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Von Magda T r o t t-Misdroy.

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Wohlfahrtskunde, Besprechung der praktischen Arbeit und schriftliche Arbeiten.

Die jungen Mädchen, die den Beruf der Pfarrhelferin ergreifen wollen, müssen das zwanzigste Lebensjahr vol­lendet haben. Es ist ferner der Nachweis des erfolgreich abgeschlossenen Besuchs einer höheren Mädchenschule zu erbringen. Aber auch junge Mädchen mit Mittelschul­bildung ist der Beruf nicht verschlossen; sie müssen nur vor der Aufnahme eine Prüfung ablegen.

Bei der Anmeldung sind einzureichen: der selbstge­schriebene Lebenslauf, das Geburts- oder Taufzeugnis, ein verschlossenes pfarramtliches Sittenzeugnis, das letzte Schulzeugnis, eine Bescheinigung des Arztes über kör­perliche und geistige Gesundheit und, falls man bereits eine andere Berufsausbildung genossen hat, auch hier­über ein Zeugnis.

Für den Gesamtkursus wird ein Schulgeld erhoben, das jährlich 180 Mark beträgt. Es ist alle halbe Jahre im voraus zu entrichten. Für junge Mädchen von außer­halb ist mit der Schule ein Internat verbunden, der monatliche Pensionspreis beträgt 75 Mk. Es ist aber auch angängig, daß die jungen Mädchen in der Stadt wohnen, der Karitasverband vermittelt dann geeignete Wohnungen und Zimmer.

Es ist anzunehmen, daß sich eine ganze Reihe junger Mädchen diesem neuerschlossenen Berufe zuwenden, der ihnen, wenn sie mit Leib und Seele dabei sind, tiefinnerste Befriedigung gewähren wird. Es ist dankbar zu be­grüßen, daß dieser neue Beruf erschlossen wurde, damit wird unendlicher Segen gestiftet und es wird möglich werden, vielen Ratlosen und Schwankenden beizustehen,

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Belfortstraße 18, die neben fünf Anderen katholischen, so- zialen Frauenschulen Sozialbeamtinnen ausbildet, hat als einzige den jungen Mädchen die Berufs Möglich­keit zur Karitasbeamtin, Pfarrhelferin, Diasporahelserin erschlossen. Diese Posten können aber erst angetreten werden, wenn mit Erfolg die kirch­liche Prüfung abgelegt worden ist. Der Lehrplan um­faßt in zwei Schuljahren folgende Lehrfächer: Im ersten Jahre: Einführung in die gesamte Glaubenslehre der katholischen Kirche, Einführung in die hl. Schrift, Hilfs­katechese unter den Gesichtspunken der Laienhilfe, So­zialethik, Pädagogik, Rechtslehre und Bürgerkunde, Volks­wirtschaftslehre, Frauenfragen und Frauenbewegung, Wohlfahrtskunde, Jugendwohlfahrtskunde, Geschichte, Ge­sundheitslehre, Sozialliteratur, schriftliche Arbeiten, Be­sprechung der praktischen Arbeit und Bürotechnik.

Im zweiten Jahre: Einführung in die wichtigsten Gebiete der Sittenlehre, die praktisch wichtigsten Kapitel aus dem kirchlichen Eherecht, die Sekten, ihre Arbeitsme­thode und ihr Schrifttum, Einführung in die praktische Karitashilfe in der Seelsorge, unter besonderer Berück­sichtigung des katholischen Dereinswesens und der Volks­bibliotheksführung, Pädagogik, Jugendpflege und Jugend­bewegung, Bürgerkunde, Rechtslehre, spezielle National­ökonomie und Sozialpolitik, Versicherungswesen, Hygiene,

Spuren, die selbst ein langes Leben hindurch nicht ganz zu verwischen vermag. Darum sei es vor allem den Müttern gesagt: „Hütet euch vor den Launen der Er­ziehung"'. Wenn die Mutter mit dem Beispiel vor­angeht, wird es nicht allzu schwer halten, dies den Kin­dern beizubringen. Sie ist es, welche so gewaltige Schwankungen im Gemütsleben hervorrust, daß es leicht zu einer Ueberschreitung der Grenze kommt. Heute :st mim voller Nachsicht und morgen schwingt die Strenge das Szepter: und es hagelt von Schimpfwor­ten und bösen Reden.

Auf die weiche Kinderseele muß dies schädlich wir­ken. Es verwirrt die Begriffe von Gut und Bös; Recht und Unrecht. Matzhalten und immer Matzhalten, in der Liebe und in der Strenge.

Auch im geselligen Verkehr mit der Umwelt, in der Familie, bei unseren Freunden uff. machen wir uns oft Ueberschreitungen schuldig. Da wird ausgeplaude-t und weitergetragen und übertrieben und verurteilt; es kommt uns dabei gar nicht zum Bewutztsein, daß wir darüber Maß und Grenze verlieren und die Schulung der Seele davon in stärkste Mitleidenschaft gezogen wird.

Selbst die Tugend verliert ihren Charakter und ver­kehrt sich in das Gegenteil, wo weife Maßhaltung fehlt. Wir mögen das Beste wollen und höchster Vollkommen­heit zuftreben, wenn wir dabei das rechte Maß über­schreiten, ist unser Streben nicht nur wertlos, sondern sogar von Schaden. Aller Uebereiser taugt nichts. — Uebertriebene Strenge in der Erziehung führt zur Ver­bitterung und Verstocktheit; übertriebene Nachsicht zur Zuchtlosigkeit; geistige Ueberanstrengung zur Erschlaf­fung; usw.

Und wie mit unseren geistigen Kräften, so ist es auch mit den körperlichen. Es gibt kaum eine Handlung im Leben, ob seelischer oder körperlicher Art, die nicht durch Ueberschreitung verderblich für uns wird.

Die richtige Mitte muß uns führen bei der Pflege des Geistes und des Körpers. Menschen, die mäßig leben, werden auch im Verkehr angenehm sein, wäh­rend andere, die das Leben im Uebermaß genießen, äußerlich abstoßend auf wertvolle Menschen wirken, weil bei ihnen das materielle Uebermaß alles Geistige tötet.

Maßvolle Menschen sind um ihrer Tugend willen überall geachtet und beliebt und im Verkehr gesucht, weil man weih, daß man es mit Menschen zu tun hat, die sich in Gewall haben.

Wer auf seinem Lebensgang die goldene Mittelstraße geht, hat den besten Weg gewählt.

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Son Hans Gäsge n-Wiesbaden.

Nun sei mein Gast, o Einsamkeit, Nun sei mein Gast, o Stille, Dah ich nach Streit und Widerstreit Wein Herz mit Segen fülle, Der aus Musik mir golden fließt 3it lichter, reiner Welle, Ms stillem Buche sich ergießt Bei milder Lampenhelle.

Nun sei mein Gast, Beschaulichkeit Nach alter Väter Weise, Nun sei mein Gast, Erbaulichkeit, Daß leise, leise, leise

Ja mir die schöne Blume blüht, Demut genannt von Stillen, Mei freudig harerndes Gemüt Mit ihrem Duft zu füllen.

Dieser neue Beruf für katholische junge Mädchen und Frauen üürfte vielen willkommen fein, die das Bedürf- Haben zu raten und zu helfen und schwächeren Ge- enossinnen Stab und Hort zu sein. Man hat gft erkannt, daß dem Geistlichen die Arbeit über den Nf wächst, besonders in der Diaspora, wo er in müh» itmtm Walten weite Wege machen muß, um eine einzige «le aufzusuchen. Aber nicht nur dort, auch in der Groß­kind der Anliegen an den Geistlichen so viele, daß gewissenhafter Seelsorger nicht immer Zeit hat, um Em Anforderungen gerecht zu werden. Und doch ist ge­rn heutiger Zeit das Bedürfnis nach tröstlichem Zu» fo groß, der Kampf um eine Seele, die vielleicht "Men gehen könnte, wenn sich ihr nicht zur rechten Zeit » helfende Hand entgegen streckt, so schwer, daß der ger eine Unterstützung braucht, - die ihm feine volle Aufgabe erleichtert.

Warum sollte das weibliche Geschlecht nicht auch trö- . i*en und helfen können? Naturen, die durch und durch Frömmigkeit durchdrungen sind, werden stets in der "8* sein, für Hilfesuchende den rechten Ton zu finden, ven wahren Trost zu spenden. Nur für solche Naturen, «e im Glauben nicht wanken, ist der Beruf der Pfarr- heiserin wahrhaft zu empfehlen.

Die soziale Frauenschule in Freiburg im Brsg.,

Die Frau in der Küche.

Eierpilze. Eine delikate und dabei äußerst hübsch aussehende Vorspeise stellt man folgendermatzen her. Eier werden hart gekocht, geschält und an der Spitze etwas abgeschnitten, so daß sie aufrecht stehen bleiben. Der Dotter wird herausgenommen, mit Sardellen und Schinken fein gewiegt und dann wieder in das Ei ge­füllt. Schöne, reife Tomaten halbiert man, nimmt die Kerne heraus und setzt die Tomate, die man im Innern etwas falzt ,als Pilzhut auf das Ei. Mit Mayonnaise fetzt man kleine Tüpschen auf die Tomate und der schönste eßbare Fliegenpilz ist fertig. Die Pilze stellt man auf eine Platte, die man reichlich mit Petersilie belegt hat. Mit einer Unterlage von Kartoffelsalat ergeben diese Pilzeier auch ein appetitliches Abendessen. E. M.

Die Fran im Verns.

f. Frauen als Bürgermeister. Die niederländische Kammer hat mit 45 gegen 35 Stimmen ein Gesetz an­genommen, demzufolge Frauen zu dem Amte eines Bür­germeisters berufen werden können. Seit Jahren be­sitzen die Frauen in den Niederlanden das passive und aktive Wahlrecht, doch wurde ihnen bisher das Recht, ein öffentliches Amt, wie das eines Biigermeisters, aus-, zuüben, verweigert.

Mutter und Kind.

Ein paar Erziehungsgedanken von Franz Meister.

Ein uralter Fehler so vieler Mütter, dah sie glauben, Kindererziehung beginne erst, wenn das kleine Wesen die ersten Schritte tut oder ein paar Silben lallt. Kinder- erziehung, die sich ihres Zieles bewuht ist, mutz am Tage der Geburt einsetzen und systematisch und organisch aufgebaut werden. Die aufmerksame Mutter wird dann schon bald merken, dah auch der Säugling schon einen eigenen Willen hat, der gelenkt, umgebogen und erzogen werden muß.

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„Erziehen" darf aber nun keineswegs mit „Ver­ziehen" verwechselt werden. Eine sorgsame Erziehung muß auch einmal den Mut aufbringen nein zu sagen, wenn es für das Kind notwendig und nützlich ist. lieber» Haupt fehlt vielen unserer Mütter die konsequente Festig­keit, die beim Heranwachsenden Kinde die gleiche Rolle spielt wie der haltende Stab beim jungen Saum,

Ein vernachlässigter Hausgenosse.

Von Eva K r e m e r-Dtaumburg (Saale).

Der Mülleimer ist meistens ein vernachlässigter Haus­genosse, ein notwendiges liebel, dem die meisten Haus­frauen keinerlei gute Seiten abgewinnen können, obwohl feine pflegliche Behandlung mindestens ebensosehr zu den Aufgaben eines sorgsam geführten Haushaltes gehört, wie etwa die Reinigung der Kochtöpfe.

Vor allem sollte man einmal dem Unfug steuern, für die Zwecke des Mülleimers irgend ein altes, ausgedientes Gefäß zu benützen, vielleicht sogar irgendeine Holzkiste. Nichts ungeeigneter wie das. Holz ist für Nässe durch­lässig, es fault und nimmt Gerüche an, man kann es in der Regel nicht scheuern und was bergt, üble Dinge mehr sind.

Als Mülleimer benutze man grundsätzlich nur ein fest- schließendes, d. h. mit einem Deckel versehenes Gesäß aus Zink oder Zinkblech, das nicht roftet Zur Aussaugung unangenehmer Gerüche werden die Innenwände vor der Benutzung mit Karbolineum leicht angestrichen, auf die Außenseite gehören mindestens die Anfangsbuchsta­ben des Namens des Besitzers, wenn man nicht den vollen Namen anschreiben will. Auf diese Weise wird Verwechs­lungen und auch Diebstählen wirksam vorgebeugt. Da der Mülleimer alle Haushaltsabfälle aufnehmen soll, also Asche, Kehricht, Gemüsereste, verwelkte Blumen, sowie alle anderen Küchenabfälle, muß er einen leicht zugäng­lichen Platz bekommen. Wenn man seine Aufstellung in der Küche selbst vermeiden kann, tut man gut daran, denn einige Fliegen werden stets durch den bestverschlossenen Mülleimer angezogen.

Ueberhaupt kann der Mülleimer eine recht gefährliche Brutstätte für Ungeziefer aller Art werden, wenn man ihn nicht sorgfällig sauber hält. Dazu gehört, daß der Eimer nach jedesmaliger Entleerung mit einem Holzstäb­chen sauber ausgekratzt wird, damit sich in den Ritzen nichts festsetzt. Alle vier Wochen muß der Mülleimer mit Seifenwasser gründlich gereinigt und mit einer harten Bürste abgeschrubbt werden. Das macht man am besten in Verbindung mit der großen Wäsche, wo Seifenbrühe in genügender Menge zur Verfügung steht. Dann wird der Mülleimer gut getrocknet, in der Sonn» ober auf bem Herde und mit einem neuen Anstrich von Karbolineum versehen.

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Matzhallen.

jjon Dina Ern st berge r-Neunkirchen am Brand.

Maßhalten ist für das ganze sittliche und praktische n von größter Bedeutung. Und wie viel wird " tn gefehlt! Von uns allen. Immer und überall ritt in» Maßlosigkeit entgegen mit all den üblen Fol- -j, 5o viele kranken daran. Es fehlt uns an Selbst- um stets die richtige Mitte zu halten.

Dir sehen das Segenvolle des „Sich-im-Zaumehal- teif“, bewundern auch maßvolle Menschen, beneiden sie tage um ihre Ruhe, die sie allen Zeitgenossen wert Mcht, aber es fehlt uns der feste Wille, ihnen nachzu- die Selbstzucht, die uns befiehlt: „So viel und nicht weiter!"

Ohne Selbstzucht gibt es kein Maßhalten. Wenn das Kind nicht gelernt hat, feine Wünsche und Neigun­gen zu beherrschen, und darüber zu stehen, bann über» ichreitet der Erwachsene gar leicht die Grenze der rnaß- haltenden Mitte.

Jede Ueberschreitung des Maßes aber ist von lie­bel, fei es nun durch Worte, Schärfe, Strenge, Liebe, aff' Alles Zuviel und Zuwenig hat nachteilige folgen, und rächt sich. Maßlosigkell zieht stets Unangenehmes nach sich; sie kann die schönste Tugend zum Laster

Am schädlichsten ist die Wirkung des Maßlosen in der Erziehung. Hier hinterläßt sie im Kinderherzen

Lachen in der Kinderstube.

Von Dr. Hans W i e l a n d-Wien.

Ein kleiner Junge zeigt einem Herrn die lange Nase. Um ihn zu überlisten und dann kräftig durchzuwichsen, sagt der Herr: „Komm doch mal her, ich muß dir was sagen!" — Der Kleine sagt: „Dank schön, so a klaner Bua wie i muaß no riet alles wissen!" und rennt da­von.

Lieschen hat Schlucken. „Hast du dich verschluckt? fragt die Mama besorgt. — .Nein, Mama, ich bin noch dal" sagte die Kleine ernsthaft.

Indes die kleine Lotte schlief .hatte sie ein Schwester- chen bekommen ,bas ihrem Bette gegenüber angestedell wurde. Mitten in der Nacht erhebt der neue Weltbür- ger seine Stimme: „Nnnäää, nnää". Davon erweckt, richtet die Zweijährige sich im Bett auf, stützt die Hände auf's Bettgitter und ruft verweisend hinüber: „Nä heißt's gar nich, nein heiht's!"

Peperl und sein Freund stehen vor einem Denkmal. „Wer is denn dös?" fragt Peperl. — „I maß net!" ant- wartet der Freund. „Ader hau ehm halt die Nasen ab, bann wirst es schon morgen in der Zeitung lesen, wer's g’roefen is!"

Dom katholischen Frauenbund

Die Generalversammlung in Breslau verschoben.

Wie uns mitgeteilt wird, hat sich der Katholische deutsche Frauenbund nach ernster Ueberlegung entschlos­sen, mit Rücksicht auf die schwere wirtschaftliche Lage seine für Mitte Oktober in Breslau anberaumte Ge- neralnerfammlung zu verschieben.

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