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NIL
14. September
Beilage zur Fuldaer Zettuug
Einem Hnuderllätzrizen zum Gebmislag
Per-
da
und nach ganz allen
Nachdruck schon dicht eine Auf- auf hinter hin, wirkt die kleine.
ihre regen Kräfte ruhn, sammelt sich in süße Stille, ihre Tiefen schaut sie nun.
Seele, jüngst so hoch getragen, senket ihren stolzen Flug, lernt ein friedliches Entsagen,
All Sie In
Die Sie Sie
Erinnerung ist ihr genug.
Das ist mir wohl im sanften Schweigen, Das die Natur der Seele gab;
Cs ist mir so, als dürft ich steigen
Hinunter in mein stilles Grab."
Ludwig U h l a n d.
In dieses stille Abschiednchmen und in diesen friedlichen Feierabend klingen aber schon frohe Wiederkehr- und hoffnungsfreudige Morgenglocken:
„Nur noch einmal bricht die Sonne Unaufhaltsam durch den Duft, Und ein Strahl der alten Wonne Rieselt über Tal und Kluft.
Und es leuchten Wald und Heide,
der Altweibersommer noch mit besonderem den Menschen, dem er seine weißen Fäden ins Haar geflochten hat: die Hoffnung aus erstehung in Herrlichkeit, sie steigt leuchtend der sterbenden Natur: sie leuchtet überall
entstand, rasch warf er einen Blick zu dem Affen hinüber.
Der saß still mit der Frucht in den schlanken, braunen Händen und schaute aufmerksam dem Treiben des Mannes zu.
Gut, weiter, der kam nicht.
Korbatschew mühte sich wieder mit der Tür ab.
Er hatte ein zwar kleines aber sehr starkes und handliches Universalwerkzeug aus der Tasche gezogen, wie er es immer bei sich trug. Da — mit einem scharfen Knacken brach die Tür auf — der Einbrecher zuckte bei dem knackenden Ton zusammen und horchte erschrocken einen Augenblick — alles still, selbst der kleine Affe schien aus Angst nicht zu atmen. __
Gierig schaute Korbatschew in das Schrankinnere. Aber ein Fluch fuhr ihm zischend durch die aufeinandergebissenen Zähne, ein paar Gefäße, vielleicht ehemals zu ritualem Gebrauch bestimmt, einige Bündel uralter Papiere mit unleserlichen Schristzeichen, mehrere erbärmliche Steine — ha, waren das vielleicht ungeschliffene Diamanten? Und da in der Ecke ein Kästchen — fest verschlossen? Darin mußte Geld enthalten sein. Er nahm es, brach mit leichter Anstrengung den Deckel auf — da steckten in einem Holzrahmen zehn bis fünfzehn kleine Glasröhren.
Mit wutentstelltem Gesicht starrte Korbatschew auf seinen Fund, um solchen Plunder die ganze Mühe? Und das sollte ein wohlhabender Mann sein.
Ein schnurrendes Geräusch erschreckte den Mann — das war doch die Schiebetür des Lifts gewesen?
Jetzt näherten sich Schritte auf dem Gange, Stimmen murmelten, ein helles Frauenlachen erklang draußen — kam jetzt der Bewohner der Kajüte?
Korbatschew fuhr herum, seine Augen weiteten sich unnatürlich — da — die Tür zum Nebenraum war sperrangelweit auf und in der Oeffnung stand regungslos ein Chinese — der Diener, der den Affen gestern beim Lunch in den Speisesaal gebracht hatte.
Der Einbrecher rührte sich nicht, der Schreck hatte ihn erschüttert, fieberhaft wirbelten seine Gedanken durcheinander.
Hatte der andere ihn schon lange beobachtet, war
In Rück-Erinnerung an
Es handelt sich um ein Pferd, das heute 100 Jahre alt wird, um ein Pferd, das sich von unterirdischen Weiden nährt, von jener wunderlichen Vegetation ferner Zeiten, die längst untergegangen ist, von der zur Steinkohle gewordenen Vegetation vorhistorischer Zeiten, kurz: es handelt sich um den Geburtstag des „jron horse", des eisernen Pferdes, wie man in Killingworth die erste Stephenfonfche Lokomotive genannt hat. Am 15. September 1830 ist zwischen Manchester und Liverpool die erste regelmäßige Bahnstrecke der Welt eröffnet worden, so, wie wir sie heute kennen: mit Brücken und Tunnels, Dämmen und Signalen. Was ging voraus?
den 15. September 1830.
I hat doch schon fünf Jahre vorher, 1825, in England eine Linie von Stokton nach Darlington bestanden. Allerdings haben meist Pferde den Wagen gezogen. Am 8. Oktober 1829 fand das denkwürdige Derby der „i r o n horses" statt bei Rainhill: damals fchlug Stsphensons „Rocket" alle Konkurrenten; mit angehängtem Wagen fuhr sie 46 Kilometer in der Stunde und ohne Be- lastrmg hatte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 56 Kilometer.
So wollen wir den Herbst, den „Altweibersommer" verstehen und genießen, dann übt er auf unfer' Gemüt einen wohltuenden Einfluß aus, der schwermütige Gedanken nicht aufkommen läßt oder sie gar bald wieder verscheucht. Nicht nur im Frühling, „wenn der Wachtelruf erschallt", geht der Herrgott durch den Wald, son- . dern auch im Herbst schreitet er durch Feld und Flur, über Weg und Steg. Möge niemand, ob er sich nun der mild-sonnigen Herbsttage freut oder angesichts des nahenden Winters zagt, die stille Predigt überhören, die niemals eindringlicher an unser Ohr bringt, als wenn der Altweibersommer durch die Lande zieht:
„Und seh ich weinend die Natur ersterben Und mahnt's mich ernst: „Auch du mußt einst vergehn. Den sünd'gen Leib in's dunkle Grab zu legenl"
So ruft mein Heiland liebend mir entgegen: „Sei doch, getrost! Du sollst ja auferstehn । Und meines Himmels Herrlichkeit ererben!" 1 Gustav Knak.
Daß man sicher glauben mag:
Hinter allem Winterklside
Liegt ein ferner Frühlingstag."
Theodor Storm.
Ja, an den „Frühlingstag" in der Ferne erinnert
Trotz aller Einwände, aller behördlichen Schwierigkeiten, aller herkömmlichen Kurzsichtigkeit trugen am 15. September 1830 — vor 100 Jahren — acht von Ste- phenson in Newcastle erbaute Lokomotiven 100 m" fönen, unter ihnen den Herzog von Wellington Robert Peel, den Staatssekretär, von Liverpool Manchester. Interessant ist die barocke Idee, die dem Sentiment der damaligen Zeit entsprach,
ganze Strahlenbündel sonnigen Lichtes in dunkle Dachmansarde, umspielt mit ihrem milden Scheine das Schmerzenslager des Kranken, umzittert in goldigen Wellen selbst den düsteren Grabhügel.
„Wenn leis im Herbste fallen soll . Das Laub vom stillen Baume, Da glänzt es noch mgl strahlenvoll 3m hellsten Lebenstraume.
Da strahlt es im Sterben noch einmal
Den Glanz des Frühlings wider Und fällt zur Erde mit lichtem Strahl So wie verklärt hernieder.
Hermann Rollet.
hell und friedlich scheint die Sonne. Mild und kosen ihre Strahlen und streicheln warm und weich Mutterhände, wenn ihr Junge in die Fremde zieht.
äden schwingen durch die reine Lust und hängen heimlich an Kleider und Gesichter. Gott Dank, vor- "ur nach einzelne weiße Fäden. Noch ist die Zeit
Schmerzen in dem verbundenen Arm peinigten ihn maß» los.
„Steward — Steward — bitte — etwas Wasser.
Unfreundlich kam der vierschrötige Kerl herangeschlurft und brachte ein halbgefülltes Glas.
Stöhnend richtete sich der Russe auf, ohne daß der an- dere ihm dabei behilflich war und trank das Wasser mit einem gierigen Zuge.
„Bitte, noch ein wenig."
„Heute nicht, morgen früh gibt's was zu trinken."^
„Ist er nicht bald Morgen, dauert denn die Nacht ewig?" }
„Hat ja erst angefangen."
„Geben Sie mir bitte eine Morphiumeinspritzung, da, hält hier ja keiner aus."
„Ist Sache des Doktors, ich mache keine Spritze."
„Seien Sie doch nicht so ungefällig."
„Was soll man denn mit Ihnen noch alles machen?
Bin doch nicht für Sie allein da."
„Dann geben Sie mir doch die Spritze und Morphium, ich mache mir selbst eine Injektion, ich bin Arzt und weih damit Bescheid."
„Dummes Zeug. Kann jeder erzählen. Nichts gibt*
Schwerfällig tappte er fort.
Dimitri starrte in die Kiffen zurück und starrte zu der niedrigen Zimmerdecke empor ,von welcher die durch einen Milchglasschirm abgedämpfte Glühbirne ihr mildes, Licht ausströmte. Durch die dünne Wand drang grauen-' volles Stöhnen und Röcheln aus dem Nebenraum zu ihm herüber. Iwan rang dort mit dem Tode — der einsame Mann auf seinem Schmerzensbette hörte es und Mitleid schnürte ihm die Brust zusammen. Der da drüben starb, war ein Verbrecher, ober war er darum weniger Mensch, daß der Pfleger ihn verenden ließ wie ein Vieh und ihm auch nicht eine Erleichterung bereitete?
Das Aufgehen der Kabinentür zerriß seinen quälenden Gedankengang. Der Arzt trat herein und Urgejowitsch sah, daß er noch ein junges Gesicht hatte — ein sehr junges, bartlos und ohne Falten. So etwas wie väterliche Zuneigung wandelte ihn an, denn der junge Arzt war freundlich zu ihm gewesen, als er ihn heute morgen
chten und glühen vorn zartesten Gelb bis zum Rot und auf das Stimmungsvollste kontra- mit dem ewigen Grün der nordischen Hölzer > schafft Eindrücke, denen sich keiner entziehen kann, t noch ein offenes Auge hat für die Schönheit der ir, wo er ganz mit dem Dichter empfindet, der da
Schönheilstwigi» als lifWbatin.
Von Karl Lütge.
An der Adria, September 1930, „Miß Italia" ist das Zugnummer im Hotel. Im Speisesaal sitzt sie am Tisch neben mir. Dl- Blicke von den übrigen sieben Tischen gehen zu dem Tisch mit der schönsten Frau Italiens, einer schlanken, grazilen Blondine mit klassischem Profil. Leider ver- liert das Prostl beim Essen. Die Königin der Schön- heil ißt hastig und viel, ungeniert. Gestern abend gab es Krebse. Sie nahm drei, und setzte die Finger in eifrige Tätigkeit; geschickt, gewitzt. Dann nahm sie noch zwei. Und verschmähte die übrigen Gänge nicht. Heute morgen ist sie krank.
Jeder im Hotel kennt sie. Aber die Sympathien sind nicht groß und leidenschaftlich. Dazu sind wir zu wenig. Wir sind reserviert gegeneinander und gegen die Schönheitskönigin. Niemand grüßt sie. Jeder geniert sich vor dem anderen. Aber die Blicke aller ruhen im Speisesaal auf dem Tisch von Miß Italia. Das ist di- einzige Gelegenheit, ungestört und ungeniert beobachten zu können. Diese Gelegenheit wird ausgenutzt. Zur Tischzeit der Neapolitanerin ist alles versammelt, und wenn wir auch nur acht Parteien sind, so ist es nichts- destoweniger eine Tat, geschlossen zu Tisch zu erscheinen. „ ...
Uebrigens finde ich die schönste Frau Italiens nicht überwältigend schön; ganz reizend, nun ja. Aber nicht glutvoll italienisch, in nichts neapolitanisch — was man eigentlich erwarten sollte. Statt dessen hochblond und übermittelgroß. Ich hatte die junge Dame und Mama gar nicht beachtet, als ich das erste Mal neben ihnen
nicht da, daß aus diesen traumhaft dünnen Fäden breite Tücher werden, die die Erde einhüllen wie eine liebe Tote mit ihrem weißen Leichenlaken. Noch ists kein Tod, wenn es auch daran erinnert. Aber nicht an den Tod, der einen zusammenschrecken läßt, sondern der einem entgegentritt als Ruhe, Friede und Feierabend, daß man mit seinem Schicksal ausgesöhnt ist und dem Dichter recht gibt, wenn er sagt:
„Ich bin so hold den sanften Tagen, Wann ihrer mild besonnten Flur Gerührte Greise Abschied sagen: Dann ist ’Ne Feier der Natur.
Sie prangt nicht mehr mit Blüt und Fülle,
Frage stellen, nimmt nicht Wunder. Auch auf deutschem Boden wurde die erste Eisenbahn heftig bekämpft. Di- Zeit war eben noch nicht reif für die Pläne der wenigen genialen Männer. Nur so ist es verständlich, wenn in jenen Tagen des geplanten Baues einer Bahn von Furth nach Nürnberg ein bayerisches Obermedizinkol- legium folgendes für uns Heutige köstliche Gutachten ab* gibt: „Die schnelle Bewegung muß bei den Reisenden unfehlbar eine Gehirnkrankheit, eine besondere Art des „belirium furiosum" erzeugen. Wollen ober dennoch Reisende dieser gräßlichen Gefahr trotzen, so muß der Staat wenigstens die Zuschauer schützen, denn sonst oer- fallen diese beim Anblick des schnell dahinfahrenden Dampfwagens genau derselben Gehirnerkrankung. Es ist daher notwendig, die Bahnstrecke auf beiden Seiten mit einem hohen dichten Bretterzaun einzufassen." Als der erste Zug am 7. September 1835 mit dem Engländer Wilson auf dem „Adler" — so hieß die Loko- motive — über die Schienen nach Fürth rollte, da erkrankten einem hohen Obermedizinalkollegium zum Trotz weder Ne Fahrgäste noch die Zuschauer an jenem schaurigen belirium furiosum. sondern nur an einer rauschenden Begeisterung. Heute, 100 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eifenbahnstrecke, speisen die Gäste im Wagen ober schlafen im frischen weißen Bett. Heute umspannt bas Netz ber Schienen, fast anderthalb Mill. Kilometer groß, den Erdball. Heute stürmen die Züge mit einer Geschwindigkeit von 100 und mehr Kilometern ihren stählerenen Pfad dahin. Heute weiß man schon, baß bie dampfbetriebene Lokomotive der Vergangenheit angehört, daß die Dieselmaschine, der elektrische Triebwagen, die Zukunft erobert. Heute weiß man von allen Dingen eines: Jagende Fahrt tötet den Raum, aber auch in uns noch lösen jene vor bald 100 Jahren geschriebenen Sätze ein Mitklingen aus, jener Bericht eines Augenzeugen ber ersten Fahrt auf ber Strecke Lanchester» Liverpool am 15. September 1830, den uns Max Mana Weber übermittelt hat:
„Man mag vorn Pol zum Aeauator, von ber Straße von Malaga bis zum Isthmus von Serien reifen und roirb nichts so Bewunderungswürbiges sehen wie diese Eisenbahn. Die Donner der Ausbrüche des Vesuv und Aetna, die Konvulsionen der Natur bei einem Hoch- gemitter erP üttern durch ihre Gröhe, drücken aber den StoU des Menschen tief darnieder, während die Szenen, die wir hier vor uns sehen, und die sich in ihrer Macht nicht würdig beschreiben lassen, em hohes Selbstgefühl und eine Bewunderung ber Geisteskraft bes Menschen entwickeln, intensiver und lebendiger als alle, Produkte der Poeten, der Maler und der Philosophen."
Hanns Derstroff.
Die erste Mitteilung über eine Lokomotivfahrt ist 26 am 15. Februar 1804, ließ
lweibersommer in der Poesie.
Bon Fr.
sommer' Ein merkwürdiges Wort. Eine H nch widersprechende Zusammensetzung, man kann nicht gerade sagen, daß dieses bie'üiuacn Heller strahlen und die Herzen schnel- n läßt; „Sommer" hingegen, bas klingt freu- ^"verheißungsvoll. Und nun beides zusammen, - mer", dann ersteht vor unserer leicht oe- n'lßhantafie jene herrliche Zeit, wie sie uns tartel faft alljährlich von der Mitte bes Septem- Allerheiligen beschert, bie oftmals schöner gcntliche Sommer selbst. „Altweibersom- hikos dieses Wort auch klingt, es hat doch n Inhalt und einen tiefen Sinn! Es Usinnbildet die Liebe einer reifen Frau, aber doch noch volles Glück, das umso tiefer und umso höher eingeschätzt wird, als es ii: und ein baldiges Ende leicht ahnen im Uiiier|d)iebe von dieser späten Frauenliebe man bie späte Liebe eines Mannes „Johannes-
Deritändnis des seltsamen Wortes „Altweiber- bie Berechtigung seines Gebrauches für bie angegebene Zeit voll und ganz erkennen. Denn in denen wir von dem langsam sich verav- tnben 3abre noch einmal so reich bedacht werden, haderen Reize. Sie sind von einer Eigenes' uns wohl begreiflich erscheinen läßt, daß )es lieben langen Jahres, mit Ausnahme des ber bie schöne junge Liebe im Leben bes symbolisiert, von ben Dichtern so besungen mit ber langbewährte Altweibersommer.
allem die Pracht des herbstlich gefärbten Malmö sich Blatt um Blatt allmählich löst und ge- isDoII zur Mutter Erbe flattert, hat es ben Dich- (roie auch ben Malern) angetan. Und es gibt auch kaum ein schöneres, abwechslungsreicheres Land- , als wie es ber Wald bietet, wenn bie Blät-
Vas vakkerienschiff
Ein Roman in 7 Tagen.
Von Hellmuth Quast-Peregrin.
Eepyrigth Hy Greiner u. Co., Berlin.
ber Chinese bort erschienen unb er hatte es nicht bemerkt? .
Die Stimmen braußen verklangen, eine Tur klappte — alles war roieber still — die beiben Männer maßen sich mit lauernben Blicken.
Korbatschew machte eine Bewegung, um in seine Tasche zu fassen — ba schoß ber Chinese wie ein Pfeil auf ihn zu, umschlang ihn mit seinen Armen, bas Kästchen mit ben Glasröhren fiel zu Boben unb nun stampften bie beiben im Kampfe hin unb her. Stumm, mit verzweifelter Wut.
Korbatschew quälte sich, aus ber eisernen Umklammerung bes sehnigen Chinesen frei zu kommen, feine Augen quollen aus ben Höhlen, feine Halsabem schwollen an, Schweiß perlte auf seinem Gesicht.
Unter ben Füßen ber Männer mürben bie Glasröhren zermalmt.
Ein Stuhl würbe mit Getöse umgerissen, ber Tisch stürzte um unb bie Drangen rollten auf ben Fußboben.
Der kleine Affe aber saß aus bem Ruhebett unb sah ängstlich bem Kampfe zu.
Da trat ber Chinese auf eine ber Früchte, sie zerplatzte, ber Mann glitt aus, nur eine Sekunbe löste sich die Umklammerung Korbatschews, ber benutzte ben Augenblick, bekam eine Hanb frei unb packte blitzschnell ben Chinesen an ber Kehle.
Die zweite Hand würbe frei, auch sie griff zu und wie ein Schraubstock umkrallten Korbatschews Finger ben Hals bes Angreifers.
Unter bem würgenden Druck brach ber Chinese zusammen, bumpfes, ächzendes Röcheln entrang sich seiner Kehle, dunkler wurde sein von Todesangst verzerrtes Gesicht, gläsern stierten bie Augen, bie' Stirnabern quollen auf, als wollten sie platzen, seine Hänbe, bie mit scharfen Nägeln bie mörberischen Fäuste bes Russen zerfleischt hatten, sanken schlaff herab, leblos sackte ber Körper zusammen.
Da warf ihn Korbatschew wie ein Flickenbünbel auf ben Fußboben unb stürzte aus ber Kabine.
16.
Dimitri warf sich unruhig auf seinem Lager hin unb her, ben ersehnten Schlaf konnte er nicht finden unb bie
»Wie wäre es, wenn wir dem Bruber einmal auf ben "°hn fühlten?"
®r lächelte, baß ihm in biesem Augenblicke bie alte '“'riet Redensart einfiel, er hatte sie gelernt, als er ols als Student in Berlin lebte.
Alles längst vorbei, weiter Korbatschew, zeige, was Ak«nist, sprach er sich selbst leise Mut zu, öffnete bie ®ab*ne und horchte. Alles still.
Sauflos trat er näher, schaltete das Licht ein — ba iu ein Ruhebett und daraus ein Bündel — er er« ple in jähem Schrecken — bewegte sich — -in L-be- s ;cn? Professor Gibbons Aesschen streifte die Decke fort reckte sein Köpfchen in bie Höhe, mit ängstlichen pW1 den Fremden anstarrend.
EjL*® Affe bloß, konnte ber ihm schaben? Ein Affe ist itF* nb’ &er ie'ncs Herrn Gut bewacht — Korbatschew ihn tm6 ie*ne eigene Furcht, ber genossene Alkohol hatte Ut ®e8e^en- ®ut Zum Totschlag, wenn es sein
f einem Tischchen lagen einige Drangen, Korbat- sah sie.
t »Wir müssen Freunbe werden, Kleiner."
u r uahm eine Frucht unb reichte sie dem Tier, dessen ^rze Augen furchtsam umherwanderten.
kän t m nur’ Kleiner, schmeckt süß, schmeckt fein", ferr e Korbatschew flüsternd, so zärtlich, wie er es eben Ej®. "rächte. Er hatte ein seltsames eiserne Schränk- E1?» ^etn Zimmer bemerkt und das Diebesgelüst regte \madN in ihm.
Affe schien zu überlegen, endlich nahm der die
W^Motschew wandte sich alsbald zu bem kleinen eifer« ^W^tdschrank unb versuchte die Tür zu offnen. Er ^Mkte herum am Schloß, ein schwaches Gepolter
Dienst getan.
. Das sind die Anfänge ber Entwicklung, bie zur ersten Eisenbahnstrecke Manchester-Liverpool geführt haben. Cs gibt keine Schwierigkeit, bie man Stephenson nicht bereitet hat, es gibt keine törichte Frage, bie man ihm nicht gestellt hat.
Kreuzverhör im Abgeordnetenhaus: „Nehmen rotr an", sagte ein Ausichußmitglied, „es komme bei einer Geschwindigkeit von 14—16 Kilometern (von mehr durfte schon gar nicht gesprochen werden D. eine Kuh der Maschine in ben Weg, glauben Sie nicht, daß das recht peinlich würde?" — Stephenson: „In der Tat, recht peinlich.....für die Kuh." — Ein anderer Abgeord
neter: „Werden bie Pferde auf ber Landstraße nicht scheu werden, wenn sie ben vom Feuer rotglühenden Schornstein sehen." — „Ich hoffe", antwortete Stephenson, „die Pferde werden denken, daß ber Schornstein rot angestrichen sei und werden ruhig bleiben!"
Uebrigens muß der historischen Wahrheit die Ehre »gegegeben werden: Wenn auch alle Welt am heutigen "Tage bas hundertjährige Eilenbahnjubiläum feiert, so
Altweibersommer.
anub erschaudert leis in sommersüßer Wonne ' „ des Windes in den Zweigen.
n är lw noch einmal scheint bie Sonne, Üfenb Mücken tanzen ihren Reigen.
ick will Dir noch ein Plätzchen zeigen, „rnen 'wartet eine Bank zum Ruh'n Sr bort, wo sich Ne Weiden neigen, Cibellen ihren Tag vertun.
,, f,in Wort. Es sei ein köstlich Säumen mit einem Blatt bie Zeit 3erfpiele.
k n stumm, als ich in meinen Traumen n auf ben Lippen fühle ....
Siütf verweht auf meinen Mund st- sanken, sckmeckfs; boch will ichs Dir nicht sagen, de steht Uns haben bie Gedanken. in jeder seinen Herbst zu tragen.
Gerhard Fließ.
Lokomotiven unb allen Wagen berühmte Namen zu geben, wie „Northumbrian", „Traveller", „Wellington" u. a. Die Dächer ber Wagen, soweit sie gedeckt waren, trugen das Gepäck ber Reisenden. Die vornehmen Fahrgäste aber hatten, wie es noch lange Zeit üblich war, ihre eigenen Kutschen auf Plattformwagen setzen lassen, zumal die Wagen der anderen Bahnklassen zum größten Teil ungedeckt unb fensterlos waren. Interessant ist, daß die'damaligen Güterwagen ungefähr so aussahen wie Vogelkäfige, d. h. man hatte sie ber größeren Leichtigkeit halber nur aus Gitterstäben zusammengesetzt.
Wann kam bieses eiserne Pserb nach Deutsch - lanb? Es ist selbstverständlich, daß es ein Pferd aus dem Stephensonfchen Stall war, es hieß „Adler", und lief 1835, also fünf Jahre später als in England, von von Nürnberg nach Fürth. Hier muß allerdings eingeschaltet werden, daß schon 1816 die königliche Eisengießerei Berlin nach englischem Vorbild eine Lokomotive baute und sie auf einer Rundbahn verführte. Das Bild dieser Lokomotive ist uns erhalten auf einer der damals üblichen gegossenen eisernen Glückwunschtafeln zum Jahreswechsel, die von der königlichen Eisengießerei versandt wurden; die Lokomotive selbst ist später in Königshütte verschollen.
Daß vor der ersten Fahrt von Nürnberg nach Fürth sich dieselben Erscheinungen wiederholten, welche die Verwirklichung der genialen Pläne eines Stephenson in
Jahre älter. Damals, Trevithik infolge einer Wette einen dampfgetriebenen „tram roaggon" über die Schienen laufen, der eine Last von 25 000 Kilogramm schleppte; neun Jahre später baute Hedley jene drollige Maschine, „Puffing billy" genannt, bie im Kensington Museum in London steht unb in einer Nachbildung im Deutschen Museum in München zu sehen ist. Diese uralte Lokomotive, heute 117 Jahre alt, hat 49 Jahre lang in Bergwerken ihren