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57. Zahrg.

Mittwoch, 22. Oktober 1930

er Kanzler verhandelt

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schäften der vom Unglück betroffenen Erub^utage, die schon die Verbindung der Gruben untereinander erreichen tonnten. Viele davon haben sich sogleich nach Hause begeben, so daß zur Stunde eine Ueber- sicht über die Zahl der Geretteten und der noch Eingeschlossenen fehlt. Es ist anzunehmen, daß die Hauptstätte des Unglücks das in der Nähr des Verwaltungsgebäudes liegende Sprengstofflager war, dessen Entzündung die ganze Anlage des Wilhelmschachtes zerstörte. Der Förderturm knickte in sich zusammen und fiel aus einen Teil des Verwaltungsgebäudes. Hier wurden auch die ersten Toten geborgen, und zwar ein Betriebsführer, ein Maschinenfahrsteiger und eine im Verwaltungsgebäude beschäftigte Frau.

Die Eingeschloffenen nicht mehr in Gefahr

wtb. Berlin, 21. Oktober. (Eig. Meld.) Wie wir vom Grubensicherheitsamt beim preußischen Handelsministerium hören, war der Hergang der Explosionskatastrophe auf dem Wilhelmsschacht der Grube Anna II bei Alsdorf derart, daß die bei der Katastrophe gebildeten Gase zum größten Teile über Tage geschlagen sind. Nach menschlichem Ermessen besteht für die Leute, die noch unter Tage sind, keinerlei Gefahr mehr. Daß die unter Tage befindlichen Leute nicht längst an das Tageslicht gebracht wor­den sind, erklärt sich daraus, daß der Haupb- einfahrschacht nicht mehr passierbar ist. Die Leute müssen auf mehrere Kilometer entfernten Schäch»- ten herausgeleitet werden, was natürlich geraume Zeit in Anspruch nimmt.

Die Ungliiüs-Ursache noch ungeklärt.

C.N.B. Berlin, 21. Okt. (Eig. Meld.) Nach Angaben der Bergbehörden in Berlin über die Grubenkatastrophe bei. Aachen ist, da der größte Teil der Belegschaft der Grube zu anderen Schäch­ten ausgefahren ist, anzunehmen, daß weitere Todesopfer nur vereinzelt in zu Grunde gegangenen Strecken zu beklagen sind. Die Aw- zahl dieser Opfer ist aus dem Grund nicht feft- zustellen, daß in der bei dieser Katastrophe be­greiflichen Aufregung die Zahl der Ausfahrenden nicht sofort ermittelt werden kann. Die Ursache der Katastrophe ist vorläufig noch un­geklärt. Näheres wird erst zu erfahren sein, wenn man an den Herd herangekommen ist. Bis­her ist noch nicht einmal ermittelt, in welcher Tiefe das explodierte Sprengstofflager sich befin­det. Die Nachrichten darüber gehen auseinander. Zuerst wurde gemeldet, daß das Sprengstofflager sich in etwa 150 Meter befinde, spätere Meldungen behaupten, es liege auf der 300 Meter-Sohle.

an dem Erfolg der Regierung Brüning zuzuge­stehen. Gerade ihre Zügellosigkeit in offenen An­griffen wie im parlamentarischen Ränkespiel hat nicht wenig dazu beigetragen, allen, die noch ir­gendwie zweifelhaft und unsicher waren, die Augen zu öffnen, die Mitte fester um die stets unbeirrte Führung durch die Regie-

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* Der Preußische Landtag überwies am Montag nach durchgeführter erster Lesung das neue Selbst­verwaltungsgesetz Großberlins an den Gememde- ausschuß. Innenminister Waentig teilte mit, daß voraussichtlich die Bürgermeisterverfassung obligatorisch für ganz Preußen werde. Vielleicht irrt sich Herr Waentig. Die Praxis der Kommunal-, Verwaltung wird zu dieser Frage noch ein gewrch- tiges Wort sprechen.

Rücktritt des Zionistrnführers Weizman. Wir Reuter aus London meldet, soll der Präsident der zionistischen Weltorganisation und der News Jewish Avency in Palästina, Dr. Weizman, dem englischen Kolonialminister in einem Schreiben mitgeteilt haben, daß er seine Aemter nieberlege und einen Kongreß der beiden zionistischen Organisationen einberufe. _

* Erteilung des päpstlichen Dispenses für Prin­zessin Giovanna. Das päpstliche Schriftstück, das die Dispenserteilung für die Hochzeit des Königs Boris und der Prinzessin Gro- v a n n a enthält und von der Prinzessin persönlich angefordert worden war, ist dem italienischen Hof zugestellt worden. In dem Schreiben wird der Dispens unter den vom kanonischenRecht gestellten Bedingungen erteilt.

wtb. Aachen, 21, Okt. (Eig. Weldg.). Heute vormittag um 7.20 Uhr ereignete sich auf dem Wilhelmsschacht der Grube Anna n bei Alsdorf durch Explosion eines Dynamitlagers eine schwere Grubenkalaslrophe. Bis jetzt sind 3 0 Tote geborgen, von denen 15 über Tage und 15 unter Tage dem Unglück zum Opfer fielen. Rach polizeilicher Mitteilung beträgt die Zahl der Schwerverletzten 6 0, wozu noch eine große Zahl Leichtverletzter kommt, deren Höhe noch nicht bekannt ist. Weitere 200 Bergleute werden noch vermißt. Ihr Leben soll aber nach den letzten Meldungen nicht mehr gefährdet sein. (Da­mit hat sich also die durch Extrablatt verbreitete erste Meldung, die von 200 Toten sprach, zum Glück nicht bewahrheitet. D. Schriftltg.)

Die Rettungsmannschaften bringen durch einen Stollen der Nachbargrube Maria zur Grube Anna, um die Verunglückten zu bergen. Wie bisher fest- gestellt wurde, ist weiter ein Fahrsteiger tot. Ein Betriebsführer und drei Grubenbeamte, die sich in Lebensgefahr befinden, sind ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Toten werden im Knapp­schaftsledigenheim in Alsdorf aufgebahrt. Die Ver­letzten werden in das Knuppfchaftskrankenhaus in Bardenberg und in die Krankenhäuser in Eschwel- ler und Aachen gebracht.

wtb. London, 21. Okt. (Eig. Meld.) Der diplo­matische Korrespondent desDasty Telegraph" hebt hervor, daß die britische Regierung die Frage eines Moratoriums in Washington niemals ange­schnitten habe.

objektiven Verantwortungsbewußtsein durch solche Verantwortungslosigketten nicht zu erschüttern ift.

Doch wir wollen uns durch diese Dinge die Freude über den großen Erfolg einer von festem Willen geleiteten Zuversicht und Eradlinigkeit nich! trüben lassen. Wir sind sogar geneigt, der Opp o- sition einen nicht geringen Anteil

r u n g zu scharen und zugleich der Sozialdemokra­tie den ihr namentlich durch Braun vorgezeichneten llebergang zu einer politischen Haltung zu erleichtern, weil sie ihr den Ernst der Lage und der zu treffenden Entscheidungen mit greller Deut­lichkeit vor Augen führte. Auch der grundsätzliche Gegner der Sozialdemokratie, auch wer, wie wir selbst, die Kurzsichtigkeit und Kleingeisterei ihrer gesamtpolitischen Haltung im früheren Reichstag wie die R ü ck st ä n d i g f e i t e n ih ihren wirtschaftspolitischen Erkenntnissen ihr vor­zuhalten genötigt war, muß den politischen Fort­schritt anerkennen, der sich in ihrer jetzigen Hinwen­dung zu einer staatspolitisch positiver gerich­teten Opposition ankündigt. Es wird sehr viel da­von abhängen, ob sie auf diesem Wege weuerzu- gehen und dabei auch den Notwendigkeiten einer nüchternen Wirtschafts - und Finanzpolitik Rechnung zu tragen gewillt und fähig ist. Leicht ist dieser Weg gewiß nicht, und er wird ihr durch Hemmungen von drin­nen und draußen noch oft genug erschwert wer­den. Aber erleichtert wird er offenbar gerade durch den politischen Anschauungsunterricht, den die Ex­treme, insonderheit auch die Nationalsozialisten, so freigiebig erteilen!

So kann schließlich sogar der blinde Hödur ein­mal nützlich werden.

Dank aber verdienen, aufrichtigen und ganz großen Dank vom deutschen Volke die Männer, die in alledem entschlossen und mit un­beirrbarer Ruhe und Zuversicht die Führung in der Hand behielten, Re i ch s p r ä s i d e n t v. Hi n d e n- burg und Reichskanzler Brüning mtt ihren Mitarbeitern in Regierung und Reichstag, wobei mir uns als Zentrumsleute ganz besonders der unerschütterlichen Treue und Festigkeit unserer Fraktion freuen dürfen. Sie ist auch von politi­schen Gegnern und vom Ausland als der stärkste Aktivposten für die Erhaltung der parlamentari­schen Demokratie erkannt worden. Auf ihr Ver­trauen gestützt, hat Brüning sich als ein wirklicher Staatsmann zu erweisen vermocht, von dessen Füh­rung bereits sichtbare Wirkungen für das Ver­trauen ausgehen, das nach der Erschütterung durch die nationalsozialistische Inflation im In- und Aus­land wieder sich einstellt als eine weitere Stütze für unseren öffentlichen und privaten Kredit. Der 18. Oktober hat den Schlag vom 14. September pariert, in dem Sinne jedenfalls, daß das Vertrauen zurückkehrt, daß Deutschland auch die gegenwärtige schwere Krisis überwinden wird. Dazu bedarf es allerdings auch weiterhin einer so entschlossenen, verantwortungs­bereiten und weitschauenden Führung, wie sie bis jetzt alle Föhrlichkeiten überwand. Die parlamen­tarische Pause bis zum 3. Dezember gibt ihr dto Freiheit zu ungestörter Arbeit Und wir vertrauern daß gute und schnelle Arbeit geleistet werden wird!

Gruben-Ratastrophe bei Aachen. 30 Todesopfer und 60 Dertehte geborgen. Zirka 250 Berg­leute noch eingeschlossen. Aach den letzten Meldungen soll das Leben der Eingeschlossenen nicht mehr gefährdet sein.

Vereinigten Staaten gegenüber den Alliierten eintritt."

Financial News" sagt in einem Leitartikel: Wenn sich auch vieles zugunsten des - Planes Mc. Faddens sagen läßt, ist es doch äußerst zweifelhaft, ob feine Landsleute und ihre Vertreter im Kon­greß sich schon klar darüber sind, ein wie großes Hindernis für die Erholung des a m e- rikanifchenAusf uhrhandels der Strom der Reparationsverhandlungen bildet. Wenn die Zustimmung des Kongresses zu einem solchen Plan fehlt, hat eine günstige Stellungnahme Mellons und der Regierung wenig Wert.

Financial Times" schreibt: Den Erörterungen des Problems der Schulden Amerikas darf im Au­genblick keine zu große Bedeutung beigemeffen werden und vielleicht wird es auch für politisch zweckmäßig gehalten werden, sie zu dementieren, aber gewisse Einzelheiten des gemeldeten Planes machen den Eindruck eines Anfangs ernstester Erörterungen. Es wird nur die Möglichkeit eines Moratoriums für die all'er- ten Schuldenzahlungen ins Auge gefaßt: vielleicht würde das für den Anfang genügen. Die öffentliche Meinung sollte schon auf die Möglichkeit vorbe­reitet fein, daß Deutschland früher ober später in die Lage kommt, feine Reparationsverpflichtungen nicht erfüllen zu können. Die Kriegs- und Re- parationsschulden stehen der Erholung der Welt­wirtschaft im Wege.

Das Trümmerfeld.

Die oberirdischen Anlagen der Grude bilden ein wüstes Trümmerfeld. Der gesamte Schachtbau und der darauf stehende Förder - türm mit den in der näheren und weiteren Um­gebung befindlichen M a sch i n e n häu s e rn, W a s ch r ä u m e n usw. sind einge stürzt. Un­ter den Bürogebäuden befand sich ein Benzol­lager, das ebenfalls in d i e Luft flog und das ganze Gebäude mitriß. Zur Zeit der Explo­sion waren in dem Gebäude etwa 30 Beamte tätig. Bis zur Stunde find drei Tote geborgen. Die übrigen Beamten find mehr oder weniger schwer verletzt. Im unterirdischen Betriebe war die ganze Frühschicht tätig, sodaß etwa 200 Bergleute eingeschlossen sind.

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wtb. Aachen, 21. Oktober. (Eig. Meld.) Von unserem Sonderberichterstatter: Von der Berg­behörde erfahren wir noch, daß Art und Ort der Explosion auf eine Sprengstoffentzün­dung schließen lassen. Soweit festgestellt werden konnte, ist die Wetterführung in Ordnung. Ret­tungsmannschaften und die Hilfsmannschaften der Feuerwehren der Nachbarschaft waren schon sehr früh zur Stelle. Die Einfahrt ist aber zur Zeit immer noch auf die benachbarten Gruben Anna I und Adolf beschränkt. Aus diesen Gruben sind vorsichtshalber die Belegschaften zurückgezogen wor­den. Unterdessen fahren hier auch schon Manw-

CNB. Rewyork. 20. Okt. (Eig. Meld.) Dr. Schacht hielt heute abend vor etwa 600 Personen in der Foreign Policy Association einen Vortrag über d i e 'ökonomischen Zusammen- hängennd Auswir tungen des ?)oung= planes, in dem er u. a. erklärte: die Frage her Annuitäten werde in kürzester Zeit als eines der ernstesten sozialen Probleme erkannt werden, da die deutsche Arbeiterschaft einzusehen beginne, daß die Einbringung der Reparationen ihren Le­bensstandard empfindlich beeinträchtige. Das Transfer-Problem fei nicht zu lösen, wenn nicht die anderen Länder einen größeren Teil am Welt­handel einräumten. Durch Anleihen und Kredite werde das Problem nur immer ernster, da Deutsch­land unter aller Umständen die Ansprüche seiner privaten Geldgeber respektieren werde und nie die Pflicht durch immer erneute Zahlungen an feine politischen Gläubiger gefährden würde. Die Tat­sache, daß der Poungvlan die Möglichkeit vorsehe, den beratenden Ausschuß der BIZ jederzeit einzu- berufen, auch ohne daß eine sofortige Einstellung der Zahlungen erfolge, biete die Möglichkeit eine friedliche Lösung berbeizuführen, ohne die Welt­wirtschaft in Unruhe zu versetzen. Das deutsche Volk könne nicht mehr tun, als die Welt über seine wahre Sage aufzuklären.

Am die Reparationen.

wtb. London, 21. Okt (Eig. Meld.) Die Blätter geben eine Erklärung des Vorsitzenden des Banken- ünd Währungsauöschusses des amerikanischen Ban­kenhauses Mc. F a d d e n wieder, in der er f ü r eine Verminderung der deutsches« Reparationsangelegenheiten oder für eine Suspenbierung der Zahlungen sowie für einegroßmütige Haltung der

, ®eqterung will den großen parlamentarU ' 'fort sie am Samstag im Reichstag er» ES ausbauen und alles daran setzen, um mir die glatte Vorberatung ihrer Vorlagen -icksrat und in den Ausschüssen des Rrichs- wabrend der nächsten Wochen zu betreiben, auch die parlamentarische Verabschiedung Reichstags-Plenum während der Dezem- «na -u sichern. Der Reichskanzler hat den w Ministerpräsidenten Held empfangen. __^genbesuch, den der Chef der bayrischen ileruna dem Reichskanzler abstattet und den ning zu einer Fortsetzung jener Fühlung- fflit den Länderregierungen benützt, deren die Aussprache zwischen Kanzler und preu-

uldaerZettung

Anzeiger für die Stadl Julda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

KThi '2menb dieses Schauspiel für die Akteure itranl5 3um Trauerspiel z u gestalten den ,en hatten, so beschämend, so nie« trirf en^ 'lt die Niederlage für sie. ^Mlt ntd)t nur die Nationalsozialisten, deren nreife und Gedankenarmut ihr erstes einem parlamentarischen Großkampf zu tP L . kür sie selbst machte; sie trifft aua) tl0 -^'ttmacber bei den Deutsch- .ä».,. ,e n, die sich am Samstag noch eine Äf >, 'ch?ere Abfuhr durch den Reichskanzler ISL he trifft auch die schwankenden Gestal- n=irnnt Miene machten, aus der Regie- q QUs3Ubred)en, oder die gar wir mei- jEL . "dvolkvartei ihren Vertrau- h»lmsn^bineft "freistellen", um ihrerseits ,sArauensvoten zu beteiligen, ein .^Ochspiel, das der bedrängten Land- Kt Str- bekommen mürbe, wenn diese und einem Kabinett einen zu- 111 g e r e n Freund besäße, der in seinem

Ministerpräsidenten war.

jntag abend begab sich der Reichskanzler mit 'Vizekanzler Dietrich nach Stuttgart. hMn dort Gelegenheit, nicht nur mit den Medern der württembergischen Regierung zu sondern auch mit den Ministerpräsidenten ^'ens und Hessens, die nach Stuttgart n, um Dr. Brüning und Dietrich Zeit zu

Auf 1)ie Oppositions-Parteien ist der Abstim- »mqs-Sieg des Kabinetts Brüning nicht ohne - ^uck geblieben. Trotzdem werden sie auch in kommenden Wochen nichts unversucht lassen, der Regierung Verlegenheiten zu bereiten, n jetzt kündigen sie an, daß sie dir Einbe - äTfu ng des Reichstags vor dem 3. Dezem­ber verlangen wollen. Und sie berufen sich dabei auf den Artikel 24 der Verfassung, der besagt: 'Der Reichstag tritt in jedem Jahre am ersten Mitt­woch des November am Sitze der Reichsregierung zu­sammen. Der Präsident des Reichstags mutz ihn früher berufen, wenn es der Reichspräsident oder mindestens ein Drittel der Reichstagsmitglieder verlangt.

Der Reichstag bestimmt den Schluß der Tagung und den Tag des Wiederzufammentritts."

Es ist ganz klar, daß der Zwang zu einer frü­he«« Einberufung nur gilt, soweit es sich um den ersten Mittwoch des November handelt. Nun ist der neue Reichstag zum ersten Mal bereits am 13. Oktober zusammen getreten. Für alle späteren Einberufungstermine ist entscheidend der zweite Absatz, der dem Reichstag das Recht

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt - . K im Bild' undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag 24v -er Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- leituna 1152. Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Dr. Schacht zum , . '

England-Amerika und die Frage des Moratoriums

inräumt, den Tag des Wiederzusammenttittes elbstzu bestimmen. Da am Sonntagmorgen yit großer Mehrheit vom Reichstag beschlossen worden ist, sich erst am 3. Dezember wieder zu versammeln, muß es bei diesem Termin bleiben.

[Geplanter Besuch in Dresden.

MB. Dresden, 21. Okt. (Eig. Meld.) Nach den der sächsischen Regierung zugegangenen Mit­teilungen hat Reichskanzler Dr. Brüning in Aus­sicht genommen, wie mit. den süddeutschen Regie­rungen, so auch mit der sächsischen wegen der Finanzrefo r m in Verbindung zu treten. Boraussichtlich wird diese Aussprache in Dresden sialtsinden.

Der Sinn des 18. Oktober.

I 2>e politische Bedeutung der Vorgänge im Jietdjstag am verflossenen Samstag würdigt das Wende Zentrumsblatt am Rhein, dieKölnische Wszestung", in folgender Weife:

Der 18. Oktober wird auch in der Geschichte des T n Deutschen Reiches als ein historischer -n? g sortleben. Endlich einmal hat eine Regie- 'M, cie ohne die übliche fraktionelle Basis und Endung wirklich zu regieren den Mut hatte, und einer Riesenaufgabe, wie sie nicht gedacht weflden konnte, einen außer- Dtenh,enber offene und versteckte, lär- ' [ und intrigante Opposition davongetragen, sm en wirklich außerordentlichen Sieg! Stiw Der^e^e die Mehrheit von 318 gegen 236 E der die Mißtrauensanträge unter TBaio stefegt wurden, mit der Mehrheit von Stimmen, die der Regierung Brüning im ilenen Reichstag erlaubte, an ihre Arbeit zu ..."-livischen liegt eine Wahlschlacht, die unerhörter Heftigkeit von links wie von rechts 2?ie Regierung Brüning geschla- e- mit einem Ergebnis, das ein Regieren wn neugewählten Reichstag als eine schier mgstofe Aufgabe erscheinen ließ. Und was , jJ*?.öer letzten Woche an Angriffen gegen die- r,«irtnett erlebte, die frontal wie aus der Flanke m wurden, an Versuchen, mit allen Mit- Mihe das parlamentarische Spiel einer be= len JQftif art bie Hand gibt, die Front des Kabinetts zu erschüttern und p auch das war ein Schauspiel, wie ►i"rk m vorher je gesehen. Ein trauri- a u f P i e l für jeden ehrlichen Deutschen, .irur eine blaffe Ahnung hatte, worum es rbe ro*e ernst die Lage unseres Vaterlandes

Reif für das Sanatorium.

Hugenbergs Schreiber können den Haß gegen die katholifche Kirche nicht mehr zügeln.

Der Sieg der Regierung hat denDe ut schen Schnelldienst", ein Erzeugnis des Hugen- be r g - Konzerns, völlig aus der Fassung gebracht. In einer Sonderausgabe wird der Reichskanzler angegriffen, weil er es gewagt habe,gegen na­tionale Männer wie den alten Janutschauer, in einer Weise ausfällig zu werden, wie man es bis- her nur aus marxistischem Mund gehört habe. Zum Schluß werden die nationalen Kräfte auf­gefordert,in geschlossener Front den rücksichtslosen Kampf zu eröffnen ge­gen den Feind, der in Deutschland steht, der der Zutreiber der roten Re­volution und der Handlanger Frank­reichs i st". .

In der letzten Sitzung des Reichstags hat Gras Reventlow als Sprecher der Nationalsoziali­sten nicht dem Zentrum, sondern auch der ka­tholischen Kirche den Kampf angefagt. Er erklärte, die Jugend marschiere aus der Kirche, weil der Bischof von Mainz gegen den Nationalsozialismus Stellung genommen hat. Dr. Brauns bezeichnete diese Aeußerung alsDemas­kierung" und wies weiter einen Ausfall des Natio­nalsozialisten Feder zurück, der das Parlament als Reichstag der Juden, Jesuiten und Novemberver­brecher" bezeichnet.

Es ist gut, daß jetzt auch in diesen Fragen Klar­heit geschaffen wird. So zeigen die Herrschaften ihr wahres Gesicht. Sie sagen uns im Grunde nichts Neues, denn wir haben sie niemals an-