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57. WB.

Sonntag, 16. November 1930.

- Ehrt wieder den Pfennig!

Herunter mit den Preisen!

Bilder vom Tage.

I u.

Dr. porfch schwer erkrankt.

Der langjährige erste Vizepräsident des Preu­ßischen Landtags Abgeordneter Dr. Porfch, der Jahrzehnte hindurch zugleich der erste Vorsitzende der preußischen Zentrumsfraktion war, ist in Ber­lin schwer erkrankt. Er wurde auf seinen Wunsch nach Breslau abtransportiert. Dr. Porfch steht im 77. Lebensjahr.

Monatlich 1,80 einfchlieftl. Poitgevügr <48 Pfg > otjtie 3uiteUa. Anzeigen-Preife Kleinzeile <Col.> lokal 0,15 JU, auswärts 0,20 .TU Rellamezeile: total 0,60 .TU. auswärts 0,80 TU Bei Wiederholungen Rabatt Pollfcheckl. Granit, n <!l 4051

deutsche Zukunft glauben, einen Wiederaufstieg und eine Rettung unseres Volkes wünschen, eine Loslösung von den Fesseln erwarten, haben die Pflicht, dieses Sanierungsprogramm des Kabinetts zu unterstützen und die doppelte Pflicht, an seiner Durchführung mitzuarbeiten. Wenn der Reichstag sich so entscheidet, wie die übergroße Mehrheit des Volkes es erwartet, wenn die neuen Finanzgesetze alsbald verkündet und in Kraft gesetzt werden tön» nen, dcmrr kann das Kabinett an die von Reichs­kanzler Dr. Brüning bereits angekündigten großen außenpolitischen Aufgaben Herangehen.

Der Zeitpunkt für neue und notwendige außen­politische Aktionen ist mit dem Tage einer solchen Reichstagsentscheidung gekommen. Wir haben dann jede Möglichkeit und auch jede Berechtigung, an dieses Sanierungsprogramm anzufchliehen ein weit- umfassendes R e v i s i o n s p r o g r a iftm. Dar­über ist sicher jeder verantwortungsbewußte Poli­tiker klar, daß Revisionen von jeder deutschen Re­gierung, mag f?e zusammengesetzt sein, wie sie will, gefordert werden müssen, weil ohne Revisionen unsere ganzen Anstrengungen zur Rettung unserer Wirtschaft, und zur in-Ordnung-Haltung unserer Finanzen nichts auf die Dauer vermögen. Wrr müssen zur völlig veränderten Neugestaltung unse­rer Verträge kommen, die uns volle Souveränität

Was die Woche brachte.

Das Genfer MrüWgssiasko.Deutschlands feste Haltung.Außenpolitische Zukunfisausgabeu.

Unsere Uevisiovssorderungen. Schilksalsfrageu und Schikksa'sstuuden des deutschen Volkes.

hamagutjchi,

der japanische Premierminister, auf den ein Revol­ver-Attentat verübt wurde.

In der Genfer Abrüstungs-Kommission wird wieder das schon vorausgesehene übliche Theater gespielt. Das ist sehr bedauerlich, zumal dieser Ta­gung die besondere Aufgabe zufällt, einen bestimm­ten Abschluß der Abrüstungsverhandlungen herbei­zuführen, damit alles vorbereitet werden kann für die große allgemeine Abrüstungskonferenz.

Wir hatten nicht zuviel erhofft. Aber nicht ein­mal das Wenige hat sich erfüllt. Der Antrag des Grafen Bernstorff, die ausgebildeten Reserven und die Rekrutenaushebungen zu beschränken, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Der deutschen De- legtion blieb deshalb nichts anderes übrig, als mit aller Deutlichkeit zu erklären, daß Deutschland nun­mehr an weiteren Abstimmungen kein Interesse mehr habe, und daß es diese Art einer Abrüstung zu Lande entschieden ablehne.

Bemerkenswerterweise haben sich bei der Ab­stimmung über die Reserven England und Amerika der Stimme enthalten. Aber dahinter steckt nicht viel. Dieses Vorgehen ist nichts anders, als eine leere Geste. Das besagen uns die Aufschlüsse, welche der englische Delegierte Lord Cecil den Pressever­tretern gab. England hat nämlich diese Frage von vornherein als erledigt betrachtet und bleibt bei seinem früher schon Frankreich gemachten Zuge­ständnis. Dasselbe gilt, wenn auch in anderer Ver­kleidung für Amerika.

Cs herrscht überhauvt eine seltsame Atmosphäre dieses Mal in Genf. Der Präsident der Kommis­sion, der franzosenfreundliche Holländer Ludon, gab den Ton an schon in der Eröffnungssitzung. Er veranlaßte durch sein Verhalten die gesamte internationale Presse unter Protest den Saal zu verlassen, weil er die Uebertragung der ihm pein­lichen Rede des russischen Vertreters Litwinow in die zweite Amtssprache, nämlich in das Franzö­sische, verbieten wollte. Dem Völkerbundssekretariat gelang es dann, diesen Zwischenfall beizulegen.

Aber auch im Völkerbundssekretariat selbst sind die Verhältnisse nicht so, wie man es bei einer neu­tralen Institution verlangen muß. So wurde fest­gestellt, daß die Erklärungen des Grafen Bernstorfs in den vom Völkerbundssekretariat herausgegebe­nen amtlichen Berichten teilweise völlig entstellt und auch abgeschwächt waren, so daß diese Berichte ein ungetreues Bild der wirklichen Haltung Deutsch­lands in Genf geben. Das sind Vorkommnisse aus der letzten Zeit, fte könnten dutzendfach ergänzt werden durch Vorfälle aus den vergangenen Jah­ren.

Wir muffen entschieden Verwahrung einlegen gegen solche Berichtsfälschungen, da die amtlichen Mitteilungen des Völkerbundes eine Geschichts­quelle darstellen, und verlangen, daß Wiederholun­gen nicht mehr möglich sind.

Ob es jetzt in Genf noch zu einem praktischen Ergebnis kommt, und wie ein Beschluß formuliert wird, hat für uns nickst mehr das Interesse. Wir werden uns vielmehr vorbereiten müssen auf die große Abrüstungskonferenz' und dort erneut vor einem großen Forum und vor aller Oeffentlichkeit unseren Rechtsstandpunkt vertreten und die Mächte an den Pranger stellen, die ein gegebenes Wc^ und Versprechen nicht halten und einlösen wollen.

Was für die Landabrüstung gilt, ist auch von der Abrüstung zur See zu sagen. Keinerlei Fort­schritte. Ueberall nur Hemmungen. Der franzö­sisch-italienische Flottenstreit geht weiter trotz der Bemühungen des amerikanischen Botschafters Gib- ion. Es ist zwar anerkennenswert, daß er neue Wege suchen will, um eine Verständigung herbeizu- führen. Aber diese Wege führen wiederum nicht zu der von uns zu fordernden eigentlichen Seeab­rüstung, sondern dienen mehr dem Verständiqungs- bemühen, damit der Block der sogenannten Sieger­mächte wieder zusammengeschlofsen werden kann.

Zu den von uns genannten deutschen Vorberei­tungen für die große Abrüstungskonferenz gehört schon der letzte Vorschlag des Graten Bernstorfs in der Vorbereitenden Abrüstungskommission, daß alle Staaten ersucht werden sollen, den gegenwärtigen Rüstungsstand offenzulegen, weil nur dann die Abrüstungskonferenz zu einem praktischen Ergeb­nis kommen kann. Was bis jetzt als sogenanntes Untersuchungsmaterial vorliegt, _ entspricht nicht mehr dem wahren Status der Rüstungen der Län­der, die an der Abrüstungskonferenz teilnehmen.

Die Konferenz der Zukunft braucht aber wahr­heitsgemäße Unterlagen und genaue Angaben über die Rüstung der einzelnen Länder zu Land, zu Wasier und in der Luft. Wir dürfen gespannt sein, ob der Abrüstungsausschuß dem deutschen Vor­schlag zustimmen wird.

Zu den großen außenpolitischen Aufgaben des Kabinetts gehört nach wie vor das Revisionspro­blem. Allerdings hat es keinen Zweck, zuviel dar­über zu schreiben oder zu reden, solange wir nicht die Basis für unsere Forderungen im eigenen Lande geschaffen haben. Grundbedingung für jedes Revisionsverlangen bleibt die Schaffung von Ord­nung unserer Finanzverhältnisie im Reiche, in den Ländern und Gemeinden. Dorum muß es wieder­holt betont werden, daß das Sanierungsprogramm des Kabinetts von ausschlaggebender außenpoliti­scher Bedeutung ist.

Wenn es uns gelingt, dieses allumfassende Pro­gramm durchzuführen, wenn wir, dem Auslande den Beweis erbracht haben, daß wir nicht nur den Willen, sondern auch die Krast aufbrachten, un­sere Finanzen in Ordnung zu bringen, dann wird der Weg sreiqemacht und ist die Stunde gekom­men für die Aufrollung des Reparations- und Re­visionsproblems.

Für die Dezember - Entscheidungen des Reichs­tags sind diele außenpolitischen Erörterungen von größter Wichtigkeit. Alle Parteien, die an eine

und über die Synthese des Hämin den Nobelpreis für Chemie.

seits 31 M ll. Rm. Abrechnungen, von Textilroh­stoffen (+ 22,2). Die Einfuhr von Fertigwaren ist um 10,8 Mill. Rm. gestiegen. Abgenommen hat insbesondere die Einfuhr von Weizen ( 50).

Die A u s f u h r hat im Oktober u m 72,3 Mill, auf 1011,6 M'll. Rm. zu genommen. Femer sind 61,4 Mill. Rm. Reparationssachleistungen zu verzeichnen. Die Steigerung der Ausfuhr beruht in der Hauptsache auf der vermehrten Fertigwa­renausfuhr einschließlich Reparationsablieferungen 50 Mill. Rm. Gestiegen ist u. a. die Ausfuhr von Chemikalien (+ 8,7), Rohstoffen und halbfertige Waren (+ 12,7), Lebensmitteln und Getränken (+ 0,9) und lebenden Tieren (+ 3,3). Zurückgegan- gen ist die Ausfuhr von Tertilfertigwaren ( 4,1).

Die Ausfuhr von Gold und Silber ist um 107,9 auf 407,7 Mill. Rm. gestiegen.

titel auf dem Nahrungsmittelgebiete, wie Malz­kaffee, Honig, Makkaroni um 5 bis 12,7 Prozent. Auch einige andere Markenart'kel sind dieser Be­wegung bereits gefolgt, dies im Ausmaße von 5 bis 20 Prozent.

Auf dem Gebiete der Eisenverarbeitung beträgt die Preisermäßigung bei einer Anzahl von Waren 3)4 b's 10 Prozent, bei Messing- u. Kupfer­fabrikaten 25 bis 40 Prozent, bei Aluminium 10 Prozent und den Erzeugnissen daraus 8 Prozent. Gummireifen weisen eine Preisermäßiguno von 10 Prozent, Linoleum im Durchschnstt von 5,3 Prozent, einzelne Sorten von Zündhölzer von 8 bis 20 Prozent, Papier von 8 bis 10 Prozent auf. Orthopädische Hilfsmittel haben einen Preisab­schlag von 8 Prozent, orthopädisches Schuhwerk einen solchen von 10 Prozent erfahren.

In manchen dieser und anderer, Fälle werden sich b:e Abschläge vom Preise im Einzelhandel nur in Pfennigbeträgen auswirken. Wer sich der Jnflationsgewohnheit noch nicht entwöhnen kann, auf 5 oder 10 Reichspfennige abzurunden, der wird genug Gelegenheit Haben, den Erfolg her Preissenkungen zu verkleinern. Tatsächlich ist aber die Zeit dazu zu ernst. -Sluch der Bruchteil eines Pfennigs gewinnt in der Volkswirtschaft mehr Be­deutung denn je. Darum muß

der Pfennig als Rechnungseinheit anerkannt und gewertet

werden. Die erfordersichen Maßnahmen sind in Vorbereitung, die es ermöglichen sollen, dem auch im Zahlungsverkehr Rechnung zu tragen.

So w'rd der Kabinettsausschuß für Arbeits- und Preisfragen mit allem Nachdruck an die weitere Entlastung der Wirtschaft durch Preisermäßi­gungen Herangehen. .

wtb. Tokio, 15. Nov. (Eig. Meld.) Das Kabi- nett hat unter Vorbehalt der Bestätigung durch den Kaiser beschlossen, den Außenminister Schi- d e h a r a zum interimistischen Ministerpräsidenten bis zur Wiederherstellung Hamaguchis zu ernen­nen.

BCriin, 15. November. (Eig. Meld.) D-e {PL- Handelsbilanz für Oktober 1930 schließt Ausschluß der Reparationssachlieferungen einem Ausfuhrüberschuß von 178 l Rm. ab, unter Einbeziehung der Repara- käcblieferungen mit e'nem solchen von 239 «m DieEinfuhr ist gegenüber dem Vor- ,t u m 9 7 M i l l. R m. a u f 833,6 Mill. Rm. ;, d e n. Hierin sind 67 M N. aus vierteljähr- i Lagerabrechnungen enthalten, die auf Em- in den vorangegangenen drei Monaten ent- , lluqenommen hat die Einfuhr von Lebens- ln und Getränken (+ 52,5, andererseits 33 Lagerabrechnungen), darunter von Obst ff 12 g) Südfrüchten (+ 8,3), Fischen und Fischzv- Swihmaen (+ 7,6), ferner die Einfuhr von Roh- Eflen und halbfertigen Waren (+ 34,1), anderer-

9er deutsche Außenhandel im Oktober.

-xportüberschutz von 178 Millionen. Gestiegene Ziffern auf Ein- und Ausfuhrseire. Eiuer Einfuhr von 833 Millionen ^ht eine Ausfuhr von über eine Milliarde gegenüber.

M I etiu.eint ledismai wöchentlich. WochenbeilagenDie Welt

aCA I >m Bild* undBuchenblätteif. Rotationsdruck und Berlar 2öv I »ei Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe. Schrift- I leitunn 1152 F uldaer 9'dienbrudere' 1150 und 1151 ::

uldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

hie anders nicht zu befeifgen sind. In diesem < fördernd diese Verbilligungstendenren zu stütz' ,, die Aufgabe des Kabinettsausschuffes für Arbests- ünb Preisfragen. Fast noch wichtiger aber als Zwang ist neben den Verhandlungen des Staates

Pros. Hans Fischer, von der Technischen Hochschule München, erhielt für seine Arbeiten über die Blut- und Blattsarbstoffe

verbilligt werden. Daher steht die inzwischen er­reichte Herabsetzung der Kohlenpreise um 6 Prozent im Vordergründe. Sie wird sich für den Verbrau­cher in allen Richtungen auswirken. Ferner sind die Holzpreise um 17 bis 20 Prozent, die Preise für Walzwerksprodukte um 3 Prozent ermäßigt wor­den. Von den Baustoffen sind im Durchschnitt Zement um 10 Prozent, Ziegel um 10 bis 15 Proz., Fensterglas um 22 Prozent und Platten um 35 bis 40 Prozent im Preise gesunken. Der Index der gesamten Baukosten ist seit Januar ds. Js. um 11 Prozent zurückgegangen.

Wenn so die Preise in den Grundlagen der Wirtschaft weichen, bann muß davon der ganze Preisaufbau beeinflußt werden, der darauf ruht. Aehnliches gilt von den Kosten für Nahrungsmittel, die für den realen Wert des Lohnes von entschei­dender Bedeutung sind. Bon den Nahrungsmitteln ist der Brotpreis von 50 Pfg. auf 46 Pfg. für, das Normalbrot herabgesetzt worden unter gleichzeitiger Erhöhung des Gew chtes von 1225 Gramm auf 1250 Gramm. Das bedeutet eine Ermäßigung um 10 Prozent. Ferner soll in Zukunft bas Brot ein­heitlich nach Gewicht verkauft werben. Damit wirb einem langgehegten Wunsche bet Bevölkerung Rechnung getragen.

Bedeutsam ist in diesem Rahmen, daß der Deutsche Stöbtetag in Unterstützung der amtlichen Akt'on inzwischen

sämtliche Stadtverwaltungen zu tatkräftiger Mitarbeit

an dieser wichtigsten volkswirtschaftlichen Aufgabe auf gerufen hat. Es ist nicht zu zweifeln, daß im Zusammenwirken aller Behörden die Bewegung eine starke Stütze findet, die auf die allgemeine Preissenkung gerichtet ist. Als weitere Beispiele für die Abwärtsbewegung der Preise feien erwähnt die Preisrückgänge der einzelnen Markenar-

Geh. Hofrat Prof. Dx. fiarl. Bücher, x

der hervorragende Nationalökonom, Begründer der Zeitungswissenschaft, ist, wie gemeldet, im 84. Le­bensjahr verstorben.

zu glücklicher Lösung der Fragen derDruckder Verbraucher und der öffentlichen Meinung auf Wider­st r e b e n d e.

Wenn durch die Hand der Hausfrau jährlich ckwa 25 Milliarden deutschen Volkseinkommens Ahm, sg ,st C5 vornehmlich auch sie, die auf die Preishaltung stärksten Einfluß nehmen kann. Sie kann die Verkäufer und die Waren bevorzugen, durch die sie b'lliger und besser bedient wird als durch andere. Die öffentliche Meinung braucht es "Ar zu dulden, daß durch Zuri'ckba'fung im Preis­abbau Einzelne unberechtigte Vorteile haben, wenn Wdere in richtiger Erkenntnis her Lage Ovfer brin-

S'e kann und muß auch hier der Berechtig* r zum Siege verhelfen. Der Presse jeder Rich- und Größe, besonders auch den Zeitungen auf ff® künde, sind hier wichtige volkswirtschaftliche Mliaben erwachsen, die verdienstvoll gelöst wer- 0611 Kinnen.

®Qs Pfund Schweinefleisch ist um 5 Pfg. bill'- Ur geworden. Der Preis für Kartoffeln hat sich auf ? bis 30 Pfg. für je 10 Pfund gesenkt gegenüber wem Prxjz oon 49 bj5 45 Pfg. im Oktober d. I.

L,eferpreis der Milch ist für Berlin um 1 Pfg ui 29 Pfg gesenkt worden: im Oktober 1929 betrug *r Noch 32 Pfg. Dabei ist zu berücksichtigen, daß »urch Einführung der Oual'tätsbezahlung für Milch

Handel Mehraufwendungen entstanden sind, M deren Einrechnung in den Milchpreis er bei den

lÖlungen verzichtet hat. Bei Gemüse und Klt haben die Verkäufer eine Preissenkung grunb* m-1'* zugesagt. Die Einzelheiten werden noch im ^nehmen mit der Marktforschungsstelle geregelt.

Zunächst gelten diese Vereinbarungen pfefe. nur für Berlin. ib>-°b preußische Handelsministerium hat bei ffo 1 *>ustandekommen mitgewirkt. Es wird da- si<Ls?en' baß auch die zuständigen Behörden im

>n gleicher Weise ein greifen. Mit den Regie- »8en der anderen Länder wird die Reichsregie- "g selbstverständlich ebenfalls in diesem Sinne »lammenarbeiten.

Gerechtigkeit kann insbesondere der Landwirt P1- dessen Preise weit unter den Stand feerer rer Waren hinabgeglitten sind. Wird dieser egung Einhalt geboten, wird versucht, in anae- men Grenzen die Preise der Agrarerzeugnisse r anderen Waren einander anumähern, bann Ni daraus für die Lebenshaltungskosten der E" Masten keinerlei Nachteil zu entstehen. Denn läufige Bewegung der Preise, die der letzte oroucher zu zahlen bat, muß dadurch auch wei- woglnf) sein, daß sich der Unterschied der Preis- rteiit" m flered>ter Weise auf die Zwischenglieder 3^ seiende knappe Zusammenstellung soll eine f ',e uebersicht darüber geben, welche Fortschritte

Abwärtsbewegung der Preise in letzter Zeit 1 einzelnen Wirtschaftsgebieten, meist infolge der

' Die von dem Kabinettsausschuß für Arbeifs- unb Preisfragen in Aussicht gestellte Verlaut­barung hat folgenden Wortlaut:

Wie die Reichsregierung in ihrem Wirtschafts- und F nanzprogramm betont hat, ist die

Herabsetzung der Preise auf der ganzen Linie eine Notwendigkeit. Durch Verbilligung von Er- Bung unt Verbrauch muß die Wirtschaft neu

>t werden Verbilligung des Verbrauchs, Sen­kung der Lebenshaltungskosten sind insbesondere auch geboten, um die Wirkungen abzuschwächen, b;e Si aus der Kürzung ber Beamtenbezüge und aus bnsenkungen ergeben. Ihr Ziel ist ebenfalls, die Lasten zu ermäßigen, die auf der Erzeugung ruhen.

Niemand darf und wird sich auf die Dauer die­ser zwangsläufigen Entwicklung entziehen können. Sache der Regierung ist es, sie mit allen Kräften zu Ätzern, damit die Schäden und Nachteile der Ueberaangszeit zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage, von Preisen und Kaufkraft abgekürzt und das Millionenheer der Arbeitslosen so rasch wie möglich der schaffenden Tätigkeit wieder zu­führt w'rd.

Die ungezählten und vielgestaltigen wirtschaft- schm Vorgänge des täglichen Lebens können nun 16« nickt durch staatlichen Zwang in diesem Sinne einheitlich und plötzlich gestaltet werden. Zwang ist geboten, wenn der wirtschaftlichen Entwicklung wi­der bessere Erkenntnis Hindernisse bereitet werden, anders nicht zu befeifgen find. In diesem Sinne

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r- * r s r ß l

Em Appell der Reichsregierung.

staatlichen Maßnahmen, gemacht hat. Gewiß sind an sich die Lebenshaltungskosten für den Verbrau­cher unmittelbar von sinnfälligster Bedeutung. Trotzdem ist aber auch für ihn gleich wichtig, wenn die

Urstoffe der Wirtschaft

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