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Af/LS

r. September

Beilage zur Fuldaer Aettung

ist eine Frechheit . > .'

Ich habe nach

Mac

Diner

Soll

mein

aus.

Maud Bentham eine war doch nicht ver­

wich . - ." Rauchzimmers.

baren. In Paris genoß er gelehrte Bildung, bis er 947 oder 48 vom Vater in die Heimat zurückbefohlen wurde, um sich mit der Tochter eines reichen und mächtigen Edelmannes zu vermählen. Am Vorabend des zur Hoch­zeit festgesetzten Tages floh der Jüngling nach Aosta, wo er vom Bischof in den Klerus der Kachedrale ausgenom­men wurde. Dieser Klerus lebte in jener Zeit in einer Gemeinschaft, die ordensartig gestaltet war nach Regeln aus den Werken des Kirchenvaters Augustinus. Zwischen 960 und 70 wurde Bernhard Archidiakon, der etwa dem heutigen Generalvikar entsprach. Als solcher hatte er die charitative Tätigkeiten der Geistlichen zu leiten, zu denen mit in erster Linie die Ausnahme und Verpflegung der Pilger gehörte, die zahlreich über die Alpen kamen, vorwiegend, um Rom zu besuchen. Das gewaltige Ge­birge war damals zum großen Teil noch halbheidmsches Gebiet, und die Pilger hatten viel auszustehen von wil­den Räuberbunden. Immer wieder gelangten die Klagen der Ueberfullenen zu dem Archidiakon, bis er sich ent- schloß, diesem Treiben ein Ende zu machen. Mit einigen Getreuen stieg er zur Paßhöhe hinan, das Idol des Heid- nischen Gottes wurde vernichtet, und frohgemut begab sich die fromme Schar an den Bau des ersten Hospizes. Alle Schwierigkeiten wurden tapfer überwunden, und Bernhard zog als erster Vorsteher an der Spitze einiger Kanoniker von Aosta in das Hospiz ein. Wohl nicht allzu lange danach, im Jahre 1008, starb er in der italienischen Stobt Novara, wo er bei den Benediktinern zu Gast weilte. Seit 1123 wurde er als Heiliger verehrt, und 800 Jahre später, int Jahre 1923 wurde er durch einen apostolischen Brief den Alpenbewohnern und den Berg­steigern als Patron gegeben. —

Wir kehren vom Denkmal zurück zum Kloster. HinM dem Altbau ist der Zwinger für die berühmten Bern- hardinerhunde angelegt, die noch heute hier gezüchtet werden und schon viel Hilfe bei der Bergung Verunglück­ter geleistet haben. Abseits sicht ein Häuschen, die Mor­gue, wo die Leichen derer aufbewahrt werden, für die menschliche Hilfe zu spät kam. So wird wenigstens den Angehörigen Vermißter die Möglichkeit, sich Gewißheit über den Verbleib des Verlorenen zu verschaffen.

Unsere Zeit ist abgelaufen, um 3 Uhr verläßt unser Omnibus die Pahhöhe, um uns wieder nach Martigny zurückzubringen.

*) Leider sind solche Führer und Hefte nur in fran­zösischer und englischer Sprache zu haben.

„Was reden Sie daher? Miß Selbstmörderin? Meine Kusine rückt."

„Das weiß man doch nicht."

„Goddam, Herr, vich vergesse Haigville trat in die Tür des „Good bay, ©entfernen."

Büchlein über den heiligen Bernhard und sein Werk.*) Im ersten Stock ist nach Norden ein Zugang zu der Kirche. Ihre jetzige Form hat sie im großen und ganzen seit 1686 bewahrt. Sie ist nur durch das Kloster zugäng­lich und fällt von außen nicht auf. Sehenswert ist der Chor. Der Hochaltar ähnelt in feinem Barock den Altä­ren der älteren Kirchen des Fuldaer Landes. An den Seitenwänden befindet sich ein schön geschnitztes schwar­zes Chorgestühl. Das Schiss enthält an einem Seiten- altar, hinten rechts vom Eingang Reliquien der heiligen Faustina, links ist das Grab des napoleonischen Gene­rals Desaix, der 1805 hier beigesetzt wurde.

Im Südflügel des ersten Stockes ist die Klausur ein- gerichtet. Die Mönche des Klosters leben nach den Re­geln des Augustinerordens, sind aber völlig selbständig. Sie haben ein Mutterhaus in Martigny und versehen noch einige kleinere minder bekannte Hospize der Alpen­welt sowie mehrere Pfarreien der unwirtlichen walliser Berge.

Im zweiten Stock findet der Besucher ein kleines Museum und die Klosterbibliothek. Ihre freie Zeit wid­men die Patres allerlei wissenschaftlichen Studien. Die­sen verdankt das Museum große Jnsektensammlungen der Alpenwelt, Zusammenstellungen von Münzen und römischen Altertümern der Gegend u. ä.

Wir wenden dem Kloster den Rücken, um einen kur­zen Spaziergang nach Italien zu machen. Am Südab­hang des Passes, einige Meter tiefer als das Kloster, liegt der düstere kalte St. Bernhardsee. An sein westliches User schmiegt sich in leichter Halbmondkrümmung die Fahrstraße nach Aosta. An ihr liegt gleich neben dem Kloster eine schwer Zollwache, und wenige Schritte weiter, auf der Brücke über ein Bächlein stehen die italienischen Grenzwächter, die eine strenge Paßkontrolle ausüben. Jenseits der Grenze hat der Wanderer zur Rechten, auf walliser Gebiet, den Mont Joux, den Iu- piterberg, der in römischer Zeit einen Tempel trug. Er wird gekrönt von einem Steinkreuz aus dem Jahre 1816 und dem 1905 errichteten Denkmal des Heiligen.

In Betrachtung der Bronzestatue denken wir des Schöpfers der geistlichen Alpenhospize und lesen über sein Leben in unserem Büchlein nach.

St. Bernhard wurde 923 auf Schloß Menthon am See von Annecy als Sohn einer altadligen Familie ge-

kleine Häuschen — da fiel es mir wie Schuppen von den I Augen..."

„Ah," ließ sich bann wieder eine Stimme Horen, merkten Sie, das das sichtbare Leben doch wohl wich­tiger als das übersinnliche unsichtbare Dasein wäre . ."

„Können Sie denn nicht begreifen, daß fünfzigtau­send Dollar kein Dreck sind"

„Ja, ja, ich verstehe Ihren Standpunkt zu würdi­gen, Mister Bentham."

„Ja, und darum, Gentlemen, müßte man diesen jetzt im "Schifsshospital liegenden Gaunern die Hälse ab­schneiden, denn das Gericht bekommt es fertig, sie frei» zusprechen wegen mangelnder Beweise. Miß Maud Bentham könnte ja in einem Anfall fanatischen Wahn­sinns ihr Vermögen diesen Spitzbuben geschenkt und sich im Bann okkulter Anschaungen selbst entleibt haben."

„Sprachen denn die Umstände, unter denen man die Tote fand, für einen Mord oder einen Selbstmord?"

„Für beides, sie war an Gift gestorben. Es konnte ihr eingegeben fein, sie hat es schließlich auch selbst ge­nommen. Wer weiß es? Ist doch niemand Zeuge ihres Sterbens gewesen."

„Waren in ihrer Wohnung Schränke und Kästen erbrochen, daß man auf Beraubung schließen konnte?"

„Ach, das nicht, es war alles in mustergültiger Ord­nung."

„Wie haben denn die Räuber an das Vermögen der alten Dame herangekonnt?"

„Erlauben Sie — alte Dame — Miß Maud Ben­tham war erst zweiunddreißig Jahre alt."

„Entschuldigen Sie, aber man hatte bis jetzt nur so eine vage Vorstellung von der Persönlichkeit der Toten, Sie haben uns nie Näheres darüber mitgeteilt. Aber wie verhielt es sich mit dem Vermögen "

„Das lag auf der Bank fest, bis meine Kusine es abhob."

„Sie hat es selbst abgehoben?"

„Selbstverständlich. Ein anderer hätte es gar nicht bekommen."

„Und dann war das Geld plötzlich verschwunden?

„Und die drei Kerle auch."

„Halt — die Sache ist faul. Miß Maud Benthams Sterben in Ehren, aber das kann fte selbst besorgt ha­ben."

„Mac Sean lassen Sie mich in Ruhe. Als -------

Vater Sie mir zum Reisebegleiter bestimmte, suchte er aus seiner Marionettenkiite b’e abscheulichste Figur der­

er sich, müde, lebensmüde.

„Nichts denken, nur nichts denken —'

Das leise Oesfnen der Tür schreckte ihn auf, Sean kam herein.

„Mister Harrison , ,

Keine Antwort.

„Mister Harrison . . ."

Der Sekretär stand dicht hinter dem Sessel.

„Was wollen Sie" kam es halblaut zurück.

„Mister Harrison, wollen Sie sich bitte zum fertig machen?"

„Ich gehe nicht zum Essen."

„Fühlen Sie sich nicht wohl, Mister Harrison? ich den Arzt rufen?"

13.

Als SU Haigville, der erste Offizier an Bord des Su- Perator, die Räume der dritten Klaffe inspizierte, horte er aus dem Rauchzimmer Mister Benthams scharfe Stirn» me tönen.

Unwillkürlich blieb der Offizier stehen und horchte, hatte doch der Kapitän ihn angewiesen, auf die Vorgänge in der dritten Kajüte recht achtsam zu fein. ,

„Verstehen Sie mich recht, ©entfernen, dieser okkulti­stische Klub, dem ich selbst einige Zeit angehört habe, ver- folgte Ziele, die niemand schädigen konnten. Wir tappten longe im Dunkeln und wollten schon zweifeln, jemals wirkliche greifbare Beweise der Wirkungsart der anorga- uischen Welt zu erreichen, denn das, was sich uns kund- iat, blieb unklar und anfechtbar. Da erschien Kaid Mafa Tuba in unserem Kreise. Wer ihn mit seinen beiden Be­gleitern bei uns eingeführt hat, habe ich nie erfahren fön» nen, das spielte ja auch gar keine Rolle, jedenfalls kann ich Ihnen sagen, wir haben oft gezittert in jenen Sitzun­gen des Klubs, an denen er teilnahm. Er zeigte unseren Erstaunten Blicken eine geheimnisvolle Geisterwelt . . .

Haigville nickte vor sich hin, er hatte in der vergan­genen Nacht etwas kennen gelernt von der Kunst tfrge» jowitsch'.

„Das haben Sie ja schon mehrmals erzählt, Mister Bentham, unterbrach da drinnen eine Stimme den Re­denden.

Eine andere mischte sich ein, es wurde über das Thema des Okkultismus hin und her debattiert. Bentham kam schließlich zu der Feststellung:

„Als meine Kusine, Miß Maud Bentham, eines Ta­ges tot und starr in ihrem Bett gefunden wurde und die Slubmitglieber von einem beneidenswerten ekstafifchen Tode faselten, als Kaid Masa Tuba, Jalu Shana und noch so ein mysteriöser dritter Kerl sich mit dem ganzen Vermögen Miß Maud Benthams unsichtbar gemacht hat­ten und mir als Erben nichts weiter übrig blieb als das

Mac Kean veranlaßte das Nötige und eine halbe Stunde später begleitete er seinen Ches in den Din- ningroom.

Verblüfft blieb Thomas Harrison einen Augenblick an der Schwelle stehen, sein Fitß stockte, da saß Vera Tscherskasina an einem Tisch allein abseits an der Fen­sterwand. Beider Blicke trafen sich, er grüßte mit einer Verbeugung, sie dankte lächelnd — beiden hatte der Zwist nicht die Herzen gebrochen.

Da drehte sich Thomas Harrison rasch zu seinem Se­kretär um.

„Sie sind mehr lächerlich, als abscheulich," zischte et höhnisch.

Mac Kean schüttelte ratlos den Kopf. Er als ein» "bsfeischter Junggeselle war sowieso kein WechMenner,

ten wir an. „Fünfzehn Minuten Pause", ruft der Wa­genführer auf französisch. Ein Schild lädt die Reisenden ein, für 20 Rappen bas Zimmer Napoleons zu besichtigen. Wir steigen eine stelle Freitreppe empor. Der Flur ist kahl, rechts ist eine kleine Schankstube. Wieder geht es eine steile Treppe hinauf zum ersten Stock, wo bas historische Speisezimmer liegt. Viel ist allerbings nicht zu sehen. An ber Wand, nahe dem Kachelofen ist ein Klapptisch, davor steht ein Sessel. Hier also hat der Korse einmal gefrühstückt, im Jahre 1800, als er mit einem Heer von 40 000 Mann die Alpen durch den et. Bernhardpaß überschritt.

Das Wetter hat sich geändert. Die Sonne ist per» schwunben, leichter Regen fällt, es ist bitterkalt. In ihre Mäntel gehüllt kauern sich die Reisenden in die Polster des Wagens. Die Weitersahrt beginnt. Längst ist die Obstbaumgrenze hinter uns, nun werden auch die Nadel­hölzer seltener und krüppelhafter, bis sie schließlich ganz verschwinden. Noch eine Weile geht es am jähen Ab­grund in Windungen entlang. Da, bei der Kantine de Proz (1806 m) öffnet sich ein weites Hochtal, in dem vor Zbiten ein Gletscher gelagert haben mag. Unser Bach fließt breiter durch eine Geröllwüste. Nun erkennen wir die alle gepflasterte Straße. Sie folgt ohne nennens­werte Windungen dem Talweg des Wassers. Was sie alles im Laufe der Jahrtausende gesehen hat. Wieviel Heereszüge haben den St. Bernhard passiert, wieviel- Rompilger sind hier gewandert, wieviel Arbeit suchende Italiener sind hier in die Fremde gezogen! Das mo­derne Auto kann der ehrwürdigen Straße nicht folgen. Die mit dem Auge kaum merkliche Steigerung, die Her; und Lunge von Mensch und Tier so oft überwunden ha­ben, ist für die Maschine noch viel zu stark. So müssen wir uns in zahllosen Windungen in die Höhe schrauben und haben Zeit, darüber nachzudenken, daß alle Erfin­dungen der modernen Technik als Menschenwerk doch weit hinter der gewaltigen Leistungsfähigkeit der orga­nischen Schöpfung zurückbleiben.

Endlich, um etwa halb eins sind wir auf der Paß­höhe. Ein Kreuz wird sichtbar, die Dächer der Gebäude! Doch was ist das? Ein Wirrwarr grell lackierter par­kender Autos nimmt die kleine Ebene vor dem Kloster ein. Stimmen klingen an unser Ohr, und mit Entsetzen unterscheiden wir die häßlichen Ouetschlaute des Engli­schen. Alle Illusionen schwinden, auch der idyllische Klosterfrieden ist den furchtbaren Globetrotters zum Opfer gefallen.

Das Hospiz besteht aus zwei großen mehrstöckigen Hauptgebäuden mit rechteckigem Grundriß. Sie sind durch einen Gang mit einander verbunden. Einige klei­nere Gebäude reihen sich an. Im neuen westlichen Haupt­gebäude von 1898 ist feit 1925 für die Sommermonate ein Hotel eingerichtet. Die Unverschämtheit des größeren Teils der modernen Reisenden hat die Sitte der guten, alten Zeit unmöglich gemacht, wonach der Fremde nur gegen ein feinem Vermögen entsprechendes Almosen in gedeckter Büchse Unterkunft und Verpflegung erhielt. Wir gehen in den Speisesaal, um uns durch eine Suppe zu wärmen und zu stärken. Es riecht nach englrsch-franzö- sisch-internationalem Menü, bas Benehmen der meisten Gäste paßt recht schlecht in einen Pilgererfrischungsraum. Dies ist wohl der Grund dafür, daß kein Klosterinsasse zu sehen ist, man kann es ihnen auch wirklich nicht ver­übeln, daß sie sich von diesem Schauspiel fernhalten. Wir löffeln in Eile unsere Suppe und flüchten hinüber, in den Altbau, der nach einer Feuersbrunst 1557 in feiner jetzi­gen Gestalt erbaut worden ist. Wir steigen eine Treppe hinauf und gelangen im ersten Halbgeschoß an die eigent­liche Klosterpforte mit der großen altertümlichen Glocke, durch die sich die Pilger in ruhigen Zeiten anmelden. An der gegenüberliegenden Wand ist eine Tafel angebracht, die die Republik Wallis zu Ehren Napoleons I. stiftete zum Dank für die im Jahre 1802 gegebene Freiheit. 1810 freilich wurde das Gebiet doch in das französische Kaiser­reich einverleibt, um erst 1815 wieder selbständig zu werden. Seitdem ist es als Kanton der Eidgenossenschaft angeschlossen.

An das Vestibül schließt sich ein Empfangsraum an, der Salon. Er ist dicht angefüllt mit Andenken feilschen­den und Karten schreibenden Engländern. Der Gast- pater steht in die äußerste Ecke gedrängt und sucht allen Wünschen gerecht zu werden. Bei ihm erstehe ich ein

Herbstliches Mahren.

t und trauerst du um mit, ab ich nichts als Tod, SBerroefuni fei? - W»ez Lebens Fülle trage ich in HanM | «nd bringe jauchzend dir als reiche Spenden, in langen Monden du verllngt, Darum in Wettern du gebetet und »bangt. Si-h meiner Früchte leuchtend GoN' " mnr Rreube macht ich singen mit Jem Sturm ' und feiern Werkes herrliche Volladung schrecket mich der Sicheln h-te Sendmig. Roch einmal schmück ich mich mitPrachtgeschmelde Und schreite froh zum ©rntetaghn Königskleide. Mein Werk war gut. — Des Steges Lied «ft mir ber Senf en glockenh^er Klang, fflönn mir die Ruh, wenn ich -un schlafen gehe! ler triu fein Werk getan, bn trifft kein Wehe. Mg nicht, tu bu wie ich; »s ist das beste! Dann wird, o Mensch, de» Tod zu hohem Kro» nungsfefte.

Theodor Pröpper.

Kochsalz, das tägliche Gift

Wie kam es zur Gerfou-DiSt?

Er grüßte freundlich und ging langsam weiter.

Im Rauchzimmer beruhigte man sich, das Erscheinen des Offiziers hatte besänftigend auf Mister Bentham ge­wirkt, er mochte nicht noch einmal zum Arzt gebracht werden.

14.

Thomas Harrison hatte überall seinen Sekretär ge­sucht und nicht gefunden, er wollte ihn die ganze Schwere feines Zornes spüren lassen. Ader Mac Kean blieb un­sichtbar. So zog sich ber junge Harrison wie ein grol­lendes Kind in fein Kabine zurück und beschloß, nicht zum Diner zu gehen.

Als er in der Kajüte in den weichen Klubsessel ver­sunken lag und nur bas eintönige Ticken ber Wand­uhr die Stille des Raumes unterbrach, schwand ber Zorn allmählich bahin unb eine tiefe Niebergefchlagen- heit bemächtigte sich bes jungen Mannes, eine unge­heure Trostlosigkeit unb Leere war in ihm. Müde fühlte

Heute stehen wir mitten in einer Revolution der Er­nährung; die Monarchie des Fleisches wird gestürzt: Rohköstler, Vegetarier, Anhänger des Mazdaznans. Auch hier wird natürlich wieder übertrieben; jedenfalls kann ausschließliche Rohkost, also vegetabilische Ernäh­rung in ungekochter Form, ärztlicherseits nur ganz tut» friftig empfohlen werden. Hinzu kommt die salzarme K o st, die in Verbindung mit fleischloser Ernährung, Phosphorlebertran und einem Mineralogengemisch in jüngster Zeit als Gerson-Diät viel von sich reden macht. Hierbei muh darauf hingewiesen werden, daß Prof. Dr. Strauß bereits vor 27 Jahren die salzarme Ernährung — damals bei Nierenkranken — in die Heilkunde einge- führt hat. Was hat es mit dieser kochsalzarmen Diät auf sich?

Eine merkwürdige Rolle spielt es schon, dieses Chlo­rid des Natriums, das wir Kochsalz nennen. Eine eigen­artige Rolle in der Natur und in der Kultur der Völker. Im Osten: Brot und Salz als Friedens­gabe; in Arabien gesalzenes Brot als Gabe an den un­verletzlichen Gast; die alten Numidier wieder lebten vollkommen ohne Kochsalz, wie wir von Sallust wissen; die Eskimos finden gesalzene Speisen ekelerregend; es gibt Nomaden, die das Salz ablehnen; obwohl sie in der Nähe von Salzwüsten und Salzseen leben; in Tibet wieder gilt Salz als ein Genußmittel und nimmt etwa die Stelle unseres Zuckers ein; in Innerafrika findet man Negerstämme, bei denen Salz so hoch geschätzt ist, daß es als Zahlmittel dient.

Und in der Natur? Cs ist merkwürdig, daß jede Pflanze, wie überhaupt alle lebenden Organismen, Menschen und Tiere außer anderen Mineralien immer

eine MI au! den Mi, 5L-®etn jatö.

Von H. SFulda.

1 Mer von ber heute ermchsenen Generation erinnert nicht mit Wehmut dr alten Schullesebücher mit moralisierenden i»b belehrenden" unb doch so ^dia" verschlungenen seschichten und Schilderungen? L ihrem eisernen Besteid gehörte ein Stück über „die Mönche auf dem St.-Benhard unb ihre Hunbe", bas sich oft in neuem Gewand, ber stets mit dem alten Geist der Bewunderung unb et-as Abenteuerlichkeit von Auflage ' ,u Auslage forterbte. Die Zeiten sind andere geworden. Sitte und Geschmack haben sich geändert. Die moder- nen Lesebücher wolsti nur noch literarisch Wertvolles von namhaften Sckiftstellern bringen. So ist der St. Bernhard verschwinden, er hat wohl noch keinen nam» haften Schilderer »esunden und die Jugend hört nichts wehr von ihm. .Iber auch die Einstellung zum Wan» dem und Reisenhat sich geändert, die Sehnsucht, die weite Welt zu tyen, ist tief ins Volk gedrungen. So Wiaut denn wacher heute, was frühere Generationen nur aus Lefeüchern kannten, und erzählt davon an Winterabende den Daheimgebliebenen.

: Ueberall si der welschen Schweiz, in Genf, Lau­sanne Monteux usw. findet der Besucher Einladungen w Sonder- und Gesellschaftsfahrten auf den Großen St Bernhcd. Beim Lesen dieser Plakate steigt eine

• JuaendühiUcht in mir auf. Auch ich möchte einmal jenes Slo'er sehen, das in feiner Höhe von 2473 Meter einer de- höchst gelegenen ständig bewohnten Orte in EuropaIsi. Der Sparsamkeit wegen wähle ich das Postaut. bas täglich einmal von Martigny im Rhone­tal hii-uf zum Kloster fährt.

Jnglühenber Sonnenhitze sammeln sich nach 9 Uhr die tziselustigen am Bahnhof Martigny. Alle haben ihre tarten im Voraus bestellt, denn nur wenige Plätze sindoorhanben, unb ber Andrang ist groß. Viele, die nick so vorsichtig waren wie wir, müssen zurückbleiben. Ur» 9.45 setzt sich der offene Wagen in Bewegung. In f»tfler Fahrt bringt er uns bald das Flüßchen Drauce ofroärts bis zu dem Orte Drfieres, hinter dem die eigen!» tfje St.-Bernhardstraße beginnt. In großen Kehren iel)t cs gleich steil aufwärts, es kühlt sich merklich ab, und ein frischer Wind bläst uns um die Ohren. Dem Bewohner bes Mittelgebirges wird es ängstlich ums Herz, wenn er sieht, wie der unbeholfene Koloß, dem er seine Person anvertraut Hai; scharf am Rande des Ab­grundes eine Kehre nach der anderen nimmt. Zehn Km. hinter Drfieres kommt das Dorf Liddes; es ist schön ge­legen, wie eine Burg auf steil abfallendem Plateau. Noch eine SKurve, und wir fahren ein. Die engen Gäßchen lassen die Armut der walliser Bergbewohner ahnen. Die Hänschen haben nur ein gemauertes Erdgeschoß, ber erste Stock ist ein leichter Holzausbau; sie sind mit roh behauenen Schieferbruchstücken gedeckt. Nach weiteren fünf Km. gelangen wir zu ber letzten eigentlichen Sied- lang, Bourg-Saint-Pierre. An steilem Bergabhang kle­ben die walliser Berghäuschen, mühsam schleppt sich der Omnibus die auffteigenbe Dorfstraße empor. Vor bem Hotel unb Posthaus „zum Frühstück Napoleons I." Hal-

„Sie behandeln mich ungerecht.

bestem Wissen und Gewissen meine Schuldigkeit getan unb verbiene Ihre Vorwürfe nicht."

Das heißt mit anberen Worten, ich soll mich bet Ihnen für Ihre väterliche Fürsorge bebauten. Na, auch gut. Wo ist Jimmy? Rusen Sie ihn, erjotf mir. meinen Anzug bringen, ich will mich umziehen.

Kochsalz enthalten, mal mehr, mal weniger. Auffallend ist auch, daß alle übrigen Mineralien, die in unserer Nahrung vorkommen, wie Kalk, Schwefel, Kalium, Alu­minium Phosphate und wie alle die anderen Sa-ze noch heißen mögen, nicht das Bedürfnis wecken zusätzlich vermehrt zu werden, sondern nur das Kochsalz, d. h. wir salzen unsere Speisen, weil p» uns bann besser schmecken.

Daß das Salz aber eine keineswegs harmlose Rolle spielt, ist bereits im vorigen Jahrhundert entdeckt wor­den, als französische Aerzte feststellten, daß es einen be­stimmenden Einfluß auf die Häufigkeit und die Schwere epileptischer Anfälle hat. Nicht etwa so, als ob das Salz schuld sei an der Epilepsie, nein, nur so, daß d,e Zufuhr von Kochsalz auslösend auf die Anfälle wirkt. Man gab Epileptikern Bromkali. Zwischen ihm unb bem Chlornatrium, dem Kochsalz, ist ewige Feindschaft ge­setzt denn das Kalium des Bromkali verdrängt tm Körper das Natrium des Kochsalzes, während das Brom des Bromkalis stärker als das Chlor des Kochsalzes ist, das von ihm besiegt wird. Zweifellos spielen Natrium- Ionen auch eine gewisse Rolle insofern, als sie die Er­regbarkeit des Nervensystems erhöhen.

Man konnte aber noch tiefer in den Kochsalzhaushalt des Körpers eindringen und hat bereits vor vielen Jah­ren nachweisen können, daß der Körper unter bestimmten krankhaften Verhältnissen sich ein Salzdepot anlegt. So scheidet z. B. ein Nierenkranker, der täglich 10 Gramm Kochsalz zu sich nimmt, nur 4 Gramm täglich tm Harn aus, die übrigen 6 Gramm werden im Körper deponiert und führen auf Grund gewisser osmotischer Gesetze dazu, daß auch eine entsprechende Menge Wasser zuruckgehal-

Mister Harrison, Sie tun mir unrecht. . Ihr Sperrt Vater bestimmte mich nicht zu Ihrem Reisebegleiter, denn ich war schon von jeher Ihr Sekretär.

„Desto trauriger ist die Rolle, welche Sie spielen, feile Sklavenseele."

„Mister Harrison, ich bin ein freier Bürger der ber­einigten Staaten."

„Gewesen. Seitdem Sie hinter meinem Rücken Im Auftrag meines Vaters eigenmächtige Handlungen vor- nehmen, sind Sie ein Sklave. Wieviel Dollar zahlt er Ihnen für diese Dienste, Mac Kean?"

Stolz richtete sich ber Sekretär auf.

„Mister Harrison, für biefen Dienst, wie Sie meine Hanblung zu nennen belieben, zahlt mir Ihr Herr Vater nichts, gar nichts, weil diese Handlung mehr in Ihrem eigenen als wie in feinem Interesse geschehen ist. Mister Harrison, ich gehe jetzt in mein Zimmer, sollten Sie mich benötigen, so stehe ich Ihnen zur Verfügung . - -

„Was fällt Ihnen ein? Das ist ja Auflehnung, das

Das Vakkerienschiff

Lin Roman In 7 Tagen.

Von Hellmuth Quast-Peregrin. Copyrigth by Greiner u. Co., Berlin.