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Akkorde. Da wird plastisch der Kampf vorgeführt, den Michael mit dem Drachen führte, ihn über­wand und wie die mächtigen Kampfes- und Sie­gesstimmen ausrufen: Heil, Ehre und Kraft dem allmächtigen Gott. Die lautlose Stille während des Kampfes hören wir atmen und dann gleichsam den jauchzenden Schwerthieb des Erzengels. Darum erscheint Michael ja auch im Bilde immer a l s siegreicher Held, der triumphierend den Dra­chen zertritt und mit flammendem Schwerte zum vernichtenden Schlage ausholt.

Michael ist aber auch der Beter für die Kirche. Die Liturgie sieht ihn ja so gern mit dem Rauchfaß bei dem Altar als Mrbitter und Ueberbringer der Gebete der Kirche. Da heißt es wiederum im Anschluß an die Apokalypse im Of-

Bei der Wahl vom 14. September haben sich die verantwortlichen Führer des katholischen Vol­kes vielfach veranlaßt gesehen, eine ganz konkrete politische Zielweisung zu geben. Wir denken an die Aufrufe vieler deutscher Bischöfe, in denen nicht nur grundsätzlich die an einen Wahl­kandidaten vom Standpunkt unserer Weltanschau­ung zu stellenden Forderungen festgelegt wurden, sondern auch das katholische Volk ermahnt wurde, Parteien zu wählen, deren Abgeordnete sich als Vertreter katholischer Grundsätze bewährten; wir Lenken an die Auslegung, die der Bischof von Hildesheim in einer Zentrumsversammlung seinem eigenen Erlasse zu den Wahlen gab, indem er ein­deutig das Zentrum als die Partei bezeichnete, die er dem Gewissen der katholischen Wähler emp­fahl. Man merkte es den bischöflichen Kundge­bungen vielfach an, wie sie, ohne in die Arena der Parteipolitik steigen zu wollen, aus höchster religiöser und sittlicher Verpflichtung heraus Füh­rer zu einer konkreten Entscheidung sein wollten, die über höchste und letzte Werte der katholischen Weltanschauung fiel. Von dieser Haltung der Bi­schöfe, die an die Kulturkampfzeiten erinnert, ist eine Klarheit und eine Zielsicherheit entsprungen, die belebend und beruhigend zugleich wirkte. Die Kirche ist nicht einer Partei hörig, auch wenn diese Partei Politik auf weltanschaulich-katholischer Ba­sis treibt. Aber die Kirchs ist für den Katholiken nicht nur Führerin in religiösen, sondern auch in sittlichen Fragen. Es kann Lagen geben, wo der Sinn dieser Führerschaft verloren ginge, wenn sie statt konkreter Normen abstrakte Prinzipien gäbe. Weil es sich um eine staatspolitische, nicht um eine parteipolitische Frage handelte, bei der das

Altar des Tempels und hielt ein goldenes Rauchfaß in feiner Hand. Man gab ihm viel Weihrauch hinein, und der Duft des Weihrauchs stieg empor zum Throne Gottes." Oder an an­derer Stelle: „Der Erzengel Michael kam dem Volke Gottes zu Hilfe; er'stand hilfreich ein für die Seelen der Gerechten."

Ueberaus schön und ergreifend ist auch die dritte Aufgabe des Erzengels; von ihr singt das geheim­nisvolle Offertorium der Totenmessen: „Herr Jesus Christus, König der Herrlichkeit, bewahre die See­len aller verstorbenen Gläubigen vor dem Rachen des Löwen, daß die Hölle sie nicht verschlinge, viel­mehr geleite sie der Bannerträger St. Michael in das hl. Licht."

Das Ziel der Liturgie ist die jeweilige Verkla­rung der Gläubigen und gerade das Evangelium des'Festes läßt dieses klar durchblicken mit dem Hinweis auf die Botschaft des Heilandes auf die Engel des Himmels, die die Kleinen behüten. Da­mit schließt das Fest des Engels Michael in über­aus zarter Innigkeit den Schutzengelmonat ab, es wird zu einer Schule des richtigen Selbst- werterlebnifses, besonders auch der richtigen Be­wertung des Kindes, es wird zudem ein Mahner, nicht bloß einen Schutzengel zu haben, sondern zu­gleich ein Schutzengel, ein Helfer und Sieger zu fein für jene, die uns aufgegeben find.

der Katholischen Aktion zu entsprechen schien, in­dem sie die katholische Idee und ihre Stoßkraft aus den Tageskämpfen und den dadurch beding­ten verhängnisvollen Verstrickungen fernhielt, hatte eine gewisse Unsicherheit erzeugt, die lähmend wirkte und die Gefahr heraufbeschwor, daß na­mentlich die katholischen Iugendbünde restlos radi­kalisiert würden. Nur vorsichtig näherten fif) die katholischen Frauenverbände in einem gemeinsamen Aufruf zur Bildung einer „geschlossenen Front der

staatsethische Fundament entscheidend war, konnten die Bischöfe soweit gehen, wie ein Bischof von Hil­desheim in diesem Falle gegangen ist. Die sozial­demokratische und radikale Presse aller Schattie­rungen hat sich über die bischöflichen Erlasse mit ihrer mehr oder weniger konkreten Zielweisung aufgeregt. Ihr wäre es lieber gewesen, wenn die Bischöfe überhaupt nicht gesprochen hätten oder abstrakte Prinzipien eines Moralhandbuches über staatsbürgerliche Verpflichtungen hätten verlesen lassen. Aber die Bischöfe haben sich nicht einschüch­tern lassen. Und viele Priester haben auf den Kanzeln, ohne den Namen einer Partei zu nennen, das Volk zu einer konkreten Gewissenbildung ge­führt. In solcher Konkretheit ist das katholische Volk noch nie seit der Wahl zur Nationalversamm­lung auf die Lösung einer politischen Frage hin­gewiesen worden. Diese Tatsache weist darauf hin, daß es sich bei dieser Wahl um letzte Entscheidun­gen des katholischen Gewissens handelte.

In den katholischen Verbänden hat

nen angehören, auf das schlüpfrige Gebiet der kon­kreten politischen Zielweisung vor, indem sie in einem Aufruf schrieb: „Wir haben das feste Ver- tr: uen, daß Zentrum und Bayerische Volkspartei zu diesem Ziele (Arbeit und Brot, Finanzgesun­dung, Staatsordnung, christliche Kultur) führen. In diesem Sinne richten wir an die Mitglieder un­serer Verbände und an das ganze katholische Volk die Aufforderung, verantwortungsbewußt die jetzige ernste Wahlentscheidung auf Ehre und Gewissen zu nehmen."

Die Jugend vor allem hat dann der Logik Lieser Entscheidung zur Verwirklichung in den letzten Konsequenzen verhalfen. Die „Wacht", das Organ der katholischen Iungmänner, forderte in Hinblick auf die folgenschwere sittliche Entscheidung der Stunde zur Förderung der Zentrums- pa r t e i in der Werbung, in der Wahlarbeit, bei der Stimmabgabe auf. Aehnlich stellten sich die im Iugendhausverlag Düsseldorf erscheinenden „Stim­men der Jugend" geschlossen hinter Brüning und seiner Partei: „Der Glaube stellt uns in dieser ganz konkreten politischen Situation vor eine aller Welt offenkundige und geschlossene politische Ent- scheidung. Aus Glaube entscheiden wir!" Und so ist diese Jugend mit Flugblättern unüjergeejlt, hat sie Wahlschlepperdienste geleistet, hat sie Sprech­chöre gebildet, hat die Propaganda-Umzüge mit­gemacht.

Wir müssen aus dem Munde von politischen Führern unseres katholischen Volksteils, wie un­geheuer dankbar sie für das Erleben dieser Stunde waren, wissen auch wieviel froher katholischer Op­timismus und jugendliche Spannkraft aus dieser großen Bewegung katholischer Jugend zum Poli­tischen hin für Volk, Staat und Kirche im Partei­leben sich auszuwirken beginnt.

Nur eine Warnung ist auszusprechen: Nicht bei jeder Wahl geht es so um ein Letztes, wie bei dieser und vielleicht einer bald folgenden Neuwahl. Es ist im Sinne der Katholischen Aktion, bei l e tz- ten Lebensfragen des Staates ins Konkret- Politische vorzudringen und Entscheidung zu brin- gen. In solcher Stunde leidet die Seele des ka­tholischen Jugendlichen keinen Schaden, wenn sie den Lärm der Wahlversammlung mitmacht. Aber solche Stunden sind im Völkerleben selten. Es soll katholischer Jugend nicht verwehrt sein, sich in politischen Jugendbünden politische Ziele auf der Grundlage der katholischen Weltanschauung zu setzen. Wir freuen uns darüber; denn katholische Jugend muß heute schon mit 20 Jahren nicht nur religiös-sittlich, sondern auch politisch reif fein. Aber die katholischen Jugendverbände als solche und alle katholischen Verbände müssen aus der konkret- politischenEntscheidung um Sein und Nichtsein höch­ster Werte wieder den Weg zurück zur politischen Neutralität finden. Die Lehre der Kirche und die Erfahrung der Jahrhunderte sagen uns, daß den politischen Belangen des katholischen Volkes und der Kirche selbst am besten gedient ist, wenn die Kirche und kirchliche Standes vereine außerhalb der Tagespolitik bleib in. Aus dieser

Begegnung zwischen Zentrum und Kirche am 14. September 1930 wird aber, so hoffen wir, allen denen eine übernatürliche Kraft fühlbar wer­den, die demnächst im neuen Reichstag der Not, dem Glauben und dem Sehnen des katholischen Volkes Ausdruck zu geben und letzte Entscheidun­gen zu fällen haben. In der Schlußsitzung der staatspolitischen Gruppe des Vertretertages katho­lischer Verbände zu Münster kam in allen bedeut­samen Diskussionsreden die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der übernatürlichen Weihe und der übernatürlichen Kraft für den katholischen Politiker zum Ausdruck Wird es diese Politiker nicht ermutigen, wenn der Segen der Kirche und das G e b e't d-e s katholischen Volkes f« diesmal begleiten wie nie zuvor? 3. Peters.

zu allen Zeiten und oll-n ^rten glaubt. . . Dem evan­gelischen Leser bietet er viel Neues und Interessan­tes. Vor allem findet sich in ihm vieles anders, als wir Evangelischen es gehört oder gelernt haben. Falsche Urteile über die katholische Kirche und Lehre müssen nach ihm berichtigt werden; denn maßgebend ist nur, was im Katechismus steht, nicht was die Leute oder auch manche Lehrer und Prediger sagen."

„Katholisch und Protestantisch" nennt sich ein neues Buch von P. Dr. Heribert Holzapfel, Lek­tor der Theologie im Franziskanerkloster St. Anna in München. (VI und 196 S.) Freiburg i. Br. 1930, Her­der. Geheftet 3.40 Mk.

Es will dem Frieden der beiden Konfessionen dienen. Es ist für alle geschrieben, die verschiedenen Glaubens einander verstehen und einander gerecht werden wollen. — Der Verfasser, der schon feit 30 Jahren Theologie doziert, legt in strenger Sachlichkeit die zwischen Ka­tholizismus und Protestantismus scheidenden Glaubens­lehren dar. Er behandelt demgemäß die protestantische und katholische Auffassung von der Heil. Schrift, von der Rechtfertigung, den guten Werken, den Gnaden­mitteln, den Sakramenten, im einzelnen, dabei auch die Frage der Ehelosigkeit, der Mischehe, sodann das ka­tholische Frömmigkeitsleben, Sakramentalien, Heiligen­verehrung, Marienkult, Ordensstand, Ablaß, Fegfeuer, das kirchliche Begräbnis, Feuerbestattung. Der Anhang bietet in kurz und klar gefaßten Sätzen eine lieber» sicht über die wichtigsten Unterscheidungslehren.

Das vorgesteckte Ziel kennzeichnet der Herr Verfasser mit den Worten: „Demgegenüber betrachte ich es als meine Aufgabe, den Weg zur Verständigung zu ebnen, durch rein sachliche Aufklärung, über das, was Katho­lisch und Protestantisch ist, durch richtige Darlegung der beiderseitigen Standpunkte, der Lehre, und Denkweise. Ausgeschlossen soll sein nicht nur jedes verletzende Wort, sondern auch alles Hinweisen auf Mißbräuche in beiden Lagern, auf geschichtliche Ereignisse, die nur als Zeit­erscheinungen, nicht als notwendige Folgerungen aus dem Glaubenssystem zu werten sind. Es dient das nicht dem Frieden, sondern gießt ständig neues Oel ins Feuer." Das Buch richtet sich an das theologisch nicht geschulte Volk, will aber nicht auf „wissenschaftliche Ge­nauigkeit" in der Darstellung verzichten.

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der evangelischen Landeskirche" mit den hoffnungsvollen Worten: „Möge der verheißene Zeitpunkt nicht mehr fern fein, wo unter einem gemeinschaftlichen Hirten alles in einem Glauben, in einer Liebe und einer Hoff­nung sich zu einer Herde bilden wird."

In tiefster Seele ist ein Gutteil der evangelischen Christenheit von dem Verlangen nach Einheit und Eini­gung, zumal nach dem Weltkrieg erfaßt worden. Im Zeichen und im Dienste des Einigungsgedankens standen die beiden großen evangelischen Weltkongresse von Stock­holm (1925) und von Lausanne (1927). In ihrem Sinne wirken auf deutschem Gebiete die Zeitschriften: „Religiöse Besinnung" und „Die Hochkirche". Ein Er­trag dieser Weltkonferenzen war die vertiefte Erkennt­nis, daß äußere Zusammenschlüsse, Vereinbarungen ge­sellschaftlicher und organisatorischer Art nicht zur ge­wünschten und vom Heiland geforderten Glaubensein­heit führen. Diese kann nur auf dem Wege ureigener, persönlicher Ueberzeugung von der Wahrheit erzielt wer­den. Sichere Wahrheitserkenntnis ist aber das Werk vieler persönlicher Mühewaltung, verbunden mit nicht wenig Selbstbescheidung und Selbstverleugnung, bedingt durch die Bereitwilligkeit, Vorurteile, irrige Anschau- uygen abzulegen, der erkannten Wahrheit durch die Tat, den persönlichen Lebenswandel Zeugnis zu geben.

Wiederholt haben Protestanten ihre Glaubensgenos­sen auf die Notwendigkeit hingewiesen, die katholische Lehre und Religion gründlicher kennen zu lernen und dahingehende Mittel und Wege namhaft gemacht. So empfahl im Jahre 1917 der Pfarrer Alexander Lö­wentraut in Eulo bei Forst in der Lausitz in feiner weithin bekannten Schrift: „Eine heilige, allgemeine Kirche" (Leipzig 1917) den Angehörigen seiner (evan­gelischen) Kirche ' :e Lesung und das Studium des „rö­mischen Katechismus". Von diesem schreibt er: „Er hat Vorzüge, die geeignet sind, uns Evangelische für eine Wiedervereinigung zu gewinnen. Der römische Ka­techismus djnet sich durch Uebersichtlichkeit, Klarheit, Gründlichkeit, Vollständigkeit und Reichhaltigkeit, vor allem aber durch feine kirchliche Einheit, Reinheit und Hoheit aus. Der römische Katechismus bildet das >;inb der Einheit des Geistes der gesamten kathol. Christen­heit der Welt. Er beschließt alles, was die kathol. Kirche

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katholisch und Protestantisch.

Seit vierhundert Jahren, seit den Tagen und Zeiten Luthers geht ein großer, tiefer Riß durch das deutsche 2~“- Er heißt Kirchenspaltung. „Hie Katho- >k, hie Protestant," heißt es seitdem in den beiden ge= nennten Lagern. Der eine Riß, der durch das deutsche •8°lksganze von oben bis unten geht, hat viele Neben- "Ise, viel Zerklüftung, viel Zersplitterung auf allen Ge- jeten des Geisteslebens zur unseligen Folge gehabt, halte die Reformation für das größte ngIücf Deutfchlands", sagte dem Schreiber dieses feffo b65 ®r'e9e5 e'n protestantischer Hochschulpro-

»Friede ernährt, Unfriede verzehrt." Uneinigkeit in süchtigsten Fragen der Religion und damit auch der «lichkeit entzweit die Gemüter, entfremdet einander 'E Seelen, auch der Bestgesinnten, schafft dichte Dorn« zwischen anmutreichen Pflanzgärten, errichtet oft» hohe und breite Mauern zwischen nachbarlichen ebieterr edelster Geisteskultur. Zerrissen und gespalten n Zahlreiche größere und kleinere Religionsgemeinschaf- J.n 'st am meisten in deutschen Landen die evangelische ..!5*e- Die Statistik des Deutschen Reiches zählt amt» an 300 Svndergemeinschaften (Sekten), o Her Zwiespalt, solche Uneinigkeit führt ganz natur» 9«mdß zur gegenseitigen Befehdung.

Dem Willen und dem Gebete Christi entsprechend l llen die Gläubigen, wie es in der Zeit der Apostel tat» der Fall war, eins sein. „Sie waren ein Herz n. eine Seele" (Apg. 4, 32). Christus betet im Evan- 9® 'UM, daß seine Gläubigen eins seien, wie Gott V a- e°r und (Sott Sohn eins sind. Jesus spricht von der 'Nen Herde und dem einen Hirten in seinem Reiche •Her auf Erden (Joh. 11, 16). Auch evangelische Chri- I-V1 erkennen und bekennen den Unsegen, dasWiderchrist- der Glaubenstrennung. Zahlreich sind die Stim- Gn" <”°n edlen Protestanten, die der Notwendigkeit der „enseinbdt und der Hoffnung auf ihre Wiederher- p7UnS im deutschen Volke Ausdruck gegeben haben, m^n 1817 während der Jahrhundertfeier der Refor- Sßitfc1 ^schließt der preußische König Friedrich _ "Helm III. die amtliche Urkunde für die „Union

von allen gefühlten Pro- die st a a t s p o l i t i s ch e

Arbeitsgemeinschaft katholischer

Verbände, der die meisten großen Organisatio-

Sonntag nach Pfingsten

gingangslieb: Pf. 85, 3 und 5.

ffrMrme dich meiner, Herr, ich rufe zu dir den ,-n Tag Denn du, o Herr, bist gut und mild an Gnade für alle, die dich anrufen.

ebb 1) Neige, Herr, dein Ohr zu mir und re mich': denn' hilflos bin ich und arm.

Evangelium: Pf. Cut. 14, 1—11.

jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat in >a-Hus eines vornehmen Pharisäers speisen. Sie ”Ln genau auf ihn acht. Und siehe, vor ihm war ein Mann, der die Wassersucht hatte. Jesus kraate die Gesetzlehrer und Pharisäer: „Ist es er» aubt am Sabbat zu heilen?" Sie schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn und hieß ihn von dan­nen gehen. Dann sprach er zu ihnen: „Einem von euch fällt ein Esel oder ein Ochs in die Grube, ^stht er ibn nicht sofort heraus, auch an einem Sabbat?" Darauf konnten sie ihm nichts erwidern. Da er bemerkte, wie die Geladenen die ersten Plätze aussuchten, trug er ihnen ein Gleichnis vor: „Wenn bu ,u einem Hochzeitmahle geladen bist, so setze dich nicht an den ersten Platz. Es könnte ja ein Vornehmerer als du von jenem geladen sein, und der welcher dich und ihn geladen hat, könnte dann kommen und zu dir sagen: Mach diesem Platz. Dann müßtest du beschämt den letzten Platz einneh­men. Wenn du geladen bist, so geh und setze dich an den letzten Platz. Wenn bann dein Gastgeber kommt und dich 'auffordert: Freund, rück höher hin­auf! so wird dir das zur Ehre gereichen vor allen, die mit zu Tische sitzen. Denn '«der, der sich er­höht, wird erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden".

man lange gerungen, ob man in abstrakter oder konkreter Zielweisung an die Mitglieder herantre- ten sollte. Die jahrelang geübte Zurückhaltung konkreter politischer Stellungnahme, die dem Geist

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| Nordportal des Freiburger Münsters dargestellt hat. Auf erhabenem Fürstensitz erblicken wir dort Gott in der Mitte. Seine Rechte segnet einen an» betenden Engel, zur Linken aber versucht eine En­gelsfratze, ein geflügelter Teufel mit häßlichem Affenkopf, einen Thronsesse! auf den Unterbau hin­aufzuheben, auf dem (Sott sitzt. Doch, ohne ihn auch nur einer zornigen Bewegung wertzuachten, macht (Sott, das Antlitz abgewandt, nur eine weg­weisende Bewegung mit der linken Hand und kraftlos knickt die Teufelsfratze in die Knie.

Der Menfchengeift ist nun frei — aber nicht unbeeinflußbar. Die Frei­heit ist begleitet mit der Fähigkeit, Einflüsse über­redender und verlockender Art zugänglich zu sein. Der Affe Gottes sucht nun Macht über die Men­schen zu gewinnen und sie sich ähnlich zu machen in der Sünde. Um ihnen aber im Entscheidungs­kampf für oder gegen Gott eine Gegenwirkung zu­kommen zu lassen, hat (Sott die guten Engel be­stellt zum Dienste der Menschen. So lehrt es Chri­stus und mit ihm die Kirche. An der Spitze der guten Engel steht Michael, der Gegenpart Luzi­fers, wie es sein Name: „Wer ist rote @o11?" schon ausdrückt.

Eigentlich ist das Fest am 2 9. September das Kirchweihfest einer dem hl. Erzengel Michael geweihten Kirche in Rom, wie das auch noch heute die liturgischen Bücher ameigen. Sm Bewußtsein der Christenheit ist es aber ein Engelfest. Michael gilt als der Führer der Engel, er ist nach dem Propheten Daniel der Schutzgeist der Synagoge und wird deshalb auch als Schutzpatron der katho­lischen Kirche gefeiert. Er ist ferner der Führer der abgeschiedenen Seelen in das Paradiies. So ist sein Fest das älteste, früher einzige Engelfest. Seit alter Zeit ist er der Patron Deutsch­lands, bereits in der Schlacht am Lechfelde (955) wurde sein Bild im Reichsbanner voran­getragen. Die Liturgie des Festes zeichnet den Erzengel überaus plastisch in dreifacher Tätigkeit im Dienste der Kirche: als Kämpfer, als Beter und Geleitsmann.

Die geheime Offenbarung, das gewaltige Buch des Kampfes zwischen der gottreucn und der gott- feindlichen Schar gibt der Liturgie die mächtigen

Das Fest des hl. Michael.

Von G o e r g e.

Der Glaube des naiven Menschen belebte von jeher die Welt mit Geistern, die, an Ort und Zeit gebunden, unter gewissen Geisterführern ihr selb­ständiges Dasein und Leben haben, den Menschen nutzen oder schaden, je nachdem dieser es versteht, jene sich zu Freunden zu gewinnen oder durch Un­geschicklichkeit sich zu Feinden zu machen. Der (Staube an Elfen, störende Geiste und Gespenster. Heinzelmännchen, Kobolde und Hexen ist uralt und bet allen Völkern heimisch. Er übt aber auch einen gewissen Einfluß auf das religiös-sittliche Leben des Menschen aus. Harmlose Zauberkünste und aber­gläubische Mittel werden angewandt, um die hik?» reidren Geister zu gewinnen, die schädlichen abzu­wehren. Manchmal hat aber auch dieser Glaube die Form angenommen, daß diese Himmels- UNV Erdgeister sich diametral entgegengesetzt werden und in ein eigenes Urprinzip zurückmünden, so daß der gute Lichtgott und der böse Urgott sich gegen» überstehen. Die Urkirche hatte gerade mit solchen Anschauungen in hartem Kampfe gelegen und sieg­reich verfochten, denn bei einem guten und bösen Urprinzip wäre der Kamps des Menschen gegen das Böse hvff- nungs- und ausstchtslos. Ihre Lehre von denEngeln und denTeufeln bie­tet aber auch die allein widerspruchslose Erklärung für die Möglichkeit des Bösen überhaupt und zu­gleich die trostreiche Zuversicht ,daß das Böse nie unb nimmer Bestand in sich selber hat, daß es ge­gen Gottes Willen nur soviel vermag, als ob für bie Durchführung der sittlichen Ordnung zulässig (ft, daß ein Geschöpf, das in sich selber willig sich Mr Gott entscheidet, durch böse Mächte nie von ®oti weggerissen werden kann. Das Wesen aller Geschöpfe ist gut, weil Gott, der Schöpfer des Welt­alls, nur Gutes schuf. Auch Satan war gut, aber w machte von seinen guten Gaben einen schlechten Gebrauch, und so ist seine Bosheit die Strafe sei­nes Abfalls. Die Ursünde des Teufels und der «einen war ihrer Absicht nach nichts anderes als aufrührerische Nachäffung Gottes. Das ist die Lehr« der Kirche, die ein Bildhauer des Spätmittelalters mit großartiger Einfachheit und Schlichtheit am

In der Einleitung äußert der gelehrte, mit den Auf­gaben und Arbeiten zeitgemäßer Seelsorge bestvertraute Ordensmann von St. Anna seinen tiefen Schmerz dar­über, daß den protestantischen deutschen Mitbürgern noch bis in die jüngste Vergangenheit und neueste Gegen­wart hinein die Lehre der katholischen Kirche völlig ent­stellt, bis zur Lächerlichkeit verzerrt vorgelegt und be­zeugt wird. Er führt einige Proben an aus dem Buch von K. Haußleiter, Dekan und Kirchenrat, „Fürs Leben". Der Katechismus als Gabe für Konfirmanden und Konfirmierte. 6. Auflage. München 1925. Der Teil „Unterscheidungslehren" war als Separatabdruck im Jahre 1928 schon in 120 000 Exemplaren verbreitet. Darin stellt er u. a. als Lehre der katholischen Kirche "hin: „Den katholischen Laien ist im allgemeinen das Lesen der Heil. Schrift zu verbieten." „Paulus nennt das Verbot der Ehe (Zölibat) eine Teufelslehre. Er mahnt, daß ein Bischof eines Weibes Mann fein soll." „Ewige Seligkeit gibt es nur in der katholischen Kirche." „In Wirklichkeit macht das Volk keinen Unterschied zwi­schen Anrufen und Anbeten der Heiligen." „Maria wird über Jesus gestellt." „Gott wird im Katholizismus regelmäßig als Gegenstand der Furcht vorgestellt." „Dem Katholiken wird schließlich doch nur die Wahl gelassen zwischen verzweifelnder Selbstquälerei unb einem äußerlichen Vertrauen auf die unbewußte, daher magische Wirksamkeit der Sakramente." „Dem natür­lichen Erwerbsleben haftet im Katholizismus ein Makel an." Die Reihe ließe sich beliebig vermehren. Wahr- lich, ist es angesichts solcher Entstellung noch zu ver- wundern, daß sich die Kluft zwischen dem katholischen und protestantischen Volksteil nicht schließen will, daß das gegenseitige Verstehen unmöglich wird, wenn die wirklichen Unterschiede in so unrichtiger Weise bärge» stellt werden?

Darum erscheint die unparteiliche Aufklärungsarbeit, welche der Verfasser auf sich genommen, als ein edles Werk des deutschen V o l k s f r i e de n s, für das ihm Dank gebührt. Darum fei das Buch, dieses Friedens­buch, allen Katholiken und Protestanten, die miteinander um die Wahrheit ringen und streiten, als Friedensmittler und Wegweiser zur heilbringenden Wahrheitserkenntnis recht angelegentlich empfohlen. Rs.

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