Prinzeß- und Stilkleider, für Mäntel jeder Art, ja sogar für Schürzen und Wäschegegenstände.

Man könnte die Frage aufwerfen: wo bleibt, wenn die Hausfrau ihren Bedarf an Mode selbst herstellt die große Mode-Industrie, deren Lebensfähigkeit bedroht wird, wenn die Zahl der Modekonsumenten herabgemm- bert wird, — wo bleibt das Heer der Arbeiter die von der Mode-Industrie bekräftigt werden, wenn dieser In­dustriezweig lahm gelegt wird? Es besteht kein Zwei­fel daran, daß Mode eine wirtschaftliche Angelegenheit von großer Bedeutung ist. Die kluge Frau von heute, die sich ihrer sozialen Pflicht als Käuferin bewußt ist, wird trotz Not und Geldknappheit immer noch nicht unbedingt an der angebotenen Mode vorübergehen, aber sie wird ihre Kasse vorsichtig führen und die großen Modeeinkäufe den Frauen überlassen, die Geld genug haben und deren Zahl immer noch groß ist. Gerade weil die Frau von heute volkswirtschaftlich orientiert sein, etwas von Preisgestaltung auf allen häus­lichen Gebieten verstehen muß, kann sie auch dem Ab­lauf des Modegeschehens nicht teilnahmlos gegenüber« stehen. Dabei ist noch lange nicht gesagt, daß ihr In­teresse identisch sei mit Verschwendungssucht ober baß sie dem verführerischen Anreiz irgend einer Mode er­liege. Aber ihre Einsicht, der klugen Verwendung ihrer wenn auch bescheidenen Mittel wird es zu dan-

recht einfügen wollten, daß ein Vater ist dem sie vergißt". Kaum war der kamen schwere schlürfende

Langsam schreitet er' in die Mitte des Zimmers. Jetzt sieht man auch den langen, weißen Bart deutlich Er erscheint etwas flachsig. Aber denkt einmal, er ist schon ein paar hundert Jahre alt! —

Immer noch ist es lautlos. Der Nikolaus beginnt: ,Jhr lieben Mütter, ihr lieben Kinder, ich freue mich daß ich euch in diesem Jahr im Schulhaus treffe. Da kann ich mir manchen Weg sparen. Ihr habt schön ge­sungen, nun will ich einmal sehen, ob ihr auch beten könnt. Damit macht ihr dem Christkind und mir noch

laus gut sehen vom Himmel aus, weil es lang und hoch ist. Dahin kommt er bestimmt. Heinis Haus ist klein und steht mitten drin. Ich glaube, zu denen kommt er nicht." „Ja bann mußt bu ben Heini unb die kleine Liese zu uns einlaben! Die sorgenvolle Miene schwand unb beglückt lief Peter zu seinem kleinen Freunb Nack- mittaas sckienen ihm roieber Bedenken gekommen zu fein. Augusts Haus ist auch klein, Heini sagt, bei denen war der Nikolaus im vorigen Jahr auch nicht. Unb barum Mutter, denk doch, oben an der Straße die drei neuen Häuschen, die hat der Nikolaus überhaupt nicht gese- sen wie soll er da wohl hin finden. Veter macht ein bekümmertes Gesicht. ..Na, bann müssen sie halt alle ins Schulhaus kommen."

Sie erschienen alle: der Heini, der August der Baut die Agnes die Hanna, die Liese, das Ernstchen der kleine dicke Willi und das Augustcken, samt ihren HR übern und ein paar Säuglingen wurden auch mitgebracht, denn sie konnten bock nicht allein daheim bleiben. Unb Hu­bert, der zu Besuch im Dorf war, kam auch, von sei­nen beiden Tanten begleitet. — Unsere große Stube war voll, wir hatten bald keine Stühle mehr. Fünf Uhr nachmittags war es. Die ersten Sckneeslocken wirbel­ten vom Himmel hernieder. Die Mutter zog die Vor­hänge vor die Fenster. Nun war es ganz dunkel im Zimmer, unb als sie ein Streickholz aniünbete. waren aller Augen erwartungsvoll auf sie gerichtet. Sie stieg auf einen Stuhl unb zünbete bie beiben bicken. gelben Kerzen im Adventskranz an Ah! lieber bie Kinber- oefichter ging ein stilles alubend-s Läck»^' Es battete schon ein wenig nach Tannengrün. Schabe, baß ber Vater wieder einmal nicht da war! Nun mußte d'e Mutter bas Lieb anstimmen: „Alle Jahr roieber kommt bas Christuskind". Die Mütter sangen tücktig mit ba klang es voll unb hell, auch wenn sich bie Kinder-

Das neunte Schuljahr soll eine allgemeine Vorberei­tung auf Beruf und Leben geben, ohne einer Vorbe­reitung für spezielle Berufe zu dienen. Es soll all­mählich von der Schule in bas Berufs- unb Wirtschafts­leben überleiten. Deshalb muß es nach Ziel unb Me­thode anders fein als das vorausgegangene Schul­jahr. Für die Mädchen muß die hausmütterliche Er­ziehung eine bevorzugte Stellung im Lehrplan einneh­men. An erster Stelle steht die religiös-sittliche Erfas­sung und Beeinflussung der Jugend.

Aus dieser Zielsetzung fordern die katholischen Frauen durchweg eine Unterstellung unter das Kultus­ministerium und eine Anlehnung an die konfessionelle Volksschule. In diesem Sinne haben sich in Eingaben geäußert: Der Katholische Dsutsche Frauenbund und seine Hausfrauenvereinigung, der katholische Lehrein­nenverein und der Reichsfrauenbeirat der Deutschen Zentrumspartei. Eine Eingabe der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frauenberufsverbände ist in der Z'elset-

nung unter der kleinen Gesellschaft. Beten können sie fast alle! „Sieh, da ist ja ein fremder Junge, den habe -ch noch nicht im Spessart gesehen! So, du heißt Hubert und wohnst in Essen. Tritt einmal vor! Ein schmales, langes Bübchen aber schüchtern ist er nicht. Er faltet feine Hände und betet langsam, fließend das Vaterunser. Das war reckt. Hubert! Du willst einmal Pfarrer wer­den? — Jetzt kommt der pausbäckige Heini vor. Em wenig zaghaft, ängstlich, den Kovf gesenkt, beginnt er, anfangs stotternd, aber dann im Vollgefühl seines Wis­sens. schnurrt er das Vaterunser ab wie ein Uhrwerk. Der Nikolaus legt ihm die Hand auf bie Schulter „Gelt Heini, bu nimmst jetzt keine Vogelnester mehr aus?"

Nun zieht der heilige Mann ein dickes Buch unter dem Mantel hervor: , Seht emmal ihr Kinder, hier steht es drin, was ihr das Jahr über getrieben habt. Eure bösen Streiche könnt ihr lesen. Wenn ihr ungehorsam, unverträglich wäret, da steht es und bleibt stehen! Tin Tuscheln unb Raunen geht burck bie kleine Gesellschaft, — dem Veterchen rowd es an oft er m-T'te den Niko­laus so viel fragen: was der gute, alte Esel im Himmel zu fressen kriegt, und ob er auch einen richtigen Stall dort hat. Ack nein, jetzt wagt er nicht mehr zu fragen Der Heilige ist ihm so unnahbar geworden. „Da fetze ich gerade so ein neugieriaes Mädchenaesicht mit großen Schelmenaugen. Du heißt Tina? Wart mal! „Er blättert in dem dicken Buch. Seite 80. Hier fleht es: ..Tina Lenz lutfcht am Daumen. Sie will ihre Spiel­sachen nie aufräumen. Stimmt das?" Tina nickt be­troffen. Sie besinnt sich einen Augenblick: ..Nikolaus ich bin auch manchmal brav, ich mach Bieter, meinem Brü­derchen, immer die Holen zu." Nikolaus lächelt ein bißchen. „Na Tina, dann bist du auch ganz tüchtig." „Peter komm du einmal her!" „Sieh ba Peter Lenz. Seite 75. Er neckt und ärgert feine Geschwister Bis­weilen fällt ihm das Gehorchen schwer. Er will keinen Mantel anziehen!" Peter stehen die Tränen in den Augen, mit Mühe verbeißt er das Sckluchzen. Der Ni­kolaus streicht ihm über die helfen Haare. Das wird nun anders, Peter wird doch Ostern ein Schuliunae! Du kannst gewiß ein schönes Gedickt? Schnell find die Tränen versiegt unb er beginnt: „Lieber Nikolaus *omm in unser Haus leere deine Taschen aus. Alle Kinder essen gern Aepsel, Russe. Mandelkern!"

Meint ihr wirklich, daß ich etwas mitgebracht habe? — Sie atmen alle erleichtert auf. Es war doch gar zu unheimlich! Das kleine Liescken halte fein Gesicht in der Mutter Schoß versenkt. Der dicke Marlin und das kleine

Schritte die Treppe hinauf. Mit festen, wuchtigen Schlä­gen klopfte es an die Tür. Die Mutter öffnet: „Der heilige Nikolaus". Die tiefe Stimme arüßt ernst: „Ge­lobt fei Jesus Christus." Aus aller Munde klingt die Antwort: „In Ewigkeit, Amen". So still ist es im Zimmer, daß das Uhrticken. unheimlich fast aufdring­lich wirkt. Gebannt hängen die Kinderaugen an der hohen Gestalt. Wer könnte da noch zweifeln, an dem himmlischen Mann! Er muß sich bücken als über d'e Türschwelle tritt, um mit der hohen silbernen M'lra nicht anzustoßssn. Auf dem weilen hellen Mantel aus

Er spuckte eigentlich das ganze Jahr in den Köpfen der Kinder, besonders bei kritischen Anlässen. „Die Tina lutscht wieder!" „Wenn dieses Jahr aber der Nikolaus kommt!" Flugs verschwindet der Finger unter der Schürze. In den dunklen Kinderaugen steht ein banges Entsetzen. — Oder der große Bruder, der schon ein wenig in die lateinische Grammatik guckt, mag durchaus keine Bohnensuppe essen „Ich sag es dem Nikolaus", ruft triumphierend die jüngere Schwester. Unter aller­hand Grimassen wird das unliebsame Gericht vertilgt.

Dieter, der Dreijährige erzählt: wenn der Nikolaus kommt, da ruf ich fchnell, tauf ja über den Hof, sonst beißt der Puzzi dich ins Bein." Abends fügt er feinem Gebetchen hinzu: „Sieber Nikolaus, wir schlachten bald das große Schwein, komm recht bald, du kriegst auch eine große Wurst und fürs liebe Christkind eine kleine."

Wenn bie Adventszeit näher kommt und es an den Nachmittagen früh dunkelt, wenn der Sturmwind um das Haus braust, daß die Fensterrahmen knacken und stöhnen, dann wird die Gestalt des Nikolaus immer greifbarer. Die Kinder sitzen um den großen Wohn- zimmerlifch malen, bauen und lesen. Plötzlich schlägt ein Ast des Apfelbaumes gegen die Fensterscheibe. Den Kindern drinnen ist es der Nikolaus, der ihnen droht, oder ihnen einen Gruß sendet. Vor dem Zubettgehen stellt jedes einen Schuh auf das Fensterbrett. Morgens wird gleich geguckt, ob etwas darin liegt. Was für ein Spaß, wenn ein Stückchen Schokolade, einige Plätzchen ober ein paar Feigen, zum Vorschein kommen. Dann, tauchen hundert Fragen auf. Nein, der Nikolaus ist fern Buhmann für kleine Kinder, oder ein Spaßmacher für die Großen: Unser Nikolaus ist der heilige Mann, der einst auf Erden lebte und wirkte. Er kommt als Bote des Christkinds, den Kindern zur Freude, um ihre Her­zen zu öffnen und zu bereiten für das große selige Weihnachtswunder. Darum fingen wir in diesen Wo­chen auch immer unb immer wieder die alten herrli­chen Weisen „macht hoch die Tür, die Tor' macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit". „Maria durch den Dornwald ging" und das traute Adventslied aller deutschen Kinder: „Alle Jahre wieder kommt das Chri- stuskind". — Unser Nikolaus ist jedes Jahr der Gleiche, an Gestalt und Kleidung. Das beseitigt auch die Zwei­fel des kritischen Neunjährigen.

Von acht Nikolausabenden konnte ich orzählen, aber id) weiß nicht, welcher der schönste und eindrucksvollste ist. — An einem vierten Dezember war es. Peter mein ältester, war damals fünf Jahre alt. Ich hafte eine Adventskrone gewunden, aus Tannengrün und Zwei dicke gelbe Kerzen hineingesteckt. Mit langen ro­ten Bändern wurde die Krone an der Zimmerdecke be­festigt. Peter sah nachdenklich zu. Er wußte es gut. Mora-n war der amhe Taa' ..... ...

stockend, „Heini meint, das Schulhaus kann der Nikv-

GeheimnisvoNe Zauberkünstler. — Der Herrgottskittelschnitt, die Grundform. — Preis gestaltung. — Mäntel mit Pelzbesatz. — Hausschneideeei. — Frauliches Feingefühl.

Von Albertine Albrecht, Düsseldorf.

O du fröhliche, selige . . .

Nicht mehr lange unb — Weihnachten ist da, das schönste aller Feste. Schon pochen lauter alle Kinder- Herzen, die vom Zauber ber Vorweihnachtszeit ge­fangen sind, sodaß jeder Tag zum glücklichen Erleben wird. Lichtdurchflutete Straßen mit festlich geschmück­ten Auslagen — traute Winterabende im gemütlichen Heim, in denen jetzt das Märchen umgeht und liebe Vorbereitungen zum frohen Fest getroffen werden — sie üben ewig neu ihren Zauber aus. Mit Liebe unb Verständnis wollen wir den kleinen Leuten diese Tage recht froh gestalten!

Für die ganz kleinen gibt es die reizenden Advents­kalender, Himmelsuhren mit dem Sternzeiger ober Ad­ventshäuschen, die im Inneren erleuchtet werden. Da macht es nun riesigen Spaß, jeden Tag den Zeiger vor­zurücken oder ein Fensterlein zu öffnen — rückt doch damit der Weihnachtsabend immer näher.

Ein Ereignis ist es, wenn in diesen Tagen Mutter vorn verstaubten Speicher die verstaubte Schachtel mit dem Christbaumschmuck herunterholt. Die gute, nimmermüde beginnt bann jeden Abend nach getaner Arbeit zu kleben, kitten, leimen unb alles zu verschönern, was am Weih­nachtsabend den Baum schmücken soll. Sie macht es heimlich — daß die Kinder nichts davon merken. Doch welche Freude würde es den kleinen Bastlern machen, dürsten sie mithelseu! Nüsse vergolden, Tannenzapfen mit Silber Überziehen, aus dem Weißblech von Vaters Zigarettenschachteln nette Behänge schneiden nach Blumen- und Sternmustern ober gar nach eigener Phan­tasie, aus Watte luftige Schneeballen anfertigen, von dem längst aufgesparten Silberpapier der Schokolade­tafeln feine Silberftreifen zu Lamettapapier schneiden — das machen sie mit ihren geschmeidigen Kinderhänd­chen vielleicht besser als Muster. Ist ein kleiner Zeichen­künstler darunter, so mag er verblichene oder einfarbige Kugeln nett bemalen. Sehr hübsch sehen dicht mit kleinen Sternchen bemalte Kugeln aus, die entweder darauf ge= malt oder geklebt werden. Silber- und Goldsterne sehen immer hübsch aus und lassen sich leicht selbst Herstellen. Aus Kartonpapier werden Sterne geschnitten, die beider­seits mit Gold- oder Silberpapier beliebt und mit einem Aufhänger versehen werden. Der Schreibwarenhändler ist zur Weihnachtszeit ein sehr begehrter Mann; hat er doch viele schöne Dinge in seinem Laden, die der Her­stellung von Christbaumschmuck dienen. Mit einiger Phantasie lassen sich reizende Behänge anfertigen — zur Freude der Jugend.

O Seligkeit, wenn die Kinder dann auch bei den weihnachtlichen Bäckereien mithelfen dürfen! Mutter, laß mich ausstechen, betteBi schon die Drei- und Vier­jährigen. Ein Stückchen Teig, das sie selbst bearbeiten dürfen, ein eigenes Förmchen, das wir ihnen überlassen, löst Helle Freude aus. MU hochroten Wangen wird ge­rührt, geformt, gebacken — dabei plaudern sie vom

len sein, wenn ein großer Teil des geschäftlichen J bens weitergeht. Tausend fleißige Hände ihre behalten, ungezählten Familien die Existenz bleibt Frau von heute nimmt darum die guten Gaben h Mode freudig hin und verzichtet gern auf alle, hjW nicht bezahlen lann.

Sie empfindet beim strahlenden Licht der und Lampen die Schvnhe't der mühevoll ai- -gestatteten Schaufenster als eine befonfcj Leistung der Geschäfte, die auch in dieser Zeit be3 sind, die Wünsche ihrer Kundschaft nach Möglichkeit Z erfüllen. Ein feines farbiges Licht flammt auf Rot, Braun, Grün utid Violett sind die Grundtöne I diesem Farbenspiel. Erstaunt betrachten wir die Mäntel mit Pelzbesatz. Seal, Bisam. OpoM und Biber sckmücken Kragen, Stulpen und auch q3 den unteren Rand des Mantels. Wer ahnt, bajj jd braven Kaninchen der Kleintierzuchtvereine die beM denen Lieferanten dieser Modeherrlichlest sind! M 90 Prozent aller Pelze, bie diesen Winst, in den Handel lammen, stammen oon rJ ninchen. In den Ausstellungen der genannten eine läßt sich das genau feststellen. Ein be'onberJ Merkmal der neuen Mode ist außer dem Pelzwerk |J Aerrnel, ber' bie charakteristische Unruhe bes Modebi'dg zeigt. Er ist im allgemeinen eng gehalten, was ihn J boch nicht hinbert, an Schulter, Ellbogen unb JjanbJ lenk verschiedenartig wirkende Erweiterungen zu [ieben.1

Es möge für die Hausschneiberei auch Uj ein Wink gegeben fein, nämlich, baß man Plisees uni Volants, Bänber unb Schleifen am Kleibe geschmackvoll anbringen kann unb daß alter Schmuck aus Großmutter! Schatulle zu biefen Garnituren paßt.

Ein Kapitel für sich bilden bie neuen Hüte. jjfoJ trägt sie mit niebrigem Kopf unb breitem weichen Rum Bänber unb Borten, Blumen aus Sammet und Seihi steigen in neuer Verarbeitung als Hutschmuck aus Mvt> ters Raritätenkiste hervor, und auch die Straußfeder & solange in Seidenpapier eingewickelt in der Schubladeliz, beginnt, sich zu neuem Spiel zu rüsten. Schon lugt fn unter dem Hutrand hervor, und wer weiß, ob sie nW eines Tages als Pleureuse ihren Stammplatz auf den Hute zurückerobert. Besondere Vorliebe scheint man für die Kappe zu haben, die eng den Kopf umschließt tnfrl aus Filz ober Sammet gearbeitet wirb. Auch geftrift Kapven, eine Arbeit für fleißige Hände, sind sehr belitSt.

Nie hat die Mode sich mit weniger Zwang btiH gesetzt, wie gerade heute. Bindende Vorschriften gib! s| nicht. Die Modeberatung liegt bei uns selbst. 1

Die Frau in der Küche, j

— Gebratene Rehkeule mit Sahnensoße. Eine pt abgehangene Keule ober ein Stück davon wird geW-l tet, sehr dick gespickt und mit Pfesfer unb Salz k streut. Eine passende Bratpfanne ober Kasserolle «ti mit in feine Scheiben geschnittenen Speck ausgelefl^B Keule barauf gegeben, mit einigen feingestvßenen & I cholberbeeren unb einigen Bufterslocken bestreut unbtel Bratosep unter fleißigem Begießen gar gebraten. fW ber Hälfte Brotzelt fängt man an, ab unb zu eM Löffel bitte süße ober saure Sohne zuzufüllen uni m über bas Fleisch zu streichen Die Soße wirb burdjfflj Sieb gegossen, mit einem Löffel in etwas Sahne w auirltem Weizenmehl seimig gekocht, mit 10 Iropw Maggis Würze vollenbet unb neben bem Braten «■ richtet.

Sauerfrautbrühe zu verwenden. Die überschiW Brühe bes Sauerkrautes ist ein ganz ausgezeichnet»! Mittel, um Messing- unb Kupfergegenstänbe zu reinigt! Man reibt mit einem wollenen Tuch gut nach, j

Augustchen meinten leise: „Mama wir wollen heim.» „Hurra, Nikolaus", schreit ber vorlaute Karl, Karl broht ber heilige Mann, denk an bie Rubeln, die dM der Mutier eingekauft hattest und sie im Bach wegschwi»! men ließest." Karl macht seine großen Augen unb kridM schnell hinter den August. Zur Mutter gewendet. WW der Nikolaus fort: „Im Gang draußen habe ich ehMw vergessen, die beiden Großen können es einmal Die Mädchen mühen sich, den schweren Sack hereinzuNM gen. Schon sitzt der Karl rittlings drauf. Jetzt finb alle nicht mehr zu halten, sie jubeln und lärmen, M die Mutier sich die Ohren zuhält. Fest zu ist der 9 heimnisoolle Sack. Eigentlich sieht er genau so aus » die Kartoffelsäcke in der Scheune. Aber von innen! 9 was umständlich öffnet ber Nikolaus ihn. „Ohne BrN sehe ich nicht gut, bie Mutter kann einmal verteilest

Was ba alles zum Vorschein kommt: Für jeden ll feinverschnüries Päckcken unb noch eine bunte Tüte W Feigen unb Gebäck. „Für Hubert Becker. „Für Peter Lenz", für Karl Rost ufro. Eine M ckenmaschine, ein Bilderbuch, eine Tafel, ein HRalW s ^ür ben kleinen Dieter ein Holwäulcken. Jeder » Kinder nimmt feine Gaben strahlend in Empfang I verbeugt sich vor dem Geber. Karl tri egt noch eiW» Ohrenzupfer besonders Tina sitzt selig-stumm in ein<® - Winkel mit dem neuen Wufchelkopfpüppchen. Die melsvlätzcken duften so gut und munden viel, viel bM I als der Mutter ihre. August hat feine Tüte schon '* geleert als bie Besckerung zu Ende ging. Zuletzt gib* noch ein Halloh! Mit vollen Hänben wirst ber NikoM | Aepfel und Nüsse durch die Stube, daß es nur fo P1;' feit. Sofort entsteht eine tolle Balgerei. Bald wM es nicht ohne Ohrfeigen abgegangen. Nun aber JP Schluß. „Ihr lieben kleinen Gesellen, ich habe «*" Zeit mehr für euch. Vertragt euch unb macht euren L* fern Freube unb benft babei an bas Chriitkinb int nj- mel, bas euch bie große Freube bringen will "W Nikolaus arüßt noch einmal unb schreitet mit schwel Schritten bavon.

Nach einer Weile ziehen sie alle mit viel Speth» unb Begeisterung ab. Die Kerzen finb verlöscht unb. Lampe brennt. Navierschnißel, Kuchentrümmel. schalen liegen am Boben verstreut, sie tünben von WJ bem Geschehenen. Wir schaffen Drbnung. Auf einW kommt der Vater. Jubelnd springen bie brei Kinber W an ben Hals. „Vater, ben? nur, wer heute abend W war". Der Vater rät „bie Großmutter! sie schütteln Je energisch. Tante Emmy? Ein Lacken. Nein ietzt fen sie ihn nicht mehr raten. „Der Nikolaus!" kommt aber auch immer, wenn du nicht ba bist! Erzählen will garnickt enben.

Eine Stunde später lieaen sie ihren kleinen Betten Mit Lächeln auf den rosigen gen. Burck das Zimmer aeht ein feiner Duft von - .1 nengrün unb Kerzen Noch ein Sonntag, bann brei Abventslickter unb bann, bann müssen wir die ; , gen schließen vor all bem Licht. -

Annemarie HosenseliW^