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preise sich bietenden

einen vor

krankenskeuer * Wahlschwirrdel!

In diesem Wahlkampfe muß alles herhaltrn. Die verantwortungslose agitatorische Hetze soll alle Köpfe verwirren. Soweit die Notverordnung betr. Krankenversicherung in Frage kommt, stellen die Agitationshelden die Dinge so dar, als seien die Gelder, die für die Krankenscheine und Arzneien vom Versicherten zugezahlt werden, Steuern, also Gelder, die der Reichskasse zufließen würden. Es sei deshalb nochmals darauf hingewiesen, daß durch diese Gelder Veitragssenkungen bzw. Mehrleistungen für die Familienange-

Ueberfluß an Skudienrälen.

Der preußische Unterrichtsminister hat Erlaß herausgegeben, in dem dringend der Laufbahn des Studienrats

Handelskammer und Reichslagswahl.

Der Verband der H e f se n - N a s s a u i- schen Industrie- und Handelskammer hat zu den bevorstehenden Reichstagswahlen eine Entschließung gefaßt, in der es heißt:

Die herrschende Wirtschaftskrise, in ihren Ur­sachen großenteils weltwirtschatflich bedingt, wirkt sich für Deutschland infolge seiner verfehlten Fi­nanz-, Sozial- und Wirtschaftspolitik besonders scharf aus. Hieraus ergeben sich folgende Forde­rungen:

1. Trotz aller Warnungen der Wirtschaft wurden die Steuern fortgesetzt erhöht. Die Folgen äußern sich jetzt, indem mehr und mehr Betriebe unter den steuerlichen und sonstigen Lasten zusammenbrechen und die deutsche Wirtschaft in stetig steigendem Maße von Kapital ent­blößt wird. Die erste Forderung der Wirtschaft geht daher auf einen Umbau des Steuersystems mit dem Ziele seiner Vereinfachung und einer Verminde­rung der auf die Dauer untragbaren La­st e n. Insbesondere gilt es die Realsteuern zu senken, zumal in zahlreichen Gemeinden neue Erhöhungen der Zuschläge vorbereitet werden.

• *

Zu diesem Aufruf kann man wohl nur sagen, daß er in den unter der Führung Brünings stehenden Partei seine beste Erfüllung erhält.

Aus dem Gerichkssrml

I Einbruch in das StKtiMsgebäudr in Eckw

Der Einbruch, der im Oktober des verqa Jahres in das Stationsgebäude Eckw ei auf der Strecke Fulda-Hilders borgen wurde, fand gestern vor dem Kleinen Sl gericht Fulda sein gerichtliches Nachspiel, I der Untersuchungshaft vorgeführt wurde bi I derholt auch mit Zuchthaus vorbestrafte 35- Anstreicher E. S., gebürtig von Petrioda, Gotha, der wegen Geistesschwäche entmüni Die Anklage legt ihm zur Last, in der Na I 13. Oktober 1929 gemeinsam mir 2 bis je nicht ermittelte Personen in das Bahn I bäude in Eckweisbach eingebrochen zu feil I Abend des 12. Oktober kamen mit dem I Zuge von Fulda drei Männer nach Eckw I die dem Bahnagenten sofort verdächtig voi Eine der später vom Bahnagenten abgei I Persvnenbeschreibung patzte auf den Ang«.. I Die nach dem Einbruch angestellten Ermiltl nach den drei verdächtigen Personen führti I aui die Spur des S., der vom 8.,—12. O auf Kosten des hiesigen Wohlfahrtsamtes, I Landeskrankenhaus Fulda behandelt wurde. I er wegen Unbotmäßigkeit am 12. Oktober I lassen wurde, wurde er sofort in rabiater und Weise beim hiesigen Wohlfahrtsamt > I Unterstützung vorstellig. Am Abend traf e seinem eigenen Geständnis mit zwei andei I brechern zusammen. Man kam üoere'^

Eckweisbach zu fahren und dort etwas I nehmen. Der Plan wurde auch ausgefÄ | zertrümmerten die drei eine Fenstersg । Wartesaales und stiegen so in das Geb« I Dann wurde mit einem Stück Holz c I durch die Wand zwischen Wortes

Dien st raum gestoßen, durch das die @ in den Dienstraum gelangten. Die unversi. Schubfächer waren durchwühlt, doch sank I nichts brauchbares. Daraufhin wurde d I füllte und verschlossene Fahrkartenbestand I fortgeschleppt und zertrümmert. Man far ! am anderen Tag 120 Nieter vom Statt I bäude entfernt auf einer Holzrampe zersi i vor. Die Einbrecher drangen auch in den ® schuppen ein, erbrachen einen Schließkw Umzugsgut Uni) durchwühlten ihn, ohne ab Inhalt etwas mitzunehmen. , MW In der gestrigen Verhandlung widerrie Angeklagte seine zweimaligen Geständnisse wollte von dem Einbruchsdiebstahl über nichts wissen. Dabei hatte S. in einer V mung sogar angegeben, daß ihm im Tiens 3 Mark in bar in die Hände gefallen seien, rend hierüber in der Anzeige und Vemehmu | Bahnagenten nichts angegeben war. Das neu half dem S. aber nichts mehr. Mit Ri auf 'die Vorstrafen wurde er wegen sch | Diebstahls im Rückfalle zu einem Jahr | fangnis, unter Anrechnung der Untersuch haft, verurteilt.

Der verschwundene Stoffballen.

Aus der Untersuchungshaft vorgeführt i dem Kleinen Schöffengericht schließlich noch erheblich vorbestrafte 36jährige F. Bl. aus t Er hatte im Juli dieses Jahres in einent hl« Betrieb etwa 40—50 Meter Stoff von e Stück abgsschnitten. Er will den Stoff anr wegen eines Webfehlers in der Heizung verl haben. Da Diebstahlsverdacht vorlag, wurd polizeiliche Haussuchung in der Wohnung d vorgenommen. Und siehe da, man fand ncri Meter Stoff und ein zwei Meter großes Segeltuch, die aus dem Betrieb, in dem " fchäftigt war, verschwenden waren. Der klagte wurde vom Kleinen Schösengericht i Diesstahls im strafschärfenden Rückfälle und v Sachbeschädigung zu drei Monaten einer Woche Gefängnis verurteilt Anrechnung der Untersuchungshaft.

Große Verfehlungen bei „Hessenland"-Eilerf

Bor dem Großen Schöffengericht Fulda , gestern wieder der 46jährige Kaufmann W. H- Eiterfeld. Er wurde beschuldigt, zum Nachteile Lagers „Hessenland" in Eiterfeld über dessen : ' der eigenmächtig verfügt, Privaturkunden geft und davon Gebrauch gemacht zu haben. In Verhandlung wurde festgestellt, daß f)-u seit Jabren Lagerverwalter des „Hessenland" ist. dieser Eigenschaft oblag ihm der Einkauf von e. treibe, der Verkauf von Düngemitteln sowie Einkassieren von Geldern von den Kunden, seiner Geschäftsführung hat sich H. nun in öenJ*Y ren 1928/29 große Unregelmäßigkeiten zu den kommen lassen, indem er fälsche Buchung vornahm, Leute mit falschen Beträgen heIa’“S ober an Kunden Waren lieferte, ohne diese ein»**' tragen. Auch fälschte er einige Prwaturkuuv^ In einem Falle hat er auch einen Betrag 3 3 500 Mark nicht nach Kassel abgeführt. Be» eiW unverhofften gründlichen Revision des Lagers u der Kaste wurde insgesamt ein Fehlb etr«g

Milch * Mädchen * Rechnung.

Bekanntlich ziehen die geschworenen Feinde der katholischen Kirche, die in den verschiedensten Ver­kleidungen auftreten, in den Landen herum und er­zählen immer wieder, daß die Zentrums­pa r t e i g a r n i ch t rn e h r dieParteider deutschen Katholiken sei. .Die Katholiken stünden, so heißt es im Märchen, heute hinter Par­teien, deren Spitzenkandidaten mit allen Mitteln Religionsunterricht, kirchliche Rechte, Bi­schöfe und Priester herabzusetzen suchten und vor deren „Neuen Volk" die deutschen Bischöfe in feier­licher Form die Katholiken aeroarnt haben- Etwas derartiges sollen die Katholiken glauben. Es gibt viel Dummheit in der Welt. Das wird nicht bestrit­ten. Aber wer gerade die Katholiken für so dumm hält, der ist doch auf dem Holzweg. Auch Herr Hugenberg, der da meint, er könne heute noch, nachdem alle denkenden, früher einmal zu ihm gestoßenen Katholiken (außer Prof. Dr. Martin Spahn) seine Reihen verlassen haben, sich als „Vor- itzender eines deutschnationalen Katholiken-Aus- chusses" etablieren, (während er in der Tat dem „Evangelischen Bund" zur Zierde gereichen würde), ist auf dem Holzweg. Nicht minder sind auf dem Holzweg die S o z i a l i ft e n, wenn sie mit einer Aktion religiöser Sozialisten unter kirchentreuen Katholiken, nicht „Taufschein-Katholiken", Fuß fak­en zu können glauben. Unsere Gegner, die auch diesmal wieder mit wilder Wut den Zen­trums-Turm berennen, schwelgen in Zah­len, die beweisen sollen, daß hinter dem Zen­trum nicht mehr die deutschen Katholiken stehen. Mit Zahlen läßt sich alles und nichts bewei­sen. Das Gros der kirchentreuen Katholiken Deutschlands ist zweifellos volitisch in der Zentrumspartei und der Bayeri­schen Volkspartei zusammengefaßt. Wer wirklich katholisch ist und katholisch denkt, hält das für das natürliche. Kann ihn etwa fol­gende Milch-Müdchen-Rechnung irre machen?

„Bon 20000 Katholiken Fuldas wählen noch 4000 bis 5000 Zentrum!"

Das wird von einer Seite, die allerdings schon immer mit Zahlen um sich warf, daß der Herodot vor Neid blaß werden könnte, behauptet. Erstens gab es in Fulda bei der letzten Volkszählung über­haupt nur 18 855 katholische Einwohner. ' Dabei sind also alle Säuglinge, ABC-Schützen, und die übrigen zahlreichen Mädchen und Knaben bis zum 20. Lebensjahre mitgezählt. Die wählen freilich fein Zentrum, weil sie überhaupt noch nicht wählen dürfen. Wie sieht es aber mit der Wahlbe­rechtigten aus? Bei den letzten Reichstagswahlen am 20. Mai 1928 haben von 12 600 Wablberech- j tigten 6668 Zentrum gewählt. Bei der Wahl zur Stadtverordneten-Versammlung am 17. November 1929 gaben von 13 721 Wahlberechtigten 7 319 dem Zentrum die Stimme, bei der Wahl zum Kommu­nallandtag von 14110 Wählern sogar 9119. Jeder kann sich selbst ausrechnen, welche überwiegende Zahl Fuldaer Katholiken Zentrum wählt. Im Landkreis Fulda aber haben am 20. Mai 1928 von 22 513 Wählern 16110 dem Zentrum die I Stimme gegeben. In den kleinen Rest der Stim­men aber haben sichl7Parteien geteilt. „D e m Weisen genügte".

Zenlrumspartei

(Ortsgruppe Sulda).

s. Bezirk:

Umfaßt die Straßen: Feldftr., Fischfeld, Frankfurterstr., Gartenstraße, Hirtsrain, Kapuzinerstr., Kinzigstraße, Mainstr., Moselstr., Rangstr., Ronsbachstr., Schildeck. straße, Wallweg, Werrastr., Weserstr., Wollweberstr.

Dienstag, den S. September, abends S Ahr im Saale des Jofephsheimes

wichtige Versammlung.

Es ist ein gewandter Redner gewonnen worden, der über ein zeitgemäßes Thema sprechen wird. An unsere Parteifreunde ergeht die Bitte, recht zahl­reich zu erscheinen.

Der Vorstand.

ge­warnt wird. Angesichts einer mit Sicherheit vorauszusagenden Berufsnot müßten die vor einer Berufswahl stehenden Schüler und Schülerinnen der höheren Lehranstalten mit Nachdruck auf d'e Aussichtslosigkeit dieses Berufsweges hingewiesen werden.

Verhältnis zu den bestehenden bezw. neu zu be­schließenden Realsteuern gebracht worden ist.

Jrn Hinblick auf diese Zusammenhänge hat die Zentrumspartei schon bei früheren Gelegenheiten einen beweglichen Faktor unter den Gemeinde­steuern, eine sogen. Verwaltungsabgabe, grundsätz­lich bejaht. Freilich hat sie auch stets dem Wunsche Ausdruck verliehen, daß die Verletzung sozialer Ge­sichtspunkte dabei vermieden werden müsse. Unter solchen Umständen hat sich das Zentrum dem Ini­tiativantrag zum Deckungsprogramm Dietrich auf Einführung einer Burgersteuer angeschlossen. Aus den gleichen Erwägungen heraus glaubt das Zen­trum auch die Bürgersteuer der Notverordnung be- sahen zu sollen. Daß Krisenunterstiitzte und Für- sorgeberechtigte von der Abgabe befreit sind und eine gewisse breite Staffelung eingeführt ist, ent­spricht vielfachen schon während der Verhandlungen im Reichstag vorgebrachten Wünschen der Zen­trumsvertreter.

Die Staffelung noch weiter durchzuführen, so­daß die Abgabe sich als eine neue Einkommen­steuer darftellt, kann allerdings keinesfalls gerecht­fertigt werden. Der Zweck der Verwaltungsabgabe ist erst in zweiter Linie ein finanzieller. In erster Linie trägt, sie einen finanzpolitisch pädagogischen Charakter, we das oben im einzelnen dargelegt und begründet worden ist. Schon jetzt kann der Normalsatz von 6 auf 3 Rm. ermäßigt werden. Bei noch stärkerer Herabsetzung würde die Iahres- abgabe wohl kaum noch als fühlbare Belastung empfunden werden. Es ginge der Zusammenhang zwischen Ausgabebewiligung und persönlich merk­barer Mehrbelastung verloren,, und damit wäre der pädagogiische Zweck der Abgabe verfehlt. An­derseits darf die Staffelung auch nicht stärker pro­gressiv gestaltet werden, sodaß sie den Charakter einer zusätzlichen Einkommensteuer erhält. Es ist auch an dieser Stelle wiederholt gesagt worden, daß aus gesamtwirtschaftlichen Gründen eine über das derzeitige Maß hinausgehende steuerliche Be­lastung der hohen Einkommen und Vermögen nicht verantwortet werden kann. Wir haben heute in den sogenannten Personalsteuern schon eine sehr weitgehende Staffelung der Tarife. Durch die ho­hen Steuersätze bei der Einkommensteuer bis 40 Prozent, der Vermögenssteuer bis 7,5 v. T., bei der Erbschaftssteuer bis zu 60 Prozent, — dazu kommt die Kirchensteuer — werden dis finanziell leistungsfähigen Kreise schon heute so stark erfaßt, daß ein weiterer Zugriff, da nach dem Swist'schen Steuereinmaleins in steuerlichen Dingen manchmal zwei mal zwei nur drei ist, zu einem Rückgang der Gesamtsteuereinnahmen und infolge Kapitalflucht zu einer Erschwerung der gesamten Wirtschaftslage führen müßte.

Einsichtigen Sozialdemokraten sind diese Zusam- ! menhünge durchaus klar. Das beweist u. a. der I Vorschlag Hilferdings auf Senkung der Einkorn- I menfteuer in feinen 14 Punkten im Dezember 1929. Es ist nicht ganz aufrichtig, wenn nun immer wie­der von anderer sozial. Seite die Bürgersteuer als zusätzliche Einkommensteuer frisiert und dann als rohe Kopffteuer bezeichnet wird. Was mögen sich im übrigen die sozialdemokratischen Minister des Kabinetts Müller unter dem „beweglichen Fak­tor" vorgestellt haben, von dem es in den 14 Punk­ten Hilferdings heißt: „Einbau eines beweglichen Faktors durch den unter Berücksichtigung sozialer Notwendigkeiten alle Gemeirrdebürger zu den La­sten herangezogen werden, in das Gemeindesteuer­system und Festlegung einer Relation zu der Höhe der Realsteuern." Kann man darunter nicht die I Kopffteuer verstehen?

Im übrigen haben einzelne deutsche Länder, I wie z. B. Oldenburg und Württemberg schon seit I längerer Zeit, jüngst auch Thüringen, eine söge- nante Verwaltungsabgabe. Sie hat sich dem I Steuersystem reibungslos eingefügt und nach über­einstimmendem Urteil aller ruhig denkenden Fach­leute zu einer vorsichtigen Finanzgebarung in den Gemeindeparlamenten in besonderem Maße beige- I tragen. Insbesondere steht fest, daß die finanziell günstige Sage der württemberchschen Kommunen zum guten Teil auf die dortige Verwaltungsabgabe zurückzuführen ist.

hörigen ermöglicht werden sollen. Im Gegensatz zu der früheren gesetzlichen Vorschrift ist die Be­handlung der Familienangehörigen zur Pflicht­leistung der Krankenkassen geworden. Die An­gehörigen haben auf Grund der Notverordnung nunmehr Anspruch auf die gleiche ärztliche Hilfe wie die Versicherten selbst. Das besagt, daß nicht allein die Kosten für die Behandlung, sondern auch die entstehenden Wegegebühren durch die Krankenkas­sen bei Behandlung der Angehörigen bezahlt wer­den. Da unter ärztlicher Versorgung auch zahn- ärztliche Behandlung zu verstehen ist, haben auch die Familienangehörigen durch die Notverordnung Anspruch auf die gleiche zahnärztliche Be- Handlung wie der Versicherte selbst. Wer die neu- geschaffenen Vorteile richtig erkennt gegenüber der verhältnismäßig geringen Mitbelastung durch die Zu,Zahlung für die Krankenscheine usw., wird bald einisehen, daß die durch die Notverordnung geschaf­fenen Bestimmungen gerade geeignet sind, den Verhältnissen der Arbeiterfamilien viel mehr zu enffprechen.

dcnftumsparfci Fulda

5. Bezirk.

Am Donnerstag, den 11. Sept.

Bezirk^versammlun^

in der Harmonie. Der Vorstand.

„Wichtige politische Neuigkeit."

Die heutige Post brachte uns eine Sendung mit obiger Ueberschrift. Die Zuschrift enthielt die er­schütternde Mitteilung daß — in Stuttgart eine neue Partei ins Leben gerufen worden ist, „um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen". Es ist die „P a r t e i f ü r P a r t e i l o fe". Sie nennt sich I. B- D. (Idealistische Bewegung Deutschlands) und will alle Not, alles Elend und alle Ungerech­tigkeit aus der Welt schaffen. Sie besitzt angeblich bereits eine viele Hunderttausende zählende An­hängerschaft, die vorwiegend aus folgenden Rich-, tungen kommen soll: Lebens-, Crnährungs- und Heilreform (Naturheilbewegung), Vereine für na­turgemäße Lebensweise, Boden-, Schul-, Justiz-, Verwaltungs- etc. Reformverbände, Jugend- und Wanderbewegung, Paneuropäische Union, Pazifi­sten, Körperkulturverbände, Esperantisten, Freunde der neuen Sachlichkeit, Philanthropen (Menschen­rechtler), Natur- und Tierfreunde, Theosophen, An- troposophen, Neugeistler, Okkultisten (Charakter- und Schicksalsforscher), Bünde für Lebenskunst (Edel- und Vollmenschentum), Liga für Geistes- kultur u. v. a. m.

Christian Morgenstern würde sicherlich ein treff­liches Wort auf die I. B. D. anwenden:

Einst wird finden die Historie: Dieser Kaffee barg Zichorie.

2. Auch die soziale n La st e n sind zusehends wei­ter gewachsen, sodaß die niedergehende Wirtschaft ihren Druck zu ertragen nicht mehr imstande ist. Die hohen Gestehungskosten der deutschen Produktion müssen ab­gebaut werden. Auch Löhne und Gehälter sind nicht als starrer Faktor anzusehen, sondern müssen sich der Lei­stungsfähigkeit der Wirtschaft elastischer anpassen, als es bei der bisherigen Handhabung des staatlichen Schlich­tungswesens der Fall war.

3. Bei den ö f fentl ich e n Haushalten sind durchgreifende Sparmaßnahmen notwendig. Hier­zu gehört besonders die Neugestaltung der Reichsverfaf- fung und -Verwaltung, damit der Staatsaufbau ein­facher, sparsamer und durchsichtiger wird.

4. Die dem deutschen Volke auferlegten Lasten kön­nen nur getragen werden, wenn wir unsere Ausfuhr steigern. Die infolge des Abbaus der Weltrohstoff-

Das Sommerfeft

des kathol. Jungmännervereins der Dompfarrei.

Das Sommerfest des dompfarrlichen Iungmännerver- eins war schon lange sehnsüchtig erwartet worden. Die Musikkapelle und die Sturmschar hatten fleißig geprobt, ein Theaterstück war eingeübt — nun konnte der festge­setzte letzte Augustsonntag kommen.

Im Morgengrauen rumpelte der hochbepackte Küchen­wagen zur Stadt hinaus. Bald formierte sich die Marsch­kolonne. Der Bannerträger an der Spitze, die Kapelle mit schmetternden Hörnern, die langen Reihen der Burschen.

Familienangehörigen — so zogen sie mit fröhlichen Gesichtern in den sonnigen Morgen hinein. Auf der Femclsruhe wurde kurz gerastet, und dann ging es nut frohem Sang durch den Wald hinab nach Klein- h e i l i g k r e u z. Als der Omnibus mit den Müttern und Kindern ankam, da standen schon die Zelte der

Wüste Schimpfereien

sind ebenso wie bei den letzten Kommunal-Wahlen im November 1929 auch jetzt wieder die Kampf­mittel der sogenannten „Christlich-Sozia­len Reichspartei". Wenn die „Fuldaer Zeitung" festgestellt hat, daß der christlich-soziale Spitzenkandidat Balthasar Mihm der anthro­posophischen Lehre anhängt und damit wohl von Katholiken nicht als berufener Kritiker an ka­tholischen Geistlichen und katholischen Bischöfen an­gesehen werden könne, leitet das »Neue Volk" daraus das Recht ab, in eine Flut von Schimpf­worten über die Fuldaer Zentrumspartei und über deren Organ, die „Fuldaer Zeitung", niedergehen zu lassen. Die gewählten Schimpfworte zeugen von dem Fehlen jeder Hemmung. Von „Schandtaten der Zentrumspartei", von „Steuer­erpressung der Bonzen", von Schiebung, Diebstahl unb Ehebruch wird gesprochen: nicht offen und ehrlich wird freilich ein solcher Vorwurf in kon­kreter Form erhoben, so daß der Schreiber zur Verantwortung gezogen werden könnte, nein, ver­steckt, gewunden, mit Vorbehalten! Trotzdem, die Angegriffenen, vorab die Redakteure der „Fuldaer Zeitung", werden ihre Ehre gegenüber solchen Be­sudelungen in aller Form und zum richtigen Zeit­punkt zu wahren wissen. Daß allerdings in den Augen derjenigen Mitbürger, auf deren Urteil mir Wert legen, die fraglichen Anwürfe uns gar n i ckt erreichen können, dessen können wir glück­licherweise vollständig überzeugt sein.

| vom Kloster Frauenberg.

Sonntag, 7. September, nachmittags 4Uhr I und Montag, 8. September, abends 7A Uhr, I hält der Hochw. Franziskanermissionar aus Bra- I silien P. Bonifaz Müller im Saale der Belle- I vue, Eingang Marienstraße, einen Lichtbildervor­trag über dieJndianermifsionderFran- I ziskaner in Brasilien. Die Mitglieder der Franziskanermissionsvereins werden gebeten, die Eintrittskarte von den zuständigen Förderern und Förderinnen gratis in Empfang zu nehmen. Da der Vortrag am Montag dasselbe Thema behandelt, mögen die Mitglieder des Missionsver- eins sich so einteilen, daß der eine Teil am Sonn- tag nachmittag sich einfindet (weiße Eintritts­karte), der andere Teil am Montag abend (gelbe Eintrittskarten).

Vom Fahrplan.

Am Samstag, den 6. und Sonntag, den 7. Sept. 1930 verkehren Sondertriebwagen Fulda- Bronnzell und zurück, ab Fulda 14.30, ab Bronn­zell 19.30.

Geld in Hülle und Fülle

kann Geheimrat Dr. Hugenberg, der Besser großer Unternehmungen und frühere General- Direktor der Kruppschen Kanonen-Werke in Essen, für seine Wahlpropaganda ausgeben. So erhielten dieser Tage sämtliche Aerzte in Form ei­nes Privatbriefes ein Schreiben von Dr. Hugen­berg,in dem in echt scharfmacherischer Weise die Aerzte gegen die Sozialversicherung aufgereizt werden sollen. Die Kranken-Kassen wer­den als Pseudo-Organismen bezeichnet, „die nie ein Recht des Daseins haben durften". Hugenberg will das, bekanntlich von unseren katholischen So­zialpolitikern in erster Linie geschaffene sozialpoli­tische Werk, das er ein „biologisch und psycholo­gisch falsches System" nennt, ändern, da es nach feiner Ansicht „durch Beitragserhöhung, Leistungs­abbau, Kostenbeteiligung nicht verbessert werden könne". — Daß ch r i st k a t h o l i s ch e Aerzte sich durch Hugenberg in dem Glauben an das Gebot christlicher Nächstenliebe irre machen und einem heidnischen Grundsatz des Ueber- menschen zu wenden werden, befürchten wir nicht. Aber unsere christlichen Arbeitnehmer sehen da einmal deutlich, wofür von dem Kabinett Brüning gekämpft wivd. Die Reformen bei der Sozialversicherung, die bekanntlich auch die Einfüh­rung des entgeltlichen Krankenscheins nötig gemacht haben, können allein das große, arbeiterfreundliche Sozialwerk re 11 e n. Geschworene Feinde jeder So­zialpolitik, von Hugenberg geführt, wollen diffem Werk als Ganzem den Garaus machen. Wenn es Hugenberg gelingt, durch Hilfe fei­ner Hitler-Garde das Heft im Reichstag in die Hand zu bekommen, bann ist bas Schicksal der Einrichtungen, die in Deutschland das Los ber Minderbemittelten unb wirtschaftlich Schwachen erleichtern sollen, entschieden. Deshalb, Ihr christ­lichen Arbeitnehmer, kämpft dafür, daß die Regie­rung Brüning recht stark wird unb nach innen und außen das demsche Sozialwerk sichern kann.

Sturmschar, da dampften schon an ungsvoll die Kessel der Küche

Ein stimmungsvoller festlicher Got Waldkirchlein gab dem Tag die rechte

Und dann gab es Leben in der 9 der Wiese tummelten sich die Fußbl Schatten der Buche und der Kirche lac die Kapelle spielte eine Weise nach Brunnen walteten die Köche ihres A schleppten geschäftig Holz herzu und fre voraus des leckeren Mahles

Nun wurden die Kessel zur Buche qebra punkt war da! In langen Reihen kamen und Schusielchen und holten ihren „Zug"

An Kurzweil fehlte es nicht. Die M Sturmschar klampfte und sang - und L und nun gar die Alten in Säcken nach dem

-- Ȁ

Schon kamen die dampfenden Kaffeekessel war so gut? denn Hitze und Bewegung macht,

Inzwischen waren aus allen Voqelsbera- fogar von Neuhof, von Kalbach und Rückers Scharen herangewandert, um mit den Fuldaerr mittag in brüderlicher Gemeinschaft zu verbrin einem weihevollen Akt mit Musik, Gesanaur Reden traten die Spieler auf den Nlan Kleinen, die Schüler, mit ihrer Tellscene dann mannen als wandernde Gesellen, die in ihre, »Teufel droben im Baume beschworen ihre Sache gut gemacht und viel Beifall gesunde umtosen die schönen Stunden, ur Abschied nehmen von den lieben Gästen und lieblichen Waldtal. In langer, langer Reibe heimwärts. Die Nacht senkte sich hernieder D wurden angezündet. Vor der Stadt ordnete sick die Musik schmetterte einen Marsch, der Fäbnr Spitze schwenkte die Fahne, in frischem Ter Werten 400 Mann, der Präses in der Mitte Vereinshaus. Eine kurze, kernige Ansprache c das Lied: „JcHt Brüder, eine gute Nacht!"

„Daß wir in diesem Tal uns treffen noch so viel mal: Gott mag es schenken, Gott mag es lenken."---

i. Die infolge des Abbaus der Weltrohstoff- . . bietenden Möglichkeiten müßen zu diesem Zweck ausgenutzt werden. Der Abschluß von Han­delsverträgen muß weiter gefördert und unbefcha- det des notwendigen Schutzes der nationalen Arbeit jede Ilebersteigerung unserer Zölle abgelebnt werden, welche Vergeltungsmaßnahmen des Auslandes herausfordern und unsere Ausfuhr dadurch schädigen könnte.

Die erste und wichtigste Voraussetzung für das Ge­deihen der Wirtschaft ist die endliche Herstellung gesun­der politischer Verhältnisse. Hierzu nach Kräften bei- zutragen. ist hohe und unbedingte Pflicht oller der Wirtschaft nahestehenden Wähler. Von ihnen wird er­wartet, daß sie ausnahmslos zur Wahlurne treten und ihre Stimme nur solchen Parteien geben, welche die Verfassung achten und in nachhal­tiger Förderung des Wirtschaftslebens insbesondere in dem Schutze des Privateigentums als seines Eck- und Grundpfeilers, ihr festes Ziel sehen!