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5. Oktober

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Ilr. 231

werden neun deutsche Fesselballone abgeschossen.

Tage

) Anmerkung: Das Kapitel ist dem neuen Werke von Werner Beumelburg „Die stähler- "en Jahre" entnommen. (Alleinige Vertriebsstelle: nnchen 2 SW.. Landwehrstraße 61).

Urheber zu den „Optimisten" oder zu den „Pessimisten" gehört — Ebenso leicht stellen wir die Stärke und Aus­dauer seines Willens fest. Im Zustande des Wollens nämlich nimmt der Körper sich zusammen; im Zustande willenlosen Träumens. Betrachtens, Schwärmens läßt er „sich gehen". Davon die Folge ist, daß in den Hand­schriften typischer Tat- und Willensmenschen zahlreiche sogen. Spannungsmerkmale zutage treten wie vor allem Winkel, kräftiger Reibungsausdruck, Enge, Kürzungen, Betonung der Unterlängen; wohingegen in der Hand­schrift des Gefühlsmenschen statt dessen mit wesentlich druckloser Federführung sich weiche Kurven zusammen- sinden.

Das zweite Gesetz der Ausdruckslehre sagt uns, daß die B e w e g u n g s f o r m e n beeinflußt wer­den vom persönlichen Raumgefühl. Wer z. V. als ein ausgeprägter klarer Kopf an begrifflickes Denken und strenge Unterscheidungen gewöhnt ist, Sehen Anschauungsoermögen hat eine ihm selbst unbewußte Wahlverwandtschaft zu s ch a r f g e gl i ed erte n Raumgebilden, und der neigt deshalb dazu, Wörter und Zeilen weit von einander zu trennen; wer hingegen ein mehr sinnlich konkretes und möglicherweise künstlerisch phantasievolles Denken besitzt, dessen Wort- körper heben sich minder scharf aus der Zeile, dessen Zeilen minder scharf aus der Seite ab, und wer endlich der geistigen Klarheit ermangelt, der läßt seine Zeilen mit Ober- und Unterlängen rücksichtslos ineinander­greifen.

Das Raumgefühl ausgesprochen verschlossener, wie ferner aufrichtiger und lügenhafter Persönlichkeiten ist denjenigen Formen wahloerwandt, welche den Eindruck des Ueberwölbens, Zuschließen, Verdeckens machen; das Raumgefühl der typisch offenherzigen den gerade ent­gegengesetzten Raumgestalten. Darum schreiben jene, ohne es zu wissen, die sogen. Arkade, (Bogenoerbindunz oben) diese die sog. Girlande (Bogenverbindung unten).

Von sämtlichen Einwänden die man gegen die diag­nostische Schriftbetrachtung erhoben hat, pflegt keiner aus den Laien einen stärkeren Eindruck zu machen, als der, daß man Schrifteigentümlichkeit, willkürlich annehmen u. sich sogar angewöhnen könne. Die Tatsache selbst ist zutreffend, unzutreffend aber die Meinung, daß sie den Diagnostiker zu täuschen vermöge. Es gibt neben dem ursprünglichen einen erworbenen Duktus, und wir kennen genau die Gesetze, nach denen sich dieser aus jenem entwickelt. Weil nämlich die feineren Merkmale der eigenen Handschrift vom Schrifturheber gar nicht be­achtet werden, und ihm folglich unbekannt bleiben, so richtet sich sein Versuch, seine Handschrist zu „ver­schönern" oder „origineller" und „interessanter" zu machen, nur auf gewisse gröbere, sogen, repräsentative Züge, und so wird der „erworbene Duktus" dem gewieg­ten graphologischen Praktiker zu einem Quell höchst wichtiger Ausschlüsse über das, für was der Schreiber !n der Welt und nicht zuletzt vor dem eigenen Bewußtsein zu gelten wünscht.

Vorstehende Ausführungen wollen dem Leser sagen, daß und warum eine „Handschriftendeutung" möglich sei, nicht wollen sie ihm dazu die handhabe bieten. Die Deutungstechnik ist eine schwierige und verantwor­tungsvolle Sache, mit der sich niemand befassen sollte, der nicht gründlich die ausdruckstheorethische und charak­terologische Literatur studiert und darauf unter Anlei­tung eines Könners mindestens ein Jahr lang sich ge­übt hat.

Verühmke Männer in ihrer Verliebtheit.

Richard Wagner hatte sich, noch bevor er be­rühmt war, in ein Mädchen aus einer angesehenen Schweizer Familie verliebt. Doch seine Selbsteingenom­menheit schreckte das Mädchen ab. Eines Tages sprach Wagner ihm von seinen Zukunftsplänen und Träumen. Er wollte Musik und Poesie unauflöslich miteinander ver­schmelzen. Alle seine Zeitgenossen waren in seinen Augen Dummköpfe, zum mindesten alle Musik- und Opernfabri­kanten. Und dann ließ er die Frage folgen: „Wollen Sie meine Frau werden?" Die junge Dame, verwundert und davon überzeugt, daß sie es mit einem Schwärmer zu tun habe, der gern die stolzesten Zukunftspläne schmie­dete, sagte kurzweg: „Nein!"

Wagner war von dieser Antwort so überrascht, daß er im ersten Augenblick nichts zu sagen wußte. Endlich rief

Tausende und aber Tausende von Gasgranaten kre­pieren mit schwachem Puffen. Die Mulden füllen sich Nacht für Nacht mit weißlichem Nebel. Stundenlang können die Artilleristen nicht an ihre verseuchten Ge­schütze. Die Munitionskolonnen und die Feldküchen können nicht heran. Die Abgänge an Gaskranken sind groß, obwohl man über gute Schutzmasken verfügt.

Die Franzosen und die Engländer haben viel in der Vergangenheit gelernt. Die Unerschöpflichkeit ihrer Mu­nitionsmengen kommt ihnen zu Hilfe bei der Ausfüh­rung der neuen Methode des Trommelfeuers.

Früher war die Trommelei von einer fast blöden Monotonie. Jetzt hat man feine Dessins erfunden. Plötzlich verändern alle Geschütze ihre Ziele oder schwei­gen gar für wenige Minuten über irgend einem be­sonderen Abschnitt. Die Reste der Verteidiger stürzen aus den Trümmern ihrer Unterstände an die Maschinen­gewehre. Die Reserven treten an, ohne auf Befehl zu warten. Alles denkt mit dem Gefühl einer Erlösung aus unerträglicher Spannung an die Jnfanterieschlach- ten. Man glaubt schon das Tacken der Maschinenge­wehre zu vernehmen. Nichts da. Mitten in die Bewe­gung hinein schlägt das Trommelfeuer mit verdoppelter Wucht.

Man zerschlägt nicht nur die Leiber, die Stellungs­bauten und die Geschütze, man zerhämmert auch die Seelen. Es ist ja noch lange Zeit. Es ist überhaupt nicht im voraus bestimmt worden, wie lange getrommelt werden soll. Es kann drei Tage dauern, vier, fünf. Wenn es noch nicht genug ist, nimmt man noch einige Tage hinzu. Man hat viel Zeit . . .

len, welche der schreibende Griffel und die chn führenden Finger dieses großen Mannes vor Jahrhunderten aus­führen mußten, damit die für uns sichtbaren Typen zu­stande kamen. — Von Millionen Menschen, deren jeder in der Schule nach der gleichen Vorlage schreiben lern­ten, schreiben im Alter von zwanzig Jahren nicht zwei überein, sondern sie schreiben alle verschieden, dergestalt, daß die immer wiederkehrende Besonderheit der Abweichungen es dem Laien sogar ermöglicht, aus der bloßen Adreßausschrist einer ihm wohlbekannten Person den Absender festzustellen.

Don den Gesetzen nun, welche die Abhängigkeit des Ausdrucks von der Seele regeln, lautet das erste: jeder inneren Bewegung entspricht die ana­loge äußere. Sind wir also z. B. innerlich heftig bewegt, wie im Falle des Ergrisfenseins von einer star­ken Gemütsbewegung oder einem sogen. Affekt, so neigt auch unser Körper zu heftigen Bewegungen; sind wir innerlich ruhig, so ist es auch unser Körper. Diese ein­fache Entsprechung ermöglicht die graphologische Unter­scheidung des „Stimmungsmenschen" vom Gleichmü­tigen. Und zwar weist jener erheblichen Wechsel zahl­reicher Schrifteigenschaften auf nicht nur mit dem Wechsel der inneren u. äußeren Schreibumstände, so daß er z. B. anders am Morgen als am Abend, anders vor Tiich als nach Tisch, anders, wenn er heiter, als wenn er be­trübt ist, schreibt, sondern sogar schon in jedem einzelnen Schriftdokumente. Der Grad des gewohnheitsmäßigen Schwankens der Schriftelemente bezeichnet genau den Grad der persönlichen Affizierbarkeit. Unter den affet« tiven Charakteren unterscheidet man die „euphorischen" und die „depressiven", das will sagen, solche von vor­wiegend gehobener Gemütsverfassung, die alles im rosigen Lichte sehen, stets nur den Erfolg im Auge haben und freilich gar oft ihr Leistungsvermögen .überschätzen, und solche von vorwiegend gedrückter, hypochondrischer, trüber Gemütsverfassung, die „Schwarzseher", die vor lauter Abwägung wirklicher oder eingebildeter Schwierigkeiten nicht zum Handeln kommen und gemeinhin ihr Können unterschätzen. Es läßt sich nun zeigen, daß die gehobene Stimmung zu lebhaften, flotten, eiligen, großen und zentrifugalen Be­wegungen führt, die gedrückte aber zu langsamen, zögernden kleinen zentripedalen. Dies ergibt zwei höchst charakteristische Typenbilder der Handschrift, aus denen wir ohne weiteres abnehmen können, ob Schrift-

noch zu bearbeiten und was schon mürbe genug ist. Sie registrieren alles und machen dreimal am Tage ihre Photographien, um daheim am Tisch jede kleine Ver­änderung mit Vergrößerungsglas auszutifteln. Da­rüber verfassen sie Berichte, die sofort an die Artillerie­kommandeure gehen. Die berichtigen danach ihre Ta- . bellen.

Schwärme von kleinen behenden Schlachtfliegern schweben hoch darüber und machen lustige Kapriolen. Sie verwehren den deutschen Flugzeugen jeden Einblick in die betrommelte Zone. Wagt es ein Deutscher den­noch, so stürzt es von allen Seiten wie Bienenschwärme auf ihn zu und vertreibt ihn.

Nachts kommen die Bombengeschwader, eins nach dem andern. Sie lassen ihren krachenden Segen auf die Stabsquartiere und die Eisenbahnknotenpunkte tief im Hinterland niederprasseln. Scheinwerferkegel und Magnesium-Leuchtgeschosse erhellen das Himmelsge­wölbe. Fesselballon steht neben Fesselballon fern am Horizont. Es sind die Augen der schwersten Kaliber. Träge und bewegungslos hängen sie wie geblähte Würste in der Atmosphäre. Morgens, wenn es heil wird, sind sie schon da. Abends, wenn die Dunkelheit anbricht, sind sie immer noch oben. Storr richten sie ihren Blick auf den schmalen Landstrich, den sie zu be­obachten haben, und verzeichnen sorgfältig jede feiner Zuckungen. Die wenigen deutschen Ballone können kaum hochgehen. Im Handumdrehen sind feindliche Jagdflieger da, schießen aus den Wolken herab und speien ihre Rauchspurmunition. An einem einzigen

nachmittag im herbst.

Bon Moys Christoph W i l s m a n n.

«pike Wolken... hoch im blauen Licht, Witter Garten, Traum und ferne Grille, -änüer Wind, der mit sich selber spricht — Dunkle Schwermut strömt aus bräunlicher Kamille.

Manchmal tönen Glocken - fremde Zeit,

-rallen Früchte dumpf zur Erde nieder . . .

Und umschouert von Vergänglichkeit Spürst du feiner deines Wesens Fülle wieder.

Deiner wirren Tage heil'gen Sinn, Deines Herzens ruheloses Drängen - Milde dämmert so der Tag dir h.n . . . , Salb schon schimmern Sterne von den stummen

Hängen.

Ueber das jetzt soviel diskutierte Thema der Graphologie bringen wir nachstehend einen Bei-, trag aus der Feder eines der berufensten Vertre­ter dieser Wissenschaft. Ludwig Klages darf als der Begründer der wiff. Graphologie angespro­chen werden und seine Ausführungen verdienen deshalb besondere Beachtung. (D. Schrift!.)

Kein Mensch kann auch nur die kleinste Bewegung ausführen, ohne ihr ein Körnchen seiner individuellen Eigenart beizumischen. Von zehn Personen, welche die Absicht haben, nach einem Buche zu greifen, tut jeder das auf eine besondere Weise, welche ihrer persön­lichen Natur entspricht, die eine hastig, die andere be­dächtig, die dritte mit Würde, die vierte umständlich, die fünfte flüchtig usw., jede also gemäß ihrer Eigen­schaft der Hast, Bedächtigkeit, Würde, Umständlichkeit. Flüchtigkeit usw. Würden wir statt nur auf den Zweck der Bewegungen vielmehr auf die Art und Weise ihres Ablaufs achten, so könnten wir aus deren jeder wichtige Züge des handelnden Charakters entnehmen. Es gibt so viele Arten des Ganges, des Gebärdespiels, der Mi­mik, Stimmartikulation, und Haltung, als es verschie­dene Menschen mit verschiedenen Charakteren gibt. Und es ist die Naturanlage einer gesteigerten Empfänglichkeit für dergleichen Unterschiede, was zu allen Zeiten und bei allen Völkern gewisse Personen befähigt hat, chre Nebenmenschen oft auf den ersten Blick gleichsam hell- seherisch zu durchschauen.

Ohne Zweifel würde auch die Praxis der Ausdrucks­lehre längst Allgemeingut fein, stünde ihr nicht eine Schwierigkeit entgegen, an der sie anfangs zu scheitern drohte. Alle Funktionen sind ihrer Natur nach flüchtig. Gang, Haltung, Redeform, Mimik, Gestikulation, das alles verändert sich fort und fort. Wir können aber nur mit großer Mühe zum Gegenstand einer wissenschaft­lichen Untersuchung machen, was kaum, daß es da ift, schon wieder entgleitet, und zwar um so mehr, als unsere Erinnerungsbilder mannigfachen Täuschungen ausgesetzt sind. Nur eine einzige Bewegung macht davon eine merkwürdige Ausnahme, die Bewegung des Schreibens, weil sie im Augenblick der Enfftehung auch schon in bleibenden Formen fixiert wird, für Jahre und selbst für Jahrhunderte! Nehmen wir ein Manuskript des Leonardo da Vinci zur Hand, so sind wir in der Lage, mit vollkommener Sicherheit die Bewegungen sestzustel-

Die Sommeschlacht. j

die Ouvertüre zeigte mit atembeklemmender «««ckheit daß hier etwas ganz Neues, in seiner grau« finen Weigerung Unerhörtes aufgeführt werden sollte. 19 Diele Kuvertüre besteht aus einem Trommelfeuer von pinct

gine Woche hat sieben Tage. Ein Tag setzt sich aus Ina und Nacht zusammen. Beide zählen je zwölf Stun­den Eine Stunde umfaßt sechzig Minuten. In keiner emsigen Minute schweigt das rollende Zittern und Rumpeln, das über diese vierzig Kilometer aus Wer­denden von Geschützrohren losgebrochen ist. Ge- schütze stehen in jeder Einsenkung des Geländes, Batte­rie neben. Batterie. Geschütze stehen an jedem Dorf« ranb Stapel von Granaten daneben, die allnächtlich von 'ben Kolonnen wieder aufgefüllt werden. Die Ko­lonnen schöpfen aus den Depots, die Depots aus den Munitionszügen, die Züge aus den Fabriken und aus den Schiffen, die täglich über den Ozean kommen. Un­erschöpflich ist der Vorrat.

Geschütze stehen hinter jedem Gehöft. Feldhaubitzen. Feldkanonen. Flachfeuer, Steilfeuer. Geschütze sind in jedem Waldstück eingebaut, Batterienest neben Bat- ieriencft Sie haben genaue Listen mit Hunderten von Ziffern neben sich, die ihre Arbeit regulieren wie das Urbeitsprogramm in einer Fabrik.

Geschütze stehen längs den Straßen, schräg hinter­einander, damit sie sich gegenseitig nicht beengen, immer dreißig Meter Abstand voneinander. Mörser mit kur­zen, dicken Hälsen und Langrohrkaliber auf hohen La­fetten.

Geschütze säumen die flachgewölbten Hügel, zur Hälfte in die Erde eingesenkt, mit Matten und Aesten gegen Fliegersicht verdeckt. *

Geschütze stehen weit hinten bis an den Rand der Etappe, an den Hängen und in den Tälern, so weit von der Front, daß man sich fragen könnte, was sie wohl hier zu tun hätten. Es sind die ganz schweren Mörser, 28-cm-Kaliber und mehr, bas schwere Flach­feuer von 32 cm, auf Eisenbahnwagen montiert, die Schiffsartillerie mit 38-em-Kaliber und die Ungetüme der 40-cm-Steilfeuergeschiitze.

Alles das feuert nach sorgfältigen Tabellen, die fleißig errechnet und kunstvoll zusammengestellt sind. Alles das gibt ein regelmäßiges Dauerfeuer. Alles das massiert sich, wenn es in der Tabelle steht, in gewissen Zeitabschnitten zu einem rasenden Tempo. Alles das lenzentriert sich auf die Gräben, die Anmarschwege, die Sattcrieftetlungen und die Bereitschaftsräume. Alles das wechselt die Ziele nach heimtückischen Berechnungen bald hierhin, bald dorthin, damit nur ja nicht irgend- sM Zentimeter frei bleibt, wo noch jemand durchschlüp- sen könnte.

Flieger sind unterwegs vom ersten Sonnenstrahl bis zum letzten und darüber hinaus bis in die völlige Dun- kelheit. Sie überkreisen das beutfdje Stellungssystem ®>e lautlose, starre Vögel, denn man vernimmt kein Surren der Motoren bei dem Höllenlärm der Geschütze, sie lenken das Feuer der Artillerie, sie bestimmen, was

Handschrift und Lharakler

Von Ludwig Klages, Zürich.

Das Vakkerienfchiff.

Lin Roman in 7 Tagen.

®on Hellmuth Quast-Peregrin.

llj Topyrigth by Greiner u. Co., Berlin.

»Nein, aber man spricht manchmal etwas aus, ohne sich Don uberIe9en- Gesetzt den Fall, Sie hätten sich einer .. m.r unternommenen Expedition angeschlossen, wir be- Dliiv,^Urns ’n einem uns völlig unbekannten Lande und

r u n$e drohend der Tod vor uns . . ." wie gruselig . . ."

ettoShnt ®menü' ich scherze nicht. Würden Sie in dem n Falle fliehen ober bei mir ausharren?"

tfunf'r mat^e ein wahres Spitzbubengesicht, ein seltsames Onn,e, n,trat in ihre dunklen Augen, Lord Huxleigh wurde 8 n» befangen.

«in sie ben Zeigefinger ber Rechten wie

3Rie °$Iercnber Schulmeister unb sagte mit tobernster fein'uf? wenn ich Ihr Gast bei der Expedition

Falles' ®'n®e gar nicht mit. Aber in einem anderen

Wltni sagen, wenn wir in einem anderen Ver- blieb»V“et>nan^er fänden, dann ginge ich mit Ihnen und .Q bci ^siaen und wenn alle Stunde der Tod sich uns präsentierte."

'inseinen Sie das, Lady Gweny?"

um, "chte sie laut auf und wandte sich kokettierend n lym ab.

feben*3' ^‘Orb, menn Eure Lordschaft bas nicht ver- 3ej.-_ dann kann ich es Eurer Lordschaft auch nicht gesund 6r ').terL Gewiß, wir leben im Zeitalter recht ®eit ah ^Mchauungen, aber — ich möchte nicht zu Eur^ Q st2~-man ^nnte — ah, wozu bas alles, wenn ich h-Te't • nieder eine Reise unternehmen, so bin eiften' einer Ginladung zur Teilnahme Folge zu

®?r[ kachelte eigentümlich.

"g . a,r aber nicht, war es nicht so, Laby Gweny?" »Des M f ' Sns hatte ich gesagt."

ISe «mabt), als Tochter oder Schwester kann ich ™ mNnehmen, das hat uns glücklicherweise die

Natur versagt, aber als Gräfin von Stampshire, als meine Frau — Lady Gweny, ich habe Sie lieb, doch müssen Sie auf eine elegische Liebeserklärung verzichten können, dazu bin ich zu alt. Erwarten Sie von mir nicht eine lange Rede, Lady Gweny, ich bitte kurz und bündig um Ihre Hand."

Sie wandte sich zu ihm und tat erstaunt.

„Lord Huxleigh, habe ich recht gehört, der bekannte Weltreisende und Gelehrte will sich ein völlig unbekann­tes Mädchen zur Gemahlin nehmen?"

„Ich suche nicht eine berühmte Frau, sondern eine tapfere Gefährtin, und die glaube ich in Ihnen gesunden zu haben. Wollen Sie einwilligen?"

Er streckte ihr seine Rechte entgegen, Gwendoline zö­gerte noch.

„Was wird Pa dazu sagen?"

„Wenn das Ihre einzige Sorge sein sollte, glaube ich sie nichtig erklären zu dürfen, Lord Shrewsbury wird nicht böse sein, Schwiegerpapa des Earl of Stampshire zu werden."

Da lachte Gwendoline unb nahm die bargebotene Hanb.

„Laby Gweny auf Leben unb Tob!"

„Ja," antwortete sie fest unb wurde dabei rot bis an die Haarwurzeln.

Lord Huxleigh zog ihre Hand an seine Lippen und küßte sie inbrünstig, dann gab er sie frei.

„Lady Gweny, darf ich Ihnen meinen Arm anbieten, ich möchte Sie in die Bibliothek führen. Ich hoffe, daß wir dort ungestört sind, ich habe Ihnen noch wichtige Mitteilungen zu machen."

„So feierlich, Lord Huxleigh, das ähnelt gar keiner Verlobung."

„Eher dem Gange zu einer Testamentseröffnung . ."

„Pfui, bas hört sich so schaurig an."

In ber Bibliothek war niemanb anwesenb, als bas Paar ben Raum betrat. Lord Huxleigh schob für Gwen- boline einen Sessel dicht an das Fenster, sie nahm Platz und er setzte sich ihr gegenüber, so daß das Fenster hinter ihm war und sein Gesicht dadurch im Schatten blieb.

„Wollen wir erst ein Brandopfer barbringen?" ver­suchte ber Lorb zu scherzen unb bot ihr sein Zigaretten­etui an.

Bald kräuselten sich dünne Rauchwölkchen, zogen sich lang zu auf- und niedergleitenden Streifen und noch lastete ein Drücken unb Schweigen zwischen den beiden Menschen.

Gwendoline war enttäuscht. Gewiß, der Earl hatte ihr gefallen vom ersten Tage an, und sie hatte den Ge­danken erwogen, wie schön es sein müßte, die Lebens­gefährtin eines solchen Mannes zu fein. Sie hatte alles getan, ihm zu gefallen, jetzt war das befreiende Wort gesprochen — und sie war enttäuscht, — er saß bequem in dem Ungetümen Ledersessel und rauchte seine Ziga­rette — sie saß ihm gegenüber und tat das gleiche — war das eine Verlobung?

Ein bitteres Gefühl quoll in ihr auf — würde ihr ber Mann nie mehr bieten können als ein nüchternes Zu­sammenleben, bas einen gemütlichen Anstrich besaß?

Lord Huxleighs tiefe Stimme schreckte sie aus ihren Gedanken.

„Lady Gweny, ich habe Sie hierher geführt, um Ihnen eine sehr ernste (Eröffnung zu machen."

Er machte eine Pause, als erwarte er eine Gegenrede.

Gwendoline schwieg, sie dachte nur, warum redet er nicht weiter, was. will er mir noch enthüllen, will er durch irgend ein Geständnis den letzten Nimbus ab- ftreifen, der in meinen Augen feine Person umgibt.

„Lady Gweny, Sie wollen die Frau eines Forschers werden. Der Beruf des Forschers macht den, der ihn ausübt, hart. Der Mann, ber braußen, stündlich von un­zähligen Gefahren umlauert, der Wissenschaft dient, ver­lernt die faden Süßlichkeiten des Salons, und kehrt er zurück in die Gesellschaft, wird er sich in ben meisten Fällen ihr nicht mehr so recht anpassen können. Ich weise barauf hin, weil eine Gräfin von Stampshire nicht mit einem monbänen Luxusleben rechnen bars, sondern bereit sein muß, entbehrungsreiche anstrengende Reisen mitzu- machen, die an Körper und Geist die höchsten Anforde­rungen stellen . . ."

Gwendoline unterbrach ihn ungeduldig ..

„Lord Huxleigh, das haben Sie mir schon öfters er­zählt unb ich habe meinen Anschauungen darüber Aus­druck verliehen . . ."

„Indem Sie sagten, Sie würden für Ihr Leben gern eine solche Expedition mitmachen. Pes, ich weiß es noch. Darum fragte ich Sie, als ich Sie um Ihr Jawort bat,

ob auf Leben und Tod, Lady Gweny, und Sie ant­worteten mit einem starken „Ja" — jetzt ist der Augen­blick gekommen, Ihr Wort einzulösen — der Tod steht hin­ter uns — er ist an Bord — er kann uns alle fortraffen — Lady Gweny, wir haben eine Seuche auf dem Schiff unb niemand ist da, ber uns helfen kann, denn auch ber Arzt ist tödlich erkrankt —"

Gwendoline hatte alle Farbe verloren, regungslos saß sie in dem Sessel und starrte auf den Mann, der so furcht­bare Worte ruhig monoton aussprechen konnte.

„Professor Gibbons ist nicht seekrank, sondern er liegt im Sterben. Der kleine Affe ist schon tot unb sein Pfle­ger Li-Pu-Tse wirb inzwischen auch schon erlöst fein. Wir wissen nicht, wer ber ober bie Nächsten finb, bie ber Seuche zum Opfer fallen, wir können nichts weiter tun, als ab- marten."

Mit fast übermenschlicher Kraft bezwang Gwenboline die sie anwandelnde Schwäche und das Grauen, das ihr die Kehle zuschnüren wollte, sie sah nur den Earl of Stamshire und hörte, wie er so ruhig von dem Gräßlichen sprach, als erzähle er ihr von dem Eierkuchen, den er zum Breaksast genossen, und eine ungeheure Bewunde­rung für den Mann erfüllte sie, er schien ihr wie ein ver­ehrungswürdiges Götterbild.

„---und nun wiederhole ich meine Frage, Lady

Gwendoline, wollen Sie mir die Gefährtin fein, die ich suche?"

Da überwältigte das Mädchen ein ungeheures Emp­finden für ben Mann. Schmerzhaft peinigte Gwenboline ber Gebanke, daß sie noch vor wenigen Minuten sich ent­täuscht von bem „Spießer" geglaubt hatte. Sie wollte sich bemütigen vor ihm, im Stillen abbitten, ein feierliches Gelübbe schweigenb ablegen, unb sie, bie stolze Tochter ber Shrewsbury, erhob sich, sank vor bem Manne nieber und bettete ihr Haupt an seine Knie. . .

Lord Huxleigh erschrak, er drängte sie zurück ,, -

„Stehen Sie auf, Lady Gweny . . ."

Sie ergriff feine Rechte und preßte sie an feine Lip­pen.

„Ihnen gehöre ich, Lord Huxleigh, auf Leben und Tod."

22.

Die Offiziere des Superator standen bleich und schwei­gend vor dem Kapitän, der ihnen mit kurzen Worten