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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag 1 QArt

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57. Mts

:: leituna 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151

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Die Minderheiten

Sammelmf und Auflösungs-Anträge

Vereinbarung erreicht, daß die vorbereitende Ab­rüst ungsko in Mission vom 3. November bis Weihnachten tagen und daß im 9lo= vember nächsten Jahres die allgemeine 216« rüstungskonferenz abgehalten.werden soll. Diese Vereinbarung sei besonders der Rede Hen­dersons in der Völkerbundsversammlung zu ver­danken.

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Minderheiten-Debakte in Gen^

wtb. Genf, 22. Sept. (Eig. Meldg.). Die Heu« tige Fortsetzung der Aussprache des 6. Ausschusses» über die Minderheitenfrage gestaltete sich zu eiiieif bedeutsamen grundsätzlichen Auseinandersetzung, itt| die Reichsaußenminister Dr. Curtius mit einer eindrucksvollen Rede eingriff. Die Debatte wurde eingeleitet durch längere Erklärungen des grie­chischen Außenministers Michalaköpoulos, der nachzuweisen suchte, daß ein zu weit gehender Minderheitenschutz gegen die Interessen den Frie­dens und gegen den Bestand der neuen Staaten verstoße. Michalakopoulos trat für die allmähliche gewaltlose Assimilierung der Minderheiten ein. Der polnische (Außenminister Z a l e s k i erhcß> grundsätzliche Bedenken gegen den Cntschließungs- entwurf der deutschen Delegation. Er erklärte, die darin zum Ausdruck gekommene Auffassung wi­derspreche der Ansicht der Mehrheit des Ausschus-

Reichsaußenminister Dr. Curtius stellte hierauf zunächst die Auffassungen über den von der deutschen Delegation überreichten Entschlie­ßungsentwurf richtig. Die deutsche Delegation be­antrage nicht die sofortige Änderung der Madrider Beschlüsse, aber ihre Reform scheine ssth doch am Horizont abzuzeichnen. Dr. Curtius betonte noch­mals das Interesse, kws für den Völkerbund und die Minderheiten an einer möglichst vollkommenen

wahrscheinlich genügend Arbeit mit anderen Pro­blemen, hinter denen sich weitertragende Folgen entwickeln, als wenn hier und da europäische Kin­der ihrer Muttersprache und ihrer Stammesart entfremdet werden. Aber die Liga der Nationen besteht ja schließlich aus Menschen, und die Ge­knechteten der Minderheiten gehören zu ihnen eben­sogut wie die Genfer Wortführer. Es ist unge­recht und eine Pflichtversäumnis, wenn der Völker­bund die Minderheitenklagen als Bagatellen emp­findet und obendrein vielleicht noch, nehmen wir an unbewußt, parteiisch zugunsten der neuen Staa­ten behandelt, die mit gewissen Mächtigen des Bundes enger befreundet sind als mit Deutschland. Man hat diese Dinge jetzt in Genf ausgiebig er­örtert. Nicht als ob der Bund selbst ein besonde­res Interesse daran bekundet hätte. Der Vorstoß geht vielmehr von Deutschland aus, weil es sich im­mer klarer herausstellt, daß in der Behandlung der Minderheiterklagen andere Wege beschritten werden müssen. Niemand wird den Eindruck los, daß diese Klagen zu Ungunsten Deutschlands und Oesterreichs hinter den Kulissen klüngelhaft betrie­ben und schon durch die Art der Vorbehandlung umgefälscht werden. Es ist ein Verdienst des de- mokrat. Abgeordneten Koch-Weser, daß er in dem politischen Ausschuß der Völkerbundsversammlung diese Probleme angeschnitten und den deutschen Standpunkt offen dargelegt hat, es ist aber auch bezeichnend, daß niemand bis zum Samstag ihm so schroff entgegnet, wie der französische Außen­minister Briand. Frankreich hat zwar selbst kein eigentliches Minderheitenproblem, wenn man vom Elsaß, das ja eine eigene Rolle spielt, absieht« Aber vielleicht hat Briand gerade des Elsaß wegen Befürchtungen, denn wenn die Elsässer sich einmal beim Völkerbund beschweren würden, dann wäre es selbstverständlich unangenehm, wenn die heuti­gen Methoden des heimlichen Abwürgens der Be­schwerden in den wohlverschlossenen Geheimzim­mern des Völkerbunds-Sekretariats abgeär.dert wä­ren. Einzig Ungarn hat den deutschen Standpunkt mitvertreten. Es ist nur bedauerlich, daß nicht der deutsche Außenminister selbst Briand sofort ent­gegentreten konnte. Es wird sich herumsprechest müssen, daß es in der Außenpolitik Probleme gibt,) bei denen deutsch gesprochen werden muß.

Wenn es in den Staaten keinen Machtkitzel und keine angebliche strategischen Notwendigkeiten gäbe, dann hätten wir auch nicht das Minderhei­lenproblem, das namentlich seit der Beendigung des Weltkrieges foviele Sorgen bereitet. Wilson wollte das Selbstbestimmungsrecht der Völker, aber in Europa, eigentlich nur in einem weit ge­faßten Mitteleuropa, wohnen foviele verschieden­artige Volksstämme, daß es im Augenblick des Friedensschlusses allerdings wohl kaum möglich ge­wesen wäre, jedem sein absolut hoheitliches natio­nales Recht zu geben. Der Versuch hätte sicherlich zu einer Fortsetzung des Krieges und zu einem Vernichtungskampf aller gegen alle geführt. Wenn man daher die Existenz völkischer Minderheiten vielleicht als notwendiges liebel hinnehmen muß so wollen wir doch auf der anderen Seite nicht vergessen, daß das Bestreben der Siegerstaaten, Deutschland unter allen Umständen zu schwächen, ganz unnütz neue Minderheiten geschaffen hat. Wir erinnern an den sinnlosen polnischen Korridor, wir denken an die ungerechte Auswertung des ober- schlesischen Abstimmungsergebnisses, wir fühlen noch immer das brennende Unrecht, das den Be­wohnern der Kreise Eupen und Malmeby ange­tan worden ist. Das sind deutsche Wunden, lieber die Verhältnisse in Südtirol brauchen wir kein Wort zu verlieren. Die in den genannten Gebie­ten wohnenden Deutschen spüren von einem Selbst­bestimmungsrecht nichts.

Immerhin ist der Völkerbund sich schon bald seiner Verpflichtung bewußt geworden, die berech­tigten nationalen Ansprüche der Minderheiten zu schützen. Es lag ja nahe, daß die Vertreter unter­drückter Stämme außerhalb ihres Vaterlandes sich an ihn wandten, der die höchste Instanz staatli­cher Arbeit für die ganze Welt bedeutet. Aber bis jetzt ist bei dem Minderheitenschutz, soviel auch von ihm die Rede ist, nicht viel herausgekommen. Wir wollen nicht behaupten, daß es in der Natur des eineMinderheit mitbetreuenden Staates liegt, diese seine Verpflichtung nicht ernst zu nehmen oder sie gar in ihr Gegenteil zu verkehren. Wir müssen aber aus zehnjähriger Erfahrung bekennen, daß wir viel anderes als dieses Gegenteil bislang nicht wahrgenommen haben. Was alles in Tirol war, weiß jeder europäische Zeitungsleser, Hitler allein von allen Deutschen war es vorbehalten, sich an der Behandlung der Südtiroler durch Italien un­interessiert zu erklären.

Was atzer erleben wir fortgesetzt in Oberschle­sien! Die polnische Regierung sabotiert geradezu die Schutzbestimmungen für die Minderheiten und sucht, ganz entgegen den völkerrechtlichen Abma­chungen und den naturrechtlichen Vorschriften, das Deutschum innerhalb ihrer Grenzen bewußt, plan­mäßig und so schnell und gründlich wie möglich auszurotten. Ihr Verhalten gegenüber den Deut­schen, die sich stündlich in ihrem Heiligsten, in ihrer Muttersprache, bedroht fühlen, läuft auf Chikane und brutale Vergewaltigung hinaus. Das geht so­weit, das der bisherige Präsident, den der Völker­bund nach Oberschlesien geschickt hatte, Calonder, fein Amt niederlegte, weil er sich den bürokrati­schen Rankünen der polnischen Regierung gegen­über machtlos fühle. In einer geradezu unglaub­lich unanständigen Weise ist die polnische Regie­rung darauf bedacht, deutsche Kinder in polnische Schulen zu pressen, und das Hauptthema der Re­gierungsblätter ist eigentlich der Kampf gegen die Deutschen, wobei sie sich vor keiner Verdächtigung der Reichspolitik scheuen, um von hieraus um so sicherer auch die neuen Landsleute anschwärzen zu können.

Der Völkerbund hat diesen Dingen bisher nur ein recht lahmes Interesse entgegengebracht. Das mag man vom Standpunkt der Volkerbundssekretäre aus nicht unbegreiflich finden. Diese Herren haben ja

Zu den Alarmnachrichten verschiedener Berli­ner und Provinzzeitungen über Vorbereitungen zum Putsch oder Gewaltsamkeiten wird auch von preußischer Seite erklärt, daß diese Nachrichten nach Ansicht der amtlichen Stellen j e g l i cher Grundlage entbehren. Ebenso, wird von feiten der preußischen Polizeiverwaltung versichert, daß gegenwärtig keine greifbaren Um- ft u r 3 p I ä n e bestehen. Zu den Meldungen über eine versuchte Einflußnahme der Nationalsoziali­sten auf die preußische Polizei wird erklärt, daß die preußische Polizei ein sicheres Werkzeug in der Hand der preußischen Regierung ist. Auch hin­sichtlich der Reichswehr glaubt die preußische Poli­zei, daß das Eindringen von Nationalsozialisten nur in Einzelfällen feftgeftellt worden fei. Die Nervosität der in- und ausländischen Börsen in den letzten Tagen, hat, wie wir von unterrichterer Seite hören, vor allem einen ausgeprägten Kurs­druck auf die Pounganleihe zur Folge gehabt. Es ist bereits in der deutschen Presse darauf hinge- roiefen worden, das die Poung-Anleihe kein Baro­meter für die deutsche Kreditwürdigkeit ist. Diese Ansicht wird von unterrichteter Seite durchaus un­terstrichen. Es ist absolut richtig, was die „Times" in ihrem Bericht über die Benität der deutschen Wertpapiere schreibt. Das Blatt weist darauf hin, daß keinerlei Grund für eine Depression in deut­schen Wertpapieren bestehe, und daß nichts zu der Annahme berechtige, daß dis deutschen Wertpapiere heute weniger gesichert seien als vor der Wahl Die Presseberichte in London, Newyork und auch in Paris zeigen, daß dort die Dinge schon wie­der wesentlich ruhiger angesehen werden, als in den letzten Tagen. Diese Tendenz kann in Deutsch­land nur unterstützt werden. Sie entsprich: durch­aus der Ansicht der unterrichteten Kreise.

die Parteien, die damals gegen die Annahme des Noungplans stimmten, zu zwingen, Farbe zu be­kennen und dadurch in eine prekäre Situation zu bringen.

Auf Grund der Märzabstimmung über den Poungplan glaubt die „Voss. Ztg." feststellen zu können, daß es im neuen Reichstag eine Mehr­heit gäbe gegen den Poungplan. Die Parteien, die im März ds. Is. den Poungplan ab­gelehnt haben, verfügen tatsächlich über 315 Stim­men, also erheblich mehr als die Hälfte. Trotzdem ist es sicher, daß der kommunistische A n - tragabgelehnt wird. Denn eine ganze Reihe von Parteien konnte sich im März den Luxus der Ablehnung gestatten, weil die Annahme doch sicher war. Ob Parteien wie die Wirtschaftspartei und die Bayerische Volkspartei die Verantwortung für eine Annahme des kommunistischen Antrages über­nehmen wollen, darf doch bezweifelt werden. Drum werden auch die Nazis bei der Abstimmung über den kommunistischen Antrag wohl kaum in Ver­legenheit geraten. Sie können dem Aushebungs­antrag ruhig zustimmen, weil seine Ablehnung doch wahrscheinlich ist.

Der „Vorwärts" weist allerdings auf die k o a- litionspolitische Bedeutung dieser Ab­stimmung hin, indem er meint, als Teilhaber einer gesamtbürgerlichen Koalition würden die Na- tionalfozialisten in eine üble Situation geraten, wenn sie dem kommunistischen Antrag zustimmen würden.

Wehrmacht ist absolut fest in der Hand des Herrn Reichspräsidenten. Versuche, in der Reichs­wehr sogenannte nationalsozialistische Zellen zu bilden, sind absolut fehlgeschlagen. Em Prozeß wird in den nächsten Tagen vor dem Reichsgericht in Leipzig entschieden werden, lieber die P o l l- z e i kann — abgesehen von dem Fall in Thürin­gen, wo wir durch Sperrung der Polizeigelder ein« gegriffen haben — ebenfalls gesagt werden, daß sie ein zuverlässiges Instrument in den Händen der Län- derdarstsllt. Jeder Versuch, mit Gewalt irgendwie gegen die Autorität des Staates anzugehen, würde — und das ist die festeste Ueberzeugung der ge­samten Reichsregierung — schon im Keime erstickt werden. Zu Besorgnissen über revolutio­näre Umtriebe von rechts oder links ist keine Veranlassung gegeben. Selbstverständlich er­fordert die explosionsartig zutage getretene Radi­kalisierung der deutschen Wähler nicht nur größte Aufmerksamkeit vonseiten aller nichtrevolutionären Parteien, sonder man muß sich auch aufrichtigst und ehrlich Rechenschaft darüber geben, ob es fer­nerhin angebracht ist, Deutschland und seine Ju­gend, die zum größten Teil ohne Hoffnung lebt, unter unethischen Bedingungen dahinsiechen zu kaf­fen.

Die Pressemeldung über den Austritt des deut­schen Delegierten B r e i t s ch e i d aus der Zweiten Kommission des Völkerbundes und seinen Hebet« gang zur Abrüstungskommission wird von unterrichteter Seite bestätigt; doch wird diesem Wechsel lediglich die Bedeutung beigemessen, daß Breitscheid die Frage der Abrüstung für wichtiger halte und darum den Wechsel vorgenommen hat. Eine anderweitige Begründung, etwa daß er mit der Wirtschaftspolitik des Reichsernährungsmini- sters Schiele nicht einverstanden wäre, findet kei­nerlei Bestätigung in unterrichteten Kreisen.

Eine skeptische Stimme aus Amerika.

Blättermeldungen aus Neuyork zufolge erklärte der Vorsitzende des Flottenausschusses des ameri­kanischen Repräsentantenhauses, Britten, der aus Europa zurückgekehrt ist: „Europa will nicht ab rüsten, es will kämpfen. Kriegsvor­bereitungen kosteten Europa täglich sechs Millio­nen Dollar. Der Korridor ist ein Pfahl im Fleische jedes Deutschen. Rußland wartet auf eine Gelegen­heit, um feine Seehäfen in Estland, Lettland und Litauen wieder zu nehmen und Beßarabien zurück­zuerobern. Drei Millionen Deutsche in der Tschecho­slowakei sind bereit, für Selbstbestimmung einzu­stehen. Jugoslawien und Italien stehen sich feit drei Jahren mit gezogenen Degen gegenüber. Die V ö I k erbundsabrüstungskommission tagt feit fünf Jahren, ohne das Ge­ringste, erreicht zu haben."

Das sind so zwischendurch wieder einmal die Hauptmerkmale unserer innerpolitischen Situation. N der Rechten sieht man noch keineswegs klar. WA Hitler dementiert die Meldung von der kWfichtigten Schaffung einer Fraktionsgemein- M zwischen den Nationalsozialisten und den ^utschnationalen. Aber man geht doch wohl in : Annahme nicht fehl, daß es Hstler augenblick- j nur darum zu tun ist, feine Opposition zu be- pwigen. Er wird schon mit Hugenberg um des- Mwillen näher sich verbinden, damit er leichter ~e ganze Macht über diese sogenannten „Nationale L«chte" bekommt. Uebrigens finden in der näch- ,t?n Woche Verhandlungen zwischen H u - Anberg und Hitler über die politischen Ge- tomartshufgaben statt.

,. Auch die anderen Gruppen unter Treviranus M hinüber zur Deutschen Staatspartei entfalten Wher eine Sammlung$propaganba. Wir glau- auch dieses Mal nicht, daß irgendein pratti« Jws Ergebnis herausksmmt. Denn einzelne Grup- B unb Grüppchen sind so auf Jnteressenpolitik i Agestellt, daß sie zur Zeit das allgemein bindend» > Wtspolitifdje völlig außer Acht lassen.

|L Das Zentrum wartet die Entwicklung in Ruhe ab. Wir werden nur Stellung neh- gegen die durch nichts gerechtfertigten Auflö- Äsanträge, zumal der Wirtfchaftspartei. Ihr ?nt"ag fordert Auflösung des Preußischen Canb= ps, toi» sie ihn ähnlich schon einmal jetzt vor Sommerferien des letzten Reichstags gestellt Wenn mir auch in der jetzigen Preußi- ■ Koalition nicht das Ideal zu erblicken öer= S®9en, so haben wir doch dennoch keinen Grund, laichen Antrag nicht zu bekämpfen, zumal .!? die Wirtschaft ausgerechnet mit der NSDAP. N koalitionsmäßig verbinden will, mit der Par- E‘ welche als besonders eigentumsfeindlich anzu- ??ert ist. Der Antrag der Wirtfchaftspartei wird Me Mehrheit im Preußischen Landtage finden, dieser selbst wird weiter bestehen bleiben.

e’ne Beteiligung des Christlich-Sozialen Dolks- ; Mies an einer bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft. L Die Pressestelle des Christlich-Sozialen Volks- ^chkes wendet sich gegen immer wieder anuftau« Wnde Mutmaßungen,, daß die 14 Abgeordneten

Die Abrüstungsfrage.

Dauertagtmg der Abrüstungskommission vereinbart.

wtb. London, 22. September. (Eig. Meld.) Wie der Genfer Korrespondent des „Daily Herald" meldet, haben die Delegationen Englands, Frank­reichs und Deutschlands eine ftulschweigende

des Christlich-Sozialen Volksdienstes einer bürger­lichen Arbeitsgemeinschaft der De u t s ch en V o 1 ks- partei, Wirtschaftspartei, Landvolk­partei und Konservativen Volkspar- t e i beitreten würden. Die Reichsleitung erklärt, daß darüber die Reichstagsfraktion des Volksdien- stes zu entscheiden haben werde, die am 3. und 4. Oktober zusammentrete. Für den Volksdienst käme entsprechend seiner grundsätzlichen Einstellung eine derartige bürgerliche Sammelfraktion nicht in Betracht. Er fei weder eine „bürgerliche" noch eine „konservative" ober „Rechtspartei" im alten Sinne. Für ihn sei allein bas sachliche Arbeits­programm ber gegenwärtigen unb jeber künftigen Regierung maßgebend. Daraus ergebe sich, baß bie Form jedes Zufammenarbeitens mit anderen Fraktionen sich fachlich und zeitlich ber Abwicklung biefes Arbeitsprogramms anpaffen werde. Die Unterordnung der Volksdienstfraktion unter eine fremde parlamentarische Führung komme dabei nicht in Frage.

Monatlich 1,80 einschließl. Postgebühr (48 Psg.s ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0,15 JUl, auswärts 0,20 .mt. Rellamezeile: lokal 0,60 .'JUL, auswärts 0,80 JUt. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck!. Franks, a. M. 4051.

H «n efner Teil ber ausländischen Presse wurden M £,n fetzten Tagen, genährt durch Senfations= | ^düngen eines Berliner Mittagsblattes, Mel­angen über nationalsozialistische Pntschabsichten I ‘"Lfreitft. Die Folge dieser Alarmgerüchte, die man im Ausland anscheinend außerordentlich ernst nahm, war ein scharfer Kursrückgang der deutschen Papiere, insbesondere der Nounganleihe an den UMrfen in London und Newyork. Von amtlicher

Seife! wird setzt gegen die künstliche Pcmikstim- ■SSZt die anscheinend von interessierter Seite be- I jHüMn wird, Stellung genommen.

g0 erklärte Reichskanzler Dr. Brüning am Samstag in einem Interview, das er dem Ver- tfttir eines amerikanischen Nachrichtenbüros ge­währte, auf die Frage: „Wie beurteilen Sie, Herr r RMskanzler, bie im Auslande verbreiteten Ge- rächte über Putschversuche?"

rzJch entnehme aus Ihrer Frage, baß Sie auf W«mexikanische Prefsestimmen anspielen, welche von Uchlervon radikaler Seite drohenden Gefahr sprechen | Die beste Antwort auf diese Frage ist ein Hinweis ■wdie Ihnen ja bekannte tatsächliche Sage Ich bin überzeugt, daß Sie schon K von sich aus Ihren Lesern melden werden, daß sich k e i n e Pntschgefahr, auch nicht in einem | einzelnen Bezirk, in Deutschland gezeigt hat. Die t Reichsregierung hat deshalb auch unbekümmert um | solche Gerüchte unb um den Ausgang der Wahlen ihre ganze Kraft auf die fachlichen Auf- l flä b e n richten können, die darin bestehen, die V während des Sommers in Angriff genommenen «iMb verschiedentlich auch zum Abschluß gebrachten | Arbeiten fortzusetzen und auszubauen. Sie ist des i einmütigen Willens, auf diesem Wege fortznfah- ren, da sie davon überzeugt fein kann, daß sie bei . dieser ihrer Aufgabe die Unterstützung aller derer finden wird, die . die beste Garantie für eine Auf­wärtsentwicklung in eben dieser sachlichen Arbeit sehen. Das ist trotz des Ausganges ber Wahlen ||bie Mehrheit bes deutschen Volkes. Ebenso wie M diese überwiegende Mehrheit in dem schweren |Im seit dem Zusammenbruch immer den festen Lilien zu Ruhe und Ordnung gezeigt hat, ebenso WHer bin ich, daß dieser gesunde Sinn des WMt scheu Volkes sich auch in der Zukunft WWen wird. Das deutsche Volk war von jeher WLolk der/Arbeit und hat sich selbst in schwer-

Zeiten durch eigene Kraft und nüchterne Ein- [ Jung bes Möglichen vorwärts geholfen; biefer ge- i 'imde Sinn des deutschen Volkes ist die beste Ga­rantie für die rascheste Verwirkli­chung ber Aufbauarbeit, welche ber Reichs- I Regierung obliegt. Lokale Störungen find hier unb f auch in früheren Jahren vorgekommen. Die haailichen Machtmittel ber Lanbespolizeibehörben Wchen vollkommen ans, um solche Unruhen schon - M Keim zu ersticken."

. Reichsinnenminister D r. Wirth gewährte stnem amerikanischen Pressevertreter ein Jnter- 6'{®, in bem er u. a. folgenbes ausführte:

Rach sorgfältiger unb kritischer Prüfung ber politischen Lage in Deutschland, wie sie mir amts- chößig zukommt, kann von einer Putschge- lohr nicht gesprochen werden. Die kleine

Der Reichsführer der Christlich-Natio­nalen Bauern- und Landvolkpartei, ber thüringische Staatsrat Höfer, nimmt in ber Zeitung „Thüringer Lanbbund" zum Wahlergebnis Stellung. In biefem Aufsatz lehnt er eine Frak­tionsgemeinschaft ober eine Arbeits­gemeinschaft mit ben Volkskonser- vativen und bem Christlich-Sozialen Volksdienst energisch ab. Der berufsstän- dische Gedanke solle in ber Landvolkfraktion voll­kommen rein erhalten bleiben, damit die Fraktion in ihrer parlamentarischen Tätigkeit nicht durch fraktionelle Kompromisse gebunden sei.

Kommunistischer Schachzug.

Antrag auf Einstellung der Doungzahlungcn.

Wie gemeldet wird, beabsichtigt die Kommu­nistische Reichstagsfraktion auf Weisung bes Zen­tralkomitees der kommunistischen Partei, im neuen Reichstag nach seinem Zusammentritt einen An­trag auf sofortige ©inftellung der gefam- t e n Zahlungen, die Deutschland auf Grund des Youngplans zu leisten hat, einzubringen. Der Grund dieses kommunistischen Schachzuges ist,

lUldaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblatt.

Anbegründete Alarmgerüchte

Brüning und Wirth verneinen eine Putfchgefahr.