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Ar. 258

Vellage zur Fuldaer Zeitung

7. Nove

Weg weisen.

Leni W ü

M.'A.

gerichtet und zu Tisch gebracht.

HK 521

Der Ausflug

Die Den Daß Und Am Mit

Bäume schenken mit segnender Hand grauen Wegen ihr golden Gewand, sie leuchtend werden im späten Glück, die Menschen gehen bangend, raschelnden Golde hängend, wehem Blick.

von Arzneien, die den Fiebergrad herunterdrücken sollen und es meist auch erreichen. Ein moderner Arzt greift aber im allgemeinen nicht gern zu diesen Mitteln —• gewisse Fülle, bei denen das Fieber unbedingt bekämpft werden muß, natürlich ausgenommen. Man darf eben nie vergessen, daß das Fieber ja nur eine, wenn auch sehr auffallende Teilerscheinung der Krankheit ist, nicht die Krankheit selbst, die in erster Linie behandelt werden muß, denn mit ihr schwindet auch die Temperaturerhö­hung. Ferner ist zu bedenken, daß Fieber ein Abwehr­mittel des Körpers ist, um die eingedrungenen Krank­heitserreger zu bekämpfen und zu vernichten, um Ge­nesung herbeizuführen. Es würde eine Schwäche des Organismus bedeuten, wenn man der Natur, die durch das Fieber oft den Menschen heilen will, in die Arme fallen wollte, indem man das Fieber künstlich unter­drückt. Jedenfalls soll man, wenn dies wirklich nötig ist versuchen, es zunächst durch kühle Umschläcke, Wickel usw.' und nicht durch Arzneien zu bekämpfen. Bei dieser Ge­legenheit möge darauf verwiesen werden, daß die Heil­kraft des Fiebers heutzutage oft sogar künstlich zu Hilfe gerufen wird, wenn es gilt, die noch vor kurzem als un­heilbar betrachtete Gehirnerweichung zu heilen. Man impft dann den Kranken das Fieber geradezu ein. Hat es nun feine Schuldigkeit getan, so „kann es wieder gehen", und wir haben Mittel und Wege genug, um dies zu erzwingen. Es gibt aber sogar einen Fall, bei dem der Arzt bedenklich den Kopf schüttelt, wenn das Fieber schwindet, nämlich bei Lungenentzündung, wenn gleich­zeitig die Pulszahl steigt. Auf der Fieberkurve bildet dann die aufsteigende Linie des Pulses mit der absteigen­den des Fiebers das mit Recht gefürchtete „Totenkreuz".

Im übrigen gibt es auch hinsichtlich des Fiebers noch

Die praktische Hausfrau.

Schwarze Selbe erhält einen sehr schönen Glanz, wenn sie in Tee gewaschen wird. Setzt man etwas Zu?> ter dazu, wird sie auch schön steif.

Wollene Strümpfe und Flanelle sollen nur in miakwasfer gewaschen werden. Man setzt dem lauroot*; men Wasser ein Weinglas Salmiakgeist zu.

Jahre oder die gesellschaftliche Bildung einen Unterschied ausmachen, sollte man trotz großer gegenseitiger Zunei­gung nie voreilig in dieser Beziehung sein.

Das „Du" muß also ein reiches Geschenk darstellen und es gibt Stunden, wo es uns von selbst über die Lip­pen tritt, z. B. wenn eine Mitschwester uns ihr tiefstes Inneres enthüllt und wir, ergriffen von so viel Vertrauen, plötzlich, ohne es zu wissen, sagen „Du Gute, Liebe!"

Sehr sparsam aber soll eine Frau und ein junges Mädchen mit diesem Geschenk Herren gegenüber sein. Wie leicht wird da von der bösen Welt eine Beziehung hin­eingelegt, die nicht besteht. Und wie wenig entspricht es der Würde, der Höhe, von der Schiller sagt, daß sie die Vertraulichkeit entfernt und die auch heute noch als das Ideal jedes echten Weibes fein sollte? Wenn sich in fröhlicher Gesellschaft bei vorgerückter Stunde, wohl un­ter Einwirkung der Geister des Weines alle Anwesenden duzen, so mag das für den einen Tag angehen, will man nicht Spaßverderberin sein. Dann aber beim nächsten !wiedersehen wird die Dame den Herrn, der vielleicht im­mer noch auf seinem Rechte von damals besteht, mit freundlicher Miene sagen: „Das war ein Scherz; jetzt aber wollen wir zur früheren Gewohnheit, uns „Sie" zu nennen, zurllckkehren!" Jeder feinfühlende Mann wird selbstverständlich den Wunsch erfüllen.

Vergessen wir nicht, daß das „Du" eine Vertraulich­keit bedingt, die wir nur dann gewähren sollen, wenn wir auch sicher sind, daß sie von der anderen Seite nicht mißbraucht wird, und das können wir bei oberflächlicher Bekanntschaft nicht beurteilen. Wie mancher Aerger, wie manche Enttäuscyung bleibt der Iran erspart, die mit die­sem köstlichen Geschenk, das sich nicht. wieder zurückneh­men läßt, geizt und erst denen gibt, die sie durch lange Bekanntschaft als würdig erfunden hat.

Der kranke im Haufe.

Der Kranke int Hause bedeutet für den ganzen Be­trieb eine erhebliche Belastung, von der Küche angefangen bis zu den kleinsten Kleinigkeiten, die ein gut gehaltenes Krankenzimmer erfordert. Trotzdem gebietet die Pflicht christlicher Liebe jedem einzelnen, nach Kräften zur Er­leichterung beziehungsweise zur Behebung des kranken Zustandes beizutragen.

Reinlichkeit und frische.Luft sind das Evangelium ei­nes Krankenzimmers. In diesen zwei Punkten kann man eigentlich nie zu viel tun. Nicht nur der Kranke elbst und fein Lager sollen peinlichste Sauberkeit at­men, der Boden muß jeden Tag gescheuert, Tische und Stühle staubfrei gemacht werden. Es empfiehlt sich aus diesem Grund,- so wenig als möglich Polstermöbel und unnötige Gegenstände im Krankenzimmer aufzustellen.

Während im Sommer die frische Luft Tag und Nacht hereinströmt, öffnet man die Fenster im Winter, zumal bei Sonnenschein, mehrere Male im Tag. Selbstver- tändlich darf der Kranke niemals unter Zugluft leiden. Man achte auch,, daß sich die Temperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius bewegt. Fieberkranke z. B. empfinden heiße und überheizte Räume als höchst lästig.

In bezug auf Speise und Trank richtet man sich in erster Linie nach den Vorschriften des Arztes. Im all­gemeinen kann man sagen, daß leichtoerdauliche Spei­en, die in die sich immer mehr behauptende Diätküche einschlagen, von den meisten Kranken ohne Schaven ge­nossen werden. Man trachte, viel Abwecosiung zu brin­gen, was den geringen Appetit anreizt. Zum Abendbrot gibt man dem Kranken ein besonders leichtes Gericht, um allzu spätes Einschlafen zu verhüten. Die bestimm­ten Stunden der Mahlzeit hält man pünktlich ein. Nach dem Essen soll der Kranke vollständige Ruhe haben, wie überhaupt alles Lärmende und Vordringliche dem Kran­kenzimmer fernbleiben muß.

Die alkoholischen Getränke, wenn nicht der Arzt ei­gens davon verordnet, ersetzt man besser durch verschie­dene Fruchtsäfte (Heidelbeer-, Zitronen- und Himbeer ast), die man mit nicht zu kaltem Trinkwasser mischt.

ton und allgemein werden, sonst artet sie ins Klischee aus. Immer muß es Ausnahmen geben, die die allae: gültigen Regeln bestätigen und variieren. Außens machen das Bild erst reizvoll. Die neue Linie erio volles, lockiges Haar, welches in flachen Wellen geht der jeweiligen Trägerin zum sachlich-vornehmen Ausl verhilft. Die neue Frisur basiert auf der goldenen 3 zwischen Flapperkopf und Hängelöckchen, ihr Ziel ist menhaft und ungezwungen zu wirken, lieber Ausfühi und Möglichkeiten der neuen Frisur mit der großen S sei dem Fachmann das Wort gegeben, man vertraue feiner Beratung und Ausführung an, die letzte ausfck gebende Rolle spielt ja bei jeder Frisur die Kunst, jeweiligen Gesichtsschnitt verschönend zu umrahmen' muh der Fachmann mit seinen Kenntnissen den rec

Ein Glas frisches Wasser soll Tag und Nacht am Kran­kenbett stehen. Dagegen entfernt man Blumen und starkriechende Pflanzen über Nacht aus dem Zimmer.

Schläft der Kranke allein, vergewissert man sich noch abends, ob die für die Nacht nötigen Gegenstände bereit und leicht erreichbar sind, wie die elektrische Glocke, Be­leuchtung, Arznei und ähnliches.

Bei dieser kurzen Anweisung über leibliche Kranken­pflege im Hause darf das Wohlbefinden der Seele nicht zu kurz kommen. Die seelischen Verstimmungen sitzen bei manchem Kranken noch tiefer als das körperliche Lei­den und verlangen viel Geduld und Verständnis von feiten der Umgebung. Eine Hauptaufgabe aller Pflege perfonen liegt darin, Verzagtheit und düstere Gedanken aus dem bedrückten Herzen zu bannen und für Zerstreu­ung und Aufheiterung zu sorgen. Ein freundliches, dienstbereites Wesen erhellt selbst das Antlitz mürrischer und launenhafter Kranken. Es heißt eben im Kranken­zimmer: beruhigen, ablenken, Sonne verbreiten. Man muß dem Kranken die täglichen Unannehmlichkeiten und häuslichen Aufregungen, mitunter traurige Ereignisse verschweigen, bis fein gebesserter Zustand solchen An­stürmen gewachsen ist. Erst die aufgerichtete Seele, die wieder Mut und Zuversicht für die Zukunft faßt, erfüllt den Körper mit neuer Kraft, um alle Schwächen und Uebel des Lebens zu bekämpfen. Antonie v. T ä n z I.

Die Krau im Beruf.

— Der erste katholische weibliche Schulrat in Deutsch land. Am 1. September 1930 wurde die Rektorin D, Therese P ö h le r aus Hamm in die freigewordene Sich eines Stadtschulrates in Köln eingeführt. Die Besetzuw des Postens mit- einer weiblichen Kraft stieß auf gteg Schwierigkeiten, weil der katholische Lehrerverein glaubti daß es nicht möglich sein würde, einer Frau, bie ein« Bezirk mit Knaben- und Mädchenschulen zu oermalta habe, Autorität und wirkliche Einflußmöglichkeit e sichern. Die Frauen setzten in die neue Schulrätin bat Vertrauen, daß sie der schweren Aufgabe, die ihr nun mehr übertragen ist, gerecht werden wird. Ihre W sönlichkeit und auch ihr Ausbildungsgang geben di- @e währ, daß sie diese Hoffnung erfüllen wird. Sie is 39 Jahre alt, arbeitete jahrelang als Volksschullehr-rin legte dann ihre Mittelschullehrerprüfung ab, unterrichtest 3 Jahre an einer Seminarp.räparandie, promovierte 1925 an der Universität Köln in Pädagogik, Philosophie uni Deutsch. 1936 bestand sie das Staatsexamen in Philo­sophie und Pädagogik. 2 Jahre arbeitete sie in Siele- seid, wo sie mit der Einrichtung und Führung einei Versuchsklasse (Mädchenoberklasse) betraut wurde, um am 1. Oktober als Rektorin an ein gemischtes Volksschust system in Hamm berufen zu werden. — Von ihren wis­senschaftlichen Arbeiten in pädagogischen Fachblättern ist u. a. zu nennen „Vom Sinn der neuen Schule",

gibt es nachmittags das „Verdauungsfieber". Natürlich gehen diese Temperatursteigerungen bald von selbst zur Norm zurück. Grotesk mutet es uns an, daß bei man­chen Krankheiten (vor allem Wundstarrkrampf und Hitz- > schlag) der Körper nach dem Tode in vielen Fällen nicht, wie sonst, zu ertalten beginnt, sondern (zuweilen bis zu einer Stunde) noch Fieber bestehen kann.

Das sind natürlich nur Ausnahmen. Zür eine ganze Reche von Erkrankungen, -den „fieberhaften Infektions­krankheiten", ist Fieber nicht nur eines der wichtigsten Symptome, sondern auch die Art und Weise, wie es ver­läuft, wann es auftritt, zunimmt und nachläßt, gibt uns oft die Möglichkeit, schon daraus die Krankheit selbst fest- zustellen. Wenn auch von Selbsttäuschungen Kranker die Rede war, die Fiebererscheinungen fühlen, ohne daß wirklich Fieber vorhanden ist, so sind doch die Begleit­erscheinungen des fieberhaften Zustandes im allgemei­nen recht kennzeichnend: es besteht nicht nur Hitzegefühl (ober Froftgefühl), sondern auch der Puls geht schnell, die Atemzuge werden häufiger, Kopfschmerzen, Mattig­keit oder Erregung treten auf. Der Appetit schwindet, zugleich mit ihm ost der Schlaf: dagegen findet sich in­folge des Wosseroerlustes durch das zuweilen bestehende starke Schwitzen Durst. Die Zunge ist meist belegt, die Verdauung oft verzögert. Häufige Begleiterscheinungen von schwerem Fieber sind Delirien, Benommenheit, Schwindelansälle, Augenflimmern, Ohrensausen, Erbre­chen.

Der erste Gedanke des Kranken und seiner Umgebung ist natürlich: „Fort mit dem Fieber; dann wird auch die Krankheit sich bessern!" Auch die Heilkunde hat lange Zeit so gedacht, und noch gibt es eine ganze Menge

Eine Schwalbe, die den Süden vergaß, nn Wind.

Und drüben im Garten ein Kind

Mit Astern in der Hand ...

Wir wollen uns liebe Worte sagen.

Die Nebel wogen bald über grauen Tagen . . .

Ein goldener Regen fließt über das Land ... •

Etwas von Du-Sagen.

Don Käthe von Hartman n-Dresden.

Es gibt eine ganze Anzahl Menschen, besonders Frauen, die ihren Stolz darein setzen, mit möglichst vielen Leuten per „Du" zu verkehren. Sie glauben dadurch an Beliebtheit zuzunehmen und können es oft nicht er­warten, ihren Bekannten den Vorschlag zu machen: „Wol­len wir uns nicht duzen?"

Ich möchte aber hierin zu größter Vorsicht raten. Wie oft bereut man später, in solch traulichen Verkehr mit jemanden sich eingelassen zu haben, der bei längerer Be­kanntschaft durchaus nicht hält, was der erste Eindruck versprach. Manche Charakterf-hler, die bei flüchtigem Kennenlernen nicht zu Tage treten, weil Liebenswürdig­keit und Geist die betreffende Dame fascinierend auf an­dere wirken lassen, kommen bei intimer Bekanntschaft plötzlich zum Vorschein, und man bereut es daher sehr, daß man den nötigen Abstand nicht inne gehalten hat, um die nun wenig sympathische Persönlichkeit in gewisser Ent­fernung zu halten.

Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die Benennung „Sie" etwas Steifes an sich habe. Der Franzose kennt nur das „Dous", der Engländer einzig das „Pou", während wir Deutschen abstufen zwischen „Sie" und „Du". Aber gerade diese Kunst verstehen nur wenige Frauen.

Wohl ist es selbstverständlich, daß man Schulkamera­dinnen und Spielgefährtinnen das ganze Leben lang mit „Du" anredet, tragen diese doch den Märchenzauber aus der glücklichen Jugendzeit an sich, haben mit uns manche (Erinnerung gemeinsam bewahrt. Aber neuere Bekannt­schaften prüfe man erst gründlich, ehe man sich entschließt, ihnen so nahe zu treten, daß sie gemeinsam mit den Kindheitsgefährtinnen auf dieselbe Stufe gestellt wer­den.

Wie aber, wenn wir gebeten werden, jemanden zu duzen, der uns nicht seelenverwandt genug ist, um uns dies zur Freude gereichen zu lassen?

Unhöflich darf man in keinem Falle solch Angebot ab- lehnen; doch kann man in freundlicher Weise die Weige­rung begründen: „Rehmen Sie es mir nicht übel, aber ich entschließe mich schwer dazu: es müssen erst Jahre vergehen, ehe ich einer Dame die -Schwesternschaft ge­währe."

Wer viele Duzschwestem hat, für den wird es leicht zur Dutzendfache, also wertlos. Das „Du? allein tut es nicht. Wie oft entstehen Streitigkeiten gerade unter sol­chen, die es zwischen sich anwenden, und die Redensart: „Man kann besser „Du Esel" sagen als „Sie Esel", ent- bchrt nicht der Berechtigung. Besonders dort, wo die

Die Haarmode dieses Winters.

22 Rationen sehen Richtlinien fest.

Wie ist die Haarmode dieses Winters? Die Antwort auf diese Frage gab die internationale Coiffeurtagung in Berlin und Paris, auf der 22 Nationen die Richtlinien für den Haarschnitt der Frauen festsetzten. Wenn das ein Modediktat auf dem Gebiet der Frisur ist, so ist es im­merhin ein Diktat, an dem Deutschland in hervorragender Weise beteiligt und der deutsche Einfluß maßgebend ist, denn zum Präsidenten dieser Coisfeur-Tagung wurde in Paris ein Deutscher gewählt. Beweis für das hohe An­sehen, das Deutschland in Fragen des Geschmacks und der Leistungsfähigkeit in einem Lande genießt, in welchem der Friseur nicht erst seit Beaumarchais Zeiten eine füh­rende Rolle spielt.

Der Deutsche wurde nahezu einstimmig gewählt. In Berlin wurden bann die maßgebenden Leitsätze ausge­stellt, an die sich die Welt der Mode gebunden hält. Mode­kommissionen verbreiten diese Richtlinien in den ange- schlossenen 22 Ländern. Jedoch es wurde in Paris sowohl wie in Berlin ausdrücklich erklärt, daß jedes Land feinen eigenen Modegefetzen geschmacklich und wirtschaftlich Rech­nung tragen soll und muß.

Paragraph 1 lautet: Kürzere Haare! Nach sorgfältigen Erwägungen hat man sich entschlossen, das längere Haar, das sich gerade in Deutschland wieder ein» zubürgern schien, der stutzenden Scheere zu überantwor­ten, weil dies aus praktischen und ästhetischen Gründen notwendig "schien. Erstens ist das kürzere Haar einfacher zu frisieren, es kann unter Umständen sogar glatt getra­gen werden, zweitens paßt das halblange, in tiefen Locken getragene Haar noch lange nicht zu jedem Gesicht und zu jeder Erscheinung und drittens wirkte es, wenn nicht Dauerwellen die Locken haltbar machten, am Tage zwi­schen Mantelkragen und Hut meist unordentlich und zer­zaust. Es ist eben nicht jede Frau eine Greta Garbo und ■ es hak auch nicht jede Frau täglich den Friseur zur Ver­fügung; darum ist es besser für das modische Gesamtbild, wenn jetzt eine (Einigung auf der mittleren Linie erzielt wird. Selbstverständlich wird niemand mehr einen Eton- Kopf traget? wollen, der ganz kurze Herren- fchnitti st erledigt, (trotzdem, auch hier gibt es Aus­nahmen, deren (Eigenart dieser Schnitt zur rechten Aus­drucksform verhilft, sie können auch ruhig daran festhal­ten, denn das Wichtigste bei aller Mode ist ja die persön­liche Ausdrucksform). Das gleiche gilt von den halblan­gen Haaren. Keine Mode und keine Frisur darf mono­

fiebert!"

Von Dr. meb. Peter Pater.

Dos eingebildete Fieber. — Fieber ohne Krankheit. — Das wohltätige Fieber.

„Krieg ist Krieg, Herr Kollege!" sagte mir achsel­zuckend der Arzt im Gefangenenlager, als er mein Ent­setzen darüber bemerkte, daß er nur die fiebernden Ge­fangenen, die sich krank gemeldet hatten, genauer unter­suchte — Fälle, deren Schwere und Dringlichkeit sofort zu merken waren, ausgenommen. „Ich soll zweihundert Leute, die sich krank gemeldet haben, untersuchen und außerdem noch ebenso viele liegende Kranke an einem Vormittag behandeln. Das kann ich nicht anders ma­chen." Eines kennzeichnet diese Szene jedenfalls: die außerordentliche Bedeutung des Fiebers. Der Nichtarzt versteht darunter das Gefühl innerer Hitze. Und doch kann man davon überzeugt fein, daß man fiebere, ohne daß auch nur eine Spur einer Temperaturerhöhung tat­sächlich vorhanden ist. Der Kra.nke klagt über große Hitze oder Frost. Das Thermometer aber, und dieses allein ist hier maßgebend, zeigt normale Temperatur. Bei Blutandrang zum Kopfe wie auch sonst bei Hysterie, wo diese Erscheinung oft vorkommt, ist ein derartiges „Pfeudofieber" nicht selten. Uebrigens kommt wirkliche fieberhafte Temperatursteigerung auch bti nicht tränt» haften Zuständen vor. Sie kann schon bei sehr warmen Bädern austreten, desgleichen bei angestrengten Mär­schen und noch eher beim Laufen. Sogar nach einem — reichlichen Mittagessen können empfindliche Men­schen einige Stunden später trotz gesunden Magens Fie­bertemperatur aufweifen; auch bei normaler Nahrung

immer eine Anzahl von Streitfragen und „Dingen, vo» ' denen sich unsere Weisheit nichts träumen läßt".

Blätterfall.

Von Hans G ä f g e n-Wiesbaden.

Em goldener Regen fließt über das Land. Golden knistert es in meiner Hand Unb in golbenen Fluten schreitet mein Fuß. (Es ist, als ströme ihr Herzblut bie Sonne Gleißen!) unb funfelnb in herbstlicher Wonne Der reifenben Erde als letzten Gruß.

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Es war vor einigen Wochen, als ich sie irgendwo einer Straßencke traf. Sie war eilig, und auch ich b°“e J wenig Zeit. Aber es blieb noch soviel, daß wir Überlege» konnten, ob wir uns einmal treffen und einen Ausflutz ' machen wollten. Eine kleine „Nachmittagstour" sollte es werben. Einmal aus allem heraus in bie Stille Walbes!

Als aber ber verabredete Tag kam, ließ sie mir fagen< sie stecke so in ber Arbeit, bah es ihr unmöglich sei- Abhaltung meinerseits durch irgendeine !Berpflid)*lin® schob die Sache abermals hinaus. —

Aber dann kam ein wundervoller Herbsttag. Durchs -s bunte Laub ber alten Kastanien in bem großen Garte g vor ber Stabt leuchtete die Sonne. Silberne WolkenschaftH chen zogen am Himmel. Da habe ich sie wiedergeseheU'M und wir haben unfern Ausflug gemacht, nicht gar nX 3 vor die Tore der Stadt. —

Still unb stumm würbe sie im tannenumwundene Sarg vorangetragen, lieber bie einsamen, verschlungene j Wege hatte ber Herbst seine ganze verschwenberischePs^ 3 gebreitet. Ergriffen von bem harten Geschick, das sie I schnell unb so früh und mitten aus dem vollen j hinwegriß, folgte ich. Und als die Erbe polternb auf o W braunen Sarg fiel, habe ich an unsere Verabredung 6^ dacht, an die kleine Nachmittagstour, die für einen o0M uns eine Reise in die Ewigkeit werden sollte! . - - Mensch denkt, und Gott lenkt. 21. Moll- <■-