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^^Garlen im November.

■BLnn die Erntearbeiten beendet sind, ist noch ÜZrßbcn zu düngen und Ordnung zu schaffen;

LrJXni' können Neuanpflanzungen vorgenom- I Schutzarbeiten ausgeführt, Vorbereitungen H*"' Winker und Arbeiten fürs nächste Jahr DM Jen werden, solange der Boden offen ist. KL wichtigsten ist das Düngen, damit dem Land i “® ,uriickgcgeben wird, was ihm im Laufe des ER "I genommen wurde. Mit dem Düngen wird

Umgraben aller unbepflanzten Beete verbun- P” gerade der November ist hierfür die beste Io weil Wnterfchnee und -Regen den Dünger k «laugen, der Frost ihn zerfetzt und milde macht. | [je zusammen den Dünger und die Erde gut ineinander vermischen. Die gegrabenen Beete KL in groben Schollen liegen bleiben, damit die I Äuerung auf sie einwirken kann. Im O b st g a r - Ion wird mit dem Reinigen, Auslichten und | &.nfaCH fortgefahren, bis das Wetter die Arbei- ^unmöglich macht. Die Leinmringe müssen un- rLqt ^n ganzen November hindurch klebfähig Irin unb im Notfall mehrmals überstrichen werden, Itenn die Frostspanner fliegen den ganzen Monat, «o mit Karbolineum gespritzt wird, ist der Leim- Xte( überflüssig. Die Spalierbäume sind von den Spalieren zu lösen und zu reinigen, zum ILnt gegen Pilze und Schädlinge wird gespritzt, | weheren der Boden gelockert. Die Baumschei- k tni erhalten zum Schutz der Veredelungen eine I Mgerdecke. Die Spalierreben bindet man eben- | Wz los, schneidet sie sachgemäß, legt sie zu Boden 1 W, deckt sie mit Erde. Die Erdbeerbeete, die in | ichmearmen Wintern und in leichtem Boden oft | qqzwmtern, sind, wenn trocken, ausgiebig zu gie- I he» und bei strengem Frost mit Nadelholzzweigen I zu decken; besser ist natürlich eine Düngerdecke. I Jas Gemüse bleibt möglichst lange, aber nicht län- i ger als bis etwa Mitte des Monats, im Freien, weil später die ersten stärkeren Fröste zu erwar- | ten sind. Dieses so spät geerntete Gemüse hält sich I vorzüglich. Die erste Zeit gibt es natürlich starken | Wall und es sind die Vorräte wiederholt durch- Dznsehen und zu säubern, später braucht es nur in r größeren Pausen zu geschehen; bei milder Witte- I trag, d. h. bei 3° und mehr, ist ausgiebig zu lüften, | damit das Gemüse frisch und haltbar bleibt. Aus- |s«ten sind nicht mehr zu empfehlen, bei günstiger

Witterung und leichtem Boden können Versuche mit Karotten, Pastinaken, Gartenkresse, Rapünzchen । gemacht werden, bisweilen geraten sie, und dann ist es natürlich ein großer Vortest.

Der Zimmergarten.

Der Name Zimmergarten kommt jetzt wieder | W Ehren, denn nun sind auch die allerletzten Pflan- f W in das Innere des Hauses zurückgekehrt und | die Schwierigkeiten der Pflege beginnen aufs neue, r Die Behandlung richtet sich nach den zur Verfügung ; stehenden Räumen. Die in geheizten Stuben ste- l henden Pflanzen fühlen sich bei einer Durchschnitts- r wärme von 15° C am wohlsten, selbst den in den

Tropen heimischen Pflanzen sagt diese Temperatur mehr zu als hohe Wärme, denn nicht unter der geringeren Wärme, soidern unter Luftrockenheit, £>e der Zimmerwärme entsprechend steigt, leiden sic vor allem. Die Folge hiervon ist das Auftre- [ len von Ungeziefer und das Eintrocknen der Blatt­spitzen. Weitere Schädigungen werden durch künst- i lches Licht und die damit verbundene Luftver- ; lchlechterung hervorgerufen. Schwere Fehler wer- I “n auch beim Gießen gemacht. Gutes Gießen ist nämlich eine Kunst und will verstanden sein; weist wird im Zimmer viel zu viel gegossen, was im | lamter besonders schädlich ist. Deshalb unterstütze I ln?n das Gießen durch Abwaschen und Abspritzen I ®n lauem Wasser, wodurch die Blätter rein gehal- I . werden und das Auftreten von Ungeziefer ver-

M^rt, wenn nicht ganz verhindert wird. Das "men der betr. Stuben soll möglichst durch ein r‘2s Zimmer erfolgen, beim Reinemachen J?“ die Pflanzen in einen anderen, ungefähr gletcy 'armen Raum zu bringen; Zugluft ist jederzeit P ottmeiben. Härtere Pflanzen gehören nicht in geheizten Raum, sie kränkeln doch nur. ^aolich ist es auch, wenn zu viel Pflanzen in U«, • um untergebracht werden, sie stehen nicht nur zu eng, sondern wegen Platzman- »els auch ungünstig.

^ehr Namensbezeichnungen.

.Dian schreibt uns: Zu dem in Nr. 246 der Ful- r unter obiger Ueberschrift erschienenen ich folgendes bemerken: Unsere in bchland an führender Stelle stehenden Baum- und Großgärtnereien sind schon seit Jahren hastbaren Aluminiumetiketts übergegangen, M Mit Kupferdraht befestigt werden. Wird nun ' «-erfanb in einer Baumschule oder Großgärt- vorgenommen, so werden die Sträucher und M?lmhen nach Art und Sorte mit einem halt- versehen, gewöhnlich 5 Stück in einem iwihf- Bäumchen und Sträucher ein Etikett. Der ^Pfanger löst den Pack und etikettiert die rest- iLrt „ oder Sträucher und pflanzt sie an Iklen- Stelle. Eines Tages wird ein Etikett Men’ x D0.n Holz, oder Aluminium oder Por-

J wird mir jeder Gartenbesitzer bestätigen feit L* °er Namensbezeichnung ist es in den mei- Dortle*- Ich möchte nun auf folgendes rsam machen. Man sollte sofort nach dem Sta-.iÄJ1 von Obstbäumen, Sträuchern, Rosen oder Kr*®6*1 usw. das jetzt noch leserliche Etikett ent- hchen au^ inen Bogen Papier — am 6i i t re-, h^r eine Skizze des Grund st ücks Ml-'"äaichnungen der betreffenden He* <> äen sämtliche Namen notieren, ^^-oahren noch wird dann der Gartenbesitzer *ton’ ^wferanten zur Rechenschaft ziehen können, ! ^en forn mit &er Namensbezeichnung nicht stirn- Wvrko», E. was ja leider bei Obstbäumen so häufig ■6s niv}' zur Hebung des Obstbaues durch- b,^,..®Elträgt. In öffentlichen Anlagen finden ■tonn J.5 on seltenen Bäumen die Daueretikettie- Mk nnrh .fter Piketten sind so angebracht, daß man ! 1 wsen, aber nicht erreichen kann. Gerade

mit den Stehetiketten für Rosen, Stauden und Ko­niferen hat man schon früher schlimme Erfahrungen gemacht, zum Beispiel bei einer Umsteckung über Nacht, wo eine weiße Rose zu einer roten werden kann. Da muß das Verzeichnis nachhelfen, denn diese vielen Sorten einer Pflanzenart zu kennen, ist nur den Spezialzüchtern möglich. Besteht ein Verzeichnis über die einzelnen Pflanzungen, so wird der Gartenbesitzer nie in Verlegenheit kommen.

Lagerung und Haltbarkeit des Obstes.

Von Rechtsanwalt Forster, Pfullendorf

Von welchen Ursachen die Haltbarkeit des La­gerobstes bestimmt wird, ist nach dem heutigen Stand unsres Wissens noch nicht vollends klarge­legt. Zweifellos spielen die Witterungpverhältnisse und die Beschaffenheit der Lagerräume eine er­hebliche Rolle. Haben wir ein trockenes und son­nenreiches Jahr, insbesondere bei der Reife des Obstes, so übt diese Tatsache zweifellos auf die Har­monie der Geschmackstoffe, den Zucker- wie Frucht­säuregehalt und den Aromareichtum einen wesent­lichen Einfluß aus.

Frühere Beobachtungen lehrten, daß nach Jah­ren mit anormalen Witterungen mitunter auch mit einem außergewöhnlichen Verhalten der Er­zeugnisse des betr. Jahrgangs zu rechnen ist. Man hat beobachtet, daß nach trocknen Jahren das Obst eine größere Haltbarkeit zeigt als nach nassen Jah­ren.

Krankheiten der Obstfrüchte entstehen teils schon auf den Bäumen; so z. B. zeigt „Kaiser Alexander", an sich ein schöner, großer, frühreifer Kochapfel, oft schon faule Früchte an den Bäumen. Bei den meisten Obstsorten aber tritt ein Verderben der Früchte erst auf der Lagerung, teils früher, teils später ein. Süße Früchte faulen früher. Wirt­schaftsobst aus mittlerer Höhenlage hält sich sehr gut. Im wesentlichen werden die Krankheiten der Obstfrüchte von Pilzen hervorgerufen, deren es ver­schiedene Arten gibt. Ihre Zahl ist eine große und ihre Erforschung noch nicht abgeschlossen.

Ueberaus stark kann man fast in jedem Jahr das Auftreten des Polsterschimmels beobachten. Seine Schädigungen erstrecken sich auf Baum und Frucht. In dunklen Lagerräumen verfärben sich die vom Pilz befallenen Früchte und nehmen schließlich eine tiefschwarze Farbe an. Man spricht von Schwarzfäule.

In feuchten Räumen und Kellern gedeihen der­artige Schimmelpilze am besten. Es gilt daher diese Räume zu lüften, kühl und trocken zu halten. Die Fäulnis kann sich bei den Früchten auch von

Innen heraus entwickeln. Die Krankheitserreger, die Sporen, gelangen dann durch die Kelchröhre in das Kornhaus, und von hier aus geht die Jnf-t- tion vor sich, bis sie schließlich den ganzen Apfel angreift. Der Lebensgang der meisten Lagerkrank­heiten lehrt, daß die Anfälligkeit je nach Sorte und Güte des Obstes eine verschiedene ist, daß jedoch Ansteckung meist nur bei unmittelbaren Beschädi­gungen der Früchte, zum Beispiel durch Hagel ober hartes Ausfallen, ferner bei unmittelbarer Berüh­rung gesunder und kranker Früchte stattfindet. Un­ter Beachtung des weiteren Umstandes, daß Wärme, Feuchtigkeit und schlechte Luft die Pilz- entwickelung begünstigen, lasten sich für eine erfolg­reiche Obstlagerung folgende Merksätze aufstellen.

Es ist nur trockenes und baumreifes Obst zur Lagerung zu bringen. Das Obst muß sorgsam mit Pflückkörben geerntet fein, ohne Verletzungen; denn jede Wunde bildet eine Pforte für Fäulniserreger. Früchte, die von Schorf ober Dbftmaben befallen sind, sind nicht zu lagern, sondern anderweitig zu verwerten. Die Lagerräume sind zu reinigen und sauber zu halten. Sie sind nach Möglichkeit aus­zuschwefeln, damit etwa früher vorhandene Pilz­keime vernichtet werden. Neben Kellerräumen sind auch froftfreie Bodenkammern zur Lagerung zu empfehlen. Für besonders schöne Früchte lagert man in Obstgestellen mit Schüben, die man leicht nachsehen kann. Auch Holzkästen, sogen. Latten­kisten, fmb zur Lagerung nicht ungeeignet, insbe- fondern für Sorten, die on sich schon weniger fau­len. (Rheinischer Bohnapiel.)

Der Lagerraum ist kühl zu halten, am besten von 0 bis + 3 Grad Celsius. In diesen Tempe­raturen haben die Fäulniserreger schlechte Le­bensbedingungen. Das Obstlager ist dunkel zu hal­ten, weil das Licht 'die Lagerreife des Obstes be­schleunigt und zu eine baldigen Verwendung zwingt.

Die Lagerräume sind öfters, möglichst jede Woche, nachzusehen; faule Früchte sind herauszu- nebmen und etwaige schmutzige Lagerstellen zu säubern, die andere Früchte aber möglichst ruhig auf dem Lager zu lassen, nicht zu schütteln. Obst will Ruhe haben. Bei jeder Nachschau ist zu lüf­ten. Soviel an Erfahrungsregeln.

Am besten wird das Obst sich halten, wenn es von einem gesunden Baume kommt, der gut er­nährt und gepflanzt ist. Das Obst entwickelt sich hier schon im Freien gesund und behäll auch seine Gesundheit bis zur Zeit der Genußreife, die man bei der Verwendung Nicht lange überschreiten soll, weil sonst die Früchte an Aroma und Geschmack verlieren.

ein gut geheiztes Zimmer. Je langsamer und un­ter je gleichmäßigerer Wärme das Treiben vor sich geht, desto schöner werden sich die Blüten entwickeln.

Sehr beliebt und von bestem Erfolge ist das Treiben in Vorfenstern. Es ist natürlich nötig, daß dieselben gut und zweckentsprechend verwahrt sind. Namentlich ist darauf zu achten, daß der untere steinerne Fensterrahmen mit einem Brett bedeckt ist-, auf keinen Fall dürfen die Gläser oder sonstige Pflanzen direkt auf den Steinen stehen; eine Er­kaltung der Wurzel und damit verbundenes Siech­tum würde die Folge sein. Bei sehr kalten Tagen und Nächten ist es, um Frostschaden zu vermeiden nötig, die Gläser in das warme Zimmer zu stellen. Ebenso wichtig ist es, daß die Zwiebeln beim Reinigen oder Lüften der Zimmer keinen zu schrof­fen Temperaturwechsel haben. Ist dies nicht zu vermeiden, so müssen die Pflanzen durch Ueder» decken mit einem Tuchs oder genügend großen Pa­piertüten geschützt werden. In der Nichtbeachtung dieses Umstandes sind oft nicht erkannte Mißer­folge begründet.

Sind diese Kleinigkeiten mit Sorgfalt beachtet, und waren die zur Zucht verwendeten Sorten erster Wahl, so kann man mit Bestimmtheit auf einen schönen Flor rechnen. Will man diesen möglichst verlängern, und sollen die Pflanzen nicht alle auf einmal blühen, so stelle man sie in entsprechenden Zwischenräumen in ein geheiztes Zimmer; die in ihrer Entwicklung am weitesten vorgeschrittenen werden zuerst dahin gebracht. Die aufgeblähten Pflanzen kommen wieder in das kalte Zimmer zu­rück. Durch große Wärme schnelleres Blühen er- znnngen zu wollen, ist falsch. Zwiebeln auf Wasser vertragen dies überhaupt nicht. Außerdem gehört zum schnellen Treiben eine Tag und Nacht möglichst gleichmäßige feuchtwarme Temperatur, wie man sie im Zimmer kaum erreichen kann.

Außer Hyazinthen eignen sich auch Narzissen, Krokus und Scilla sibirica gut zur Zucht auf Was­ser. Die erste Sorte ist etwas empfindlich für die trockene Zimmerluft, die Blüten vertrocknen leicht, dagegen sind die beiden letzteren Arten dankbare Blüher, die sich auf den kleinen dazu nötigen Gläschen äußerst schön zwischen den höheren Hya­zinthen ausnehmen; außerdem haben sie noch den Vorzug, daß die Zwiebeln wesentlich billiger sind. Tulpen eignen sich weniger zur Zucht im Glase

Berücksichtigt man nun noch, daß die Zucht in Gläsern weniger Schmutz verursacht und die Gläser ihrer verschiedenen Farbe wegen geradezu eine Zierde des Zimmers bilden, so kann jedem Blumen­freunde ohne Bedenken empfohlen werden, einen ersten Versuch mit der Zucht von Zwiebelgewächsen auf Wasser zu machen.

Mäusebekämpfung.

Zu Beginn des Winters ziehen sich die schäd­lichen Nager mit Vorliebe in schützende Schlupf­winkel zurück. Als solche dienen ihnen neben menschlichen Behausungen besonders gern auch die Glashäuser und Mistbeete. Die Bekämpfung dec 9tager an diesen Orten ist deshalb heute besonders dringlich. Am besten geschieht die Bekämpfung durch Ausstreuen von Zeliokörnern, welche die Mäuse im Gegensatz zu dem Stryckningetreide gerne fressen. Die Zeliokörner haben vor dem Strychningetreide noch den zweiten Vorzug, daß schon 1—2 Körner genügen, um eine Maus abzu­töten, während die Mäuse 8—10 mit Strychnin vergiftete Eetreidekörner fressen müssen, bis die Wirkung tödlich ist. Die Zeliokörner sind deshalb viel sparsamer in der Verwendung und damit auch wirtschaftlicher.

Ist auch Rattenplage in Glashäusern zu ver­spüren, so empfiehlt es sich, die Ratten durch Dar- reichiung von mit Zeliopaste vergiftetem Köder zu bekämpfen. as.

Der kleinlierhof im November.

Der Geflügelzüchter hat jetzt auf gute Stallungen und entsprechendes Futter zu achten, da die Hühner nunmehr zum größten Teil auf das Futter aus der Hand und auch auf längeren Auf­enthalt im Stalle angewiesen sind. Sobald Kälte eintritt, sind dem Geflügel Weichfutter und Trink­wasser mäßig angewärmt zu geben, und das Körnerfutter ist int Scharraum unter lockere Erde, Häcksel , Sand usw. zu mischen, damit sich die Hüh- ner durch Scharren Bewegung machen müssen. Ein Staubbad ist unbedingt notwendig. Die Ställe sollen warm und zugfrei sein; gute trockene Ein­streu ist weitere Bedingung, denn schlechte, feuchte Luft ist auch für das Federvieh schädlich. Die Mauser ist nun endgültig beendet und die Früh- bruten der Winterleger beginnen mit dem Legen. Man unterstütze die Legetätigkeit durch geeignete Fütterung. — Die Enten- und Gänseställe haben eine besonders hohe Stroh- oder Torfschicht als Streu zu erhalten, damit die Insassen ein warmes und trockenes Unterkommen finden. Die Tauben­schläge öffne man bei schlechtem Wetter erst gegen Mittag, damit die Tauben nicht zu lange ausflie» gen können.

Die Kaninchen sind gut zu füttern, obwohl die Zucht unterbrochen ist, denn die Häsinnen müssen in gutem Zustand bleiben, um später eine trächtige Nachzucht geben zu können. Die Ställe sind trocken zu halten, weshalb Einrichtungen für guten Abfluß des Urins unbedingt notwendig sind; trockene Kälte, frische Luft vertragen die Kaninchen dagegen ausgezeichnet, und nur in feuchtkalten Ställen tritt der gefürchtete Schnupfen auf. Dieser ist sehr ansteckend. Bei Trockenfütterung ist stets für genügend Wasser zu sorgen, Weichfutter kann angewärmt, Grünfutter soll aber nie gefroren ge­geben werden. Trockene und warme Ställe sind für die Ziegen ebenfalls Bedingung, denn diese, zumal die älteren, sind sehr empfindlich und der Uebergang zur Kälte geht oft schnell vor sich. Bei der Fütterung soll stets gutes Heu in genügender Menge gegeben werden, und wenn irgend möglich auch etwas Hafer, der zum Gedeihen sehr bei­trägt. Täglich mäßige Bewegung im Freien ist von hohem Wert. -

OasTreibeu dervlumenzwlebeln aus

Von R. R., Fulda.

affet

Der Herbst ist da; dürres Laub raschelt um den Fuß des Wanderers; die meisten Blumen senken, vom ersten Frost geknickt, ihr welkes Haupt. Die trüben Tage des Herbstes kündigen den nahenden Winter an. Wer möchte da nicht, ein bißchen von der lchwindenden Blütenpracht mitnehmen in die kalte Winterzeit, um sein trautes Heim, wenn drau­ßen die Natur in Eis- und Schnee erstarrt, mit einigen blühenden Pflanzen zu schmücken! Ganz un­erfüllt braucht dieser Wunsch nicht zu bleiben. Auch für den Winter gibt es Blumen, wenn es der Na­turfreund richtig anzufangen weiß. Einen ange­nehmen Ersatz bilden manche Zwiebel-Gewächse, be­sonders die Hyazinthen. Sie erfreut mit ihrer Blüte unser Herz schon zur Weihnachtszeit, wenn man sie mit Verständnis zu pflegen weiß. Ihre Zucht, die uns mit wenig Aufwand an Zeit und Mühe bei Schnee und Eis den Frühling ins Zim­mer täuscht, ist sehr einfach, besonders wenn sie auf Wasser, in den bekannten Hyazinthengläsern ge­zogen wird. Vielleicht kann manchem Blumen­freund mit dem Bekanntmachen der Kulturmethode ein erwünschter Dienst erwiesen werden. —

Die Hyazinthen, überhaupt die Zwiebelgewächse, die im Zimmer getrieben werden sollen, werden am besten zwischen Anfang September und halbem Oktober eingepflanzt oder aufgesetzt. Späteres Einpflanzen beeinflußt durchaus nicht die Schönheit sondern nur den Zeitpunkt der Blüte. Beim Auf­setzen der Zwiebeln auf die Gläser wird man be­merken, daß erstere recht verschieden in Bau und Boden und letztere in der Halsweite recht verschie­den sind. Man muß deshalb darauf achten, daß der Boden der Zwiebel stets kleiner als die Hals­weite des Glases sein muß. Ist dies nicht der Fall, so wird ein Teil der Wurzeln statt ins Wasser zu wachsen, sich in den Becher des Glases legen und verkümmern. Abgesehen von der dadurch be­dingten mangelhaften Ernährung, hat dieser Um­stand noch den Nachteil, daß die Zwiebel schlecht sitzt und infolgedessen bei der Blüte leicht umfällt. Entfernt man aber die verkrüppelten Wurzeln, so ist dieses gewiß nicht von Vorteil. Beim Einkauf achte man darauf, daß die Gläser im Decher und im Halse recht weit sind. Die Farbe des Glases ist auf das Wachstum und die Schönheit der Blüte ohne Einfluß. —

Zum Füllen der Gläser kann man jedes weiche und reine Wasser verwenden. Fluß- und Regen­wasser ist nicht unbedingt erforderlich; vor letzterem ist sogar zu warnen, wenn es schon alt und deshalb verdorben ist. Das Wasser aus der Fuldaer Was­serleitung, das bekanntlich recht weich und zart ist, wird sich gut dafür eignen. Das Wasser soll höch­stens den Boden der Zwiebel leicht berühren, im Wasser selbst darf die Zwiebel keinesfalls sitzen. Di» Zwiebeln werden nach dem Einsetzen zur weiteren Entwicklung an einen dunklen, frostsreien Ort ge­bracht; hier verbleiben sie, bis sie sich vollständig be­wurzelt und die Spitzen auf 3—4 Zentimeter aus­getrieben haben. Dazu werden je nach der Tem­peratur des Raumes 8—10 Wochen nötig sein. Würde man die Zwiebeln früher an das Licht bringen, ehe sie vollständig Wurzel gefaßt haben, so würden sie meistens sehr schlecht zur Entwicklung kommen, sie würden, wie der Gärtner sagt, sitzen bleiben. Das Dunkelstellen soll die Bewurzelung

fördern und den oberen Trieb zurückhalten. Als bester Ort dürste der Keller geeignet sein.

In der ersten Zeit ist es nötig, die Gläser alle 8—10 Tage nachzusehen und das verdunstete ober verzehrte Wasser nachzufüllen. Dasselbe geschieht am besten sv, daß man die fehlende kleine Menge zwischen Glas und Zwiebel vorsichtig eingießt und höchstens durch leichtes seitliches Lüften der letzteren das Einlaufen des Wassers erleichtert. Je weniger man die Zwiebel bewegt, desto besser ist es, denn die Wurzeln sind so spröde, daß sie bei der leichte­sten Berührung leicht abbrechen. Bei einer gesun­den Zwiebel ist das Erneuern des Wassers durchaus unnötig, ja meistens mehr schädlich wie nützlich.

Bei einer gesunden Zwiebel wird das Wasser nie übelriechend und schlecht werden, bei einer kranken ober faulenden aber stets. Bemerkt man dieses, so ist die Zwiebel aus dem Glase zu nehmen; Glas und Zwiebel müssen dann mit größter Sorg­falt gereinigt werden. Namentlich muß man durch vorsichtiges Abspülen des Zwiebelbodens und der Wurzeln alle etwa anhaftenden Schleimteilchen ent­fernen. Die Zwiebel kann wieder auf dasselbe Glas gesetzt werden, jedoch ist sie weiter zu beobach­ten, weil häufig dieselbe Behandlung nochmals nötig ist.

Oft wird man bemerken, daß an dem unteren Teil der Zwiebel, der von den Ausdünstungen des Wassers bestrichen wird, die Schale mürbe gewor­den ist und sich leicht ablöst; auch wird sich in vielen Gläsern unmittelbar unter dem Zwiebelboden eine grauweiße Masse bilden, die erst klein und dichter ist, sich aber dann vergrößert und lichter wird und schließlich zu Boden sinkt. Beide Vorkommnisse sind harmlos, denn das Wasser bleibt dabei klar und wird nicht übelriechend.

Es ist nun noch auf eine Krankheit der Wurzel hinzuweisen. Die Erkrankung ist zwar selten, doch da es ein zuverlässiges Mittel gibt, derselben zu begegnen, so ist es angenehm, dasselbe gegebenen Falles zu kennen. Die Wurzel ist im gesunden Zu­stand weiß. Tritt nun die Erkrankung auf, so bemerkt man, daß zuerst einzelne Wurzeln am Ende anfangen eine grauweiße Färbung annehmen, und während diese langsam nach oben fortschreitet, scheint in demselben Maße die Wurzel auszulaufen, denn das Wurzelende hängt leicht beweglich und mürbe wie ein leerer Schlauch im Wasser. Wenn nichts dagegen geschieht, gehen nach und nach sämt­liche Wurzeln auf diese Weise zugrunde.

Hier hilft eine Radikalkur. Sämtliche angegrif­fenen Wurzeln, gleichgültig, ob viel ober wenig, müssen etwa 1 Zentimeter über der höchst erkrank­ten Stelle mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden; wenn es nötig ist, muß die ganze Wurzel bis zum Zwiebelboden entfernt werden. Selbstver­ständlich ist auch eine gründliche Reinigung des Glases und der übrigen Wurzeln damit zu verbin­den.

Sollte es einmal Vorkommen, daß eine Zwiebel auf Wasser gar keine Wurzeln macht, so kann man sie in die Erde setzen, wo sie das Versäumte nach­holt und dann noch ganz gut blüht. Sind die Zwiebeln durch die angegebenen Fährlichkeiten durch, genügend bewurzelt und getrieben, so können sie an das Licht gebracht werden. Damit der Ueber­gang kein zu schroffer ist, stellt man sie zuerst in

Beilage zur Fuldaer Zeitung

1. November