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er

Wie ein Vögelchen vom Flug.

Die 3lof der arbeitslosen Jugend

alten Fr!

es,

Mädchen

in den Bünden und Verbänden,

in ihren politischen

Hand, Hand. Hand, Segne Nimm

Hüdd es Kermes, moen es Kermes, On de ganze Woch es Kermes. Bos weed de Matter koche? Aerwes, Suwerkruit on Knoche.

Kreisen und Gruppen soll sich eine politische Front bil­den, sichtbar und geschlossen. Die junge Volksfront voll Kraft, disziplinierter Geschlossenheit und Führung, die

Nicht minder wichtig als diese Arbeit und dieses Werk aus und in der Gemeinschaft des Vereins, ist die Verbin­dung und Zusammenarbeit der Jugendver- einigungen mit dem Arbeitsamt und dem Jugendamt auch in unserer Stadt. Durch vernünf­tiges Zusammengehen, Veranstaltung von Kursen, ge­meinsame Beratung kann hier viel gute Arbeit getan werden. Ein offenes Wort halten wir an dieser Stelle für notwendig: da und dort scheinen Jugendämter oder behördliche Jugendpfleger für alle jugendlichen Arbeits­losen interkonfessionell längere oder kürzere Wanderun­gen veranstalten zu wollen. Das ist in jeder Hinsicht un­möglich und nie Aufgabe des Jugendamtes. Das ist Sache der Jugendvereinigung. Wir wissen auch, daß die Leitungen der großen katholischen Jugendverbände ein solches Vorgehen entschieden ablehnen. Was die Zusam­menarbeit mit Arbeitsamt und Jugendamt im einzelnen betrifft, so werden sich wohl — falls es noch nicht ge­schehen ist — die katholischen Iugendvereinigungen mit ihren Derbandsleitungen in Verbindung setzen.

Denn wir an dieser Stelle einiges über das Hilfs- und Bruderwerk für die arbeitslose katholische Jugend schrei­ben, dann deswegen, um das ganze katholische Volk auf­zurufen. Für die Leiter katholischer Jugendoereinigun­gen auch in unserer Stadt nochmals die Losung: sorgt und schafft für eure arbeitslose katholische Jugend, öffnet ihnen die Heime, nicht nur ihnen, sondern in weiter katholischer Bruderliebe allen jungen katholischen Arbeits­losen, öffnet ihnen die Hände und die Herzen! Wenn wir ihnen wegen der wirtschaftlichen Lage in der Regel auch keine Arbeit schaffen können, so wollen wir um so mehr in dem helfen, wo wir können.

dann in der nächsten Wochenschau bewundern. Einmal wurden die Kostüme auch in geschlossenem Zuge dem Besucher der ersten Plätze vorgeführt. Wir lachten uns halb tot, obwohl uns die meistens nicht mehr jungen Mädel wieder leid taten. Kaum ein schönes Gesicht war unter den geschminkten Larven zu sehen.

Ich bewege mich gern unter gut angezogenen Leuten Von der Gesellschaft in Grünewald aber fühlte ich mich abgestoßen. Man spürte das Ungesunde. Wenn ich die sonnenverbrannten Gesichter der Bauernjungen neben den abenteuerlich gemalten Damen und den meist jüdi­schen Typen der Herren sah, wurde der Gegensatz un­überbrückbar. Dies« Gesellschaft hat mit dem deutschen Volk nichts gemein; das ist eine untergehende Welt, die aber das gesamte Volk mit in den Abgrund ziehen wird, wenn die gesunden Kräfte im Volk nicht stärker sind.

Der Mittag im Grunewald-Stadion war der belle Abschluß, den man sich für die Tage in Berlin und die gesamte Siedlungsfahrt denken konnte. Er zeigte klar und hart, wo die Entwicklung hinführt, wenn es nicht gelingt, den Rest ungebrochener Dolkskraft auf dem Lande zu erhalten, indem neues Bauernland erschlos­sen wird, sodaß nicht jeder landlose Bauernjunge ge­zwungen ist, in d-r Stadt ein Unterkommen zu suchen.

Siedlung im Osten ist notwendig, nicht nur um die Ostgrenzen zu schützen, nicht nur um Bauernsöhne eine Betätigung zu geben, sondern um unser Volk davor zu behüten, alt und biologisch lebensunfähig zu werden.

Viele zehntausende junger Menschen sind in Deutsch­land arbeitslos. Im Rheinland sind es allein 60 000 (im Alter zwischen 14 und 21 Jahren). Eine furchtbare Zahl! Wer die Verhältnisse einigermaßen kennt, der weiß, wie zerstörend und entsittlichend auf die Dauer bei den meisten Jugendlichen die Arbeitslosigkeit wirkt. Um so größer ist die Verpflichtung aller Verant­wortlichen, zu helfen und die Kräfte im jungen Arbeits­losen selbst immer wieder zu wecken und einzusetzen.

Ganz besonders ist die Hilfe für die Arbeitslosen den katholischen Jugendverbänden als großes und unabweis­bares Werk der Bruderliebe aufgetragen. Sie sind schon weithin daran, ihren arbeitslosen Mitgliedern zu helfen. Es scheint uns aber jetzt notwendiger denn je, daß alles für eine umfassende und hochherzige Hilfe getan wird. In jedem Verein der katholischen Mannes- und Frauenjugend sollen sich mit dem Präses ein paar Men­schen zusammentun, die mit Tatkraft, Klugheit, pädagogi­schem Geschick und hingebender Liebe dem Werk für die Arbeitslosen dienen. Sie packen alle Möglichkeiten des Hilfsdienstes und Bruderwerkes herzhaft an: persönliche Fühlungnahme mit den Arbeitslosen ihres Vereins, ihre ständige Einbeziehung in sein Gemeinschaftsleben, Auf­rechterhaltung des Zeitschriftenbezuges, Sprechstunde beim Präses, Hausbesuch beim Arbeitslosen und seiner Fami­lie. Sie halten das Jugendheim, (oder sonst einen ge­eigneten Raum) auch tagsüber den jugendlichen Arbeits­losen geöffnet, vor allem am Nachmittag, sorgen dort für Tun und Unterhaltung, halten Führungen und Be­sichtigungen, veranstalten Wanderungen, Turn- und Sportübungen, halten Heim-Nachmittage und geben eine Tasse Kaffee und ein Butterbrot dazu. Gute Familien, der Mütterverein, der Frauenbund sind sicher auch in un­serer Stadt bereit, hier zu helfen.

Verantwortlich für „Das Blatt der Jugend": Dr. oet publ Joseph Sauer- Fulda

Lehre sie der Deinen gleichen, Mag sie nehmen oder reichen, Liebste Hand, die mich gemacht. Führe mich daran gar leise Bis zum Rand der langen Reise Durch die letzte, tiefste Nacht.

Wenn dann alle Tore fielen, Große Sterne nach mir zielen, Laß mir Deiner Finger Saum. Und dann schenke mir zum Spielen, Ew'ge Hand, allein zum Spielen Eine Frucht vom Lebönsbaum.

sahen die Gefahr nicht, sahen nicht, daß Deutschland mehr und mehr isoliert wurde. Immer weiter ging der wirt­schaftliche Aufstieg Deutschlands. Schon hatte es das allmächtige England aus dem Weltmarkt eingeholt. In Kürze schien England ins Hintertretten zu geraten. Die ganze Well sah mit Staunen und stiller Bewunderung auf das deutsche Volk. Zugleich erwachten Neid und Selbsterhaltungstrieb bei den Engländern und Franzosen. Heimlich, unbemerkt von den deutschen Diplomaten tra­ten die anderen Großmächte in Verhandlungen. Wäh­rend Deutschland der Welt manches Wichtige, Lebens­notwendige schenkte, trat eben diese Welt in Verhand­lungen, wie sie am besten Deutschland vernichten könn­ten. Endlich war der unvermeidliche Weltkrieg ausge­brochen. Vier Jahre hielt das deutsche Volk dem An­sturm einer Welt von Feinden stand. Nach vier Jahren heldenhaften Ringens brach Deutschland zusammen. Das Haus Hohenzollern hatte ausregiert. In Weimar wurde die Republik ausgerufen. Ein neues Zeitalter war an­gebrochen.

Die erste Aufgabe des neuen Staates war es, die an­stürmenden Feinde davon abzuhalten, deutschen Boden zu betreten. Trotz des Friedensvertrags von Versailles in dem wir völlig unhaltbare Versprechungen machen mußten, suchte Frankreich die Rheingrenze endlich durch­zusetzen. In der ganzen Welt regte sich keine einzige Stimme des Protestes. Wir sind eben die Rechtlosen!

In kurzer Zeit ist dann auch das Gleichgewicht im Innern wiederhergestellt; die kommunistischen Unruhen und Rechtsputsche werden niedergeschlagen. Kein Land der Erde wird uns das nachmachen können. Allmählich ordnen sich die Verhältnisse in Deutschland auch auf wirt­schaftlichem Gebiete wieder. Die Geldentwertung hat dem deutschen Wirtschaftskörper nicht viel anhaben kön­nen. Wenn wir heute eine aktive Handelsbilanz haben, so ist das auf das mutige Ringen des gesamten deutlchen Volkes mit mißlichsten Verhältnissen zurückzuführen. Eben dieser Kampf mit unserem harten Schicksal hat uns wieder einen großen Teil der Sympathien des Auslan­des verschafft.

Die deutsche Flagge weht wieder stolz über allen Ozeanen, verkündend, daß es noch ein deutsches Volk

Die Hände

Don Ruth Schaumann, die uns das Brot gebrochen, am Holz so weh durchstochen, die dann die Fahne trug, meine Hand, die kleine, sie inniglich in Deine,

mehr dahin. So ändern sich die Zeiten.

Rosa Hartung, Harmerz.

Aus dem neuesten Werk der Dichterin „Die geliebten Dinge". Eine Fibel, die die Glieder unseres Lei­bes mit dem einfachen, auf die Tiefe blickenden Auge des Dichters schauen lehrt. (Farbige Holzschnitte mit Ver­sen. Gr. 8°. 34 Sellen. Kart. Mk. 6.—. Verlag Kösel und Pustet, München).

teilnahm. Besonders freuten sich die Deshalb wird gesungen:

Banns Kermes es, Banns Kermes Do schloacht der Vodder en Bok. Do danzt de oll Marielies, Do schlappert' er der Rok.

ren wir sorgenlos einem unbekannten Ziel entgegen. Die Frauen und Mädchen, die auf dem Schiffe sind, stimmen in unsere Lieder ein. Es ist Sonntag. Maa hat Zell. Die Fahrt über das weite Wasser läßt den engen Raum der Großstadt vergessen.

Die Havelseen sind auf natürliche Weife oder durch Kanäle mit einander verbunden. So schlüpfen wir aus einem in den anderen, bis wir in Potsdam anlangen.

Potsdam enttäuschte uns nicht. Die Häuser waren so korrekt und sauber, wie wir erwartet hatten. Auf einem großen Platz vor dem Schloß gibt eine Jnfan- teriekapelle ein Promenadenkonzert.

lieber breite Treppen geht es zum Schloß Sanssouci hinauf. Eine Ueberfülle von Blumen. Auf der den Park beherrschenden Anhöhe liegt das Lustschloß des alten Fritz. Dicht daneben die historische Windmühle. Natürlich geht das Gespräch sofort um die Anekdote von dem Zilfammenstoß zwischen König und Müller.

Da alle Fahrtteilnehmer von Hunger und Durst ge­plagt werden, ist der Aufenthalt an der allen echten Preußen heiligen Stätte nur kurz. Das Verlangen nach einem kräftigen Mittagsmahl wird in einem kühlen Gar­tenlokal gestillt.

Nach einer Wanderung durch die Straßen Pots­dams stehen wir wieder am Bahnhof. Wir fahren zum Rennen im Grunewald-Stadion. Hier sahen wir die sog. „Berliner Gesellschaft". Als Gäste des ersten deutschen Rennklubs hatten wir Zutritt zum ersten Platz. Ich trieb mich allein unter den in zwang­losen Gruppen auf dem grünen Rasen stehenden Herren und Damen herum. Hin und wieder taucht das Ge­sicht einer bekannten Filmgröße auf. Mit dem Ren­nen war eine große Modeschau verbunden. Die neuesten Schöpfungen der Modediktatoren für den Sommer wur­den am lebenden Modell vorgeführt. Ihnen schenkte man fast mehr Aufmerksamkeit als dem Pferderennen. Es war ein widerlicher Aufzug. Auch vor das Mikro­phon wurden die Vorführdamen von einem schwatzhaf­ten Herrn geführt. Eine Filmkamera war dauernd in Tätigkeit, um die sich in gezierten Bewegungen hin und herdrehenden lebenden Vorführgruppen ^aufzunehmen. Wahrscheinlich dürfen die Provinzler die Neuheiten

gibt, das gleichberechtigt im Rate der Völker Wir haben miterlebt wie das deutsche Vo'k als der letzte französische Soldat das Rhein! ließ. Ein großer Teil des Auslandes hat si»'» gefreut.

Wie wird sich Deutschlands Zukunft gestalten ist die bange Frage, die jedem Deutschen im brennt. Die Lösung dieser Frage liegt bei uns jungen Generation. Wir werden durch die Ver gezwungen, früh in den Lebenskampf ei Rosig wird Deutschlands nächste Zukunf, ni Aber wir wollen alles einfetzen, um uns wieder la emporzuarbeiten.

Junge Volksfront.

Gibt es eine politische Bewegung der jungen Katholiken?

Die katholische Jugend hat den Wahlkampf, den 14. September, mit größter Kraft und Lebendigkeit geführt. Der Wahlkampf traf auch die katholische Jugend und ihre politischen Kräfte überraschend. Das machte sich bei eini­gen Fragen und Entscheidungen immerhin bemerkbar. Aber insgesamt war der Wahlkampf der katholischen Ju­gend von stärkster Entschlossenheit und begeisterter Tat­kraft getragen. Wer diesen Kampf miterlebte, wird ge­spürt haben, wie da fast plötzlich um das Schicksal von Volk und Staat volkhaft-ursprünglich bewegte und be­sorgte Kräfte aufbrachen.

Es ist bekannt, daß sich diese Kräfte für das Zen­trum und den Kanzler Brüning einsetzten. Es haben wohl manche (nicht nur bei der Jugend, auch bei den Al­ten) die im Wahlkampf in vorderster Front standen, die Wenn und Aber gespürt, die man gegen den entschlos­senen und unbehelligten Einsatz Vorbringen konnte. Aber in den aufgeregten Wochen vor dem 14. Sept, galt es politisch — wenn man will — rücksichtslos eindeutige Entscheidungen und Losungen zu vertreten, ohne Wenn und Aber.

Wer die Dinge in der katholischen Jugend nach dem 14. September verfolgt hat, der weiß, daß der politische Wille, der in jenen Wochen sich so stark, ja leidenschaftlich zeigte, inzwischen nicht erkaltet und erlahmt ist. Die poli­tische Aktion der kacholischen Jugend zur Reichstagswahl war von anderer Art als jene „Wahlbewegungen", die nach dem Wahltag in die bekannte allgemeine Flaute übergehen. Die katholische Jugend ist politisch gestärkt aus dem Wahlkampf heroorgegangen. Das Wahlergeb­nis der Partei, des Zentrums, für das sie ihre junge Dolkskraft einsetzte, hat sie mit Genugtuung festgestellt. Die Erfolge der Extremen, vor allem der Nationalsozia­listen, haben sie aufgestachelt und noch tiefer die Hinter­gründe unserer ganzen volkspolitischen Lage sehen lassen. Es ist jetzt das Entscheidende, daß die politische Erregt­heit, der polllische Wille zu einer geschlossenen politischen Bewegung zusammengesührt wird. Ueberall sind kleine Kreise am Werk, das zu formen, was als Wollen und Sehnsucht in den Herzen und Köpfen lebt'. Die politi­schen Tagungen und Ausspracheabende in den Verbän­den und Bünden der katholischen Jugend nehmen zu; für politische Bildungsarbeit ist reges Interesse da. Das allein aber ist es nicht; aus den politischen Kräften

junge Volksfront, die mit den gegnerischen Bewegungen die Auseinandersetzung mutig aufnimmt, in dem Willen zur Eroberung und zur Macht, die junge Volksfront zur Gestaltung jener neuen Ordnung in Volk, Wirtschaft und Staat, wie sie dem kommenden, werdenden Deutsch­land aufgegeben ist.

Die sichtbare Front der jungen Katholiken beginnt sich auch in unserer engeren Heimat zu bilden. In den Vereinen und Gruppen beschäftigt man sich stark mit staatspolitischen Fragen. Die Führer finden sich zu polttischen Ausspracheabenden, hier und da auch schon in festeren Gruppen zusammen. Die politische Front der jungen Katholiken wächst, auch als Opposition i n der Partei.

DeutschlandsStellunginderWelt

Ein Schüler der Oberrealschule hat uns diesen von ihm gemachten Aufsatz gesandt, der das Thema des diesjährigen Schüler-Redewettbewerbs behandelt. Wir veröffentlichen ihn deshalb, weil er zu zeigen scheint, daß der Geschichtsunterricht in den Schulen versucht, die Schüler auf die außen­politischen Zusammenhänge hinzuweisen. Auch kann man aus den Zeilen erkennen, daß die na­tionalsozialistische Verhetzung, der selbst erwachsene Leute mit „höherer Bildung" zum Opfer fallen, das Denken unter den Schülern noch nicht ganz ausschalten konnte.

Noch war Frankreich 1870 nicht endgültig niederge- rungen, als in Versailles das Deutsche Reich aus der Taufe gehoben wurde. Europa zählte einen Großstaat mehr. Staunenerregend war der Aufschwung des Neu­lings. Dieser rasche wirtschaftliche Aufstieg übte einen großen Einfluß auf die politische Führung aus. Stolz wie Deutschlands Schiffe ihre Flagge über den Meeren wehen ließen, war das deutsche Volk, war vor allem sein Monarch geworden. Ehrlichen Sünbnisanträgen Englands gegenüber verhielt er sich ablehnend. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf das deutsche Heer. Eindring­lich warnte Bismarck davor, den neuen Kurs weiter zu verfolgen. Doch der Kaiser und maßgebende Polttiker

Sehnsucht.

Aus den vergangenen Herbstferien hat uns ein Leser des „Blatt der Jugend" folgende Zei­len gefchrieben:

Was ist es doch mit dem jungen Menfchenherzen. wenn es die Sehnsucht ersaßt, daß es fort möchte, fort in die Weite?

Wenn im Herbst die Sonne so feierlich ruhig über den Wäldern liegt und sie aufleuchten in der Fülle des Lichtes in ihrer wunderbaren Farbenpracht wenn die Berge mit scharf umriffener Linie in der Mittagssonne

Heute gehen nur die Burschen und Musik, und die Eltern bleiben daheim ugen. Kuchen ja heute jeden Sonntag und Tanzmusik auch. Die tige Kirmessreude fehlt also schon. Sie schwindet it

Die Burschen meinten dazu dem Scheine nach, uni so war die Kirmes gefeiert.

Doch wie geht es heute zu? Nur die jungen Leute haben einen Genuß während früher alt und jung bar an

Kirmes

Ein kleines Schulmädchen aus Har erzählt hier, was sie von den alten Kirmes! chen im Fuldaer Land weiß.

Daß die Kirmes gefeiert wird, ist schon Sitte. Es kommt von der Kirchweih her die jedes Jahr gefeiert wurde Dieses kirchliche F auch später als weltliches gefeiert. Doch war ft Freude viel größer als jetzt. Man freute sich' allein auf den Kuchen, der damals fo feiten war ist es manchmal auch vorgekommen, daß es Kard zu Kirmes und Weihnachten gegeben hat. Ebenf es auch wieder einmal Fleisch. Es hat sich desha gendes Berschen gebildet:

Kermes on känn Koche, bos roänn de Mädere flache. Kermes u fei Fleisch, bos dann de Jonge Kreisch.

Dor der Kirmes wurden die Mädchen verlost Bursche, der dem Mädchen zufiel, mußte mit dem chen tanzen. Vorher wurde eine Fichte geholt unb Aesten und Rinde befreit Die Spitze wurde stehe!' lassen und mit bunten Bändern geschmückt. Die M chen muhten einen geschmückten Kranz anfertigen, an die Fichte gebunden wurde. Bei der Kirmes ging nun luftig zu. Am Sonntag gingen die Mädchen Burschen in einem langen Zuge zum Bürgermeister 3: Hose spielten sie ihm erst einen Tanz. Dann trat heraus. Der Anführer überreichte ihm das T' das oft aus einem bunten Taschentuch bestand. solche Dinge früher nicht gebraucht wurden, war es eil Ehrengeschenk. Der Bürgermeister wickelte es um feinet Hut. und zurück ging es zur Dorflinde. Dort mürben drei Reihen um den Fichtenstamm getanzt. Den E Tänzer nannte man Blazknecht und das Mädchen Blazmagd. Dann wurde die Schnapsflasche herum reicht. Kirmesmontag wurde dann Kuchen gef Ein Bursche bekam die „Kötz" angehängt und die dem machten Musik. Am Abend wurde das ganze A verzehrt. Mittwoch morgen wurde bann die Kirmes graben. Man machte ein Loch, legte eine mit ' gefüllte Flasche, eine Wurst und ein Stück Kuchen ein. In manchen Gegenden wird ein Hammel geschlach­tet und die Knochen werden mit bestattet. Da es. i feine Schafe mehr bei uns gibt, so ist diese Sitte weg ge­fallen. Die Burschen singen;

Zu Haustrinkkuren ta bei Gicht, nbfu^*$lS(HarBSäure), Arterien- , Magenleiden usw. »"ra'w-^rbandlunge». Apotheke». Drogerien usw.

mit Zungbauecn auf Liedlungssahrt

In Berlin.

9) Von T

Der letzte Tag unserer Fahrt ist ein sonnen­heller Sonntag. Wir waren bereits zwei Tage lang über den Berliner Asphalt gelaufen oder gefahren und etwas müde. Und doch sind wir früh munter. Wir wollen eine Rundfahrt über die an der Peripherie Berlins gelegenen großen Seen machen. Ein Vorortzug bringt uns in einer guten Stunde nach einer kleinen Villen- und Vergnügungsstadt. Obwohl es noch nicht 7 Uhr ist, sind die Züge überfüllt. Zu vielen Zehntausen- den strömen die Menschen aus den grauen Mauern an die Seen, in die Wälder. Die meisten haben ihre Bade­sachen mit.

In unserem Vorort — der Name tut nichts zur Sache — steht eine kleine, von Dr. Sonnenschein erbaute mo­derne Kirche. Hier treffen wir uns zur katholischen Sonntagsfeier. Dann geht es an die See. Der Damp­fer liegt zur Abfahrt bereit. Das klare Wasser glitzert in der Sonne. Wir steigen ein. Auf bequemen Bänken kann man sich niederlassen. Die Fahrt beginnt. Der Dampfer gleitet leicht und präziös über das Wasser. Nur das Stampfen der Maschinen läßt das Schiss leicht er­zittern.

Die märkischen Seen sind unvergleichlich schön. Die bewaldeten Ufer dringen bald zu unserem Dampfer vor, ball» weichen sie in großen Buchten zurück. Das Wasser ist von unzähligen Segelbooten belebt. Ein Rennboot schießt an uns vorüber. Das Vorderteil ragt ganz aus dem Wasser. Man erwartet, daß das Boot jeden Au­genblick aus dem Wasser herausgeschleudert wird. In der Ferne taucht eines der großen Berliner Strandbäder auf. Es wimmelt von Menschen. Ihre Leiber heben sich als kleine Helle Flecken von dem Strand ab. Ab Und zu wird das Grün durch eine kleine Ansiedlung un­terbrochen. Dann hält der Dampfer.

So geht es eine Stunde, zwei Stunden dahin. Wir fragen nicht nach der Zeit. Singend und lachend sah-

daliegen und der klarblaue Himmel sich über wölbt, wenn der Blick weit in die Ferne schweifen w — o, bann möchte ich fort nur immer wandern. N umfängt mich die Welt des „Taugenichts", ich W mein Ränzlein schnüren und mit ihm ziehen in L Lande, bann möchte ich entfliehen dem kalten und Hfl schweren Norden hinab ins Sonnenland Italien • •

Die Phantasie sucht das Gewoge meiner Gefühle! zudeuten, möchte dem uferlosen Drängen und »W ein Ziel geben, in dem mein Herz ruhen könnte. 3 je mehr ich mich in diese Scheinwelten Hineinfinne, bis ins Einzelne auszumalen sie recht auszukosten I um fo mehr zerrinnt mir der Genuß an diesem Trau Das Letzte, dem ich ein volles Ja zurufen, das nun vollstes Glück fein könnte, find ich nicht. Mein 1 bleibt ungestillt, mein Sehnen stürmt weiter . • • .

Da schlage ich mein dickes Heft auf, in dem •** j Gedanken aufschrieb, die mir einmal gut gefielen- , fällig begegnen mir Stellen aus einer Aussprach^i P. fiacorbaire in Notre Dame, in Paris an junge fchen hielt: „Kaum haben sich unsere Jahre über zehn Lenze entfaltet, da geht quälenb eine uns auf, beren Gegenstand nicht lautet: t

Liebe ober Ruhm ober sonst etwas, bas einen hätte. Der junge Mensch irrt im Dunkel ber Ein! - ober in den glänzenden Straßen berühmter Stab«] fühlt sich von einem ziellosen Verlange 4 drückt; er flieht die Wirklichkeiten des Lebens v | Gefängnis, worin fein Herz erstirbt; fein ihn hin zu Unbestimmtem u. Ungeroiffenem, zu ken am Abend, zu dem Sturmwind im Herbst Blättern, die fallen, ob er darin erspähe, was glücke. Aber vergebens, die Wolken entschwinb^- der Sturmwind schweigt und die Blätter entfärbe^ verdorren; warum er l-'de ' ’ W«

wie die Tränen einer Mutter und die Zärtlichkeiten Schwester vermögen P" seiner Seele zu genüge«» meir- Seele, sprach b' 'ropbet, warum trauerst war i bist bu betrübt Hoffe auf Gott!" 3° "g es, Gott ber unenblidje, der sich regt in unfern g Herzen, da Christus uns berührte ..

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