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erfclieint icchsmai wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Well

Donnerstag, 30. Oktober 1930

57.3M

IM Bild- und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag fauA oer Fuldaer Slctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

icituno 1152. Fuldaer Vctiendruckere' 1150 und 1151. ::

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Parteiführern.

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der Arbeitsnot angestrebt, unter der auch dir Strafanstalten heute zu leiden haben.

Reuter meldet aus Sao Paulo: Dr. Julio Prestes, der noch vor Ausbruch der Revolution

Mahraun hat nämlich in Bielefeld auf einer stark besuchten Tagung des Jungdeutschen Ordens " .......... ' en und da-

* Zeitungsbeschlagnahmr in Men. Das „Neue Wiener Extrablatt" ist wegen Veröffentlichung eines von der Landvolkkorrespondenz gebrachten Artikels „Militärgericht, Zensur" und dem Un« tertitel „Wie sich der Heimwehrführer den neuen Tag einrichten wollte" konfisziert worden.

* Maßregelung des finnischen Generalstabschefs. Der finnische Generalstabschef, General Vallenius, ist wegen seiner Beteiligung an dem Anschlag zur Entführung des früheren Landespräsidenten Stahlberg seines Postens enthoben worden. An seiner Stelle wurde General Oesch zum Chef des Eeneralstabs ernannt.

* Zusammenstoß zwischen Polizei und Mantz- festanten in Indien. (Eig. Meld.) In der Nähe . von G h a u d a u s i wurde im Verlaufe einer Kundgebung die Polizei mit Steinen beworfen, worauf sie von der Schußwaffe Gebrauch machte. 3 Beamte wurden schwer, 9 leicht verletzt, 3 Mani­festanten wurden verletzt und einige Verhaftun­gen wurden vorgenommen.

Aus den Reichstagsausschüsfen

Die Z)oungplan-Anträg.r im Auswärtigen Ausschuß.

lu t i o n uns befinden. Die von den Bäumen fal­lenden Blätter im Herbst sollten daher alle Volks- frsunde in diesem Jahre sehr ernst stimmen. Wir denken uns den Aufbau der deutschen Gesellschaft pyramidenartig mit einer breiten Unterschicht, die aber Aufstiegsmöglichkeiten durch die Mitte bis zur Spitze der Pyramide in sich birgt. Wir brauchen nicht nur eine Reform der Finanzen und Wirt­schaft, sondern nicht zuletzt auch der ganzen deut­schen Gesellschaft. Aber auf der Grundlage des wohlerworbenen und verdienten Privateigentums.

Arthur und Adolf.

Wer ist nun eigentlich der echte Apostel des Wehrwillens:

Mit seinen außenpolitischen Exkursen hat der nationalsolizalistische Führer eine innenpolitische Wirkung erzielt, an die er vielleicht nicht gedacht hat: einen Flankenstoß Arthur Mahraun s. An der Spitze des Jungdeutschen (Nr. 252 vom 28. Ok­tober) .lieft man in fetten Schlagzeilen:

„Arthur Mahraun rechnet ab! Gegen Hitlers Verrat am deutschen Wehr- wille n."

Sie Versetzung der Maybacher Opfer.

Feierliches Requiem in der Grubenkapeile. — Trauerfeier im Zechensaal. — Trostworte des Bischofs von Trier.

Die Anruhen auf Formosa.

Die Ursache des Aufftandes.

wtb. Tokio, 29. Okt. (Eig. Meld.) Die Berbin- düngen mit Formosa sind zum Teil unterbrochen. Aus den wenigen erhaltenen Meldungen geht her­vor, daß ungefähr 10 4 japanische Polizei- beamte und Zivilpersonen getötet worden sind. Man nimmt an, daß der A u fst a n d durch allzu st renge polizeiliche Kon­trolle verursacht worden ist. Die Stämme haben sich außerdem gegen den Plan emer großen Talsperre aufgelehnt,'die mehrere Quadratkilome­ter ihres Gebietes unter Wasser setzen würde.

MaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

gen Ausschuß empfing, um die Stellungnahme der Parteien zu diesem Antrag gehandelt hat.

Wie das Nachrichtenbüro des V. D. Z. weiter erfährt, ist die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichsrats, die von preußi­schen Provinzialvertretern verlangt war, bisher noch nicht erfolgt.

Kampf. Er spricht von Frieden und Verständigung. Hitler ist Pazifist geworden. Wem nützt eine solche Erklärung wie die Hitlers? Welche Macht hat ein Interesse daran, daß in Europa keine Militärbündnisse geschlossen werden! Nur Sowsetrußland... Ich kann nur glauben, daß er von Drahtziehern gezwungen wor­den ist, die im bolschewistischen Lager stehen. Diese Er­klärung Hitlers zeichnet den Weg. den der Nationalso­zialismus gegangen ist. Der Nationalsozialismus unter- scheidet sich in seinen politischen Methoden durch nicht» mehr von denen Moskaus.

Wir können die Fortführung dieses interessan­ten Zwiegesprächs den Beteiligten überlassen. Es ist immerhin eine eigene Ironie der parteivolitisch- bündischen Entwicklung, daß die Jungdeutschen die Gelegenheit wahrnehmen, um den National­sozialismus als pazifistisch zu be­kämpfen und ihm so agitatorisch den nationali- ssischen Wind aus den Segeln zu nehmen.

Wilton das Wort, der den tief gebeugten Ange­hörigen, ihren Witwen und Waisen, ihren Vätern, Müttern, Brüdern und Schwestern und allen ihren Verwandten und Freunden das herzliche Beileid der Regierungskommision aussprach. Die Kom­mission werde alles tun, was in ihren Kräften stehe, um den Hinterbliebenen über die materiellen Sorgen hinwegzuhelfen. Den Verletzten wünschte der Präsident baldige Genesung. Er hob hervor, daß das Unglück in Maybach weit über die Grenzen des Saargebietes hinaus Teilnahme und Trauer hervorgerufen habe. Zum Schluß rief Präsident Wilton den Toten ein Glückauf zur Fahrt in die Ewigkeit zu.

Reichsminister von Gusrard.

Anschließend hielt Reichsminister v. Guörard die Trauerrede. Der Minister führte aus: Schweres Unglück ist hereingebrochen über deutsches Land. Während noch die Totenglocken in Alsdorf ertönten, verbreitete sich die erschütternde Kunde von dem grausigen Geschehen auf Grube Maybach. Fast 100 deutsche Bergleute sind ihm zum Opfer gefallen. Opfer ihrer Pflicht, Helden der Arbeit. Mit Ihnen, den Angehörigen der Dahingeschiede­nen, sind vereint in Wehmut und Schmerz der Herr Rei chspräsident, die Deutsche Reichs­regierung und die preußische Staats­regierung. Diese Stunde tiefsten Ernstes zeigt aber auch die unlösliche Verbundenheit des deutschen Bergarbeiters an derSaar mit allen deutschen Bergleuten, ge­wiß auch mit denen aller Völker, mit den Berg­leuten der ganzen Welt. Sie alle sind verbunden durch gemeinsame Gefahr. Im ganzen deutschen Vaterlande sind heute die Fahnen auf Halbmast ge­hißt. Auf diesen Särgen hat sich gesenkt des Rei­ches Panier. Inniges Beileid und tätige Hilfe allen denen, die weinend an diesen Särgen, die trauen um ihre verlorenen Lieben, in deren Hütten die Trauer eingezogen ist. Möge Gott der All­mächtige ihnen Trost geben! Das ist der Wunsch des deutschen Volkes, das ist auch der Wunsch des -Herrn Reichspräsidenten, der Deutschen Reichs­regierung, in deren Namen Kränze des Schmerzes, des Dankes und der Erinnerung dort niedergelegt sind.

Hierauf sprach der Vertreter des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, Reichsiagsabg. K u h n en, sowie der Vertreter der Freien Gewerkschaften Schwarz. Hierauf rief der Obmann der Sicherheits­männer der Grube den toten Kameraden den letz­ten Scheidegruß nach.

Darauf bewegte sich der Trauerzug. Die Särge wurden nach Ortschaften zusammengestellt und ug« ter Geleit ihrer Anverwandten und Mitbürger in die Heimatdörfer übergeführt, wo die Bestattung heute oder morgen stattfinden wird.

gegen die Nationalsozialisten losgeschb bei schwerstes Geschütz gegen Hitlers Heros aufqefahren: Man höre:

Ein größerer Betrug ist an der nationalen Dewe- wegung und am jungen nationalen Deutschland noch nicht verübt worden. Hitler will also den Frieden und die Freundschaft mit allen Kulturnationen und Mäch­ten. Er will die freundschaftliche Verständigung ohne die Wiederherstellung der deutschen Heeresmacht. Hit­ler verzichtet also auf das. worum wir Iungdeutschen in Frankreich selbst seit Jahren gekämpft haben. Er ver­zichtet auf die Aufrüstung der deutschen Armee. Hiller spricht nicht mehr von Freiheit. Er will nicht mehr den

Am Mittwochvormittag um 9.15 Uhr fand in der Zechenkapelle von Maybach der Trauergottesdienst für die Opfer der Grubenkatastrophe statt. Die kleine Kapelle war ganz mit schwarzem Tuch ausgeschlagen, der Altar mit Blumen geschmückt. Der Raum war dicht mit Leidtragenden und Trauergästen gefüllt. Die Angehörigen hatten die vorderen Plätze. Neben ihnen saßen die Vertreter des Reiches. Die Trauer­messe wurde vom Ortspfarrer von Maybach cele- briert. Dann hielt der Bischof von Trier, Dr. Bornewasser ,die Predigt. Er erinnerte an das Wort des hl. Augustinus: „Es gibt fein Leid, das so groß ist, daß es uns trennen könnte von der Liebe Jesus Christi" und an das Wort des Propheten Jeremias: „Sie kommen zu mir mit Weinen und Klagen, aber ich führe und leite sie auf ebenen Pfaden, daß sie nicht straucheln. Vater will ich jetzt fein in Israel". Der Bischof fuhr in feiner Predigt fort: Vater will Gott Euch fein, Euch Müttern, die Ihr den Sohn begrabt, Euch Frauen, die Ihr den Gatten verlort, den Kindern, die den Vater nicht mehr sehen, Vater auch Euch den Toten, die wir heute begraben. Ist es nicht eigen, daß Eure Männer und Brüder in den Stun­den einfuhren, als man in Alsdorf die toten Ka­meraden begrub? Ob nicht in jener Stunde ihnen Gedanken in die Seele gekommen find an Gott, Tod und Ewigkeit? Das wäre die letzte große Gnade gewesen, die Gott ihnen gab.

Trauermusik und Gesänge umrahmten die er­greifende Feier.

Die Trauerfeier.

Um 10.30 Uhr begann im großen Zechensaal der Grube Maybach die offizielle Trauerfeier für die Toten. 95 Särge waren ausgestellt. Davon stehen 20, deren Tote man noch nicht kennt, abseits. Der Saal ist mit Trauernden dicht gefüllt. Nachdem die Geistlichkeit und die Vertreter der öffentlichen Körperschaften den Raum betreten hat­ten, begann die Trauerfeier mit einem Vortrag des Knappenchores.

Sodann hielt Bischof Bornewasser eine G e d e n k r e d e ,in der er u. a. sagte: Unsere To­ten starben auf dem Felde schwerster Arbeit, pflicht­bewußt bis zum Tode, im Geiste ernster Pflichter­füllung. Ihr toten Brüder, ihr schaut jetzt schön mit den Augen der Ewigkeit. Für euch ging schon der Ostermorgen auf nach eurem harten Karfreitag des Lebens. Herr, gib unseren teuren Toten den ewigen Gottesfrieden.

Nach der Ansprache des Bischofs gab der Kob­lenzer Generalsuperintendent dem tief empfundenen Beileid der Generalfynode Ausdruck. Sodann hielt der französische Arbeitsmi­ni st e r eine Ansprache.

Darauf ergriff der Präsident der saar­ländischen Regierungskommission

Vorsitz des Justizministers Dr. Schmidt eine Besprechung mit den Präsidenten der preußischen Strafvollzugsämter statt. Gegenstand der Bera­tung waren insbesondere organisatorische Maß­nahmen, die eine Verbesse rung des Straf» Vollzuges und gleichzeitig durch Zusammen- faffung von Behörden und bessere Ausnutzung der Gefangenenanstalten eine Verringerung der Aus­gaben herbeiführen sollen. Weiterhin wird ge­plant, die vor einem Jahre im Kammergerichls.- bezirk versuchsweise eingeführten neuen Be­stimmungen über den Strafvollzug in Stufen auf ganz Preußen auszudehnen und hierbei eine neue Einteilung der Gefangenen­anstalten vorzunehmen. Der Plan ist so gedacht, daß die neueren und guten Anstalten soweit als öglich ausgenutzt und dafür ältere Anstalten entbehrlich gemacht werden. Auf dem Gebiete des Arbeitswesens wird eine Bekämpfung

V.D.Z. Berlin, 29. Okt. (Eig. Meld.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Mittwochvormittag unter dem Vorsitz des Abg. Frick (Rat. Soz.) zusammen, um die Anträge zum Poungplan zu beraten. Außer dem Reichsaußenminister Dr. Curtiu s nahmen auch Reichsfinanzminister Dietrich und Reichsjustlz- minister Dr. B r e d t an den Verhandlungen teil. Reichskanzler Dr. Brüning war im Reichstag erschienen, beteiligte sich aber nicht an den Aus» schußberatungen, sondern hatte Besprechungen mit

— Botschafter von Neurath beim Reichspräsi­denten. (Eig Meld). Der Herr Reichspräsident empfing am'Mittwoch den Botschafter Freiherrn von Neurath, der sich vor Antritt seines neuen Postens in London zur Zeit in Berlin aufhält.

* Konferenz des preußischen Iustizministers mit den Präsidenten der preußischen Strafooll- zugsämter. Wie der Arntl. Preuß. Pressedienst mitteilt, fand am 28. Oktober d. Js. unter dem

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Die Lage in Brasilien.

Eine Proklamation der vorläufigen Regierung.

Die Militärjunta in Rio de Janeiro hat nach einer Meldung der dortigen amerikan schen Botschaft die Anerkennung und Durchfüh­rung aller internationalen 53er« pficfjtungen und Verträge zugesagt. Der Staatspräsident von Rio Grande do Sul Dr. Getulio Vargas dem die Militärjunta die Bun- despräsidentschaft, wie gemeldet, angetragen hat, ist bisher noch nicht in Rio de Janeiro eingetroffen. Ob das Angebot der Militärjunta an Dr. Getulio Vargas die einmütige Billigung aller brasiliani­schen Staaten finden wird, wird :m Hinblick darauf, daß die Revolution sich bekanntlich gegen den zum Nachfolger des Bundespräsidenten Dr. Washing­ton Luiz gewählten derzeitigen Staatspräsidenten von Sao Paulo Dr. Julio Prestes in erster Linie richtete, bezweifelt. Die Stellung des Staates Sao Paulo gegenüber Dr. Getulio Vergas ist einstwei­len noch unentschieden.

In einer Proklamation der provisori­schen Regierung wird mitgeteilt, daß der Sieg der Revolution die Auflösung des Kongres- f e s und eine allgemeine Amnestie nach sich ziehen werde. Diese Maßnahmen würden nach Ankunft des Führers der Aufständ scheu, Getulio Vargas, durch Dekret veröffentlicht werden. Be­fehl zur allgemeinen Einstellung der Feindseligkei­ten sei erteilt worden. Die Regierung verbürge sich für Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, eine unparteiische Rechtsprechung, die Enhaltung der Verträge und die Sicherstellung der nationalen Einheit.

Der Beratung des Ausschusses liegen Anträge der Rechtsparteien und der Kommnnisten auf Einstellung der Reparationszahlungen, Aufhebung der Versailler Verträge, Revision der Reparar tionsverträge, Erklärung eines Moratoriums usw. zu Grunde, die voraussichtlich keine Mehrheit finden. Aussicht auf Annahme hat nur der An­trag des christlich-sozialen Volksdienstes, der nach Ordnung der Reichsfinanzen die Ein­leitung von Revisionsverhandlungen verlangt.

Es ist anzunehmen, daß es sich bei den Be- sprechungen des Reichskanzlers, der nacheinander Vertreter fast aller Parteien aus dem Auswärts-

Zinshilfe für Ostpreußen.

Bekanntlich schweben seit längerer Zeit auf Betreiben der Reichsbank Verhandlungen mit den Kreditinstituten, die darauf abzielen, für Och Preußen Zinserleichterungen zu schaffen. Diese Verhandlungen sind jetzt zum Abschluß gekommen. Durch das Abkommen, das noch von den Ver­bänden der Sparkassen, Genossenschaften und der Banken unterzeichnet werden muß, sollen diese verpflichtet werden, gewisse Zinssätze nicht zu überschreiten. Das Abkommen muß bis zum 1. Dezember unterzeichnet sein und soll bann sofort in Kraft treten. Man kann nach dem Ergebnis der bisher gepflogenen Be­sprechungen erwarten, daß die Zustimmung der beteiligten Verbände gegeben wird. Das Abkonu- men soll in erster Linie dazu dienen, Auswüchse hinsichtlich der Zinssätze und Zinsbedingungen zu beseitigen und zu verhindern.

Dor Beginn der sachlichen Aussprache gedachte der Vorsitzende, Dr. Frick, der Toten bei den letzten beiden Erubenkatastrophen.

Dann begründeten zunächst die Antragsteller ihre Anträge zum Poungplan. Nach den Aw- tragstellern ergriff Reichsfinanzminister Dietrich das Wort. Der Reichsaußenminister Dr. Cun- tius ergänzte die Ausführungen des Reichsfinanz­ministers nach der allgemein politischen Seite hin.

Es schloß sich eine Aussprache an, an der sich alle Parteien beteiligten und die nach einer Mit» tagspause fortgesetzt werden soll.

Der Amsturz marfchierk.

dige Selbstbesinnung. — Der anfi- Reichslag. — Der Ralionalsozialis- a\s Vorstufe. — Prioakbesih, Nichlbesih und Politik.

Von einem Berliner Mitarbeiter wird uns ge=

sogenannten bürgerlichen Parteien sind den lebten Reichstagswahlen nahezu hoff- »naslos zusarnmengebrochen. Die Deutsche rtei fiel glatt aus ihren Stand vorn Jahre zurück, von 6,4 auf 3,6 Prozent der Wahlbe- en. Wie die Deutsche Volkspartei, so litten alle übrigen bürgerlichen Parteien, die nationalen, die Wirtschaftspartei, die rtei, die Volkskonservativen an politischer ng. Die Wählermassen bäumten sich ge- Alte auf, gegen das internationale Kapi- gegen das Ausland, gegen die Wirtschaft, die Juden und andere scheinbare oder wirk- Machtfaktoren, sie verließen in Scharen die Parteien und wandten sich neuen Idolen zu. "Sie Sozialdemokratische Partei hat formell nur l> Mandate verloren. Zieht man aber die hö- Wahlbeteiligung in Berechnung, fo haben die demokraten im neuen Reichstag den Ver­ven 37 Mandaten zu beklagen. Die höhere teiligung kommt lediglich den Nationalsozta- zugute. Das Zentrum hat wohl 9 Sitze ge- _____en, bei Anrechnung der höheren Wahlbeteili- jnng hätte es aber immer noch 5 Sitze mehr er­obern müssen, um seinen vollen Bestand zu er= i halkn. Immerhin muß anerkannt werden und wirb selbst von den Gegnern der Zentrumspartei zugegeben, daß der Zentrumsturm unerfchüttert feststeht und daß allein bei der Zentrumspartei von allen bürgerlichen Parteien zusammen kein Dammbruch zu melden ist. Aus den Presseerörte­rungen der letzten Tage steigt eine neue Erkennt­nis auf, die schon bald Gemeingut des Volkes sein dürste. Im neuen Reichstag sitzen 326 Abgeord­nete, 56 Prozent aller Reichstagsmitglieder, näm­lich bieNationalfozialift en, die Sozial­be mok rat en und die Kommunisten, die auf Grund antikapitalistifcher Parolen gewählt sind. Eine fo einflußreiche Zeitschrift wie „Die Tat" schließt daraus, daß die kapitalistische Wirt- fdiaftsform nur aufrecht erhalten werden kann, n fie ihre Segnungen dem ganzen Volke zu ver-

^vermag. Der „private Kapitalismus hat >en Sinn verloren, wenn 90 Prozent aller Er- trbsifitigen weniger als 200 Mark im Monat en, wenn 96 Prozent des gesamten Volkes ■m s*°5 und nur 33 000 Menschen über ™ Mark im Monat verdienen und nur 79 000 .wehr als 100000 Mark Sßermögen besitzen, icht läßt sich dieser Zustand aufrecht erhalten, man wenigstens imfttyiöe wäre, den tüch- und aufstrebenden Elementen des Nichr-

eine Chance zu geben. Diese Chance ist unmöglich. Im Gegenteil."

»Das große Rennen haben die Nationalsozia- °i gemacht. Ihre Ideologie ist noch keineswegs Wo sind ihre großen Programme?

imd ihre praktischen Forderungen? Was für i Staat wollen sie? Und welche Außenpolitik? en sie überhaupt sozialisieren und was? Sie en den Anfang mit den Banken und B ö r- sucichen zu wollen, wo aber ist das Ende?

n sie es besser zu sozialisieren, die nationa- «ozialisten von 1930 als die internationalen wen von 1918? Das sind ganz offene Fra- -Oagegen zweifeln wir nicht daran, daß die alsozialisten mit ihren Plänen noch gründ- nern werden als alle ihre Vorgänger. Die hochpolitische Welle haben sie in den letzten Wochen verpaßt. Eine Woche Reichstag wa-

sie ununterbrochene Katastrophentage und

^ra8e- bQ5 deutsche Volk will in feiner Slle Ti JLne neue und gerechtere Wirtschaftsform, formiin k n w'sien und fühlen, daß einer Um- unb norti „ Wirtschaft wohl Grenzen gesetzt sind auch VW« Opfer bedingen, sie fühlen aber üttalk” Schicksalsstunde des freien Privcn» doch.j ’J1'us geflogen hat. Wenn das Volk nun toiffen Opfer bringen muß, dann will es auch daß . wen. Es geht nicht mehr so weiter, be/ Ani-'n d?" Vorkriegszeiten etwa 300 Führer Wr?-'nan<5 und der Wirtschaft das Deutsche lat Der Kampf um die Staatsgewalt

(F5 n m e“e ^ormen angenommen.

^iftiiAo m>em< religiöse, nationale und antikapi- ."Elle durch das Volk. Wer klug bera-

'f,/'ENnt sie und weiß, daß sie nicht im Ab- JfcjL. Lrnfen ist, sondern wächst. Wir haben «05 $erfr U9^ett 6es Reichskanzlers Dr. Brüning Um ;n' uen/ daß er die elementaren Strömun- v^b • deutschen Gesellfchaftsgruppen kennt ■Ihtt kluger Weile Rechnung trägt. Es kiiillgg^" .darauf an, ob bei uns in Deutschland iefe ‘ wemals gegen die Sozialisten oder nie- kvin. H stEn die Nationalsozialisten regiert werden

••[u$er Politiker kennt das Wörtchen ?Ehr bip "derhauvt nicht. Die Frage ist oiel= h® 0Pn„„ Jn Deutschland weiter regiert werden K'äfd’en m ,ett Pichibesitz, gegen 96 Prozent des i te5‘. Wir haben entsprechend unserer

JEk. evUun9 immer die Auffassung vertreten, Kfief "ach Privateigentum, allo nach Be- Di? <~ö,e uerzen der Menschen eingeschrieben r 191g Spartakisten und Bolschewisten, die 1918 ■fcb h Tagen des Umsturzes „sostalisier- ? anderer " wre Ebenen Taschen hinein den Be-

^I'^eigentum zu verwandeln such- B6en bpK Musterbeispiele für dieses Grund- r'tiqen T>.. «,n d)en- ’m Leben es zu etwas zu Msie de-; M ?LuF.bau der deutschen Gesellschaft ist Mkrnden tr^e9e5- der Inflationszeit, der an- R&n bmn rÄEskrisen, in denen wir jetzt sr Menschenalter stehen, und der er= M dgß wip ep.^chwrislasten so ungesund gewor-

r mitten in einer kalten Revo»