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Dann begann die Fahrt. Bald sahen wir nichts wie Wald. Nach längerer Zeit passierten wir einige Ranchos und sahen dahinter ein kleines Holzhäuschen auftau­chen.

„Hier sind wir auf der Eftanzia!" sagte der Masor- domo.

Das war unsere neue Heimat. Wir stiegen ab und suchten uns jeder eine Lagerstätte in den leeren Ran­cho».

Wir waren etwa« niedergeschlagen und fühlten uns bedrückt durch die Armseligkeit unserer Umgebung. Tod­müde waren mir ebenfalls, trotzdem schlief keiner in die­ser Nacht, dafür sorgten die Moskitos.

Am nächsten Tag ging die Fahrt für mich und meinen Freund weiter. Auf dem Karren fanden wir diesmal drei Schweine zur Gesellschaft. Dann ging es unter Begleitung des Majordomus noch tiefer in den Wald hinein.

Etwa zehn Kilometer von der Eftanzia entfernt, an einem Fluh, stießen wir auf einen Rancho, der uns in seiner jämmerlichen Derfallenheit von dem Majordomo als unser neues Heim vorgestellt werben mußte.

Der Majordomo wünschte, daß wir recht bald ein Stück Land urbar machen sollten, und fügte hinzu: „Ein Pferd lasse ich Ihnen morgen bringen, zwei Kühe kom- zu leben. Irgend etwas in unserem Innern beunruhigte

Dann wandte er sein Pferd und ritt zur Eftanzia zu­rück.

Mein Freund sah m'ch an, Ich sah ihn an, keiner wollte oder konnte in diesem Augenblick etwas sagen. Endlich rauchten wir eine Maisblattzigarette, konnten aber trotz des Genusses doch nicht recht froh werden.

Eigentlich hatten wir es doch so gewollt, so weit als möglich von den anderen entfernt ganz allein im Walde zu leben. Ergend etwas in unserem Innern beunruhigte uns, ohne daß wir genau hätten sagen können, was es

Nach kurzer Zeit gingen wir sogleich an die Arbeit. Ernst fällte junge, schlanke Bäume, und ich warf Löcher aus. Nach vier Stunden war endlich die Palisadenum­fassung, der Korral für die Schweine, fertig.

Hierauf schoß ich einige Waldhühner und kochte sie, während Ernst den Rancho notdürftig ausbesserte.

Nach der Mahlzeit schlugen wir noch schnell zwei primitive Lagerstätten auf. Als dann die Nacht herein­brach, legten wir uns darauf nieder, in der Hoffnung, recht angenehm zu ruhen. Doch leider verdarben uns die Moskitos auch diese zweite Nacht.

Hätte der Majordomo uns in Buenos Aires gesagt, daß ein Europäer unmöglich in dieser Gegend während der Nacht ohne Mückenschleier schlafen kann, so hätten wir selbst dem liebet vorgebeugt. Er wollte ja allerdings sofort Mückenschleier kommen laßen, wie er gestern ge­sagt hatte.

Trotz der zwei schlaflos verbrachten Nächte fand uns die Sonne am nächsten Morgen frisch und fröhlich bei der Rodearbeit. Ernst wurde redselig und begann, indem er die Axt vor sich hinstellte und die schon schweiß­getränkten Hemdsärmel weiter aufkrempelle: Oh, wir wollen uns hier eine neue Heimat schaffen. Ist es nicht schön hier? Und wir haben doch das Vorkaufsrecht, wenn das von uns urbar gemachte Land später einmal verkauft wird. Das ist doch herrlich! Die zehnprozentige Abgabe von der Ernte im ersten und die zwanzigprozentige Ab­gabe im zweiten Jäher ist doch wirklich nicht bedrückend. Selbst wenn wir alles, was wir an Lebensmitteln, an Saatgut, an Pflügen, Vieh, und was sonst noch für uns im ersten Jahre notwendig ist, selbst bezahlen müssen so ist es doch zweifellos, daß wir in vier bis fünf Jah­ren eine hübsche Summe erspart haben werden. Und was meinst du, lieber Bernhard, ich schreibe heute abend noch einen Brief an meine Braut in Deutschland, sie soll mit dem nächsten Dampfer herüberkommen.'

Ich konnte Ernst nur beipflichten .........

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liebet« ! ichtgewelkte A uand k-'«pinnt - - Dämmerung ihre grauen Fäden.

-kr stclnd hockt ein Haus am Wiesenrand, Stumm und finster, mit geschlossenen Läden, ggfc dies Land nicht, selig übersonnt, Karbensatte, trunkene Sommerfeste?

. den ncbelschweren Horizont Streckt der Wald die blätterlosen Aeste. Alles Leben scheint ein Schattentrug, Weltenfern der großen Stadt Getriebe. Lautlos streicht ein schräger Dohlenflug In der Wolken bleiernes Geschiebe.

. Karl Serba.

„t)et Kampf um Fulda-.

I c0 [alitete die Ueberschrift der kurzen Notiz, die der | .ül|rer her Fuldaer Nationalsozialisten der letzten Nazi- . Versammlung im Fuldaer Stadtsaal widmete. Daß die Meilen übrigens in der Hauptsache persönliche Bemerkun.

enthielten, sei hier nur nebenbei bemerkt, da ich nicht Lia denke mich in nutzlose Plänkeleien einzulassen. Er- Mnenswert ist aber die Proklamation des Kampfes, Bei I LJ qeht es um Fulda, in Thüringen um Thüringen, in | »reuben um Preußen, Im Reich um das Reich. Was büßt do»? Das heißt, es ist ein Entscheidungs- kamps um die Macht in unseren kleinen und großen Gemeinwesen ausgebrochen. Wir wissen das, und da« sei deutlich gesagt, wir fürchten diesen Kampf

WM

Ihr irrt Euch aber, Hitleranhänger, wenn Ihr glaubt, diese Worte seien eine Ankündigung des schärfsten Kamp- J se, »egen Euch. Nein, wir kämpfen nicht gegen Euch, «ir hoffen vielmehr, daß die Idealgesinnten und positiv (gläubigen unter Euch sich bald in unsere Reihen einord- mn. Wir kämpfen nicht gegen Volksgenossen, aber wir kämpfen für die Erneuerung des sozialen und religiösen Lebens, wir kämpfen für eine Neuord­nung der Wirtschaft und des Staates aus den Kräften eines gläubigen Christentums. Noch ist un­sere jungkatholische Front nicht überall festge- M noch ist vielerorts viel Vorarbeit zu leisten. Aber | Mifttt Reihen erstarken langsam: überall bilden sich Heine Truppen entschlossener junger Menschen.

Junge Volksfront!

Es wird nicht gefragt, ob einer Arbeiter ober Akademiker ist. Jeder ist als Kamerad willkommen, der bereit ist, alles

möglich ist.

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Verwilderte L ebe

Neuordnung des wirtschaftlichen und sozialen Le­bens aus der Weltweite eine« gläubigen Christentums, für das Reich Christi auf dieser Welt. Wir führen diesen Kampf, weil wir in der Ueberzeugung leben, daß ohne und gegen Christus keine menschenwürdig« Orbitung

christlichen Lebensau

schon mehr dazu, wenn wir von einem Führer verstanden werden, der sich erst in ein frauliches Gemüt hineinden­ken muß; und dann trägt die Seele des Mannes von Natur aus die ergänzenden Eigenschaften zur Frauenseele in sich. Das alles müssen wir ganz einfach und dankbar hinnehmen. Fangen wir an, darüber herumzusinnieren, sind wir schon ein klein bißchen verbogen.

Verwilderungen der Liebe, die große Dimensinonen annehmen, die auch die Leiblichkeit und di» Einbildungs­kraft in Mitleidenschaft ziehen, nennt man allgemein .Hysterie". Man sollte nicht so despektierlich davon re­den, weil man damit gar nichts besser, sondern nur viel schlechter macht. Man sollte aber in sich und in anderen mit kräftiger, verstehender und vertrauender Liebe dahin wirken, daß der Wille in uns Frauen stärker werde und all die so begreiflichen Verwilderungen der Lieb« in uns zurückschneide. Gesunde Willensschulung von klein auf würde dem Triebhaften später leicht gebieten und man müßte bann die frischen, einfachen, klaren Mädchen nicht so oft missen.

Mr sollten uns von vornherein um eine stattlich« Be­tätigung umsehen, die mir beruflich oder nebenberuflich ausllben; auch bann wäre einer Verwilderung der Liebe vargebeugt. Der natürliche eheliche Beruf bleibt vielen verschloßen, die rein mechanischen Berufe der modernen Frau aber dämmen ihre beste Kraft zurück. Die Frau erleidet eine traurige Verkümmerung ober sie verstei­nert; auch die Flucht in überlanges Studium ober in übertrieben männlichen Sport helfen ihr nichts. Die Frau muß ihre Siebe in sichtbarer Form auswirken dür­fen: in einer kleinen Stube, die sie für andere schön macht, in guten Sachen, die sie bereitet für liebe Men­schen, an Kindern, denen sie hilft und denen sie Mutter fein darf. Der Drang zur Che bei vielen jungen Mädchen und die Sehnsucht nach dem Kind müßte nie unwürdige und unrechte Formen annehmen, wenn sie zur rechten Zeit anfingen, ihre eigensüchtige Liebe auf viele kleine Taten der Liebe zu lenken und sie herzuschenken an die, zu denen sie Gott-gerufen hat. Der Hunger nach Gegen­liebe würde nie so groß, daß sie an ihm zugrunde gingen.

Das allzustarke Leiben an Uebermaß einer Menschen­liebe tragt die Merkmale des Ungesunden an sich. Wie

ung, für eine

für Deutschlands Rettung einzusetzen. Unser Streben gilt der Vorbereitung eines neuen Ordnungsbil­de s d e r W e l t, die in einem Chaos unterzugehen droht. Darum Kampf den dunklen Triebkräften, die aus Freude am Umsturz handeln, Kampf der verantwortungs­losen Demagogie, die das Volk immer mehr zu einer unselbständigen, allen neuen Tinflüsterungen unter­liegenden, ungeordneten Masse machen will. Kampf aber auch allen, die das Christentum nur auf den Lippen tragen.

Wir wissen, daß Europa dem Kommunismus unterliegen wird, wenn die Neuordnung der ge­sell sch a s tl! ch e n und wirtschaftlichen Zu­stände nicht gelingt, wenn nicht Christus wieder als König anerkannt wird. Der Nationalsozialismus ist nur ein Handlanger de» Kommunismus, weil er die Massen in einen fanatischen Haß gegen alles Bestehende hineintreibt, anstatt daran zu arbeiten, daß diese Massen wieder Volk werden. Dazu fehlt dem Nationalsozialismus aber die Weite, dazu leidet er zu sehr an einer Unterwertung des Geistigen, und einer armseligen UeberschätzUng der Gestaltungskraft der bru­talen Gewalt. Im großen Zusammenhang der geistigen Strömungen unserer Zeit gesehen, bereitet er wie gesagt - gegen seinen Willen — die Herrschaft des Kommums- mu» vor. Er erreicht durch seine Propaganda, der nach eigenem Geständnis alle Mittel recht sind, daß die noch nicht sozialistisch organisierten Masten sich immer mehr der alten Ordnung entfremden und schließlich nur noch im Kommunismus ihr Heil sehen, weil der Nationalso­zialismus nicht vermag, ihnen geistige Nahrung zu geben und eine neue Ordnung herzustellen.

Der Nationalsozialismus ist also nicht unser Haupt­gegner, er ist nur eine der Kräfte, die „Freude am Ehaos" haben, wie der katholische Arbeiterführer Joos sagte. Wenn wir uns in der hiesigen Gegend auch im Augenblick mit dieser Strömung auseinander zu setzen haben, so dürfen wir nie vergesien, daß der gefährlichste und letzte Gegner der weltanschauliche Sozialismus bezw. Kommunismus ist.

Wir müssen den Kampf mit der richtigen Frontstel­lung führen gegen den Umsturz, gegen die ver­antwortungslose Verhetzung, gegen die Feinde der

Wir entnehmen dieses offene Wort einer Frau an junge Menschenkinder dem Buch: „Liebe ist das Brot des Lebens. Son Rosmarie Safener. Derlagsanftalt Tyrolia, Innsbruck. 4 Mk.

Biele junge Menschenkinder gehen mit ihrer Siebes» traft um wie mit schlechter Münze. Heute kaufen sie hier ein erlogenes „Siebesgeftänbnis" ein, morgen dort, bis sie cusgebörrt sind wie wasserloses Land und sich selbst uud andere betrügen müssen, um am dritten Tage einem neuen Liebhaber etwas vorzumachen. Es sind die Mäd­chen, die immer „mehrere Eifen im Feuer haben" und Mcht einsam durchs Leben gehen müssen.

Manche dieser armen Koketten sinken so weit, daß sie schier jeden Buben oder Mann um das Liebhaben betteln und die ganze Welt um Liebe anschmachten.

Andere werden jedermann durch ihre Eifersucht zur Uuol . Ihr Liebesbedürfnis ist so übersteigert, daß sie sich immer benachteiligt, hintergangen und ausgeftofeen Mkommen. Neben einer solchen Frau ober einem fol- EE»DSdchen auszuharren, verlangt Heldenmut.

h*. m>e6e-r an&cre vernarren sich In einen einzelnen frem- 8tn Höfchen, daß sie beinahe um ihren Berstand korn- n>en; daß die Saiten ihrer Seele springen.

Am traurigsten mutet mich eine Frau an, die ihre j^n^'^süberfütte an eine Katze oder einen Hund oer-

W diese Verbildungen und Verwilderungen der .e fön»en auch in wertvollen Menschenkindern um sich sy'ien, in Seelen, die für eine große, opferstarke Liebe le 9t|d)affen wären. Nur haben sie die Zeit versäumt, er sie ifjrc naturhaste starke Liebe beschneiden und «eredeln sollten.

In irgend einer Form tragen fast alle Mädchen die p ken ron verwilderter Liebe in sich. Wir sind nun ein- benimn h®*^'** pf,ne ^ebe und fu'-en öfters, uns l e- ober i f . 3U Zeigen ober uns bemerkbar zu machen ®ento=-m-alIen: a“es um 1° ein armseliges Stückchen

Weniiebe willen; wir umdenken manchmal allzu» bej f e,n uerstehendes Wort eines lieben Menschen. Da» geiftin o--”9 bas Verständnis eines Berater«, eines me„avn Führers unwillkürlich mehr als bas einer Ka- einer Frau. Begreiflicherweise; es gehört

Modere Oberprimaner!

Die Probleme der Liebe, die uns bas eigene unge­stüme Herzen auferlegt, meister» wir nur durch die rechte Eigenliebe und mit harter Hand gegen uns selber. Sich nur nichts durchgehen lassen, was an krankhafte, verwil- berte Liebe gemahnt; keine verfrühte, kindische Buben­schwärmerei, keine aussichtslose Jugendliebe, keine schmachtende Liebessehnsucht.

Stehen wir aber den Auswüchsen jugendlicher, viel­leicht auch eifersüchtiger Elternliebe gegenüber, was dann?

Die Liebesnüt in anderen Herzen muß man mit barm- herziger Hand berühren. Nicht unwillig, nicht spöttisch, nicht abstoßend sein. Ruhig, konsequent am Erkannten festhalten; sich nicht auf endlose Auseinandersetzungen einlassen; nie etwas vortäuschen ober Liebe heucheln; nie Hinhalten unb vertrösten; aber auch Geduld haben. Ge­duldige Energie sind wir schuldig Gott unb dem guten Menschenkind, das uns das Schönste anbietet, was er hat.---

zur Herberge; alle 50 Meter wurde zur Erholung da« Lied vom Mädchen mit den goldenen Haaren gesungen. Doch wird erzählt, einige hätten gar nicht mitgewollt, und die Nachhut habe mit den Widerspenstigen viel Arbeit gehabt. Das Schlimmste stand uns noch bevor: „Wer in weinberauschtem Zustande die Herberge betritt, muß sie sofort verlassen", lautete eine Vorschrift. Viel Mühe hat es gekostet, bis wir unsere „Magenkranken" ins Bett ge- schmuggelt hatten.

An der Krone zu Aßmannshausen, ehrwürdig durch Sie Erinnerung an so viele romantische Künstler de» Wortes und des Trunkes, durften wir nicht vorbeigehen. Eifrig studierten wir die Weinkarte und lechzten nach dem berühmten Roten — dann bestellten wir Fleisch­brühe, denn es war „der Beutel schlaff und leer".

Der Niederwald bildete den Abschluß der Fahrt. Hier hatten wir einen glänzenden Ausblick auf die Oben rheinische Tiefebene und ins Nahetal. Dom Dampfer au« ließen wir die Berge mit ihren Burgen noch einmal an uns vorbeiziehen. Nach einem kräftigen Regenschauer warf uns der Dampfer in Andernach ans Land; hier be­schlossen wir unsere Fahri."

' (So lautet der Aufsatz. Unser Berichterstatter knüpft daran folgende Bemerkungen an:)

Um Gotteswillen, also die „biederen Oberprimaner" (lies: Spießer), sind nach kaum 15 Jahren Nachfolger der Oberprimaner, bie tm gleichen Alter als Männer im Kampfe fürs Reich standen. Nein, unsere Front, generation weiß sicher vielfach nicht, daß es so erbärmlich steht. Jetzt versteht man erst, was Pater E s ch mit seinen Worten am Kongreß in Münster wollt«: „Wir haben auf den höheren Schulen in den letzten zwei Jahren wie­der eine solche Dekadenz, die überaus zu bedauern ist. Dieses Pennälertum, dieses Spießertum, starker als vor dem Krieg und vor allem mit einem unmoralischen Einschlag dabei. Diejenigen die abstinent sind, werden verlacht» Ich seh« auch ein» Gefahr darin, daß die Wander« tage nicht abstinent sind. Ich sehe die Gefahr darin, daß di« Kommerse und Abschiedskneipen sind, al« wäre kein Krieg gewesen." Diese „biederen Oberprimaner" lesen sicher nicht, sonst wäre chnen vielleicht das Menetekel zu Gesicht gekommen, bas Prof. Behnan biefen Teil bes akademischen Nachwuchses richtet. Sie sollen sich um Gotteswillen nicht einbilden, daß sie Führer der Nation sein werden. „Ehedem hatten die Studenten ein Monopol darauf, übermorgen haben sie es nicht mehr. Die Führ ber Ablösenden stehen schon vor der Tür. Führer muffen Vorbilder fein. Diese „Herren" (gemeint ist der lärmende, protzende unb auffaHenbe Teil, der anstoßooll die akade­misch« Freiheit mißbraucht) mögen sich nicht darüber täuschen, daß die Tage gezählt sind, wo sie als Führer geehrt werden. Die Nation ist heute frei in ber Wahl ihrer Führer u. sie ist entschlossen, davon Gebrauch zu machen. Weder Demokratie noch ber Rabikalismus, ber von rechts unb link« nach Diktatur schreit, kann in ihnen noch eine Hoffnung sehen. Es kommt ber Tag, wo ihm die Nation die Replik schreibt."

Man komm« uns nicht etwa mit dem Einwand vom überschäumenden Iugendleben, bas auch in einer Notzeit des Volkes fein Recht haben müsse. Wir lassen uns solche Spießerhaftiqkeit nicht als echten Iugendschwung unter- schrieben. Wir halten es mit Herbert Eulenberg, der ber akademischen Jugend schon 1913 ins Stammbuch schreibt:

Ich grüße die Jugend, die nicht mehr säuft,

Die Deutschland durchdenkt und Deutschland durch­läuft,

Die frei heranwächst, nicht schwach und nicht schief. Weg mit den Schlägern, seid wirklich „aktiv".

Bringt Humpen unb Säbel zur Rumpelkammer, Verjagt den Suff unb den Katzenjammer Und alles, was euch verfault unb oerplunbert! Auf! Werdet Menschen von unserem Jahrhundert! (Unser Berichterstatter meint am Schluß seiner schar­fen Sätze resigniert: Aber bas wird alles nichts nützen. Und was sagt Ihr dazu Primaner in Fulda?)

Ein Neudeutscher gibt im „Iungkatho» lischen Vortrupp", (Blätter für alkoholfreie Lebensführung) einen interessanten Aufsatz über einen Schulausflug wieder, den wir hier veröffent­lichen, nicht etwa weil wir für radikal« Absti­nenz wären, sondern wett die Ausführungen viel­leicht eine offene Aussprach« über das zu Grund« liegende Problem herbeiführen.

9m Jckhrbuch der Göthe-Schule EffeN (Städtisches Gymnasium und Realgymnasium), Berichterstatter Ober- studien-Direktor Meese, ist von Seit« 41 bis 43, unter der Ueberschrift „5 Tage am Rhein" nachstehender Bericht von Oberprimaner Gustav Adolf Schmeding zu lesen:

„Don Bonn bi« Rüdeshelm ist ein gutes Stück; man möge daher nicht glauben, die O1 habe diese Tour in Gewaltmärschen bewältigt. Erstens Ist bas eines bie­deren Oberprimaners unwürdig, zweitens wollen wir nur an sageumwobenen Orten verweilen, auf Römerpfaben wandeln, in Weinorten rasten. Sogar an einer gewissen Romantik fehlt es uns nicht. Wenn wir beim Wein am Rhein unter Glühbirnen saßen, glaubten wir unb beson­ders unser sehr geschätzter Herr Siudienrat an eine „Ve­nezianische Nacht!"

lieber Heisterbach gelangten wir im Sturm auf den Drachenfels, wir benutzten nämlich die Zahnradbahn. Eine solche Einrichtung kam uns öfters zu Hilfe; auf dies« Art spürten wir die oft beträchtlichen Höhenunter­schiede an unserem eigenen Leib« kaum. Das Marschieren war bei ber Sonnenglut oft sehr peinlich, doch fehlt« es uns dann selten an Stimmung. Trotz unserer Sanges­lust war Herr Wieners nicht so ganz mit uns zufrieden, denn es entfuhr ihm einmal das geflügelte Wort „poe­sielose Meute".

Aus Koblenz sei berichtet, daß wir Nr. „13" nach Hause zurückschickten, denn die Schicksalsgötttn hatte an ihm ihr Opfer gefunden — er verbog sich ein Vein. Am Deutschen Eck verweilten wir einige Zeit. Ueber dies« Gedenkstätte an deutsche Größe unb Macht stand in schlimmem Kontrast die Trikolore aus ber Feste Ehren­breitstein.

Rach einem sehr schönen Spaziergang gelangten wir über Burg Stolzenfels, die uns wenig begeisterte, zum Königsstuhl in Rhens. Hier lagerten wir im Kreis unb kauten „gefundene" Kirschen. Daraus kamen wir mit Hilf« ber Bahn nach Boppard. Dort hatten wir bas Glück, mit einer Hamburger Mädchenklasse zusammenzu­treffen. Dies« lungerten schon seit 14 Tagen studienhalber am Rhein herum (zur Nachahmung bestens empfohlen). Während wir bei unseren Schoppen saßen, stillten sie ihr Verlangen an den Fleischtöpfen. Gegen 22 Uhr vereinig- ten mir uns, trotz strengen Verbotes der Lehrerin — doch auch Herr Wieners paßte gut auf — zum Verdau- ungsmarfd). Es gelang uns, ber Obhut zu entwischen, und in langer Reihe ging’s Arm in Arm mit Gesang zum Städtelein hinaus. Nach ber Heimkehr konnte man nur mit Mühe ein rasendes Fräulein beruhigen.

Der nächste Tag begann mit einer Dampferfahrt. Mit Gesang und vieler Müh' bestiegen wir die Lorelei. Dort wimmelt« es von lauter „Soreleis" („ . . . Mädels mit ganz langen Röcken . . ."). Nach geschickter und kürzester Führung gelangten wir nach Kaub, um hier nach Blü­chers Art überzusetzen und uns darauf in Bacharach nie- derzulassen. Wie ein Raubritternest liegt auf hohem Berge die Herberge. Als Verwalter haust dort oben ein „Biber", ber uns sehr vertraulich begrüßte. Er meinte, wir seien feine Jungens, und kämen gerade recht, um mit Barmer Mädchen im „Ringelreihen" zu tanzen. Doch das war nicht noch unserem Sinn. Husch, husch! waren wir im Dorfe und rüsteten zum Abschiedstrunk. Unter Herrn Wieners Leitung leerten mir manches Glas. Doch als die Zeit zum Aufbruch drängte, erschienen — o Wonne — unsere Barmer Herbergsinsassinnen, unb nun wurde es erst lebendig. Wir ließen den „Biber" oben allein tanzen unb amüsierten uns auf unser« Weise. Wer betreibt den Heimweg? In langer Kette ging es hinauf

oft bringt uns Enttäuschung ober zurückgewiesene Liebe um Mn|eren Lebenswillen ober unsere Tatkraft, wie oft nimmt sie uns die Frisch« und Lebendigkeit! Weil wir bas eigene Leben zu gering achten, weil wir uns bis ins Wart erschüttern lassen von ber Leidenschaftlichkeit unserer Siebe. Gott wird van uns unser Eigenleben zu­rückverlangen, das durch die schöne Menschenliebe frucht­bar und gesegnet — aber nicht krank geworden ist.

Dersagt uns jemand seine Liede, enttäuscht er uns, sollten wir doch ausrecht unb herb unb gesund genug sein, um nichts für uns zu begehren, was vielleicht anderen Menschen bestimmt ist. Sollten nach den bittersten Stun­den doch wieder so viel Kraft aufbringen, daß wir einsam roeiterroanbern unb bas Tröpflein Menschenliebe, bas mir trinken wollten, verschmerzen.

Nur wir, wir Blinden, Ungestümen meinen, Dies eine Tröpflein müßte unser werden; dies eine: sonst keine« — — — unb oerbürften neben dem Meer.

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Ak 2umyer, Flieger und Jäger in Südamerika.

23on Bernharb Schroede r-Viberg.

| (Copyright by S. i scher, Berlin.) P*fibfttre^n war ich bereits in Argentinien, ohne Hern f Un$ befunden zu haben. Da lernte ich einen ennen> der mit mir in bei,.selben Hotel wohnte.

■Lj«’“ toor vor zwanzig Jahren als achtzehnjähriger KJ?«® Qus -eutfdjlanb in Argentinien eingeroanbert. :Ns W • ktr ietrt im subtropischen Gebiet einen Posten s $r ”,or6onro lGutsverwalter) inne.

l^ort .^Gahlte mir, daß er hier fei, um in der Emigra- M J^embenunfetrunft auf Staatskosten) Kolonisten F,t0P 'hm verwaltete Eftanzia zu werben.

W^ydilL h"be auch schon fünf deutsche, zwei F*®orben e'nf russische und eine italienische Familie n und werde morgen bereits die Reise begin«

efm ich die näheren Umstände erfahren hatte, i*6 °Ucf) mich, mit in den Urwald zu gehen, etn -J. ^?"ich °m anderen Tage zur bestimmten Stunde Lilien ° '!"^nd, war außer den angegebenen Sebent tin Obiger, junger Mann hinzugekommen. Agentin, °Cm Aiujorbomo stand ein elegant gekleideter -v -'ff' welcher an die ©ieblertinber Schokolade ' Der M > Certei[te-

h»,1retOm° erzählte mir später, daß dieser Herr gflLß . .i-siunzia sei, aber in Buenos Aires wohne. I6M6 h ’?ten Versprechungen bes Argentiniers, vH,, -„u -Najorbvmos, herrlchte baib eine Hoffnung«- 5ßir .^sichtliche Stimmung unter uns Neusiedlern. H k£n ^g und fuhren mit einem dank-

wir nun endgültig die alte Heimat iS-ErttoSlichen wirsichastlichen Zuständen hinter

Jetzt machte ich auch die nähere Bekanntschaft des anderen jungen Mannes. Er war Schlesier unb von Beruf Landwirt. Sein Gesich'sausdruck war gutmütig, aber etwas beschränkt, sein Körper dazu schwerfällig.

Wir schlossen Freundschaft und vereinbarten, ge­meinschaftlich zu siedeln.

Erst am nächsten Tage gelangten wir an unseren Be­stimmungsort, in ber Provinz Santiago del Estero.

Ein winziges Steinblockhaus stellte den Bahnhof bar, an welchen sich noch fünf elende Lehmranchos schlossen: Herbergen unb Gaststätten primitivster Art. Dann sah man Wald, nichts wie Wald, soweit da« Auge reichte.

Der Majordomo sagte nun, wir möchten uns einen Augenblick gdulden, er würbe den Wagen entgegenrei- ten, die uns rociterfabren sollten.

Dann schwang er sich auf ein Pferd, bas ein brauner Bursche bereitgehalten hatte, unb entschwand tn schnellem Ritt unseren Bücken.

Die Sonne stand hoch am Himmel. Die Hitze war drückend.

Wir hatten uns unter dem vorspringenden Lehmdach vor dem Rancho einer Türkenbudike eng zusammenge­drängt, um im Schatten zu (ein. Alle entbehrlichen Klei­dungsstücke rissen wir uns vorn Leibe, um nur ein wenig Erleichterung zu haben.

Drinnen im Türkenrancho schnarchten zwei vollge­trunkene Kreo'en. Auf dem rohgezimmerten Ladentisch stand mit geöffnetem Schnabel unb lasch herabhängenben Flügeln ein Kampfhahn. Seine von Menschenhand ge­rupften Oberschenkel unb sein von Natur aus nackter Hals gaben ihm ein höchst phantastisches Aussehen.

Endlich, nach drei Stunden qualvollen Wartens in der glühenden Hitze, kam der Majordomo mit (einen Wagen zurück. Das waren große, zweirädrige Karren, mit je drei Maultieren bespannt.

Nun packten wir unsere Habseligkeiten hinauf und machten es uns selbst so bequem wie möglich a"t den I ----- --