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gleichsam zum Ziele getragen. Von der Zukunst hoffe ich alles. Wenige Jahre und ich werde im vollen Genüsse meines Geistes leben ja, ich hoffe, ich werde durch Ehe und Glück zu den Werten meiner Jugend zurück­kehren. Meine Ehe gibt mir mein inneres Dichterleben wieder zurück."

Es ist geradezu rührend, zu lesen, mit welcher unbe­schreiblichen Herzlichkeit Schiller seine Gattin gepflegt hatte, als gefährliche Krankheit das Heim des Dichters umschlichen. Aber nicht weniger packend und fesselnd und doch erfrischend wirken Beobachtungen, die den Dich­ter im engsten Kreise seiner Familie als den Gespielen seiner Kinder zeigt. Mit seinem Erstgeborenen saß er lieb­kosend und tändelnd umher und einmal rief er voll Glück­seligkeit aus:Nichts Schöneres als mein Weib und der Junge!"

Vom Wachstum -es Säuglings.

Von Dr. rned. F. Mose r-Berlin.

lieber das Wachstum und die Längenmaße des Säug­lings im ersten Lebensjahr hat man genaue Statistiken geführt und aus diesen die mittleren Zahlen als Norm angenommen. Die Schmidt-Monradschen Gewichts- und Längentabellen für den Säugling haben auch heute noch Gültigkeit. Aus ihnen geht hervor, daß ein Knabe im ersten Monat nach der Geburt rund 3450 Gramm wiegt, ein Mädchen 3219 Gramm. Im ersten Monat sollen die Säuglinge 750 Gramm zunehmen, in jedem weiteren Monat 50 Gramm weniger, so daß die Gewichtszunahme im 12. Monat nur noch 220 Gramm beträgt. Ein Knabe hat im ersten Monat eine Durchschnittsgröße von 50,6 Zentimeter, ein Mädchen ist etwas kleiner, nämlich 50,1 Zentimeter. Säuglinge wachsen hn ersten Monat 4 Zen­timeter, im zweiten drei, im dritten zwei, im vierten und fünften einen Zentimeter. Im sechsten und siebenten Monat beträgt die Längenzunahme wieder je zwei Zen­timeter, im achten bis zehnten geht sie zurück auf einen Zentimeter, um im elften Monat wieder 2 Zentimeter zu erreichen. Ein gesunder Knabe wiegt nach einem Jahr etwa 8600 Gramm und ist 71 Zentimeter groß, ein ge­sundes Mädchen 7800 Gramm bei 68 Zentimeter Körper­länge.

Reine Hände.

Schmutzige Hände sollte es heutzutage, im Zeitalter der Hygiene, überhaupt nicht mehr geben. Gewiß, vielen Menschen ist die Mahnung:Nach dem Stuhlgang, vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen!" zu einer selbst- verständlichen Pflicht geworden .aber man halte nur ein­mal in der Schule oder in einer Volksversammlung eine Parade der Hände ab! Die Hand ist derjenige Teil un­seres Körpers, den wir am meisten gebrauchen. Wir greifen in die Tasche, um das Taschentuch ober das Por­temonnaie herauszuholen; ist unsere Tasche wirklich sau- ber? Wir fassen Geldstücke an, die vorher durch sound­soviel sicherlich nicht immer saubere Hände gegangen sind. Wir brauchen unsere Hände zu allen möglichen Verrichtungen während des Tages und wir beladen sie so bewußt oder unbewußt mit Schmutz und Krankheits- keimen. Die verunreinigten Hände dürfen wir nicht acht- los zum Munde führen oder einem anderen zum Gruße reichen. Uebertriebene Bazillenfurcht ist sicherlich nicht am Platze, aber ein wenig Vorsicht kann uns doch vor manchen Krankheiten bewahren, zumal, wenn man dazu, wie beim Händewaschen, nicht mehr benötigt als Wasser, Seife und Bürste. Ganz besonders sollten Elternhaus und Schule darauf bedacht sein, den Kindern häufiges Händewaschen schon in frühester Jugend anzuempfehlen. Nicht nur morgens und abends, nicht nur vor dem Essen und nach dem Stuhlgang, sondern z. B. auch nach den Schularbeiten, nach dem Spiele usw. sollten die Hände stets gewaschen werden. Zur Hand gehört aber auch bekanntlich der Nagel. Nichts ist häß­licher und unappetitlicher als ein Nagel mitTrauer­rand". Unter dem Nagel setzen sich Schmutz und Krank- heitskeime mit ganz besonderer Vorliebe fest. Mit einem Nagelreiniger oder im Notfall mit einem zugespitzten und vorsichtig gehandhabten Streichholz muß man sich nach dem Händewaschen stets auch die Nägel reinigen. Schmutzige Hände sind eine Sünde gegen die eigene Ge­sundheit und eine Gefahr für die Gesundheit anderer.

Sapilalbildimg in der Hauswirtschaft.

Zum Weltspartag am 30. Oktober.

Die Kapitalbildung in der Volkswirtschaft vollzieht sich zu einem ansehnlichen Teil in einer meist wenig be­achteten Sphäre, nämlich im privaten Haushalt, im Be­reich der Hausfrau. Die Hausfrau hat nicht nur für das Wohl ihrer Familie zu sorgen, sondern ihr kommt auch im allgemeinen Wirtschaftsleben eine viel größere Be­deutung zu, als man gewöhnlich annimmt. Sie ist die Verwalterin des Wirtschaftsgeldes und damit eines er­heblichen Teiles unseres Volkseinkommens. Man nimmt an, daß in Deutschland durch die Hände der 11 Millionen Hausfrauen jährlich nicht weniger als etwa 16 Mil­liarden Reichsmark laufen. Damit bestimmt sie aber auch wesentlich Richtung und Art des Verbrauchs. Es bleibt ein großes Verdienst der Hausfrau, daß in den letzten Jahren unter dem Druck der wirtschaftlichen Not der Gedanke des planmäßigen und rationellen Ver­brauchs mehr und mehr Fuß gefaßt hat. Damit hat sich die Hausfrau mit Erfolg in die Front derer gestellt, die für vernünftiges Wirtschaften und den Spargedanken eintreten. Es gibt immer noch Leute, die zwischen Spa­ren und Verbrauchen einen Gegensatz sehen wollen. Nichts falscher als diese Vorstellung. Der Spargedanke ist eine wertvolle Stütze und selbstverständliche Ergän­zung des rechtverstandenen Verbrauchs. Schließlich ist Sparen im Grunde genommen ja auch nur eine Art des Verbrauchs, denn das nicht aufgezehrte Einkommen wird planmäßig für künftigen Verbrauch in Notfällen, im Alter oder für andere Ziele rechtzeitig sichergestellt. Trotz oder gerade wegen der schlechten Zeiten hat der Spar- gebaute in den letzten Jahren bei uns immer tiefer Wur­zel gefaßt, wie der erfreulich schnelle Aufbau des kleinen Sparkapitals beweist. Wer glauben sollte, es komme auf das Verhalten des Einzelnen in solchen Fragen wie der Kapitalbildung nicht an, dem sei gesagt, daß die Milliardenziffern des Sparkapitals allein die Spar­kassen verwalten über 10 Milliarden Reichsmark sich aus unzähligen kleinen Beträgen zusammensetzen. Das Beispiel der Hauswirtschaft lehrt, daß es nicht so sehr in erster Linie auf die Menge und die Zahl ankommt als auf die richtige Einstellung des Menschen zum Wirtschaf­ten überhaupt. Der Weltspartag will auf diese lebens­wichtigen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Haus­halt Hinweisen.

Sathol. Seulscher Frauenbund

Landkreisvereiaigung Fulda lädt zum Landftauentag auf dem Petersberg am Sonntag, den 5. Oktober ein. Andacht 12V- Uhr, Kaffee im Schwesternhaus (30 Pfg.) Taffe und Brot mitbringen! Zusammen­sein und Darbietungen im Jugendheim. Die länd­lichen Zweigvereine, sowie alle Frauen und Mädchen sind herzlich dazu eingelaben. Anmeldungen bis Donnerstag, den 2. Oktober, an das Schwestern- Haus Petersberg.

für den Bedarf aufbewahrt.

Dr. H.

Zucker und würzt mit Zimt, Nelken und einii würzkömem. Man läßt nochmals eine Vier aufkochen, gießt nochmals durch ein Sieb, um i würz zu entfernen, und trägt auf. Soll die Supp sämig ausfallen, so empfiehlt es sich, einige Löf riebene Semmel ober geriebenen Zwieback beijt

Hagebutten-Dein.

Auf 5 Liter rechnet man ungefähr 2 Pfund Hagebutten. Die Früchte werden zerschnitten ober quetscht mit zirka 3 Liter kochendem Wasser übern Ist der Ansatz erkaltet, so fügt man eine am Tage her angekeimte Sherry-Trocken-Weinhese hinzu. Ankeimen der Hefe ist besonders wichtig, weil fte , neuem Leben erweckt und stark vermehrt, im frisch Entwicklungsstadium sofort bas Einsetzen einer n weinigen Gärung bewirkt. Am nächsten Taz > man burch einen Leinensack ab unb füllt bie Flussi in eine 5-Lüer-Gärflasche. Inzwischen löst man Gramm Zucker in etwa 1% Liter Wasser auf. < Zuckerlösung wird nach bem Erkalten nicht auf ein sondern in drei Teilen an den nächstfolgenden drei gen beigefügt. Mit Wasser wird alsdann bis Flaschenhals gefüllt, der Gärverschluß aufgesetzt unb warmgestellt. Nach sechs Wochen ist der Wein fe der nicht nur durch reinen Geschmack, sondern auch d seine Farbe auffällt.

Wer das Glück hat, viele Hagebutten zu famn sollte einen Teil davon eintrocknen, um damit im S des Winters Tee und Wein herstellen zu können, diesem Zwecke werden bie Hagebutten entkernt unb warmen trockenen Räuntsn ausgebreitet gelagert bie Schalen glashart, so werden sie in Leinensäckchen g, füllt und am besten hängend m einem trockenen R<v»

Alle Häuser.

Die ganze Woche sind sie grau und müd, Die alten Häuser. Nur an manchen Tagen Ist ferner Glanz an sie herangetragen, Daß es um jede stille Ecke blüht.

Dann reden die Fassaden wunderbar. Dann flattert aus verschwiegenen Portalen Wie Blumendust aus schweren Silberschalen Ein Sieb, bas jung mit unfern Müttern war.

Es fliegt im Abenb, lächelt unb versinkt Am Wolkensaume ber Vergangenheiten;

So wie ein Wanbrer im Vorüberschreiten Von einer fernen, fernen Straße winkt.

Friebl Schreyvogl.

Besinnliche Tage.

Dan Hans G ä f g e n-Wiesbaben.

Wenn bie Blätter von ben Bäumen sinken wie schwe­res, tropfenbes Golb, wenn ber Morgen erfüllt ist vom Nebel unb ber Abenb kalt unb klar über ber Erbe steht, Zieht bas fcheibenbe, sich vollenbenbe Jahr noch einmal an unserem inneren Blick vorüber.

Haben wir es recht genutzt?

Sinb wir nicht zu sehr ben vergänglichen Dingen ver- bunben gewesen, bie bahinsinken, wie bas gilbenbe Blatt­werk?

Sinb wir innerlich gereift?

Sinb wir bem Gebot, bas in jebem von uns wirkt unb lebt, gefolgt mit Treue unb Hingebung?

Haben wir ber Stimme gelauscht, bie in unserer Seele schwingt, wie eine milbe, gütige Glocke?

Besinnliche Tage!

Mancher empfinbet sie nicht mehr in ber Fülle seiner Taggeschäfte, bie ihm immer nur: Gelb! Gelb! ins Ohr schreien unb den Klang der inneren Glocke übertönen.

Die Stillen aber, die den ewigen Dingen noch ver­bunden sind, wie Kinder dem Vater, sie geben sich gern in diesen spätherbstlichen Stunden, die voll Klarheit und Güte sind, ber Besinnlichkeit hin unb schöpfen aus ihr Friebe unb Beglückung.

Leise Schwermut liegt, wie zarter Hauch auf Früch­ten, über bieten Tagen. Die Vergänglichkeit schreitet mahnend umher.

Wohl bem, ber bie besinnlichen Tage zu nutzen weiß für sein Inneres, für feine Seele, unb einst für ben letz­ten, großen Weg ohne Wieberkehr . . ,

Was Schiller über die Ehe sagt.

Von Wolfgang Greife r-Allenstein (Ostpreußen).

Wir wissen alle, baß das Epische und Lyrische in Schillers Wesen das Größte gewesen ist, unb baß somit bie Gefühlswelt in uns durch Schiller in einem weit stärkeren Maße geoffenbart wirb, als burch alle anberen Denker unb Dichter seiner Zeit. Um so interessanter ist es beshalb, biefen Mann auch einmal über ein Gebiet sprechen unb urteilen zu hören, bas vielleicht als eines ber tiefseelischsten gerabe in unserem deutschen Volke ver­wurzelt liegt, über bas Gebiet ber Ehe.

lieber beren Bebeutung schrieb Schiller einmal in einem Briefe an Theobor Körner:Lieber, ich muß ein Geschöpf um mich haben, bas mir gehört, bas mich glück­lich machen kann und muß, unb an besten Dasein sich mein eigenes Ich erfrischt. Ich bebarf eines Mebiums, durch bas ich bie anderen Freuden des Lebens genieße, und Freundschaft, Wahrheit und Schönheit werben im­mer mehr auf mich wirken, wenn bie ununterbrochene Reihe feiner, wohltätiger Frauenempsinbungen mich für bie Freube einftimmt unb mein erstarrtes Wesen von neuem unb immer roieber von neuem erwärmt. Ich bin bis jetzt als ein isolierter, frember Mensch in ber Natur herumgeirrt; ich habe nichts als Eigentum besessen. Alle Wesen, an bie ich mich fesselte, haben anbere gehabt, bie ihnen teurer waren, als ich selbst. Damit kann sich mein Herz nicht behelfen."

So gab Schiller bem Verlangen nach einem starken Ausgleich im Weiblichen Ausbruck, unb er befestigte biefe Gebauten in einem späteren Briefe an seine Braut, in dem es unter anderem heißt:Dieses volle, unmittel­bare' Vertrauen, bas wir einanber entgegentragen, ist bie notmenbigfte Bebingung unserer künftigen Glück­seligkeit; aber Du wirst es auch halb fühlen, baß die- felbe Bebingung auch zugleich ber höchste Genuß biefer Glückseligkeit ist. Die höchste Annäherung, welche möglich ist zwischen zwei Wesen, ist bie schnelle unb ununterbrochene, liebe­volle Wahrheit gegeneinonber".

Danach hat Schiller über biefe gleiche Glückseligkeit mieberum in einem Briefe zu Körner geäußert:Ich bin ein sechstägiger Ehemann unb was für ein schönes Leben führe ich jetzt. Ich sehe mit fröhlichem Geist um mich her, unb mein Herz finbet eine immerwährenbe sanfte Befriebigung außer sich, mein Geist eine so schöne Nahrung unb Erholung. Das Dasein wirb nur burch eine glückliche Ehe in ben Zustanb ber harmonischen Gleichheit gerückt. Nicht leidenschaftlich gespannt, aber hell unb ruhig gehen mir jetzt biefe Tage dahin. Diel mehr Zufriedenheit ist jetzt in mir . . ."

Einige Monate später fügte Schiller diesem Schreiben einen weiteren Bries hinzu und sagte:Es lebt sich doch ganz anders an der Seite einer lieben Frau, als so ver­lassen unb allein . . ., jetzt erst genieße ich bie schöne Natur ganz unb mich in ihr. Jetzt, ba ich am erreichten Ziele stehe, staune ich selbst, wie alles boch über meine Erwartungen gegangen. Das Schicksal hat mancherlei Schwierigkeiten für mich jetzt selbst besiegt unb mich

Hagebullen-verwerkuug im Haushall.

In Wald und Feld schimmern jetzt am wilden Ro­senstrauch die roten Hagebutten. Der Wanderer, den es noch in die herbstliche Natur zieht, freut sich wohl ihrer leuchtenden Farbe, aber selten müht er sich, sie zu pslük- ken.

Nur wenigen ist so recht bekannt, wie vielfache Verwendungsmöglichkeiten es für die Hagebutten im Haushalt gibt. Dabei bietet uns die Natur diese Wild- frucht umsonst Das mag für viele, die heute in wirt­schaftlich schlechten Verhältnissen leben, ein Wink fein, die Hagebuttenzeit auszunutzen. Daß z. B. getrocknete Hagebutten einen vortrefflichen Gesundheitstee abgeben, wird vielfach bekannt sein. Wie sich aber frische Hage­butten zu köstlichen Marmeladen, wohlschmeckenden Sup­pen unb bekömmlichen, in Blume unb Alkoholgehalt ben Weinen ähnlichen Getränken verwenden lassen, dafür ei­nige Rezepte.

Hagebuften-Alarmela-e.

Die von Stiel und Blüte befreiten Früchte werden knapp mit Wasser bedeckt, mehrere Stunden bis zum Weichwerden gekocht. Dann werden sie zerdrückt und durch em Haarsieb gestrichen. Die durchgesiebte Masse wird nunmehr eingekocht, nachdem man auf zirka 500 Gramm Brei 250 Gramm Zucker beigefügt hat. Je nach Belieben würzt man diese Marmelade, indem man beim Einkochen etwas Zitronenschale, Vanille oder auch Mus- gewürz hinzutut.

fjagebutfen-Suppe.

Die entfernten Hagebutten werden, knapp mit Was- fer bedeckt, weichgekocht und durch ein Haarsieb getrie­ben. Nun fügt man nach Bedarf eine halbe bis eine I ganze Flasche Wein, auch Beerenwein, bei, süßt mit |