streiten. Allerdings beginnt er die Voraussetzungen für diese Möglichkeit zu bezweifeln und behauptet nun gleich, der Friede sei nicht durch die Grenzziehung gefährdet, sondern durch Deutschlands bösen Willen, das eben unter allen Umständen den Korridor zu einem Unruheherd machen und ihn als solchen erhalten wolle.
Nun ist eine solche Beweisführung doch allzu- diinn und das scheint Poincarß auch selbst zu empfinden, denn er sucht gleich darauf nach weiteren Schwierigkeiten, indem er den deutschen Charakter Ostpreußens in Frage zu stellen versucht. Das hätte er nicht tun sollen und ebenso verfehlt ist es, daß er auf die oberschlesische Abstimmung zurückkommt und behauptet, dort habe doch unzweifelhaft die Bevölkerung selbst ihrem Willen, zu Polen zu kommen, Ausdruck gegeben. Es ist mit den sogenannten Kolonialgebieten eine kitzelige Sache. Wohnen nicht in Südfrankreich sehr viele Italiener? Will etwa Poincarä Italien einladen, entsprechende Ansprüche geltend zu machen? Wie ist es mit dem Elsaß? Ist das seiner Stammesart nach ein französisches oder ein deutsches Land? PoincarZ begibt sch mit seiner Beweisführung, die Deutschland unter allen Umständen ins Unrecht fetzen möchte, auf ein sehr heikles Gebiet. Unsere Zwischenfragen zeigen schon, daß man mit solcher Kalkulation ohne weiteres auch Frankreich in einen bösen Minder- heitenkonflikt verwickeln könnte, denn ein sehr er
heblicher Teil seines heutigen Gebietes war doch einmal römisches Kolonialland. Man kann sich nicht denken, daß einmal der Völkerbund, wenn die deutsche Ostgrenze zur Erörterung stehen wird, sich die Haarspaltereien Poincaräs zu eigen machen soll.
Wichtiger als diese negativen Ausführungen unseres intimen Gegners sind seine Betrachtungen darüber, wie die öffentliche Meinung Frankreichs zu den deutschen Ostfragen steht. Da muß er näm- lich ehrlicherweise zugeben, daß es viele französische Stimmen gibt, — und sie gehören guten Patrioten —, die die Auffassung vertreten, Frankreich habe keine Veranlassung, Polens wegen sich erneut mit dem Deutschen Reich zu verfeinden. Diese Kreise erklärten vielmehr, Polen werde eines Tages nachgeben müssen. SelbstoerstäMich denkt Poincars selbst anders. Er lebt noch in den Vor- Teilungen von 1919 und denkt nicht daran, sich etwas davon Hinwegveden zu lassen. Aber Poin- car§ ist schließlich nicht Frankreich und es wird die Zeit kommen, in der man auf seine Stimme nicht mehr wird zu hören brauchen. Wir wollen aber nicht vergessen, daß gerade sein Eingreifen in die Diskussion diese nicht ungünstig verlängert. Sie muß weitergeführt werden und sie muß auch einmal in einem Sinne zu Ende kommen, di« den deutschen Lebensinteressen entspricht.
Völkerbund und geistige Zusammenarbeit.
Was hat man sich unter geistiger Zusammenarbeit vorzustellen? — Geistige Zusammenarbeit vor dem Kriege. — Die Organisation für geistige Zusammenarbeit. — Reformideen und antikalholische Verhetzung der öffentlichen Rleinung. — Herr Luchaire dankt ab. — Was wird die Zukunft bringen?
(Don unserem ständigen Genfer Mitarbeiter.)
Es ist nichts Neues mehr, daß heutzutage alles, was mit „Geist" schon dem Worte nach zusam- menhängt, weniger populär ist als praktischere Dinge, wie Fragen der Wirtschaft, des Verdienens, der Löhne und Gehälter, und als Fragen der Macht und der Politik. So weiß wohl jeder, daß es in Genf einen Völkerbund gibt, daß dort häufig politische und wirtschaftliche Konferenzen statt- finden, daß man versucht, aus ihm eine Art von Clearing-Haus für alle internationalen Fragen zu machen, — wer aber weiß, daß eines der großen Arbeitsgebiete dieses Völkerbundes „geistige Zusammenarbeit" heißt, — und wer kann sich, wenn er es weiß, etwas darunter vorstellen?
' Und doch könnte diese geistige Zusammenarbeit etwas Großes sein, wenn sie von vornherein richtig angelegt worden wäre; und wahrscheinlich wäre sie richtiger betrieben worden, wenn sich mehr Leute in der Welt für geistige Dinge interessierten: Man sieht, daß man schließlich auf einen Circulus vitiosus kommt, — wäre „der Geist" mehr geachtet, so gäbe es auch eine bessere, „geistige Zusammenarbeit".
Nun aber wird der Leser mit Recht fragen, was denn eigentlich diese geistige Zusammenarbeit, von der hier im Zusammenhang mit dem Werk des Völkerbundes immer wieder gesrpochen wird, bedeutet? Und gleich muß man ihm sagen, daß man im Völkerbund unter „geistiger Zusammenarbeit" zweierlei verstehen und unterscheiden muß, — die „geistige Zusammenarbeit", wie sie eigentlich sein sollte, und — wie fe bisher gestaltet worden ist; denn gerade während diese Zeilen geschrieben werden, hat man in Gens ein wichtiges Reformwerk begonnen, und damit dieses nötige Reformwerk endlich Erfolg habe, müssen möglichst viele Menschen wissen, wie die „geistige Zusammenarbeit" aussehen soll, und müssen möglichst viele Menschen an diesen Dingen ein immer lebhafteres, immer dringlicheres und immer tieferes Interesse gewinnen.
*
Was hat man sich unter „geistiger Zusammenarbeit" vorzustellen? Es gibt in allen Kulturländern Anstalten und Vereinigungen, in denen sich das geistige Leben konzentriert. Schulen, Universitäten, Akademien, Museen, Verbände von Schriftstellern, Malern, Bildhauern und Schauspielern, Theater- und Konzertvereinigungen und wie sonst noch die Ausdrucksformen des geistigen Wirkens alle heißen mögen. Alle diese Kräfte arbeitest zunächst gesondert, jede für sich. Gewiß gab es auch schon früher internationale Kongresse, auf denen sich die schöpferischen Persönlichkeiten der einzelnen Länder oder die künstlerischen und wissenschaftlichen Berufsgenossenschaften austauschen, gegenseitige Anregungen gaben und auch für die geistige Arbeiten gewisse Prinzipien aufstellten, wie etwa das Berner Uebereinkommen über den Urheberschutz, das allmählich in die Gesetzgebung fast aller europäischen Länder überging. Aber eine ständige Einrichtung für die Zusammenarbeit aller dieser verschiedene Kräfte gab es bisher noch nicht, und doch
Ein Denkmal für General TMy
Wr ' \ A'l '
°^A
Der Entwurf 'des Tilly-Denkmals von dem Münchener Bildhauer Oftetrrieber.
Auf dem Kapellenplatz in Altötting (Oberbayern) soll anläßlich des 300. Todestages des bayrischen Generals Tilly, der bis 1632 die kaiserlichen Truppen im Dreißigjährigen Krieg führte und der mächtigste Gegner Gustav Adolfs war, ein Denkmal errichtet werden. 1632 empfing er in der Schlacht bei Rain am Lech die tödliche Wunde, der er in Ingolstadt erlag. Sein Grab ist in Altötting.
hätte man sich denken können, daß eine solche Einrichtung viel gutes stiften müßte: Man braucht fjd> nur einmal vorzustellen, wie nützlich eine solche Einrichtung wäre, um etwa den Austausch von Studenten verschiedener Länder und verschiedener Universitäten, ja, schon um den ständigen Austausch der Vorlesungsverzeichnisse dieser Universitäten, die Vorbedingung für den Studentenaustausch, zu regeln.
Nachdem nun der Völkerbund gegründet war, schuf man in seinem Rahmen auch eine internationale Kommission für geistige Zusammenarbeit, das sichtbare Instrument der Organisation für geistige Zusammenarbeit, die einen Teil des ganzen Völkerbundwerkes bilden sollte. Diese Kommission setzt sich aus bedeutenden Gelehrten, Künstlern und Literaten verschiedener europäischer und außereuropäischer Länder zusammen, sie tagt jedes Jahr im Juli in Genf und bespricht auf dieser Tagung alle Fragen, die durch „geistige Zusammenarbeit" der einzelnen Staaten gelöst oder besser gelöst werden können. Um besser arbeiten zu können, hat sich die Kommission nun vor einigen Jahren in Paris ein ständiges Organ geschafien, das „Institut für geistige Zusammenarbeit", das ursprünglich nichts weiter tun sollte, als notwendige Konferenzen und andere internationale Zusammenkünfte vorbereiten. Druckschriften, Kataloge und Verzeichnisse heraus- geben und überhaupt das Material für die geistige Zusammenarbeit den einzelnen Persönlichkeiten und Organisationen vermitteln. Erst allmählich erkannte man jedoch, daß Frankreich — das dieses Institut aus eigenen Mitteln in Paris unterhielt und dem Völkerbund zur Verfügung stellte, mij diesem Institut der Kommission für geistige Zusam menarbett sozusagen ein Kuckucksei ins Nest geleg* hat. Denn das Institut entwickelt sich langsam aber sicher zu einer französischen Propagandaanstalt, es brachte Listen heraus, die eine lieber» sicht der besten Jahreserscheinungen auf dem Büchermarkt darstellen sollten, aber kein einziges deutsches Buch verzeichneten, dafür überflüssig viel französische, — und nicht nur das: Das Institut maßte sich auch immer größere Rechte an, und anstatt ein Werkzeug der Kommission für geistige Zusammenarbeit zu sein, wollte es die „geistige Zusammenarbeit" gleichsam in Erbpacht nehmen. Immer neue „Unterabteilungen" wurden geschaffen, für alle Gebiete des geistigen Lebens, die Beamtenzahl schnellte sprunghaft in die Höhe, erreichte zuletzt hundert, und mit ihr wuchsen auch die Kosten für das Institut in Paris.
So wie hier gearbeitet wurde, konnte jedoch nie und nimmer eine „geistige Zusammenarbeit" zustandekommen; denn wirkliche geistige Zusammenarbeit läßt sich nicht forcieren, auch nicht durch ein Zentralinstitut. Sie muß behutsam und langsam sich entwickeln, man muß sie hegen und wachsen lassen wie eine zarte Pflanze. In Paris dagegen tat man nichts als organisieren, einreihen, rubrizieren und glaubte, wenn man möglichst viele Vereinigungen unter einen Hut gebracht und für möglichst viele Gebiete des Geisteslebens „Sonderabteilungen" gegründet habe, so sei die „geistige Zusammenarbeit" Tatsache geworden . . Anstatt ein Dach über alle schon bestehenden Organisationen zu bauen, schuf man nur eine neue Organisation, die neben den existierenden nur noch eine von vielzuvielen war.
Dazu kam noch, daß der Direktor des Pariser Instituts, dem auch seine ganze selbstherrliche Entwicklung zu „danken" ist, auch menschlich keine sehr angenehme Erscheinung war. Dieser Herr, Luchaire mit Namen, der gern große Reisen machte und „repräsentative" Gesellschaften gab, wohnte während der Völkerbundsvevsammlung des letzten Jahres in Genf in einer Villa, die er für sich und seine Familie möbliert gemietet hatte. Als er auszog, entdeckte der Besitzer des Hauses, daß ihm aus einem verschlossenen Schrank Kostbarkeiten, chinesisches Porzellan, goldene Uhren, wertvolle Miniaturen im Werte von insgesamt 40 000 schw. Fxcs.. fehlten. Er schrieb daraus Herrn Luchaire, der 7 jedoch erwiderte, es könne s^ch nur um Lappalien- handeln, die sein Personal zerbrochen haben , könnte, — er habe jedenfalls keine Zeit, nach Genf zu kommen und den Schaden zu ersetzen. Er wär auch später nicht zu einer mündlichen Aussprache mit dem Hausbesitzer zu bewegen, bis dieser schließlich den Fall zur Anzeige brachte. So schwebt jetzt vor dem ordentlichen Genfer Gericht ein Verfahren. gegen Luchjaires Sohn wegen Einbruchs (denn inzwischen hat sich ergeben, daß der Sohn des Direk- ■rors'einige Sachen an sich genommen hat) und gegen den Direktor Luchaire selbst wegen Diebstahls, da er dafür verantwortlich war, was in e’nem , Haufe, das er gemietet hatte, geschieht. Man kann - sich denken, daß einem Direktor eines Völkerbundsinstituts in solcher Situation nicht wohl zumute war. So kam, was kommen mußte, Herr Luchaire dankte ab.
Inzwischen waren nämlich nicht nur wegen der Villa-Angelegenheit, sondern auch wegen seiner Amtsführung scharfe Kritiken ^gegen Luchaire laut geworden, und einer der schärfsten Kritiker war der bekannte Katholik und Universitätspräfessor
Begebenheiten ans aller We
Wiener Schauspielertragödie.
wtb .Wim, 1. September. (Eig. Meld.) Presse- Meldungen zufolge erschoß gestern vormittag der aus Berlin stammende Schauspieler Kurt Dähn aus Eifersucht die Schauspielerin Grete Marens in einem Walde bei Ischl. Er wurde alsbald von der Gendarmerie verhaftet und tym Gericht eingeliefert. Er bestreitet jede Mordabsicht und erklärt, er habe den Revolver ständig mit sich getragen und im Verlaufe der Auseinandersetzung mit Fräulein Marens impulsiv nach ihm gegriffen, ohne in diesem Augenblick zu wissen, was er zu tun im Begriffe sei. Dähn ist Mitglied des Theaters in der Josephstadt, Grete Marens Schauspielerin an der Renaissance-Bühne.
Großstädtische Vevöikerungsdeweg Anwachsen der Einwohnerzahl. — Trohdev leres Sinken der Geburtenziffer.
Nach den Veröffentlichungen des Reich- heitsblattes über die Bevölkerungsbewegunc deutschen Großstädten über 100 000 Einwo zweiten Vierteljahr 1930 ist die Bevölke
zahl in diesen Städten weiter ange f en. Sie betrug 19 459 000 gegen 18,3 im Jahre 1929 und 17,762 Millionen im 1928. Die Zahl der Eheschließungen b 1 000 Einwohner 10,9; das bedeutet eine a Vermehrung gegenüber der Ziffer des Jahr mit 10,7. Dagegen zeigt die Zahl der benbgeborenen auf 1000 Einwo einen weiteren Rückgang. Sie 1930 15,0 gegen 15,4 im Jahre 1929. Die der Gestorbenen hat weiter abgenommen, trug 10,2 gegen 10,9 im Jahre 1929. EI abgenommen hat auch die spezielle Kindersi feit.
ruhig hingenommen und keinerlei süng eingelegt, so daß nunmehr d gegen ihn rechtskräftig geworden ist.
aus Bern, G. de Raynold. Es gibt nun Leute, die sogar behaupten, daß Herrn Luchaire und seinen lazistischen Freunden in Frankreich nahestehende Kreise in der Schweiz gegen den Professor Reynold ein regelrechtes Presse- und Kesseltreiben veranstaltet hätten, als der schweizerische Professor im vorigen Jahre fein Buch ,Iie Demokratie und die Schweiz" erscheinen ließ, — weil man den (in mehr als einer Hinsicht) unbequemen Kritiker los werden wollte. Es ist ihnen nicht geglückt. Herr de Reynold ist sogar Mitglied eines Studienkomi- tees geworden, das die „geistige Zusammenarbeit" gründlich reformieren sollte, und das jetzt seine Pläne in die Wirklichkeit umgefetzt sieht.
Denn während der letzten Jahrestagung der Kommission für geistige Zusammenarbeit sind allerlei wichtige Reformen begonnen worden: Zunächst hat sch der bisherige Direktor des Pariser Jnsti-
Wle wird das Wetter?
Witterungsaussichten für Dienstag: Wieder h Hochdruckwetter.
Schnellzug überfährt Auto.
wtb. München, 1. Sept. (Eig. Meld.) Bei Laufen in Oberbayern wurde gestern abend ein Auto vom Schnellzug Berlin-Berchtesgaden überfahren. Die beiden Insassen des Wagens Fred Mangs ans Kettingen und Anna Äugel;» bauer aus Oettingen wurden getötet. Nach der bisherigen Untersuchung soll die ordnungsgemäß geschlossene Schranke wieder geöffnet worden sein.
tuts, Luchaire, zurückgezogen und einem bei Völkerbundsbeamten, dem angesehenen sr. Bonnet, Platz machen müssen. Sodann hr einen Vollzugsausschuß von acht Männern setzt, der das Pariser Institut überwach« seinen Beamtenstab kürzen soll. Denn in i soll die „geistige Zusammenarbeit" nicht n Paris gemacht werden, sondern überall in de Die Völkerbundsorganisation und das Pari stitut sollen nur dazu dienen, jeweils bei deren Aufgaben die schon bestehenden I, Anstalten und die Persönlichkeiten auszui deren „Zusammenarbeit" angestrebt werden Also: „Geistige Zusammenarbeit" nicht «i Völkerbundsregie, sondern vom Völkerbunt regt, verwirklicht aber von allen geistigen $ die sich in der Welt regen. Es ist ein Versuch, den man jetzt machen will. Wird singen? —
* Das 20. Opfrr des „Wilden Kaisers". (Eig. Meld.) Im Gebiet des „Wilden Kaisers" wurde am Sonntag bet Münchener Rottnvr und feine Braut Berta Brunner tot bezw. schwer verwundet aufgefunden. Die beiden gerieten beim Aufstieg .oberhalb der Tratten in einen Steinhagel, der durch eine varangegangene Tonristen- oartie ausgelöst worden war. Frl. Brunner wurde durch einen Felsblock der rechte Arm abgeschlagen; sie verlor das Gleichgewicht, stürzte ab und blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen. Rottner erlitt schwere Verletzungen. Es ist dies der 20. tödlich oerlaufene Bergsteigerunfall im „Wilden Kaiser" in diesem Jahre.
* Das Seileisurteil rechtskräftig. Bekanntlich hatte der Berliner Universitätsprofessor Dr. Paul Lazarus als Vorkämpfer der deutschen Aerzts- toelt gegen den Gallspacher Wunderdoktor Valentin Z e i l e i s in medizinischen Fachzeitschriften unter Beibringung eines erdrückenden Beweismaterials den Vorwurf erhoben, daß das Behandlungsverfahren des Zeileis vom wissenschaftlichen Standpunkt nicht ernst zu nehmen sei und sehr häufig zu Fehldiagnosen und GesundbeitS- schädigungen geführt habe. Zeileis antwortete aus diese Anklagen mit der Erhebung der Zivilklage, die darauf hinaus lief, Professor Lazarus die weitere Verbreitung seiner Behauptungen zu untersagen. Das Landgericht III entschied vor wenigen Monaten gegen Zeileis. Der Wunderdoktor hat seine gerichtliche Niederlage
* Schwere Bluttat nach einer politischen Aus- cinandersetzung. (Eig. Meld.) In Bramsche bei Osnabrück kam es am Sonntag im Verlauf einer politischen Auseinandersetzung zwischen mehreren Arbeitern zu einer schweren Bluttat. Ein Arbeitsloser zog plötzlich ein Messer und st a ch einen anderen Arbeiter mitten ins H er g. Dann stürzte er sich auf einen zweiten Arbeiter und verletzte diesen schwer. Der Ermordete ist Vater von zwei Kindern. Der Täter konnte sofort ’ festgenommen werden.
* Verurteilung einer belgischen Offiziers wegen Spionage. Das Kriegsgericht in Brüssel verurteilte den Leutnant Jo r i s, gegen den feit dem vorigen Jahre ein Verfahren wegen Preisgabe von die Landesverteidigung intereffierenben Mitteilungen an eine fremde Macht und wegen Urkundenfälschung zum . Schaden des Staates 'chwebte, zu zehn Jahren Zuchthaus und 500 Franks Geldstrafe.
* Die übertragbaren Krankheiten im Deutsz Reich. Die Veröffentlichungen des ReichsgesU heitsamtes geben einen Ueberolick über den Umst der übertragbaren Krankheiten im Deutschen Rl auf Grund der gemeldeten Fälle. Danach ist Fall von Pocken beobachtet worden, ein Fall x Fleckfieber im zweiten Vierteljahr 1930. Dazu men zur Anmeldung 32679 Diphtheri Fälle, von denen 2 051 tödlich ausgingen. 5 bedeutet eine erhebliche Vermehrung gegenüber Zahl der Diphtherieerkrankungen im gleichen P teljahr 1929, wo dieselbe nur 19 844 mit 1 393 ; desfällen betrug. Einen Rückgang weisen die l hantungen an Genickstarre auf, mij nur ■ Fällen und. 194 Todesfällen gegenüber 635 i krankungen und 282 Todesfällen im gleichen Vi teljahr 1929. Die spinale Kinderlcihmu zeigt eine geringe Zunahme. Im zweiten Vier jahr 1930 sind 241 Fälle gemeldet, von denen tödlich endeten. Demgegenüber betrug die Zif im gleichen Zeitraum des Jahres 1929 nur ! bezw. 26. Die Anzahl der^Scharlacherkra Jungen betrug 40 026 mit 241 Todesfällen. D geringen Rückgang der Erkrankungsziffer fi.....
wesentlich schärferer Rückgang der Schwere i krankungen gegenüber, der sich in dem viel cheren Rückgang der Tödlichkeit der Erk
ausdrückt. Die Erkrankungen an Unter typhus sind gegenüber dem Jahre 1929 i zurückgegangen und zwar auf 1770 gegenüber Jedoch haben sie eine wesentlich höhere Sterb!
----—---
Ahlomiii
MM O» V flas allbekannte
feftfftllen lassen, da sie sich als schwerer erwies« So starben im Ja» re 1930 200 Typhus k ran 1 während 1929 im gleichen Zeitraum nur 166 m den. An Ruhrerkrankungen wurden 8 und 48 Todesfälle gemeldet gegen 928 und 62 T desfälle im Jahre 1929 Das Kindbettfleber l rechtzeitiger Geburt blieb unverändert auf ber gb chen Höhe wie im Jahre 1929, nämlich 3652 tfal mit 997 Todesfällen. Bei Fehlgeburten betrug! Erkrankungsziffer 778 Fälle gegenüber 664 Fall im Jahre 1929.
Wissenschaft und Forschung.
— Tod eines Berliner Historikers. Der bekannt Bi liner Historiker Geheimrat Professor Dr. Edua M e y e r ist am Sonntag an Herzmuskelschwäche im AU von 75 Jahren gestorben.
Mitten durch das Deulsche Haus gehl die Grenze zwischen Vatikan und Zlalieu.
N
I
ft M
gw- N
■ > G $ ■ # ■ VW-W5
* wvSuw pk
■ ?
Das Deutsche Haus der deutschen Kolonie in Rom, durch dessen Grundstück mitten hindurch die neu geschaffene Grenze zwischen Vatikan und italienischen Staat geht: Die Worte links bezeichnet Sie Grenze, ______