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Sonntag, 9. November 1930

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Ufas die Woche brachte

Ein Gegner Deuischlands

Wie die „Bayerische Staatszeitung" meldet, sind die aus den Femeprozessen höchst unrühmlich be­kannten Oberleutnant Schulz und Feld­webel Klapproth in den Vor st and der Nationalsozialistischen Partei berufen worden. Sie sollen später Posten als sogenannten Standarten­führer in Ostdeutschland erhalten.

Arbeit und strikte Sparsamkeit können helfen.

nur mit einem prosperierenden Deutschland Handel treiben. Vorbedingung hierzu sei jedoch Friede und vor allem friedliche Gesinnung u'j Derständigungswille. Die große Gefahr liege in diesen Zeiten der Wirtschaftsdepression, in den krankhaften Versuchen, Heilmittel zu finden, die nicht heilen. Der Amerikaner Bryan glaubte seinerzeit das Heilmittel für schwere Zei­ten in der freien S i l b e r z i r k u! a t i o n ge­funden zu haben; heute glaube Hitler in Deutsch­land, er habe das Heilmittel für die deutsche De­pression in der Ablehnung des Versail­ler Vertrages gefunden. Aber nicht die Ab­lehnung eines Vertrages, nicht ein Regierungswech­sel führe den Wohlstand herbei, sondern nurAr- beit und strikte Sparsamkeit.

Völkern dastehen. Zentnerschwere Lasten drücken noch unsere Schultern. Schritt für Schritt müssen wir diese Freiheit erkämpfen. Noch große Opfer werden zu bringen sein. Aber am Ende des Weges strahlt uns die Sonne der goldenen Freiheit entgegen, senkt Hoffnungen in unsere Herzen, stählt unseren Mut und gibt uns die Kraft des Durch­haltens, des Festhaltens nm Ziele. ,

gegen die Wirtschaftsdepression. — Nur

wtb. New Jork, 8. Nov. (Eig. Meldg.). In einer Ansprache der Vereinigung des New Porker Konsularkorps anläßlich des Waffenstillstandstages warnte Unterstaatssekretär Castle die junge Gene­ration, die die Schrecken des Weltkrieges nicht er­lebte, davor, den Krieg als romantisch zu betrach­ten. Nichts wäre verfehlter, als den Ideen der­jenigen zu folgen, die Bürgerkrieg oder gar den Krieg mit dem Ausland als ein Heilmittel für innerpolitische und wirtschaftliche Schwierigkeiten propagieren. Er vertraue auf den gesunden Men­schenverstand und die Ehrlichkeit der Völker. Am letzten Ende seien alle aufeinander angewiesen. Amerika könne seine Waren nur an ein tauf« kräftiges Europa absetzen und Frankreich könne

Ein entscheidungsvoller Winter steht vor der Tür. In der Politik, in der Wirtschaft, stellt man sich mit banger Sorge die Fragen: Können wir diesen Winter überstehen?

Wir können ihn nicht nur überstehen, wir werden und müssen ihn überstehen. Nichts wäre schlimmer, als wenn wir jetzt jene Resigna­tion Platz greifen ließen, die dahindöst, das Hof­fen lähmt, das Elend vergrößert. Lassen wir alles Reden, alles Abtasten, handeln wir. Der Ruf nach innerer und äußerer Freiheit ist an das deutsche Volk ergangen. Es muß sich sein Schicksal in den nächsten kurzen Wochen gestalten.

Der Weg ist aufgezeigt. Die einzigmögliche Ziel­setzung ist gegeben. Der Reichskanzler Dr. Brü­ning war es, der uns aufzeigte, warum das große Werk der inneren Sanierung und äußeren Be­freiung gelingen muß, und warum gerade diese Maßnahmen des Kabinetts durchgeführt werden müssen.

Das Sanierungsprogramm, das erste Voraus­setzung ist für jede Aktivität in der Außenpolitik, ist ebenso nüchtern wie sachlich. Der Kanzler weiß, wie weit er zu gehen hat und wie weit er gehen kann. Er hat es klar ausgesprochen, daß Poung- Plan und Rheinlandbefreiung nur Etappen in der deutschen Befreiungspolitik sein können, daß wir noch einen weiten Weg zu gehen haben, bis wir ganz frei smd, bis Deutschland den ihm gebühren­den Platz im Ring der Großmächte wieder ein­nimmt.

Damit ist jede außenpolitische Debatte auf das Geleise gebracht, wohin sie im nationalen Interesse geführt werden muß: durch innere Befreiung, durch Ordnung in allen öffentlichen Haushalten zur äußeren Befreiungl

Ist das deutsche Volk bereit, dem Kanzler und seinem Kabinett auf diesem Weg zu folgen? Wir möchten trotz mancher Erfahrungen nach den Wahlen sagen, daß diese Frage unbedingt zu be­jahen ist. Denn die Erkenntnis ist doch schon überall wach geworden, daß wir in dieser Zeit der die ganze Welt erschütternden Krisen nicht kom­men dürfen mit Phrasen und leeren Versprechun­gen, daß es nicht darum gehen kann, ein noch so schönes Parteiprogramm auf Kosten der gesam­ten Volksinteressen durchzuführen. Nein. Heute gilt die Tat für das ganze Dost. Heute gilt die wahre nationale Sammlung in einer Einheits­front zur Schaffung der äußeren Freiheit. Heute gilt es, der Wirtschaft wieder Luft und Atem zu geben, damit der Produktionsprozeß gefördert wer­den kann, damit es gelingt, die Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Heute gilt es, Opfer zu bringen, auch dann, wenn sie uns vorübergehend drücken und wir sie als Härten empfinden. Lieber heute noch Opfer bringen, als in einer Zeit, wo selbst diese Opfer nichts mehr nützen, zu spät kommen, die Rettungs­tat verhindert haben.

Wir sehen es doch an den Stimmen des Aus­landes, wie gerade jetzt von den Taten des Reichs- kabineits, von dessen fester Führung schon wieder eine Welle des Vertrauens durch die europäische Wirtschaft geht. Man erkennt dort, daß das deutsche Volk gewillt ist, im Innern für Ruhe und Ordnung zu sorgen, die öffentlichen Finanzen zur Gesundung zu bringen, dabei auch die drückenden Lasten aus den Zahlungsabkommen zu tragen, die Vervflichtungen solange zu erfüllen, wie die deutsche Kraft ausreicht. Diese Erkenntnis brauchen wir, weil dann umso schneller ein so urteilendes Aus­land bereit ist, die Folgerungen aus den Wirft schaftskrifen zu ziehen und sich mit uns an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zu setzen zur Aus- spracbe über im gesamten europäischen Interesse liegenden Revisionen.

Es wäre grundfalsch, wenn wir heute, wo fast alle Staaten unter dieser Wirtschaftskrise, unter der Arbeitslosigkeit leiden, mit papiernen Forde­rungen auftreten würden, vielleicht sogar mit Dro­hungen kämen. Das können sich Politiker leisten die die Phrase >u ihrer Waffe machen. Wir müs­sen das ablehnen.

Das bedeutet keineswegs, daß wir nicht mit dem erforderlichen Ernste ebenfalls den Stand­punkt vertreten, die deutsche Wirtschaft kann auf die Dauer nicht mehr die Lasten ertragen, das deutsche Volk kann auf keinen Fall auf längere Zeit hinaus solche Verpflichtungen erfüllen, mir müssen also Revisionen fordern. Immer aber zu gegebener Zeit. Wir werden erst dann Aussicht

auf Erfolg haben mit unseren Forderungen, wenn wir in der gesamten Welt den schlüssigen Beweis erbrachten, daß die Grenze der deutschen Leistungs­fähigkeit überschritten ist, daß wir trotz der berat« schen Anstrengungen im Innern zusammenbrechen, falls nicht unsere Gläubiger auch in ihrem eige­nen Interesse einlenken und endlich nach rein wirt­schaftlichen Gesichtspunkten die Reparationsfragen lösen.

In diesen Tagen ist soviel von einem mögli­chen Moratorium die Rede. Wir warnen gerade hier vor übertriebenen Hoffnungen. Wir versprechen uns vielleicht zuviel von einem solchen Moratorium. Dabei haben wir absolut nicht die erwartete finanzielle Erleichterung aus einem der­artigen von Deutschland selbst zu erklärenden Mo­ratorium. Nicht weniger als fünf Vierteljahre vergehen, bis eine Erleichterung praktisch fühlbar wird. Doch das dicke Ende kommt nach. Wenn die Zeit des Moratoriums abgelaufen ist, dann haben wir nämlich nicht nür die uns sozusagen gestundeten Zahlungen fofort nachzuholen, sondern gleichzeitig auch die vollen Verpflichtungen des laufenden Jahres zu erfüllen. Und das ist ein­fach nicht möglich.

Ebenso müssen wir mit größter Vorsicht alle die Meldungen aufnehmen, die über ein mögliches Mo ratminm, das angeblich die Vereinigten Staaten den alliierten Kriegsschuldnern gewähren wollen, berichten. So lasen wir jetzt eine Notiz des New Parker Korrespondenten der „Londoner New Ehro- nicle", wonach der Präsident der Federal of Re­servebank Harrison auf einer Rundreife durch Eu­ropa besonders diese Möglichkeit eines Morato­riums mit den in Frage kommenden europäischen Regierungen besprechen soll.

Zugegeben, daß Herr Harrison selbst diesen Ge­danken hegt, daß er unterstützt wird von ameri­kanischen Finanz- und Wirtschaftskreisen, so glauben wir dennoch nicht, daß hier sobald etwas geschehen wird, denn noch keine europäische Regierung hat bis heute den Vereinigten Staaten gegenüber er­kennen lassen, daß sie ein solches Moratorium will.

Wahrscheinlich handelt es sich hier, rote schon oft in gleichen Fällen, um unverbindliche Besprech­ungen. Die Vereinigten Staaten werden zumal nach dem Ausgang der Wahlen zum Kongreß sich nicht allzusehr um europäische Fragen kümmern. Gerade dieser Ausgang der Wahl kann ja für Europa eine wenig erfreuliche Folge haben, wenn nämlich die Entschlußfähigkeit und die Enffchei- dungsmacht des Präsidenten Hoover auf zwei Jahre hinaus unsicher gemacht oder gar paralysiert würde.

Wir müssen in der Tat warnen, jemals etwas für die deutsche Außenpolitik durch Ereignisse in ferndeutschen Ländern zu erwarten. Und so dür­fen mir auch keinerlei Hoffnung setzen auf außen­politische Wirkungen der Wahlen in den Vereinig­ten Staaten. Wenn auch jetzt die Demokraten wie­der gewaltige Erfolge bei den Wahlen errungen haben, die Partei Wilsons, des Vaters der 14 Punkte, des Schöpfers auch des Völkerbundes, von der man voraussetzen sollte, daß die ehrlichen Friedensbestrebungen mit allen Kräften unterstützt und endlich auch deutschem Rechte zum Sieg ver­helfen würde, so vermögen wir doch nicht, daran zu glauben.

Das amerikanische Volk hat allerdings heute eine andere Auffassung von dem Kriege, seinen Ur­sachen und über die Kriegsschuld. Es protestiert sogar schon gegen die Ungeheuerlichkeit der Frie­densdiktate. Das ist erfreulich und wohltuend für uns, nur nützt es uns wenig. Denn es ist zu schwer, dem Amerikaner begreiflich zu machen, warum wir u. a. eine Berichtigung der Ostgrenze fordern, eine bedingungslose Rückgabe des Saar­gebietes, eine Wiedereinverleibung Danzigs sowie Eupen-Malmedys, warum wir mit so starkem Nachdruck gleiches Recht auch in der Frage der Ab­rüstung verlangen.

Der Amerikaner ist nun einmal in erster Linie Geschäftsmann und bleibt es. Er wird nur dann znm Nachgeben bereit sein, somit auch zu einer wirksamen Revision der Zahlungsabkommen, wenn er am eigenen Leibe verspürt, wie gefährlich jene Wirkungen aus den Zahlungsverpflichtungen für die Vereinigten Staaten selbst sind.

Diese Erwägungen können und werden uns aber nicht abhalten, mit allen Kräften in der deut­schen Außenpolitik die aufgezeigten Ziele zu ver­folgen, bis wir die volle Freiheit erlangt, bis wir wieder als gleichberechtigte Großmacht unter den

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Autzenpollklsche Umschau. — Bor schweren tonen* und außenpolitischen Entscheidungen. — Lurch innere Sanierung znr äußeren Freiheit. — Moratoriumsplöue und ihr wahrer Werk. Festbleibeu and Snrchhalten.

Die Deichdruch-Gesahr im Odergebiet.

wtb. Frankfurt a. d. Oder. 8. 11. (Eig. Meld.) Im Laufe des Freitags wurde im Odev-Gebiet an verschiedenen Stellen ein Bruch der Deichs befürchtet . Unter Aufbietung aller Kräfte arbeitete man an der Verstärkung der Deiche, ohne jedoch die Gefahr gänzlich bannen zu können. Daher entschloß man sich am Freitagabend oberhalb von Frankfurt a. d. Oder, an der E i l a n g m ü n d u n g den Oderdeich zu durch stoßen und di« Polder volllaufen zu lassen. Dieser Durchstich brachte Frankfurt a. d. Oder und dem ®e* biet unterhalb von Frankfurt eine fühlbar« Entlastung. Wenn auch ein Absinken des Wassers nicht zu bemerken war, so wurde doch ein weiteres Steigen im Gebiet unterhalb von Frank­furt a. O. verhindert. Gwße Deichbruchge- I ab r bestand bei Niemaschkleba im Kreis« Guben. Der zuständige Amtsvorsteher ließ so- fort alle männlichen Personen über 16 Jahre aus sämtlichen umliegenden Dörfern alarmieren; eben­so wurden sämtliche Gespanne zur Hilfeleistung herangezogen. Unter Aufbietung aller Kräfte ge­lang es in 12ftünbiger Arbeit die Ge­fahr zu bannen. Da auch von Oberschlesien

Die eitet"- gartet

Die Hitlerianer wollen nicht nur eine „sozia­listische", sondern auch eine ausgesprochene „A re beite r"-Partei fein. Was sagt dazu da» Reichstag-Handbuch, das die eigenen An­gaben der Nationalsozialisten über ihre Berufszu» gehörigkeit enthält?

Danach befinden sich unter den 107 Mitgliedern! der nationalsozialistischenRsichstagsfraktion ganz« 14 ehemalige Arbeiter und Ange­stellte. Sonst zählt diese Fraktion.31 Be­amte, darunter 15 Lehrer, 12 landwirtschaftlich« Vertreter, 10 Kaufleute, 7 Handwerksmeister, 6 Ju­risten, 1 Fabrikant, 2 Gauleiter, 1 Pfarrer und 12 freie Berufe. Am stärksten ist der Anteil f r si­tz e r e r aktiver Offiziere: 1 Generalleut­nant, 1 Oberst, 1 Oberstleutnant, 1 Major, 4 Haupt­leute und ein Leutnant a. D.

Das sind die Vertreter der National„sozialists- scheu" Deutschen ,;2lrbeiter"-Partei.

Dec radikale Deputierte Franllin-Bouillou > hielt in der französischen Kammer eine stark gegen Deutschland gerichtete Rede, in der er eine Erklä­rung der französischen Regierung forderte, dis Revision der bisherigen Verträge niemals zuzulassen!

» ,

Zu den Ausführungen des Abgeordneten Franklin-Bouillon in der französischen Kammer, der u. a. gesagt hat, daß Frankreich Deutschland die Gewährung eines Moratoriums verweigern solle, wird von unterrichteter Seite auf den Art. 8 des Haager Abkommens hingewiesen, der fest­stellt, daß Deutschland allein berechtigt ist, zu entscheiden, wann und ob zu einem Moratoriums­antrag Anlaß besteht. ,

* Antifaschistisches Komplott in Italien auf* gedeckt. Einer Stefani-Meldung aus Rom zufolge wurden einige Tage vor der Jahresfeier oes Marsches auf Rom in verschiedenen Orten Mrditallens 20 Personen fe st genommen. Sie werden beschuldigt, in Zusammenarbeit mit Pariser antifaschistischen Elementen einen verbre­cherischen Anschlag gegen das Regime vorbereitet zu haben. Sie wurden einem Sondergericht zw- geführt. Die Nachforschungen dauern noch an. j

Regierungssturz in England?

: Aus London wird gemeldet:

Der Sieg des konservativen Kandidaten bei er Ersatzwahl in Shipley unmittelbar nach den -emeindewahlen, deren Ergebnisse den Konser- ruven so erstaunlich günstig gewesen sind, wird

Londoner politischen Kreisen als ein Anzeichen angesehen, daß die Tage der gegen*

V1 ®e n. Regierung gezählt sind. Mit er Unterstützung der Liberalen verfügt hie Re- Pirung noch über eine ansehnliche Mehrheit, je« N seigen die Gegensätze, die im Verlauf der bon o• ,®°$,en zwischen der Arbeiterpartei und

^weralen, von denen viele für die Konsev- anven stimmten, in Erscheinung getreten sind, ter Unzufriedenheit mit der Politik

k;, Arbeiterregierung. Außerdem betont man, daß » • ? fu n ö b e i t Mac Donalds durch die

*Q't der Opposition und einer Gruppe seiner ta*« oC-r erschüttert worden sei. Dies ist ein wei-

“1^- daß man gegenseitig den Kampf SSffT -T):e Krise kann jederzeit ausbrechen, es tetot möglich, daß infolge der Jndienkonferenz, L^Wffchrinllch bis zum Neujahr dauern wird, ^Verschiebung einttitt.' '

Die Jugend soll den Krieg nichk romnnlisch sehen!

Lin führender Amerikaner warnt vor den Schrecken des Krieges und vor den zweifÄhaften Mitteln

Brüning als Staatsmann.

©ie Führung der Reichsgeschäfte durch Reichs- r ,.n^er Dr. Brüning zieht mehr und mehr die Auf- Emamkeit der Oeffentüchket und auch derjenigen narb sich, die keine unmittelbaren Partei- 5;nrer des Kanzlers sind. Man erkennt, daß Reichskanzler Dr Brünmg weit über das Partei- mStzige hinausgewachsen ist und aus dem Nur-Poff- zum Staatsmann emporgehoben hat. W-i- Feststellungen machte schon der frühere Reich«smanzmi nister Dr. Reinhold in der „Vossi- M>en Heilung" und im gleichen Sinne bewegen sich & Ausführungen des „Hamburger Correspondent" iNr. 517), die dahin lauten:

Reichskanzler Dr. Brüning ift mit feiner Rede vor ben Miniiterpräsidenten der deutschen Länder offensicht- gch in das entscheidende Stadium seiner Laufbahn als sühr-nder Staatsmann des Reiches eingetreten. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten über manche Einzelhei­ten seines Reformprogramms erkennt man allgemein an, diese Rede zu dem Besten gehört, was wir in der deutschen Politik der letzten Jahre zu verzeichnen haben. Die Vorschläge des Kanzlers verdienen in ihrer Gesamt­heit den Namen eines Befreiungsplanes. Nicht der pa- tzetifche Ruf nach Freiheit schlechthin, sondern das sehr nüchterne und sachliche Programm einer Befreiung von dem Uebermaß innerer und äußerer Lasten ist der In­halt des Planes, und das Wichtigste ist, daß dieser Wille, der fick hier mit großer Entschiedenheit zu erkennen gab, offenbar nicht planlos ins Weite strebt, sondern daß er sich der möglichen und gangbaren Wege wohl be­wußt ist."

Die „Düsseldorfer Nachrichten" (Nr. 561) sa­gen, daß nunmehr jedermann es wohl verstanden haben werde, daß es jetzt aufs Ganze geht, daß nicht nur außenpolitisch wichtige Dinge in Vorbe­reitung sind, sondern auch innervolitische Entfchei- dungen von großer Tragweite heranreifen. Das genannte Blatt stellt fest, daß die Aussichten des Kabinetts Im Reichsrat gerade auf Grund dieser Kanzler-Erklärung „zweifellos sehr günstig" seien. Me „Dresdner Nachrichten" (Nr. 520) sagen:

„Dr. Brüning hat durch sein Auftreten vor den Ministerpräsidenten der Länder und vor der Oeffentlich- keit unzweifelhaft manche Chance gewonnen, denn nach allzu vergeblichen Bemühungen glaubt man doch beim Kanzler jetzt einen festen Willen und einen festen Plan ZU erblicken, einen Willen, der entschlossen ist, denjeni­gen Weg zu gehen, der trotz mancher Gefahren und Schwierigkeiten am schnellsten und sichersten zu dem Ziele einer Verwirklichung des Befreiungsplanes führt."

In der Berliner „Deutschen Allgemeinen Zei­tung" wird von der Kanzlerrede gesagt, daß sie „eine neue Epoche der deutschen Politik" eröffne.

Das ist die Empfindung, die allenthalben herrscht, und die sehr wohl begründet ist. Es kann sucht oft genug ausqesvrochen werden, daß wir »ns mnen- und außenpolitisch jetzt an einem bedeutsa- Mn Wendepunkt befinden pud daß für die Gestal- Nfl des künftigen Schicksals Deutschlands nach in­nen wie nach außen es jetzt entscheidend darauf an* 'omtnt, ob _Reichsrat und Reichstag d'e große ge» Whtliche Stunde, in der sich Deutschland jetzt be« Mel, erkennen und sie nutzen.

—- Erjä eini lechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen „Die Welt

, «na IM Bild" und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag

lit*. V öer Fuldaer Slctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift*

leifunn 1152 Fuldaer dictiendruckerei 1150 und 1151 ::

uldaerZertung

Anzeiger für die Slaöf Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Zentrum und Akademie«, ^.^^t-end bekanntlich das Zentrum von den ihth . *en beschuldigt wurde, in den Fragen der !,z,"^"ii>schen Akademien die Parität zu o er- j' hat die Führung der preußischen Zen- tenT,v-L iOn dem preußischen Ministerpräsidenten K>m Ausdruck gebracht, daß in dem itanm ™ Groß-Berlin eine soge-

!e ( und eine katholische Akademie er* toeri3.en sollen, die gleichzeitige Er­in A»^ner evangelischen Akademie ter n unabweisbar sei. Die Errichtung Akademie in Königsberg JUu als Ersatz dafür angesehen werden. Das es wu?1 hat weiter zum Ausdruck gebracht, daß der festen hätte, wenn gleichzeitig mit eBahn»r'tSeI*i.*en Akademie in Berlisi auch eine fßt Akademie in Königsberg in den Etat k? 1 «u-genommen würde, vorausgesetzt, daß ßnanuelse Lage das gestatte.

des Zentrums entspricht Kreis-,« °er Einstellung, die in katholischen ist fW; gegenüber evangelischen Wünschen üblich Eesjn,,' Gütlich trnrb eines Tages auch die gleiche ung bei umgekehrten Vorzeichen üblich

A u peeuß'schrn ßanbtaa wurde über die kom- 0 r h ,,a, e R Steuern der R e i ch s - N o t o e r- ten n; J.n ck gesprochen. Neue Gesichtspunkte tra» $ e ii t U Tuue. Bemerkenswert war, daß die r e n c>r ■ e Volkspartei noch einen stärke- Ik'ffie ,l? ber Billaerste"«' "'ürwnttete. um über J’^effeuer zu entlasten Sie Abstimmung »öd) ftatt °rla£ien f'^t erst nächsten Mitt-