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Freitag, 28. November 1930

Ming^UWamenWche Erledigung Die Reichsmark steht fest.

Geaen»

Der Reichsparteivorstand des Zen- trums, die gesamte Reichstagsfraktion in Ver­bindung auch mit der Preußenfraktion, vor allem Prälat Ulitzka haben ichon während der pol­nischen Wahlvoraänge und jetzt in den besonderen Beratungen ebenfalls alle nur erdenklichen Schritte unternommen, um die kommende Aktion des Reichskabinetts wirksam zu unterstützen. Hier kön­nen Proteste allein nichts helfen. Praktische Tat ist das entscheidende. Die deutschen Minderheiten ebenso wie die Grenzbevölkerung im Osten dürfen versichert sein, daß die gesamte Zentrumspartei ihnen mit allen Kräften zur Seite stehen wird, bis das volle Recht und die größte Sicherheit geschaf­fen sind.

* Zurückhaltung der preußischen Staals- minister von Festlichkeiten. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mitteilt, weist das preußische Staatsministerium in einem Rundschreiben noch­mals auf s"'nen Beschluß vom Ende vo«, Monats

fahr, daß heute so mancher Politiker, gleich welcher Partei, keine genügende Vorstellung von der Ab­hängigkeit haben, in der sich Deutschland we­gen der kurzfristigen Auslandsverschuldung befindet. Deswegen und weil es noch nicht möglich ist, vom Ertrage der eigenen Scholle zu leben, sind wir auf die Entwicklung eines großen Außenhan­dels und dadurch wiederum auf das wirtschaftliche Vertrauen des Auslandes angewiesen.

Je fester und entschlossener das deutsche Volk danach trachtet, durch SenkungderPrpduk- tionsk osten und Preise möglichst vor den anderen das andere Ufer zu ereichen, desto bes­ser werden seine wirtschaftlichen Zukunftsaussichten sein. Hier liegt auch vom Standpunkt des inne­ren Marktes aus, der die Tragfläche jeder gesunden Ausfuhr ist, also auch für die Landwirtschaft, Deutschlands besondere Chance. Auch die leiden­schaftlichsten Vorkämpfer einer Revision sind sich darüber klar, daß kein deutscher Revisionswunsch dahin gehen könnte, Schulden, die p r i v a t r e d} t- lichen Charakter tragen oder deren Gläubiger Private sind, nicht rechtzeitig bezahlen zu wollen. Was aus den Erörterungen über das sogenannte Moratorium oder die Revision auch werden möge, Deutschland wird seine privaten Schuidoerpflich- tungen ordnungsmäßig und bei Fälligkeit erfül­len. Je deutlicher wir die deutsche Unterschrift unter dem Poungplan als uns bindend anerkennen, um so wirkungsvoller können mir vondenBer- tragsgegnern fordern, was ihnen vertrags­mäßig obliegt. Man sollte darauf rechnen können, daß infolge wachsender Einsicht in die weltwirt­schaftlichen Gefahren der jetzigen Reparationsrege­lung das, was nicht bestehen bleiben kann, ge­ändert wird.

lep Tejftw^-le an Festlichkeiten größte Zurückhal­tung auferlegen sollen. So soll von dem Eintritt in Ehrenausschüsse für derartige Veranstaltungen im allgemeinen abgesehen und die Beteiligung von Behördenvertrctern an Tagungen, Kongressen und dergl aufs äußerste eingeschränkt werden. Es wird also eine mit Rücksicht auf die politische und wirtschaftliche gegenwärtige Lage in allem ge­botene Zurückhaltung empfohlen.

* Der Reichstagsabgeordnete von Kardorf ist operiert rootben. Wir erfahren, daß die Ope­ration gut verlaufen ist. Der Patient befindet sich den Umständen nach wohl.

Gegen das Schweif-Wedeln.

Reichspräsident von Hindenburg und die Stahl­helm-Huldigung vor Mussolini.

In weiten Kreisen der deutschen Oeffentlichkeit hat man mit Kopfschütteln die Reise einer deut­schen Stahlhelm-Abordnung zu Mussolini verfolgt. Im Stahlhelmlager selbst war man über die devoten Beifallsbeteuerungen und über die kri­tiklose Verhimmelung desFaschiS- m u s, die aus allen Reden und Erklärungen der Abordnung sprach, wenig erbaut.

Biele fragten damals, wie sich der Ehren- Vorsitzende des Stahlhelms, der deutsche Reichspräsident, zu dieser schwerwiegenden politischen Entgleisung stellen würde. Er hat jetzt seiner Abneigung gegen derartige „neue politi­sch e M e t h o d e n" scharf und unzweideutig Aus­druck gegeben. Er hat der Stahlhelmleitung mitgeteilt, daß er für derartige Reisen „keinerlei Verständnis" habe.

r01. ;“uu '-3 aufs neue t\n9 °biekt ive Erft ■ das volle Ser tr*” —

Reichsregierung und polnischer Terror.

Lem Antrag auf Abhaltung einer außerordentlichen Ratstagung, ber sofortige Absendung einer Protest-Rote. — Eine Zentrums« ilerpellation. — Ein nationalsoziMstischer Agitations-Antrag

* Hoover zur Bekämpfung des amerikanischen Verbrechertums. Die Umtriebe der organisierten Verbrecherbanden in Amerika haben einen solchen Umfang angenommen, daß sich jetzt Präsident Hoo­ver selbst offiziell geäußert hat. Der Präsident er­klärte, das Gewissen des amerikanischen Volkes er­wach«. Es bedürfe keiner, neuen Gesetze, sondern nur der energischen Anwendung der bereits be­stehenden. >

Der Moskauer Hochverrats Vrozeß.

Die angeblich geplante militärische Intervention des Auslandes.

wtb. Moskau, 27. Noo. (Eig. Meldg.). Inder gestrigen Verhandlung gegen die des Hochverrats angenagten Mitglieder der sogenannten „Jndustrie- partet" legten die Angeklagten Prof. Ramsin und Ingenieur L a r i t s ch e f f, wie die Telegra­phenagentur der Sowjet-Union meldet, in mehr­stündigen Ausführungen ein S ch u l d b e k e n n t « n i s ab. Nach diesem Bericht gestanden sie ein, Ver- Handlungen mit der englischen Oel-Jnteressenten- gruppe D e t e r d i n g, mit Oberst Lawrence und auch mit einem Oberst aus dem französischen Ge­neralstab gepflogen, zu haben, die eine milit ä- rische Intervention in Rußland zum Ziele hatten. Laritfcheff gab an, daß die F r- nanzierung der Industriepartei durch fran­zösische Agenten in Moskau in Höhe von etwa 1 Mill. Rubel jährlich erfolgt sei.

*

Rach dem Bericht des Zentral-Nachrichten- büros der Sowjetunion hat Ramsin über die Durchführung der geplanten Intervention fol- gendes ausgesagt: Die Hauptstreitkräfte würden Polen, Rumänien und die baltischen Länder liefern, außerdem werde man die hun­derttausend Mitglieder der ehemaligen Wrangel- Armee heranziehen. Man glaube, daß bei guter Belieferung der Armee und rascher Schlagkraft 600—800 000 Mann genügen würden. Die für die Intervention notwendigen Mittel sollten haupt­sächlich aus französischen und englischen Quellen fließen.

Die Sabotagetätigkeit sollte sich in erster Linie im Bereiche der Kraftwirtschaft abwickeln. In Aussicht genommen wurde die Zerstörung der Ueberlandzentralen von Moskau, Leningrad und des Donezbeckens. Gleich­zeitig wurden eine Reihe von Militärindustriebe­zirken ins Auge gefaßt, die im Augenblick der In­tervention außer Betrieb gefetzt werden sollten.

Als Z e i t p u n k t der Intervention fei zunächst das Jahr 1930 vorgesehen gewesen, da aber die Vorbereitungen bis zu diesem Zeitpunkt nicht be­endet werden konnten, habe man sie auf 1931 verlegt. Das fernöstliche Abenteuer habe man als Prüfung der Bereitschaft der Sowjetunion zu militärischen Aktionen gewertet. Für 1931 wurde

lichtesten eines deutschen Eingreifens stattgefunden.

Die Lage ist wirklich ernst. Wenn noch keine Beschlüsse über die Schritte der Reichsregierung ge­faßt worden sind, so kann das keinesfalls heiften, als würde die Reichsregierung nicht das Erforder­liche jo schnell wie möglich veranlassen sollen. Es handelt sich hier um einen bevorst--yenden diplo­matischen Akt von größter Bedeutung. Deshalb ist es notwendig, daß das Kabinett mit der erforder­lichen Sorgfalt das ganze Material prüft, das jetzt gesammelt wird, daß es den Bericht des deutschen Generalkonsuls in Kattivwitz, des Freiherrn v. Grü- nau, abwartet, der nach Berlin berufen worden ist.

Nach Artikel 72 der Genfer Konvention kann die Deutsche Regierung den Antrag stellen, daß in der im Januar tagenden Völkerbundsralssitzung die Vorgänge in Ost-Oberschlesien in Verbindung mit der Vergewaltigung des Deutschtums bei den letz­ten panischen Wahlen behandelt werden.

Au rüem hat das Reichskabinett die Möglich­keit, feine Beschwerden dadurch vorzubereiten, daß es bas Material über die Vorgänge in Ost-Ober- schiesien auf diplomatischem Wege den Mitgliedern des Völkerbundsrats zuleitet. Auch wird der Ge­danke zu erwägen fein, ob bei der großen Trag­weite, welche die von der polnischen Regierung un­terstützte Gewalthandlung der polnischen Insurgen­ten in Ost-Oberschlesien hat, es nicht notwendig wird, daß die Deutsche Regierung die alsbaldige Einberufung einer besonderen Ratssitzung in Gens veranlaßt, welche sich dann nur mit diesen ober- schlesischen Vorgängen beschäftigt, die eine fort­gesetzte Rechtsbeugung und Mißachtung der inter­nationalen Verpflichtungen durch Polen darstellen.

Schon hieraus ergibt sich mit aller Deutlichkeit der Ernst der Situation. Denn noch nie bisher hat sich die Reichsregierung zur Ergreifung solcher Mit­tel entschließen müssen.

Die Genfer Konvention gibt der deutschen Min­derheit in Ost-Oberschlesien überdies noch das be­sondere Recht, sich an das Dreier Komitee des Völ­kerbundsrats zu wenden, um die Ueberprüfung von Minderheitenbeschwerden vorzunehmen. Es ist durchaus möglich, daß die deutschen Minderheiten in Ost-Oberschlesien von diesem Recht Gebrauch ma­chen. Vorläufig haben sie einen anderen zweck­mäßigen Weg eingeschlagen, nämlich den der loka­len Beschwerde statt der internationalen. Aber wir haben wenig Hoffnung, daß dieser Schritt bei der Einstellung der polnischen Regierung irgendeinen Erfolg versprechen könnte.

Dasselbe gilt auch von der jetzt in der Oesfent- lichkeit vielfach erhobenen Forderung nach einer un­mittelbaren deutschen Demarche in Warschau. Hier wird erfahrungsgemäß die polnische Regierung so­fort antworten, daß es sich bei den polnischen Wah­len mit ihren Vorgängen um rein innerpolitische Ereignisse handele. Diese Begründung ist aller­dings nicht stichhaltig. Denn es ist doch bekannt, daß zu diesen Ereignissen auch jener Vorfall zu rechnen ist, bei dem bei einer polnischen Wahlkund­gebung und Straßendemonstration eine Puppe mitgeführt wurde, welche in die Uniform eines deutschen Offiziers gekleidet worden war und dann von den Demonstranten öffentlich verbrannt wurde.

In diesem Zusammenhang müssen wir ferner noch einmal darauf hinweilen, daß damals bei den unliebsamen Vorgängen in Oppeln, bei welchen eine polnische Theatertruvpe belästigt wurde, die polnische Regierung ebenfalls in Berlin vorstellig wurde, daß die preußische Regierung sofort den verantwortlichen Polizeipräsidenten strafversetzte, obwohl er alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatte und Ihm keinerlei Verschulden an jenen Ausschrei­tungen junger Heißsporne treffen konnte.

Das eine steht nun fest, was auch vom ganzen deutschen Volke verlangt wird, daß die Deutsche Regierung möglichst schnell die notwendigen Schritte in der ihr am zweckmäßigsten erscheinenden Form unternimmt. Die Erregung in den Kreisen der deutschen Minderheiten in Ost-Oberschlesien ist sehr groß. Sie fühlen sich — wenn auch zu Unrecht — zurzeit schutzlos und erhoffen schnelle und wirk­same Hilfe von der Deutschen Regierung. Wir hal­ben die Ueberzeugung, daß das Reichskabinett nichts unterlassen wird, um Polen zur Rechenschaft vor dem Völkerbundsrat zu ziehen, um den ge­schädigten deutschen Volksgenossen in Oberschlesien wieder zu ihrem Rechte zu verhelfen, um vor allem aber mit besonderem Nachdruck zu fordern, daß endlich der Dölkerbundsrat alle Maßnahmen er­greift, damit die durch die Verträge verbrieften Rechte der deutschen Minderheiten für alle Zukunft aesichert werden.

Dieser Schritt beim Völkerbundsrat hat welt­politische Bedeutung. Würde der Völkerbundsrat versagen, würde er sich wieder zu Ausflüchten be­quemen wollen, dann könnte die Deutsche Regie­rung mit vollem Recht zu weitgehenden Entschei­dungen, ja sogar unter Umständen zum Austritt aus dem Völkerbunds gezwungen werden.

Prof. Wyschinski, ehemals Rektor der Moskauer Universität, führt den Vorsitz ipt Prozeß gegen die sogenannten „In­dustrie-Saboteure".

Die russischen Ingenieure werden angeHagt, mit

Die ungeheuerlichen Vorgänge in polnisch Ost- Oberschlesicn, die maßlosen Terrorakte ,zumal in Hohenbirken, haben nun auch das gesamte Reichs­kabinett in einet besonderen Sitzung beschäftigt. Zuvor haben im Auswärtigen Amt und in der 'ei auch ♦pred» ien öfter hi« * '*»'

lUldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und denOandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.____

“omthd) wird erklärt: Präsident

.,vat sich, n> is seine auf deutschen iffUx ■rrf)en P Sunsch im September er- ^teDerbeh-mmn. aufs neue bezeugt, durch lung feister

C.N.B. Berlin, 27. Nov. (Eig. Itelb.) Das chskaöinett hat sich in feiner he igsen Racht- lng enffchlossen, auf die Einberufung einer ^ordentlichen Tagung des Völkerbundsrates der Angelegenheit des polnischen Welt-Terrors verzichten und dafür die Behandlung der pol- hm Terror-Akte gegen die deutsche Minderheit Ost-Oberschlesien auf der nächsten ord- ngsmäßigen Ratstagung zu verlangen, am 15. Januar beginnt. Dieser Entschluß hat ten Grund darin, daß die außerordentliche Ta-. . ttg infolge des schwerfälligen Verfahrens^ das die Völkerbundssatzung vorschreibt, ungefaßt in b i e Weihnachtszeit fallen werde. Prafk- lisch hätte ein Antrag auf Einberufung einer außer­ordentlichen Tagung die Vorverlegung d er Sanuartagung bedeutet. Das Reichskabiistett "'Ite vermeiden, sich einer Ablehnung auizzu- n, die der Wirksamkeit der deuffchen >Be- >erde nur abträglich wäre. Der Generalsekretär ;te nämlich erst das Einverständnis der tzsiats- ionen einholen. Unter diesen Umständen hat Reichsregierung es für richttger gehaltem, den 8 zur ordentlichen Tagung zu gehen«. Die utsche Note wird im Laufe des heutigen «es abgehen, voraussichtlich also morgen, nach

lt Eintreffen in Genf, veröffentlicht.- werden, toirb sich, damit der deutsche Schritt keine ögerung erleidet, Vorbehalte n„ die Ein- feiten der Vorgänge noch, nachzu- 9tn. Es ist anzunehmen, daß gl xichzeittg auch diplomatische Schritte eingeleitet wer- um der Beschwerde den notwendigen Nach- MNzu verleihen. Außerdem werden die Ereig- ?'sse in Pommerellen Gegenstand einer elenderen Beschwerde der deuffchen Minderheit W der sich die Reichsregierui'g gewissermaßen ^ Nebenkläger anschließt. B^ide' Beschwerden komm" nUn *m Januar gemeinsam vor den Rat

Der Aus wär t i g e A us s chu ß des R eichs- lfs ist für Dienstag, 2. Iiezember, zusammen- usen worden. i

Eine Erklärung Lalonders.

Eg. Präsident der gemischten Kommission für ‘‘Welten übergibt derr Presse folgende Mittei- .,Iu der Presse ist ein’ an mich gerichteter of- ^rtef veröffentlicht worden, in welchem .T? ^Nullung meine r Pflicht ermahnt werde. ' leye Mich Nicht veranlaßt, darauf irgend etwas Die de utschen und die pol- Lvs n Minderheitenr haben auf meinen mkL 1 et5 öähle,u können. Im gleichen werde ich ers ucht, dahin zu wirken, daß . Ich - O b e rs ch s, e s ie n an Deutsch-

H r uckgegelgen werde. Diese, das g'W des Präsidenten der Kommission ver- ■oumutung roe jfe ich mit Entrüstung zu- re letzjge @rei^,e ist die selbstverständliche '°Se meiner Mission."

erwo rben, und es ist verständlich, daß er sich ge- gen'iille Kundgebungen verwahrt, die ihn als Sach- walt'er der einen oder der anderen Partei in Ans pruch nehmen. *

- Der Zentrumsabgeordnete Ulitzka hat mit l lnterstützung feiner Fraktion im Reichstag folgende Interpellation eingebracht:

In den letzten Wochen hat die Hetze polnischer Kreise gegen die deutschen Minderheiten in Ostoberschlesien in erschreckendem Maße zugenommen und sich zu unerhör­ten Terrorakten gesteigert, ohne daß wirksame Gegen­maßnahmen der polnischen Regierung sichtbar gewor­den sind. Die Bedrängnis der betroffenen deutschen Min­derheiten ist bis zum äußersten gestiegen und die Em­pörung über das Verhalten Polens gegen Deutsche, das eine schwere Vergewaltigung des Naturrechts und eine Verletzung der durch Verwöge verbrieften Rechte in sich schließt, tm deutschen Volke ist ungeheuer groß. Wir fragen die deutsche Reichsregierung, was sie gegenüber den oben erwähnten Vorgängen unternommen hat bezw. noch zu tun gedenkt, um dem schwer verletzten deutschen Volkstum Genugtuung zu verschaffen und der Verge­waltigung der deutschen Minderheit in Polen vorzubeu­gen.

Die Polen geben eine Darstellung der Vorgänge, die von der deutschen Auffassung erheblich abweicht.

*

Im Reichstag ist ein nationalsozialisti­scher Antrag eingegangen, in dem die Reichs­regierung ersucht wird, umgehend die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um aus dem Millio­nen h ee r der männlichen Arbeits­losen einen freiwilligen Grenzschutz von mindestens 100000 zur Abwehr pol­nischer Uebergriffe längs der heutigen deutsch-pol­nischen Grenze auszustellen.

Ein Befolgen dieser Anregung würde die Lage der Deutschen in Kongreßpolen nicht erleichtern, sondern nur noch mehr gefährden. Die­ser Antrag entfpringt nicht politischer Einsicht, son­dern nationalistischer Besessenheit.

• *

Einer Kattowitzer Meldung des „Tempo" zu­folge soll der tn Hohenbirken von den Polen schwer mißhandelte Vertrauensmann der Deutschen Katho­lischen Partei, Neugebauer, seinen Verletzungen er­legen sein. Nach einer späteren Meldung lebt der Mann noch. *

wtb. Warschau, 27. Nov. (Eig. Meld.) In das deutsche Heim in Thorn drangen gestern gegen %6 Uhr abends drei Polen em und Überfielen 3 dort sitzende Deutsche. Einer der Gäste wurde niedergeschlagen und verletzt, während die beiden anderen sich zur Wehr setztett. Unterdessen drangen von der Straße weitere Polen in das Lokal und demolierten die Inneneinrichtung: Stühle, Tische und Kronleuchter. Die Polizei machte dem wüsten Treiben ein Ende und verhaftete eine Person. Bemerkenswert ist, daß sich schon vor acht Tagen etliche Personen vor dem Deutschen Heim einfanden und die Außenbeleuchtung zertrümmer­ten, damals jedoch von einem Ueberfall absahen, da, wie sie erklärten, es sich diesmal nicht lohne, weil nur ein Deutscher im Lokal anwesend sei.

K-i» den Besprechungen mit den Parteiführern k 'L-r Reichskanzler, der am Dienstag feinen 45. tir staq begehen konnte, wie das „B. T." er- W nochmals hervorgehoben, daß er, wenn ir- Et?möqlid), das Finanzprogramm auf parlamen- K&em Wege erledigen wolle. In diesem Falle £2/her Reichstag wahrscheinlich bis zum 2 zember versammelt bleiben.

Eine Rede Dr. Luthers.

K*. Berlin, 27. Nov. (Eig. Meld.) Auf der heu- itan Tagung des Reichsverbandes der deutschen ^dustrie führte Reichsbankpräsident Dr. Luther folgendes aus: Wenn noch jemand an »er Festigkeit der d eu t s ch e n Währung „zweifelt hat, dann müßte ihm die gegen« torfige Krise, in der die Wirtschaft notleidet und Misch alles in Gährung ist, die Reichsmark ,ber fest steht, eines besseren belehrt haben. Mele von den nach Zahl und Kapitalbedeutung Verschätzten Kapitalflüchtige in den kritischen Wo- (tat nach der Reichstagswahl haben inzwischen Stellt wie schlecht sie spekuliert hatten. Die 7 alte Reichsmark hat 7 wahrlich nicht fetten Zähre durchgehalten und sie wird noch viele Male 7 Jahre durchhalten.

Wenn in der gegenwärtigen Not immer wieder Gedanken auftauchen, die in der Mißachtung jeder geschichtlichen Erfahrung neuartiges Geld fchaffen wollen, so wird dabei übersehen, dgß die Zeche derartiger Experimente von der deutschen Wirtschaft, d. H. vom deutschen Volk, be­zahlt werden müßte. Es besteht die große Ge-

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt .«e im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag elf (AO der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: lettuna 1152. Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151 ::