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MLS

26. Oktober

Vellage zur Fuldaer Zeitung

Ilr. 249

Dein Walter,

Königs Herrschaft. Gott befohlen!

Sonntag nach Pfingsten.

gingangslied: Dan. 3, 31, 29 u. 35.

Silles was du uns getan, o Herr, hast du getan gerechtem Gericht: denn wir haben gefündigt 'dir und haben deinen Geboten nicht gehorcht, r tun verherrliche deinen Namen und handle Hts nach der Fülle deiner Barmherzigkeit. (Pf. 1) Selig, die makellos bleiben auf ihren We­tze wandeln im Gesetze des Herrn.

Evangelium: Joh. 4, 4653.

in jener Zeit war zu Kapharnaum ein könig- | Mr Beamter, dessen Sohn krank darniederlag. Al er vernahm, daß Jesus von Judäa nach Galiläa qeommen sei, begab er sich zu ihm und bat ihn, möge hinabkommen und seinen Sohn, der schon fli Sterben war, heilen. Jesus sprach zu ihm: Senn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt st nicht. Der königliche Beamte bat ihn: Herr, gh hinab, ehe mein Sohn stirbt. Jesus antwor- t«e ihm: Geh hin, dein Sohn lebt. Der Mann gtzubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesprochen, uib ging Auf dem Rückwege begegneten ihm : jene Knechte und teilten ihm mit, daß sein Sohn B le«. Da fragte er sie nach der Stunde, wann es nt ihm besser geworden sei. Sie sagten ihm: Estern um die siebte Stunde verließ ihn das Fie- be. Nun erkannte der Vater, daß es zur selben Sunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dm Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem gan­ze Hause.

wir zur Arbeit an der Welt als Streiter unseres Königs entsandt sind in die Welt, nimmt uns der Volksverein bei der Hand, uns zu zeigen und uns zu sagen, wo und wie wir für die Errichtung des Reiches Gottes in dieser Welt einzutreten haben. Ihm wollen wir folgen, auf seine Worte hören, und zunächst an uns und dann an andren arbei­ten, daß wir von uns etwas dazu beitragen, daß aus Bevölkerung Volk werde. Mit und durch den Volksverein für Volkbildung und Christi, unseres

sationsmüde, ja organisationsfeindlich find viele ge­worden. Zwar tut Umbildung und Neuordnung not. Aber jede Idee muß Fleisch werden, muß sich darstellen in einer Form, drängt zum Zusammen­schluß. Erst recht im gesellschaftlichen Leben soll man die Bedeutung der in der Organisation geform­ten, dargestellten Idee nicht unterschätzen. Das In­stitutionelle hat seinen Wert im Leben. Auch die Kirche ist Organisation. Auch der Orden hat seine Regel und Organisation. Auch die Bewegung formt sich zum Bund.

In schwerer Zeit, wo Kultur, Wirtschaft und Staat diemachtvolle, zielsichere Einheit unchristlicher neuheidnischer Kräfte fühlen, bedarf es der organi­sierten Einheit unseres Lebenswillens im Volks­ganzen. Daß die Organisation nicht totes Gerippe, sondern lebendiger Organismus sei, ist die Kunst und Verantwortung der Führer.

Schwere Bürde habe ich mit meinen wackeren Mitarbeitern auf die Schultern genommen. Aber die Liebe zu unserem Gott und zum Gesamtvolke drängt uns. Der Volksoerein will die Einheitsor­ganisation des gesamten deutschen katholischen Vol­kes werden. Nicht will er die Katholiken absondern und abtrennen von der ganzen Volksgemeinschaft. Nicht will er Heerlager gegeneinander stellen und den Riß, der durch den Volkskörper geht, nur ver­schlimmern. In ihrem Eigenleben will der Volks­verein die Katholiken sammeln und formen. Zu machtvollem Bekenntnis will er sie stärken und einen. Ihrem Lebenswillen will er zum Durchbruch helfen. Aber dienend will er dieses Leben seinem Volke schenken, das nur aus Christi Lebenskraft auferstehen kann. Darum wollen wir den Volks­verein nicht sterben lassen. Darum haben wir die schweren Schicksalsschläge auf uns genommen. Dar­um schaffen wir weiter. Das Erbe Windt- h o r st s, der V o l k s v e r e i n, wird leben und dem Gesamtvolke zum Segen werden, wenn nun verantwortungsbewußt führende Kräfte sich regen.

Brüder, Schwestern, es ist Zeit, vom Schlafe aufzustehen! Reicht einander die Hand zum Bunde! Laßt euch durch die Gegner nicht übertreffen an Opferbereitschaft für die heilige Mission des Volks­vereins im deutschen Volke!

Mitarbeit am Wiederaufbau.

Wenn der Volksverein für das katholische Deutschland in diesen Tagen auf seine vierzigiährige Wirksamkeit im öffentlichen Leben zurückblicken kann, dann darf er sicherlich auch davon sprechen, was er nicht am wenigsten der deutschen Wirtschaft als der Existenzgrundlage des deutschen Volkes ge­wesen ist und auch heute noch für sie bedeutet.

Nach dem Willen seiner Begründer sollte der Volksverein drei Ziele verfolgen: die Abwehr der Sozialdemokratie, die Verteidigung der christlichen Gesellschaftsordnung und die Propaganda für die Sozialreform. Die letztere kann um so nachhal­tiger sein, je stärker die Wirtschaft ist, die sie trägt. In dem letzten anderthalb Jahrzehnt vor dem Kriege war auf diese unsere Zoll- und Handels­politik von starkem Einfluß, die in ihrer Gesamt­wirkung das wirtschaftliche Wohl aller Berufs­stände bezweckte. Man sprach deshalb von dieser Handelspolitik als einer Politik des Schutzes der nationalen Arbeit. Das kraftvolle Eintreten des Volksvereins für diese Politik dürfte für die gün­stige Gestaltung der deutschen Wirtschaft bis zum Kriege mitentscheidend gewesen sein. Der Verein darf sich rühmen, durch die Weckung des Verständ­nisses bei den breiten Massen des deutschen Volkes für diese Entwicklung, insbesondere auch deren Hineinwachsen in die weltwirtschaftlichen Verflech­tungen, fördernd auf sie eingewirkt zu haben.

Noch intensiver als vor dem Kriege wandte der Volksverein nach demselben der Wirtschaft seine Sorge zu. Krieg und Inflation hatten ein Trüm­merfeld geschaffen. Jetzt gilt es, wiederaufzubauen« Es dürfte kaum eine.zweite private Organisation in unferm Vaterlande geben, die nach dem Zusam­menbruch der alten Ordnung und angesichts der Notwendigkeit des Aufbaues einer neuen an der Weckung der hierzu unentbehrlichen moralischen Kräfte des Volkes so viel geleistet hat, wie der Volksverein. Er konnte dabei anknüpfen an seine gewaltige Schulungs- und Erziehungsarbeit, dis er vor dem Kriege an einem großen Teil des deut­schen Volkes vollzogen hatte, und die sich nicht zu­letzt auch in dem schnellen Abebben der Revolution äußerte. Viele der besten deutschen Männer, die hier Dienst am Volke geleistet, deckt der grüne Rasen. Sie haben wahrhaft vaterländische Arbeit vollbracht. Auch die Arbeit, die im letzten Jahr­zehnt führende Katholiken in den Parlamenten und als Mitglieder der Reichsleitung kraftvoll ge­schafft haben, war Volksvereinsarbeit im besten Sinne. Fast alle diese verdienten Männer kamen aus der Schule des Volksvereins. Auch in ihnen wirkte sich der Geist des Dolksvereins aus zum Besten der Volksgesamtheit.

Diese moralischen Kräfte, von denen wir eben sprachen, die aus katholischem Glauben und ka­tholischem Wollen zu wecken der Volksverein macht­voll bestrebt war, müssen für die Zukunft erst recht noch angespannt werden. Der Wiederaufbau un­serer Wirtschaft ist uns noch nicht voll gelungen. Wir befinden uns noch mitten in diesem Werke. Wir glaubten, schon ziemlich weit gekommen zu fein, sehen uns heute jedoch wieder zurückgeworfen. Erschwert wird dieser Wiederaufbau vor allem auch durch den politischen Radikalismus.

War der Anlaß zur Gründung des Volksver­eins vor 40 Jahren der Ansturm des radikalen So­zialismus und wurde ihm die Abwehr desselben als eine Hauptaufgabe damals zugewiesen, so wird die gleiche Aufgabe, Abwehr des Radikalis­mus und positiver Aufbau, für die nächste Zukunft erst recht dringlich. Wirtschaftliche Kenntnisse und die Weckung des Sinnes für richtiges Wirtschaften sind dabei die Voraussetzungen. Beides umfaßt die Schulungs- und Erziehungsarbeit des Volks­vereins.

Der deutsche Katholizismus hat nie feinen Vokks- verein so nötig gehabt als in der Gegenwart. Wo unsere heiligsten Güter so von allen Seiten gefähr­det sind, wo antichristliche Massenfronten sich zu­sammenballen, bedarf es unserer geschlossenen Ein­heit. Nur durch ihre Einheit wurden die deutschen Katholiken in 50jährigem Ringen und Schaffen frei und ihr Einfluß im Volksganzen achtunggebietend. Wir können in einer Zeit, wo alles bricht, nicht das katholische Volk in eine Leere fallen lassen. Wenn auch außerhalb des Kirchenraumes unsere Einheit als Bekenntnis und als Lebenswille sich offenbart, werden wir uns int Volksganzen durchsetzen.

Wir haben als Katholiken die Verantwortung, die Ordnungszelle im Chaos zu sein. Hier liegt eine Aufgabe, die der Politiker, die Partei allein nicht erfüllen kann. Denn die Politik des Tages ist eine Kunst des Möglichen. Sie vermag nur soviel, als sie Stärke und Zahl hat. Die Aufrüttelung der Gewissen, die weltanschauliche Vertiefung, die Schulung der Massen, die Siegfriedsstellung für die parteipolitischen Kämpfe, die Seelsorge für die Poli­tik, das ist und bleibt notwendige Aufgabe des Volksvereins. Sie wird um so besser gelöst, je macht­voller und umfassender sie dargestellt und angefaßt wird.

Wo einmal praktisch zugefaßt wird, wo die Volksvereinshefte in jedes Haus kommen, wo die Pfarrer, Vereinsleiter, Gruppenführer, Geschäfts­führer, wo ein lebendiger Mensch schafft, da wächsts im Volksoerein unter den Händen. Statt zu kriti­sieren und zu problematisieren, sollen wir aktiv mit apostolischem Eifer zufassen. Der Gegner könnte uns lehren! Die Stunde fordert mit gebieterischem Ernst, jetzt nicht Geschichtskritik des Volksvereins zu schreiben, sondern anzufassen. Wo ein Wille,'ist ein Weg! Weg zur Einheit und Kraft!

Der Volksverein soll dabei nicht Verein neben Vereinen sein. Er soll der Pfarrverein und dar­über hinaus der große Volksbund der deutschen Ka­tholiken sein. Rationalisierung der ideellen und wirtschaftlichen Seite des Organisationslebens tut gewiß not. Sie ist zu schaffen auf dem Boden des Volksvereins in Verbindung mit den übrigen le­benswichtigen katholischen Organisationen. Organi-

Nöten des Lebens wird er zu ihm und mit ihm sprechen. Aus dem Leben für das Leben. Dabei ist es natürlich manchmal recht schwierig bei der ar­gen Verschiedenheit unseres sozialen und wirtschaft­lichen Lebens den richtigen Ansatzpunkt zu finden. Das kann den rechten Volksbildner nicht hemmen, er weiß um die Größe seiner Aufgabe, und er arbeitet aus einer großen Liebe zum Volk und aus einer großen Verantwortung heraus. Er weiß, daß feine Arbeit Volksbildungsarbeit im wahrsten Sinne ist, er bildet zum Volke; ihm ist Volks­bildung Weg zur Volksbildung und Volkswerdung. Heber die ganzen vielen Probleme später mehr.

Die Größe der Aufgabe. Du siehst; und sie ist um so größer, je dringender sie mit jedem Tage wird. Denn täuschen wir uns nicht über den gemeineuropäischen Zusammenbruch im Weltkrieg und über den rein äußern Wiederaufbau aus bie=- fern Zusammenbruch hinaus droht uns doch das Ende dieses vermeintlichenneuen", konstruierten, organisierten, nicht organisch gewachsenen Deutsch­land und Europa, wenn wir nicht schon bald das völkische Chaos durch neuen Volksgeist, durch neue Vollheit" zu überwinden den Anfang machen. Das Ergebnis der Wahlen ist auch hier ein starker Mah­ner und Warner.

In dieser Not und Gefahr haben wir Katho­liken als Träger göttlicher Liebe die wir doch fein sollen die große Verpflichtung, der übri­gen Welt ein Beispiel zu geben, als erste die Wege auf neues Volk hin aus der Kraft unserer Reli­gion in der Kraft der Gnade zu gehen; uns sollte Volksbildungsarbeit religiöse Aufgabe sein. Und weil der Volksverein schon bald nach dem Zusam­menbruch von Volk und Reich unter der geistigen Führung von Heinen und Pieper diese Dolk(s)bil- dungsarbeit als eine feiner ersten und wichtig­sten Aufgaben er kennt auch noch andere erkannt hat, und nun schon seit Jahren mutig und unverdrossen, ungestört durch das tolle politische Getriebe, für die innerseelische Erneuerung des Volkes auf neues Volk hin arbeitet, deshalb stehe ich um auf den Ausgangspunkt meines Briefes zurückzukommen im Volksverein und zum Volksverein. Er ist nicht Selbstzweck, er ist. nur Weg und Mittel, um das Gewissen unseres katho­lischen Volkes zu wecken und wach zu halten/ da­mit katholische Kraft sich bewähre und ausstrahle in und bei der Arbeit an der Entmaßung dessen, was wir zur Zeit noch in fälschlicher WeiseDeut­sches Volk" nennen. Er vermag mit seinen weni­gen Kräften die Arbeit nicht zu bewältigen; er wartet mit Schmerzen, daß ihm aus allen Kreisen und vor allem aus jenen, denen die Pflege deut­schen Geschickes und Geistes Beruf fein sollte, Mit­arbeiter erwachsen. Stellen wir uns daher in seine Reihen, jetzt, in diesem Jahre, da er sein 40jähriges Jubelfest feiert.

Und nun noch eines. Am nächsten Sonntag, da die Kirche das Christkönigsfest begeht, ist Werbetag des Volksoereins. Das Zusammentref­fen ist nicht Zufall, ist Absicht. Zwischen der Idee des Festes und dem Sinn des Volksvereins be­steht ein gar enger Zusammenhang. Die Kirche begeistert uns für Christi Königsherrschaft in al­len Lebenskreisen und Lebensgebieten des mensch­lichen Lebens, in Politik, Wirtschaft und Kultur; und beim Verlassen des Gottesdienstes, nachdem

Zum 40 jähr. Bestehen des Volksverelns

Von Generaldirektor van der Velden, M.-Gladbach.

Protest gegen Moskau.

Es ist eine Tat geschehen. Endlich! In den Blättern große Schlagzeile. Führende Vertre­ter der deutschen Wissenschaft, Kunst und Technik erheben Protest gegen die Sowjet­diktatur und ihr Blutregiment, das sich nunmehr mit aller Schärfe auch gegen die letzten Vertreter wissenschaftlicher Gedankenfreiheit kehrte. Man kann dieses wenn auch sehr späte Erwachen des Protestgeistes gegen die Kulturschande des Bolsche­wismus begrüßen. Aber die Frage drängt sich denn doch auf: Wo blieben die Proteste dieser Herren, als der Aufruf des Papstes Ge­gen die blutige Gewissenstyrannei eines Stplin und Genossen erging? Warum ließ man es d-nn überhaupt soweit kommen, stellte sich zum Teil sogar noch schützend und entschuldigend vor die Sowjetgreuel? Warum?

Und was weiter? Wird der Protest aushallen und wiederum kein Echo finden? Werden die ver­schiedenen Auswärtigen Aemter in zartester Rück­sicht auf die Handelsinteressen noch ein zweites Paar Glacehandschuhen anziehen oder werden sie den Herren von Moskau doch einmal freundschaft­lich nachdrückliche Vorstellungen mack-en? Nach dem Proteste der Prominenten handelt es s-ch ja um ein Vorgehen, das den elementarsten Grund­sätzen des menschlichen Gemeinlebens widerstreite.

Solksblldung im Volksverein.

Ein Brief.

Grüß Gott, mein Lieber!

Anregend und lehrreich war der Gedankenaus- tarch im Kreise unserer Jugendfreunde zusammen mi unseren Lehrern während der schönen Wochen de-Aufenthaltes in der Heimat. Manches ist mir dati in neuer Betrachtung erst so recht aufgegan« ger und besonders wohltuend und fördernd auf mit wirkte deine Begeisterung für den Einsatz ka- thoscker Kräfte int politischen und gesellschaftli­che Leben der Zeit.

Rtr eines kann ich auch heute noch nicht Der« ftctn, jenes kurze, abrupte Wort, das du am letz­ter Abend so selbstbewußt, fast hochrnütig-wegwer- fed sprachest: Für mich ist der Volksverein erle­rnt. Es hat mich nicht mehr losgelassen, und ich hoe in den vergangenen Wochen öfter darüber nchdenken müssen. Mir scheint, es steckt eine völ- It abwegige und verfehlte Auffassung dahinter.

Laß es dir einmal in aller Ruhe sagen: ich frchte, daß du schon bald von der Politik aufgc« Wen fein wirst, daß die Beschäftigung mit den Punschen Dingen dich geistig hemmt und hindert, m Letzten und Tiefsten unseres Volkslebens »o Bolkselendes noch vordringen zu können. Ich tSc dlls nicht, weil ich etwa gegen deine politische 5t:qfeit wäre, oder weil ich Politik geringschätzle; 1 i^deZMeil, Politik ist keine Nebensächlichkeit, ist rme Kleinigkeit, ist eine große Sache, ist letztlich -unjl, ist Künstler-Arbeit, um Volks- und Staats« re gestalten und zu formen; und deshalb I 5*$ nicht jeder zum Politiker berufen, höchstens u öetn abscheulichen, alles besser wissendenAuch"-

#}£*r ^5 Biertisches.

^aber mein Lieber, Politik hat auch ihre Gren- und ich kann mir denken, daß es Dinge im ««sieben gibt, die zu tun viel wichtiger ist als Üche Arbeit; und ich meine da gar nicht die "AE des religiös-kirchlichen Lebens.

Politik sorgt und müht sich hauptsächlich um den en Volkskörper, um das tragende, zusarn- llende Skelett, um das, sagen wir einmal, wngerüft des Volkes, um die Errichtung und ytimung und Erhaltung des Hauses des Volkes, tor Staat nennen. Politik kommt aber nicht doch nur ganz selten) an die Seele des Vol- Und nun, mein Lieber, die Seele unseres kaput, ist zerschlagen und zerschunden, ist Sr*' iUim Tode krank. In uns und unter uns webt nicht mehr der wahre, echte Ge- b . als Volksgeist, als Volksfamiliengeist, und Sir r jr überhaupt nicht mehr wahrhaftVolk", r stnd nur noch ein formloser Volkshaufen, öir ?"5^ftose Volksmasse, wir sind Bevölkerung; In, nur noch Organisation und leben nur oer dock zumeist) in Organisationen, in Der- ,,r^eP und Gewerkschaften und Parteien und. >tinht?e-n' die sich in ihrer interesienmäßigen Ge- .^oenyeit unter einander streiten und katzbalgen größten und besten Teil des Volksküchen, x^sbauflösung, Volkszerstörung ist die elementare der Zeit. Soll ich diese Tatsache noch i -n. darlegen, des tieferen Verständnisses hal- lntJ'Ur i.n einer anderen Betrachtung? Der Mensch hmn?r 9e ^bt nicht mehr in den rechten Bin- des Lebens, in Treue und Vertrauen und

>e und Ehre und Liebe und Gewissen; er hat 'gegeben, hat sie verloren; und er hat infolge- feinen Sinn mehr für Arbeit und Arbeiter- -**? Perufsfreude, und die natürlichen Le- £~*CI1e sind für ihn inhaltsleer. Die einzigen ugen, die er anerkennt und eifrig sucht und nnb die Bindungen in und zu Zweckgemein- und Jnteresser^verbänden mit dem Ziele der ^M-egoistischen Sicherung und Verteidi- .g> Erweiterung oder auch Erkämpfung einer re*n materiellen Existenzgrundlage. Dieser ft geschichtlich wohl verständlich und

Uch; er ist das traurige Ergebnis eines ^"."tjährigen Zersetzungsprozesses, den die europäische Menschheit hat durchma- lsen. Doch, geschichtliche Betrachtung und bringt uns nicht weiter; und auch was ich bisher sagte, ist nur ein Versuch

zur geistigen Erfassung der seelischen Lage unseres Volkes und der Aufgabe, die uns dadurch gestellt ist. Auf die mutige Inangriffnahme dieser Auf­gaben kommt es jetzt an. Wir müssen die chaotische Zerrissenheit im Volk, das völkische Chaos über­winden, um wieder wahrhaftVolk" zu werden.' Das erreichen wir nicht durch bloße Reform äuße­rer Zustände, nicht mit den Mitteln der Politik, auch nicht der Sozialpolitik. Wir müssen viel­mehr den Gemeinsftm im Volke wieder erwecken; er ist das allein schöpferische Prinzip im mensch­lichen Gemeinschaftsleben. Durch seine Wieder­erweckung müssen wir versuchen, vom Boden der Gegenwart, von den gegebenen Verhältnissen aus und unter den gegebenen Verhältnissen vorzu­stoßen zu einem ganz neuen Volkstum, eine neue Bindung der jetzt noch einzelnen Menschen und Menschengruppen zu schaffen zu einem Treubund als Wirtschafts-, Staats- und Kulturvolk. Wahrhaft, ein Hochziel völkischer Erneuerungsarbeit, an des­sen Erreichung mitzuarbeiten des Schweißes auch der Edelsten wert ist.

Die neuzeitliche Volksbildungsbewegung müht sich um diese innerseelische Erneuerung unseres Volkes aufVolk" hin. Ihr ist also Volksbildung etwas anderes und mehr als jenegeistige Für­sorge" der Vorkriegszeit, wo Vertreter intellektuel­ler Kreise durch die sog. vopulärwissenschaftlichen Vorträge und durch Volkstheater und Volkskon­zerte und ähnliche Versuche von ihrem geistigen Besitz und Wissen an deneinfachen Mann" ak>- zugeben sich mühten. Solche Haltung und Ein­stellung ist heute ein längst überwundener Stand­punkt. Bildung ist eben mehr als reiches intelek- tuelles Wissen, und Bilden mehr als Anfüllen mit allen möglichennützlichen Kenntnissen". Bilden heißt Antwort geben auf Lebensfragen, nicht aus einer Kenntnis, sondern aus Lebenserkenntnis und Lebenserfahrung heraus, heißt Einsichten vermit­teln und Erkenntnisse wecken über Lebenszusam­menhänge. Volksbildung heißt demzufolge, den zu Bildenden geistig in die Lebenszusammenhänge hineinschauen lassen, heißt ihn ansprechen auf fein Gewissen, damit es lebendig werde und sei, heißt den Geist der Treue und des Vertrauens und der Ehre und Liebe und den Sinn für Zusammenge­hörigkeit und Gemeinschaft in ihm wecken und le­bendig erhalten, und all das, damit er sich finde als Glied seines Volkes in der Treue zu ihm. dem er doch schicksalhaft verbunden ist durch den Willen seines Schöpfers, und damit er lerne, für fein Volk Verantwortung tragen. Volksbildung will also den Menschen hinausführen über seine eigene persönliche Verengung und Vereinsamung, auf daß er jenseits der Klassen- u. Standes- u. Parteigegen­sätze die Arbeitsgemeinschaft, die Lebensgemein des Volkes erkennen und finde, daß er sich durch- ringe von der beklemmenden Enge des Ich zu der großen herrlichen Weite des Du und ohne Vor­urteile, ganz natürlich mit andern Menschen Ge­meinschaft beginne. Um sein Ziel zu erreichen, wird der Volksbildner sich auf keinen Fall an Mafien wenden; er geht den Weg der vertraulichen Aussprache und Zwiesprachevon Seele zu Seele" im Kreise kleinster Gruppen und Zellen. Und er wird nicht im luftleeren Raume Herumarbeiten, sondern ausgehen von Fragen, die den einzelnen tagtäglich berühren; aus feiner Umwelt, aus sei­ner Beschäftigung, aus seinem Ringen mit den

Sinn uni) Ziel des Volksvereins für das katholische Deutschland Zum 40 jährigen Bestehen des Mndthorst-Werkes.