Anzeiger für die Stadl Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakk.
Freitag, 24. Oktober 1930.
57. Zahrg
Lobe und Mrlh vor dem veamleubuud
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der und
Reichspräsident Löbe begrüßte im Namen des Reichstages und des preußischen Landestag den Bundestag. Er bezeichnete es als rti'.....
Staat, besonders, wenn wirtschaftlö
die Regierung Macdonalds veranlaßt. In einem Schreiben an die „Times" bringen sie rhr tiefes Bedauern über diesen Rücktritt zum Ausdruck Sie betonen, daß sich der mit dem Palästina- Mandat übernommenen und bisher von jeder bri- crln Regierung eingehaltenen zweifachen Verpflichtung Englands gegenüber Arabern und Juden vollauf bewußt seien. Es sei bedauerlich, daß ^^.^Zeitige britische Regierung nunmehr diese siolibk aufgegeben zu haben scheine. Zum.Schluß des Briefes erklären die Unterzeichner, die von der leßigen Regierung skizzierte Politik sei so hoffnungslos negativ, daß sie zum gesamten Geist der Balfour-Deklaration und den Erklärungen sämtlicher britischer Regierungen der letzten zwölf Jahre in Widerspruch zu stehen scheine. Es sei ”urklar, daß die Wirkung des Weißbuches auf die öffentliche Meinung unter den amerikanischen Juden und anderswo ein Gefühl des Mißtrauens gegenüber der Aufrichtigkeit Großbritanniens schaffen werde.
_ ., Der zum preußischen Innenminister ernannte Reichstagsabgeordneke Severinq wird, dem „Vorwärts zufolge, sein Amt am Freitag antreten.
* Kommunistischer „Hungermarsch" nach Dortmund verboten. Der von der K.P.D. für Donnerstag, den 23. Oktober, angekündigte sogenannte Hungermarsch auf Dortmund ist vom Polizeipräsidenten von Dortmund für seinen Bezirk verboten worden. Der kommunistische Demonstrationszug sollte sich von dem linksrheinischen Ufer durch das rheinisch-westfälische Industriegebiet bewegen und mit einer Kundgebung in Dortmund ihren Abschluß finden. Um jede' Umgehung des Verbotes zu verhindern, hat der Polizeipräsident auch jeden Umzug anderer Parteien verboten. Es ist anzunehmen, das sich die Polizeipräsidenten des ganzen rheinisch-westfälischen Industriegebietes dem Vorgehen des Dortmunder Polizeipräsidenten anschließen werden.
Der Nuntius bei Hindenburg.
Teilnahme des Papstes an der Bergwerks- j katastrophe.
Der Herr Reichspräsident empfing am Mittwoch den Apostolischen Nuntius Orsenigo, der ihm als Geschenk Sr. Heiligkeit des Papstes ein in der Vatikanischen Druckerei hergestelltes Prachtwerk mit Reproduktionen päpstlicher Papnrus-Urkunden aus deutschen, spanischen und italienischen Archiven überreichte. Die Entstehung des Werkes ist auf eine Anregung der damaligen königlichen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen zurückzuführen. Der Nuntius benutzte diesen Anlaß, um dem Herrn Reichsvräsidenten die Teilnahme des Papstes an der Bergwerkskatastrophe zu Alsdorf zu übermitteln.
Das ihm überreichte, wertvolle Kunstwerk wird der Herr Reichspräsident der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen als Geschenk überweisen.
Der Mekall-Arbetter-konfiikk.
Die Sachverhandlungen über den Schiedsspruch.
ERB. Berlin, 23. Okt. (Eig. Meld.) Wie wir erfahren, sind die Nachverhandlungen über den Schiedsspruch über die Berliner Metallindustrie, die für heute vormittag 11 Uhr abgesetzt waren, auf nachmittags 5 Uhr verschoben worden. Der Grund liegt darin, daß der R eichs arb eits- m ’n 1 ® r inzwischen weiter mit den Parteien verhandelt, um doch noch die Möglichkeit einer V e r st a n d r g u n g zu schaffen. Auch der R e i chs-
rÄ1 e rs. die Verhandlungen einge-
schaltet und seinen Einfluß für die Lösung des Kon- enuwsetzt. Außerdem ist auch der preußische Wohlfahrtsminister H i r t s i e f e r, der bekannt- lich den christlichen Gewerkschaften nah? lieht, an den Bemühungen um eine t?i(fat
Instrument des Krieges, in dessen kritischster Periode es geschaffen wurde.
Nachdem als Erster der Präsident der Jewish Agency, Dr. Weizmann, zum Zeichen des Pro- rl ^urückgetreten ist, ist ihm nun auch Lord Melchett gefolgt, der in einem Brief gegenüber dem Weißbuch'der englischen Regierung über ihre künftige Palästina-Politik von einem glatten Verrat spricht. Fast jede Zeile dieses Buches, so schreibt ®e‘ft der Feindseligkeit gegen die ludische Rasse. Damit scheint das Ende der Bal-. ""^Deklaration respektive der auf sie gegründeten englischen Politik gekommen zu sein, ein Ende, das nicht überraschen kann angesichts der inneren Unehrlichkeit des Beginns. -
Die englischen konservativen und die Palästina- Politik.
wtb. London, 23. Okt. (Eig. Meldg.). Die drei Führer der Konservativen Partei, Baldwin, Ehamberlain und Amery sehen sich durch den Rücktritt Dr. Weizmanns zu einem Vorstoß gegen
Rumänische Spionage-Affäre.
Der Leiter der rumänischen Sicherheitspolizei verhaftet.
wtb. Paris, 22. Okt. (Eig. Meld.) Nach Blättermeldungen aus Bukarest hat dieSpionege-Affäre eine ungeahnte Wendung genommen. Die Polizei Hai den Leiter der allgemeinen Sicherheitspolizei, Sebastian P ep esco, und einen höheren Offizier der rumänischen Armee, dessen Name noch geheim gehalten werde, verhaftet. Neue umfangreiche Verhaftungen ständen noch bevor.
* Ein Hirtenbrief der österreichischen Bischöfe. Die österreichischen Erzbischöfe und Bischöfe haben einen Hirtenbrief erlassen, in dem die katholische Bevölkerung aufgefordert wird, bei den bevorstehenden Wahlen nur wahrhaft ch r i st l i ch e n und kirchentreuen Männern ihre Stimmen zu geben. _____________
* Große Anfrage der Zentrnmsfraktion zu dem Grubenunglück im Aacheiner Steinkehlengebiet. Dir Zentrumsabgeordneten Harsch, Sieger, Rürup, Effert haben mit Unterstützung der gesamten Fraktion zu der Grubenexplosion auf Zeche Wilhelmsschacht bei Alsdorf folgende Große Anfrage im Preußischen Landtag eingebracht: „Am 21. Oktober 1930 ereignete sich auf Zeche Wilhelm- schacht im Aachener Steinkohlengebiet ein furchtbares Grubenunglück, das erhebliche Opfer an Menschenleben forderte. Die Katastrophe wurde durch eine Explosion eines Dynamitlagers verursacht. 1. Ist die Ursache dieser letzten schweren Grubenkatastrophe restlos geklärt? 2. War auf der Unglückszeche einem mit dem Sprengstoffwesen beauftragten Steiger die gesamte Sprengstoffwirtschaft unterstellt? 3. Hat eine getrennte Lagerung von Zündkapseln und Sprengstoffen stattgefunden und waren besondere Räume für Schießmeister vorhanden, in welchen die Schießmunition empfangen und wieder abgegeben wurde?"
Die Frontkämpfer gegen Briand.
cnb. Paris, 23. Oktober. (Eig. Meld.) Verschiedene Frontkämpfervereinigungen, die nach ihrer! Erklärung „dem Geist des Sieges treu geblieben" sind, haben.einen ständigen Wach- und Aktionsausschuß für ehemalige Frontkämpfer geschaffen. Dieser Aktionsausschuß veranstaltete gestern in Wagramssaal eine große öffentliche Kundgebung, an der, wie behauptet wird, 10 000 Per* Ionen teilgenommen haben. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die gegenwärtige internationale Lage als logische Folge der durch den Geist von Locärno symbolisierten auswärtigen Politik bezeichnet, die sofortige energische Umstellung der französischen Außenpolitik und als unerläßliche Bedingung hierfür die
Die Sanierungsvorlagen.
Wie wir erfahren, wird das Reichskabmett Ende der Woche eine Sitzung abhalten, in der der Etat verabschiedet werden wird. In den Ministerien wird inzwischen mit Hochdruck an der Fertigstellung der Gesetzentwürfe gearbeitet, mit denen das Sanierungsprogramm durchgeführt werden soll. In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß bas, Reichskabinett diefe Vorlagen im Laufe der nächsten Woche an den Reichsrat weiterleiten kann. Die Kabinettsberaülngen dürften nicht sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, da das Reichst sinanzministermm die meisten Einzelheiten bereits mit den übrigen Ressorts geregelt hat, so daß nur noch die Differenzpunkte ins Kabinett hineinkommen. Der Reichsrat hat dann den ganzen November zur Beratung der Entwürfe zur Verfügung. Die Ausschüsse des Reichstags werden tn der zweiten Novemberhälfte mit ihren Beratungen beginnen können.
Hepp abgewählt;
Die Wahl des Präsidiums des Reichslandbundes. Graf von Salckreuth übernimmt die Führung.
| Die Pressestelle des Reichslandbundes teilt mit: In Verfolg des Rücktritts des Ministers Schiele vom Amt des vorsitzführenden Präsidenten des Reichslandbundes trat der Bundesvorstand des Reichslandbundes zur Regelung der Präsidialfrage' im Bundeshaus zusammen. Nachdem die beiden anderen bisherigen Präsidenten Bethke und Hepp und der vorübergehend in das Präsidium eingetretene Freiherr v. Wilmowski ihre Aemter dem Bundesvorstand zur Verfügung gestellt hatten, wurden zu Präsidenten neugewählt die Herren Bethke, H e p p, Graf v. K a l ck r e u t h. Zu dem satzungsgemäß vom Bundesvorstand zu bestimmenden, den Vorsitz führenden Präsidenten wurde alsdann Graf von Kalckreuth gewählt. Präsident Hepp legte darauf hin s e i n Ä m t n i e d er. Die dadurch von neuem erforderliche Wahl eines dritten Präsidenten soll bei der nächsten Bundesvorstandssitzung erfolgen. Der Bundesvorstand war einmütig der. Ansicht, daß hierfür nur ein Vertreter des bäuerlichen Besitzes aus dem Westen in Betracht komme.
Die Morakorien-Debatte.
^ri®-.23' Dft (Eig. Meldg.). Die ame- rikanlsche Botschaft in Paris erklärt, daß der ame- nkanifche Botschafter keinem englischen Blatt seine Absicht angekündigt habe, mit Präsident Hoover über die Schuldenfrage zu spre- e fti Der Sekretär des Botschafters fügt hinzu, der Botschafter habe keine Akten über das Schuldenproblem mitgenommen. Die Frage sei übrigens m der Presse nach seiner Abreise aufgeworfen worden.
wtb. Berlin, 23. Oktober. (Eig. Meld.) Der ] Deutsche Beamtenbund veranstaltete heute im Rah- ' men seines 7. Bundestages im großen Festsaal bei Kroll unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung eine Kundgebung. An der Spitze der Regierungsvertreter aus Reich und Ländern waren Reichsminister des Innern Dr. Wirth und der Staatssekretär im preußischen Staatsministermm Dr. Weißmann erschienen. Unter den anwesenden Abgeordneten befanden sich Reichstagspräsident Löbe und Vertreter des Präsidiums des preußischen Landtages. Ferner waren u. a. Delegierte der Reichsbahngesellschaft und des internationalen Arbeitsamtes erschienen.
Der Bundesvorsitzende Flügel bat in feiner Begrüßungsansprache die Presse, im Interesse der Befriedigung der ungerechten Agitation gegen die Beamtenschaft entgegenzuwirken und betonte die Bereitschaft der Beamten, daran mitzuhelfen, aus der großen Wirtschafts- nothe rauszukommen.
„3d) lege Wert darauf," schloß der Redner, „tn dieser ernsten Stunde vor aller Oeffentlichkeit festzustellen, der Deutsche Beamtenbund ist willens, alles zu tun, was in seinen Kräften stehtz, um den deutschen Volksstaat vor । e b e tn Ver- 1 u ch einer gewaltsamen Aenberung seiner verfassungs- und gesetzmäßigen Zu st and es zu schützen. Es möge dieser Versuch kommen woher er wolle."
Ende der Lalsour-Deklaration?
rga^ ^ember dieses Jahres sind 13 Jahre iltour wie inzwischen verstorbene Lord - — 'wi- s Rühmte Deklaration erließ, durch dem und seither alle Welt glaubte
°dere.'n5^.E lebenden jüdischen Volke Sehen ^?tmftätte im eigenen Land !denrum m- ktn weltgeschichtliches Unrecht am ;ie Aunc>ii..„ - .gutgemacht werden sollte.' Daß >teit fj.r. ""g f^sch war, ist der großen Oeffent- ^ächijK c . wum zum Bewußtsein gekommen, w 9efdtoft^„eU m $ von England in Palcv- ^weg n„1,-,,2, Regime nichts weiter, als den k££s als ", -eralluerten Gegensätzen, die kaum ^zutraaen , ft scheinbar neutrale Weise Der gewesen wären.
‘Lm anernÄ L ?ie Vertreter des Zionis- Mna-Pgi.-Ä2^ ^ut gegen die neue englische wge ®:iLP„L.?totefttcten, bedeutet wohl die 1 mas-n L1, noch einmal darauf aufmerk- bed^^^ 'was Palästina für England eigent- selbst ‘ L5 Kronzeuge kann Herr Chur- Vttlärt bat- rsmQnt 4- 2uli 1922 im Unten- 1Interitüt. ■ ’’,“*n ging davon aus, daß W Welt „^'weiche die Juden uns in der nnb RußwL onnten. insbesondere in Ame-
Die 'Bali ,ao2. fühlbarem Vorteil fein lour-Deklaration war also ein
chgültige Entfernung Briands gefordert werden.
Es handelt sich um die französischen Gegenspieler der deutschen Nationalisten.
politische Krisen ihn erschüttern, einen arbeits'- freudlgen, pflichtgetreuen und ökonomisch gesicherten Beamtenstand doppelt notwendig habe. Aber ebenso sicher sei, daß die allgemeine Notlage auch an den Beamten nicht vorübergehe. Die Beamten könnten mittragen an der Not des Volkes, wenn drei Bedingungen erfüllt seien: 1. Keine Ausnahmebehandlung gegenüber von gleichgestellten Volksschichten, 2. Gerechtigkeit in der Abstufung der zugemuteten Opfer und 3. Schutz der Bedürftigen, also der untersten Schichten des Be- amtentumes.
Löbe erklärte weiter, der deutsche Beamtem- bund betone mit Recht, daß neben den Beamten und über ihnen ss viele- Privatbeamte, Direktoren, Leiter und Beamte industrieller und kaufmännischer Unternehmungen stehen, die das Zehnfache bis zum Hundertfachen der Beamtenbezüge hätten und daß es eine Ungerechtigkeit fei,. diese Leute vom Notopfer frei zu lassen. Wenn aber diese Un- gerechtigkeit beseitigt sei, bann werbe auch bei den Beamten bie Bereitwilligkeit diskutiert werden müssen, einen Anteil an den notwendigen Lasten auf die Schulter zu legen.
Reichsminister des Innern D r. Wirth, mit Beifallsklatschen empfangen, nahm dann das Wort zu einem Vortrag über das „Deutsche Berufsbeamtentum im Volks-Staat der Gegenwart." Die Regierung, so führte er aus, hält am Berufsbeamtentum fest und sieht, wie ihre Vorgängerinnen, in ihm ihre Hauptstütze und einen treuen Verbündetei, auf dessen Hilfe bauend sie die schwere Aufgabe auf sich genommen hat, Deutschland aus den Nöten und Bedrängnissen der Gegenwart, deren Gefahren sie am allerwenigsten verkennt, herauszuführen. Ich hoffe und vertraue, daß die Beamtenschaft im Glauben an diesen Standpunkt der Regierung festhält. Gewiß, der Beamtenschaft wird in dieser Zeit viel, reichlich viel zngemutet, was schmerzlich in ihre Interessen eingreift. Aber wahrlich, die Regierung hülle sich zu solchen Maßnahmen nicht entschlossen, wenn sie eine andere Möglichkeit zur Rettung der Lage gesehen hätte. Wo die G e s a m t h e i t in ihren Lebensbedingungen erschüttert wird, kann nicht ein einzelner Berufsstand unberührt davon bleiben, am wenigsten der Beamtenstand, der am stärksten in der Gesamtheit wurzelt und dessen Mitglieder durch den Eintritt in ihn sich dazu bekannt haben, den ehren- aber auch entsagungsvollen Dienst an der Gesamtheit auf sich zu nehmen. Durch unser Volk geht, wie das Ergebnis der letzten Reichstagswahlen deutlich gezeigt hat, eine starke Welle des Radikalismus. Sowohl die kommunistische, wie auch die national- sozialistische Bewegung hat, soweit man dem Stimmzettel als einen Ausdruck ihrer Stärke ansehen darf, in letzter Zeit erheblich zuaenommen. Wir alle wissen, daß die Ungunst der Wirts afts- lage und die gewaltigen finanziellen Lasten,» Insbesondere die Tributverpflichtungen, die auf unserem Volke lasten und die so entstandene große Arbeitslosigkeit an dieser Radikalisierung die erste I Schuld tragen. Aber die Ursachen liegen nicht nur auf dem wirtschaftspolitischen Gewinn. Das hat •
bie Regierungserklärung deutlich genug hervorgehoben. Der Radikalismus lauert nur darauf, daß die heutige demokratische Staatsführung in ihrem Willen unsicher wird und Augenblicke der Schwäche zeigt.
Ich glaube, daß es in der Natur jedes loyal denkenden Beamten liegt, daß er eine ft arte S t a a t s a u t o r i t ci t verlangt, die auch bie Fähigkeit besitzt, ihren Willen durchzusetzen.
Im deutschen Parlament ist in den letzten Jahren hinsichtlich der Aufgabe e t n er festen Willensbildung vielleicht manches unterlassen worden, aber es kann auch kein Zweifel mehr daran bestehen, daß wir im Gegensatz zu fremdenRegierungen klug geworden sind, daß wir aus dem Sch oben gelernt haben u. uns mit großer Energie und auch mit Erfolg bemühen, die Autorität der zur Führung der deutschen Politik berufenen Instanzen neu zu stärken und zu sichern. Gerade die letztvergangenen Tage, so glaube ich, werden im deutschen Volk und sicher auch in der deutschen Beamtenschaft in dieser Hinsicht vermerkt worden sein.
Landoolt-Dertretrr beim Reichspräsidenten.
wtb. Berlin, 23. Ottober. (Eig. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute in Gegenwart des Herrn Reichsministers Dr. Schiele die Vertreter der Fraktion „Deutsches Landvolk", die Abgeordneten Döbrich, Eereke und Hepp, zu einer längeren Aussprache über die vom Deutschen Landvolk zur Linderung der Notlage der deutschen Landwirtschaft vorgeschlagenen Maßnahmen.
Die Antwort an Herrn knbe.
Bon Dr. Leo Schwering-Köln, M. b. L.
Mit Witzen von geringem geistigen Niveau versuchte auch in Fulda einer der Führer der Nationalsozialisten in Preußen, Herr K u b e, die Bedeutung der Zusammenarbeit des Zentrums mit den Sozialdemokraten umzudeuten und sie statt als politische Arbeitsgemeinschaft als Ge- sinnungsgemeinschaft erscheinen zu lassen. Der gleichfalls in Fulda als Redner bekannte Zentrumsabgeordnete Dr. Schwering gibt im folgenden Herrn Kube die Antwort:
Wenn auch über bas Ergebnis ber Abstimmun- I «n bezüglich Auflösung bes preußischen ßanbtaas I kein Zweifel walten konnte, so war es boch nicht ohne erhebliches politisches Interesse. Wenn z. B. die Regierungsparteien sich überhaupt nicht an ber Abstimmung beteiligt hätten, so würde es ben Freunden ber Auflösung nicht möglich gewesen sein, für ihren Antrag bie nötige Stimmenzahl aufzubringen, weil biefer eine qualifizierte Mehrheit verlangt, nämlich bie Abstimmung von mehr > ofe ber Hälfte aller Abgeorbneten. Die Freunde
-er Auflösung bringen roeber ein beschlußfähiges Heus zusammen, noch vermögen sie eine Auflösung durchzusetzen.
■ Man darf auch wohl bie Frage aufwerfen, ob bie Opposition sich so wacker an ber Abstimmung beteiligt haben mürbe, wenn das Risiko größer gewesen wäre! Nachdem, was wir oben gesagt haben, war ein Risiko überhaupt nicht Vorhänden. Man durfte sich also nach Herzenslust anti- marxistisch gebärden, ohne daß einem das geringste dabei passieren konnte.
Und das Schlagwort von der „antimarristischen Front" hat ja in gewissen Kreisen, die nicht sehen können oder wollen, immer noch eine gewisse Zugkraft.
Denn weder bie Deutsche Volkspartei noch die Deutschnationalen mürben bei einer Aullösung Seide gewonnen haben; im Gegenteil, sie würden zugunsten der Nationalsozialisten erheblich an Boden verloren haben; das Zentrum würde wieder die zweitstärkste Partei des I Hauses fein wie früher!
Das Zentrum, in dessen Händen auch hier bie Enücheidung ruhte, hat neuen Wirrwarr verhiichert. Cs selber riskierte nichts — im Gegenteil — rein agitatorisch konnte es nur gewinnen; aber schließ-
(ran5en höhere Ziele vor seinen Augen, Md darum versagte es sich den Freunden der Auf- wiung, und wir denken, auf weite Sicht gesehen, eilte man ihm dafür dankbar fein.
*
Im übrigen hatte die ganze Abstimmung auch ^hochpolitische Seite. Es besteht eine in- W Wechselwirkung zwischen den letzten Abstim- mungsn tm Reichstag und denen in Preußen. Beide 'rächten den Sieg des Kabinetts Brüning und si1?”; ®*c ungeheure Not des Augenblicks treibt m ,ier un$ Gegner ber Verfassung zusammen.
I Ansturm gegen das Kabinett Braun hat de»- fi e.n Sbnt, wie der Versuch, bie Auflösung bes fLrLL3“ erzwingen. In beiben Fällen ist bas
®2 ''sei, in Preußen eine Hochburg ber Wei- 2r Verfassung zu stürmen unb sie zu nehmen.
ck-n hechte hat das übrigens so oft ausgesvro- I ' °aB es keinen Zweifel mehr daran gibt. Sie «ml*flenau une wir, worum es gehr, und dar-
dieser Kampf, wenn er auch nicht g-Steid) burchgefochten werden kann, doch den
■ mir , 2InL Demonstration, über bereit letzten Ziel biX, f aL2. klar finb. Darin liegt ber tiefe Sinn Äftr ^""gesetzten Angriffe, bie man sonst wegen
U 8imte ^sichtslosigkeit einfach nicht ernst nehmen feifrnfm-nb weiß, wie bie Lage sich weiter ge-
KiBfajrtTmirL Es ist möglich, baß bei einer Fort« dLLUnLr Nationalsozialisten int Sinne man-
Vnträige noch einmal der Auaendlick wird S man dem Zentrum bankbar bafür sein Ren“' n°V5 die Schlagwortfront ber „Antimarxi- sein^ schmäht! Vor der Hanb bezieht es erneut alter L:-0- 2n. "ls Wächter der Verfassung und in R-p!. e, °ie sie schützen und stärken können fieatsnnrvL Preußen. Seine Position ist absolut Nicht zo 'fun und hat mit Parteipolitik Überhaupt ts dem' LL^ftche Zentrum weiß aber auch, was der Vnining schuldig ist, dem Kabinett
feine Ndanach wirb es unbeirrt
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