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5. Oktober

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hilflosen und notleidenden Mitmenschen Gutes zu tun und Liebe entgegenzubringen! Und man kann es auch der Kirche und ihren Organen nicht ver­bieten, sich ihrer Glaubensgenossen in den Ge­fängnissen, Krankenhäusern u.Obdachlosenheime an­zunehmen und ihnen die ihrer Weltanschauung ent­sprechende seelische Hilfe zu bringen! Solche Ein­griffe in die individuelle Freiheitssphäre wider­sprechen jeder gesunden Sozialpolitik und bedeu­ten gleichzeitig eine Einengung des Rechtes und der Interessen der Notleidenden. Denn die öf­fentliche Wohlfahrtspflege könnte die Karitas selbst im sozialistischen Staat niemals ersetzen. Ihre durch unsere heutige konfessionelle und politische Zersplitterung bedingte weltanschaulicheNeutrali­tät" führt dahin, daß sie in vielen Fällen nur Stückwerk ist, weil man die Hilfsbedürftigen in keinem religiösen Bekenntnis beeinflussen darf. In das tiefste Innere des Menschen kann sie nicht vor­dringen. Wo die Not aber ethische Not und mit der weltanschaulichen Einstellung des Notleidenden untrennbar verbunden ist, kann die religiös-sittliche Beeinflussung nicht entbehrt werden. So hat in vielen Fällen die Lffentl. Fürsorge nur Symptom­charakter. In der ärztlichen Wissenschaft verur­teilt man diese Symptombehandlung, man fordert

si« aber in manchen Kreisen für die seelische Be­handlung.

Daß die Ausschaltung der freien Wohlfahrts­pflege bei der heutigen trostlosen Not unseres Vol­kes finanziell untragbar ist, liegt auf der Hand. Karitasdirektor Johannes von Acken hat in seiner soeben im Karitosverlag erschienenen Untersuchung Das katholische karitative Anstaltswesen der Ge­genwart" ja eingehend dargelegt, daß der Staat durch die freie Liebestätigkeit große Ersparnisse hat. Die freie Wohlfahrtspflege erzielt allein durch den Schwesterndienst im Jahr 300 Millionen Mark Ersparnisse. Kann man es verantworten, diese ge­waltigen Summen der so dringend erforderlichen Ankurbelung der Wirtschaft" zu entziehen?

Gegenüber dem sozialistischen Ansturm gilt es, alle Kräfte auf unsrer Seite zusammenzufassen und einmütig und opfervoll hinter unsere großen kari­tativen Organisationen zu treten, die sich die Lin­derung der Not unserer Volksgenossen zum Ziel gesetzt haben. Jeder Einzelne bringe sein Scherf­lein und stelle sich mit allen Kräften in den Dienst der großen Karitasbewegung! Denn nicht durch Proteste und Forderungen, sondern nur durch die katholische Tat kann dem Sozialismus wirk­sam begegnet werden.

leben das Konservative und das Fortschrittliche in einer höheren Einheit verbindet.

Jede Zeit geht eine irgendwie geartete Verbin­dung ein zwischen Unwandelbarem und Veränder­lichem, zwischen Ewigem und Zeitlichem. Das Leben verlangt sein Recht. Es steht nicht stille. Was Anspruch auf geheiligte Tradition erhebt, kann immer nur der Teil sein, der das Feststehende, das Gleichbleibende in sich schließt. Der andere Teil unterliegt dem Wandel der Zeit und ihren besonderen Bedürfnissen.

So, und nur so, wollten jene Katholiken ver­standen werden, die im Verfassungswerk von Wei­mar den Durchbruch eines neuen politischen Wil­lens sahen, der nach außen hin die nationale Gel­tung auf dem Wege der Verständigung mit den anderen Nationen und nach innen die Erziehung eines vertieften Volksbewußtseins durch eine um­fassende soziale Erneuerung unseres nationalen Le­bens erstreben sollte. In diesem Geiste anerkannten pc den in verzweifelten Tagen neu gewordenen Staat, der dem deutschen Volke die Einheit ge­wahrt und für die fernere Zukunft Ausgangspunkt und Weg fein sollte. Den Sinn dieser neuen Ver­fassung zu hüten, zu entfalten, zu pflegen und sich zu bemühen, sie in organische Verbindung mit dem Volksganzen und seinen lebendigen Kräften zu halten das erschien ihnen zeitnotwendige staats­bürgerliche Pflicht.

In der staatsbürgerlichen Arbeitsgemeinschaft des Vertretertages in Magdeburg ist diese Pflicht zur Mitarbeit als eine selbstverständliche ausgespro­chen worden. Der Bertretertag selbst erklärte, daß die Katholiken, getreu ihrer Ueberlieferung und bisherigen Haltung, am deutschen Staat der Ge­genwart, insbesondere an der Wiedererlangung der vollen nationalen Freiheit, unter Einsatz aller ver­fügbaren Kräfte mitarbeiten sollen. In Freiburg wurde dieser Grundgedanke sinngemäß auf kon­krete gesetzgeberische Fragen angewandt. In Mün­ster knüpfte die Ausspräche über die Erziehung zur Staatsgesinnung an jenenMagdeburgerBeschluß an.

Mit dieser Sachlage ist die Aufgabe für deutsche Katholiken gegeben. Sie haben sich mit aller Kraft diesem Zerstörungswerk entgegenzusetzen In­dem sie sich zum Staate der Wirklichkeit bekennen, seine Autorität anerkennen und aus ihrem Gedan­kengut stützen, wirken sie erhaltend und aufbauend im weitesten Sinne. Gott sei Dank wird diese dring­liche Zeitaufgabe von den deutschen Katholiken im steigenden Maße erkannt und ausgenommen. Jahre hindurch schien es so, als ob sich im katho­lischen Lager Deutschlands eine verhängnisvolle Trennung zwischen dem konservativen und dem fortschrittlichen Prinzip vollziehen würde. Es ist ein besonderes Verdienst der Ver­tretertagungen anläßlich der Katholikentage von Magdeburg, Freiburg und Münster, eine Synthese sichtbar gemacht zu haben, die im deutschen Staats-

Man kann den Staat abstrakt, als Idee, auf­fassen und Staat als praktische Wirklichkeit. Leben­dige Staatsgesinnung kann nur im wirklichen Staat wachsen. Und sie wird nicht von selbst.

Dem deutschen Menschen liegt von Hause aus die Heimat sehr nahe, der Staat ferner. Durch diese Leerstelle mangelnden Staatsbewußtseins bre­chen immer wieder die Einzelegoismen, die Interes­senten, als sprengende und einheitbedrohende Mächte hervor.

An Skaaksbewußksein und staatlichem Zusammen­halt haben wir Deutsche noch viel nachzuholen.

Die Idee des Volksstaates der Weimarer Ver­fassung hat unfern deutschen Staat noch n'cht in Herz und Sinn des Essamtvolkes zu begründen vermocht. Noch ist dieser im Tiefsten gesicherte deutsche Staat mehr Aufgabe als beglückende Wirk­lichkeit.

Die Krise d er Kultur, die die abend­ländische Menschheit erfaßt hat, die Zersetzung alten christlichen Gedankenguts und geist-sittlicher lieber» lieferung, die offenbaren Störungen in den alten und neugeschaffenen nationalen Einheiten, und zwischen ihnen, haben in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise die Idee des Staates selber in Mitleidenschaft gezogen. Kein Zweifel: In den letzten Jahren erlebten mir Wandlungen, Verschie­bungen, eine Art Abfall vom Staat, ein Absinken weiter Volkskreise in staatsfremdes Den­ken. Das Anwachsen extremer Parteirichtungen rechts und links ist ein Beweis dafür. Ihr Zer­störungswille gilt dem gegebenen Staat. Sie un­terminieren den Staatsgedanken überhaupt und machen den Weg frei zu einem chaotischen Denken, zur Bolschewisierung unseres gesellschaftlichen Le­bens.

Erziehung zur Staatsgesinnting setzt die Bejahung des gegebenen Staates voraus. Einerlei, ob der konkrete Staat in Form und In­halt dem Kulturideal des katholischen Msn'chsn voll entspricht oder nicht er ist Staat. Seins Au­torität kommt letztlich nur von Gott. Er verpflich­tet im Gewissen. Wir dienen in ihm unserem Volke und seiner Gemeinschaft. Im konkreten Staat wird unser Volk handlungsfähig, geschichtsfdhig. Der Katholik kann und muß dem Staate, leibst un­ter Zurückstellung individueller Bedenken, er muß ihmunter Schmerzen dienen" können. Nur so wird Geist von unserem Geiste in den

sie waren vielleicht die lautesten in dem Konzert, das alle Zeit zu seiner Ehre angestimmt wurde. Und nicht nur im Erinnerungsjahr 1926, erschienen Bücher über den heiligen Franz. Auch vorher waren gleichgestimmte und gesinnte Dichterseelen immer bereit, diesen seltsam liebenswerten Menschen und Heiligen zu ihrem Helden zu wählen.

So ist mir ein Buch des bekannten dänischen Konver­titen Johannes Jürgensen in freudiger Erinnerung geblieben, und nicht viel später geriet mir in die Hände ein Werk der Westfälin Frau Dr. Jmle. Daß der Pooerello auch im Lager unserer Gegner begeisterte Lobredner gefunden hat, wissen alle, und es ist vielleicht nicht verwunderlich. Heldenhafte Güte streicht wohl am leichtesten und sanftesten trennende Schranken beiseite. Daß aber der satirische Rationalist Herbert Eulenberg in seinen Schattenbildern, also seinem ersten Bande derProminenten aller Zeiten", dem Heiligen ein solch entzückend-sympathisch fast rührendes Blatt widmet, ist doch erstaunlich. Man kann es nur so erklären, die Mo­derne lechzt nach außerordentlicher sich selbst entäußern­der Güte, nach Opfergeist und Opfermut.

Ganz neue Gesichtspunkte gibt meines Erachtens nach über Zeit und Persönlichkeit des Gottesmannes das Werk auch eines Konvertiten des Iren Keith Gilbert Chesterton, dessen Werke in den letzten Jahren in guten Übersetzungen (Kösel, Pustet) herauskam. Selt­sam plastisch hat der bekannte Essayist es verstanden, die Zeit als Kulisse aufzubauen und davor das Wirken des heiligen Franz vorüberziehen zu lassen. Nie ist mir so ins Bewußtsein gedrungen, daß gerade diese Zeit so fern dem Armutsideal und so ergebungsvoll vorberei­tend der zweiten irdischen Wiedergeburt des antikischen Ideals war

Und ein zweites hat in meiner Vorstellung dem Cha­rakter des großen Umbriers eine plastischere Rundung verliehen. Chesterton spricht wohl vom beschaulichen, den Segen für sich und das Werk erbittenden Menschen,

andern lebendig werden zu lassen) spricht eine solch selbstlose Liebe zu Mann, Werk und Umbrien, daß man fühlt hier ist eine gleichgestimmte Seele, ein Dichter und Menschenbildner in Güte, dem heiligen Franz in den Himmel nachgepilgert.

Und was ich nun selbst über den Heiligen denke? Das beantwortet wohl besser als meine dünnen Worte der Lesestoff, den ich besonders hevorhob. Wer aber den ganzen heiligen Franz von sich aus ohne Brücken finden will, der nehme in einer sehr stil­len Stunde die Blümlein, den lieben Strauß der Fioretti" zur Hand. Da hat er den Heiligen so treu und wahr, wie ihn feine Brüder sahen, in jedem Ge- schichtlein. Und wenn er das Buch aus der Hand legt, wird der gelbe Schein um das Haupt des Pooerello ihm noch heller Vorkommen, die Blümlein weben in ihm, und er wird dafür sorgen, daß durch ihn selbst die Ehrfurcht für diesen Heiligen auch noch andere Seelen erwärmt.

Und dann noch eins. Alle Welt weiß wohl, daß der Kaufmannssohn aus Assisi, der seine Eltern so seltsam betrübte und dann ein Ordensstifter und Heiliger wurde, daß der in Minuten der Einkehr und Gottver» bundenheit zum Dichter unsterblicher Hymnen wurde. Ja, außer den Blümlein soll man noch den Sonnen- gelang des Heiligen lesen. Er singt so manches, was die Legenden doch nicht so tönend bringen können. Er gibt vor allem dem modernen Menschen einen feinen, fünften Händedruck aus dem fernen Jahrhundert her­über.

Die wunderbaren Verse der Gvtt- und Weltseligkeit leben, wenn auch der Geist, der sie erstmalig heraus- jubelte, zu dem gegangen ist, von dessen Güte und Liebe er nicht genug predigen konnte. Den er im Sonnenge- fang lobte durch unsere Schwester Sonne, den Bruder Mond, unsere Schwester die Mutter Erde und sogar un­seren Bruder den leiblichen Tod, dem kein lebender Mensch entrinnen kann.

aber nachdem er sich gelöst aus irdischen verwandtschaft­lichen Banden, als ihn einige Jünger begleiten, als er van der Richtigkeit feiner Sendung trotz aller Demut überzeugt ist, als selbst Papst Innozenz, überwältigt durch die schmale und doch so eindringliche Persönlichkeit, seinen Widerstand gegen eine neue Ordensgründung auf­gibt, da gibt er sich nicht in Beschaulichkeit und Dank­barkeit allein, da wird er ein--Eilender.

Man hat das Gefühl, in der Nacht erfleht dieser selt­sam Körperlose den Segen von Gott und am Tage eilt er, diesen erbetenen Segen an die Menschheit weiterzu­leiten, damit nur ja kein Quäntchen verloren ginge. Er eilt in fast modern-nervöser Art, um sein Werk da und dort bekannt zu machen. Er wirbt für feine Ideen in beredten Worten. Er scheut vor den aufreibendsten Reisen nicht zurück. Er unternimmt viel mehr, als ein durchaus gesunder ja robuster Reisender heutzutage als Strapaze bezeichnen würde und dies alles wohlgemerkt auf den Wegen des dreizehnten Jahrhunderts und zu Fuß. Bekannt ist ja, daß er sogar über See wollte, um feine Stimme in andern Weltteilen zum Lobe der Ar­mut erschallen zu lassen, aber dies ist, demjongleur de Dien" wie Chesterton ihn nennt, zu seinem großen Schmerz mißlungen, wahrscheinlich zum Segen für sein Werk im Heimatlande. So schaffte er weiter im Lande der Sonne und der vielen Früchte, von schweren Krank­heiten genesend und kaum gesund wieder eilend mit dem Gedankenwerde ich es vollenden, das von Gott auf- getragene Werk, wird es mir nicht an Zeit gebre­chen?" Ich muß eilen, eilen, eilen . . .

Dies und noch vieles Neue tönt aus dem schönen Buch das der warm plaudernde Ire über den großen Heiligen von Umbrien schrieb.

Aus den mancherlei Büchern und Skizzen, die der im Vorjahr verstorbene Schweizer Poet und Pfarrer Heinrich Federer über St. Franziskus geschrieben (sie sind so bekannt, daß man nur etwaDas letzte Stündlein des Papstes" zu erwähnen braucht, um die

Mr Katholiken und die Erziehung zur Siaatsgesinnung

Von Josef Joos.

Staat einfliehen können. Nur so wächst und formt sich der Staat auch unter unseren Händen.

Diese innere geistige Haltung an sich schon er­zieht zu einer würdigen Staatsgesinnung, erzieht zum Staate hin. Auf dem Münsterschen Verlre- tertag ist diese Haltung auf Grund eines einstim­migen Beschlusses der staatsbürgerlichen Arbeits­gemeinschaft herausgestellt worden. Damit :st die Richtung gewiesen für uns alle, damit sind die deutschen Katholiken in der Erkenntnis der ihnen zufallenden staats- und volkserzieherischen Sen­dung einen bedeutenden Schritt weitergekommen.

Wir sehen und fühlen es: Der liberalistijche Ge­danke, der Volk durch Gesellschaft, Opfer und Hin- gäbe durch Interessen und den sozialen Gedanken mit mechanischer Versorgung ersetzt, hat keine ftaatsbildende Kraft mehr. Der Staat alsReprä­sentant der bürgerlichen Gesellschaft" der formal parlamentarische Staat" vermögen den Menschen von heute nicht mehr zu ergreifen. Der Rückzug zum dynastischen Staat ist unmöglich. Bleibt nur dieJdee des christlichen Staates als Repräsentant derRation. Seine Basis ist das Volk. Seine Demokratie kann nur eine o r ganische und eine nationale sein. Seine Parteien werden gemessen an ihrem Werte für eine verpflichtende Staatsgesinnung. In diesem Prozeß zur Umbildung und der Rettung des Staa­tes als sittliche Idee in den chaotischen Wirbeln der Zeit steht der katholische Volksteil mit seinem überlieferten Gedankeninhalt und der Fülle eige­ner Motive. Er kann, wenn er seine Kräfte zu- sammenlegt, die Staatsidee vertiefen, den Staat von heute fortbilden und ihm zur sittlichen Weihe verhelfen.

In dieser gedanklichen Atmosphäre hat der Ver­tretertag in Münster beschlossen. In diesem Zusam­menhang find die Andeutungen auch der prak­tischen Hilfsmittel zur Staatserziehung zu sehen: Pflege von Familiensinn und Familienüberliefe­rung, lebendige Schulerziehung, Jugendoereinigun­gen als Gemeinschaft, Erwachsenenbildung als wirkliche Bildung vom Volke her. Aber schließlich geht Erziehung auch vom Staate selber aus. Auch er ist Erzieher- durch Gesetzgebung, Verwaltung, in seinen Symbolen, in seiner Repräsentation.

*

Der Zugang des Volkes, namentlich der jungen Generation, zum Staate geht über dis Persönlich­keit derer, die den Staat sinnfällig in Amt und Würde darstellen. Man kann freilich Jugend und Volk über die tatsächliche Wirklichkeit hi"weg vor das Bild begnadeter Staatsmänner und hochgesinn­ter Staatsbürger vergangener Zeiten und Völker sichren, damit an ihnen offenbar wird, was ein Volk fein und werden kann, wenn es über Freiheit. Kraft und Mut verfügt, sich feinen Staat zu bauen und in ihm gottgegebene Anlagen auszuwirken. Der andere Weg, daß die Staatsidee in den ge­gebenen Vertretern der Regierungen, der Behör­den, des Beamtentums vorgelebt wird, ist der nä­herliegende. Er ist nicht zu umgehen. Und so kann man in einem gewissen Sinne sagen:

Der Staat ist im Bewußtsein des Volkes jeweils soviel, als seine Vertreter darstellen.

Das Volk will Staatsführer und edelgesinnte Staatsbürger sehen, die in der äußeren Staats­tätigkeit nicht einen Selbstzweck, sondern das die­nende Mittel zur Staatskultur er» blicken. Es möchte Männer des Staates und der Politik am Werke sehen, für die das Politische eine heilige Sendung, Kraft und Kunst der Gestaltung volkhaften Lebens ist. In diesem Grundzug offen­bart das von sich aus, was staatserzieherifch vom Staate Herkommen sollte und könnte.

Verbleibt noch herauszuheben, daß Deutschlands Katholiken in der Einheit und in ihrer gesammelten Kraft ein Vorbild Volksgemeinschaft- lichen Lebens abgeben müßten in einer Zeit, die es fo schwer hat, sich zu einigen und zusam­menzufinden. Der in sich einige und geschloffene Volksteil kann ein Beispiel fein für andere und in feinem Tun und Lassen der Welt kundtun, wa« religiöse Kräfte und kirchlicher Gemeinschaftsge­danke vermögen. Der Beschluß des Münsterschen Vertretertages klingt in diesem Gedanken aus. Er ist eine Mahnung. Er ist zugleich ein Aufruf.

e ich öder den heiligen Franz denke.

Ein ehrfürchtiges Gedenken zum 4. Oktober.

Don Margaret Hohmann.

t°um' ist über einen Heiligen soviel gespro- iil»«' ^'^rieben und vielleicht auch gedacht worden, als

Heiligen von Assisi. Besonders um die Sie- mdertjahr-Erinnerung feines Todes wimmelte es (Fr^n Jätungen und Zeitschriften von kleinen Aufsätzen, jungen, Legenden und Gedichten über den selt- Poverello.

Künstler schnitten seine Züge, sich der unüber- en. Meisterwerke der Altmeister Cimabue und erinnernd in Holz, oder malten sie in kräftigen nwh iansten Farben, wobei sie garnicht nötig hatten zu KM,rnmeren, denn die Naivität der Trescentisten deckt M der Form einigermaßen mit der modernen Kind- Prim r Un& toer wallte auch nicht innerlich und äußerlich ftin, wenn er an diesen Heiligen denkt, ja ihn "°epern möchte.

Idie Fritz Kunz malten des Heiligen Züge ,^,estall m anmutvollen Stellungen zu Schwester

' °em Bruder Wolf, den Geschwistern Vögeln und den von heiligen Erlebnissen Erschöpften selig- M die Welt des Scheines zurückkehren.

> f tf un.b 9*bt außer den vielen alten Malern und Otto m e.beNovielen modernen (von letzteren sind mir brnr- und Bernhard Hergarten besonders ein»

tr V\ne ganze Reihe vorzüglicher Plastiker (Karl ir, ^,,7' Eugenie Berner-Lange, Angelo Negretti, Dell'Antonio) die die Züge und das dürftig ßeib- ® Heiligen in würdig-ruhige oder bewegt-leiden- che Formen gebracht haben, und es gäbe eine um-

e Abhandlung für sich, wenn man ihre Namen

1 ber Holzschneider, Radierer und Illustratoren -sverke aufzählen wollte.

*^.cin9an95 schon erwähnte, schwiegen auch die diese seltsamsten aller Heiligen nicht. Ja, |

hMlec Sonnlag noch Wngsten. (Eingangslieb: Ps. H8, 137 und 124.

rerbt bist du, o Herr, und recht ist dein Ge- tu deinem Knecht nach deiner Barmher-

, /Pk M. 1.) Selig, die makellos bleiben Ihren Wegen, die wandeln im Gesetze des

(Evangelium: Nlaklh. 22, 3446.

;ener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus. Einer ihnen ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die ., stellen und fragte ihn:Meister, welches ist Hauptgebot im Gesetze?" Jesus antwortete

Du sollst den Herrn deinen Gott lieben 'deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen e und mit deinem ganzen Eemüte! Das ist höchste und erste Gebot, das zweite ist diesem h- Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich

An diesen zwei Geboten hängen das ganze und die Propheten." Da die Pharisäer beisammen waren, richtete Jesus an sie die Frage: Was haltet ihr von Christus? Wessen Sohn ist " o« Sie antworteten ihm:Davids Sohn." Da svrach er zu ihnen:Wie kann ihn dann David, vom Geiste erleuchtet, Herr nennen, da er sagt: E, sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich ii meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Sche­mel deiner Füße mache? Wenn nun David ihn Herr nennt, wie ist er dann sein Sohn?" Niemand konnte ihm Antwort darauf geben. Und von die­sem Tage an wagte niemand mehr, ihjm eine Frage vorzulegen.

Kulturkampf unter der Oberfläche.

Zum Kampf um die Säfularifafion der Wohlfahrts­pflege.

Eine Welle der Säkularisation, der Verwelt­lichung des Kulturlebens, geht durch die ganze Welt. Privatdozent Dr. I. Beeking hat in seiner großen Katholikentagsrede zu Münster überzeu­gend dargelegt, daß der K u l t u r k a m p f i m 2 0. Jahrhundert zu einem großen und entschei­den Teile auf dem Gebiete der Wohlfahrts­pflege ausgetragen wird. Dieser Kampf äußert sich still, aber äußerst gefährlich, besonders aus dem Gebiete der Wohlfahrtspflege.Weltlichkeit der Wohlfahrtspflege" ist die immer wieder be­tonte Forderung der Sozialisten. Praktisch be­schränkt sich aber dieser Säkularisationswille kei­neswegs auf die Sozialdemokratie, sondern reicht n eit'in die sogenannten bürgerlichen Kreise hin­ein. Aon welchen Stellen aber auch immer dieser Kamps geführt werden mag, eines haben sie alle unbedingt gemeinsam. Eine ganz diesseitig orien­tierte Lebensanschauung, die alles Transzendente, alle christlichen Ewigkeitsmotive und -ziele ablehnt und denGeist der in sich selbst ruhenden End­lichkeit" an dis Stelle des Geistes setzt, der seine letzten Gründe, höchsten Ziele und entscheidenden Kräfte in Gott sucht und findet.

Folgende ^tsachen liegen unseren Ausführun- am zu Grunde: In den öffentlichen Einrichtungen, wie in Krankenhäusern und Gefängnissen, will man vielerorts die Seelsorge völlig a u s s ch a l t en.

der öffentlichen Fürsorge untersagt man jedes Wort, das auf die christliche Einstellung des Be­amten hindeuten oder als religiöse Beeinflussung aufgefaßt werden könnte. Man schickt immer we- mger Kinder und Jugendliche in unsere katholischen Henne, weil in ihnen noch christliche Hausordnung herrscht und auf Gebet und Gottesdienst gehalten wird Man kürzt den christlichen Einrichtungen x "^rstiitzungen oder streicht sie vollständig. In ?en Städten mit starkem sozialistischen Einschlag hungert man die Anstalten der konfessionellen Jür- wrge aus, indem man eigene neue akonfessionelle non r .bQuf' obschon die vorhandenen konsessio- ei.en Heime mehr als genug Platz haben. Die ^uualpolitischen Richtlinien der SPD. fordern ton b*eAufhebung privater Kindergär-

' 2lh^rheime, Kinderhorte und Schulen".

h; rr!r ?ber fragen uns: Woher nehmen Sozialisten nur das Rocht zu die- ioconopolisierung der Für'sorge d ° ! e n t l i ch e r Hand? Man kann es doch

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