NILS
Vellage zur Fuldaer Zeitung
A. D.
und sozial ist.
viel
Ne Haltung der Fuldaer Wmaner
bandelt und leben d'es beute au* ein.
und dabei so bedauerlich danebenhauen, nehmen wir Ihnen nicht übel. Sie haben sicher nur unüberlegt ge- Wir verzichten
„positives Christentum^.
Mit eindrucksvoller Geschlossenheit stand an» 14. Sep- . be, die junge katholische Generation Zentrum. Sie bewies damit, daß sie gewillt L 6ic Gemeinsamkeit ihrer Weltanschau- »na auch >m Politischen zum Ausdruck zu bringen. Nicht L oberflächlichen Worte maßloser Agitatoren vom Miß- der Religion, nicht tiefgeistige, theoretische Erörterungen über das Verhältnis von Religion und Staat vermögen die Entscheidung dieser Stunde zu erschüttern. Politik ist uns angewandte Weltanschauung- ßeute mehr denn je soll unsere Weltanschauung hu Vordergründe der Politik stehen, sie soll immer und ffletofl sichtbar werden in unserem politischen Tun, sie soll zeigen, daß wir nicht durch unverantwortliches Treiben geschäftiger Emporkömmlinge und besoldeter Funktionäre, sondern mit reinem und uneigennützigen Wollen dan Staate dienen wollen. Das beseitigt das Wort von te „Futterkrippenwirtschaft der da oben".
Wer warum sollen wir die katholische Weltanschauung so politisch stark Herausstellen? Ist es nicht außerordent- sich beruhigend, wenn außer der Linken alle übrigen Parteien einen christlichen, sogar einen positiv christlichen Staat verlangen? Aber gemach, was heißt christlich, was heißt sogar positiv ch r i st l i ch? Verschwommener Begriff, Agitationsmittel: es gehört noch zum guten Ion Christ zu sein; es ist einfach und klar, ein schlagender Beweis, wenn man dem guten Bürger feine Denkweise nicht noch mehr kompliziert und ihm sagt, daß rechts das Christentum und links der Sozialismus sei. Christentum ist nicht an eine Gesellschaft oder Partei gebunden. Christliches ist rechts und links. Wer unter proletarischer Jugend saß, mit soziali-
sende und abertausende von Zeitungen und Zeitschriften schlimmsten Heidentums auf den Markt wirft, das ist Alfred Hugenberg, Ker Führer einer christlichen Partei. Die Heuchelei jener Gefellschaftsfchicht die sich aus Herkommen, Zweckmäßigkeitsgründen und zur Unterscheidung von den Proleten christlich nennt, im privaten Leben aber nicht im Geringsten daran denkt, christlich zu leben, ist gefährlicher und verwerflicher als der offene Kampf eines Kommunisten. Christentum ist gehaltlos, ist Tünche geworden, Reklame fürs Geschäft, es hat keine Stoßkraft mehr in der Politik, weil kein Wille dahinter steht.
katholische Jugend, es ist das Gebot der Stunde, die scharf umrissenen, klaren Grundsätze unseres katholischen Christentums rücksichtslos in der Politik zur Geltung zu bringen.
Wir spüren, daß das uns den großen Schwung gibt. Wir wissen aber auch, daß jene Geschlossenheit, die uns die Kirche gibt, befähigt, das omnia instaurare in Christo (alles erneuern durch Christus). Wir haben am 14. September die Pflicht zum gemeinsamen Einsatz erkannt. Uns beirren nicht die spärlich zusammengetragenen Argumente verbissener und böswilliger Radikaler. Das Unwesentliche berührt uns nicht. Bilden wir eine klare und scharfe Front. Ein neuer Staatsabsolutismus ist auf dem Wege; wie eine heimliche Seuche schleicht der Nationalsozialismus ins Volk, auch in katholische Kreise. Ist es da nicht notwendig, daß wir eindeutig den Primat der Religion auch in der Politik verkünden, daß wir jeder die katholische Staatsauffaffung zerstörenden Häresie den Zugang zum katholischen Volke verwehren. Ein Beispiel: In einer Versammlung antwortete der nationalsozialistische Führer des Fuldaer Landes auf die Frage: „Was würden Sie tun, wenn der Papst den Nationalsozialismus verbieten würde?" prompt: „Ich würde aus der kathol. Kirche austreten." Also erst Nation und bann katholische Kirche; die Kirche Dienerin des Staates. Gewiß, darum auch keine konfessionelle Schule, kein Konkordat. Ihr guten Bürger denkt, bitte, einmal! Sagt, was dünkt euch um das positive Christentum der Nazis? Habt ihr nicht gegen die Partei, die seit ihrem Bestände für die Rechte eurer Kirche eingetreten ist, eine besondere Verpflichtung? Fühlt ihr euch nicht der Partei verbunden, die fast ausschließlich Katholiken in ihren Reihen hat, der die Führer des deutschen Katholizismus angehören I Freunde, wer sich nicht zum Zentrum bekennt, dem fehlt das kacholifche Gemeinfchgfts- gefühl für den gemeinsamen Einsatz der Katholiken in der Politik, dem sehll der Wille zur Formung eines neuen politischen Menschen, der religiös, national
Deutschland.
Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben Zu diesem Land.
Es zu erhalten und zu gestalten sind wir gesandt
Sollten wir sterben, unseren Erben gilt dann die Pflichl:
Es zu erhalten und zu gestalten. Deutschland stirbt nichts
Karl Bröger.
Briefkasten der Schriftleitung.
Fuldaer Oberprimaner. Daß Sie die Aufforderung zu einer Aussprache über die in dem Aufsatz „Biedere Oberprimaner" aufgezeigten Fragen mit einem E i n> gesandt im „Fuldaer Anzeiger" beantworten
flügen erlassen würde, dessen Nichtvorhandensein Pater Esch bedauert.
Was den Bericht des Schülers der Goethe-Schule und dessen Veröffentlichung anbelangt, so muß ich mich verwundert fragen, rote der Studiendirektor unter Zustimmung des Klassenführers diesen Bericht in das Schul- jahrbuch aufnehmen konnte. Daß der Berichterstatter wenig Interesse an einer Burg wie Stolzenfels findet daß er es als ein Glück bezeichnet, mit einer Klasse Hamburger Mädchen zusammenzutteffen, mit denen sie sich „gegen 22 Uhr vereinigten und trotz strengen Verbotes der Lehrerin Arm in Arm zum Städtelein hinauszogen", und daß man betrunken in der Herberge ankommt, — das alles zeigt doch, wie wenig der Zweck der Schul- roanbertage erreicht worben ist!"
Ein dritter hat uns folgenden Brief geschrieben:
„Als erste Aeußerung zu dem Bericht im „Blatt der Jugend" der vorigen Woche „Biedere Oberprimaner" er« lebten seltsamerweise im „Fuldaer Anzeiger" ein Eingesandt. Der betreffende Oberprimaner darf aber nicht in Anspruch nehmen, im Sinne der gesamten Oberprimaner Fuldas geschrieben zu haben. Dor allem hat er zu dem fragt Bericht im „Blatt der Jugend" keinerlei Stellung genommen. Er spricht ganz allgemein davon, daß man einer Oberprima bei einer Rheiniahrt einen Schoppen wohl nicht verwehren könne. Das ist natürlich sehr harmlos bargeftellt, und der nicht unterrichtete Leser wird diese Ansicht ohne weiteres billigen. Aber mit dem Problem, das durch den Bericht des Essener Oberprimaners rm Jahrbuch der bett. Anstalt gestellt wird, hat sich der Schreiber des Eingesandts in keiner Weise auseinandergesetzt.
Der Artikel im „Iungkatholischen Vortrupp" weist dadurch einen scharfen Gegensatz auf, daß ein absoluter Gegner des Alkohols feine Bemerkungen zudem Bericht über die weinselige Rheinfahrt der Essener Oberprima macht.
Ob jemand Alkoholgegner oder -anhänger ist. ist eine private Angelegenheit. Grundsätzlich muh man aber den Ausführungen des Neudeuifchen einige Berechtigung zugeben.
Unverständlich ist vor allem, wie ein derartiger Aussatz, der in Form und Gedankenausdruck wirklich keine Glanzleistung darstellt, in das Jahrbuch einer höheren Lehranstalt kommt. Das spricht schon für den Geist, der an der Anstalt herrscht. Unter normalen Verhältnissen mürbe sich ein Klassenleiter dafür bedanken, wenn man über ihn in dieser Art in einem Jahresbericht schreibt Der Herr Studienrat spielt doch eine traurige Rolle gegenüber der Lehrerin der Mädchenklasse. Diese hat sicher im Sinne der meisten unterer Eltern gehandelt wenn sie den ihr anvertrauten Mädchen den nächtlichen Spaziergang verbot. Hat sie doch in vollem Derant- wortungsberoußffein gehandelt.
Durch solche Ereignisse wird es nur noch schwerer gemacht, daß Oberprimaner als Abschluß ihrer Schulzeit eine gemeinsame größere Wanderung unternehmen. In diesem Fall wäre ein Verbot berechtigt gewesen. Was haben nach ihrem eigenen Bericht die Oberprimaner anders getan, als Bahn gefahren, getrunken und Unsinn getrieben. Nicht einmal zum 21uWea auf den Drachenfels reichte ihre Kraft und ihre „Wanderlust". Rücksichtslos verpulverten sie das von den Eltern sauer verdiente Geld. Für Naturschönheiten hat der Schreiber überhaupt kein Interesse gezeigt. Von einem Oberprimaner sollte man doch erwarten, daß er ein ganz besonderes Lied auf den Schicksals ström des deutschen Volkes zu singen wüßte, wenn er vom Deutschen Eck aus die feindliche Trikolore auf der Feste Ehrenbreitstein flattern sieht. Jedenfalls zeigt der ganze Bericht des Essener Primaners, wie man eine Rheinroanderung nicht machen soll.
Wenn der Neudeutsche in feinen Bemerkungen die Worte Pater Eschs anführt, der von einer „Dekadenz auf den höheren Schulen" spricht, dann hat er recht. Man wird wohl einem Mann, der wie Pater Esch mit Tausenden von Primanern in persönlicher Fühlungnahme steht, zutrauen, daß er die Strömungen der heutigen Jugend kennt."
lich schlimm um die heutige Jugend stehen müßte. Aber daß dies nicht der Fall ist, wird wohl jeder, der die heutigen Primaner einigermaßen kennt, bezeugen können. Und wenn man wirklich — wie Pater E s ch glaubt — von einer „Dekadenz in den höheren Schulen und von Pennäler- und Spießertum mit unmoralischem Einschlag" sprechen könnte, dann wären nicht wir, sondern die Generation unserer Lehrer und Erzieher zur Rechenschaft zu ziehen.
Pater Esch sieht eine Gefahr darin, daß die Wandertage nicht abstinent sind. Als ich das las, hatte ich bas Gefühl, als hätte er eine falsche Vorstellung von uns Denn tatsächlich wird doch an einem Wandertag kaum Alkohol getrunken. Und wenn wir wirklich ein Glas Bier trinken oder sonstwie mal einen Kommers feiern, — worin die Gefahr bestehen soll, weiß ich nicht."
Ein anderer Oberprimaner äußert sich dahin: „Meiner Meinung nach sind Schulwandertage nicht dafür eingerichtet, um fie als günftige Gelegenheit zu einem Zechgelage zu benutzen. Denn man muß doch bedenken, daß mancher minderbemit- ♦ eite Schüler, dem es ohnehin schon aus finanziellen Gründen schwer fällt, sich an einem Ausflug, zumal an einem mehrtägigen, zu beteiligen, die Ausgaben, die ihm ein Zechgelage verursachen, nur sehr |*roer befreiten kann. Ferner ist es doch auch ganz klar, daß durch solche Ausgaben diejenigen Eltern, die den Schulausflügen abhold gegenüber stehen, in ihrer Abneigung bestärkt werden; und wir sollen do* fr ich fein
daß wir noch unsere Schulroandertage haben!
Ich meine, es müßte jeder, dem man in Kürze das Reifezeugnis in die Hand drückt, sich bezüglich des Alko- holgenusfes auf Schulausflügen mäßigen ober sogar enthalten können, ohne daß ein Alkoholverbot auf Aus-
ftifdjen Studenten diskutierte, der weiß, daß dort tiefe Religiosität ist. Und wer täglich tau>
Wir hatten in der letzten Nummer des „Blatt der Jugend" einen Aufsatz veröffentlicht, der im Anschluß an ein geschickt gezeichnetes Stimmungsbild eines Schulausfluges scharf kritische Bemerkungen über die Haltung der heutigen Primaner machte. Wir wollten damit eine Aussprache über den Zweck der Schulausflüge und die Einstellung des Primaners zum Leben herbefführen. Von einigen ist unsere Absicht, wie bas so üblich ist, wieder einmal gründlich mißverstanden worben. Sie schimpfen grundlos. Der eine ober andere Primaner hat auch schriftlich zu dem Aufsatz des Düsseldorfer Oberprimaners Stellung genommen, ohne bis jetzt allerdings ganz bis zum Kern der Frage vorzu- stoßen. Wir veröffentlichen diese Zuschriften, ohne vorerst Stellung zu ihnen zu nehmen. Ein Primaner schreibt:
„Um meine Ansicht gleich in einem Satz darzulegen, ich tarn den Bericht selbst ebensowenig wie das Nachwort des Berichterstatters gutheißen.
Wenn man den Bericht über die Schülerfahrt liest st-c in dieser Form wohl kaum von einer der hiesigen höheren Schulen in ihren Jahresbericht aufgenommen worden wäre), muß man wirklich glauben, es habe sich dieser Rheinfahrt nur um eine bessere Weinreffe gehandelt. Die Erlebnisse des Verfassers bestehen schein- hor nut in Saufgelagen und Vergnügungen mit den verschiedenen Mädchenklassen Ein anderer Teilnehmer derselben Fahrt hätte vielleicht einen ganz anderen Be- geliefert. Die Eindrücke, die ein solcher Ber-cht wie- "kgidt. sind doch nur die eines Einzelnen. Sie dürfen mit keinen Fall verallgemeinert werden. Diesen Fehler hat der Berichterstatter begangen.
Der Berichterstatter schließt an den Bericht ganz all- gemein gehaltene Ausführungen an, nach denen es wirk-
un-
rotr roar-
Munitionskolonne gedient hatte. Eben rief er mich, rote so oft schon während der Rodearbeit, in höchster Aufregung an: „Es bewegt sich etwas, sieh nur her!"
Ich eilte schnell herbei es war eine vibora de la cruz. eine der häufigsten Giftschlangen der dortigen Gegend, welche ich durch einen Schlag mit der Schaufel tötet» Wenig später verfiel eine giftige Korallenlchlange demselben Schicksal. Es wimmelte hier in des Wortes wahrster Bedeutung von Giftschlangen.
Als die Dunkelheit hereinbrach, legten wir wieder unser nächtliches Rauchfeuer an und begaben uns zur Ruhe.
Eine Weile mochten wir geschlafen haben, als ich plötzlich auftvachte und mich erinnerte, daß es Zeit fei. einmal wieder nach dem Feuer zu sehen. Ich stand auf, und da erblickte ich zu meinem Schrecken in dem Hellen Mondschein, welcher unsere Lagerstätte überflutete, eine Schlange, gerade wie ein Stock neben Ernst auf dem Boden liegend. Der Kopf des Tieres war etwas erhoben und nur noch eine Handbreit von dem Gesicht meines Freundes entfernt.
Sofort ergriff ich einen Stock und erschlug die Schlange.
Ernst fuhr empor und rieb sich erschrocken di» Augen.
„Was ist geschehen?" rief er fragenb — „roesbolb machst du solchen Krach?"
Darauf zeigte ich ihm die noch zuckende vibora de la cruz!
„Ach", meinte er seelenruhig — „die beißen einen schlafenden Menschen nicht!"
Dann drehte er sich nach der anderen Seite um und schlief weiter. —
Es ist ja wohl möglich, daß eine Giftschlange einen schlafenden Menschen nicht beißt, solange er sich ni*' bewegt. Wenn sich mir aber im Schlafe eine wärme- suchende Schlange um den Hals wickelt, so daß ich wach
„Wir wollen unfern nächsten Einkauf beim Major- domo machen", schlug er vor, „der Mann bat alles Notwendige en gros eingetauft und will uns besser und billiger bedienen als der Türke."
So strebten und arbeiteten wir mit aller Energie Rack) vierzehn Tagen war ein wurzelreiner, großer Gemüje- garten eingebuscht.
Das Flußwasser fanden mir für unsere Zwecke unbrauchbar. Wir begannen einen Brunnen zu graben, stießen aber auf Salzwasser. Wo wir es auch versuchten — überall dasselbe Resultat. Das war unsere erste große Enttäuschung. ---
Nach kurzer Zeit wurde es notwendig, daß wir wieder Einkäufe machten. Wir wandten uns diesmal an den Maiordomo. Wie staunten wir aber daß er für jeden Gegenstand zwanzig bis dreißig Prozent metK nahm als der Türke.
Unser Kemüle ging bald auf. doch die Fieude war nur kurz; was die Ameisen nicht verzehrten, fraßen die schwanzlosen Grauratten, welche wahrscheinlich die Stammform unferer Meerschweinchen sind.
Eines Morgens war unser Pferd, welches mir ro«» immer gefußfeffelt hatten, verschwunden. Sicher batten es durchstreifende Kreolen gestohlen.
An diesem Tage besuchte uns zufällig her Maiordomo Als er von unserem Mißgeschick horte, war er so groß mütig, uns ein neues Pferd zu versprechen. Dieses wurde uns denn auch am nächsten Tage durch einen Peon übe-- bracht.---
Unter unseren Axtschlägen fielen die Bäume, und die Wurzeln knirschten. Langsam wurde eine gröbere Fläche um unseren Rancho herum hell und frei Arme und Beine freilich rissen wir uns bei der barten Arbei blutig, denn die südamerikanische Vegetation ist reich an Dornen. Indessen ließen wir uns dadurch nicht entmutigen. hatten wir doch unsere Fortfchlitte vor Augen
Ernst war kurzstchtig und besaß nur vier Zehntel der normalen Sehschärfe, weshalb er auch im Kriege bet »er
Unh wieder hallten unsere Axffchläge durch den führten Wald.
Als auch dieser Tag zur Steige ging, schleppten offenes holz zusammen, legten ein Feuer an und i grüne Zweige daraus. Und bald sanken wir stal ^chopji auf den Erdboden, wo wir sofort unter iem 7» dar Rauchschwaden einschliefen.
Noch einigen Stunden jedoch machten uns die Mos- wieder wach. Wir holten abermals grüne Zweige schliefen gleich wieder ein. Das wiederholte sich w Zweimal während der Nacht.
ckm nächsten Morgen kochten wir noch in der Däm- ■ rang den argentinischen Perba-Tee. Und als die rat*(C ouWng und die Moskitos verscheuchte, überleiten wir sie wieder, indem mir schon, wie gestern «en an der Arbeit waren.
d^Q9e später brachte uns erst ein Penn') das »s versprochene Pferd.
s. Ochsten Morgen ritt ich mit einigen erbeuteten borf , 5' unb Fuchsfellen zur Station. Leider wurde ich ""nnganehm überrascht. Die Felle waren in dieser nt> fast wertlos, ich löste nur einen geringen Betrag
As Zimper, Flieger uni) Zager in Süd-Amerika.
Bon Bernhard Schroeder-Wiborg.
Copyright by Fischer Verlag, Berlin.
iemm •8l6en^ ^hrte ich dann mit vier Hühnern, etwa» $ nEf<Jmcn. Salz und Tabak zum Rancho zurück !§ra , empfing mich in heiterster Stimmung, seine ____loUte in zwei Monaten kommen.
Knecht.
19. November.
Deshalb auf eine Richtigstellung, müssen aber bemerken, daß Pater Esch die Haltung der Primaner wohl bester kennt als viele andere. Sein Auslvruch auf dem Katholikentag in Münster hat schon einiges Gewicht. Er ist nur durch Tatsachen zu widerlegen.
5m Klcinfampf nicht versagen-
Man kann nicht feiten beobachten, daß Männer, die Zentrumsanhänger sein wollen, an Stammtischen oder in Betrieben, auf den Büros usw. ruhig mitanhören, wie politische Gegner die Zentrumspartei und ihre Führer angreifen und ver- höhnen. Das ist ein trauriges Zeichen mangelnden Mutes. Dabei ist es in der Regel so überaus leicht, die Leute, die das große Wort führen, zu widerlegen, da sie meist nur mit Schlagworten ihre Zuhörer zu übertölpeln suchen. Das geht auch aus dem Brief eines Bundesbruders aus dem Fuldaer Windthorstbunde hervor, der in die einfamfte Diaspora verschlagen wurde. Wir bringen ihn auszugsweise zum Abdruck:
Einen kleinen Lichtpunkt gab es in dieser Woche doch und das war — nun höre und staune, es war der Stammtischabend am Donnerstag! Zuerst wurde nur all- gemeines Zeug geredet, aber bald kamen wir auf Po» litif. Ein Assessor entwickelt: sehr „nationale" Ideen, das heißt er wußte nicht recht, ob er Hugenberg-deutsch- nattonal oder Hitler war, aber umso mehr zog er gegen das Zentrum los, das natürlich an allem Unglück schuld ist. Wir haben erst ruhig geredet,dann lauter und zum Schluß hat er geschrien; ich tats auch, obwohl das sonst sicher meine Sache nicht ist, aber hier gings neben den stichhalligen Gründen, um die ich mich in der Hauptsache bemühte, darum, die Zuhörerschaft durch große Worte und Phrasen einzuschüchtern. Unsachlich im Sinne von Beschimpfungen sind wir nicht geworden; aber immerhin haben wir so laut geredet, daß die Gäste im Nebenzimmer meinten, bei uns gäbe es Mord und Totschlag. Weißt Du, im allgemeinen bin ich sehr ruhig, meist zu ruhig; aber wenn ich mich erst in Rede und Gegenrede eingelassen habe, dann kann ich lebendig werden und ich kann Dir sagen, daß diese Aussprache mir einen Hefigen Spaß gemacht hat. Wir haben so ziemlich alles besprochen: Außenpolitik, KuUurpolitik, Stellenbesetzung mit besonderer Berücksichtigung der Justiz, Arbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise, internationale Verständigung, Zollpolitik, Agrarkrise. Unterhalten haben wir beidö uns eigentlich allein; die anderen saßen mit offenen Mündern habet und waren erstaunt über alles, was ich sagte. Ich glaubte mit jedemWort, das ich sprach, deutlich fühlen zu können, wie ich allmählich immer mehr und mehr unten durch war in diesen Kreisen. Doch als ich anfing, Behauptungen mit Tatsachen zu belegen, da erhielt ich bald von hier, bald von da Unterstützung. Man sah Zusammenhänge, die man noch nicht gesehen hatte. Ich will mich nicht rühmen, ich werde sicher manches dumme Zeug geschwatzt haben; aber so eng und einseitig wie diese Menschen bin ich doch nicht. Die Freude dabei war eben, daß sie bereit waren, sich aufklären zu lassen. Sie waren förmlich dankbar, wenn sie die Dinge einmal anders gezeigt bekamen als bisher. So konnte ich immerhin ganz beachtliche Erfolge buchen, daß sie mir in vielen Punkten recht gaben, daß sie vor allem dem Nazi ober was er sonst ist, durchaus nicht zustimmten und daß sie endlich einsahen, daß die Regierung vom besten Willen für Volk und Vaterland beseelt ist. Und wider alles Erwarten bin ich nun bei diesen Leuten nicht unten durch, sondern habe mich durchgesetzt; sie haben Achtung vor mir. In Fulda sagtest Du während des Wahlkampfes einmal, daß es nur an Kerlen fehle, den Nazis ihre Schlagworte auf der Stelle zu widerlegen. Damit hast Du recht. Wenn ich geschwiegen hätte, bann waren sie über den armen Brüning hergefallen und hätten geredet, daß er in Berlin vor lauter Ohrenklingen keinen vernünftigen Gedanken hätte fassen können. Run bin ich zwar kein Kerl in diesem Sinne, dafür bin ich viel zu dumm in politischen Dingen; aber schon hat sichs gezeigt, daß Du damals unbedingt recht gehabt hast. Ich glaube, es war das erste Mal, daß ich mich politisch aktiv im eigentlichen Sinne betätigt habe. Es hat mir Spaß gemacht. — Beim nächsten Stammtisch werden mir nun wohl über alles andere als Politik reden, sonst wird die Tradition gebrochen. Ich werde allerdings, nachdem man meine Einstellung zur Politik kennt, nirgends ein Blatt vor den Mund nehmen. Ich bin einmal gespannt, wie ich bann mit meiner nationalsozialistischen Umgebung auskomme. Etwas ist dabei nur bedauerlich, bah man als Zentrumsmann hier in der reinen Diaspora kaum jemanb werben kann; benn wenn die Leute einem auch recht geben, so kommen sie für uns doch weiter nicht in Frage. _ _
Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oec. publ Joseph Sauer- Fulda
werde, um mir in demselben Augenblick unüberlegt an den Hals zu greifen, so ist es klar, daß ich gebijjen werde.
Nach dem vorerwähnten Erlebnis habe ich mir immer Knoblauchzwiebeln in die Tasche gesteckt, weil die Schlange tatsächlich den Geruch dieser Zwiebel scheut.
Den nächsten Tag versuchten wir den Rancho auszuräuchern. Die Tür und alle Löcher wurden gut ver- schlossen, dann hofften wir. darin schlafen zu können
Die Moskitos waren bann fort, aber die Nachth'tze Mackie uns wahnsinnig in dem engen Raum.
Wir eilten wieder hinaus und kletterten auf bas flache, grasbewachsene Lehmdach. Aber auch hier war die Hölle, Moskitos — nichts als Moskitos!
So kamen wir wieder auf unfer erstes System zurück: Rauchfeuer — und in der Windrichtung schlafend.
Die Moskiteros (Mückenfchleier) kamen ebensowenig wie die Kühe, welche uns der Mojordomo versprochen hatte. Ebenso war es mit vielen anderen Dingen Allmählich lernten w>r die wirkliche Bedeutung des typisch südamerikanischen Wortes manana, das heißt morgen, verstehen.
Es mochten sechs Wochen ins Land gegangen sein, da wursten uns auch unsere Schweine gestohlen, dabei erblickten mir hier fast nie einen Menschen. — — — —
Einige Tage später trat der Fluß über seine Ufer. Das Wasser stieg und stand bald zwanzig Zentimeter hoch im Rancho. Ich entschloß mich, zur Estanzia zu reiten, allein ich suchte vergebens mein Pferd. Es war verschwunden, genau wie das erste.
Nun ging ich zu Fuß. Als ich auf der Manzia an« gelangt war. hörte ich von den anderen Siedlern daß der Maiordomo uns in Verdacht hatte, daß wir Pferde und Schweine verkauft hätten. Die Siebter waren darüber verstimmt. Genau wie bei uns. hatte der Majorhomo nicht gehalten, was er versprochen Es herrschte eine geheime Verbitterung gegen diesen Mann.
(Fortsetzung folgt)