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zu

Dr. K. Bergmann.

ter enden können.

grau gezeichnet sind.

fang prophezeit.

K.-St.

Grüne Heringe

Kranz, jeden Sonntag leuchtet ein Licht mehr. Kein bunter Schmuck sonst — gerade in seiner Einfachheit wirkt der Adventskranz aL ernster Vorbote des fröhlichen und schillernden Christbaums.

Und es ist, als ob er Abend für Abend alle zusam­menriefe. Er lockt sie in den Familienkreis, die Jungen, die sonst das Vielerlei von ernsten und fröhlichen Veran­staltungen draußen hielt, die allzu Eifrigen, die nie Feier­abend machen wollten. Der Raum schließt sie ein, und der Duft der Tannen und der Glanz der Adventslichter stimmen ihre Seelen auf einen Ton. Gemeinschaftsfüh­len macht reich und beglückt. Frohe Gesichter beugen sich über eine Handarbeit und leuchten aus der Sesselecke am Ofen. Ein Buch liegt da und wartet. Wen seine Arbeit am ehesten freigibt, der nimmt es; und da trägt eine helle, ruhige Stimme die Zuhörer heraus aus ihrem Tag und ihrem Erleben in fremdes Land und fernes Ge­schehen. Die Christuslegenden, die uns die schwedische Dichterin Selma Lagerlöf geschenkt hat, sind's vielleicht — eines von den vielen schönen Christgeburtspielen — oder gar von Felix Timmermanns, der unseres Heilands Erdenankunft und alle Begebenheiten jener bedeutsamen Zeit in die Gegenwart und ins Flandernland verlegt und sie so anschaulich und lebendig zu gestalten wußte, daß wir sie nicht lesen, sondern ergriffen als etwas Neues erleben. Auch sein kleines Büchlein „Das Tryptichon von den Heiligen Drei Königen" paßt gut zur Abendlektüre im Advent.

Vielleicht hat auch ein Weihnachtsbild sich in den Raum gefunden; eines von Schiestl oder Bachlechner mit den natürlichen und frischen, heiligen Gestalten, die derb sind und dennoch zart, eines, das wir liebhaben müssen in seiner Echtheit und schlichten Innigkeit. Möglich auch, daß geschickte Finger einen Adventsengel aus Holz ge­schnitzt und fein bunt gemalt haben; der trägt ein Licht, und das leuchtet über einen Fichten- oder Tannenzweig vor einem Weihnachtsbild.

Weihnachtsvorfreude, Schmuck und Feierlichkeit im Raum! Was er ausstrahlt, leuchtet herein in unsere Her­zen, stimmt sie ernst und froh, und leitet hin zum Eigent­lichen und Wesentlichen des Weihnachtsfestes. Kommt, singt mit mir unser frohes Adventslied:

Freu dich innig — denn gekommen ist die schöne, gol­dene Zeit, die zum Tröste aller Frommen Gott von An-

Das Atter des Geflügels

Einige Anhaltspunkte für die Hausfrau.

Internationale kath.Frauenliaa.

Einige Monate nach dem großen Kongreß der In­ternationalen Liga katholischer Frauenverbände, der die­ses Jahr in Rom stattfand, traf sich der Vorstand in Ba­sel, um die Arbeiten der kommenden Vierjahresperiode festzulegen. Man richtete zehn Studienkommissionen ein, die die verschiedenen Gebiete studieren und die nächste Arbeitsgemeinschaft vorbereiten sollen. Diese wird 1932

Hochzeitsmustk erklangen (cantibus organis), fang die Jungfrau in ihrem Herzen allein dem Herrn ein Sieb." Gemeint war, wie man sieht, nicht ein wirklicher Ge­sang, sondern ein stilles Lobpreisen Gottes. Das Volk aber verstand es anders; es dachte an ein lautes Singen. Dazu tarn gleichzeitig ein zweites Mißverständnis: Man übersetzte „organis", das lateinische Wort für „Musik­instrument" mit „Orgel" und aus der Vermischung bei- der Irtümer ist bann ber von ber hl. Cäcilie als „Er­finderin der Orgel" entstanden. Es war der größte Kir­chenkomponist aller Zeiten, Palestrina, der Kapellmeister an St. Peter in Rom, der eine „Bruderschaft der hl. Cacilia" zur Pflege des Kirchenliedes ins Leben rief. Pius IX. baute sie aus zu einer Hochschule und stiftete, zunächst für deren vier Leiter, 1847 den Cäcilienorden.

Nicht weniger häufig ist die hl. Katharina, deren Fest auf den 2 5. N o v e m b e r fällt, in der Kunst ge­feiert worden. Auch hier gibt die Lebensgeschichte zu­nächst wenig Anlaß dazu. Nach ber Segenbe soll bas Rad, mit dem sie gemartert werden sollte, verbrochen fein und bei ihrem Martertod (im Jahre 307) fünfzig Philosophen, anstatt sie zu überreden, durch ihr helden­haftes Beispiel, sich bekehrt mit ihr haben hinrichten las­sen. So wurde sie denn in der Kunst mit Rad und Büchern als Sinnbildern der Gelehrsamkeit dargestellt. Bekannt ist das Bild Masaccios, wie sie mit Philosophen disputiert. Ueberbies feierte man sie nicht nur als Schützerin ber Gelehrten, sondern auch der Beschaulich­keit überhaupt. So malte sie, d. h. ihre Verlobung mit dem Jesuskind, Memling. Filippino Lippi, Correggio, Paolo Veronese. In ber Katharinenkirche zu Branden­burg und im Kreuzgang von St. Pauli zu Leipzig fin­den sich ganze Zyklen aus ihrem Leben nach der Le­gende bargestellt. Komisch, baß ausgerechnet ber Tag bie» fer „Patronin ber Gelehrten" in Süddeutschland auf ben vielen „Katharinen-Kränzchen" bie Jugend zum Tanze lockt, deren Liebschaften allerdings schon fünf Tage spä-

Dle Frau im Beruf.

Rationalisierung nnb Personalabba«.

Frau Ministerialrat Dr. Helene Weber richtete als Vorsitzende des Reichsfrauenbeirates der deutschen Zen­trumspartei an den Herrn Reichspostminister ein Schrei­ben, bas sich mit bem in biefem Winter drohenben A b- b au weiblicher Hilfskräfte bei der Post befaßte. In aller Anerkennung ber Notwenbigkeit einer wirtschaftlich höchsten Leistungsfähigkeit ber Reichspost müssen Entlassungen vermieden werden, die für ben ein­zelnen eine ungewöhnliche Härte, für ben weiblichen Ar­beitsmarkt eine neue schwere Belastung bedeuten wur­den. Man wird bei der jetzigen Notzeit versuchen müs­sen, das Tempo ber Rationalisierung zu mäßigen, um ben Abbau von Menschen zu oerhinbern. Eine vor- üdergehenbe Herabsetzung bes Leistungsmaßes bes Per­sonals, vermehrte Einrichtung von Weiterbildungskursen, Ausscheiden verheirateter Beamtinnen durch Wieder­gewährung von Abfindungssummen u. a. könnten dabei Hilfe sein.

Es ist nicht immer leicht das Alter des Geflügels zu erkennen, trotzdem gibt es einige Merkmale und An­haltspunkte, die die Hausfrau beachten fällte: Junge Hühner haben an den Füßen weiche Schuppen, der Sporn ist noch klein und leicht biegsam. Die Schuppen glänzen. Der Kamm ist dünn, frischrot und leicht bieg­sam. Alte Hühner zeigen gerade die gegenteiligen Merk­male. Die Füße fühlen sich rauh an, die Schuppen sind hart grau bis gelb und nicht mehr glänzend. Der Kamm ist dick, angeschwollen und unbiegsam. Ebenso läßt sich beim alten Huhn der untere Teil bes Schnabels nicht mehr biegen. Ein junges Rebhuhn hat hellgelbe Füße und ein weiches Federkleid. Heitere Rebhühner fallen schon durch die gelbbraune Färbung ihrer Füße auf, das Federkleid ist dicht und hart. Rauhe Füße, ein starker Schnabel und feine Federn sind das Kennzeichen einer alten ©ans, alte Tauben besitzen meist rotgefärbte Füße, während die Füße junger Tiere blaßgelb bis hell»

Iieb an dich.

on Franz Cingia.

— die Abendschatten schweben is stille Tal herein.

it deinem warmen Leben ich nicht so einsam fein.

Händen will m, greifen »rch deinen lieben Blick tiefsten Seele streifen, — > du und mein Geschick.

■ die innersten Gedanken Verlangens voll nach dir. m schweben nah und ranken teilen dort und hier.

»he Wartezeit.

)t immer ist Warten eine frohe Sache.

. icht schon empfunden? Man braucht nicht einmal mit vielen nervösen Leibensgenossen bn Vorzimmer beim Zahnarzt zu sitzen. Nur wenn man ta» Ziel seiner Erwartungen genau kennt und seines Eintreffens ganz sicher ist, kann das Warten freudenvoll E *@0 beschert uns jedes Jahr die schönste und froheste Wartezeit, die uns Christenleuten überhaupt werden kann: die Adoentszeit — die Wartezeit aufs Christkind, gmft klingt uns zwar des Rufers Mahnung: „Bereitet den Weg des Herrn! Machet eben feine Pfade!" Und gmft fordert auch diese Zeit in unserem Willen und Stre- fien ber Vorbereitung auf das hohe Erwartete. Aber es nnüt auch eins der schönsten Adventslieder: „Freu dich D dmigl Denn gekommen ist die schöne, goldene Zeit!" Warum diese Wartezeit an sich schon so freudevoll ist, das spare ich auszusprechen. Wie wir aber die tiefen Freuden, die sie still bietet, ans Licht holen, ausnutzen und anderen zugänglich machen können, darüber — glaube ich — ließe sich's schon ein bißchen plaudern.

Ich meine, es müßte so sein, daß alle Glieder einer Familie schon die Adventszeit kaum erwarten können. Da hängt in der Wohnstube um die Lampe der Advents­kranz — Waldduft und die Wärme des tiefen Grün find jum Schmuck ins Heim getragen. Vier Kerzen trägt der

iir unfai ÄMMtltM?

. 269

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Tls

21. November

Elisabeth — Cäcilie—Katharina

kennen wir wohl die sechs Fresken und sieben

damit

An Vater wird belehrt

Mund

Liebe,

WWß

hi

Rundbilder im Elisadethgang der Wartburg, auf de­nen Moritz Schwind die Heilige dargestellt hat, wie sie die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit ausübt, Noch erhabener als die Elifabethgestall in Richard Wag­ners „Tannhäuser" ist der Gehall des gewaltigen Elisa­beth-Oratoriums von Franz Liszt, das 1867 beim 800- jährigen Wartburg-Jubiläum aufgeführt wurde. Aehn- lich wie bas vor einigen Wochen erschienene Elisabeth- Buch von Fr. Ioh. Weinrich, gibt es vollendet das We­sen der ersten deutschen T er 11 a r i n wieder, die­ses „sichtbar gewordene Heimweh und Ewigkeitsverlan­gen der ganzen Erde".

Weniger nahe steht uns das Leben der heiligen (Säctlia, deren Tag auf den 2 2. November fällt. Nur durch ein Mißverständnis ist diese Heilige zur Pa­tronin der Musik geworden. Ihre ältefte, aus dem 9. Jahrhundert stammende Lebensbeschreibung, die auf noch ältere Legenden zurückgeht, weiß nichts von dergleichen. Sie besagt nur, daß die Jungfrau Cäcilie, altrömischem Adel zugehörig, im 3. Jahrhundert gelebt und aus Liebe zu Gott noch am Hochzeitstag von der ehelichen Verbin­dung mit einem Heiden zurückgetreten und bann den Martertod gestorben sei. So wurde sie denn auch im ganzen Mittelalter nur als jungfräuliche Blutzeugin ver­ehrt. Erst gegen Ende des 15. Jahrhundert finden wir, und zwar zuerst in Deutschland, die Vorstellung, wie sie uns durch das berühmte Bild Raffaels geläufig ist: bie Heilige von Seligen umgeben, zu Füßen Triangel, Streichinstrument und Tamburin, in den Händen die kleine Orgel, dem Gesang himmlischer Chöre lauschend. Herder hat wohl als erster 1783 beantwortet, wie diese Vorstellung entstanden fein mag. In ber genannten Le- bensgeschichte heißt es: „Während die Instrumente der

ohne die ein Kind nicht gedeihen kann. Das bißchen Güte, an dem wir teilhaben, wenn wir mit den Jungen jung sind, und um bas wir uns jämmerlich betrügen, wal­ten wir uns diesem Natürlichsten verschließen."

„Ich liebe mein Kinb", knurrte er verdrossen.

„3a, lieben es auf Ihre Weise. Wer die kleine Anni steht im Schatten ihres harten Pflichtenzwanges und ver­dorrt dabei. Das Gespenst „Schule" läßt sie bei Tag und bei Nacht nicht los. Sie in Ihrem blinden, ehr­geizigen Wahn der Selbstlosigkeit denken nur: Wie bringe ich das teure Schulgeld für den nächsten Monat auf? Wie erschwinge ichs, das Kind noch in eine Stubien- versicherung einzukaufen? Ja, und wie mache ichs nur möglich, dies und das für die Ausbildung zu erübrigen? Nun überlegen Sie doch, ob ich nicht recht habe, wenn ich sage, daß es Ihrem Kinde noch an unendlich vielem mangelt, um ein wahrhaft kindliches Kind zu werden."

Er schwieg betreten. „Ich weiß nicht," zögerte er, „was Sie eigentlich wollen. Behandle ich die Anni nicht gut?"

„Das wissen Sie besser als ich. Aber das fühle ich: Anni hat Angst vor Ihnen. Und es könnte wohl fein, daß jenes Fünkchen Liede, deren ihr kleines, verschlosse­nes Herz noch fähig ist, plötzlich ganz erlischt. Glauben Sie nicht, daß ein Kinderseelchen grau wie ein Novem­bermorgen fein kann? Und wenn aus dem Morgen nun ein Tag, ein Jahr, ein langes, bitter beladenes Le­ben würde? Das Zarteste, was es gibt, ist das Gemüt eines Kindes. Alle Eindrücke, die fonigen, wie die trau­rigen, behält es und läßt sie niemals wieder los. Es wird da ein Buch angelegt, von dessen Vorhandensein hur die Gedankenlosen nichts wissen wollen."

„Und was raten Sie mir, soll ich tun?"

„Habe ich es Ihnen nicht eben gesagt? Seien Sie nicht Staatsanwalt, seien Sie Vater! Fordern Sie keine Rechenschaft, wo es keine abzulegen gibt. Halten Sie die Anni nicht im Polizeigewahrsam der „PsG "id rechnen, Sie ihr lieber nick mehr so oft die ßeijiei in

„Wundervoll", lächelte ich, „jedoch, was Sie tun, ist noch nicht genug."

„Nicht genug? Na hören Sie mal!" Sein blieb in zornigem Staunen offen.

„Nein, es fehlt eine Kleinigkeit: das bißchen

55

Die Feste dieser drei Heiligen sind die einzigen Licht­punkte in diesen trüben Novemberwochen. Keine Frau bes Mittelalters ist uns Deutschen so vertraut, wie diese heilige Landgräfin von Thüringen, deren Fest mir am 19. November begehen. Von ihr gilt, was man von dem hl. Franz gesagt hat: Sie ist die Heilige der Katholiken wie der Protestanten. Wenn schon Papst Tregor elf Tage nach ihrer Heiligsprechung sie der Kö­nigin Beatrix von Kastilien als Beispiel hinstellte, wenn noch zu ihren Lebzeiten die geistesmächtige Mechthild oon Magdeburg meinen konnte, Gott habe die hl. Eli­sabeth zur Besserung der „oerbosten Christenheit", be­sonders der verkommenen adeligen Damen auf den Rit­ierburgen gesandt, wenn dementsprechend zu dem Elisa­beth-Grab in Magdeburg nicht weniger gepilgetr wurde As nach St. Jakob in Compostella — was Wunder, wenn bereits nmittelbar nach ihrem Tode der Grund­stein zu dem herrlichsten Bauwerk frühgotischen Stils luf deutschem Boden gelegt wurde, zur Marburger Elisabethkirche. Auch die Bildhauer begannen schon damals, die Heftige darzustellen. Eden in der Marburger Kirche lehnt an einem Pfeiler das Standbild der jungen Frau mit sanftem, ergebenem Gesicht, in let Linken ein Kirchenmodell haltend, mit der anderen chond einem Bettler Almosen spendend. Eine noch schö­nere Elisabeth-Figur sah ich in der Elisabeth-Kapelle des Breslauer Domes, die ihresgleichen nur findet in den vollendeten Werken der Malerei, angefangen von den hiber nur zum Teil erhaltenen Glasgemälden der Mar- burger Kirche, über die Schule von Giotto, Fra Ange- m0, Botticelli, über Memling, Wohlgemut, Holbein und I* *®iHo bis zu Führig und Fuge! in neuerer Zeit. Am

Ein Zeitbild von Peter Lee.

lieber Freund", sagte ich einem, der feine Zehnjäh- «it Harte erzog, um sie beizeiten fürs Leben „fest" en, wie er es ausdrückte, „lieber Freund, wenn nur um Sie Handelle! Aber es handelt sich in Linie um Ihr Kind! Sie wissen ja gar nicht, um lemel Sie sich bringen, wenn Sie fortfahren, so strenge ^regeln der Anni gegenüber anzuwenden."

sah mich groß an. „Ein junger Mensch gehört /*?n ma* in wachsame Zucht. Ich bab’s nicht anders er« ! ?ren an mir. Vater ließ uns nichts durchgehen. Er nnte nicht nur unerbittlich, er konnte manchmal auch °taus°m fein. Wenigstens empfanden wir Kinder es so." „Wenigstens 'tnpfanben Sie es so, hm. Ich möchte einen, daß diese (Erinnerung wie ein Wolkenschatten auf

Sugenblanb lasten müsse."

, »Phrasen, mein Lieber. Das Leben ist zumeist un» Feinb. Unb wir haben weder das Recht ivi? h- ^°3lichkeit, diese Tatsache zu leugnen, indem bte Augen zumachen. Wer sich nicht frühe genug

1 e,. reft unb sicher durch feine Jahre zu gehen, der hat nüfif • r $U büßen. Ein Kind, aber kann für sich allein Jorgen; also müssen wir Eltern es tun. Haben Sie

uuch dagegen etwas einzuwenden?"

Sie reden ja an dem Kern der Sache vorbei. ^ wiederhole, es ist nicht gut, wenn noch der Erwach- f .,an die Erziehungsgrundsätze seiner Ellern mit Bit- > da ö^ückdenkt. Eltern und Lehrer sollten sich hüten, Urteil der Ungerechtigkeit von ihren Kindern und Innern sprechen zu lassen."

' .e ' 'men Sie", brauste ber Mann auf, „können mir .. erstellen, ungerecht zu (ein! Tue ich nicht r i* ?.ein 3ch habe kein großes Einkommen, mch bin bemüht, meiner Tochter eine gute Schul- h die beste, bie es für sie geben kann zu lassen! („Angedeihen", sagte er unb blähte ioh, öen’9 *n erregter Genugtuung.) Ich versage I en, auch ben bescheibensten Wunsch; alles für bas •1 ,s ßch im Wissen bas Kapital erwerben soll, bas ,n runber Münze nun mal nicht geben kann."

in ber Schweiz tagen unter bem Hauptthema „D i e Durchbringung de. Erziehung in Familie und Gesellschaft mi. christlichen Grund­sätzen gemäß der Enzyklika Papst Pius XI." 1934 soll dann wieder in Rom ein offizieller Kongreß abge­halten werden, der sich mit der Erziehung der Jugend befaßt.

Entsprechend dem vorzubereitenden Thema wurden die Kommissionen unter folgenden Gesichtspunkten gebildet: Verteidigung des Glaubens; Stellung der Frau in der Familie als Gattin, Muter und Hausfrau; Er- ziehungs- und Schulfragen; die verschiedenen Gebiete beruflicher Frauenarbeit; Stellung ber Frau im öffent­lichen Leben; Frauen- unb Iugenbschutz u. a. Das be­deutet bei der Verschiedenheit ber nationalen Gegeben­heiten ein vielseitiges unb interessantes Stubium.

Als Arbeitsprogramm mürben zunächst be­schlossen: bie religiöse unb liturgische Erziehung, Schul­fragen, Organisation ber Jugend, Aktivierung ber Land­frauen, ber Arbeiterfrauen, Mitarbeit ber Akabemikerin- nen. In ber Arbeit bes Kampfes gegen die Entsittlichung steht verantwortlich Generalsekretärin Elisabeth Zillken, für bie staatsbürgerliche Erziehung setzt sich Frau Mi­nisterialrat Dr. h. c. Helene Weber ein.

Die Vorstandssitzung nahm ferner Berichte entgegen, über die Internationale katholische Woche in Genf und über die Tagung der Caritas catholica in Basel, besprach die Notwendigkeit katholischen Einflusses auf das Radio, die Gefahren russischer Handelsverträge wegen ber Fol­gen des sowjetistischen Dumping.

Die nächste Sitzung wird im Mai 1931 in Warschau sein.

Die Bildungskommission des Katholischen Deut­schen Frauenbundes hielt am 8. und 9. Novem­ber im Hedwig-Dransfeld-Haus in Bendorf a. Rhein eine Tagung ab, bei der Dr. Edith Stein, Speyer, über die Grundlagen der Mädchenbildung sprach.

ihren Diktatheften nach. Das Kind empfindet sie nach­gerade als halbe Vergehen. Ich kann mir denken, daß sie diese Fehler nur aus Angst macht. Sie kommt aus ihrer pemvollen und unruhigen Besangenheit nicht mehr heraus. Wie soll dabei ein Kopf klar bleiben! lieber« legen Sie mal, wie es um Ihre berufliche Arbeit bestellt märe, menn Sie die tagtäglich unter dem Druck ewiger Besorgnis vor Ihrem Vorgesetzten verrichten müßten. Ich befürchte, Ihr Chef würde sich das nicht lange mit ansehen. Unb, schließlich, hätte ber Mann nicht recht?"

„Wenn mans so ansteht ..."

„Eben!"

„Aber bas Kinb muß doch etwas lernen!"

„Unb soll auch lernen. Aber alles zu feiner Zeit. Aus ber anberen Seite steht bas Vergnügen."

„Anni ist nicht so leicht zu erziehen."

„Wunbert Sie bas? Sie meinen, sie mit Ueber» bürbung leiten zu können? Sehen Sie sich das Kind doch an: blaß, nervös, verschüchtert. Nur ber Mutter vertraut es sich an."

„Sie wissen gut Bescheid."

„Dazu gehört nicht viel: nur zwei Augen. Sagen Sie, warum räumen Sie Ihrer Frau in Erziehungs- bingen fo wenig Rechte ein?"

„Sie sprechen ba von etwas, was ich für mich be­halten wollte. Sehen Sie, bie Mutter hält zur Anni, nicht zu mir. Sie bedauert und tröstet, wo ich unnach­giebig bin. Sie zerstört hinter meinem Rücken, was ich mühsam aufgebaut habe. Weiberkram paßt nicht in mein Programm."

„Programm nennen Sie einen lebenden Prozeß! Kann man eine junge, lichtoerlangende Seele modeln nach einem Programm? Jawohl, modeln kann man sie, Sie können es; aber bilden, lieber Freund, bilden können Sie sie nicht. Und welch ein Unrecht, Ihrer Frau so etwas wie Sabotage zu unterstellen? Ihre Frau hält zu Anni, nicht zu Ihnen? Sie sind Egoist, und dieser selbstherrliche, dieser duckmäuserische Egoismus verleitet Sie zu unverzeihlichen Torheiten. Nehmen Sie es mir nun krumm ober nicht, das soll mir gleich bleiben: Sie, Herr Haustyrann, sind auf dem besten W-" '» Ihrem pädagogischen Privatgärtlein eine Wüstenei, aus C!;r:r

Irische grüne Heringe ju kochen.

• Die Fische werben geschuppt, ausgenommen und ge­waschen, mit Salz bestreut, in Essig getaucht unb 10 Minuten in Salz wasser gekocht. Mit rohem geriebenen Meerrettig bestreut, reicht man biefes wohlschmeckende Gericht mit einer Tunke.

Irische grüne Heringe zu backen.

Sie werden wie üblich hergerichtet, bann in Zitxfe nenfaft, Salz und Pfeffer gewendet, mit Mehl beftreat ' und in gelber Butter gebraten. Feiner ist es, statt Mehl zu nehmen, den Fisch erst in geschlagenem Ei zu wälzen unb dann in geriebenem Zwieback, dem man Muskatblute untermengte, zu wenden und bann zu backen.

Gebratene grüne Heringe

werben in einen Topf ober in eine Schüssel gelegt. Mit Pfefferkörnern unb zwei Lorbeerblättern kocht man Essig, den man nach seiner Säure abschmeckt, auf, läßt ihn erkalten, schüttet ihn über die Heringe, schneidet einige Zwiebeln hinein und stellt die Bratheringe einen bis zwei Tage hin, um sie gut durchziehen zu lassen. In der Schale gekochte, abgezogene Kartoffeln bilden eine gute Beilage, doch kann man auch Brot dazu reichen. Nach einmaliger Probe wird man dieses Gericht oft und gern wieder zubereiten, da es äußerst schmackhaft und wohlfeil ist.

Junge Ehe. „Findest du nicht auch, Eduard, daß die Schafe furchtbar dumme Tiere sind?" — „Ja, mein Lämmchen!"

Rote HSnde oder brennend rotes Gesicht wirken unfein. Ein »trllames Mittel dagegen ist die kühlende, reizmildernde und schneeig-weihe Creme Deodor, auch als herrlich duftende Puder- unterläge vorzüglich geeignet, lleberraschender Erfolg, Tube 1 Mk., wirksam unterstützt durch Leodor-Edelseife, Stück 60 Pf. 3n allen Ehlorodont-Derkaufsstellen zu haben. SBortriegspreife !

Ehe ein aus Erziehungsgrundsätzen bös zusammenge­stümpertes Flickwerk zu machen. Sie suchen Klüfte, wo keine sind. Sie mißachten ein Mutterherz, als lästiges, nebensächliches Ding — Sie sind ja der Papa. Unb bann wunbern Sie sich in grollenbem Beleibigtfein, baß es trotz allen Fleißes, trotz allen Drills mit ber Anni nicht vorangeht! Ich habe Sie im starken Verdacht, daß Ihnen die Erziehungsmittel wichtiger sind als das Erzie­hungsobjekt."

„Sie haben kein Recht, mir für meine Offenheit mit Grobheiten zu danken."

„So feien Sie doch endlich froh, einmal eine ehrlich« Stimme zu hören!"

„Ebenso ehrlich wie anmaßend."

„Ich suche wirklich nichts darin. Sie zu kränken. Ich halte Sie für einen rechtschaffenen Menschen, aber eben, in Erziehungsfragen, für keinen sehr besonnenen Kopf. Sie wollen das Beste und bewirken bas Gegen­teil. Wohin, in aller Welt, soll bas hinaus! Stoßen Sie bie Fenster auf, bie Ihres väterlichen Herzens!. Und lasten Sie Luft unb Licht auf das vergrämte Geschöpf» chen! Zutrauen! Um Zutrauen müssen Sie werben, hören Sie? Unb Hand in Hand mit Ihrer Frau sorgen Sie mir für die Anni — noch besser: Nehmen Sie das Kind in die Mitte! Da gehört es hin. Güte und Nach» sicht — was für Binsenwahrheiten, Mann! — im Verein mit einer maßvollen Strenge sind eine gar herzliche Arz­nei, die beste, die Ettern und Schulmeister haben."

„So mag Ihnen bie Anni danken," sagte er mit be­legter Stimme, „wenn bie Kur angeschlagen hat. Denn vorläufig halte ich meine Methobe noch nicht für bie schlechteste." •

Er sprach bas sehr mübe unb tauchte grauen, versorg­ten Gesichts in der staubigen Asphaltstraße unter. ' Jn- beffe-. wollte er sich mit seiner verlegenen Bemerkung wohl nur einen Rückzug becken: Ich sah es ihm an, baß er sich geschlagen fühlte.

Und sah's an Annis Wangen, die leis aufzublühen begannen wie bie lieblichsten Röslein am bürren Juni- strauch.