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Gfnaeinnmmer 10 M (mir ZllM. Beilage 15 Big)
T' Anzeiger für die Stadt Fulda und denOandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
Dienstag, S. September 1930
57. Mrg
Monatlich l,bO einschlietzl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0,15 JLfl, auswärts 0,20 .ILM.. Reklamezeile: lokal 0,60 JUt, auswärts 0,80 5Ut. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheck!. Franks, a. M. 4051.
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„Es geht nicht um unsere Sache, um unser Interesse, sondern um das des Volkes; In unserem Lager ist die Vernunft, ist die Sachlichkeit, ist die Wahrhaftigkeit!
Nur die Wahrheit kann uns retten, die Phrase führt uns in Abgrund und Anter- gang!-
Prälat Professor Dr. & aas.
lerAchlutz des Katholikentages.
" aa erreichte in Mün st e r mit einer
, 2 Veranstaltungen die 69. Generalver- -OtMt beut^en Katholiken ihren Höhe- yemtnlu“9 stark besuchten Sitzung referierte punIt „^nannte Bischof von Ermland, Prälat aber "die Bedeutung des Wohnungsbaues Kall", , Katholiken, während Präsident Ris- »inert Ueberblick über die bisher geleistete AM. g'b Der Volksverein für das katholische tirfilnnb" hatte eine Generalversammlung ein- Er» in der Generaldirektor van der Pelden
Bericht über die Entwicklung gab.
-«"^./Kauvt'eferat hielt Dr.KonradAlger- .„"n über das Thema „Die deutschen •VthDlifcn im Kampf mit den revolutionären Strömungen der Gegen-
keinen Ausführungen wandte sich der Red- _ gegen die revolutionären materia- nktischen Strömungen von links und die revo- ‘V‘äten pantheistischen Strömungen von
-stn linksradikalen Bolschewismus trete unter ta« Svmbil des Sowjetsterns der Geist der «Natischen Urseele Rußlands zutage, in km rechtsradikalen Geistesströmungen unter dem E,bol des Hakenkreuzes der Geist des ari = ’tAtn Heidentums. Beide lehnten sich gegen ton Geist Christi auf und suchten die christliche Ltltur zu zerstören. Zwischen Sowjetstern und Hakenkreuz aber rage das Kreuz Christi empor. Die dringend nötige große geschlossene katholische r «Mitsfrvnt werde aber dann erst volle Wirklichkeit wenn alle Berufs- und Standesgruppen von 'dkestr Idee praktisch durchdrungen seien. An di?Mahnung zur katholischen Einheit schließe vch die Mahnung zur katholischen Tat.
Um 10 Uhr begann die zweite geschlossene Ver- -iimnlung, in der die zehn Leiter der verschiedenen tbeitsaruppen Bericht legten.
Am Samstagabend war die zweite öffentliche iersammlung des Katholikentages in den beiden «schallen ebenfalls sehr gut besucht. Professor jrauei sprach über das Thema „Der sozialistische Geist und die katholische Kirche". Sodann sprach Miversitätsvrofessor Dr .Dessauer-Frankfurt a. M. über den „Mämmonistischen Geist und der katho- We Geist". In Halle 2 sprach als erster Redner des Tages Reichskanzler a. D. Dr. Marx über das Thema „40 Jahre katholische Kulturarbeit". Während sodann Dr. Boecking (Freiburg i. Br.) über ^Karitas-Geünnung und Tat in Jugend und Volk" Wiach .erschien Reichskanzler Dr. Brüning.
Den Abschluß des Abends bildeten verschiedene Versammlungen in den Sälen der Stadt und ein ^Wpizert des verstärkten städtischen Orchesters.
Ununterbrochen rollten am Sonntag aus allen immelsrichtungen die Extrazüge heran, die immer i?der Zehntausende auf die festlich geschmückten traßen brockten. Eine vorsichtige Schätzung der remden durfte mit 150 000 nicht zu hoch gegriffen in, nahmen doch schon allein 130 000 a m F e st- o t t e s d i e n st unter freiem Himmel teil, den r päpstliche Nuntius Orsenigo im Beisein vieler ischöfe zelebrierte. Eine Kopf an Kopf stehende kenge säumte den Rückweg der Kirchenfürsten zum om, als in feierlicher Prozession die Zöglinge ' bischöflichen Seminars nahten, denen die Or= 5= und Weltgeistlichkeit und das Domkapitel ten, Im großen Ornat schritten Bischöfe dem stins voran, die Malteserr'tter in roter Gala- 'orm und die Fahnenabordnungen der großen eine beschlossen den Zug.
Zu einer äußerst eindrucksvollen Kundgebung naltete sich die von etwa 8000 Menschen besuchte rbeiterversammlung, in der der Nun- den päpstljchenSegen erteilte. Reichskanzler Dr. kuni n g führte etwa folgendes aus: Aus dem den die Herren Stegerwald und mir Iry, daben, sehe ich, daß die katholische Ar- mrschaft in schwerster Zeit an die Männer, vor art Stegerwald, die ein Leben lang für die ^milche Arbeiterschaft gearbeitet haben, denselben hat, mie in früheren Jahren. Die A r- -slosigkeit schreitet als Gespenst überall Eide herum. Die Sozialpolitik ist nach der sm-*" deite hin in ihren Grundlagen erschüt- l. Stegerwald und ich, haben geglaubt, "E neichsregierung eintreten zu müssen, um dos ^tten, wofür wir gemeinsam viele Jahre ge= haben. Wenn heute gegen die katholische Werirfiaft und ihre Führer von allen Seiten bharfsten Angriffe hageln, dann bin ich der —E?ufiung, daß für unser Ziel, die finanzielle -unding unseres Vaterlandes herbeizuführen u. ' ’t die Sozialpolitik zu retten, volles Verständ- »"luerhalb der katholischen Arbeiterschaft vor- fic» Diejenigen Leute, die heute kriti- einb *" un& leicht A g i t a t i o n s a n t r ä g e Men itnr?en' ^le der Bewilligung von Ausgaben die- iteftom en; ohne daß das notwendige Geld bereit- fc wird, machen sich die Sozialpolitik leicht, erst an schwierig.zu werden, wenn man E^eitjg für d i e Einnahmen sorgt. Und tzt unsere Aufgabe und Absicht. Wir müsten
Beamte, aufgepatzt!
Don Oberpostinspektor B a u m h o f f, Bizepräsident des Preußischen Landtags.
Wenn allein der Verstand und die Ueberlegung den Ausschlag gäben, dann brauchte uns um den Ausgang der Wahlen nicht bange zu sein. Aber es ist leider nur ein Teil der Wähler, der v e r» ft andesgemäß Politik treibt und zwingenden Notwendigkeiten sich beugt. Der andere Teil der Wähler nimmt sich die Flugblätter und Wahlbroschüren, die die Parteien freigiebig auf den Markt werfen, wie eine Preisofferte zur Hand und summiert die für jeden Geschmack zurechtgemachten Versprechungen und Angebote. Wer das meiste offeriert, dem wird der Zuschlag erteilt. Das ist Politik. Und da. es unter den offerierenden Parteiformen viele gibt, die wohl nie „ans Regie- r e n" kommen und deswegen sich auch niemals in die Verlegenheit gebracht sehen werden, die Wechsel einlöfen zu müssen, die sie im Wahlkampf bereitwillig ausstellten, so braucht man sich nicht zu wundern, daß diese politischen Warenhäuser einen großen Umsatz haben.
Die Beamten stellen mit ihren Angehörigen einen großen Teil der Wählerschaft dar. Kein Wunder, daß alle Parteien um ihre Stimmen heftig buhlen. Und da weiß man, daß die katholische Beamtenschaft ihre politische Heimstätte stets im Zentrum sah, so ver- sucht man gerade hier mit List und Tücke Eroberungen zu machen. Wir wollen nicht leugnen, daß die Hetze der Gegner durch eine im Zweck nur schwer erkennbare und deswegen stark negative Kritik, die vom „Deutschen" her am Berufsbeamtentum geübt wurde, wesentlich erleichtert und begünstigt worden ist. ,/Der Deutsche" wird in der Beamtenschaft ohne jede Berechtigung als Zentrumsblatt angesehen und sein fortwährendes Kritisieren am Beamtentum deswegen der Partei zur Last gelegt. Und ebenso werden in diesem Wahlkampfe immer wieder alle möglichen Aussprüche Stegerwalds und I m b u 's ch' s aufgewärmt, um darzutun, daß das Zentrum doch wohl nicht mehr so ganz zuverlässig zum Berufsbeamtentum stände.
Seit Jahr und Tag hat man systematisch ittes getan, um eine Atmosphäre des Mißtrauens gegen die Partei zu schaffen. Es gab Beamtenfuhrer, deren Vortragsrepertoire sich jahrelang in dem Namen Stegerwalds erschöpfen. Und es gab der Be- amtenblätetr genug, deren Schriftleiter emsig besorgt waren, den Namen Stegerwald nicht m Vergessenheit kommen zu lassen. Daß es auch andere Politiker und Minister gab, wie z. B. Herr Hop- k e r - A s ch o f f, die „beämtenunfreundliche Maßnahmen" empfahlen, das erwähnte man nur beiläufig. Denn sie waren auch -liberaler Couleur. Daß es der Zentrumsminister Dr. Köhlör gewesen ist, der den Beamten die große Besoldungsreform beschert hat, das sucht man geflissentlich zu vergessen. Und wenn der sozialdemokratische Ml- nister Severing in den letzten Tagen an der Höhe der Besoldungsreform von 1927 heftige Kritik geübt hat, dann ist das weiter nicht so schlimm, schlimmer ist es, wenn Stegerwald und Jmbusch das tun, denn sie sind Zentrumsleute.
Die Zentrumsbeamten sind nun ober keine Kostgänger der politischen Warenhäuser. Sie haben es gelernt, die Politik mcht unter dem Gesichtswinkel einseitiger Berufsmteres- sen zu betrachten. Denn sie wissen, daß die sogenannte Beamtenpolitik sich in vollständiger A b- ijängigfeit der großen Staats- und W:rt- schaftspolitik befindet. Solange unser Volksstaat durch die maßlose Hetze der Rechts- und Links- desperados nicht zur Ruhe kommt, solange wird auch die Stellung des Berufsbeamtentums auf u n- sicherem Boden stehen. Angriffe gegen die Si- cherheit des Volksstaates sind auch Attentate gegen das Berufsbeamtentum. ,,, „... .
Deswegen müßte es eigentlich selbstverständlich sein, daß kein Beamter, dem an der Erhaltung des Berufsbeamtentums liegt, staatsfeindlichen Parteien nachläuft. Und doch soll es solche Selbst- Mordkandidaten geben; denen das alte Wort unbekannt geblieben ist, daß nur die d ü mm ft ein Kälber ihre Metzger selber wählen. Erkennen diese Irrläufer denn nicht, daß der Haß, den man gegen den Staat sät, sich irgendwo und irgendwann mal austoben will?
Wer ist aber der Staat? Wo ist er zu packen? Wo sehen wir ihn? Die sichtbaren und greifbaren Repräsentanten des Staates smd seine Willenvollstrecker, seine Beamten. Gegen diese wird sich letzten Endes die aufgespeicherte Wut entloben. Die Haßprediger gegen den Staat sind daher auch die Feinde des Beamten. Und wer wählt seine Feinde? Nur die geistig Verkümmerten. Kluge Leute sicher nicht. Der Beamte kann b e i klarem Verstand unmöglich den Maulwürfen des Staates Vorschub leisten.
Die Kassenlage des Reiches war in dem letzten Jahre infolge einer höchst nachlässigen Fimmzpoll-
Tagung des Völkerbunds
wtb. Genf, 8. September .(Eig .Meld.) Der Völkerbundsrat hat heute vormittag seine 60. Tagung mit der üblichen nichtöffentlichen Sitzung begonnen, in der er seine vorläufige Tagesordnung billigte und sich mit internen Budget- und Personalfragen beschäftigte.
Landesratsmitglieder Schmelzer und Levacher und Eewerkschaftssekretär Kiefer.
wtb. Gmf, 8. September. (Eig. Meld.) Wie bei den früheren Völkerbundstagungen weilt auch diesmal eine Abordnung von Vertretern der politischen Parteien des Saargebietes hier. Der Abordnung gehören wie früher u. a. an Kommerzienrat Röchling, die
wtb. Genf, 8. September. (Eig. Meld.) Zu der heute nachmittag um 4 Uhr beginnenden 1. euro- päis.chen Konferenz, an der 27 Staaten teilnehmen, sind hier 23 Außenminister eingetroffen. Briand wird die Konferenz mit einer Ansprache einleiten, in der er über seine bisherigen Arbeiten berichten und insbesondere, die Gesichtspunkte darlegen wird, die sich aus den in seinem Memorandum eingegangenen Antworten ergeben.
Brüning auf dem Katholikentag.
Während in der zweiten öffentlichen Versammlung in Halle 2 Dr. Beecking, Freiburg i. Br., über ,Karitas-Gesinnung und Tat in Jugend und Volk" sprach, erschien, mit stürmischem Beifall begrüßt, Reichskanzler Dr. B r ü n i n g in der Halle, begleitet von Vertretern aller Behörden. Nachdem der Kanzler kurz zu der Versammlung gesprochen hatte, begab er sich in die wegen Ueberfüllung polizeilich geschlossene Halle 1, wo er ebenfalls mit minutenlangem Beifall begrüßt wurde. Auch hier ergriff er das Wort. Er führte u. a. aus:
Der Empfang, den Sie mir bereitet haben, und die gütigen Worte, die Ihre Vorsitzende an mich gerichtet hat, sind mir in dieser Stunde ein Trost und der stärkste Antrieb zu weiterer Arbeit und zu weiterem Kampfe für die Gesamtheit des deutschen Volkes. (Lebhafter Beifall.)
Es ist etwas anderes,h ier in dieser Versammlung zu sprechen, die unter dem Gedanken steht, das Andenken eines der größten Männer aller Zeiten, des heiligen Augustinus, zu feiern, und, wi ich es soeben tun mußte, mitten im heißen Wahlkampf zu sein. Alles, was den Tageskamps bedeuteet, findet hier keinen Widerhall und scheidet aus den Beratungen, aus den Reden und lieber« legungen aus. Hier ist etwas anderes, hier siegt ein Geist über der Versammlung, der auf die Ewigkeit geht, der auf die Ordnung aller Dinge nach ewigen Grundsätzen hinauswill. Sie feiern den heiligen Augustinus in diesen Tagen auch als den Mann, der in schwersten Zeiten, unter dem Zusammenbruch einer alten Welt, Grundlagen gelegt hat, die das Denken von Jahrhunderten und vor allem eines in den Vordergrund stellten: den Gedanken einer großen Ordnung auf dieser Welt. Das ist ein großer Gesichtspunkt für die Beratungen. Das ist ein großer Gesichtspunkt für ein Volk, das sich in so bitterer
Reformen durchführen, wir müssen weiter neue Belastungen, wie wir sie in der Notverordnung vorgenommen haben, unsererseits dem gesamten deutschen Volk auferlegen. Wir haben andere Stände durch besondere Opfer aus der Arbeitslosenversicherung und ihrerAufrechterhaltung interessiert, und wir haben geglaubt, durch diese Tatsache und durch diese Politik der gesamten Arbeiterschaft Deutschland am besten zu dienen. Diejenigen, die beiseite stehen und lieber Agitation betreiben als Verantwortung übernehmen in unpopulären Zeiten, dienen der Arbeiterschaft nicht, noch viel weniger aber diejenigen, die glauben, durch ein Chaos wieder zum Aufftieg zu kommen. Wir glauben, daß kein Stand, kein Beruf, keine Schicht der Bevölkerung ein solches Interesse an einer Ordnung und Stabilisierung unserer wirtschaftlicher, und sozialen Lage und damit der Grundlage für einen Wiederaufstieg hat, als gerade d i e deutsche Arbeiterschaft. Ohne staatliche Ordnung keine Ordnung der Wirtschaft, ohne Ordnung der Wirtschaft keine Milderung der Arbeitslosigkeit und ohne Milderung der Arbeitslosigkeit keine Sicherung der Finanzen des Reiches, der Länder und Gemeinden.
Anschließend sprach Minister Stegerwald: An der von uns vertretenen Auffassung hat sich weder beim Kanzler, noch bei mir etwas geändert. Wir stehen nun vor der Frage: Jn welch em Tempo können wir das, wofür wir ein Menschenalter gearbeitet haben, verwirklichen? Wir befinden uns auf verschiedenen Gebieten in einem großen Gärungsprozeß. In den nächsten 20—30 Jahren wird das, was durch Öen' Krieg umge- wiihlt worden ist, in der Welt nach den verschiedensten Richtungen bin ein anderes Gesicht auf- weisen. In dieser Umgestaltung der Welt, der Umgestaltung der Wirtschaftspolitik und sozialen Zustände muß die christlich-nationale Aktion aufgerufen werden, damit die Welt nicht gegen uns, sondern mit uns gestaltet wird. Wir leben nicht nur in einer Stunde großer materieller und sozialer Not, wir bef indefi uns auch in großer seelischer Not, und wir
Not befindet, wie es zurzeit bei dem deutschen Volke der Fall ist.
Wir aber, die mir im Tageskampf stehen, die wir aber das Ziel weit hinaus rücken und auf dieses Ziel schauen, die wir eine Ordnung Herstellen wollen, die von Dauer ist und die im Mittelpunkt des deutschen Volkes stehen soll —wir nehmen aus dieser Versammlung den allerstärksten Antrieb mit in den Kampf um diese dauernde Ordnung, um in dem Mühen und Ringen dieser Tage nicht zu erfahrnen.
Weil wir diesen Kampf führen fürein ganzes Volk, weil wir ihn führen müssen aus keinem anderen Grunde, als daß wir b i e Pflicht auf Grund unserer Weltanschauung in uns fühlen, wollen wir auch die Verantwortung übernehmen. Wir Katholiken haben einen gewissen Einfluß in der Politik des deutschen Volkes. Wir haben diesen Einfluß nicht, weil wir um die Macht kämpfen und um der Macht willen Politik machen, sondern wir haben diesen Einfluß, well wir aus unserem Glauben und unserer Weltanschuung gezwungen sind, unter uns den Ausgleich der Gegensätze zu finden, daran zu denken, daß wir immer zur Verfügung stehen müssen, auch wenn es noch so hart ist, wenn das Vaterland uns ruft.
Ich danke Ihnen, daß ich an Ihrer Tagung teilnehmen konnte. Ich. wiederhole aus innerstem Herzen: Der Geist, der hier herrscht, wird für mich in all den schweren Tagen,die da sind und kommen können, Antrieb sein zur Weiterarbeit und eine Hoffnung nicht nur für mich, sondern für das gesamte Vaterland.
Die Vizepräsidentin Dr. Weber dankte, nachdem der stürmische Beifall sich gelegt hatte, dem Kanzler für feine Worte.
sehen gegenwärtig, wie der Bolschewismus sich auf den verschiedensten Gebieten geistig und seelisch durchsetzt. In solcher Stunde, rob diese großen geistigen Strömungen auftreten, ist es Aufgabe -der katholischen Arbeiterschaft, daß sie die Pionier truppe stellt gegen diese überhand nehmenden antichristlichen Strömungen, damit auch in Europa sich in einem ganz anderen Maße katholischer und christlicher Geist in unserem Volke leben und sich durchsetzen kann.
Den eigentlichen Abschluß der Generalversammlung deutscher Katholiken bildete die öffentliche Schlußoersammlung auf dem Hinden- burgplatz, wo der Erzbischof von München, Kardinal Faulhaber, sprach. Nach seiner Rede teilte der päpstliche Nuntius mit, daß der Bischof von Münster D r. Poggenburg vom Papst zum Titularerzbischof von Nikopolis ernannt worden ist. Die Fortsetzung der Versammlung wurde durch einen starken W o l- k e n b r u ch. vereitelt, der dem Katholikentag ein vorzeitiges programmwidriges Ende bereitete.
* Die belgische Kronprinzessin vom Sohn entbunden. Aus Brüssel wird gemelvet: Kronprinzessin Astrid ist von einem Sohn entbunden tooroen.
* 6 Todesurteile wegen tebensmiktelschiebungen. Aus Moskau wird gemeldet: Die staatliche politische Verwaltung hat eine Gruppe von Schiebern ermittelt, die aus den Genossenschastsläden mit Hilfe von Tausenden gefälschter Lebensmittelkarten und anderer in beschränkten Mengen vorhandenen Waren entwendeten und zu Wucher-Preisen ab- setzten. Drei Händler und drei Angestellte der Ge- nofsenschaftsläden wurden zum Tode, die übrigen Beteiligten zur Internierung in einem Konzentrationslager verurteilt.
* Absturz eines bekannten Kriegsfliegers. Aus Philadelphia wird gemeldet: Der frühere Kriegsflieger, Major D o n a l d f o n, der im Weltkriege acht Siege erfochten und vom Prinzen von Wales persönlich das britische Fliegerkreuz erhalten hatte, ist bei Kunstflügen mit seinem Flugzeug abgestürzt und getötet worden.