57. Zahrg
steht
haben in keinem
den
Putsch - Vorbereitungen?
Aus Berlin wird uns von besonderer Seite geschrieben:
Wenn gemeldet wird, Hitler habe die Absicht, sein großes Hauptquartier nach Berlin zu verlegen, so ist man zunächst geneigt, zu glauben, daß das nur eine Vorsichtsmaßnahme gegenüber seinem allzu schnell gewachsenen Intimus Goebbels bedeute. Wer Gelegenheit gehabt hat, diesem kleinen, allzukleinen Gernegroß in seine phantastische Seele zu schauen, der wird nicht daran zweifeln, daß der Ehrgeiz des Retters von Berlin auch vor der bis jetzt sacro-sankten Person des Parteigewaltigen selbst nicht Halt machen wird. Zwar hat Goebbels Hitler jüngst noch nötig gehabt, als ihm die Sturmabteilungen seinen Parteiladen in der Hedemannstraße in Berlin kurz und klein schlugen. Aber damals stand die Reichstagswahl ja noch bevor, und selbst Goebbels hat, wie er in einer weichen Regung seines harten Feldherrn- gemüts zugegeben hat, damals ja nicht geglaubt, daß es in Deutschland ganz soviel Dumme gäbe, wie sie fxb nun am 14. September tatsächlich durch den Stimmzettel ausgewiesen haben. Heute ist Goebbels, wenigstens sobald der Reichstag von den 107 Hakenkreuzlern wimmeln wird, sehr viel mächtiger als damals. Und es wäre schon begreiflich, wenn Hitler ihn nicht ohne Kontrolle lassen mollte. Nun wäre diese ganze Angelegenheit ohne besonderes Interesse, wenn nicht noch allerhand anderes gemunkelt würde. Es heißt, die Sturmtrupps der Nazis, also diejenigen, die neulich in der Hedemannstraße durch Eintreten von Türfüllungen und andere bürgerliche Gshabungen ihr Gesellenstück für das Dritte Reich abgelegt haben, könnten es überhaupt nicht mehr erwarten, bis sie losschlagen dürfen, und bedrängten daher den Führer in München ganz erheblich, während dieser — vielleicht hat er noch genug von seinem ersten Mißerfolg im Jahre 1923 — lieber an den äußersten Rändern der Verfassung sich ins Dritte Reich hineinjonglieren möchte. Aber das paßt den Leutsn, die nun einmal als Söldner geworben sind, gar nicht in ihren Kram. Sie werden dafür bezahlt, daß sie Krach machen, und nun wollen sie als ehrliche Menschen auch voll und ganz, wie man so sagt, ihre Pflicht tun. Hitler wird es vermutlich nicht ganz leicht haben, zwischen denjenigen, die ihm durch materiellen Druck seine Haltung vor- schreiben, und den jungen Leuten, die durchaus auf der Straße ihre Waffen probieren möchten, zu vermitteln. Inzwischen scheint sich uns zunächst für d i e Polizei eine Betätigungsmöglichkeit zu bieten. Wenn ein Hauch davon richtig ist, daß die Nationalsozialisten große Waffenkäufe tätigen, daß
ihre Sturmtrupps Straßenkampf üben, daß Offiziere der Reichswehr und der Schutzpolizei ihren Abschied genommen haben, um in der nationalsozialistischen Partei das Waffenhandwerk weniger theoretisch zu üben, dann heißt es, zugreifen. Man weist darauf hin, daß sowohl 1920 vor dem Kapp- Putsch wie 1923 vor dem Hitler-Aufstand die verantwortlichen Stellen rechtzeitig gewarnt worden wären. Sie hätten aber die besorgten Warner verlacht. Es braucht, wie gesagt, nur ganz wenig von all dem, was heute laut und leise erzählt wird, wahr zu sein, um den Staat zum Handeln zu veranlassen. Im Augenblick müßte es doch noch nicht all zu schwer sein, all diesen Dingen, die einer mündigen Nation unwürdig sind, die Spitze oder die Spitzen abzubrechen. Die Namen der Spitzen sind doch wohl bekannt genüg.
Der Führer der Reichssiste der Landvolkpar- fei Ho es er (Thüringen) verzichtet, wie die Landvolknachrichten mitteilen, auf sein Mandat, unt sich dem Thüringischen Landtag w ld« men zu können. Die Mandate auf der Reichs!« liste der Partei übernehmen: Dr. Gereke, Hepp, von Sybek, von Thuengen, Schlange-Schöningen, Dr. Wendhausen und Niermann.
Das Nokprogramm und seine sachliche Ausgestaltung ist von der Regierung in Angriff genommen und muß in gesieigerkerkrask durch, geführt werden. Sache der verfassungsmäßig berufenen Stellen ist es, festzusiellen, wo für dieses auf weile Sicht eingestellte Reformprogramm aufbaubereite Kräfte find, die frei von Gebundenheit unsachlicher Agitationsbedürfmsse, sich zu entscheiden vermögen für eine Politik sachlich aufbauender Besonnenheit. Rur eine solche Politik ist imstande, das wohl und die tu- hige Entwicklung von Land und Dolf zu gewährleisten.
Durchdrungen von unerschütterlichem Glauben an unser Volk und an den zu- versichllichen Willen, das begonnene Werk gegen alle Kräfte der Dereinigung weiter zuführen, sehen wir kommenden Entscheidungen entgegen.
Berlin, den 18. September 1930.
Dr. Saas,
Vorsitzender der Deutschen Ientrumspartei.
Der Völkische Beobachter schreibt unter der Ueberschrift „Unnütze Kombinationen", daß eine Fraktionsgemeinschaft mit der Deutsch- nationalen Volkspartei absolut undiskuta- bel sei, da die Nationalsozialisten eine sozial- revolutionäre, die Deutschnationale Volks- partei aber eine sozialreaktionäre Par- | tei seien. Die parteiamtliche Stellungnahme zü den jetzt aufgerollten Fragen außen- und innenpolitischer Natur würde zu dem Zeitpunkt erfolgen, an dem dies zweckmäßig erscheine, bis dahin seien alle Kombinationen persönliche Ansichtssache. i
Zentrum und Bayer.volksparkei
Ist die Stunde der Wiedervereinigung gekommen?
Das Stuttgarter „Deutsche V o l k s b l a t t", das führende Zentrumsblatt Württembergs, schreibt zum Schluß seiner Wahlbetrachtung:
„Ueberblicken wir noch einmal die Zahlenreihen, die sich uns als Wahlergebnisse präsentieren, so bleibt noch festzustellen, daß auch die Bayerische Volkspartei sich erfolgreich geschlagen hat. Sie konnte ihre Mandatszahl von 17 auf 19 erhöhen, und das in der Zeit einer innerpolitifchen Krise. Das bayerische Volk hat mit Recht die Schlachtsteuer als eine Bagatelle angesehen und dem Bauernbund für seine kurzsichtige Agitation mit dieser Steuer die richtige Quittung erteilt. Der Bayerischen Volkspartei ist es ebenso wie dem Zentrum zugute gekommen, daß sie Mitträgerin der hoffnungserweckenden Regierung Brüning war. Ihr ist zusammen mit dem Zentrum die Sammlung gelungen, um die sich der Liberalismus vergeblich be-
der nachstehenden Uebersicht
Sozialdemokratische Partei Nationalsozialisten Kommunisten Zentrum
Deuffchnationale Deut che Volkspartei Wirtschaftspartei Deut che Staatspartei Bayerische Volkspartei Deutsches Landvolk Christlich-Soziale Deutsche Bauernpartei Konservative Deutsch-Hannoveraner Landbund
kommunistische kirchen-Hetze.
Schon por einigen Wochen ging durch einen Teil der Presse die frei erfundene Meldung, daß aus 'dem Platze der Republik in Berkin ein katholischer Dom errichtet werden soll. Trotz des damals sofort erfolgten staatlichen und kirchlichen Dementis, wird nunmehr dieses Märchen von der kommunistischen Presse wieder den Lesern aufgetischt, und zwar in einer Form, die geradezu lächerlich ist. Die „Welt am Abend" in Berlin will nämlich von sozialistischer Seite etwas über geheime Verhandlungen erfahren haben zwischen der SPD und dem Zentrum über ein Zusammen« gehen im Reiche und eine Fortdauer der Preusi ßenkoal-ition. Da habe das Zentrum dann verlangt, daß am Platz der Republik ein „prunkhafter Bischofsdom" gebaut würde.
Weiter wird behauptet, „daß die auf Grund des Konkordats für den Bau von 440 katholischen
Der Dahlkampf ist vorüber. Die Deutsche Zenkrumsparlei hat ihn in vollsten Ehren bestanden. Unsere Kraft ist überall gewachsen.
Die Angehörigen der Zenkrumsparlei haben in diesem schweren Ringen eine Treue, eine Kampfbereikschafk, einen Einheit»- willen bekundet, wie wir sie nur in den glanzvollen Zeilen der politischen Geschichte der Partei zu verzeichnen hatten. Dank allen Mitarbeitern, Wählern und Wählerinnen; Dank vor allem unserer tapferen Jungwählerschaft und ihren verbänden?
Wir haben diesen Wahlkampf geführt für das große Sanierungsprogramm und Rettungswsrk, das sich das Kabinett Dr. Brüning als Ziel gesteckt hat. Unser D a h l - Programm wird nunmehr unser A r b e i t s Programm sein.
Ein beispielloses Dertrauen zu dem an verantwortlicher Stelle stehenden Führer Brüning hak diesem Wahlkampf sein Gepräge gegeben. Dieses Berkrauen wird auch Leitstern sein für die politische Arbeit der kommenden Tage.
89 auf ReichsNske.
Die Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Kreis- und Reichswahlvorschläge ergibt sich aus I
Unser Wahlprogramm unser Arbeitsprogramm!
An die Wähler und Wählerinnen der Deutschen Zentrumspartei!
Inzwischen stellte sich eine Wirtschaftskrise ein, der die verantwortlichen Stellen machtlos gegenüber» standen. Seit vielen Jahren haben wir an dieser Stelle unsere Finanz- und Wirtschaftspolitik kritisiert. Die Presse tat das allgemein. Aber der Reichskanzler Müller und sein Fstmnzminister Hil- ferding sahen den Himmel voller Geigen hängen. Bis dann die finanzielle Pleite da war! Von dem traurigen Intermezzo Moldenhauers wollen wir gar nicht reden. Brüning hat in einer Wahlversammlung vuf die Versäumnisse, die trotz der öffentlichen Kritik gemacht worden seien, mit schonungsloser Deutlichkeit hingewiesen. Nun steht unbestreitbar fest, daß der Reichskanzler eine neue Zeit eingeleitet hat. Er sagte dem Volke d i c unerbittliche Wahrheit. Er löste den Reichstag auf, als dieser versagte. Mit den^ Notverordnungen wurde der erste entscheidende Schritt getan. Auf Brüning ruhte unsere Hoffnung. Aber es wär zu spät. Immer wieder wurde uns gesagt: Entscheidendes geschieht ja doch nicht! Gerade die Jugend verzweifelte an dem System. Was man ihr auch erwidern mochte, man predigte tauben Ohren. Die bisherigen Parteien, haben versagt, nun wollen wir es einmal mit den anderen versuchen — so und ähnlich konnte man es täglich hören. Diese Vertrauenskrise hat weit mehr Unheil angerichtet als etwa die wirtschaftliche
mühte. Das legt die Frage nahe, ob nicht jetzt die Zeit für die endgültige Wiedervereinigung von Zentrum und Bayerischer Volkspartei gekommen ist. So wie die Dinge heute liegen, hätte dieser Zusammenschluß, diese Wiedervereinigung nicht nur vom Standpunkt des deutschen Katholizismus aus gesehen, Bedeutung, sie wäre auch staatspolitisch ein bedeutsamer Fortschritt. 68 plus 19 ist 87. lieber 87 Stimmen würde die einheitliche politische Vertretung des deutschen Katholizismus im neuen Reichstag verfügen. Darin läge eine noch stärkere Garantie für eine stabile Staatspolitik, als sie in den Wahler- foloen der beiden getrennt marschierenden.Parteien ohnehin schon zu erblicken ist. Die Nationalsozialisten haben ihre Organisation einheitlich über das ganze Reich ausgedehnt. Auch aus dem Bayerischen Bauernbund ist eine Reichsorganisation geworden, und niemand hat es bedenklich gefunden, daß in diesen Parteien Bayern mit den übrigen Reichsteilen in einer Organisation ist. Auch für die Bayerische Volkspartei bestehen nach unserer Auffassung keine Gründe mehr für die Aufrechterhaltung einer eigenen Organisation. Das Zentrum bietet unter der Führerschaft von Kaas und Brüning auch den bayerischen Katholiken eine politische Heima t."
Die Konservativen haben in keinem Wahlkreis selbständig ein Mandat zu erringen vermocht. Nach dem Reichswahlgesetz können nur so», viele Mandate aus der Reichsliste zugeteilt werden, als Kreissitze erreicht sind. Bei den Konservativen ergibt sich 'das Unikum, daß sie fünf Mandate aus der Reichsliste zugewiesen erhalten haben,- trotzdem sie in keinem Wahlkreis 60 000 Stimmen erhalten haben. Das ist zu erklären aus der ßt« st e n v e r b i n du n g mit Landbund und Hannoveranern. Nur auf deren Krücken find Graf Westarp und Treviranus wieder in den Reichstag gelangt.
Em Aufruf der Sozialdemokratie
Der Parteivorltand der Sozialdemokratischen! Partei veröffentlicht im Vorwärts einen Aufruf, in dem er zunächst auf das Wahlergebnis em- geht und davor warnt, den Kommunisten und den Nationalsozialisten Einflüß aus die Politik der Reichsregierung zu geben. Ihnen das Feld zu überlassen, heiße Deutschland dem Bürgerkrieg ausUefern. Schon jetzt drohe als Folge des Wahlausganges Steigerung der Wirtschaftskrise, Der« । mehrung der Arbeitslosigkeit, neues Massenelend. Ueberwindung der Wirtschaftskrise mit ihrer Massenarbeitslosigkeit werde | und müsse die vordringliche Sorge unserer Partee । im neuen Reichstage fein. Hinweg mit dem Spiel der Diktatur, zurück zur verfassungsmäßigen Ge- f Begebung! Das sei die zwingende Forderung, di« sich aus der Situation des 14. September ergebe« Niemals werde die sozialistisch geschulte, in vielen Jahrzehnten erprobte Arbeiterklasse Deutschlands und ihre Führerin, die Sozialdemokratische Par- I tei sich die Diktatur einer gewalttätigen Clique gefallen lassen. Denn so wie Hugenbergs Diktatur, die einft stärkste bürgerliche Partei, dis Deutschnationale Volkspartei, zertrümmerte, so würde jeder Diktaturversuch im Staate ganz | Deutschland in einen Trümmerhaufen verwandeln.
Not. *
Das ist eine ernste Warniing an den Reichstag, auch an das Zentrum! Jetzt gilt es das Vertrauen zu gewinnen, ganze Arbeit zu machen.
*
Von den Urteilen der Auslandspreffe über den deutschen Wahlausgang am beachtenswertesten sind wohl die englischen Stimmen. Daß Reichskanzler Dr. Brüning die geschlossenste Zustimmung seiner Partei gesunden hat, die seit einem Jahrzehnt überhaupt zu erreichen war, veranlaßt den „Daily Telegraph" von dem „ungebrochenen Zentrum" zu sprechen. Die „Times" stellt das klare Vertrauensvotum in die Partei des Reichskanzlers an die Spitze ihrer Ausführungen und schreibt u. o.: „In der Tat kehrt Reichskanzler Dr. Brüning mit der festesten Gruppe zurück, die jemals in der Achse der deutschen Politik gestanden hat."
♦
In einer Wahlbetrachtung der konservativen „Deutschen Tageszeitung" in Nr. 134 lesen wir u. a.:
Glänzend geschlagen hat sich das Zentrum, dessen mehr als lOprozentiger Mandatszuwachs beweist, daß es ihm gelungen sein muß, auch die nachgewachsene Iungwählerschaft im wesentlichen um seine Fahne zu sammeln. Dieser Wahlerfolg des Zentrums ist sicherlich zugleich ein solcher des Reichskanzlers Dr. Brüning, dem damit die Zentrumswählerschaft ihre Anerkennnug für seine positive Arbeit und Forderung nach deren Fortsetzung zum Ausdruck gebracht hat . . ."
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_ « o w. Bild- und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag SmtlSfrtfl.. 20. SCöfCttlüßt 1930, 218 der Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- ÄV,
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Wahl-Rückblick.
3n &„r „Germania" lesen wir:
Der Erfolg, den die Deiltsche Zentrum s- „ X, bei der zurückliegenden Reichstagswahl zu , “ ” bat und der sich von dem Hintergründe des kW-rsolaes last aller übrigen bürgerlichen Par- I An nu? noch achtunggebietender abhebt, erstreckt ! über alle 3 5 Wahttreise. Die Stimmern X N. der Maiwahlen von 1928 ist überall nicht un-
Srnrfitlidi überschritten worden. Damit ist die r die diese Wahl für das Zentrum bedeutete, 'a'lsqewetzt. Ein völlig zuverläsfiges Bild
«.„ die zahlenmäßige Entwicklung der Zentrums- I fceren enge Verbundenheit mit ihrer Wäh-
«■khaft auch dem Gegner imponieren muß, gibt Snur ein Rückblick auf die an sich geringen -^mankunqen, denen auch die Zentrumspartei in en letzten zehn Jahren in ihrem Wählerbestand *"Änrnkteristisch ist hierbei zunächst das eine, daß Xie sogenannte Zentrums-Diaspora M ■ t- ieldeutschlands, mag sie auch rem zahlenmäßig nur sehr wenig ins Gewicht fallen, die er- sreuli'chste Entwicklung auszuweisen hat. Die Zentrumsstimmen weisen hier fast in allen Wahlkrei- fen seit 1920 eine stete Aufwärtsentwlck- [Unn aus. Die Berliner Wahlkreise, Pommern, Mecklenburg. Hamburg, Holstein, Magdeburg. Merseburg,' Thüringen und der Freistaat Sachsen, steuern beute — außer zwei eigenen Mandaten (Berlin, Thüringen) — für die Reichslifte etwa 130 000 Stimmen bei. Jrn einzelnen übertrifft dis Stimmenzahl des Wahlkreises Potsdam T den bisherigen Höchststand (Dezember 24) um 4400 Stimmen, in Potsdam II um 6000 Stimmen. Jrn | Wahlkreis Berlin-Zentrum wurde der Stand der
Maiwahlen 1924 wieder erreicht, jedoch bleibt hier das jetzige Wahlergebnis um etwa 2000 Stimmen hinter dem Höchststand vom Dezember 1924 zurück. Pommern weist seit 1920 eine ständige Auswärts- ' entwicklung auf, und zwar von etwa 6300 Stimmen bis, auf heute 10 366. Aehnlich Schleswig- siolstein von 5582 bis auf 9215 Stimmen. Magdeburg hat den Stand der Dezemberwahlen 1924 wieder erreicht, Merseburg diesen Stand überschritten. Ebenso haben die drei sächsischen Wahlkreise, die diesmal 26 722 Stimmen an die Reichsliste abiührten, alle bisherigen Wahlen übertroffen.
, In den Gebieten, in denen das Zentrum feine .Hauptwählerschaft hat, nämlich im katholischen Osten. Westen und im Südwesten, liegen die Dinge nicht so einheitlich. Zwar sind auch hier gegenüber 1828 überall erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Wir übersehen dabei jedoch nicht, daß in Westfalen-Süd, Köln-Aachen, Kob- ' e n r - T r i,e r, Düsseldorf-Ost und West der bisherige Höchststand der Zentrumsstimmen, der 'ast allgemein bei den Dezemberwahlen 1924 zu verzeichnen war, noch nicht erreicht worden ist. Köln-Aachen und Westfalen-Süd bleiben gegenüber diesem Höchststand um etwa 40 000 Stimmen Zurück, Düsseldorf-West um etwa 22 000, Düsseldorf-Ost um 16 000. Andere Wahlkreise jedoch, die ebenfalls für das Zentrum von Bedeutung sind, - haben bei dieser Wahl einen H ö ch st stand an
3 e n t r u m s ft i m m e n erzielt, der zum Teil nicht unbeträchtlich über den bisher besten Wahl- t ergebriffen liegt. So haben We st faken-Nord
md Weser-Ems den bisherigen Höchststand um je 12 000 Stimmen übertroffen, Hessen- Darmstadt um 5000, D p p e In um etwa 10 000. Zweifellos am besten schneidet das w ü r 11 e m = bergische Zentrum ab, das feinen bisherigen Höchststand (1924) um 26 000 Stimmen über- . treffen konnte. Baden hat gegenüber feiner besten
Wahl (1920) 8000 Stimmen, gegenüber 1928 mehr nls 50 000 Stimmen gewonnen.
Bei der Bayerischen Volkspartei liegen die Verhältnisse ganz ähnlich. Der Fortschritt gegenüber 1928 ist allgemein. Der bisherige Stirn« wenhöchststand (1920) wurde in Ober- und Niederbayern noch nicht wieder erreicht. Ersteres blieb hinter diesem Höchststand um etwa 37 000 Stimmen,^letzteres um etwa 19 000 Stimmen zurück, jjn Franken jedoch wurde der bisherige Höchststand (1924) um etwa 7000 Stimmen überholt, f Während die Pfalz den bisherigen Höchstand des ) ''Obres 1924 wieder erreicht hat.
j Diese Vergleiche sollen nur der Anregung und gst Unterlagen für die Zukunftsarbeit dienen. Wir L haben nicht die Absicht, in eine Diskussion über
Me lehrreichen Zahlen einzutreten. Nur soviel ' sti sestgestellt: Die Tatsache, daß in verschiedenen
Wahlkreisen die bisher für uns günstigsten Wahl- : eroebnisse verbessert worden sind, ist ein Beweis s ?ofür, daß sich die regere Mitarbeit der Zentrums- iugend auch zahlenmäßig durchzusetzen beginnt, wo- l bf> ganz dahingestellt bleiben mag, in wieweit auch l l,E Auswetzung der Scharte, die uns die Mai-
^ahlen non 1928 mit dem Anwachsen der Standes- 1 Parteien geschlagen hat, auf das Konto der über- | Zu verzeichnenden erfreulichen Aktivität der Ju- s gsnd zn setzen ist. Wir werden auf den Erfolgen U jMer schwierigen Wahlschlacht nicht ausruhen, son- | »fn unsere Kräfte verdoppeln, um die Partei, ■ ’m In- und Ausland als „d i e f e ft e ft e |mru.ppe *n der Achse der deutschen | r 01 i t i f" bezeichnet worden ist, nicht nur in ihrer | Stabilität zu erhalten, sondern in zäher Arbeit wei- s ter ZU festigen und auszubauen. D.
*
| 3n der „Rheinischen Volkszeitung" heißt es be- | »"glich der Radikalen:
W ist unsere Pflicht, zu prüfen, warum es, ent» | AW»" dem Gebot der Vernunft, dahin kam. Die I Antwort lautete: DasVertrauen fehlte!
r^t 12 Jahren hören die Wähler immer, jetzt | Inge es um das Ganze. Waren die Wahlen
“»rüber, dann begann wieder das Feilschen. An f »r.°Den Taten gebrach es. Man wurstelte weiter, t ^Defizite wuchsen. Und die Defizite suchte man i tamer vergeblich durch neue Steuern zu decken.
uldaerZeitung
Anzeiger für die Sfaöt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
Wahlkreise
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