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der ent« Landtag die Her­fünf lieh

Von 82

es wünscht.

Hugenberg auf dem Vock.

* Falsche Nachrichten über oeit Gefmrdheitszu-- stand des Papstes. Gegenüber Nachrichten, di: von einer lebensgefährlichen Erkrankung res Pap­stes wissen wollen, erklärt die Agenzia Stefani, daß sich der Heilige Vater bester Gesundheit er­freue und auch heute, wie gewöhnlich, eine Spazier­fahrt im Kraftwagen durch die vatikanischen Gär­ten unternommen habe.

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Graf Westarp niedergeschrienr

von jungen Koblenzer Nationalsozialisten.

In Koblenz hielt die Konservative Volkspartei ihre erste Wahlversammlung ab, in der der Spit­zenkandidat Staatsanwalt a. 2. Trauert (Düssel­dorf) sein Programm entwickelte. Darauf sprach Earf W e st a r p über Ziel und Weg der Konser­vativen Bolkspartei. Als er die Stellung seiner neuen Partei zu den weiter rechts stehenden Grup­pen besprach, teilte er mit, daß er jetzt als 66jäh- riger Mann den ersten Strafantrag seines Lebens gegen einen früheren Parteifreund habe stellen müs­sen. Inzwischen war ein größerer Trupp ganz junger' Nationalsozialisten im Saal er­schienen. Als man ihnen keine freie Aussprache zugestand, machten sie einen solchen Lärm, daß Graf Westarp seine Rede vorzeitig abbre­chen mußte. _________

erstatter geht in diesem Zusammenhang kurz auf den bekannten englischen Plan einer engeren Ver­bindung des Tanganjika-Gebietes mit den benachbarten englischen Territorien von Kenyna und Uganda ein. Die englische Regierung habe in dem Weißbuch, das über diese Absicht Aus­kunft gab, der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Mandatskommission in der Lage sein werde, zu dieser Frage auf ihrer Tagesordnung im Okto­ber Stellung zu nehmen. Sie habe sich verpflich­tet, vor einer endgültigen Entscheidung sich mit der Mandatskommission ins Benehmen zu setzen. Der Rat nahm dxn Bericht an. Vorher gab Reichsaußenminister Dr. Curtius eine kurze Erklärung ab, in der er betont:, daß die deutsche Regierung sich Vorbehalten müsse, auf Einzel­heiten des Berichtes, namentlich auf die Tan­ganjika-Frage bei späterer Gelegenheit zurückzu­kommen. ______

Hilgenbergs Vries an die Aerzte

Zu dem hier schon erwähnten Brief, den Hu- genberg allen deutschen Aerzien geschrieben hat, bemerkt die „Frankfurter Zeitung" noch:

Und nun die Frage der Gewerbesteuer der freien Berufe. Herr Hugenberg schreibt: „Die Deutschnationale Bolkspartei hat — wie Ih­nen bekannt sein wird — in allen Stadien der parla­mentarischen Verhandlung die Einbeziehung der Aerzte

Die Genfer Europa-Konferenz.

wtb. Paris, 9. Sept. (Gig. Meldg.). Die Mor- genvresse hebt die Bedeutung der gestrigen Guropa- Konferenz in Genf hervor. Die Blätter weisen auf die Meinungsverschiedenheit zwischen Briand und Henderson, die schließlich durch eine Gnt- schließnng vorläufig beigelegt wurde, hin und spre­chen von der ak i i v e n und passiven These. Blätter rote Gcho de Paris und Figaro, die über­haupt gegen die Völkerbundspolitik Briands sind, bedauern, daß Briand feinen Plan der europäi­schen Föderation gestern nicht einfach habe fallen lasten. . ,

Der Außenpolitiker des Matin schreibt, die An­näherung der europäischen Völker sei bis jetzt das beste Mittel, um die Wirksamkeit des DAkerbun-

in die Gewerbesteuer abgelehnt."

Was i st die Wahrheit? Bei scheidenden Abstimmung im Preußischen haben 220 Abgeordnete für, 113 gegen anziehung der freien Berufe gestimmt.

führung der Adressaten, an die fein Schreiben sich wendet? Ist es eines Mannes, der Anspruch dar- auf erhebt, Parteiführer und Grneuerer des polt- tischen Lebens zu sein, würdig, auf Grund un­wahrer Angaben derartige Stimmenfang zu betreiben? Gs werden nicht alle Aerzte Herrn Hugenberg brieflich antworten; er würde diese Briefe auch wohl kaum lesen. Aber sie werden ihm am Wahltag antworten, freilich anders als

Bei den Deutschnationalen der gleiche Vorgang wie bei allen anderen Fraktionen, die gleich­falls gespalten waren, ausgenommen Sozialde­mokraten und Wirtschaftspartei, die geschlossen für die Besteuerung stimmten. Sollen nun 1t/m der deutschen Aerzte für, °°/-°- aegen Herrn Hu­genberg stimmen? Grnfte Frage, aber: Aste kommt Herr Hugenberg zu einer so groben Jrre-

die fast übermenschliche Kraft, die ihm jetzt zuge­mutet wird, nur aus seinem Glauben und seinem religiösen Pflichtgefühl heraus erwachsen kann.

Das muß auch uns alle, ob wir nun den er­hebenden und aufrüttelnden Vorgängen in Mun­ter beiwohnen konnten oder nicht, Richtschnur für die kommenden Tage fein. Das erste, was von uns verlangt wird, ist, daß wir den Männern, die für das Reich in die Bresche gesprungen sind, helfen, indem keiner am Wahltage zu Hause bleibt. Gerade der Katholik, wenn er im Sinne der Ioos'schen Entschließung Politik aus christ­licher Gewissensvervflichtung empfindet, muß dafür sorgen, daß unseren Führern keine katholische Stimme verloren geht.

Masse irren" ist es auch gewesen, was die Sozial­demokraten aus der Regierung trieb, was ihnen den Wahlkampf diktierte. Und der „Sozialdemo­kratische Pressedienst" sagt selbst, daß von dei 11'/- Iahren seit Kriegsende die Sozialdemokratie über­haupt nur 5 Jahre an der Reichsregierung betei­ligt gewesen sei. Sie will damit sich von dem Vorwurf reinigen, daß sie einen -roßen Teil Schuld an der Gntwicklung der Verhältnisse trage. Dabei ist aber auch dies ein Gingeständnis der po­litischen Verantwortungslosigkeit und der freien Furcht vor der Verantwortung, das muß sich für den 14. September merken.

der Abftimmung enthalten, 112 gefehlt.

Deutschnationalen Haden 50 gegen, 17 für d i e Besteuerung gestimmt; elf un­entschuldigt, weitere vier wegen Krankheit gefehlt.

Hugenberg, der Freund Hitlers und ehemaliger Generaldirektor der Kanonenfabrik Krupp sprach im Zirkus Busch in Breslau. Nach einem Wolff- Bericht sagte er, der jetzige Wahlkampf sei die gradlinige Fortsetzung des Volksbegehrens und des Volksentscheids (der praktisch der Beginn des Zer­falls der Deutschnationalen Partei war; die Red). Ihm sei gleich, wer den Karren fahre, aber „so lange i ch auf dem Bock sitze, darf man nur so fahren, wie ich es will und es vor mir und der Welt verantworten kann". Fehlt nur noch: „Mein Kurs ist der richtige" und „Wer sich mir in den Weg stellt, den zerschmettere ich".

Zerschmettern möchte der Herr Geheimrat vor allem das Z e n t r u m. Die N a t i o n a l s o z i a- liften seien mit den Deutschnationalen durchaus einig, daß „die Luftschaukelpolitik des Zentrums" aufhören müße. Wahrscheinlich wird der Herr Geheimrat von den bisherigen Kommu­nisten, die jetzt als Sturmabteilung unter Haken­kreuz-Fahnen dienen, noch gar manchmal „(je« schaukelt". Namentlich wenn er auf dem Bock sitzend die rauhen Wege der Wirklichkeit befahren muß.

Zeder Wöhler muß wissen: daß jedes innen- und außenpolitische Abenteuer die höchste Gefährdung der deutschen Wirtschaft und Währung bedeutet.

Vertrauen zur Führung ist die Grundlage aller wirtschaftlichen Tätigkeit. Ohne Vertrauen keine Aus­landsaufträge und keine Auslandskredite. Ohme Vertrauen kein Aufhören der Kapitalflucht, keine Rückkehr der geflüch­teten Kapitalien und keine Senkung des Zinsfußes. Ohne Vertrauen keine Wiederbelebung der Unternehmungs­lust, also auch keine Neuschaffung von Arbeitsmöglichkeiten für die Arbeitslosen.

Die Wiederherstellung des Vertrauens ist nur möglich durch Schaffung eines arbeilsfühigen Reichs­tags, eines Reichstags, in dem die Regierung sich auf eine breite, aktionsfähige, nicht in Interessen- tengruppen gespaltene Mehrheit stützen kann.

des zu stärken. Journal schreibt, mit Geduld und mit elastischen Ausdeutungsformeln könne die Gen­fer Diplomatie auf dem Papier stets die heikelsten Fragen lösen; sie regle alles außer der Opposition der Tatsachen. Ouotidien bedauert, daß in der gestrigen Guropa-Konferenz nicht der Vorschlag ge­macht worden fei, Rußland und die Türkei zur Beteiligung an den Beratungen aufzufordern, denn diese hätten der Dölkerbundsversammlung die Möglichkeit gegeben, das Wort Guropa klar zu begrenzen.

GND. Genf, 9. Sep. (Gig. Meldg.). lieber den Verlauf der gestrigen europäischen Konfe­renz wird noch gemeldet, dadurch, daß Henderson wünschte, die europäische Frage ohne jede Präjudiz vor die Völkerbundsoersammlung zu bringen, trat der Versuch Briands, die europäische Gemeinschaft bereits als geschaffen zu betrach­ten, auf Widerstand gestoßen. Der Belgier Hymans versuchte darauf, Briand zu bewegen, als Sprecher der europäischen Konferenz vor der Völkerbunds­versammlung den Antrag auf Behandlung des eu­ropäischen Problems zu stellen. Briand zögerte: er sei nicht objektiv genug. Gr habe zwar einen Gnt= rourf vorbereitet, aber er bezweifle, daß darin die Ansichten aller Staaten ausgedrückt seien. Schließ­lich las er seinen Gntrourf doch vor und fand da­mit allgemeinen Beifall, sogar Henderson stimmte zu und erklärte, es sei darin nichts enthalten, was er nicht unterschreibe. Briand wurde beauftragt, im Namen der europäischen Konferenz der Völker­bundsversammlung Öen Antrag zu stellen, d i s europäische Frage auf die Tagesord­nung z u n e h m e n. Dem Völkerbund ist für die weitere Behandlung volle Freiheit gelassen.

* Wertvolles sozialistisches Eingeständnis Der sozialdemokratische Parteiführer Wels hat einst je­nes Wort gesagt: „Gs ist besser mit der Mafse zu irren, als gegen die Masse Recht zubehal­ten." Darin kommt am deutlichsten nach dem eige­nen Gingeständnis des sozialistischen Parteiführers die völlige politische Haltlosigkeit der Sozialdemo­kratischen Partei zum Ausdruck. Dieses „mit der

Der Völkerbundsrat.

wtb .Srnf, 9. September. (Gig. Meld.) Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Völ­kerbundsrates stehen zwei Danziger Fra­gen, einige Beschwerden der deutschen Minder­heit in Oberschlesien und die Frage des Bahw- schutzes im Saargebiet. Zunächst nahm der Rat den Bericht des finnischen Außenministers Procope I über die ordentliche Sitzung der Mandatskommis- I sion im Juli dieses Jahres entgegen. Der Bericht-

’—“'irtdieint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt _ - -

Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Der ag UtlttlDOCft, 10. SCpfCttlBCt 1930 f|Q Kuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- «»»»»wvwj, •

öer|Cjtung 1152 Fuldaer Äctiendruckerei 1150 und 1151. ::

Am die Erwerbslosen.

Die verfehlte sozialdemokratische Spekulation.

Täglich wird das Heer der Arbeitslosen an den Stempelstellen von einer wahren Flut von Flugblä- tern überschwemmt, die in allen Tonarten um die Stimmen der um ihr Brot Besorgten werben. Gs ist sicher kein Zeichei von innerem Kraftbewußtsein, wenn ausgerechnet sogenannte Arbeiterparteien alles darauf anlegen, die seelisch gedrückten und viel­fach verzweifelten Grwerbslofen vor ihren Partei­karren zu spannen. Die Töne der Radikalen sind zu bekannt, als daß man auf sie noch näher einzu­gehen brauchte. Wenn aber jetzt die Sozialdemo­kratie auftritt und auf ihren Flugblättern so etwa die ganze Sozialgesetzgebung auf ihr Konto schreibt, so ist das eine Anmaßung, die allerorts eine entschiedene Zurückweisung verlangt. Glaubt denn irgend ein deutscher Arbeiter, daß irgendeine wichtige sozialpolitische Maßnahme je ohne den energischen, bahnbrechenden Einsatz des Zentrums zustandegekommen wäre? Es ist ein Verdum­mungsversuch, wenn die S. P. D. jetzt in ihren Flugblättern den kurzsichtigen Eigensinn Wissells noch sogar als heroische Tat preist, obgleich Wissell die Regierung Müller sprengte, weil er über Ein­zelheiten, von denen das Grundsätzliche nicht be­rührt wird, das großeGanze vergaß!

Heute, wo die Regierung Brüning sich infolge des Versagens der Sozialdemokratie vor die Auf­gabe gestellt sieht, alle Energie einzusetzen, um die Arbeitslosenversicherung überhaupt zu galten und ihre finanzielle Sicherstellung herbeizuführen, hebt in den Reihen der patentierten Arbeiterpartei eine Verdächtigungskampagne an, die ihresgleichen sucht. ‘ t ,

In einer Berliner Zentrumsversammlung sagte ein Arbeiter kürzlich, daß man vielleicht einmal die Regierung Brüning als die sozialste ansprechen wird, weil sie den Mut gefunden habe, die Sozial­politik mit Entfchiedenheit aus der unsicheren Pumpwirtschaft herauszuführen.

Es ist erfreulich, daß gerade in der heute er­werbslosen Arbeiterschaft die kritische Erkenntnis verantwortungsbewußter Führung im steten Wach­sen ist. Gin Dokument dafür ist die Gntschließung, die arbeitslose Zentrumsarbeiter am 28. Au­gust auf einer Grmerbslosenkundoebung des Saar­gebietes faßten und in der es hieß:

„Die heute in Wadern im furchtbar notleidenden Saargrenzgebiet versammelten arbeitslosen Zen- trumsroähler sind überzeugt, daß in der Notzeit des deutschen Volkes nur sachliche, verantwortungsbe­wußte und fleißige Arbeit der Volksvertretungen zur Ueberminbung der Notstände führen kann. Dem dienen nicht verlogene Kritik, unerfüllbare Versprechungen und feiges Beiseitestehen. Sie ver­sichern, daß sie fester denn je zur Deutschen Zen- trumspartei halten, denn diese war jederzeit ein leuchtendes Vorbild praktischer, roir’ti* erfolgrei­cher Arbeit. Sie war führend in gesunder Sozial­politik."

* „Graf Zeppelin" hat eine von schlechtem Wet­ter beeinträchtigte Wochenend-Fahrt über Wien nach Breslau gemacht. Gr ist wohlbehalten wieder in Friedsrichshasen gelandet. 18 Passagiere nah­men teil. «*'■

Katholische Politik.

L,ttoen Katholiken haben immer Wert D!e ö- fr au5 ihren jährlichen Generalver- patif sE'j "Tagespolitik fernzuh al- Fwtu«9 m nur Unverständnis und Neid, wenn i». ®s und liberale Zeitungen immer jgtalfcenwtraiw Satl)oIifentage als Gene- piefcer Der’u,ies Zentrums darzustellen.

daß sich bei uns Weltan- * begrenz Betätigung zu einer großen V^en Synthese zusammenfmden, die es ESSÄ macht, daß.unsere pol't,scheu auch die hauptsächlichsten Spre- ■$. SE? tpenn es sich um die Herausar- d7r katho/ischen Grundsätze öffentliche und das Ginzelleben handelt, k „ nicht das Bedürfnis des katholischen WM solchen Tagungen den Mannern und

' firn ubeln die im Parlament für sie der christlichen Kultur verfechten. [Sn uns durch solche Kritik, mag sie wohl- „s fünoen oder noch so hämisch sein, nicht Was uns Nationalsozialisten

Eff h r i ft f i d} = © o 3 i a I e auf diesem Gebiete o ö l l i g ü b e r f l ü s s i g. Das wissen

Snun'doch etwas besser.

Bä, Katholikenversammlungen haben durch die Ä>t auch in ihren Satzungen festgelegte Neufor- .hä ihrer äußeren Gestalt eine Vertiefung erfah- sie seit Magdeburg über ihre Vorgängerin« »n an Wirksamkeit noch hinaushebt. In diesem K “ tonnte es nicht ausbleiben, daß, wenn auch 6/Münfteritoe Tagung völlig auf religiöse und Lristlich-pädagogische Grtenntmffe abgestellt war, «- doch irgendwie im Banne des Wahl- k-mv'fes stand. Gs ist ja keine Kleinigkeit, wenn »« katholischen Minderheit im Reich heute zwm- «nder als je seit der Gründung der Republik die Erantoorfung für das Wohl des Gesamtvolkes Zerlegt wird. Was die bürgerlichen Parteien «i Neuerungen, ja an Umwälzungen der inneren -Mik von dem neuen Reichstag erwarten, kann sich ja nur erfüllen, wenn die weitaus größte unter Men, das Zentrum, führend beteiligt ist. Gs war baber dieser Katholikentag wie eine Art Gewiß senserforfchung vor dem Neuen, das vom 14. September erhofft wird. Schon in der Wahl fes Präsidiums bekundeten die Katholiken in Mün­ster, daß sie mit dem Grundtheina, das von der christlichen Erziehung handelte, über Schule und (Bethaus hinausgreifend Ernst machen wollen für Wr Staat. Sie wählten zu ihren Vorsitzenden einen jungen Führer der katholisch en Sport-Generation und einen kaum ins Mannesalter hineingewachsenen Vertreter der Ar- Mechchaft. Und wenn über dem Grundgedanken segnend und mahnend der Geist des hl. Augustinus waltete, der im frühen Ehristentum ein Staats­denker von göttlicher Begnadung war, so schloß sich hieran der Gedankenkreis, von dem aus dieGe- neralversammlung in das staatliche Leben der nr^en Zukunft vorstoßen wollte.

Es ist auf dem Raume, der uns für diese Rück- be-rad;tung zur Verfügung steht, nicht möglich, die in der Generalversammlung und während der Ver­tretertagung berausgearbeiteten grundsätzlichen Gr- kenntnisse und Forderungen auch nur stichwort­artig noch einmal aufzuzeichnen. Gs war ein be­sonderer Gewinn,' daß ein Mann wie Professor Theodor Brauer, der selbst seinerzeit im Ar­beiterleben gespürt hat, wie die Lockungen des So- Malismus unsere jungen werktätigen Kräfte um« Engeln, in tiefschürfenden Grörterungen die u n« v.trsöhnlichen Gegensätze zwischen so- U a l i st j s ch x x unb katholisch-sozialer «nschauung darlegte. Gs wird Sache des Volks- *«ms für das katholische Deutschland sein, die Wnnulierungen Brauers auszuwerten und sie den Sroßen katholischen Arbeitermassen zugänglich zu suchen. In diesen Zusammenhang gehören auch iLe Ausführungen, die der frühere Reichskanzler ^'nrr machte, als er von den Anfängen des Volks- »rreins sprach.

_ Von besonderer Wichtigkeit dünkt uns ferner die Schließung, die die von Josef Joos geleitete natspolitische Arbeitsgemeinschaft vorlegte. Sie Mist über alle Ideologien und romantischen Sen- ^enkolitäten hinweg bei den gegebenen Wirk- i jfeifen an und kommt zu der feierlichen Gr- e tun9: „Ser Staat i st gottgewollt.

e'ne Auorität verpflichtet im Gewissen S® feine Gewalt kommt letztlich allein von Darin liegen die Grundsätze katholischer verankert. Hier sind die Wurzeln aller un- ufet politischen Arbeit, von hier aus erwächst auch pogend und zwingend die Apologie des Zentrums ^getuiber oberflächlichen Vorwürfen, die vom /l°'Sinu5 ausgehen und an den Staat und an tert« ^st denken, wenn die persönlichen Jn- .. ehen befriedigt sind. In diesen Grfenntniffen [ autfj die Begründung für die Art, wie Reichs- km «?r- Brüning sich an die Glaubensgenossen fe'lbV Vorstadt wenden konnte. Es wäre grünt)« Lj!0}' sollte man die stürmischen Ovationen, nut nen k£r Katholikentag den Kanzler begrüßte, nur !en h Ausdruck stolzer Genugtuung darüber roer« j(j' °oß der Kanzler des Reiches in diesem Augen- Sieben Glaubens ist. Gs war vielmehr ein k/sm3- Gefühl, das die Riesenversammlung in t Munsterlandhalle so hinriß. daß der Begei- )eru?° fast kein Gnde mar. Hier stand vor ihr Mann, der den Mut hat, das gesamte Volk „j. Verantwortung auszurufen und ihm die Wahr- «Ji über unseren wirtfchastlichen und politischen fcnnmer.Jre* und offen zu sagen. Hier stand der j- tt’.’ür den die Politik nicht ein Beruf ober "eme Art von Spezialistentum bedeutet, fon« Ilio uv s'ch ’m Gewissen verpflichtet fühlte, im fc "cnbli(f größter Not das Steuer zu fassen und »SM durch Sturm und Klippen hindurch ^halten, bis das gefährdete Reichsschiff wieder und geraden Kurs fährt. Brüning hat bei anderer Gelegenheit bekannt, daß ihm

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt