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hervor, die uns besagter Herr Kircher unter dem 21. No­vember zuschickte:

„Unwahr ist, daß der nationalsozialistische Fäh- rer des Fuldaer Landes in einer Versammlung auf die Frage: „Was würden Sie tuen, wenn der Papst den Nationalsozialismus verbieten würde" prompt ge­antwortet habe: „Ich würde aus der katholischen Kirche austreten."

Wahr ist vielmehr^ daß i ch (also Herr Kircher. D. Schriftl.) nie eine solche Aeußerung getan habe, weder in einer Versammlung noch in privater Unter­haltung.

Josef Kircher,

Bezirksführer der Kreise Gersseld - Fulda - Hünfeld."

Herr Josef Kircher, der sich uns damit als beamteter Bezirksführer im Fuldaer Lande oorstellt, war so — wir wollen einmal sagen — liebenswürdig, uns die Veröffent­lichung dieser „Berichtigung" zuzumuten. Wir haben herzhaft gelacht. An ihn ist wirklich nicht gedacht wor­den, als man feststellte, daß der Führer der Nazi im Fuldaer Lande den in dem Artikel „Positives Christen­tum" angeführten Ausspruch in einer öffentlichen Ver­sammlung getan hat, sondern an Herrn Kommunalland­tagsabgeordneten Jordan. Und diese Feststellung kann nicht dadurch unschädlich gemacht werden, daß der „Ful­daer Beobachter" schimpft und nach der Zentrumsjugend mit Schmutz wirft. Wir haben keine Furcht, wie die Nazi-Führer anzunehmen glauben. Wird aber Herr Jordan den Mut haben, zu der Antwort zu stehen, die er im vergangenen Winter in einer von Herrn Kircher geleiteten nationalsozialistischen Ver­sammlung in Hünfeld einem Mitglied des Fuldaer Windthorstbundes gegeben hat? Wir warten darauf, und enthalten uns vorläufig jedes Urteils. Sollte Herr

Jordan leugnen, daß er den Ausspruch getan hat, so kann er nicht mehr mit Schimpfkanonaden auf die ihm von der Zentrumsjugend gemachten sachlichen Vor­würfe antworten, sondern muß den Wahrheitsbeweis für seine Behauptung antreten. Wir sehen einem Beleidigungsprozeß mit Ruhe entgegen.

Zum Schluß sei noch bemerkt, daß wir den Kampf nicht ausgenommen haben aus Freude am Krakeel, son­dern weil wir nicht dulden dürfen, daß der k a t h o l. Volksteil durch den Nationalsozialis- mus zersetzt wird. Darum sei den nationalsozia­listischen Ver-Führern gesagt:

Auf Euren dunklen Pfaden der Irreführung beut- schen Jungvolkes werdet Ihr an uns einen jederzeit be­reiten Gegner finden, wir werden nicht untätig zu­sehen, wenn nationalsozialistische Kolonnen die junge Freiheit zertrampeln.

Freunde und Kameraden!

Dem deutschen Volke und seiner freien Zukunft unser Herz und unsere Hand!

Einer wirklichen deutschen Volkspolitik unseren opfer­bereiten Dienst! Ihren Feinden unseren Trotz und un­seren Kamps!

*

Die Art, wie der „Fuldaer Beobachter" auf einen sach­lichen Vorwurf reagiert, ist bezeichnend für die ungeistige flegelhafte Kampfesweise der Nationalsozialisten. Statt sich mit einem politischen Gegner in ehrlichem Geistes­kampf auseinanderzusetzen, wie es sich für deutsche Volks­genossen, die das Beste für ihr Volk wollen, geziemt, werfen sie mit Dreck. Grundlos beschimpfen sie ihre Gegner, wie es jetzt wieder einmal bei der Hetze des „Fuldaer Beobachter" gegen die „Fuldaer Zeitung" zu beobachten war. T

Es gibt also keine Dekadenz andenSchulen?

Protest gegen „Biedere Oberprimaner-.

Die Veröffentlichung des Aufsatzes „Biedere Oberprimaner" hat in den Kreisen der Schüler er­freulicherweise eine viel lebhaftere Aussprache her­beigeführt, als man erwarten durfte. Erregte Proteste vieler und vorsichtige Zustimmung ein­zelner konnte man feststellen. Auch der „Fuldaer Anzeiger" stellte sich durch zwei „Eingesandt" auf die Seite der Protestler. Die meisten sind für die „mittlere Linie". Zunächst geben wir noch einem ehemaligen Schüler des Fuldaer Gymnasiums das Wort. Er schreibt uns:

Wenn ich auch selbst der „Schulrute" seit einem hal­ben Jahr entwachsen bin, glaube ich der Schule doch noch soweit verbunden zu sein, um zu der „Primaneraffäre" Stellung nehmen zu können.

Zunächst einige Einzelheiten: Sehr richtig hat einer der Fuldaer Primaner festgestellt, daß der anrüchige Aus­flugsbericht nur der Ausfluß einer ganz individuellen, nebenbei gesagt keineswegs zu verteidigenden Anschau­ung fein kann, der wohl kaum die Empfindung der ganzen Klaffe darstellt. Was das fehlende Interesse für Natur­schönheiten anlangt, so habe ich selbst als Schüler in dorti­ger Gegend die Beobachtung machen können, daß meine rheinisch-westfälischen Kameraden mit überschwänglichen Gefühlsäußerungen recht sparsam waren, ohne daß ihnen deshalb inneres Empfinden abging. — Persönlich halte auch ich Burg Stolzenfels nicht gerade für einen der anziehendsten Punkte am Rhein. Wie man sich endlich nur auf Grund der Aufnahme dieses Ausflugsberichtes in das Anstaltsjahrbuch ein Urteil über den an der Anstalt herrschenden Geist erlauben kann, erscheint mir zum min­desten unersichtlich. Ich führe dies nur an, um darzutun, daß es unangebracht ist, sich an Einzelheiten des Berichtes zu stoßen, wie das einige Einsender taten; denn ihre Kritik läßt sich ohne allzu große Mühe analysieren. Viel wichtiger scheint es mir, auf den Kernpunkt der Sache, die Worte des Herrn Pater Esch, einzugehen, der nach meiner Meinung doch ein sehr hartes Urteil über unsere höheren Schüler fällt. Ich verkenne nicht, daß die heutige Zeit mit ihren vielfachen Auswüchsen auch solche in Schülerkerisen gezeitigt hat. Es geht aber doch wohl nicht an, auf Grund einiger etwa vorhandener Mißstände, wie z. B. ein allzu feuchtfröhlich verlaufener Ausflug, übrigens, was wäre der Rhein ohne Wein? wohl kaum mehr als die Fulda, also auf Grund solcher Auswüchse von einer unmoralischen Dekadenz zu reden.

Ganz abgesehen davon, daß es in der „guten alten Zeit" sehr beliebt war, sich in Schülerverbindungen zu­sammenzufinden und dort dem Spießertum in Reinkultur zu huldigen, eine Erscheinung, die bei unserer „dekadenten" Jugend fast ganz verschwunden ist,

vermögen doch auch die Schüler von heute noch Spuren von Idealismus aufzubringen. Um diese Behauptung zu belegen, muß ich allerdings höchst pharisäischer Weise an die Abiturienten von 1930 des Fuldaer Gymnasiums erin­nern, die auf den angestammten Kommers (sprich Sauf­gelage) verzichteten und nicht ohne Widerstände einen Unterhaltungsabend statt dessen durchführten, dessen Er­trag der Anstalt zugewandt wurde. Daß dieser Fall nicht vereinzelt dastand, konnte ich seitdem mehrfach feststel­len. Auch lassen sich die Pflege des V. D. A.-Gedankens, ein paar Beispiele anzuführen, doch wohl kaum mit einem dekadenten Spießertum vereinbaren. Wenn man auf ein­zelne Entgleisungen gestützt unsere höheren Schüler in Bausch und Bogen verdammen will, so dürfen wir auf der anderen Seite wenn auch nur sporadisch verstreute Vorzüge zu unserer Verteidigung heranziehen.

Ich halte es für untragbar, wenn sich eine Zuschrift im Blatt der Jugend an die Worte Pater Eschs an» schließen kann, denn damit stellt der betreffende Einsen­der uns allen und nicht zuletzt sich selbst das größte Ar­mutszeugnis aus. Wenn wir Anwandlungen im Sinne Pater Eschs an uns bemerken, gilt es, fie tatkräf- tig zu beseitigen; mit einem fatalistischen Einge­ständnis derselben jedoch oder einer selbstgefälligen Be­urteilung unter dem Gesichtswinkel der Jugendbewegung und der etwa damit verbundenen Abstinenz, wie dies ge­schehen ist, ist nichts erreicht. .

Endlich faßt noch ein Oberprimaner des Gym­nasiums feine Ansicht in folgende Zuschrift zu­sammen:

„Der Aufsatz: „Biedere Oberprimaner", den das Blatt der Jugend vor einiger Zeit brachte, sollte zu einer Aus­sprache über die zugrunde liegenden Fragen anregen. Die Beteiligung an der Auseinandersetzung war bis jetzt ge­ring. Diese schwache Beteiligung könnte die Folge zweier Ueberlegungen fein.

Zunächst sind hier in Fulda die Verhältnisse sicherlich anders. Der größere Teil der Fuldaer Oberprimaner sieht sich also anscheinend nicht veranlaßt, zu dem Aufsatz Stellung zu nehmen, weil er sie nicht berührt. Zweitens bezweifele ich, ob die Erörterung über Fragen, die zu­nächst eben nur höhere Schüler angehen, in der Oeffenl- lichkeit stattfinden darf. Ich glaube, daß die wenigsten Leser der Fuldaer Zeitung tiefer auf den Inhalt der ein­zelnen Artikel eingehen, und fie daher leicht zu einer fal­schen Auffassung über die Zustände an höheren Schulen kommen können. Ob das Ansehen der höheren Schüler dadurch nicht vermindert wird?

Nach meiner Ansicht liegen dem Artikel „Biedere Ober­primaner" zwei Fragen zugrunde: 1. Zu welchem Zwecke sind die Wandertage eingerichtet? und: Wie

Dies war auch sehr beschwerlich, wir hatten Mehl, Salz und Zucker bei uns und konnten doch unsere Last nicht ins Wasser legen.

Gegen Morgen tarnen wir an einen Wald. Wir waren total erschöpft. Die Mücken hatten uns unter­wegs blödsinnig gemacht.

Im Wald stand das Wasser leider auch so hoch, daß wir bis an die Knie einsanken.

Wir tarnen nun auf die Idee, auf einen Baum zu Nettem. Hier banden wir unsere Sachen an die Hefte und versuchten zu schlafen. Die Augen fielen uns vor Müdigkeit zu, aber Tausende von Moskitos umschwärm­ten uns und ließen uns nicht zur Ruhe kommen.

So quälten wir uns den ganzen Tag. Am Abend aber zogen wir bann wieder den Sternen nach.

Wir umgingen den nicht großen Wald. Aber es war überall dasselbe Bild: die gleiche Ueberschwemmung. Wir versanken wieder bis zu den Knien im Wasser.

Der nächste Tag fand uns abermals mit geröteten Augen im Baume sitzend, in unaufhörlichem Kampf mit den Moskitos.

In der folgenden Nacht gelangten wir an ein kleines Wäldchen, das im trocknen lag. Es erschien uns wie eine kleine Insel in der allgemeinen Ueberschwemmung. Wir atmeten auf und legten unsere Sachen ab. Die eben er­wachte Sonne erstrahlte in einem Glanze, wie wir sie noch nie gesehen zu haben glaubten. Ein Schimmer von dieser Herrlichkeit leuchtete auch in unseren Augen, als wir uns unserer nassen Kleider entledigten und uns unserer Nacktheit freuten wie die Indianer.

„Jetzt werde ich uns Pfannkuchen backen!" rief Ernst und entzündete schnell aus dürrem Holz ein Feuer.

Ich reichte ihm die Pfanne, und er rührte mit gro­ßer Geschicklichkeit den Teig aus Mehl und Wasser zu­recht und gab Fett dazu. In dieser Zeit hatte ich meine Flinte gereinigt und schickte mich an, unsere kleine Insel zu umgehen.

Etwa hundert Meter von unserem v"oer «ntfernt erblickte ich einen Fischotter, welcher mi'. . yoften

Fisch im Fang ans Land flieg. Der Otter sah mich aber auch, bevor ich zum Schuh kam. Er verschwand wie der Blitz. Dor Schreck lieh er den Fisch am Lande zurück.

Das war gute Beute. Ich nahm den,Fisch und ging weiter. Das Jagdglück war mir hold. Mit zwei erlegten Feldhühnern und einer Ente kam ich schon nach einer Viertelstunde auf der anderen Seite zurück., ,

Auf dieser Insel hielten wir drei Ruhetage. > Jede Nacht fing ich einen Fuchs in dem mitgenommenen Tellereisen, und am vierten Tage brachen wir, neu ge­stärkt, zur Weiterwanderung auf.

Gegen Mittag wurde das Wasser immer seichter, und bald halten wir bas Ueberschwemmungsgebiet hinter uns.

Am Abend schliefen wir in einem Walde beim Rauch­feuer, und am folgenden Tage stießen wir sogar wieder auf einen festen Fahrweg.

Wir glaubten uns vor Verfolgung sicher und beschrit­ten darum ruhig diese Straße. Unterwegs begegneten wir einem berittenen Kreolen. Wir suchten uns durch Gesten verständlich zu macheun, da mir noch kein Wort Spanssch sprachen. Er bedeutete uns, daß wir bei der nächsten Wegbiegung ein Haus sehen würden, wo wir essen könnten, er selbst käme gleich nach.

Im Rancho dieses Posteros') wurde uns zuerst der Mate — Derba-Tee in der Hülse einer kleinen Wild­kürbisart, den man durch eine silberne ober gewöhnliche Melallröhre in den Mund saugt — angeboten.

Der Male ist eine Art Friebenspseife auf dem Kamp. Man lutscht die Hülse leer, der Gastgeber gießt wieder heißes Wasser auf den Tee und kredenzt ihn dem Nach« ften.

Inzwischen langte auch der Postero an und bereitete uns einen köstlichen Spießbralen.

(Fortsetzung folgt.)

*) Viehhüler, der weitab von der Estanzia einen Vieh­bezirk behütet.

Springorum sich im sozialen Tonfall übte. Nun wohl, er kündigt den Abbau der Subvenlionspolitik an! Aber das ist nicht viel und vor allem: das ist kein echtes Opfer. Denn was sind Subventionen anderes als Geschenke des Staates an bestimmte Unternehmen, die sich so auf Kosten der übrigen Wirtschaft ihr Gedeihen sichern? Eben des­halb sind fie sogar verwerflich; denn sie sind fehlgelei­te t e s K a p i t a l. Aber die wirklichen Opfer wurden von den anderen verlangt. Unter der Devise: Unkosten- s en k u n g. Sie ist notwendig, daran ist kein Zweifel. Aber Unkostensenkung darf nicht nur Lohn­abbau heißen.

Viel wichtiger wäre es, erst einmal den eigenen Be­trieb wirtschaftlicher zu gestalten. Ja wirtschaftlicher! Wozu zum Beispiel die ganz künstlich gehaltenen In­landspreise der Kartelle — von der volkswirtschaftlichen Verschwendung durch die niedrigen Auslandspreise ganz zu schweigen —, welche, um auf dieser Höhe zu bleiben, fortwährend Investitionen notwendig machen, die man sonst rationeller verwenden könnte? Auch hier wie­derum wird Kapital fehlgeleitet und auf Arbeitgeberseite ist doch von nichts mehr die Rede als von der zu kurzen Kapitaldecke und von der Notwendig­keit der Kapitalbildung.

Ohne Opfer auf allen Seiten ist aus der gegenwärtigen Lage nicht herauszu­kommen; aber mit einem Kuhhandel über die Opfer, die die einzelnen zu bringen haben, kommen wir ganz gewiß nicht heraus. Das Opfer, das die 140 000 Ber­liner Metallarbeiter bringen, darf von der anderen Seite nicht als so selbstverständlich fjingenommen werden. Nach dem einstimmig angenommenen Schiedsspruuch wird deren Lohn ab 15. November um 3 Prozent, ab Januar um 8 Prozent gesenkt. Freilich ein Verzicht, der erst auf staatliche Intervention hin zustande kam. Wie un­endlich versöhnend müßte es wirken, wenn die Arbeit­geber von sich aus, also freiwillig, ohne erst staatlichen Eingriff abzuwarten, das Beispiel sozialer Führerschaft geben und aus wurzelhaster Volksverbundenheit heraus, den Blick auf das Wirtschafts g a n z e gerichtet, sich zu echten Opfern entschließen würden.

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26. November

Beilage zur Fuldaer Zeitung

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Morgendämmerung.

.. etjt Geheimnis ist die Stunde,

renn zwischen Licht und Nacht die Sterne bleichen, tain von verträumten Zweigen Tropfen fallen,

** £Q[ sich dräuend dichte Nebel ballen nb Tag und Nacht zum Gruß die Hand sich reichen.

Et leisem Schritt die Frühe wandert.

Doch birgt sich unter Schweigen heißes Ringen, «je stille Seelen, die im Kampf sich winden,

1 Finsternis den Weg zum Licht zu finden. Kill Morgendämmerung die Nacht bezwnigen.

Lom Schöpfungshauch geweihte Stunde! t xJjj geben reckt sich, das im Traum verloren.

Licht^l bricht und braust aus goldnen Pforten.

Die Stunde singt mit tausend Siegesworten: ^Triumph! Es ist ein neuer Tag geboren!"

Theodor Pröpper.

sprecht nicht soviel von Opfern, Tb".: sondern bringt sie!

Das „Neue Reich" veröffenllicht folgende beherzigenswerte Auffdrderungen an die wirtschaft­lich führenden Kreise in Deutschland:

Kürzlich gab es mehrere bedeutsame Kundgebungen -er großen deutschen Arbeitgeberverbände, fast gleichzeitig togte der Reichsrat. Man mußte hoffen, daß die Mrsschastsführer" endlich sich der ganzen Größe ihrer Aufgabe in dieser Stunde bewußt und in diesen düsteren Seitlauften das befreiende Wort finden würden. Der glaut sann hier nur wenig ausrichten, das bloß komman­dierte Opfer, das er herbeizuführen vermag, hat kaum eine heilende Kraft. Die hat nur der freiwillige Entschluß, und diesen hätte man von den Wirtschafts- Wrern erwartet. Aber was bekam man nun von der Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, von der Düs- selborfer Tagung des Langnamoereins und der Nordwest- »ruppe Erhebendes zu hören? Das Wörtchen Opfer, gewiß. Besonders in Düsseldorf, wo Generaldirektor

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Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oec publ. Joseph Sauer- Fulda.

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„Wir müssen fliehen. Nur so können wir uns noch retten!"

Am nächsten Tage gingen wir beide zur Station und von dort aus zu einem Deutschen, der, wie rofr gehört hatten, schon vierzig Jahre in Südamerika lebte, aber erst vor zwei Wochen in die hiesige Gegend ge­kommen war.

Piehl war der Typ des altdeusschen Biedermannes. Seine Frau war eine Kreolin, die khm zwei Kinder ge­schenkt hatte. Alle waren sehr freundlich.

Nach einem bescheidenen Imbiß klärten wir unseren Landsmann über unsere Absichten auf. Wir baten ihn dann, er möge den Türken ins Vertrauen ziehen, da­mit er uns seine Karre schicke, um unsere Koffer zur Station zu bringen.

Piehl hals uns denn auch, wie wir gewünscht hatten

In derselben Nacht noch schafften wir unsere Koffer an die Station. Dann gaben wir Piehl Geld, damit er den Weitertransport an meinen Freund in Buenos Aires besorge.

Erst am anderen Morgen gelangten wir wieder in unseren zu Wasser gewordenen Traumpalast an. Wir schliefen den ganzen Tag.-----

Gegen Abend aber brachen-wir auf: Marschroute Paraguay — Wegweiser die Sterne.

Aber ach, wir hatten lange die Brücke passiert und irrten in dem jenseitigen Kampfgelände umher, ohne eine trockene Stelle zu finden.

Wir wateten bis an die Knie im Wasser. Der Fluß hatte auf dieser Seite scheinbar ein viel größeres Gebiet überschwemmt als auf der anderen.

Wohlleuchteten uns nach wie vor die Sterne, so daß wir nicht von der norgenommenen Richtung abkamen, aber der Weg wurde durch das Wasser immer be­schwerlicher.

Zuweilen versank einer von uns bis an die Knie 'n einem Ameisenbau, so daß ihm das Wasser bis an die Hüften stieg. Dann mußte ihm der andere den Rucksack mit den schweren Sachen abnehmen.

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In der letzten Nummer des „Blatt der Ju­gend" hatte einer unserer Mitarbeiter berichtet,

baß der Führer der Nationalsozialisten im Fuldaer £anb auf die Frage: „was würden Sie hin, roerm btt Papst den Nationalsozialismus verbieten würbe?“, prompt geantwortet habe: „Ich würde

aus der katholischen Kirche austreken!“

Unser Mitarbeiter hatte dieses persönliche Erlebnis aqesührl, um zu erhärten, daß gegen den National­sozialismus, der wie eine schleichende Seuche ins Volk bringt und auch das katholische Volk mit seinen der katholischen Auffassung in jeder Hinsicht widersprechenden Ideen zu erfüllen sucht, eine klare und entschiedene Front gebildet werden muß.

Man ist es gewöhnt, daß die Nationalsozialisten jede ihnen unangenehme Feststellung damit abzutun suchen, baß sie diese zu einer „gemeinen Lüge" stempeln. Der „Fuldaer Beobachter" macht hier keine Ausnahme. Er erwidert in der frechen Tonart, die man von ihm er­warten muhte, mit einem Artikel: „Eine gemeine Lüge btt „Fuldaer Zeitung".

„Mit dem achten Gebot hat es die Zentrumspresse noch nie genau genommen. Der Zweck heiligt bei ihr jedes, aber auch jedes Mittel. (Gegen diese beleidi­genden Wendungen wird man zu gegebener Zeit das einzig richtige Mittel anwenden. D. Schriftl.) Daß biefe Lügen nicht vor der persönlichen Heruntersetzung bes christlichen Nächsten zurückschrecken, beweist eine recht derbe Lüge, die die „Fuldaer Zeitung im „Blatt bet Jugend" unter Duldung des Schriftleiters Dr. Sauer den geduldigen Lesern vorzusetzen wagt. Es heißt hier in einem Artikel „Positives Christentum" (18. November) wörtlich: „In einer Versammlung ant- wortete der nationalsozialistische Führer des Fuldaer Landes auf die Frage: „Was würden Sie tun, wenn b« Papst den Nationalsozialismus verbieten würde?" prompt: „Ich würde aus der katholischen Kirche aus- tttien.*

Sir stellen fest, diese Behauptung ist von An- f«"9 bis Ende erlogen. Der Führer des

Fuldaer Landes hat nie in einer Versammlung eine solche Aeußerung getan. Die ganze Behauptung hat der Schreiberling des fraglichen Artikels frei er­funden und scheut sich nicht, mit einem solchen Mittel den politischen Gegner zu bekämpfen. Bei den alten gerissenen Füchsen der Zenttumsjournaille nahmen wir solche Kampfesmittel für alltäglich hin. Daß nun auch die Zentrumsjugend sich dieser Waffen bedient, ist eine der traurigsten Erscheinungen in der „Er­ziehungsarbeit" des Zentrums."

Da haben wir es wieder einmal, die lügenhafte Zen­trumsjugend kämpft gegen die ehrlichen Verfechter des Nationalsozialismus mit den schmutzigen Waffen der Lüge und Verleumdung — denken jetzt die auf ihr Leibblalt eingeschworenen Leser des „Fuldaer Beobach­ter". Mögen sie ruhig so denken. Den Lesern des „Blatt der Jugend" wollen wir aber einmal diese na­tionalsozialistische Richtigstellung etwas näher erläutern, da fie den Versuch einer groben Irrefüh­rung der öffentlichen Meinung darstellt.

Zunächst sei die Frage erlaubt: „An wen denken Sie, wenn man vorn „nationalsozialistischen Führer des Ful­daer Landes" spricht? Ohne Zweifel an Herrn Kom- munallandtagsabgeordneten Jordan aus Fulda. Die­sen meinen auch wir, wenn wir vom Führer der Nazi in unserem Bezirk sprechen. Der „Fuldaer Beobachter" schreibt nun aber nicht klipp und klar, daß Herr Jor­dan den von unserem Mitarbeiter mitgeteitten Aus­spruch nicht getan hat, sondern er schreibt: „Der Führer des Fuldaer Landes hat nie in einer Versammlung eine solche Aeuße­rung getan." Der mit 6>m Parleiapparat der Na­tionalsozialisten nicht vertraute Leser glaubt ohne wei­teres, dieser Führer sei Herr Jordan, der „Fuldaer Be­obachter" aber denkt an den beamteten „Bezirks- Führer der Kreise: Gersfeld-Fulda-Hünfeld", Herrn Jo­sef Kircher aus Hünfeld. Daß das keine leere Ver­mutung von uns ist, geht aus folgender „Berichtigung"

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Mi Jumpet, Flieget und Zöget | in Süd-Ametika.

Von Bernhard Schroeder-Wiborg.

Copyright by Fischer Verlag, Berlin.

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Der Majordomo empfing mich persönlich. Als ich ®^6as Hochwasser klagte, nahm er die Sache lehr »Sie können fa beide sehr gut bei einem anderen mithelfen!" meinte er dann sehr liebenswürd:g. J-So. ja", fagte ich kühl, denn ich erkannte immer wen ich vor mir hatte.

aRübe trat ich dann den Rückweg an. Als ich «n- y "ancho erblickte, war das Wasser noch höher ge- n'ogen. Ernst stand im Eingang, er sah finster aus.

habe an meine Braut geschrieben, daß sie nicht *'en,er kommen soll, es hat keinen Zweck!"

haft recht, sie würde hier nur zugrunde gehen!" fr 05 hast du bei dem Majordomo ausgerichtet?" ’w8*3 Ernst, sich zu mir wenden.

„So gut wie nichts! Er will uns zu Handlangern m^ren Siedlern machen!"

9°^} fort"Ernst entrüstet, „dann wollen wir lieber Ma'^an dachte ich auch schon, aber bann wird der - -röomo verlangen, daß wir die zwei Pferde und die «>w-'ne bezahlen!"

„Und wenn wir es nicht tun," fragte Ernst dagegen, **tt« nicht können?"

Ien"fi^nn m*rb uns der Majordomo die Polizei auf O^en 5 hetzen. Dann wird es ans übel genug cr- j»Su magst recht haben", sagte Ernst, „es gibt hier Gerechtigkeit für Lo"^jr»mde. Was fangen wir

M Entlarvt!

Cer „Fuldaer Beobachter" weift auf eine sachliche Feststellung nur mit wüstem Geschimpfe und dem versuche einer groben Irreführung der Oeffentlichkeit zu tmlroodetL — Will Herr Jordan ernstlich leugnen? — Wir fürchten den Kampf nicht.

So sehen nationalsozialistische Richtigstellungen aus.

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