Einzelbild herunterladen
 

WMllMMk 16 V?g. (W jncfft. Beilage 15 M)

W

Sonntag, 7. September 1930

Mit

Brü-

nina kein Erbarmen".

Rück:

* 3rigonen zurückaetrekr«. Aus Buenos Arres wird gemeldet: Präsident Irigoyen ist zugunsten des Vizepräsidenten Martinez zurückaetreten, der die Regierung bereits übernommen hat und als ersten Regiernngsakt den Belagerungszu- stand über Buenos Aires verhängte.

intrigiert gegen alle für seinen Vorteil. Er möchte nämlich Führer werden. Otto Strasser meint nun, nachdem die Führer der SA. hätten weichen müs­sen, werde der nächste, der daran glauben müsse, Herr Kitter selbst sein.

Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob nicht über Herrn Hitler selbst, der zwar ein brillanter Redner, aber ein schlechter Führer ist, die Wo­gen zusammenschlagen werden.

AusgabeN'Senkuug in Frankreich.

wtb Paris, 6. Sept. (Eig. Meld.) Der Ma- tin berichtet, daß Tardieu, um mit gutem Beispiel voranzugehen, die Ausgaben des von ihm geleiteten I n n e n m i n i st e r i ü m s, um 17 Prozent herab­gedrückt habe. Im Verlaufe der gestrigen Befpre- diung fei, wie bereits. kurz angedeutet, auch eine Einigung über die Einschränkung der Ausgaben- Budgets deranderLandesverteidigung direkt interessierten Stellen erzielt worden. Das Ausgabenbudget selbst könne als fertiggestellt gel­ten.

Das Bewußtsein von der Größe und Weite der katholischen Weltanschauung: das ist es, was das Herz jedes Katholiken auch in wirren Zeiten freudig stimmt und höher schlagen läßt. Das ist der Leitstern all meines Sinnens und der Impuls in allen meinen Kundgebungen. Das ist auch heute der Beweggrund dieses außer- kirchlichen Mahnworts, in dem ich mich an die deutschen Katholiken wende aus Anlaß der be­vorstehenden Reichstagswahl. Ihr Ausgang greift so tief in Wohl und Wehe des deutschen Volkes ein, daß jedermann es versteht, wenn diejenigen nicht schweigen, die hohe Verantwortung im öffent­lichen Leben tragen.

Das DaterlMd ruft zur Wahlurne. Da ist es die Weite der katholischen Weltanschau­ung, die das ganze und besonders das öffent­liche Leben umfaßt und damtt die Pflicht eines jeden begründet, von seinem W a h l- rechte Gebrauch zu machen. 3ede Stimme hat ihr Gewicht und ihren Einfluß. Auf jede kommt es an.

Wenn das Vaterland ruft, dann lehrt uns die Weite der katholischen Weltanschauung, an das Wohl des ganzen Volkes zu denken. Es ist ver­hängnisvoll, wenn die einzelnen Stände nur auf die eigenen wirtschaftlichen Interessen den Blick richten wollten. Das würde jene Zerspitterung vermehren, unter der unser öffentliches Leben und der ruhige Aufstieg so schwer leiden.

Das Vaterland ruft. Da denkt die katholische Weltanschauung mit ernster Sorge in unserer Zeit des Niederganges an alle Erfordernisse zur

Hebung der wirtschaftlichen Wohlfahrt.

Aber nicht einzig an diese. Unser Gesichtskreis geht weiter. Seelische Not ist in ihren Folgen schlimmer als materielle Not. Nun hat der moderne Staat auf allen Gebieten des Geistes­

lebens, in Bildungswrsen und Jugenderziehung, in Sittlichkeit und Kultur und Karitas, in Wissen­schaft und Kunst eihen stets wachsenden Einfluß errungen, der fast zur Zwangsherrschaft auszu­wachsen scheint. Wie tief berührt das die reli­giös-sittlichen Güter, deren Hut und Pflege Christus seiner Kirche übertragen hat.

Für Katholiken ist es unverantwortlich, wollten sie einer Partei die Stimme geben, dir diesem Wirken der Kirchs ablehnend gegenübersteht. Das DaterlMd ruft durch die Stimmen Eurer bewährten Führer. Folgt diesen. Folget nicht den marktschreierischen Verbreitern von Schlag­worten und Verdächtigungen. Lasset Euch nicht beirren, wenn die Wahlagitation in letzter Stunde immer rohere und rücksichtslosere Formen annimmt.

Höret auf die, die nicht das Heil in Klassen­kampf und Auflehnung und Gewalttat sehen, son­dern Interessengemeinschaft in den wirtschaftlichen Ständen anstreben, dabei zugleich weitblickend und opferwillig der Erwerbs­losen und Notleidenden aller Stände sich an­nehmen.

Folgt denen, dir für Freiheit des Wirkens der Kirche feit Gründung des Deutschen Reiches stets eingetreten sind und eintrete» werden.

Die kommenden Geschlechter werden darüber richten, welche Treue Ihr dem Vaterlande und der Kirche erwiesen habt jetzt, wo es den Ent­scheidungskamps gilt zwischen der christlichen Religion und der immer drohender eindringenden Gottlosig­keit.

Die Geschicke des Volkes sind in die Hand der Wähler gelegt.

Breslau, September 1930.

A. Kardinal Bertram.

Der Katholikentag in Münster.

Unter ungeheurer Begeisterung der Bevölke­rung wurde Freirag um 14 Uhr durch die Präsi­denten des Katholikentages, den Bischof von Mün­ster und die Berückter der Stadt der päpstliche Nuntius Dr. Cesare Orsenigo vom Ba n of ?um Bischö I. Palais ge/.itet. In den Nach­mittagsstunden tagte die Landfrauenversammlung des Deutschen Frauenbundes. Schon in den frühen Nachmittagsstunden setzte der Anmarsch der Mas­sen zu beiden Festhallen ein, in denen der päpst­liche Nuntius und der Kardinal Dr. von Fauli- haber (München) stürmisch begrüßt wurden.

In seiner Rede führte der Nuntius u. ä. aus, er sei der freundlichen Einladung Münsters gern gefolgt und werde für diese Tagung auch den bescheidenen Beitrag einer Rede bringen. Er be­grüße Deutschlands Katholiken auf das herzlichste. Die christliche Erziehung, das Thema des Katho­likentages, sei von der katholischen Kirche immer in den Vordergrund gestellt worden. Auch habe die katholische' Kirche stets die Institution der Familie gestützt, die Unauflöslichkeit der Ehe, den Segen einer zahlreichen Kinderschar und die Autori­tät als Stellvertreter Gottes gepredigt, da sie allein die Fundamente des Glaubens und die Forderung jeder weisen Erziehung seien.

Anschließend sprach dann Domprobst Universi­tätsprofessor Dr. Mausbach-Münster über das Thema: Augustinus' Sendung an seine und unsere ^11,

Großem Interesse begegneten auch die Aus­führungen der Ministerialrätin Freiin von Geb­sattel ^München) über: „Die fortschreitende Ent- christlichung unserer Zeit und die katholische Auf­gabe".

Nach einer Meldung der „Schlesischen Volks­zeitung" hat Reichskanzler Dr. Brüning bei einer Versammlung in Breslau auf die Anfragen, die der preußische Ministerpräsident Braun und der Reichstagspräsident L ö b e an ihn gerichtet hatten, ob das Zentrum künftig mitoderohne die Sozialdemokratie regieren wolle, die Gegenfrage gestellt, ob die Sozialdemokratie die ' Möglichkeit sähe, mit einem Mann z u - sammenzuarbeiten, von dem es in einem sozialdemokratischen Wahlflugblatt heiße: £

den Aermsten unserer Armen, da hat Herr

Kirche sozusagen hineingeboren werden solle, son­dern ihm Gelegenheit geboten werde, im reifen Alter selbst über Religion und Kirche zu entschei­den. Dem entspricht ja auch die sozialistisch frei­denkerische „Kultur" Arbeit in Schule und Gesell­schaft. Trotz der heftigsten Differenzen mit den Kommunisten ist der sozialistische „Deutsche Frei­denker-Verband" mit den kommunistisch-bolsche­wistischen Organisationen in der I. P. F. der internationalen proletarischen Freidenkerorgani­sationen, zu einer Arbeits- und Interessengemein­schaft zusammengeschlossen. Bolschewistische Ein­flüsse wirken sich über diesen Weg auch in der deut­schen Freidenkerpropaganda aus. Die kirchenfeind­lichen Maskenumzüge in Berlin, die Ausführung von gotteslästerischen Revuen, die skandalöse Jfa- Ausstellung in Berlin, die den Papst mit dem Revolver in der Hand bildlich dargestellt zeigte, das alles ist eine bolschewistische Bereicherung des antiklerikalen Repertoiars des deutschen Freiden- kertums.

Das Zenftum wird sich dieser Dinge erinnern, wenn die Freidenker wirklich ernstlich die Ver­leihung der körperschaftlichen Rechte beantragen sollten. Es ist eine Lüge, wenn deutschnatio­nale Kreise behaupten, das Zentrum habe be­reits diese Rechte als Kompensation für das Konkordat anerkannt. Das enge Zusammenarbei­ten von Freidenkertum und Sozialismus zeigt aber, was von dem Ausfall der bevorstehenden Wahl abhängt, und welches die politischen Pflich- ren der treuen Katholiken sind. Keine Stimme der freidenkerischen Sozialdemokratie!

Gut gegeben!

Antwort des Reichskanzlers an Braun und Löbs.

Den Teilnehmern des Katholikentages war Gelegenheit geboten, die zahlreichen Ausstellungen zu besichtigen, unter denen eine große Schau neuzeitlicher religiöser Kunst beson­dere Beachtung verdient.

Dann begann in der ganz in weiß und gold gehaltenen Stadthalle die erste geschlossene Gene­ralversammlung, in der die Fragen des Missions- Wesens und Auslandsdeutschtums behandelt wur­den. Vor Einftitt in die Tagung erstattete Fürst Alois von Löwenstein, der Präsident des Zentral- bvmitees, Bericht über die Tätigkeit des Zentral­komitees im vergangenen Jahr. Auch des um Deutschland sehr verdienten früheren Nuntius Pacelli gedachte Fürst Löwenstein in herzlichen Worten und verlas ein Huldigungstelegramm an den Kardinal.

Einstimmig erklärte sich die Versammlung da­mit einverständen, den Katholikentag

1931 in Nürnberg

abzuhalten und das ausscheidende Zenrralkom- mitee durch Akklamation in der alten Form auf, fünf 'Jahre wieder zu wählen. Professor DU Schmidtlin hielt sodann ein Referat über „Mis­sionswesen" und anstelle des verhinderten Präla­ten Dr. Schreiber sprach Pater Dr. Peter Klein­schmidt über „Auslandsdeutschtum".

* 1

An Seine Heiligkeit Papst Pius XI. wurde folgendes Telegramm gerichtet:

„Zur 69. Generalversammlung sind die deut­schen Katholiken in Münster versammelt zu bera­ten über die Abwehr der christlich-feindlichen Be­strebungen in der Gegenwart und insbesondere über die Enzyklika vom 23. Dezember 1929 über die christlicke Erziehung der Jugend. Sie entbie­tet Eurer Heiligkeit in ehrfurchtvollster Gesinnung die Versicherung kindlichen Gehorsams und der Treue gegen den Apostolischen Stuhl und erbittet gehorsamst den Apostolischen Segen."

Das Telegramm an den Reichspräsi­denten von Hindenburg hat folgenden Wortlaut:

„Die zur 69. Generalversammlung in Münster versammelten deutschen Katholiken versichern dem hochverehrten Herrn Reichspräsidenten treueste Er- gebenheit und eifrigste Mitarbeit an der Ueberwin- dung der schwierigen Zeitlage zum Wohle des deutschen Volkes."

*

Der Herr Reichspräsident hat auf das ihm vom Deutschen Katholikentag in Münster i. W. zugegan­gene Begrüßungstelegramm mit nachstehendem Telearamm geantwortet:

„Den Teilnehmern am 69. Katholikentag in Münster danke ich für das freundliche Meingeden- ken und für die Versicherung eifrigster Mtarbeit an der Ueberwmdung der schwierigen Zeitlage. Ich erwidere Ihre Grüße herzlichst mit dem Wunsch«, daß Ihre Tagung erfolgreich dazu bei­tragen möge, christliche Gesinnung, Pflichttreue und Verantwortungsge- fühl für Staatswohl und Baterland im deutschen Volke zu stärken. — (Gez.:) von Hindenburg, Reichspräsident."

Die Gerüchte über einen bevsrstchende» tritt Baldwins von der Führung der englisch kon­servativen Partei haben sich nach Blüttermeldun-

Wahlenlscheidung der Angeslellken.

Von Martin Köhlen.

Das Volk will die Tat. Es sah, wie der alte Reichstag an einer Nebenfrage zerbrach. Die Volksvertreter erkannten nicht die Bedeutung der Stunde. Sie erheischte kein kindliches Herune- mäkeln. Wahrhaftig nicht! Dazu waren die vom schnellen Untergang bedrohten Güter zu kostbar.

Der Staat war in Gefahr. In dieser Not versagte die Mehrheit des Reichstages. Die gemeinsame große nationale Aufgabe wurde nicht gesehen, weil Parteienegoismus es so wollte. Ist das Treue zum Staat, Dienst am Volk?

Demokratie bedeutet Volksherrschaft. Des Deutschen Reiches Verfassung wird die demokra­tischste der Welt geheißen. Das Volk dieser jungen Republik aber mußte es erleben, daß im Wallot-

Erichemt sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter" Rotationsdruck und Verlag „ 207 der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe Schrift- .. leituna 1152. Fuldaer Actiendruckere« 1150 und »151 ::

* 3m Prozeß des ehemaligen Kaisers gegen den vsrantworlichen Redakteur der „Berliner Morgen­post" Mendel, der den Exkaiser wegen seiner frü­heren Beziehungen zu den Kruppschen Kanonen-Fabriken angegriffen hatte, wurde der Beklagte wegen Beleidigung zu 1500 Mark Geldstrafe bzw. je einen Tag Haft für 10 Mark verurteilt. Es heißt in der Urteils­begründung u a.: Bei der Beurteilung der Gründe mußte der Punkt ausscheiden, daß die deutsche Artillerie angeblich min­derwertiger gewesen sei als die fran­zösische. Weiterhin mußte die Stellung der Firma Krupp zur übrigen Rüstungsindustrie aus- geschieden werden. Wenn das Gericht diese Fragen alle hätte prüfen sollen, so wäre der Rahmen für die Beweisaufnahme viel zu weit geworden. Der Privatkläger ist in seiner Ehre schwer beleidigt worden. Der Beklagte hat dem Privatkläger in seinem Artikel Hochverrat und staatsfeindliches Ver­halten aus egoistischen Motiven vorgeworfen. Das war eine außerordentlich schwere Kränkung, die be­wußt erfolgt ist. Auch der Vorwurf des Mangels an ehrbarer Gesinnung ist schwer beleidigend. Der angebotene Wahrheitsbeweis des Be­klagten konnte die Behauptungen, die in dem Ar­tikel aufgestellt waren, nicht stützen. Das Ge­richt ist nicht zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Politik des früheren Kaisers in der Frage der Bewaffnung des Heeres irgendwie die Inte­ressen des Deutschen Reiches geschädigt haben kann. Die Käbe der Strafe war der exponierten Stellung des Beftaaten angepaßt, der der Leiter einer Zei­tung ist, die sich rühmt, die größte Leserzahl in Deutschland zu besitzen. Der Angriff auf den Pri­vatkläger durch die Zeitung mar eine wohl über­legte Handlung >,nd dieser Eingriff hätte nicht so weit gehen dürfen, daß sie den früheren Kaiser ein ehrenrühriges, ja ein gemeines Verbrechen vorwarf Wie wir hören, wird der Beklagte gegen das Urteil Berufung einlegen.

gen verdichtet.

Hitler in Bedrängnis.

Otto Strasser, der abtrünnige Nationalsozialist, schreibt in seinem Blatt „Der Nationale Sozialist" einen Artikel, in dem er die parteiinternen Ur­sachen für den Krach zwischen Hitler-Goebbels ei­nerseits und den rebellischen Sturmabteilungen an­dererseits offenbart. Aus dem Wust gehässiger Enthüllungen ergibt sich, daß innerhalb dieser ideal­erfüllten Bewegung giftige Meinungsver- schiedenheiten und heftige Konflikte bestehen. Es bestätigt sich, was wir vor längerer Zeit schon feststellten, daß Hitler selbst seine Par­tei gar nicht mehr in der Hand hat. Vielmehr befehden ssih seine verschiedenen Unterhäuptlinge auf sehr merkwürdige Art. Die einen spielen Re­volutionäre, so die Brüder Strasser, die anderen Reaktionäre, so Herr (Epp; zwischen beiden jong­liert Herr Goebbels, hetzt sie gegeneinander auf und

iflljSmus uni) Freidenkerium dieses Jahres hat sich der bisherige ' ^nhPfüt Freidenkertum und Feuerbestattung" ^q-^utschen Freidenkerverband" umgebildet.

iKfAf diese Umbenennung im Zusammen- g'ä’L'ben internen politischen Auseinander- * des alten Verbandes zwischen Sozialis- enmi.'.urtisrnus. Sozialisten und Kommu- bie sich in den letzten Zielen des Frei,- wv einig sind, können sich über Tattik BÄitSr. den nicht einigen. Die kommu- ^ici iker wollen die unmittelbare Re- :<ln,i^nieruim der Gesellschaft im Sinne der 3. ÜSSS. Die sozialistischen Freidenker wol- U^ritt halten mit der politischen Entwicklung U Msmus, müssen infolgedessen mit Rücksicht Ei lOe koalitionspolitischen Machttnteressen der ^demokratischen Partei vorsichtig operieren » sich eine gewisse Zurückhaltung auferlegen. M ist bftannt, daß den Sozialdemokraten wie Mreidenkern die antikirchliche Feuerbestattungs- »aganda die größten Schwierigkeiten bereitet hat.

sozialistischen Elemente der Preußenregie- , haben das instinktiv empfunden und den Denkern nahe gelegt, den aggressiven Fener- ■Sunasparagraphen aus ihren Satzungen zu gSfen 9 dann würden sich die Verhandlungen K2 die Verleihung der Körperschaftsrechte an die Benler leichter gestalten. Ob nicht auch ähnliche Ktfen bei der Umbenennung des „Verbandes MMidenkertum und Feuerbestattung" in den Deutschen Freidenkerverband" eine Rolle gespielt

Meinungen über die Derleihung der Kör- «schaftsrechte an die Freidenker gehen übrigens ^Malistischen Kreisen auseinander. Daß die l-Wmisten gegen eine staatlich sanktioniert: idenkerkirche" sind, versteht sich aus ihrem gegen den sozialistischen Revisionismus und pdie „sozialistische, demokratische" Republik selbst. Aber auch die bewußten Vertreter der Wischen Kulturidee, Sollmann und Frau Anna Hm, haben sich gegen eine „Freidenkerkirche" ttzrochen. Sie wollen dem konfessionellen jmtam von einer andern Seite beikommen. In ^Mkissionsbeitrag zum Thema: „Religion- Hmschauung-Freidenkertum" (Abend-Vorwärts «Wvember 1929) fordert Frau Siemsen, daß dm .Konsessionen die Möglichkeit der Zwangs- ^^^■Kgenommen wird, die im Widerspruch ste lif den Grundlagen einer freien Gesellschaft freien Staates. Eine ' solche ist aber ÄiC oattn vorhanden, wenn irgendeine Konfes- W, vor anderen eine Vorzugsstellung genießt Wch Lchutzgesetze, Subsidien, Steuerrecht, Schul- recht üsw." Der Sozialdemokratischen Partei bleibe M anderer Weg, als gegen diese Vorzugsstellung zu kämpfen. -Es sei notwendig, mehr Aufklärung ü«r Wesen und Entwicklung der Kirchen zu schaf­fe«. In dieser Aufklärungsarbeit könne die Frei- bevkerbewegung der Sozialdemokratischen Partei wesentliche Dienste leisten.

.Brau Anna Siemsen verfolgt eine neue, gefähr­lichere Taktik gegenüber der Kirche. Sie ersetzt die bloß negasive Abwehr durch die positive Aufbau- ®®eit für ein konsequent sozialistisches Eesell- Wtssystem, das sich mit religiösen Anschauungen mehr auseinandersetzt. Der Freidenkerver- ^a9e9en vertritt den alten Standpunkt: Schwächung des Kirchentums durch negative Be- chfung, durch fortwährende Polemik und Aus- andersetzung, vor allem durch Verleihung glei- c Rechte an die Freidenker-Organisationen.

Wie aber diese verschiedenen Auffassungen über einzuschlagenden Wege innerhalb des Sozialis- ö auch sein mögen; für die Kirchen bleibt das Endeffekt gleich. In allen Fällen richtet sich -totz gegen sie, ob er von weltanschaulich noch idwie befangenen Freidenkern oder von den Menten sozialistischen Neuheiten erfolgt. Fran en wies auf das enge Arbeitsverhältnis $en Freidenkertum und Sozialismus hin. Auf utzten April-Tagung des Sieverschen-Freiden- frbandes bekundete der sozialdemokratische yftagsabgeordnete Künstler die volle Einmü- st der sozialdemokratischen Partei mit den Frei- jerorganifationen. Und der „Vorwärts" schrieb mnem Festartikel „25 Jahre Freidenker" (Nr. U>,Dazu kommt noch, daß in allen Programm« "sichen Kundgebungen der modernen Freidenker- ^egnug ein starkes und eindeutiges Bekenntnis ^Sozialismus abgelegt wird... Uns bleibt nur »8, den Wunsch auszusprechen, daß sie sich stets beerbendes und dienendes Glied der gesamten 'nustischen Bewegung betrachtet."

„Vorwärts" hatte die Unklugheit, sich wei- . bber den Zweck der Feuerbestattungspropa- Mlva auszulassen. Der Freidenkerverband habe W besondere und spezielle Zielsetzung „durch Pro- $}nstuif9. ^er Feuerbestattung nicht nur ein: t oernifiemng des Bestattungswesens zu erstre- wndern einen neuen Totenkult mit neuem . ianschauljchen Inhalt zu formen." Hier hat ^„Vorwärts" einmal vorschnell die Katze aus k 'satf gelassen und eindeutig klar gestellt, daß «Uw in Sozialismus und Freidenkertum propa- Feuerbestattung eine besondere Form des N^stischen Kampfes gegen die Kirche darstellt.

aller Derschleierungsversuche und ftotz der kl -fcht aus koalitionspolitischen Rücksichten «= sren Umbenennung des früheren Verbandes für ^enkertum und Feuerbestattung" bleiben sich fieru in!ertum und Sozialismus in ihren anti- Zielen gleich. Beide wollen entsprechend ^ Richtlinien des Freidenkerverbandes an der ^Ä^-'chung der kommenden sozialistischen Ge- "schaftskultur auf „dem Boden des revolutio- s En, Klassenkampfes und des wirtschaftlichen E'smus" arbeiten „durch Zerstörung der reli- qn Un$ bürgerlichen Ideologien".

i »«ay Sievers, welcher der Verbandsleitung vreidenkerorganisation angehört, erklärte auf

-en April-Tagung, der Verband erstrebe Wc.?, ewen dem Reichstag vorzuschlagenden Ge- MNtwurf, daß künftig kein Mensch mehr in die

„Das Vaterland ruft**.

Der Vorsitzende der Fuldaer Vischofskonferenr, Cardinal Bertram, an die Katholiken zur Wahl.

Anzeiger für die Stabt Fulda und denLaudkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt

ällonathd) 1,80 einjchlietzl. Postgebühr (48 Pfg.) ohne Zustellg.

Rnzecgen-Preise- Kleinzeile (Col.l lokal 0,15 auswärts K7 Iflhrrt 0,2 0 JU< ReUamezeile: lokal 0,60 .-8^, auswärts 0,80 JUlJly.

Bel Wiederholunaon Rabatt. Postscheckl. Franks, a Ui. 4051