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Donnerstag, 4. Sept 1930

t. 204

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das Vertrauen des gesamten die Stabilität der m a n d trägt mehr

rer Arbeitslosigkeit bei, als wer derartige Phantasien, Uebertreibungen und bewußte Falsch­meldungen in den Wahlkampf wirft.

Nach der Rede, die oft von lebhaftem Beifall unterbrochen wurde, brachte die Versammlung dem Kanzler stürmische Kund­gebungen dar. Im Laufe der Nacht kehrte der Reichskanzler, der in Aachen seine WestdeutschlarZ- reise abschloß, nach Berlin zurück.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlas ser Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- - leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

* Zur Festnahme des amerikanischen Landen- führers Diamond in Aachen teilt die Aachener Kriminalpolizei mit, daß der Vergleich der Fin­gerabdrücke mit den daktyloskopischen Aufzeichnun­gen der Berliner Kriminalpolizei die Persönlich­

Stärkt den Radikalismus!

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Wenn die Berliner Metallindustriellen, die durch die Kündigung des Tarifvertrages wenigstens theoretisch 140000 Menschen auf die Straße setzen wollen, sich die Aufforderung, die in der lieber« schrift steht, zur Parole gemacht hätten, dann hät­ten sie eine wikungsvollere Einleitung zu dem poli­tischen Kampf, den sie inszenieren wollen, nicht fin­den können. 14 Tage vor der Reichstagswahl kün­digen und die Macht in der Hand haben, 14 Tage nach dem Wahlergebnis die furchtbare Drohung wahr zu machen — das muß diejenigen, die davon betroffen werden, auf böse Gedanken bringen und denen Wasser auf die Mühle liefern, die die Zer­schlagung des Staates als Heilmit- t e I gegen alles verkündigen.

Was die Industriellen wollen, ist in seinen Ge- dankengängen nicht ganz leicht zu begreifen. Sie gedenken der Sozialdemokratie Abbruch zu tun, treiben aber den Nationalbolschewisten und den Kommunisten die Wähler zu. Was dann geschieht, wenn etwa die Hakenkreu^er, wie sie träumen, mit 60 Abgeordneten in den Reichs­tag ziehen, scheint die angeblichen Führer der deutschen Wirtschaft wenig zu kümmern. Aber der Tag, an dem sie darüber werden nachzudenken ha­ben, und an dem es vermutlich zu spät ist, wird bald da sein. Vielleicht mag dem einen oder ande­ren von ihnen schon ein Reuegefühl kommen, wenn er die neuesten Plakate der Hakenkreuzler lieft, die sich zwar nominell gegen die Minister richten, die aber in ihrem Tenor nicht den Eindruck machen, als würden die Freunde Hitlers in ihrem Sturmlauf gegen Amt und Besitz aus­gerechnet vor den Königen der Groß­industrie Halt machen.

Oder sollte die Vereinbarung zwischen Goebbels und dem Kapitalismus, von der jetzt so viel ge­sprochen wird, schon so innig geworden fein, daß die Industrie nichts mehr glaubt etwas befürchten ZU muffen. Wenn sie darauf hofft, kann sie sich t ä u s che n. Es wird möglich sein, ein Dutzend Führer zu ködern, aber die Massen werden von den Nationalsozialisten eine andere Politik verlan­gen. Schon gärt cs ganz bedenklich. Wenn man den Kämpfen zwischen Goebbels und seinem Kreis und seinen S. A.-Trupps, auf den Grund zu kom­men sucht, so stößt man ja allenthalben auf die Ver­bitterung dieser gedrillten Nachläufer, die schon jetzt merken, daß ihr eigener Weizen bei dieser gan­zen Kampagne nicht so sehr blüht wie der einer Hand voll Oberschreiber, die an der Spitze mar­schieren und nur wenn es vor Gericht die lieber» zeugung zu vertreten gilt, die Zurückhaltung als den besseren Teil der Tapferkeit vorziehen. Es ist nicht der erste Fall in der deutschen Wirtschaftsge­

schichte, daß die Scharfmacher, die es leider heute wieder im deutschen Unternehmertum gibt, glaubt, die deutsche Arbeiterschaft mit Gewalt wie­der zu Hörigen des Kapitals machen zu können. Diese Versuche sind immer mißglückt. Auch der jetzige wird mißlingen. Aber die Kosten trägt leider "immer das deutsche Volk.

Beamtenbesoldungsbezüge auf den ungefähren Stand vom Jahre 1926 herabzusetzen. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, entspricht diese Behauptung in keiner Weise den Tatsachen; sie ist ein Wahlmanöver.

* Dee neue deutsche Gesandte in Irland Dr. von Dehn hat dem Generalgouverneur sein Be­glaubigungsschreiben überreicht. Pei dieser Ge­legenheit wechselten beide Herren über die Bezie­hungen zwischen Deutschland und Irland herzliche Worte.

$ein Abbau der Beamkengehäller. Nach k Noti, in der Vsamtenkorrespondenz vom 23.

sE in Regierungskreisen eine Vorlage * Herabsetzung der Besoldungsbezüge der Be- M in der Form eines neuen Beamtenbesol- gsgesetzes fertiggestellt sein mit dem Ziel, die

wurde der Reichsjugendausschuß der Zentrumspar­tei, der auf dem Kölner Parteitag gegründet wurde. Gerade der Reichsjugendausschuß trägt den größten Anteil an dieser politischen Aktivie­rung der katholischen Jugend, die sich auch im ört­lichen Parteileben immer stärker auszuwirken be­ginnt.

Aber noch etwas - anderes ist es, das die katho­lische Jugend gerade in diesem Wahlkampfe zu einer solchen politischen Geschlossenheit und Einsatz­freudigkeit gebracht hat, durch die diese Wahlen in ganz anderes Gesicht bekommen als die von 1928: Die Persönlichkeit und die Politik des Reichs­kanzlers Dr. Brüning. Gerade von dieser Jugend ging in den letzten Jahren in immer steigendem Maße die Forderung nach einer starken politischen Führung aus, nach einer entschlossenen, nur am Allgemeinwohl orientierten Politik, durch die allein unser parlamentarisches Leben gesunden und die Achtung des Volkes vor dem Reichstag zurück­erobert werden könne. Sie sieht die Aktivität und Entschlossenheit des Kanzlers, der Fragen anpackt, die bislang gar nicht ober schleppend behandelt wurden. Sie sieht, daß durch die Vorlage der solange geforderten Wahlrechtsreform nun endlich ein Anfang mit der dringend notwendigen Gesun­dung unseres parlamentarischen Lebens gemacht wird.

Die Geschlossenheit, mit der die katholische Ju­gend in diesem Wahlkampfe hinter der Zentrums- Partei steht, darf uns nun aber nicht darüber hin­wegtäuschen, daß das Problem Jugend und Par­tei für die Zentrumspartei noch nicht restlos ge­löst ist. Von der Lösung dieser Aufgabe hängt das Verhältnis zwischen Zentrumspartei und katholi­scher Jugend ab. Es geht der Jugend nicht um einseitige „Jugendkandidaturen". Sie würde sie ablehnen, wie sie die einseitige Interessenvertre­tung ablehnt. Es geht ihr um das Herausstellen von jungen politischen Menschen aus ihren Reihen, zu denen sie volles Vertrauen hat, die aber zu­gleich auch von ihrer Seite der politischen 2Irbei* eine besondere Not geben und so zugleich eine wert- iolle Kraft für die Gesamtpartei sind.

Es ist ein großes Verdienst der Zentrumsfüh­rung, besonders des Herrn Prälaten Kaas, daß dieses positive Verhältnis von Partei und junger Generation heute vorhanden ist.

Die katholische Jugend hat laut und vernehm­lich geantwortet. Sie steht in geschlossener Front zur ^enfrumsnartei, zu Dr. Brüning.

keil des in Haft genommenen Diamond einwand­frei feftgeftellt hat. Es handelt sich tatsächlich um den berüchtigten New Parker Verbrecherkönig Jack Diamond. Diamond bestreitet übrigens, daß ein Haftbefehl gegen ihn vorliege. Zur Flucht oder Gegenwehr fand er gar keine Gelegenheit. Die Polizei betont, daß die Beschreibung des Verbre- chrs in der Presse die Festnahme sehr erleichtert habe. Angeblich wollte Diamond zu einer Kur Man geht aber wohl nicht fehl in der Annahme, daß ihm fein Rivale aus Chicago, Al Capone, der von Diamonds Anhängern in New Port schon eine bedenkliche Zahl aus dem Wege geräumt hat, den Vaden in New Pork zu heiß machte. Diamond wird als schlanker Mann von elegantem Aussehen geschildert ,er soll 1.76 Meter groß und 34 Jahre alt sein, lieber die weitere Behandlung des Fal­les Diamond erfahren wir, daß da der Ausliefe­rungsvertrag mit Amerika noch nicht ratifiziert ist nur die Möglichkeit gegeben ist. den Bankräuber als lästigen Ausländer auszuweisen. Er kann aber nur an ein Land ausoewielen werden, das bereit ist, ihn aufzunehmen. Da dies wohl von allen Län­dern, bis auf fein Heimatland, abgelehnt werden dürfte, so ist zu erwarten, daß der Bankräuber schließlich nachdenVereinigtenStaaten ausgewiesen wird.

kann, darf man wohl ein Opfer auch von denen for­dern, die für ihre Zukunft gesichert sind.

Die Reichsregierung hat deshalb Schluß ge­macht mit der Tendenz, unange­nehme Dinge aufzuschieben. Denn die Aufschiebung des Notwendigsten kann die Ver­trauenskrise nur vergrößern. Aber es gibt ja Leute, die ein Interesse daran ha­ben, diese Vertrauenskrise immer weiter zu schü­ren, und die deshalb von Milliardendefi­ziten des Reiches reden. Das ist das Un- geheuerlichste, was man f-ch im Wahlkampf überhaupt leisten kann. Man erschüttert damit nicht nur den Glauben des heimi­schen Kapitals in die deutsche Wirtschaft, so daß große und kleine Ersparnisse ihre Flucht ins Ausland nehmen, sondern man erschüttert auch

Das Ungeheuerlichste im Wahlkampf.

e systematische Erschütterung des deutschen Ansehens im Aus und die Zerstörung des Vertrauens durch die Radikalen

Hearst über Europa.

Frankreich verjagt Amerikas Zeiluagskönig.

Der amerikanische Zeitungskönig Hearst ist von der französischen Polizei wie ein unerwünschter Ausländer fragwürdiger Herkunft ausgewie - fen worden. Es ist gleichgültig, was dafür für ein formaler Grund angegeben wird. Wahrschein­lich wird es die Tatsache sein, daß während der Flottenkonferenz in London ein Hearst-Korrespon­dent vertrauliche Dokumente des Quai d'Orsay kaufte und veröffentlichte. Man hätte gut getan, diese Angelegenheit nicht wieder aufzuwärmen, vor allen Dingen den Chef und Besitzer des mäch­tigsten Zeitungsunternehmens der Welt nicht für Mißgriffe eines feiner Angestellten leiden zu las­sen.

Das Vorgehen gegen Hearst wird seine Folgen für Frankreich haben, denn es kann gar kein Zwei­fel daran bestehen, daß in erster Linie die Aeuße- rungen Hearsts über die französische Politik in Versailles und nach Versailles der psychologische Grund für die merkwürdige Aktion gegen Hearst waren. Erst in den letzten Tagen hat Hearst noch im „New York American" und in 20 anderen gro­ßen Zeitungen seines Konzerns Artikel veröffent- licht, aus denen bei dieser Gelegenheit einige be­sonders wichtige Grundsätze hervorgehoben seien.

„Bas- Ziel des amerikanischen Kreuzzuges (der Teilnahme am Weltkriege), wie Präsident Wilson es formuliert hat, — nämlich das Selbstbestim­mungsrecht der Völker zu sichern — ist über­haupt nicht erreicht worden."

„Die Konkurrenz von Versailles hatte dieses Ziel offenbar nicht im Auge und Präsident Wilson selbst scheint seine begeisternde Idee vergessen zu haben. Infolgedessen find deutsche Volksteile der Herrschaft Belgiens, Frankreichs, Italiens, Süd- solawiens, der Tschechoslowakei, Polens und Li­tauens ausgeliefert worden."

„Da für den Eintritt Amerikas m den Krieg das Ziel maßgebend war, das Selbstbestimmungs- recht der Völker zu errichten, müßte Amerika dem augenblicklichen ungesunden und unbe- ständigen Zu stand in Europa, der so weit entfernt ist von dem Zustand, der erreicht werden sollte, sein Interesse zuwenden. Weiterhin müßten außerdem meiner Meinung nach alle europäischen Völker daran interessiert fein, einen Zustand zu verbessern, der eine außerordentlich starke Drohung für einen zukünftigen Krieg bar* stellt."

„In der Vergangenheit haben mir versucht, Un- gerethtigfeiten durch Kriege zu korrigieren; als Re­sultat des Weltkrieges haben wir einfach eine Ungerechtigkeit mit einer anderen ersetz t."

„Es ist außerordentlich zu bedauern, daß der Grundsatz des Sslbstbestimmungsrechtes in Versail­les vernachlässigt und von Präsident Wilson ver­gessen wurde; aber es ist vielleicht nicht zu spät, diesen Grundsatz wieder aufleben zu lassen und auf ihn den europäischen Frieden fest und facher zu gründen. Ehe das nicht erreicht ist, wird ftän- bige Kriegsgefahr herrschen."

Besonders interessant ist die Analogie zum pol», n'.schen Korridor, mit der Hearst feinen amerika­nischen Lesern klarmachen will, was die Abtren­nung Ostpreußens vom übrigen Deutschland bedeu­tet. Man müßte sich vorstellen, so schreibt er, „es würde ein Weg ausgeschnitten, von den Großen Seen entlang dem Erie-Kanal, durch den Staat New Pork nach dem Meer und dieser Ausschnitt, der New England von den übrigen Vereinigten Staaten trennen würde, würde an Kanada ge­geben . .

„Wenn also die Amerikaner Europa betrachten würden, als ob es ihr eigenes Land märe oder ihr eigenes Land so ansehen würden, als ob es Europa wäre, so würden sie verstehen, wie un­haltbar, wie widersinnig, unge« recht und unfriedlich die gegenwär­tige Organisation oder vielmehr das Durcheinander Europas ift. Sie würden verstehen, was es für eine unmögliche Re­gelung für Europa war, die die siegreichen Natio­nen in Versailles geschaffen haben .... ."

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Daß die Franzosen den Amerikaner, der solche Sätze niederschreibt, nicht lieben, kann man ver­stehen. Sie haben ihn deshalb aufgefordert, Frank­reich zu verlassen. Hearst hat ihnen den Gefallen getan, aber bereits ein Abschiedsbriefchen an die „Grande Nation" von sich gegeben, daß von blu­tigem Hohn erfüllt ist.

des Auslandes und Weltgeldmarktes in deutschen Wirtschaft. N i e - zur Steigerung unse-

Das verbogene Hakenkreuz.

„Du glückliches Thüringeni"

Der Volksmund redet oft eine recht bilderreiche Sprache, und wenn es so ist, daß sich vom Lügen, wie er sagt, die Balken biegen sollen, dann müßten die acht Balken des Hakenkreuzes schon ein recht arg verbogenes Requisit darstellen. Es scheint, daß die Nationalsozialisten schon äußerlich diese Tatsache nicht bestreiten wollen, wenn sie ihr blutig- rotes Flugblatt, das sie zurzeit durch die Gegend flattern lassen, mit einem Monstrum von Haken­kreuz verzieren, dessen Arme sich wohl aus Ent­setzen vor seinen „Rittern des dritten Reiches" nach der verkehrten Seite gebogen haben.

„Wir sind der organisierte deutsche Will e". Dieses bombastisch klingende Hitlerwort, von dem man nicht recht weiß, ob es sich auf die

HMer und Huaenberg

Hand in Hand.

Der Pressedienst der Konservativen Volkspartei meldet im Anschluß an die tollen Vorgänge im Berliner nationalsozialistischen Lager folgendes:

Während diese Revolte in der Hitler-Partei in vollem Gang ist, erfährt man von zuverlässiger Seite, daß neuerdings weitgehende Ver­einbarungen zwischen Hitler und Hilgenberg über die Kooperation vor und nach den Wahlen getroffen worden seien. Der vereinbarte Burgfriede zwischen den beiden Par­teien, der zunächst van beiden Seiten bestritten wurde, scheint doch Tatsache zu sein, denn er wird ja auch gehalten. Darüber hinaus wurde aber auch für die Zeit nach den Wahlen eine politische Zusammenarbeit in Aussicht genommen. Die Verbindungsleute sind der alldeutsche Ober­finanzrat Bang, der in allen ihm zugänglichen Blättern phantastische und gänzlich aus der Luft gegriffene Katastrophenzahlen über den Reichsetat veröffentlicht, ferner der national­sozialistische Fraktionsführer im Bayrischen Land­tag, Buttmann, und der Berliner nationalsoüali- stlsche Führer Pfeffer. Die drei genannten Ver­bindungsleute bilden, rote wir hören, eine Art von Ausschuß, in dem vermutlich dafür Sorge ge­tragen wird, daß die alldeutschen Reaktionäre ihren starken Einfluß auf die Politik der beiden Parteien nicht verlieren. Unter solchen Umständen versteht man, daß es für den deutschnativ- n a le n Parteivorsikenden weniger wichtig ist, ob die deutschnationale Partei den größtenTeil ihrer Mandate an die National­sozialisten abgibt. Die alldeutsche Linie bleibt ja doch gesichert.

Leguia auf Sau Lorenza.

k®ib. London, 2. September. (Gig. Meld.) Reu- . Meldet aus Valparaiso: Der ehemalige Präs-- 6nh EOn öeguia wurde heute mit feinem Ofh a$UQn °uf der Insel San Lorenzo an Land ® lucht. Er ist ein kranker Mann und wird bis . letner Aburteilung wegen Verrates in 5 T ‘ gehalten. Ausländische Diplomaten ha- bei der neuen Regierung, deren Haupt chez Cerro ist, für ihn eingesetzt.

3n ewer Versammlung der Zentrumspartei eben sprach Reichskanzler Dr. Brüning am t/vV- abend über die innere Politik des Rei- 7* Einleitend erinnerte er an den bedeutungs- Mllen Abschnitt der Geschichte, der es ihm er« Bfllidje im befreiten Aachen zu sprechen. Der Reichskanzler erinnerte an die Entwicklung dec dellsichen Politik auf außen- und innenpolitischem Kebiet feit 1921 und ging dann zu einer Bespre« , her Arbeitslosenversicherung über. Hierzu fegte er u. a.:

I Menn die Notverordnung des Reichspräsidenten Mi gekommen wäre, dan wären die Un = terstühungen im Spätherbst gar nicht mehr auszuzahlen gewesen. Das gleiche trifft für die Wohlfahrtsunter- Pitzungen zu. Wir haben den Wagen, der schon in den Abgrund hineinzusausen drohte, im etzjen Augenblick noch einmal zum hen gebracht, in dem wir die Mittel ceitstellten, um überhaupt die Zahlungsverpflich­tungen des Reichs, der Länder und der Gemeinden erfüllen. Wenn wir auch die Beamten zu ei« Mitopfer im allgemeinen Opfer aufgefordert nd herangezogen haben, so haben wir damit nicht gegen die Beamten gearbeitet. In Zeiten chwerster Notz wo alles unsicher ist, wo Hundert- tausende und Millionen nicht wissen, was in den nächsten Wochen und Monaten aus ihnen werden

E ■ Wzemnmn io M (mir MU. Beilage 15 M)

MaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Der augenblickliche Wahlkampf steht von der Seite Der katholischen Jugend aus unter dem Zei­chen eines großen geistigen Umwandlungs- Prozesses, der sich in ihr in den letzten Jah­ren vollzogen hat. In ihrer weitaus überwiegen­den Mehrheit ist sie von einer durch politische Eieichgultiakeit oder überkritischen Einstellung be­gründeten Zurückhaltung vom Parteileben zu einer positiven Mitarbeit gekommen. Auf der anderen Seite ist man auch innerhalb der Zentrumspartei immer mehr zu der Erkenntnis gekommen, daß eine enge Verbindung mit der katholischen Jugend nicht nur aus taktischen Gründen für die Partei »on großer, wenn nicht sogar von ausschlaggeben­der Bedeutung ist. Man ist deshalb weit mehr ols früher dazu bereit, der Jugend in der politi­schen Arbeit, auch in der parlamentarischen, den noum zur Mitarbeit zu geben, den sie selber aus« Aisüllen vermag. Vier bis fünf sichere Kandida- turen der jungen Zentrumsgeneration sind der hmtfällige Ausdruck dieser Wandlung. Vor allem ober auch eine Folge der starken politischen Aktivi­tät der katholischen Jugend in diesem Wahlkampfe.

Gs waren die verschiedensten Ursachen, die diese ^Wicklung einleiteten. Im Laufe der Jahre war ? «e Generation der ersten Nachkriegsjugendbewe- Ning durch eine neue abgelöst worden, der vieles, ■Ms dieser Jugendbewegung noch problematisch .®Or' 3U sicherem Besitz geworden war, die, vor al- «m aber weniger kompliziert, den Dingen dieses nenz bedeutend nüchterner Und realer gegenüber«

So bekam auch die katholische Jugend zum «'tischen eine andere Einstellung. Sie wurde J feiner großen Bedeutung für das ganze float« und volkliche Leben bewußt.

Das Bewußtsein der großen politischen Verant- wortung, die durch unsere demokratische Verfassung

einem jeden liegt, wurde lebendig. Und mit to °ei Sinn für die Bedeutung der politischen «acht. Man begann in der Politik mehr als ein ‘»enbiges liebel zu sehen. Vor allen Dingen fu a&et diese neue Generation einen bedeutend Wren Blick für die politischen Einsatzmöglichkei- 7_n’ Mr das, was durch zähe Arbeit erreichbar ist

°us, was in das Reich der Utopie gehört.

? starkem Maße wurde diese Entwick-

bann von dem politischen Aufbruch der Iu- r"? in den großen katholischen Jugendverbänden l immt. $an ihm getragen fand man sich zu ge= amer politischer Arbeit zusammen. Ausdruck "u Organ bieder neuen politischen Gemeinschaft

ie junge katholische Generation und die Zentrumspartei.

W , Von Dr. Heinrich Krone.

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