Einzelbild herunterladen
 

NILS

241

Beilage zur Fuldaer Zeitung

17. Oktober

Anlern-Werkstätten

Bon Stadtrat Else Alken, Frankfurt a. M.

:3

Bei der bedauerlich großen Zahl berufsschwacher

U

und körperlichem Befund in den Wirtschastsprozeß es den Städten zu einer geworden, diese jungen sie später berufsreif zu erkannt und entsprechend

!«

Mädchen, die nach geistigem noch nicht in der Lage sind, ausgenommen zu werden, ist bedeutungsvollen Aufgabe Menschenanzulernen", um machen, nachdem ihre Kräfte ausgebildet worden sind.

Anbrennen der Milch. Das Anbrennen der Milch wird verhindert, wenn man den Topf vor dem Kochen mit einer Speckschwarte ausreibt. Der Geschmack der Speck­schwarte macht sich in keiner Weise bemerkbar.

>.

it

C c c c c c

m

wenn nicht gar ein Rückschritt eintreten wird. Diesen kritischen toten Punkt zu überwinden, wird die Kunst der hier tätigen Lehrkräfte sein müssen, damit das Begon­nene weiter ausgebaut werden kann und das bereits Aufgenommene nicht zum Versacken kommen kann.

Um den Mädchen etwas zu bieten, gewissermaßen ei­nen Anreiz zu schaffen, läßt man sie im Hause gut bür­gerlich das essen, was sie selber zubereiten mußten. Der Küchenzettel wird abwechslungsreich gestaltet, auch wer­den Getränke, Kaffee, Limonade usw., hier zubereitet, das Vesperbrot müssen die Mädchen selber stellen.

Je nach dem sozialen Stande der Familie werden die Kosten für das Essen und die Straßenbahn von der Fa­milie selber ganz oder teilweise getragen oder von der Stadt übernommen. Straßenbahnfahrten im Inte­resse der Kunden müssen von diesen übernommen wer­den, da man noch nicht für alle geleistete Arbeit eine Bezahlung fordern kann.

Der erste Schritt zur Förderung berufsschwacher Mädchen ist getan und man verhehlt sich durchaus nicht, daß hier noch manches besserungsbedürftig und wand­lungsfähig ist, aber da der Anfang gemacht ist, wird der Ausbau nicht schwer werden! Träger dieser Ein­richtung ist das Fürsorgeamt im Verein mit dem Be­rufsschulamt diese Sache eignet sich aber sehr wohl auch zur Bearbeitung durch Private oder Vereine, weil hier mit verhältnismäßig geringen Mitteln, oft unter Verwendung bestehender Einrichtungen, eine Fülle Gu­tes getan werden kann, das berufen ist, lebensschwachen Menschen einen Platz im Erwerbsleben zu schaffen.

in Rom, die mit glühenden Augen und dunkelgoldenen Haaren manches tapfere Mannesherz besiegte, mehr als sie es mittels Liebeselixieren oder mit den Waffen des Geistes vermocht hätte!

Der byzantinische Hof war eine Zeitlang dem Rom der Verfallszeit noch weit überlegen an Frauenlist und Liebeskünsten. Theodora, eines Löwenwärters Tochter, vermochte kraft ihrer Schönheit und Schlauheit einen Kaiser Justinian zum Gatten zu gewinnen und als Kai­serin sich zu behaupten: Wahllos in den Mitteln, ihre Schönheit zu erhalten oder ihre Gegner aus dem Wege zu räumen.

Man war weder im Altertum noch im Mittelalter allzu wählerisch- in der Benutzung von Gift und Dolch. Maria von Medici, eine der bekanntesten Frauen der Renaissance, pflegte statt Liebestränken vergiftete Ta­schentücher zu verschenken. Das war ihr Abschiedspräsent an polititische Gegner oder abgefertigte Liebhaber. Wer den Duft dieser damals noch seltenen Tüchlein einatmete, starb eines plötzlichen, rätselhaften Todes. Vielleicht wa­ren aber schon damals die bösen Lästerzungen bereit, Un­schuld zu verleumden und Schönheit zu lästern. Genau wie heute!

Gleich der, Römerinnen des Altertums liebten die Flo­rentiner und Venetianer Frauen das blonde Haar ihrer nordischen Geschlechtsgenossinnen. Sie versuchten im Quattrocento und Cinquecento das berühmteTizian­haar" durch künstliches Bleichen zu erlangen. Sie setzten sich auf die Altane und Belvederes ihrer Häuser, nach­dem sie das Haar mit scharfer Lauge gewaschen hatten und trockneten den Kopf in praller Sonnenglut. Um

Auch bei den berühmten Frauen des Empire und der Biedermeierzeit siegten Herz und Geist mehr als Schönheit und Liebestränke. Die graziöse Gesellschafts­kunst einer Josephie Beauharnais, einer Madame Re- canier, einer Rahel Lewin, (später Varnhagen von Ense) und der verkrüppelten Henriette Herz war zum größten Teil in Anmut und Liebenswürdigkeit verankert. Diese Tugenden überdauerten sogar Tugend und körperliche Schönheit. Das sprühendes Schnellfeuer beweglichen Gei­stes und berückender Schlagfertigkeit, die wahre Güte weiblichen Taktgefühls und verständnisvolles Einfühlen in menschliche Interessen, Sorgen und Röte siegten da­mals durch Ewigkeitsdauer.

Wie die Königin Luise den Zyniker und Skeptiker Na­poleon durch Sanftmut und Liebreiz bezwang, wie Char­lotte von Stein jahrelang der gute Geist des stürmenden Goethe sein konnte, so übten die meisten Frauen des Weimarer Kreises ihren veredelnden, fördernden Einfluß auf große Männer aus. Diotima besänftigte Hölderlins irrenden Geist, Kleist fand in allen Nöten Zuflucht und Halt bei Henriette Herz.

Diese wenigen Beispiele eines unendlich vielseitigen Stoffs beweisen, daß die Kun st, geliebt zuwer- d e n nicht aus Liebestränken, Schönheitsmitteln und Elixieren heororgeht, sondern aus echt fraulicher Güte und Anmut aus tiefstem Verstehen geboren wird.

Unserer heutigen Frauenwelt noch ein Mahnwort; Eifert dem Manne nicht nur in äußeren Dingen nach, nicht nur im Rauchen, Rekordaufstellen, in der Teilnahme an männlichen Berufen! Vergeßt darum nicht völlig Euer Weibtum! Bleibt das Beste und Schönste, das die Liebeskunst aller Jahrhunderte Euch lehren kann: Des Gatten guter Kamerad auf allen Lebenswegen, tief in Liebe und Güte verankert, hoch im Gedankenflug, warm­herzig im Fühlen und Erleben. Dann ist Euer edelster Ruhm: Des Gatten bester Freund zu sein und zu bleiben!

zu packen, jedoch ist das eine umständliche Arbeit; auch nimmt das Obst leicht einen Petroleumgeschmack (von der Druckerschwärze) an. Einfacher und hygienischer ist die Lagerung in Torfmull, einem Material, das in Deutsch­land leicht zu beschaffen und billig ist und durch seine säulniswidrige Wirkung auch auf längere Zeit das Obst vor Verderb schützt.

Die Technik ist denkbar einfach: Man bedeckt den Boden einer geräumigen Kiste mit weichem Moostorf­mull, ,der keine erdigen Bestandteile enthalten darf und legt die einzelnen Früchte so hinein, daß sie sich nicht berühren. In die Zwischenräume Torfmull, womit man die ganze Lage ca. 3 Zmtr. hoch bedeckt. Darauf wieder eine Lage Obst und so weiter, bis die Kiste voll ist. Wich­tig ist, daß der Torfmull von guter Beschaffenheit und weich ist, damit keine Druckbeschädigungen vorkommen können. Diesen 'Anforderungen entspricht der auch in klei­neren Quantitäten erhältliche Moostorfmull. Sollte wirklich eine Frucht nachträglich faulen, so bietet die her­vorragende aufsaugende und säulniswidrige Wirkung dieses Materials die Gewähr, daß keine andere Frucht angesteckt wird. Eine Wasserabgabe nach außen und da­mit das Schrumpfen des Obstes wird verhindert, ebenfp schützt die wollige Moostorsmullpackung vor dem E> frieren, so daß die Raumtemperatur, die übrigens nie über 6 Grad Celsius steigen soll, ruhig auch einige Grad vorübergehend unter Null betragen darf.

Die überraschend lange Haltbarkeit, das herrliche Aus­sehen und der absolut frische Geschmack so gelagerter Früchte entschädigt den Obstfreund weitaus für die geringe Mühe und Kosten.

Die Frau in der Politik.

Frauen im Reichstag. Wie stark die Frauen jetzt gegenüber 1928 im Reichstag vertreten sind, zeigt die folgende Aufstellung (1928 Zahlen in Klammern): Sozialdemokraten: von 143 Abgeordneten (152) Frauen 16 (20); Kommunisten von 76 (54) Frauen 13 (3); Na­tionalsozialisten 107 (12) Frauen 0 (0); Zentrum 68 (62) Frauen 4 (3); Bay. Volkspartei 19 (16) Frauen 1 (1); Christl.-sozialer Volksdienst 14 (0) Frauen 1 (0); Deutsch- nationale 41 (73) Frauen 2 (2); Staatspartei (Demo­kraten) 20 (25) Frauen 1 (2); Deutsche Volkspartei 30 (45) Frauen 1 (2). Jngesamt beträgt die Zahl der Frauen 39 gegenüber 33 im Jahre 1928, hat sich also nicht sehr erheblich gehoben.

das Gesicht zu schützen, bedeckten sie sich mit einem Flo­rentiner Strohhut ohne Kopf. Das Haar wurde von rückwärts hochgekämmt und über den Hutrand gebreitet.

Als die Renaissance durch die galante Zeit des Rokoko und Barock abgelöst wurde, herrschten die Frauen mehr als je durch Schönheit und Geist. Sie beherrschten Politik und Fürstenhöfe, inspirierten Kunst und Künstler und übten sich in der Fähigkeit, zu lieben und geliebt zu wer­den. Was die Maintenon und Montespan an erlaubten und unerlaubten Mitteln anwandten, um sich aus unbe­kannter Niedrigkeit zu illegitimer Höhe emporzuschwin­gen, dürfte bekannt sein. Ebenso sind die Taten der Mar­quise von Pompadour und die Abenteuer der Großen Katharina von Rußland kein Geheimnis. Schöner ist freilich die Tatsache, daß Maria Theresia nicht nur eine vorzügliche Regentin war, sondern auch die beste und treueste Gattin und Mutter. Selbst am Hofe des Son­nenkönigs Ludwig XIV. gedieh die Reinheit einer Luise de la Balliere, deren höchste Liebeskunst ihre Unschuld war. Die kindlich liebenswürdige Maria Antoinette hätte sich nicht nur den Hof von Versailles, sondern auch ganz Frankreich durch ihre Anmut und Schelmerei erobert, wenn sie nicht zu ihrem eigenen Verhängnis Oester- reicherin gewesen wäre! Daran ging die Kunst, geliebt zu werden, kläglich zu Grunde.

Die größte Zauberin in gesellschaftlichen Dingen soll zur Zeit des XIII. bis XV. Ludwig die Dame Ninon de l' Enclos gewesen sein, die noch als Greisin als ent­zückend frisch und scharmant geschildert wird. Damals, als ein Bad ein Erlebnis bedeutete, als die Waschnäpfe in Größe den Nußschalen glichen, und als der Verbrauch von kosmetischen Mitteln ein Vermögen kostete, damals benutzte Ninon als einziges Schönheitsmittel: Frisches, klares Waschwasser und ein rauhes Frottierhandtuch! Ihre Kunst, geliebt zu werden, basierte also kaum auf körperlichem Fundament, sondern auf den Reizen ihres Geistes und Charakters.

Aus den Frauenorganisationen.

Der Schweizerische katholische Frauenbund, der Dachorganisation der katholischen weiblichen Vereine der ganzen Schweiz ist, zählte im Jahre 1929 789 ange- schlossene Vereine mit 106382 Mitglie­dern und 4772 Einzelmitglieder. Sein Jahresbericht legt Zeugnis, ab für eine rege und vielseitige Arbeit in den Kantonalverbänden und im Bund auf den Gebieten zur Förderung des religiösen Lebens, zur Hebung der Sittlichkeit, der intellektuellen und sozialen Bildung, ka­ritativer Bestrebungen, der Wirtschafts- und Rechts­fragen.

Im Winter erscheinen die Mädchen um 9 Uhr und bleiben bis 5 Uhr, im Sommer fangen sie an um 8 Uhr und bleiben bis etwa %5 Uhr, so daß durchschnittlich etwa 6 Arbeitsstunden geleistet werden.

In den Beschäftigungsarten war es praktisch, zunächst zurückzugreifen auf Hausarbeit, erstens, weil sie fast allen Kindern bereits etwas bekannt sein dürfte und dann weil es für jede Frau wichtig ist, Hausarbeit lei­sten zu können. Ferner hatte man noch keine Verbin­dung zur Industrie Herstellen können, die Arbeit hätte liefern können. So kam es, daß zunächst Hauswirtschaft dazu ausersehen würde, feststellen zu können, ob Hand­fertigkeit, Intelligenz und guter Wille genügend vorhan­den waren, brauchbare Arbeiter heranzubilden.

Ganz von selbst schlossen sich unter den Mädchen ein­zelne Gruppen zusammen, die man nun zusammen an die verschiedenen Zweige der Arbeit ansetzte. So kam eine Gruppe in die Küche, die andere an Hausarbeit, die nächste in die Waschküche, wobei die Mädchen selbst das zu waschende Zeug stellten, auch Freunde des Hauses sich hierzu bereit erklärten; denn um wirklich vollwertige Wäscheabzuliefern, für die man auch etwas verlangen könnte an Bezahlung, wird es noch längerer Zeit für jede Gruppe bedürfen.

Damit die Mädchen ortskundiger und lebensgewand­ter wurden, müssen sie die Wäsche holen und abliefern, auch muß die Wäsche ausgebessert werden, wozu tm Nähsaal die nötigen Kräfte vorhanden sind. Hier hat man bereits Schürzen, Vorhänge sowie Wasch- und Klei­dungsstücke für das Haus selbst anfertigen können.

Inzwischen ist es möglich geworden, Bast- und Stanzarbeiten zu bekommen, die gern von den Mäd­chen gefertigt werden. Außerdem gibt es Leder zu sortieren und das Haus ist im Besitze von drei Strick­maschinen, an denen dazu befähigte Mädchen bis zur Berufsreife ausgebildet werden fallen.

Man hatte also im Lause der Zeit eine ganz abwechs­lungsreiche Zahl von Beschäftigungsmöglichkeiten erhal­ten. Zwischendurch erhalten die Mädchen täglich beruss- schulmäßigen Unterricht in Rechnen, Deutsch, Lesen, Ge­sundheitspflege usw. Etwa alle zwei bis drei Wochen wird mit der Arbeit gewechselt, um die Mädchen spann- kräftig zu erhalten. Es dauert stets eine geraume Zeit, bis sie in eine neue Tätigkeit eingearbeitet sind und bis sie wissen, worauf es eigentlich ankommt.

Fast stets findet sich nach einer Steigerung der Lei­stungsfähigkeit ein gewisses Abflauen des Interesses,

drantz* am Dorfesrande

Hier drauß' am Dorfesrande Schaust weinend du mich an, Daß unser Glück sich wandte. Des Scheidens Stunde tarn..

Der roten Rosen blühen

In deinem Garten viel. . . Und ich muß weiter ziehen, Ob's Herz mir brechen will.

Richard F. Kruse.

Packung mit Duftbeutel 30Pfg. in allen Fachgeschäften erhältlich

Der Herbst als Landschaftsmaler.

Die Natur ist unzweifelhaft eine große Künstlerin. Wer gewohnt ist, im Herbst in feiner Freizeit hinaus in die nähere und weitere Umgebung zu wandern, kennt das eigentümliche Farbenspiel, das die absterbende Na­tur in vielfachen Variationen hervorruft. Da über­rascht etwa bei einer Tallandschaft, die zwischen anstei­genden Laubwäldern eingebettet liegt, der seltsame Kon­trast der grau, mattgrün und erdigbraun, schon gleichsam von Schatten überlagerten Acker- und Wiesenstreifen mit den größtenteils lebendigen, munteren Farbtönen des Mischwaldes. In der Ebene fängt der Herbst, be­sonders im sinkenden Tageslicht, schon an, bedenklich trübe zu malen. Er setzt düstere Farben, die allerdings symbolisch sind, um dafür am Laubwald seine ganze übermütige Farbenfreude auszutoben. Da streicht sein anscheinend willkürlich geführter Pinsel tiefes und helles und rostig braunes Rot durch verblassendes Grün, senti­mentales Violett mischt sich mit grellen gelben Farbtönen, und bunt rauschen im Wind die Farbenwellen auf und nieder. Er lacht über Technik und Komposition, der Maler Herbst, Farben will er sehen, strahlende, kräftige, frohe und auch dunkle, schwere. Sie dienen auch nur dem Augenblick, seine Gemälde entstehen heute in die­ser Gestalt und morgen schon fährt sein Gehilfe, der Wind, ins bunte Farbengemisch, löscht aus, läßt schwär gähnende Flecken entstehen, die sich vergrößernd, be­gierig wie der Tod, nach dem noch ringsum sich halten­den Leben greifen. Ober die köstliche Herbstsonne kommt ihm zu Hilfe und retuschiert mit ihren Strahlen solange in seinem Gemälde herum, bis alle Farben, alle Formen, alles Schwere, Düstere, Graue von jenem warmen Goldton überhaucht ist, der den Maler Herbst befriedigt lächelnd auf sein Werk blicken läßt.

Die Stau im Beruf.

94 Prozent der weiblichen Angestellten sind lebig. Bei der Feier des 25jährigen Bestehens von der Orts­gruppe Wiesbaden des Verbandes der weiblichen Han­dels- und Büroangestellten, gab der Verbandsvorsitzende Mülle r-Berlin einige statistische Daten über die weib­lichen Angestellten. Es waren 25 000 befragt worden, von denen 9 4 P r o z. ledig, 3.5 Prdz. verheiratet, 1.2 Proz. geschieden und 1.3 Proz. verwitwet waren. Daraus ergibt sich, daß die Zahl der verheirateten Frauen im Berufsleben erheblich geringer ist, als man anzunehmen geneigt ist. Von den Befragten leben 75 Prozent in ihrer "Familie, 28 Proz. unterstützen ihre Angehörigen, die Hälfte ist weniger als 25 Jahre alt, ein Drittel über 30. Man kann annehmen, daß min­destens 75 Proz. der weiblichen Angestellten durch Ver­heiratung aus dem Beruf ausscheiden.

Zartgefühl.

Die meisten Taktlosigkeiten geschehen durch die Zunge, »er soviel planlos und leer in den Tag hineinredet, märt die Worte nicht. Da wird oft erstaunlich viel her- «evlappert, unüberlegt und andere verletzend. Die Rede taktvoller Menschen ist gewöhnlich ernst, vuhig und iberleqt. Zartgefühl ist das Erste, was echte Freund- ilbaft knüpft, während Gefühlsroheit alle Fäden freund- jckaftlichen Verkehrs zerstören muß. Deshalb ist Zart- «efühl ein kostbarer Begleiter auf dem Lebensweg. Wir hmuchen es in Gesellschaft und Daheim, beim Vergnü- en, auf der Reise und im Beruf. Wie jede Anlage durch kizichung bekämpft oder geweckt werden kann, so ist ts ^ck; mit dem Zartgefühl. Schlechte Gesellschaft und I Meichgültigkeit kann auch die beste Veranlagung von Herzmstakt und Zartgefühl ersticken, während weise Er­ziehung die zartesten Keime zu höchster Entwickelung bringen kann. Bei edlen Frauen finden wir das feinste Zartgefühl. Sie wirken durch Maß und Sitte vorbildlich auf ihre Umgebung. Glücklich das Haus, dem eine takt­volle Frau Vorsicht.

Vorteilhafte Obstaufbewahrung

Bon Landwirtfchaftslehrer Dr. P. Lieb.

Die Obsternte ist in diesem Jahre in vielen Teilen Deutschlands so spärlich ausgefallen, daß es von höchster Wichtigkeit ist, das Wenige, was da ist, nach Möglichkeit durch fachgemäße Aufbewahrung vor dem Verderben zu schützen. Welche Sorten sich besonders eignen, weiß der Obstzüchter selbst am besten, jedoch werden in der Art der Aufbewahrung noch vielfach große Fehler gemacht.

Wichtig ist vor allem die sorgfältige Auswahl der einzelnen Früchte, denn die Arbeit der Frischhaltung lohnt sich nur bei einwandfreier Ware. Man lagere das sorgfältig verlesene Obst zunächst 35 Wochen an trocke­nem Ort ausgebreitet. Hat es genügend ausgedunstet, so geht man an die eigentliche Aufbewahrung. Es wird vielfach empfohlen, jede Frucht einzeln in Zeitungspapier

Oefen richtig Heizen.

Es ist wieder einmal fo weit, ob man will ober nicht, im Haufe ist es fo ungemütlich kalt, man muß wieder Hei­zen. Eigentlich eine einfache Sache, und dennoch gibt es beim Anheizen vielfach Aerger durch Rauchbelästigun- gen, wenn man den Ofen nicht vorher durch einen Fach­mann hat instandfetzen und reinigen lassen. Wenn der Schornstein oder der Ofen sonst keine Mängel hat, fo ent­steht bas Einrauchen meist baburch, baß bie im Schorn­stein vorhanbene Lust schwerer ist als die Außenluft. Hierdurch erfolgt eine Behinderung des Schornsteinzuges, welche sich sehr leicht beseitigen läßt) wenn man auch un­ten im Schornstein nach Deffnen des Reinigungsschie­bers ein kleines Leckfeuer anlegt. Es genügt in der Re­gel das Verbrennen von einigen Zeitungen, um die schwere Luft zu beseitigen. Ist die Feuerstätte während der Sommermonate mit Papier und sonstigen Raritäten vollgepfropft, so muß der Inhall vor dem Anheizen teil­weise herausgenommen werden. Sollte aber bie lieber« holung bes Ofens in diesem Jahre versäumt worden sein, bann wird es jetzt bie höchste Zeit, sonst können unbeab­sichtigte Entladungen Explosionen entstehen, die sehr gefährlich werden können. Auch Kohlenoxyd-Vergiftun- gen durch mangelhaft instand gehaltene Ocfen, z. B. beim Vorhandensein geplatzter Ofenplatten, auseinandergeheiz­ter weiten Fugen in Kachelöfen usw. erfordern all­jährlich Opfer. Der Kachelofen ist ohne Zweifel ein gu­ter Wärmespender. Er will aber richtig bedient und ge­füttert werden; sonst macht er feinem Herzen Lust durch Krach-Explosionen. Explosionen und Kohlenoxyd-Vergif- tungen sind nur vermeidbar, wenn 1. die Oefen und Herde gut instand gehalten werden, 2. die Ofenrostflächen täglich schlackenfrei gehalten werden, 3. die Ofenzüge nicht verrust sind, 4. die Oefen erst zugeschraubt wer­den, nachdem das Heizmaterial vollständig durchgebrannt ist. Selbstverständlich verwende man nur geeignetes Heiz­material. Das richtige Heizen ist keine Kunst. Nur ein wenig Ordnung und Gewissenhaftigkeit gehören dazu.

Das Ziel jeder Anlern-Werkstätte muß sein, in der Tätigkeit zu erkennen, in welcher Art Beschäftigung die Aussicht besteht, diese Mädchen fast oder ganz vollwertig zur Arbeit zu machen, sei es auf gewerblichem, sei es auf hmswirtfchastlichem Gebiete. Denn und das ist die ei­gentlich selbstverständliche Tatsache: ein regelrechter Mei­ster, eine normale Hausfrau, die sich eine Hilfskraft, ei- m Lehrling engagieren, können nicht die Zeit und auch durchaus nicht immer das Geschick aufbringen, ein un­normales Kind auszubilden es muß also von dazu derchnen Lehrkräften eine ArtVorlehre" betrieben Em, aus der brauchbare Kräfte hervorgehen sollen.

Tis Maß von Einsicht, von Ausdauer, von fast über« menschlicher Geduld, die hier von den Lehrkräften auf« Fracht werden muß, ist nicht hoch genug anzuschlagen, wenn etwas Gutes aus dieser Neueinrichtung kommen

Frankfurt am Main hat die oben beregte Frage tat« fräjtig angeschnitten, indem es mit verhältnismäßig Üttingen Mitteln eineAnlern-Werkstätte" für Mäd- $en schuf, die einer modernen und tüchtigen Oberleitung untersteht, bie sowohl technisch, wie menschlich aufs beste wirken berufen ist.

«. dis jetzt sind es 20 Jugendliche zwischen 14 bis 18 Wen, mit denen man hier arbeitet, davon sind 17 ber Hilfsschule, 3 aus Förderklaffen entlassen; allo schwerste Menschenmaterial, das zu finden ist, soll uwr geschult und angeleitet werden.

ft ht einer. leerstehenden Schulbaracke in einer Vor- t Frankfurts, in gesunder Lage sind jetzt unterge« " TV ein Nähsaal, ein Fabrikraum, ein Wasch- und eaaum, eine Kochküche, die etwa familienmäßigen 2®"ter hat, ein- und Aufenthaltsraum für die Wen, ein ebensolcher für die zwei Lehrerinnen, ein raum für die Mädchen, ein Vorrats- und Ab-

m um *5efes Haus befindet sich ein netter Garten, "uQ?e Mädchen, gewissermaßen als Ausgleichsar- - beschäftigt werden und dessen Erträgnisse der Küche kommen.

Die Kunst, geliebt zu werden! £te6estränfe in vergangener Zeit.

Von Emmy Ficus.

IL .e,i altersher liegt der Trieb in der weiblichen Na- "egehrenswert zu erscheinen und die Geschlechtsgenos- überstrahlen, um dem Erkorenen zu gefallen.

C,Tl Trieb entstand der Aberglaube, mit natür« Mitteln Liebe erzwingen und beeinflussen zu im alten Heldenlied von den Nibelungen Frau Ute für Kriemhild einen geheimnisvollen btrank, den sie mit dem lichtstrahlenden Siegfried *lamit beider Herzen in Liebe zueinander ent« etL Auch die Sage von Tristan und Isolde Weiß- °aut sich auf dem Genuß jenes mystischen Siebes« auf, der sündige Liebe erzeugte und die Ursache °°n Herzeleid, Gram und Tod. Die Ueberliefe« vergaß

UNS mitzuteilen, aus welchen Kräutern Vtiiren dieser wunderwirkende Trank bereitet Vielleicht ist es gut so. Denn am Ende würde heutzutage manche verliebte Jungfrau den Magen an' &er Hetzer nicht mehr auf Unkensaft und Frosch- Wolfsmilch, Bilsenkraut und Tollkirsche reagiert! bfML nb. die Germanen mit Zauberei und Hexen­arbeiteten, beschäftigten sich die Römerinnen vor- e>se mit Kosmetik, mit der Pflege ihrer Schönheit er Kultur ihres Geistes. Sie neideten den (3er- 6tn -Uen chr Goldhaar und versuchten es ihnen mit nie f Salben und Essenzen gleich zu tun. Die Zu- , n®6ung dieser Schönheitsmittel wurde streng ge= H,re . en und mit Gold ausgewogen. Sie badeten tenhSmiIci) un& Rosenblättern, salbten ihre Haut mit ty en Deien, färbten Haare und Nägel, um weiß- uno goldhaarig zu erscheinen wie die Rheintöchter. ' oria erzählt von mancher gefährlichen Schönheit

n

it v it

n ;

b !.