Einzelbild herunterladen
 

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

(Srfdjcinl sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

JLH, auswärts K7 'TfiVlVtt närts 0,80 5U. vl. JUlJll}«

:: leituna 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Die Regierung an das deutsche Volk

#>AC\ NN Bild' und „Buchenblatter". Rotationsdruck und Berlag AAili*OVtttcin 16 Ottfttxoi* IQ^rt

Itt, Z4U der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- VUlllieVdJCigi J-V« VIIUUKV X»OU

:: leituna 1152 Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151 -

Heil!-Rufe und Faschistengrüße mit den sechs na­tionalsozialistischen Abgeordneten aus, worauf kom­munistische'Besucher mit einem kräftigen Rotfronl! antworteten. Präsident Bartels ließ diese Tribü­nenbesucher aus dem Saale entfernen.

Am Mittwoch wird vor allem über den Antrag aiff Auflösung des Landtags debattiert. Ukber den Mißtrauensantrag soll am Donnerstag abgestimmt werden.

Omen D. Young kommt nach Europa.

wtb. New Jork, 15. Oft. (Eig. Meldg.) Owen D. Hornig ist mit dem Dampfer „Leviaw- than" nach Europa abgerrist.

dann müssen wir uns in einer Lage befinden, in der uns nicht der Gegner das Diktat aufzwingen kann, und er könnte das, wenn wir noch nicht einmal im eigenen Lande Ordnung geschaffen ha­ben, und wenn wir uns nicht selber zuvor frei­gemacht hätten von den unerträglichen Fesseln der Schulden, von den in die Milliarden gehenden Leihgelder des Auslandes und bergt

Die Panikstimmung der letzten Wochen hat die Reichsregierung zurAufnahmeeinesÜber- brückungskredites gezwungen, dessen Effek- tuierung jedoch mit gewissen Bedingungen ver­knüpft ist. Es ist selbstverständlich, daß das Aus­land die Sicherung des Reformwerkes der Reichs- regierung auf parlamentarischem Wege gewähr­leistet haben will und daß mit der Verwirkli­chung des Reformprogramms auch die Garantie für die Gesundung der Reichsfinanzen vollzogen wird. Diese soll auf Grund eines. Schuldentil­gungsgesetzes vor sich gehen, das für drei Jahre je 420 Millionen Mark von der Schuldenlast abzu­tragen sich verpflichtet. — Die Regierung wird mit aller Entschiedenheit erklären, daß sie gewillt ist. alles daranzusetzen, um dieses Reformprogramm auf schnellstem Wege und mit parlamentarischen Mitteln durchzuführen. Rur eine solche Erklärung und nur ein Reichstag, der die Regierung in die­sem Bemühen unterstützt, werden die Grundlage für die Rückeroberung des zum schwersten Scha­den unserer Wirtschaft in den letzten Wochen ver­lorengegangenen Vertrauens des Auslandes geben und sie werden auch die so dringend notwendig? innere Beruhigung zu schaffen vermögen. Denn auch darauf muß das Ziel der Regierung gerichtet sein: Deutschland därf unter keinen U m - ständen in zwei seindliche Lager zer­fallen,, die in gegenseitigen erbitterten Kämpfen nicht nur sich gegenseitig aufreiben, sondern auch die Lebensgüter der Ration zerstören.

wtb. Paris, 15. Oft. (Eig. Meldg.) Volonte veröffentlicht heute ein Interview ihres nach Deutschland entsandten Sonderberichterstatters mit dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun und Staatsseftetär Weißmann. Dr. Braun erklärte: Wenn man nicht die Finanzlage Deutsch-- lands erleichtert, wenn man nicht die drückenden Budgetlasten, die das Ergebnis der ans Ausland zu leistenden Zahlungen sind, mildert, wird der Kamhf gegen die Nationalsozialisten und gegen die Kommunisten keine dauerhaften Er­gebnisse zeitigen können. Es ist klar, daß bei Ausgehungerten, durch eine tröst- und hoffnungs­lose Lage niedergeschlagenen Menschen die besten Vernunftsgründe nichts ausrichten würden. Braun bekennt sich dann als entschlossenen Anhänger der deutsch-französischen Verständi­gung; nur so — fährt er fort — würde der Kampf 'der deutschen Sozialdemokraten zugunsten der Derständigungs- und Friedenspolitik unter­stützt werden. Es handeü sich nicht darum, ob ein Teil des deutschen Volkes dem Frieden feindlich gesinnt und folglich für Europa gefährlich ist; not­wendig dagegen ist, Deutschland zur Ruhe zu bringen, indem man für es die aus dem Vertrage sich ergebende Lasten erleichtert. Auf diese Weise wird man die Mehrheit unseres Volkes daran hin­dern, zu den extremen Parteien überzugehen und

Monatlich 1,80 einschliehl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise Kleinzeile (Col.) lokal 0,15 -------

0,20 .JIM. Rellamezeile: lokal 0,60 /R.K, auswärts —....

Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Franks, a. M. 4051.

An der Zunahme der Ausfuhr sind in erster Linie die Fertigwaren beteiligt, deren Absatz um 22,3 Mill. Rm. gestiegen ist. Ferner weisen Rohstoffe und halbfertige Waren eine Zunahme um 10 Mill. Rm. auf. Dagegen ist die Ausfuhr von Lebensmitteln und Getränken um 5,3 Mill. Rm. zurückgegangen. Außerhalb des reinen Wa­renverkehrs bedarf die Erwähnung die starke Ausfuhr von Gold und Silber, die im September 107,9 Mill. Rm. betragen hat. Die Abnahme der Einfuhr betrifft vor allem Roh­stoffe und halbfersige Waren, deren Bezug sich um 41,1 Mill. Rm. verringert hat. Der Rückgang der Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken beträgt 17 Mill. Rm. Fertigwaren sind um 3,8 Mill. Rm. weniger eingeführt worden.

wie der ehemalige deutschnationale Abgeord­nete Mumm geschrieben hat. Die Hindernisse einer „rettenden Finanzreform" liegen ebenfalls weniger bei Preußen als bei der d e u t s chn a t i o- nalen Fraktion, die weder die er st en Sanierungsoorschläge des Kabinetts Brüning mitmachte, noch jetzt bereit ist, auf den Boden des neuen Programms zu treten, das Kenner unseres Wirtschaftslebens als eine roirttarne Maßnahme zur Behebung un­serer Finanznöte begrüßt haben.

Hugenberg kündigt in seinem Schreiben nicht nur an, daß er eine Mitarbeit an der Politik des jetzigen Kabinetts ablehnt, er will mit seiner Frak­tion auch für die Aufhebung der er­lassenen Rotverorbnungen stimmen. Wenn Hugenberg damit Erfolg haben sollte, so wäre das der schlimmste Schlag, der unsere Fi­nanzpolitik treffen könnte. Aber Hugenberg will die Sanierung der Reichsfinanzen bestenfalls erst in zweiter Linie, das Hauptziel ist ihm die Besitzergreifung der preußischen Machtposition. Der Kampf um Preußen wird von deutschnationaler Seite mit reichlich viel Un­ehrlichkeit geführt. Hugenberg scheint Wert auf den Nachweis zu legen, daß man ihm den Weg nach Preußen nicht frei machen dürfte.

1 Ale war eine starke und einige Mitte notwendiger für Dentschlands Rettnng.

Aechksradikale und Kommunisten motten die starke Ausgleichstette Preußen sprengen. — Hitler sieht das Heil in der Frontstellung: Nationalismus Bolschewismus. — Werden die gemäßigten Parteien sich im Interesse des Vaterlandes über ihre nebensächlichen Streitpunkte einig werden? — Das Zentrum steht geschloffen hinter Brüning. — Neuer Großkampftag sür die Berliner Polizei.

Der deutsche Außenhandel im September.

Ausfuhrüberschuß von 264,6 Millionen HUI. Weitere Zunahme der Ausfuhr bei Rückgang der Einfuhr.

Die Landtagssitzung am Dienstag, über deren Beginn wir schon kurz berichteten, verlief im gro­ßen und ganzen ruhig. Es wurde vor allem die Aussprache über den kommunistischen Miß­trauensantrag gegen das Staatsministerium durch­geführt. Sämtliche Oppositionsparteien schlossen sich dem Mißtrauensantrag an. Bon den Regie­rungsparteien nahmen nur Sozialdemokraten und Demokraten das Wort, die Preußen als festes Bollwerk der deutschen Republik und Hort für Ordnung und Sicherheit feierten. Der National­sozialist Kube kündigte für den Winter ein Bolks- begehren auf Auflösung des Landtags an. Am Schluß feiner Rede rief eine mit Nationalsozia­listen besetzte Publikumstribüne im Chore Deutsch­land erwache!", die Tribünenbesucher tauschten

wtb. Berlin, 15. Oft. (Eig. Meld.) Der Au­ßenhandel im September schließt im reinen Waren­verkehr mit einem Ausfuhrüberschuß non 264,6 gegen 175 Mill. Rrn. im August ab. Die Ausfuhr hat die vorwiegend jahreszeitlich be­gründete Aufwärtsentwicklung der letzten Monate >m September fortgesetzt. Durch eine weitere Zunahme um 30,3 Mill. Rm. ergibt sich ein Ausfuhrwert von 1001,1 Mill. Rm., an dem die Reparationssachlieferungen mit einem Anteil von 61,8 gegen 52 Mill. Rm. im August beteiligt sind. Die Einfuhr ist mit 736,5 Mill. Rm. gegen­über dem Vormonat um 59,— Mill. Rm. gerin­ger ausgewiesen. Die konjunkturellen Veränderun­gen gegenüber dem Vormonat haben sich weder bei der Ausfuhr noch bei der Einfuhr in fühlbarer Weise bemerkbar gemacht.

die Gefahr, die sich daraus sür den europäischen Frieden ergeben würde, vermeiden.

Staatssekretär Dr. Weißmann sagte u. a.: Wir werden alles tun, um den Poungplan zu erfüllen. Wir werden die Verträge einhalten. Wird man das aber lange tun können? Das ist eine andere Frage. Wenn jedenfalls eine neue Konferenz notwendig werden ' sollte, könnten wir alle ge­meinsam einen dringenden Appell an die Bereinigten Staaten richten. Staats­sekretär Weißmann sprach gleichfalls von den drückenden Lasten des Poungplanes und wies darauf hin, daß Deutschland bald seine volle Souveränität wieder erhalten und mit den ande­ren Nationen auf völlig gleichen Fuß gestellt wer­den müsse. So schwierig alle diese Fragen auch sein mögen, so müßten sie sich doch mit Frankreich regeln lassen. Ernst sei eigentlich nur dieFrage des Danziger Korridors; aber auch hier könnte Frankreich helfen, eine Lösung zu finden.

Hiller biedert sich dem Ausland au.

ERB. London, 15. Oft. (Eig. Meld.) Der Berliner Times-Korrespondent hatte ein Interview mit Adolf Hitler, in dem dieser die Verant- Wartung der Nationalsozialisten für die Aus­schreitungen am Montag ablehnte (selbstver­ständlich!) und ferner aussührte, wenn die gegen­wärtige wirtschaftliche Lage fortdauere, werde Deutschland vor Ende des Winters wie ein Pulverfaß fein, das von einem einzigen Funken in die Luft gesprengt werden könne. (Diese angenehme Situation für Deutschland ist Hugen» bergs und der übrigen Radikalen verhängnisvolles Werk.) Die Mittelparteien im Reichstag würden hoffnungslos gespalten fein und die Welt würde zu wählen haben zwischen einem bolschewi­stischen und einem nationalsozialisti­schen Deutschland. („Die Extremen brüsten sich" Ein bolschewistische ^Deutschland würde die Zahlung der Reparationsschulden ebenso wie die Begleichung privater Verbindlichkeiten ab­lehnen. Die Unterzeichner des Versailler Ver­trages und des Dawes-Planes sowie des Poung- planes hätten faule Schecks gegeben- Ein nationalsozialistisches Deutschland würde niemals Schecks unterzeichnen, die es nicht einlö­sen könnte. Es werde die politischen Zahlungen nicht leisten, weil es sie nicht leisten könne, aber es. wäre wie jeder ehrliche Kaufmann bereit, feine privaten Anleihen beim Aus lande zurückzuzahlen und alle ihm aus solchen Anleihen erwachsenen Verpflichtungen zu erfüllen.

Diese Aeußerung zeugt von einer ganz merkwürdigen Auffassung nationa­le r W ü r d e, die bei Hitler besteht. Er macht die Abmachungen schlecht, die die bisherigen Vertreter Deutschlands in der Außenpolitik aus wohlerwoge­nen Gründen getroffen haben, als faule Schecks und bietet seine allein echten Schecks dem Aus­land gn. Das ist die neueste Art der „Erfül­lungs-Politik". Die stammt aus der Küche des Herrn Geheimrats Hugenberg, dessen geleh­riger Schüler Adolf Hitler ist.

Auf Hitler vereidigt.

In der ersten Fraktionssitzung der Nationalso­zialisten, tue int Weinhans R h ein g o Ib stattfand, wurde jeder einzelne der 107 Abgeordne- ten vereidigt, und zwar mußte jeder auf Aufforde­rung von Dr. Frick Adolf Hitler durch Hand- schlag ewige Treue geloben Der Frak- tionsvorsitzende und seine beiden Stellvertreter wurden nicht etwa von der Fraktion gewählt, son­dern von dem Parteiführer ernannt, j

Das Pensionskürzungsgeseh.

Im Reichsrat wurde, wie schon gemeldet, am Dienstag das Pensionskürzungsgesetz m t t d e r verfassungsändernden ■ Mehrheit von 53 Stimmen gegen die sieben Stimmen des Landes Sachsen bei Enthaltung der beiden Stim­men des Landes Thüringen angenommen.

Der Ausschußberichterstatter betonte, es handle sich um ein verfassungsänderndes Ausnahmegesetz, das mir für einen bestimmten Zeitraum gelten dürfe. Die Ausschüsse haben sich aus drei Jahr« geeinigt. Bei anderweitigem Einkommen soll eme Kürzung der Pensionen möglich sein bei Wieder­anstellung oder Wiederbesetzung, bei sonstigem E'N- kommen und bei sonstiger Versorgung. Bei Ww- deranstellung wird das Ruhegeld nur soweit ge­währt, als das neue Diensteinkommen h'Nter dem Diensteinkommen zurückbleibt, aus dem das Ruye- geld berechnet ist. Sonstiges Einkommen darf bis zu 6000 Mark betragen. Der überfchießende Le- trag roirb zur M!«° »»! bie

Eine Kürzung tritt aber nicht ein, soweit Ruhege. und Anrechnungseinkommen 9 000 Mark lahrlich nicht übersteigen. ™ -

Die Ausschüsse des Reichsrats waren der M^l nung, daß in Landwirtschaft und Unternehmungen investiertes Kapital nicht anzurechnen t|t. .sondern nur das reine Arbeitseinkommen. Neu emgefngt wurde eine Bestimmung, wonach die K u r z u n g a u ch b e i m U e b e r g a n gs g e I ö Ö e r Vte t d) s- Minister erfolgt. . . .

Der zweite Abschnitt des Gesetzes bezweckt dis hö ch st p e n s i o n e n. Bei Pensionen über -„-00 Mark im Jahr tritt eine Kürzung ein, wenn der — muniner ' m’_s

dungsgruppe angehörte. Die Kürzung ist in fünf Gruppen gestaffelt. Da die Ausschüsse ferne Mög­lichkeit fanden, auch die Beamten von Reichs­bahn, Reichs bank' und Religionsge-

Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ge­schrieben: , ,

Die Regierungserklärung, die für Donnerstag zu erwarten ist, wird ein in der Geschichte des deutschen Volkes ganz besonders bedeutsames Do­kument darstellen. Es handelt sich um nichts Ge­ringeres, als um einen Aufruf der Reichsregierung an das ganze deutsche Volk, den Ernst der Lage- in der es sich befindet, zu erkennen und danach zu handeln.

Fern jeder Panikstimmung, aber im Bewußt­sein des ungeheuren Ernstes 4er Lage, die, wenn sie nicht mit ordnungsgemäßen und parlamentari­schen Mitteln gemeistert werden kann, den Tod für unsere deutsche Wirtschaft und das Todesurteil für Hunderttaufende und Millionen von Existenzen der deutschen Bürger bedeutet, wird die Reichsre­gierung durch den Mund des Reichskanzlers dem deutschen Volke sagen, wie die Dinge stehen: daß uns vielleicht die letzte Chance geboten ist, um aus eigener Kraft der Schwierigkeiten Herr zu werden. Für taktisches Geplänkel ift fein Raum und keine Zeit mehr, jetzt gilt nur noch die Tat

Das ganze deutsche Parlament wird vor der gesamten Oeffentlichkeit des In- und Auslandes vor die Frage der Verantwortlichkeit gestellt werden müssen. Und diese Frage enthält heute die Entscheidung über das Schicksal von Volk und Wirtschaft.

Es ist gewiß richtig, daß ein gut Teil der Schwie­rigkeiten und Sorgen, unter denen wir leiden, auf die Reparationsverpflichtungen zu- rückgehk und die Reichsregierung wird auch dazu in der Regierungserklärung mit allem Nachdruck sich äußern. - Wir denken nicht daran, den Poung- plan als etwas Unerschütterliches und Unangreif­bares zu betrachten, aber wenn mir praktischen Er­folg bei Revffivnsverhandlungen haben ‘ wollen,

§N.B. Berlin, 15. Ott. (Eig. Meld.) Die er» k Mte Alarmbereitschaft der Berliner Schutzpolizei U auch für den heutigen Mittwoch s ?ufred)t erhalten worden, umsomehr als heute die -erschiedensten Ereignisse Zusammentreffen. Der Beginn des großen Metallarbeiter- »reifs macht die Bereitstellung von Polizei- Mtev notwendig. Um 11 Uhr begann ferner der preußische Landtag, dessen Umgebung im I Hinblick auf die Vorgänge am Reichstag wieder entsprechend gesichert werden mußte, und für den Nachmittag sind am Reichstag, wo heute die L-vrÄsidentenwahl stattfindet, die notwendi- polizeilichen Maßnahmen zu treffen. Wie ge­stern, so Ziehen auch heute die Polizeipatrouillen Mch die von den Ausschreitungen am Montag be­troffenen Geschäftsviertel, um im Falle neuer Kra- jederzeit auf dem Plan zu sein. Alle ver­fügbaren Kräfte der Polizei mußten also für den heutigen Tag bereit gestellt werden.

Vor der Präsidentenwahl.

B.D..Z. Berlin, 15. Ott. (Eig. Meld.) Im Reichs­tag hielten am Mittwoch vormittag fast alle Frak- s timen Sitzungen ab, um sich über ihre Haltung f hei der nachmittags erfolgenden Wahl des Reichs­tagspräsidenten schlüssig zu werden. Nachdem die ! Bemühungen des Alters-Präsidenten Herold, die Kandidatenfrage mit den Fraktionsführern zu klä- r ren, gescheitert waren, fanden am Dienstag abend i noch Besprechungen zwischen Vertretern der ver- - Siebenen bürgerlichen Parteien über die Kandi- letur Scholz statt. Diese bildete nun den Ge- l Mstand der heutigen Fraktionssitzungen.

In der Zentrumsfraktion des Reichs­tags gab em Dienstag abend Reichskanzler Dr. Brüning Nochmals einen Ueberblid über die politische Gesamtlage und die - nächste Zukunft. Er wies auf den überaus gro­ßen Ernst der Lage hin und betonte, daß nicht nur die Zentrumsfraktion als solche eine hohe Ber- 17 «ttvortlichkeit habe, auf schleunigstem Dege das Sanierungsprogramm der Regierung d u r d> 3 u b e ra tje n, sondern Mch der Reichstag selbst vor' einer hohen Gerant wortung stehe. Die Zentrumsfräk- üon als solche stimmte den Ausführungen des Kanzlers bei und brachte nochmals ihr volles s Bertrau e n so wohl dem Kanzl er als t^Much der Regierung um d den Zen­trumsministern zum Ausdruck.

Der Kampf um Preußen.

I Die Bundesleitung des Stahlhelms hat den •Blättern zufolge beschlossen, entsprechend ihrer Koblenzer Kundgebung ein Volksbegehren auf Auf- lofiing des Preußischen Landtags und Aenderung | ^ preußischen Verfassung herbeizuführen.

Um Preußen geht es vor allem auch dem I ugenberg. Er hat zusammen mit sei­nem Herrn Oberfohren einen Brief an den Reichs- Wer gerichtet, in dem die Bildung einer „wixk- *3 nichtmarxistischen Reichsregierung" gefordert "Nd als Voraussetzung dafür die Auslösung preußischen Koalition bezeichnet Die Verfasser des Schreibens erklären, die ■Hl Zische Regierung sei an allem schuld und halten dann der Koalition

Ueußen folgendes Sündenregister vor: UH^^^bneigung des Zentrums in Preußen, die Ver- jgg u19 mit der Sozialdemokratie zu lösen, ist nach der I zu Woche sich immer klarer abzeichnenden

| .. mag der tiefste innerlichste Grund, aus dem her-

KS»' i.. but’, Finanz- und Wirtschaftskrise Deutsch- , durch die deutsche Verelendung gelöst werden

WEN? durch das mutige Anpacken des Tributplans. W «rt.. der Grund, weshalb wir kein christliches Schul- fof" m , fcine Gesundung der ethischen Grundlage un- 8>e«hnif,0- ebens bekommen sollen. Sie ist der Grund, jtfiB -• ”? Preußen der Landtag nicht aufgelöst werden E-.einr auch der Grund, weshalb durch Fortführung elm- ? tchen Handels- und Wirtschaftspolitik die Gesun- t tyonb? Landwirtschaft und der Wirtschaft überhaupt, k tie fisif5 "der des deutschen Ostens und damit zugleich der Frage der Arbeitslosigkeit und die Wie- ’OJtung des deutschen Kapitalmarktes unmöglich Blwift "?d- trotz aller Gesten gegenteiliger Absichten. WM»! Es, die eine wirklich rettende Finanzreform und HSki.J1meren Seite auch eine gesunde Entwicklung der Reichswehr verhindert.

sieht, gibt es nichts zwischen Hirn- WM 77" Erde, an dem die preußische Koalition | ist fJf ° sein soll. Leichter und unbedenklicher Aw";, mit den Tatsachen umgesprungen roor» Ekr L'"?iesem Briese, in dem der heiße Wunsch MM.,^sisergreisung Preußens in die Form von l ^rrens» • n ®or9en gekleidet wird. Da die i schwor ^riefschreiber offenbar an Gedächtnis- scheint es angebracht, an einige

die preußische Koalition, die gegen I kn „ derstand der D e u t s ch n a t i 0 n a - I schuft h 5 K°"kordat abgeschlossen hat. ist ■Wm, h°ran- daß wir noch kein christliches Schul-

sondern die Haltung der libera« I fenbetn u c n Bolkspartei, mit der Hu> Wq, inK*?erne die antimarriftifdje Front begrün» t buttn dp e. Und daß wir nicht zu einer Gesun- I ? "'sisien Grundlage unseres Volkslebens feinen Grund mit darin, daß Str a- Mstg, ""er wie die Nachtausgabe

®r9s eifrig an der Unterwühlung der BBiten. (^u,l^Q9e unseres Volkslebens mit« ?os Nähere kann Hugenberg in dem »brief nachlesen, den ein so ernster Mann