57. Jafjtfl.
Freitag, 14. November 1930
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tyrid emt irchsmal wöchentlich. Wochenbeitagen „Die Wel> im Bild' und „Buchenblätter'.. Rotationsdruck und Berlao ver Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- -- leititno 1152 Fuldaer dictiendruckere' 1150 und 1151 r.
In einer Versammlung des Euskirchener Stadt- und Kreisparteiausschusses der Zentrums- partei sprach Vizeprsident Esser über politische Zeitfragen. Er führte u. a. aus:
Die Ursachen des Ausgangs der Wahl vom 14. September liegen zum allergrößten Teil darin, daß die weitesten Kreise des deutschen Volkes unter einer großen wirtschaftlichen Not leiden, wie wir sie seit Jahren nicht mehr kennen gelernt haben. Von den bürgerlichen Parteien ist die Zentrumspartei am stärksten aus dem Wahlkamps hervorgegangen. Troß des Ergebnisses der Wahlen war die Regierung entschlossen, zu bleiben und d j t Wahlergebnis keine Konzessionen zu machen. Dadurch, daß sie blieb, hat sie sich um das deutsche Volk ein großes Verdienst erworben. Es wurden verich» ebene Versuche unternommen, um die Regierung Brüning zu sprengen: dren erster war der Berliner Metallarbeiterstreik. Dieser Angriff wurde jedoch von der Regierung abgeschlagen.
Die vergangene Wahl war nicht nur von innerpolitischer, sondern auch von westtragender außenpolitischer Bedeutung. Was Stresemann und sein Nachfolger Dr. Curtius bei den Verhandlungen in Genf zu sagen sich scheuten, hat Brüning in seiner Reichstagsrede und gegenüber dem Vertreter des „Petit Parisien" in einem Interview nachge- holt. Aus der ganzen Haltung Brünings geht hervor, daß der Gedanke der Revision des Neuen Planes marschiert.
Aber erste Dorausseßung zur Revision ist, daß zuerst in Reich und Staat wie auch in das private Wirtschaftsleben Ordnung gebracht wird, auf welchem Standpunkt auch immer führende Männer des deutschen Wirtschaftslebens stehen. Zu dieser Ordnung soll das großzügige Finanz- u. Wirtschaftsprogramm Brünings führen.
Zur Durchführung dieses Programms sind schwere Opfer notwendig, aber diese Opfer bahnen den Weg zur Freiheit. Der erste Erfolg der Regierung Brüning war die Erreichung des lieber» brückungskredites in Höhe von 125 Millionen Dollar unter günstigen Bedingungen: der beste Beweis dafür, daß das Kabinett Brüning im Ausland das Vertrauen zu Deutschland, das durch den Wahlausgang erheblich erschüttert war, bereits wied-r erobert hat. Es bleibt festzustellen, daß die sofortige Kürzung der Diäten nicht von den anderen Parteien, sondern vom Zentrum im Aeltestenrtt durchgeseßt wurde. Bei der Vorstßendenwahl für die Ausschüsse zeigte sich neben anderen verwunderlichen Entschlüssen wieder die alte Tatsache, daß außer dem Zentrum kein« Partei bereit war, den Vorsitz im Sozialpolitischen Ausschuß zu übernehmen, weil sie die Verantwortung scheuten.
In bezug auf die Gehaltskürzung der Beamten erstrebt auch das Zentrum eine Staff e»
Cs gibt ein altes Wort, daß, wer in einem Glashause sitze, nicht mit Steinen werfen solle. Die einunddreißig Delegierten, die gegenwärtig im gläsernen Saal des Völkerbundes darüber beraten, wie man „abrüsten" — will sagen, in ehrliches Deutsch übertragen, wie man die Abrüstung verhindern — könne, wissen zwar sehr gut, daß sie im Glashaus sitzen, nicht nur weil sie wttkliche Glaswände umgeben, sondern auch, weil die Welt das Spiel der meisten von ihnen schon durchschaut hat, — aber sie beherzigen jenen alten Spruch dennoch nicht. Sie werfen mit den spitzen Steinen ihrer Reden nur so um sich, daß es ein Wunder ist, daß dieser gläserne Saal und der ganze Völkerbund über ihm noch nicht zusammengestürzt ist. Aber siehe, sie sitzen da, als wüßten sie nicht einmal, wie erschütternd lächerlich dieses Schauspiel ist: Zehn Jahre nach einem den Besiegten aufgezwungenen Frieden und der völligen Entwaffnung großer Völker feilschen sie, als es gilt, das damals gegebene Versprechen einzulösen und nun auch s e l- ber abzurüsten, um Kleinigkeiten, und während sie jedes Jahr wieder nach Genf kommen, um von neuem zu feilschen, wachsen daheim die Heere, die Zahlen der Kanonen, ber Maschinengewehre, der Flugzeuge und Kriegsschiffe ins Ungemessene . . .
Aber die Männer in Genf, die in der Abrü- stungskommisiion sitzen, tun so, als wüßten sie davon nichts. Nicht all«. Der stiernackige, robuste Litwinow, den man diesmal ganz in die Ecke neben den kneifertragenden Türken Munir Bey gesetzt hat, steht zwar jeden Augenblick auf und sagt den „kapitalistischen" Rüstungsmächten, was das Weltproletariat von ihrer Kriegspolitik denke, — die Sowjetleute könnten sich keine bessere Gelegenheit wünschen, als ihnen die neunmalklugen Europäer hier in Genf bieten. Deutschlands Abgesandter, Graf Bernstorfs, der während des Krieges deutscher Botschafter in den Vereinigten Staaten war und ihre Kriegserklärung an Deutschland voraussah, aber mit seiner Meinung in Berlin nicht durchdrang, — er hat heute keine viel erfreulichere Aufgabe. Er muß immer wieder gegen Mauern rennen, Anträge stellen, von denen er doch weiß, daß sie abgelehnt werden, weil man eben in dieser Kommission keine aufrichtige Abrüstung will, sondern ihr Gegenteil.
Da sind jene Vertreter der kleineren Mächte, der Holländer R ü t g e r s, ein schnurrbärtiger Herr mit einem Kneifer am Band, und mit einem unvermeidlichen Zigarrenstummel im Mund, von fern erinnert er an einen Universitätsprofessor. Ein
ehrlicher Mann, der gern retten möchte, was zu retten ist, — aber er ist machtlos gegen die großen Staaten, die alles tun, um eine wirkliche Abrüstung zu hintertreiben; nicht anders geht es dem Finnländer H o l st i oder dem hochgewachsenen Schweden W e ft tn a n n — was vermögen sie gegen das Wort der Großmächte, mit denen im übrigen ihre Staaten auch immer wieder rechnen müssen? Es ist schon eine aussichtslose Sache um die Abrüstung, die nur von den Schwachen oder Geschwächten ehrlich gewollt, von den Starken oder chren Freunden aber heimlich und offen verspottet wird ....
Da ist der große „Club der Besäenden", allen voran ist der Franzose M a s s i g l i — nüchtern, knapp, klar und kurz angebunden: ganz das Gegenteil: Lord Robert Cecil, der adlige Vertreter der englischen Arbeiterregierung, der zwei einander widersprechende Haltungen mühsam zu vereinigen trachtet: Die des großen Rufes für die Abrüstung, — und die des nationalen Engländers, dem feine Flottenmacht über alles geht, und der die Franzosen vor allzugroßen Seerüstungen zurückhalten muß, — indem er ihnen „zu Lande", mit der Larchriistung nämlich, alle Freiheiten läßt. Für diese schwierige Aufgabe haben die Labourleute. bte bei jeder Gelegenheit so gern von der Abrüstung sprechen, sehr geschickt ihren Mann ausgesucht; denn Lord Cecil, dieser gebeugt umhergehende, ehrfurchterweckende Aristokrat versteht sein doppeltes Spiel hervorragend . . . Nicht viel anders als der Engländer denkt auch der Amerikaner G i k>- s o n, ein noch junger, bartloser und eigentümlich braunhäutiger Herr, der, setzte man ihn auf ein Pferd und bände man ihm einen Federschmuck um, einen hundertprozentigen Indianer vortäuschen könnte. Auch er verrät, mit erfrischender Jugendlichkeit im Gegensatz zum greisenhaft mit der Stimme zitternden Cecil, jeden Tag die Landab- rüstung um der Einigung „zur See" willen, — so spielt der eine dem anderen in die Hände. Der alle ttalienifche General M a r i n i s, der so leise redet, daß man ihn kaum versteht, hört dabei meist zu und s'eht sich die Komödie der anderen an. Kommt die Reihe an ihn, so sagt er, wie gewöhnlich: Wir rüsten soweit ab, wie Ihr anderen auch... Das ist die einfachste Antwort, mit der man nichis riskiert.
Sm Schaffen dieser großen Heere lebt sichs gut, denkt mancher Kleine, wie gewiß Herr P o l 1- tis, Griechenlands Gesandter in Paris, der ständig ein feierlich-pathetisches weißes Böffchenim
lung, da es nicht angeht, daß untere und mittlere Beamte in der gleichen Weife wie die höheren Beamten zu dem Opfer herangezogen werden.
Ein sehr umstrittenes Kapitel ist die Wohnungswirtschaft. Soviel ist sicher, daß hier eine Aenberung der Verwendung der Hauszins- fteuer eintreten muß. Bisher wurde bei den Zuschüssen für Wohnungsbaufen nicht immer nach sozialen Gesichtspunkten verfahren.
Die Regierung beabsichtigt den Ausbau und die Fortsetzung der Agrarpolitik. Weng das Zentrum für die Landwirtschaft nicht eintritt, ist diese verloren, denn die Bauernpartei kann sie nicht retten. Eine landwirtschaftliche Gesetzgebung ist nur möglich, wenn sich Brüning und die Zentrumspartei in diesem Reichstag dafür einsetzen.
Unsere Mission ist in diesem Reichstag noch bedeutend schwerer und verantwortungsvoller, aber auch bedeutend wirksamer als im letzten Reichstag. Der Landwirtschaft kann und muß geholien werden, und es wird ihr geholfen, wenn sie sich einer Partei anvertraut, die es versteht, die landwirtschaftlichen Interessen so ausgleichend zu vertreten, wie die Zentrumspartei.
Die Reichsregierung ist für Hilfe bereit. Es wird dann aber auch eine Senkung der L e- bensmittelpreife eintreten müssen.
Di« Notlage, in der Deutschland sich augenblicklich befindet, ist, wie Dr. Silverberg in seiner Rede vor dem Ueberfeetlub betonte, nicht nur eine Folge unserer Reparationsverpflichtungen, sondern sie ist auch hervorgerufen durch übertriebene Rationalisierung und Mechanisierung in Deutschland. Wir müssen dahinkommen, daß die deutsche Industrie auf dem Wellmarkt wieder wettbewerbsfähig wird. Wenn wir aus dieser furchtbaren Zeit herauskom- men wollen, müssen wir wieder lernen, uns als Volksgemeinschaft zu fühlen.
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist das schwierigste Problem, das jemals ein DE zu lösen hatte. Wir können es listen, wenn wir an die Zukunft unseres Vaterlandes glauben. Es geht nicht an, daß das deutsche Geld ins Ausland fließt und von dort zu teuren Zinsen wieder nach Deutschland zurückkommf. Wir müssen Vertrauen haben. Wir haben Schwereres überwunden und werden auch das überwinden. Heute steht die deutsche Reichsmark gegenüber Dollar und engl. Pfund besser als vor dem Kriege. Keine Partei trägt so die Verantwortung für die Entwicklung der Dinge wie die deutsche Zentrumspartei. Brüning muß sich vor allem auf eine eigene starke Partei stützen. Darum alles Trennende zurückgestellt! Alle einig und geschlossen hinter diesem seltenen Mann und mit Elan gegen die radikalen Gegner!
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Reichslogsvizepräsidcni Eger «der die politifdje Lage.
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Westenausschnitt trägt und sich Im übrigen für den größten Juristen des Völkerbundes hält. Er wartet nur darauf, daß der Präsident dieser Adrü- stungskommisjion, der Holländer Loudon, durch irgendeinen Grund verhindert sei, fein Präsidentenamt auszuüben, — alsdann wird Herr Politls Präsident spielen, und jetzt schon freut er sich, wenn er sich ausmalt, daß er dann nach Herzenslust in Paragraphen, Artikeln, Abschnitten und Unterabteilungen sich ergehen kann ... Er wird, das lagt fein Gesicht, bei jeder Gelegenheit einen Unter- ausschuß und viele Redaktionskomitees einfetzen, und über al'en diesen papiernen Dingen wird die Menschheit hoffentlich vergessen, was denn nun die Abrüstung eigentlich ist. Oder vielmehr, — sein sollte ... ■
Aber Herrn Politis schöne Träume rauschen bin, — die Welt wird nicht oergefien. was dis Abrüstung sein sollte. Sie hat gewiß auch schon die Genfer Abrüstungs-Komödie durchschaut. Aber weiß sie auch, welche furchtbare Wirklichkeit hinter diesem Genfer Spiel, dessen * sechster Akt augenblicklich abrollt, drohend steht? Kennt sie schon die Größe der Rüstungen — der anderen? Man muß fürchten, daß diese Zahlen unbekannt oder nur weniger vertraut find, weil man sonst nicht verstehen könnte, daß die Menschheit dabei tft, wie vor 1914 sehenden Auges in eine neue Katastrophe zu rennen ... Vor dem Kriege hatten die wichtigsten europäischen Staaten etwa fünf und eine halbe Million Soldaten unter den Waffen, heute schon mehr als sechs Millionen, obwohl bei diesen Zahlen das deutsche und österreichisch-ungarische Heer inzwischen weggefallen ist, da Deutfcb=Defter- reich und Ungarn abgerüstet haben. Mit Leichtigkeit könnten Deutschlands unmittelbare Nachbarn in wenigen Tagen ein Heer von 12 bis 15 Millionen der winzigen deutschen Reichswehr, die bekanntlich ganze 100 000 Mann stark ist, gegenüber- stellen. Aber nicht genug damit. — die ganze Hoff-, nungslosffikeit und Gefährdung gerade Deutschlands ergibt sich erst, wenn man die Zahlen der Kriegs- Material-Starken vergleicht; denn der Soldat ist nichts ohne Waffen. Deutschland — keine Tanks, keine beweglichen schweren Geschütze (die wenigen, die man uns gelassen hat, sind in Festungen eingebaut), noch keine 300 leichten Geschütze und etwas mehr als 2000 leichte und schwere Ma- schinengewehre . . . Frankreich hat 2500 Tanks, 1800 schwere Geschütze, 1500 leichte Geschütze, 25000 Maschinengewehre, — Polen Tanks, 700 schwere Geschütze, 1300 leichte Geschütze, 14000 Maschinengewehre, — Belgien 300 schwere Ge- schütze, 590 leichte Geschütze, 250 Tanks, 4500 Maschinengewehre, — und sogar die Tschechoslowakei besitzt 40 schwere Geschütze, 800 leichte Gechvtze, 140 Tanks und 8000 Machinengewehre. Alle untere Nachbarn sind um ein vielfaches stärker bewaffnet als Deutschland, obschon Deutschland Öte größte Bevölkerungszahl aufweist ...
Wer aber klagt in Genf jedes 3abr über „mangeln!» Sicherheit"? Nicht etwa Deutschland, sondern — die Franzosen. Darum erschüttern Die Reden in der Abrüstungskommission durch ihrs Unehrlichkeit und Lächerlichkeit zugleich und ein aufmerksames Ohr glaubt, wahrend die Delegierten im Genfer Glashaus noch sprechen, schon von fern den Donner der Kanonen zu vermehren ...
* Gegen den Führer des Deutschtums l« Polen, den ehemaligen Sjem-Abg. Kurt Grabe fällte die Strafkammer des Bromberger Bezirksgench- tes folgendes Urteil. Der Angeklagte wird des Vergehens gegen § 129 für schuldig befunden und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Von dem weiteren Vorwurf des vorbereitenden Hochverrats wird der Angeklagte freigesprochen. Gegen das Urteil haben der Staatsanwalt und die Verteidigung sofort Berufung eingelegt. Der Staatsanwalt hatte wegen Zugehörigkeit zu einer Verbindung (Kyifhäuser-Bund), die es sich zum Ziele macht, Gesetze der Regierung unwirksam zu machen, 1^ Jahr Gefängnis und wegen Vorbereitung zum Hochverrat 6 Monate Festung beantragt Die Verteidigung hatte für Freispruch plat-
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Wie sie abrüsken ...
Heiteres und Ernstes aus Genf. — Nur die Schwachen oder Geschwächten wollen die Abrüstung. — Wieviele Soldaten, wieviele Kanonen gibt es?
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Anzeiger für die Sladl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
Ludendorff warnt.
In seiner „Bolkswarie" veröffentlichte Genera! Ludendorff Prophezeiungen eines künftigen Weltkrieges, die nach den ersten Fortsetzungen einen etwas fantastischen Eindruck machten. Die Zusammenfassung dieser Aufsätze in einer Broschüre zwingt jedoch zu einer Revision dieses Urteils. Lu» dendörff rückt sehr scharf von Hitler, Düfterberg und Seldte ab, die er „ge- wissenlose Schönfärber und bramarbasierende Scheinkrieger und Soldatenspieler" nennt. Er entwirft ein düsteres Bild des kommenden Weltkriegs, der nach feiner Meinung mit der völligen Vernichtung Deutschlands enden muß.
An einer Niederlage könnte auch das nationalsozialistische Ideal eines Zusammengehens Deutsch- lanbs mit Italien, Oesterreich, Ungarn, England (ohne Dominien) und Sowjetrußlands nichts ändern. Bereits in der fünften Mobilifierungswoche würde nach der Auffassung Ludendorffs in Süd» deutschland die Entscheidungsschlacht geschlagen, dis mit der völligen Ve- sttung der Italiener uni) ihrer Verbündeten er i müßte. Französische und tschechische Truppen würden bann burch Deutsch- lanb marschieren, um Polen zu Hilfe zu kommen« In Berlin würbe eine schreckliche Hungersnot ausbrechen. Der junge beutsche Nachwuchs wäre inzwischen zur Ausbilbung nach Englanb unb Italien verfrachtet worden. Er würbe im Laufe bes Krieges elenb zu Grunbe gehen.
Die Einsamkeit Lubenborffs wirb burch diese Veröffentlichungen nicht geringer werden Seine ehemaligen Freunde von rechts werden ihn endgültig in den Dann tun. Immerhin, diesmal sprach nicht ber „Rassenforschei
Monatlich 1,80 einfchllehl. Postgevüyr (48 Pfg.» ohne 3ufte_Ug. Anzeigen-Preise Kleinzeile (Sol.) lokal 0,15 5Ut, auswärts 0,20 .UM Rellamezeile: lokal 0,60 MC, auswärts 0,80 Ml Bei Wiederholungen Rabatt Postscheckt. Franks, a M. 4051
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) abend ade im ähliges
laf, ?n?la9c gegen drei Redakteure der „Hofen u‘ Nachdem vor einigen Tagen die «Rote k Änn « roe9en eines Artikels, in dem der tätliche I “F’U auf Zörgiebel begrüßt wurde, auf eine sckn?i . verboten worden ist, hat die Staatsanwalt- »„7 "u Landgericht I gegen drei Redakteure der Uck-" Jahne" Anklage wegen offent- n.„ 5 Beleidigung und Vergehens g e- « das Republikschutzgesetz erhoben.
der belgijchen Hegierungskrise. Aus mtr^ gemeldet: Die liberalen Abgeordneten ro$i..anun®r und Senat haben eine Vertrauens- h.t’yi l“r die zurückgetretenen liberalen Mini- etchlosfen. Sie sprachen sich ferner für eine thVr? Zusammenarbeit mit den j.?!1 * e n in ber Regierungskoalition aus. . .Eien Beschlüssen ber liberalen Adgeorbneten tot „Le , fische Regierungskrise als besei- V «Sieben werden können.
mi <=JLa”len,fauft 27 Torpedoboote. Der König Spanien hat, wie aus Madrid berichtet wird, ^^"ierzeichnet, bas einen Ankauf von 27 ■Wen genehmigt.
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Die Indien-Konferenz.
jtebe des Königs vor der Indienkonferenz. König von England in eigener Person er- in London die I nd ienkonf e re nz mit - . ^Ansprache, in der er zunächst die Mitglieder ennferens willkommen hieß und darauf hin- hak sich britische und indische Staatsmänner
'inhitoe Staatsoberhäupter noch nie an 'rr und um einenTisch verfamme11 „ni über ein Regierungssystem für Indien traten und sich über ein Verfahren zu einigen, 6M, :n2m Parlament als Richtlinie dienen soll.
’J We, so fuhr der König fort, sind im si.der Ration eine kurze Spanne Zeit. Das Al. -zabnehnt ist nicht nur in Indien, sondern in allen Nationen, die das britische Reich 2nL qeuqe einer Entwicklung von Eedanken- und nationalen Bestrebungen gewesen, schnell vor sich gegangen ist. Es ist des- nicht erstaunlich, daß es sich jetzt als nob- erwiesen hat, die Ergebnisse dieser vor *5,* Rabren begonnenen Entwicklung zu prüfen für die Zukunft vorzubauen. Ich brauche nicht Charakter der überaus wichtigen Aufgabe ««»tonen, die Sie zu bemeistern haben. Jeder «timen wird sicher das tiefe Bewußtsein von ABedeutung des Ergebnisses Ihrer Besprechun- für das britische Reich haben. Die Anwesen- iSt der Vertreter der im britischen Reich oert »miaten Brüderstaaten sei, so führte der König ^iter aus, von glücklicher Vorbedeutung. Er ^rde den Verlauf der Verhandlungen nicht ohne «eioranis, aber mit noch größerem Vertrauen ver- > Nii Er nehme Anteil an den materiellen Le- bensbedingungen seiner indischen Untertanen und benfe auch an die berechtigten Forderungen der Mehrheiten und der Minderheiten, der Stadtbewohner und der Ackerbauer, der Starken und der Schwachen, der Reichen und der Armen, aller Rassen und aller Sekten. Alle diese Dinge gingen ihm sehr zu Herzen. Er zweifle nicht, daran, daß Pte wahre Grundlage jeder unabhängigen Selbstregierung die Zusammenfassung aller dieser so verschiedenartigen Forderungen sei, und hoffe, daß die auf einer solchen Grundlage errichtete künftige Regierung Indiens allen ehrlichen Bestrebungen des Landes genüge tun werde. „Mögen die Bv- tzrechungen der Konferenz," so schloß der König, „baut führen, dieses Ziel zu erreichen, und mögen die Namen der Konferenzmitglieder von der Ge- k schichte verzeichnet werden als die Namen derer, die Indien gute Dienste geleistet haben und bereit Bemühungen zum Glück und zur Wohlfahrt m e t» r neS geliebten Volkes gereichen wer-
Anschließend wurde von den indischen Fürsten und Führern Macdonald zum Präsidenten der Konferenz gewähll und die Be- sxrechung begonnen.
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Das Schauspiel des Zusammentritts der Kon- $ strenz in der Königlichen Galerie des Ober- Hanfes war trotz seiner Einfachheit überaus eindrucksvoll. Zum ersten Mal in der Geschichte der britischen Verbindung mit Indien führte ein König von England als König und Kaiser von Indien den Vorsitz in einer Konferenz, die zu- fammengetteten war, um ein für das britische und das indische Reich gleich bedeutsames Problem zu behandeln. Die historische Halle war bis zur äußersten Fassung gefüllt. Unmittelbar, zur Rechten des Throns saßen die regierenden indi- toen Fürsten und ihre Minister, zur Linken der Premierminister und andere Staatswürdenträger. Dor dem Thron hatten die britisch-indischen Delegierten Platz genommen. Die indischen Fürsten singen gewöhnliche schwarze Anzüge, und die Aule, die eine Schaustellung ihrer historischen Juwelen erwartet hatten, waren tief enttäuscht.
Dir britische Neichskomferenz gcht zu Ende.
vtb. London. 13. 11. (Eig. Meld.) Die btt- .che Reichskonferenz wird voraussichtlich morgen mit einer dritten und letzten Plenarsitzung ihr ^-nbe finben. Heute vormittag sollen die wirt- Mstlichen Erörterungen möglichst beendet wer- Am Nachmittag werden die Führer ber ■^tiegationen die Erörterung der auswärtigen Angelegenheiten, die am Dienstag begonnen hatte, wrtsetzen. Times sagt, die Premierminister der to£mgLnio.n§ hätten zwar erwartet, daß die Briti* Regierung einer Ausdehnung des Systems der :°siugstarife nicht beistimmen werde, die offk- ^eiie Bekanntgabe dieser Tatsache habe aber doch W enttäuscht.
Verlängerung des Moratoriums in Brasilien.
- einer Havasmeldung aus Rio de Janeiro W die Regierung bas Moratorium um etwa 14 1Qge verlängert.
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