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MLS

12. Oktober

VeNage zur Fuldaer Zeitung

-er Sonntag nach Pfingsten.

stehen durchaus auf dem Standpunkt, daß man kritisch fein müsse. Auch wir sehen die Dämonie, rote sie gerade auch in jenen Bezirken, die das Sinnen- Hoste stärker einbeziehen, unheimlich zittert. Den­noch haben wir den Glauben, daß die Religion des Christentums auf den Sieg der Gnade und der lichten Engel verträum darf. In Münster ist auch hier eine Art Durchbruchsschlacht gekämpft wor­den. Das gilt nicht bloß vom Bvtretertag, son­dern von der Generalversammlung überhaupt. Wer diese Umzüge sah, besonders den der Jugend, der mußt« es erleben, daß hier ein neuer Katho­lizismus marschiert. Wie freudig, rote schneidig rote innerlich ergriffen zogen diese Tausende und Zehntausende ihren Fähnlein nach. Durch ihre ganze Haltung verkündeten sie, welch eine Lust es fei, Feste des Glaubens zu feiern. Es war das alles nicht mehr die äußerliche Parade von Orga­nisationen, sondern der nach außen hin sich in gro­ßen Formen manifestiernde Lebenstrieb des Or­ganismus. Kirche und Volk haben sich in Münster gefunden, und beide haben die Bedeutung dieser Tatsache erkannt. Es sei auch noch erwähnt, daß gerade die jungen Künstler sich zu Worte meldeten, freudig bewegt, daß man ihnen nicht gegenüber­stand kühl zweifelnd, ängstlich abweisend, bereit, sich jeden Augenblick zu flandalisieren, sondern froh, wohlwollend, mit Achtung, einfachhin mit dem Glauben an sie und ihre Künstlerschaft.

Alles das gibt uns Hoffnung, daß von Mün­ster aus eine neue Zeit für katholisches Kulturschaffen beginnt. Es werden die triebhaften Kräfte, die zukunftshaltigen, zu uns kommen, um in der Kirche oder in ihrem Bann­kreise zu schaffen, rote einst die Meister des Mittel­alters. Von neuem werden die Formkräfte des Katholizismus, die zugleich die Formkräfte der Antike in sich verkörpern, ihre Vermählung feiern mit deutscher Kraft und Vitalität. Für uns ist die Krise der Problematik und der zersetzenden Analyse vorbei. Das Leben hat s-ch seinen Primat, seine Vormachtstellung zurückerobert. Das Leben, das mehr ist als Prinzipienreiterei, das Leben, das schaffen will, bauen, malen, singen, musizieren, dichten, Feste feiern, das Leben, rote es in Gottes Natur blüht und welkt, welkt und blüht, das Le­ben, rote es wirken muß rn der Religion jenes, der gesprochen hat: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.

wandt, weil widernatürlich ist, in der utopischen Stadt Teilopa der großen Tiergrube, in der die Würde des Menschen verloren geht, stündlich mit Füßen getreten wird. Es fehlt in dieser Unterwelt jeder Nährboden für Glauben und Gnade, und die wenigen christlichen Ueberbteibfel sind zu einem schwächlichen Christianismus verblaßt.

Athanasius, der in die Großstadt kommt, um zu sehen, rote seine Brüder, die Menschen in der groß°n Stadt leben, gibt sehr bald den Glauben an christliche Wirksamkeit in Teilopa auf, weil der gottwidrigen Kräfte zu viele sind. Die Tiergrube geht unter, aber mit den Besten der Jugend zieht er aus, eine neue Freiheit zu suchen .

Das Großsiadtproblkm, das wichtigste nicht nur für Deutschland, sondern für das ganze Abendland, wird hier aufgelöst in die bittere Wahrheit, die niemand im Ernst wird bezweifeln können, und die Athanasius dem Haupte der Christianer zurust: „Ich sage Euch, und ich bitte es Euren Brüdern zu sagen, ein Christ, der in einer Großstadt lebt, lebt mitten im Fegefeuer, mitten in der Buß­stadt, mitten auf dem Berge der Versuchung, mit­ten in der Wüste."

Flam, der in großen, farbigen, oft apokalypti­schen Bildern sein modernes Pandämonium auf die Wand der Utopie wirft, wird, so steht zu Höften, mit diesem Buche allen, die als Konsuln des Chri­stentums bestellt sind, ein weithin vernehmbares „Wacht auf!" zurufen, er wird vielen, die nur dumpf die innersten Katastrophe unserer Zeit ah­nen, aus der Seele sprechen und wird der tasten­den und suchenden Jugend ein Führer zu neuer Freiheit und neuer Gesinnung sein.

Der „Athanasius" ist nicht nur ein im tiefsten Sinne deutsches Buch, es ist mehr, es ist eines von den wenigen wirklich christlichen Büchern.

die Einkünfte an Korn und Mehl, Fleisch und Gemüsen aus deinen Wittumsgütern gesperrt!"

Elisabeth schwankte leicht. Rasend drängten sich in ihr die Gedanken. Da war schon Gottes Hilfe! Sie hatte ihm gestanden, daß sie ganz kraftlos sei, nichts mehr tun könne. Wenn er sie liebe, dann müsse die Kraft seiner Hände sie zu sich reißen. Da waren sie schont Nahmen ihr auch dieses, machten sie arm durch den hab­gierigen Sinn des Schwagers. Ihre leidenschaftlichen Hände öffneten sich, als hielten die alles, was sie be­säße. Sie machten die Gebärde des Schenkens. Alle sahen es. Sie hatten sich an die Fenster zurückgezogen und hockten geduckt. Es würgte sie plötzlich das gute Mahl. Sie hätten gern ein gewöhnlicheres im Leibe ge­habt, wenn dann nicht dieser Auftritt zu erwarten ge­wesen.

Als Raspe die Finger Elisabeths leicht durch die Lust schlenkern sah, wie wenn sie Körner ausstreuen, trat er einen harten Schrill näher an sie heran, seine Hand zerrte das Sinnen, die Becher stürzten, der Wein schwappte hin, er hob die Faust und gurgelte in wort- laser Wut. ;

Erfa schlenderte wie von ungefähr an ihm vorüber^ und streifte ihn hart, daß er ins Wanken kam. Mit ei-^ nem wohligen Seufzer fühlte Erfa die Faust Raspes im Nacken. Er rieb sich, em wenig blaß geworden, die schmerzende Stelle. Aber in seinem Herzen tanzte eine wilde Freude, daß ihn die Faust getroffen und nicht die zarte Gestalt Elisabeths.

Die stand noch einen Augenblick, weiß bis in die. Haarwurzeln, blitzte zu Erfa hin, senkte grüßend das' Haupt und ging hinaus.

Elisabeth schreckte. Sie fühlte die leise Drohung in sei­ner Stimme.

„Warum ißt du nicht?!"

„Herr, ich kann nicht effen", sagte Elisabeth. Und sie hatte recht, denn es würgte sie in der Kehle.

„Warum nicht?" kam es heißer von drüben.

Die Ritter horchten auf. Heinrich Raspe hatte sich vorgebeugt und das Tischlinnen unachtsam mit seinem Ellenbogen vorgeschoben. Sein Bart zitterte. Es war ganz still im Saale. Man hörte selbst nicht mehr das Schlürfen und Schmatzen Erfas.

Langsam hob Elisabeth die Stirn, sah ihr lauerndes Gegenüber klar und ruhig an und sagte mit verhaltener Stimme, nur er sollte es hören: „Ich kann es euch hier nicht erklären. Auch dürste euch der Grund nicht ganz unbekannt sein."

Heinrich Raspe sprang auf. Sein Mund verzerrte sich. Auf seiner Schläfe zuckte eine dicke Aderschkange. Schneidend herrschte er Elisabeth an: „Du wirst essen, Schwägerin, oder verhungern!"

Elisabeth lächelte furchtlos in feine vom Haß dunk­len Augen: „Ich werde nicht verhungern, denn ich habe noch meine Wittumseinkünste."

„Heh, jag es deutlicher. Du willst nichts anrühren von dem, was auf meinen Tisch kommt?"

„Nichts."

„Weil es geraubtes Gut ftt?"

,Zhr sagtet es."

„Weil angeblich das Blut des Volkes daran klebt?

„Darum!" Und Elisabeth atmete tief.

Dunkle Röte flammte aus dem Gesicht Raspes. Er schlug die Faust auf den Tisch, mitten in eine Weinlache, die ihm ins Gesicht spritzte.

„So wirst du verhungern!" schrie er wild und stach den Bart hart vor sie", verhungern, denn ich habe dir

Die Speisen wurden aufgetragen indessen. Unge­wöhnlich gute, ja auserlesene. Erfa fragte fetzt schnüf­felnd den Eberrücken, warum er sich bemüht habe, so schön braun zu werden und hier unter feinen Augen zu erscheinen. Es fei ihm doch wohl selber nicht recht gewesen, zu so ungewöhnlicher Zeit auf dem Roste zu liegen....

Elisabeth faß still da. Ihr braunes Antlitz war leicht goldgetönt unter der schwarzen Haube. Sie lächelte, wenn man sie anredete, und gab leise Antwort. Ließ es geschehen, daß ihr Schwager Heinrich, nun auf einmal mit merkwürdig süßem Gesicht, Speisen auf ihren Tel­ler legte. Schnitt daran herum, zerkleinerte'sie zu mund­gerechten Bissen und rührte sie nicht an. Eine Weile beugte sie sich leicht über den Teller. Dann hob sie den Kopf und blickte den Diener an, daß er ihr den Tel­ler fortnehme, wie er es gewohnt zu tun. Der zuckte nicht und sah starr über sie hinweg. Sprang vielmehr nach einem Augenblick eilfertig zu Erfa hinüber, dem die Tunke das schwarze Wams verfärbte.

Liebenswürdig bog Heinrich Raspe den Hals her. Sein spitzer Bart rührte fast an Elisabeths Kinn: „Warum ißt du nicht, Elisabeth? Noch Trauer, wie?" Und dabei klaubte er, mit einer Gebärde, die Gott ha­ben könnte, der auch Süßes mit Bitterem mischt, von dem Backwerk auf ihrem Teller, darauf noch das Fleisch gehäuft lag.

Elisabeth wurde purpurn. Sie hätte am liebsten den Teller selber hinaustragen mögen. Noch einmal blickte sie den Diener an, fast flehend. Der rührte sich nicht. Es zuckte ihm fast hämisch um die Mundwinkel. Heinrich Raspe sprach mit den Rittern und taute. Aber fein Kops neigte sich nie ganz von der Seite Elisabeths fort. Immer lauerte fein Blick zu ihr hm. Er wurde langsam wie ein schwarzer Blitz. Er fragte wiederum.

Wer verteuert das kathol.Vuch? Die überraschende Preisgestattung des „Kalenders katholischer Jugend".

Von Pater Ernst DronoenS. J.

Den Vielen ist die Antwort auf diese Frage eine Selbstverständlichkeit. Die Schuld trägt natüi> Uch der Verleger. Zu wenig wird bedacht, daß die Auflagenhöhe das Entscheidende bei der Prets- qestaltung ist. Bringt ein nichtkatholischer Ver­leger ein umfangreiches Werk zu erstaunlich buh- gem Preis heraus, so weiß der Eingeweihte sofort, daß es in einer hohen Auslage gedruckt wurde. Der katholische Verleger bringt es selten zu einer hohen Erftauflage, und daher ebenso selten zu ei­nem billigen Preise. Doch wo liegen die Grunde?, An der Schuld tragen viele.

Der katholftche Verleger hat in langen Jah­ren manches unterschätzt, dessen Wert und Bedeu­tung er auf dem Wege relativer Mißerfolge und Enttäuschungen heute wohl einsieht. Die soge­nannte „reine Unterhaltungsliteratur", der Krimi­nalroman u. ä. ist von der katholischen Verlags- wrlt arg vernachlässigt worden. Und doch braucht der Durchschnittsmensch, der abends müde von der Arbeit heimkommt oder lange Stunden in der Eisenbahn verbringt, in erster Linie eine abspan- nende Lektüre. Der katholische Verleger hat ihn damit nickt beliefert, oder er bot zu wenig dieser Art. Mit seinem ersten Buchkauf wurde daher der katholische Durchschnittsleser dem nichtkatholischen • Verleger zugeführt. Und weiter wirkte das Gesetz der Beharrung. Auf diesem Wege erwarb die katholische Derlagswelt sich bisher, nicht den festen Kundenkreis, der ihr die Möglichkeit gegeben hatte^ große Auflagen herauszubringen.

' Der katholische Kritiker — und auch hier fehlt es wohl heute nicht an der Einsicht — har ■ allzu lange und allzu oft an Werke katholischer und nichtkathcllischer Verlage recht verschiedenen Maß­stab angelegt. Manches katholische Buch wurde wegen irgendwelcher Kleinigkeit verrissen, das sicher manch anderem nichtkatholischen Buche gleich­wertig war, dem man nachsichtig eine Empfehlung m,tSer‘ katholische Leser trägt insofern mit an der Schuld, als er selber zu wenig Interesse zeigt für das katholische Buch. Ist es auch richtig, daß die katholische Produktion an reiner Unterhaltungs­lektüre seither noch in keinem Verhältnis steht zu der nichtkatholischer Verlage, so fehlt sie doch nicht ganz. Teils ist es nun der katholische B u ch h a n d- l e r, teils der katholische Leser, der sich nicht die Mühe macht, aus drei ihm angebotenen Werken das katholische herauszusuchen und für seine Ver­breitung sich einzusetzen.

Soeben erscheint ein Buch, das in dieser Hin­sicht uns Katholiken zu denken geben sollte. ,,Ka­lender katholischer Jugend", ein prächtiger Ganz- leinenband von über 400 Seiten und mit 500 Illu­strationen, Kunstdruckbeilagen und wirklich gutem Papier für 1,8 0 Mark. Solchen Preis sind mir Katholiken wahrhaftig nicht gewohnt. W-nns gleich die Konkurrenz in Jugendkalendern und Ta­schenbüchern dieser Art erdrückend ist, ist dieser von allen der billigste und reichhaltigste, obwohl ein katholischer Verlag für ihn zeichnet. Da fragt sich jeder, wie der Verlag ein solches Buch für diesen Preis liefern konnte. Es handelt sich hier um ein Werk, an dem studierende und berufstätige Ju­gend und alle katholischen Kreise mitgeschaften ha- ben, und um ein Unternehmen, für das alle ka­tholischen Kreise emtreten. „Fort mit den nicht- katholischen Kalendern aus den Händen der katho­lischen Jugend!" war als Parole ausgegeben. Es antwortete ein derartig einmütiger Widerhall daß auch ein katholischer Verleger den großen Wurf wagen durfte.

Wird der katholische Verleger weitherziger ge­genüber der leichteren Unterhaltungsliteratur, geht der Kreis der katholischen Rezensenten mit größerer Einheitlichkeit voran, treten wir Katholiken mehr und mehr bewußt für unsere katholischen Vücher ein, dann werden wir auch das billige katholische Buch erhalten, das in der Preisgestaltung jedem mchtkatholischen Verlagserzeugnis nichts nachgibt. Nicht von heute auf morgen kann das Ziel erreicht werden; aber wir müssen die Richtung nehmen. Erst wenn der katholische Verlag auf diesem Wege seinen festen Kundenkreis erweitert hat, wird auch das katholische Kunstwerk weiteren Kreisen auf­geschlossen. . _________________

solche hat es eine Geschichte, ein Auf und Ab im Laufe der Jahrhunderte seit seiner Stiftung, — Blüte und Verfall. Es wirkt zwar von oben und aus einer höheren Ebene, aber es wirkt nach un­ten und in den menschlichen und natürlichen Le­bensbereich.

Die Problemstellung: Christentum und Ku 11 u r hat zu allen Zeiten die ©elfter auf das tieffte erregt. In unseren Tagen hat der Eng­länder Robert Hugh Benson in seinem Roman „D e r H e r r d e r W e 11" und der Franzose Ber- nanos in seinem Buche „Unter der Sonne Sa­tans" diese wichtigste aller Fragen behandelt. Jetzt hat auch ein Deutscher, Cosmus Flam, in seiner Dichtung „Athanasius kommt in die Großstadt oder die Tiergrube" (Berg- tadtverlag, Breslau, 367 Seiten, Lwd. 6 Rm.) das Wort ergriffen. Es war vorauszusehen, daß ein Deutscher das Problem gänzlich anders auffassen mußte, als ein Engländer oder Franzose. Für Fchm stellt es sich etwa fo dar: „Der Mensch muß, um ein Christ sein zu können, ein na t ü r l i d) e r Mensch sein dürfen. Zu lange hat man diese Be­dingung übersehen. Die Gnade wirkt zwar über­all, aber s-e wirkt nicht überall gleich. Sie wirkt im Umkreise des Natürlichen besser uni tiefer und reicher als in der Unterwelt des Widernatürlichen. Nur der natürliche Mensch ist zumeist und im Re­gelfälle der Schauplatz der göttlichen Gnade."

Unsere Zeit drängt immer stärker vorn Natür­lichen zum Widernatürlichen ab. Sie setzt hre gewisse gigantische Energie dafür ein, die Natur­gesetze widernatürlich auszunützen. In einer sol­chen Kultur wird die Basis für das Christentum als praktische Tatsache von Tag zu Tag immer schmäler. _

Flam symbolisierte den Geist unserer Tage, der im tiefsten und im oberflächlichsten Gvijt abge-

Die Heimkehr der Maien Kräfte in den Katholizismus

Don Friedrich Muckermann S. J.

eingangslieb: Ekkli. 36, 18.

«ri(,hen Herr, denen, die auf dich bar« 6 heine Propheten sich als wahr erweisen I #». "“dj. mitten deines Knechtes und deines 0st°"Lael (Psi i.) Ich freue mich, daß E" mr lagt-: Wir gehen zum Hause des Herrn.

Evangelium: Maith. 9, 1—8.

ei,, jener Zeit stieg Jesus in ein Boot, fuhr »um See und tarn in eine Stadt. Und stehe, man einen Gelähmten zu ihm, der auf I sR,tte lag. Als Jesus ihren Glauben sah, ' emem äti bem Gelähmten: „Sei getrost, mem K? deine Sünden sind dir vergeben!" Da dach- SÄüje der Schriftgelehrten bei sich: »Der lasten : **" *,'?9 eteius durchschaute ihre Gedanken und ®®“L Warum denkt ihr Arges in eurem Her- SSTsßas ist denn leichter zu sagen: Deine Sün- sind dir vergeben? ober zu sagen: Sieh auf wandle? Doch ihr sollt wftsen, daß der Men- LL°die Macht hat, auf Erden Sünden zu L- dem" Und nun sprach er zu dem Gelähmten: ’cMh auf, nimm dein Bett und geh nach Haufe! Lad jener stand auf und ging nach Hause. Als Mksscharen das sahen, gerieten sie tn Furcht und priesen Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat.

«Mich- Beitäte beim Papst.

Ihre Rotte in der Katholischen Aktion.

Unlängst wurden vom Hl. Vater in Audienz empfangen die geistlichen Beiräte der katholischen Vereine in Italien, die in großer Anzahl zu einer Studienwoche nach Rom gekommen waren. An­wesend waren ihre Führer, Msgr. Rosa, Erzbischof »an Perugia, und Msgr. Pizzardo, ebenso der Leiter der Äudienwoche, Kardinal G. Serasint, und der Vorsitzende der Katholischen Aktion in Ita­lien, Lommendatore Ciriacci. Der Hl. Vater hielt eine bedeutsame Ansprache, worin er zunächst mit« teilte, daß Msgr. Pizzardo ihm täglich und auch öfter am Tage über die Verhandlungen der Stu- dienwoche Bericht habe geben müssen. Der Hl. Va­ter nannte Kardinal Serasini den Schirmherr der Studienwoche; der Schirmherr der gesamten Ka­tholischen Aktion sei er, der Hl. Vater, selbst. Die geistlichen Beiräte, so fuhr der Papst fort, hätten eine sehr wichtige Ausgabe auf dem Gebiet der Katholischen Aktion zu erfüllen. Schon die große Anzahl der Teilnehmer an der Studiemvoche sei für ihn ein Beweis, rote die italienische Geistlich- . leit fxf) immer ihrer wichtigen Ausgabe bewutzi werde. Mit großer Opserroilligkeit und Selbst­verleugnung arbeite die Geistlichkeit im ganzen Lande an her Ausbreitung und Blüte der Ka­tholischen Aktion. Auch die Bischöfe hätten die 8?beutung dieser Sache im vollen Umfange ge­sehen. Der Hl. Doter warf dann einen Rückblick -5 die abgelaufene Studienwoche und nannte den göttlichen Heiland den „divinus adsistens" aller geistlichen Beiräte der Katholischen Aktion, dessen Mott und Beispiel allen den Weg zeigt. Das vor- »ehmste Ziel des Beirates sei es, Apostel zu for­men, wie auch der göttliche Meister feine Apostel herangebildet habe. Der Heiland benötigte hier­zu drei Jahre. Das ganze Leben und Arbeiten «s Beirates solle eine Nachfolge Christi sein. Auch ine Hilfe des hl. Geistes fei durchaus dazu not­wendig. In der Hl. Schrift ist der Weg zu finden, der zum großen Apostolat führt. Nach den Wor­ten des göttlichen Heilandes werden wir auch Wun­der wirken können. Darf man es nicht em Wun- der nennen, wenn so viele vorn Tode der Sünde Nm Leben erweckt werden, die Lauen ein feuriges getstliches Leben beginnen, und die Jugend für “’rntiidje ^a[e gewonnen wird? Auch in der «esst bes geistlichen Beirates geschehen Wunder die eifrige Pflichterfüllung, durch ein wahr- r“ christliches Opferleben, durch das gute Bei- Wl und ein makelloses Priesterleben.

Christ und Großstadt.

v, Christentum als übernatürliche Tatsache mannigfachen Wendungen der Weltgeschichte Ja *• Gnade und Glaube sind völlig unab- 2°n9’g Bon Milieu und Erziehung, unabhängig sozialer und politischer Gestaltung. Sie liegen ^ Echthin auf einer höheren Ebene.

tl:,Sanri>en ist das Christentum auch eine histo- menfckkicke und natürliche Tatsache. Als

Im Eingangsartikel des Oktoberheftes des „Gral", das den Iubiläumsjahrgana dieser be- • kannten katholischen Literaturzeitschrift einleitet, kennzeichnet der Herausgeber die augenblickliche Situation des deutschen Katholizismus. Wir ent­nehmen dem Aufsatz mit Genehmigung des He­lios-Verlages (Münster i. W.) folgenden Abschnitt:

Um was geht es heute in der Gesamtkultur? Ganz einfach darum, daß jene vitalen Kräfte, bte in der neuen Jugend aufbrausen, zu großen Zielen gelenkt werden. Entweder nämlich wirken sich diese Kräfte zerstörerisch aus, um sich in völliger geistiger Anarchie zu zersetzen, oder aber sie dienen bem Aufbau unb treiben bte neue Gestalt hervor. Wir wißen nicht, ob dieser Prozeß außerhalb der Kreise des gläubigen Christentums noch auf Erfolg rechnen darf. Wir dürfen aber hoffen, daß er vom Katholizismus und überhaupt von ben gläubigen Menschen her noch gelingen konnte. Sprechen wir hier vom Katholizismus im Besonberen. Wir ha­ben die ehemen Grundsätze, bte alles Leben regeln unb normieren, bewahrt. Wir haben ebenfalls noch bis in unsere Zeit hineinreichend große künst­lerische Tradition. Es sind aber infolge der Tren­nung von Staat unb Kirche, von Religion nub Kultur, ober auch — wir übersteigern hier bte Ge­gensätze — von Kirche unb Volk, Zustände her­ausgekommen, die unsere ganze Kulturmission be­drohen. Das Unglück liegt vor allem darin, daß jene neuen Kräfte, die sich frühlingshaft triebmähig jetzt in der Menschheit regen, vorzüglich außerhalb der Kirche wirken. Sie sind an und für sich nicht gegen die Kirche gerichtet, sie sind auch nicht not­wendig mit bem sogenannten neuheidnischen Le­bensgefühl verbunden, sie sind sogar weithin in­nerlich bereit, wieder in ben Strom einer lebendi­gen Tradition zurückzukehren. Aber viele in der Kirche, Klerus und Laien, scheinen das nicht zu be­merken. Sie sind von der übertriebenen Angst be­herrscht, als könnten diese Kräfte auch uns zer­setzen, als sei man ihnen nicht gewachsen, unb so schließt man sich ab. So verurteilt man, was man doch vorher seinshast erkennen sollte.

Das gilt vor allem von der neuen B e- roegungstultur, bte geradezu bas Charak­teristische unseres Zeitalters ist. Auch auf dem Katholikentage in Münster gab es Einzelne, bie aus her Skepsis nicht herauskamen. Wir wollen diese Leute nicht verketzern. Auch wir

Das seltsame Festmahl.

Von Franz Johannes W e i n r i ch.

In diesen Tagen erscheint ein wahrhast' katho- Mches Volksbuch „Die heilige Elisabeth von Thü- rmgen" von Franz Johannes Weinrich. Wir bringen mit Erlaubnis des Verlages Köfel und Pustet, München, einen kurzen Abdruck der Scene, °!e zur Flucht Elisabeths den letzten Anstoß gab. Wenn sie auch die große Linie des Werkes nicht ?ufzeigi (Elisabeth erscheint in dem Gesamtwert us das Gewissen ihres Jahrhunderts, als das freiwillige Sühneopfer für die Sünden ihres Ge­flechtes), so doch die außerordentlich starke epifche Kraft des Dichters.

lm Saale und wartete auf das Mittags- ' Aiemand redete viel. Ein Wort brockte hier und 3Umm<rnten5 nod> in einen Becher gemurmelt, den man ifinfttr tl’k* Da Heinrich Raspe, der Hausherr, Ejtcfi. roa9te man kaum auf feinem Stuhl zu rük- ■meiten m Si& Elisabeths war leer. Die Ritter zerkrü- j,Jr "rot, spielten mit ihren Dolchen und schielten seinen 2)0 stand ein Diener und sah unverwandt aus B n^en Herrn, Noch immer gab er kein Zeichen, bpsisen aufgetragen werden sollten . . .

ber erschien eine schwarzgekleidete Gestalt auf iben reelle, Elisabeth. Sie neigte leicht den Kopf vor luaen hDt*etti)en uni> setzte sich. Verblüfft machten die h, ih,Der Bitter den Weg Elisabeths von der Türe bis fetzte iT st°chlehnigen Stuhle mit. Und als sie sich fatalen en-n ?*e Augen der Ritter aufzustehen. Sie (EHenbn Dor'’$ttg jn der Runde. Erfa schupfte mit dem lic feinen Nachbarn an. Der erhob umnerklich bet 3-q;.C( . sti ihm dieser ungewohnte Besuch an । 1 ebenfalls unverständlich, mochte das heißen.