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le« und engherzige Kaffeetisch-Kl^tschereien seeli­schen Aufschwung und großes Wollen unmöglich machten, sind im Schwinden. Das zeigte sich deut­lich bei einer Zentrums-Kundgebung in Köln, wo die große Messehalle bis zum letzten Platz gefüllt war, um den Prälaten K a a s zu hören. Pralat Kaas begrüßte die Jugend als das Morgenrot des Zentrumsgedankens und verwies darauf, daß er niemals ebnen solchen Wahlkampf mitgemacht habe, wo die innere seelische Geschlossenheit der Partei in alles überwindender Weise offenbar ge­worden sei. Wenn wir nach einem Jahrzehnt schwerster Kämpfe einig seien, dann bedeute das mehr als eine gefühlsmäßige Einheit im Jahre 1919. Dr. Kaas legte dann in großen Zügen un­ter scharfer Auseinandersetzung gegen alle Wahi- mache und Wahldemagogie, wie sie gegen das Zen­trum in der letzten Zeit angewandt wurde, die großen Linien der Zentrumspolitik dar.

Diese Zuversicht des Partei-Führers muß al l e Kreise des Zentrums erfassen. Die Aufgabe des Zentrums, Deutschland vor neuem schweren Unheil zu retten, verlangt letzte Hingatze und uner­schütterliche Festigung in den Gedanken: wir müssen es schaffen, für Volk und Vaterland!

Der richtige Spihen-Kanbidal.

Im Wahlkreis Hessen-Darmstadt, der bekanntlich bei der Reichstagswahl mit unserem Wahlkreis Hessen-Nassau so eng verbunden ist, daß jede in Hessen-Nassau abgegebene Stimme die Aussichten des Kandidaten im Freistaat Hessen verstärkt ist von der Nationalsozia listi- schen deutschen Arbeiterpartei als Spitzenkandidat der e h e m a l i ge evangelischePfar- rer Münchmeycr aufgestellt worden. Münch- rneyers „Leistungen" aus der Zeit, da er auf der Insel Borkum tätig war, sind noch in guter Erinne­rung. Sie führten dazu, daß er sein Pfarramt ver­lor und sogar desRechtes verlustig ging, s i ch alsPfarrera D. zu bezeichnen. Die evangelischen kirchlichen Kreise sind wiederholt deut­lich von Herrn Münchmeyer abgerückt. Den kir­chentreuen Katholiken, der diesen national­sozialistischen Spitzenkandidaten direkt _ oder in­direkt unterstützen zu können glaubt, möchten wir kennen lernen. Wir zweifeln bis dahin, daß es so etwas an politischer Geistes-Verwirrung geben kann.

Die Kandidatenliste der Kommunisten.

Kommunistische Partei hat für den Wahl- kreis^9 (Hessen-Nassau) eine Liste auf­gestellt, deren drei erste Kandidaten sind: 1. Willi Münzenberg, Schriftsteller, Berlin; 2. Ernst Lehagen, Arbeiter, Kassel; 3. Eva Höhn, Hausfrau, Frankfurt a. M. — In unserer -engeren Heimat werden diese kommunistischen Kandidaten diesmal sicherlich keinen Anklang finden. Der kommunistische Sprecher in einer kürzlich in Fulda abgehaltenen Versammlung gab auch schon die Parole aus, wenn einer nicht kommunistisch wählen wolle, dann solle er wenigstens seine Stimme der Liste der Christlich-sozialen Reichspartei (Vitus Heller) ge­ben. Was er dann freilich macht, das ergibt sich aus dem Aufsatz „Gegen die Splitterparteien" in dem politischen Teil der heutigen Nummer der „Fuldaer Zeitung".

Aus dem Gerichtssaal.

Gegen den 25jährigen, mehrfach vorbestraften W. E., gebürtig von Chemnitz, der ohne festen Wohnsitz ist und seit längerer Zeit in Unter­suchungshaft sitzt, wurde gestern vor dem Kleinen Schöffengericht Fulda unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit verhandelt, weil er sich am 6. Februar dieses Jahres an einer 52jährigen Frau in Schöneich (Bayern) der Notzucht und am 15. Februar bei Michelsrombach des Verbrechens gegen § 176 Abf. 3 des St. G. B. schuldig gemacht hatte. Unter Einrechnung der kürzlich gegen ihn wegen Notzucht vom Schöffengericht Hall (Württemberg) erkannten Zuchthausstrafe von 1% Jahren verurteilte ihn das Gericht zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 2'/- Jahren. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jah­ren aberkannt. Der Haftbefehl bleibt bestehen, weil Fluchtverdacht besteht.

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Vor dem Kleinen Schöffengericht hatte sich wei­ter der Polizeihauptwachtmeister W. t. L. von hier zu verantworten, weil er in Ausübung seines Dien­stes in der Nacht vom 2. März ds. Js. seine Befug­nisse überschritten und den Musiker O. von hier ver­letzt haben soll, sodaß das rechte Auge des O. Scha­den gelitten hat. Die Verhandlung ergab, daß in der fraglichen Nacht im Saale des kathol. Gesellen­hauses ein Fastnachtsvergnügen stattfand, dessen Polizei st unde auf 2 Uhr festgesetzt war. Als die Polizeipatrouille gegen 2% Uhr in dem Lokal erschien, herrschte noch voller Tanzbetrieb bei angeblich animierter Stim­mung. Die Beamten sahen sich genötigt, den Saal rnitGeroaltzu räumen, wobei ihnen von den Besuchern große Schwierigkeiten ge­macht wurden. Bei dieser Räumung wurde auch der 38jährige O, der bei der Musik beteiligt war, von den Beamten aufgefordert, das Lokal zu ver­lassen. £). erklärte dem Beamten, daß er noch Geld für die Musik zu erhalten habe, und das Lokal nicht eher verlasse. Daraufhin beförderte der Polizei- Wachtmeister den O. mit Gewalt aus dem Saal auf die Straße. O. ging aber nochmals in das Loka! zurück, um feine Garderobe zu holen. Abermals wurde er von dem Angeklagten gewaltsam auf die Straße befördert und erhielt mit dem Gummi­knüppel mehrere Schläge auf den Kopf. Einer die­ser Schläge traf das rechte Auge des O., wodurch nach Ansicht des behandelnden Arztes die Sehkraft gelitten hat Die Aussagen der 6 Zeugen gingen weit auseinander. Der Bertreter der Staats­anwaltschaft betonte, daß es festgestellt sei, daß der Angeklagte in jener Nacht bei der Räumung die Geduld verloren habe. Er sei zu einem so schar­fem Vorgehen nicht berechtigt gewesen. Er bean­tragte eine Geldstrafe von 200 Rm. Das Urteil des Kleinen Schöffengerichts lautete auf 150 Rm. Geld­strafe. In der Urteilsbegründung wurde gesagt, daß der Angeklagte über die Grenzen seiner Be­fugnisse hinausgegangen sei.

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Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde der 23jährige Auhrknecht O. L. aus Fulda. Unter Ausschluß der Oeffentlickkeit wurde gegen ihn ver­handelt, weil er sich des Verbrechens aus § 176 Abf. 3 schuldig gemacht hatte. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wird aufrecht erhalten.

erbet str «e Zeitung!

= katholische Jugendgemeinschafk Fulda. Die kurze Besprechung, zu der gestern in der Fuldaer Zeitung ein­geladen wurde, findet heute abend im Kolpingszimmer des Gesellenhauses statt. (Siehe unter Vereins­anzeigen.)

Aus der Thüringischen Rhön.

Aus Geisa und Umgebung.

Das Bavprsgramm der Reichsregierung und Thüringen.

Vom thüringischen Wirtschaftsministerium wird mitgeteilt:

Der Reichskommissar für das zusätzliche Woh­nungsbauprogramm, Ministerialrat Imhoff, hatte Ende voriger Woche mit dem Thüringer Wirt- schaftsminister Dr. Kästner in Berlin eine Be­sprechung über den Verteilungsplan für Thüringen und einige grundsätzliche Fragen des Programms. Mit dem Ergebnis der Besprechungen kann man im allgemeinen zufrieden sein.

Thüringen hat zunächst aus den Mitteln des zusätzlichen Bauprogramms den Betrag von 2.5 Millionen Mark erhalten. Den schriftlichen und mündlichen Vorstellungen des Thüringer Wirt­schaftsministers ist es gelungen, aus dem Aus­gleichsstock noch weitere 180000 Mark zu er­halten, obgleich Thüringen nach dem der Ver­teilung zu Grunde gelegten Schlüssel schon bei der ersten Zuteilung erhöht bedacht worden ist.

Vom Reichskommissar wurde besonders darauf hingewiesen, daß bei den einzelnen Bauvorhaben mindestens 50 Prozent der Wohnungen eine Größe von 32 bis 45 Quadratmeter (Kleinwohnun­gen) haben müssen. Der Rest kann bis zu 60 Quadratmeter (größere Wohnungen) haben, aber nur dann, wenn wirklich Aussicht besteht, die Wohnungen kinderreichen Familien zur Verfügung zu stellen.

Vom Thüringer Wirtschaftsminister wird des­halb als Grundsatz aufgestellt: 60 Prozent der Wohnungen müssen die Größe von 32 bis 45 Quadratmeter, 40 Prozent können bis zu 60 Quadratmeter haben. Das Wirtschaftsministerium behält sich ausdrücklich das Recht vor, soweit es sich um größere Wohnungen handelt, zu prüfen, ob die Möglichkeit besteht, die Wohnungen an kinderreiche Familien zu geben. Es wird auch darüber wachen, daß diese Wohnungen dann nur an kinderreiche Familien vermietet werden.

Weiter wurde erreicht, daß in Thüringen in einzelnen Fällen wegen der besonderen Verhältnisse ausnahmsweise von der Regel, daß nur Ban- vorhaben von 20 Wohnungen erstellt werden sol­len, abgewichen werden kann. Jedoch müssen die einzelnen Bauvorhaben mindestens zehn Wohnun­gen enthalten.

Die Herstellungskosten für die kleineren Woh­nungen sollen den Betrag von 6000 Mark, die für die größeren Wohnungen von 6500 Mark nicht überschreiten. Die vorgeschriebenen Mieten

müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Eine Nachprüfung hat ergeben, daß das möglich ist, wenn für die kleineren Wohnungen bis zu 2500 Mark, für die größeren bis zu 3000 Mark Reichs­darlehen gegeben werden. Das Wirtschaftsmini­sterium behält sich vor, die Voranschläge daraufhin zu prüfen und sie abzulehnen, falls sich ergibt, daß die Preise nicht der noch vertretbaren untersten Grenze entsprechen.

Von der Reichsstelle wurde wiederholt darauf hingewiesen, daß die Bauten in einfachster Weise herzustellen seien. Ein Bad sei nicht vorzusehen, sondern nur ein Waschramn in Ver­bindung mit der Klosettanlage.

Wirtschaftsminister Dr. Kästner hat auch gleich­zeitig wegen der Zwischenfinanzierung mit der Bau- und Bodenbank in Berlin Fühlung genommen und dort in zuvorkommendster Weise Unterstützung in weitestgehendem Maß zugesagt erhalten. Auch die Thüringer Landeshypotheken­bank hat sich 'gern bereit erklärt, erste Hypo­theken in großem Umfang zu geben.

Die Schuhhütte auf dem Ochfenberg niedergebrannt.

— Vacha. In der Nackt zum Donnerstag gegen 10 Uhr brach in der dem Rhönklubzweigverein Vacha gehörenden Schutzhütte auf dem Öchssnbera Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Der Bergwart Koch konnte mit seiner Familie nur das nackte Leben retten. Der Esel, drei Ziegen und ein Hund kamen in den Flammen um. Das Gebäude ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die schnell herbeigeeilten Wehren waren machtlos, da es auf dem Berge kein Wasser gibt. Eine Hilfsaktion für den schwer betroffenen Bergwirt ist eingeleitet.

Kleine Rachrichten.

In einer von Nationalsozialisten in Stadt­feld abgehaltenen Wahlversammlung kam es zu einer wüsten Schlägerei. Die Kommunisten sollen einen regelrechten Ueberfall unter Führung des Eisenacher Kommunisten Arnold unternommen haben. 10 Personen wurden verletzt.

Bei Wolfmannshausen stürzte ein Mo­torradfahrer. Er und fein Schwiegervater, der aus dem Soziussitz faß, kamen schwer verletzt ins Kran­kenhaus nach Meiningen.

In dem Dorfe Schnellmannshaufen am Heldraftein brannten drei Gehöfte nieder.

Schallwellen beherrschen die Well...

Von der siebenten großen deutschen Funkausstellung.

Wieder wird in Witzleben, der Funkstadt Berlins, in den weiten Ausstellungshallen rings um den Funkturm eine Heerschau abgehalten, die siebente und größte der seitherigen Funkausstellungen. Die Entwicklung dieser Ausstellung läuft parallel der Entwicklung des Rundfunks selbst. Vor sieben Jah­ren ein kleiner Laboratoriumsender in der Dach­stube des Boxhauses mit einer Antennenenergie von einem Viertel Kilowatt, heute 28 Sender mit einer Gesamtleistung von 78% Kilowatt bei 3 225 000 Hörern. Die Betriebsstunden der Rund­funksender sind von 13 000 im Jahre 1924 auf 130 000 im Jahre 1929 angewachsen. Das Gesicht der letzten 4 Funkausstellungen war so bestimmt: 1927 brachte den preiswerten Batterieempfänger, 1928 der vervollkommneten Lautsprecher. 1929 die Netzanschlußempfänger und heute beherrscht das kombinierte Gerät, d. h. die Vereinigung von Runfunkempfänger und elektrisch verstärkte Sprech- maschinen, das Bild.

Diese Ehe zwischen Phono und Radio ist in viel­facher Hinsicht sehr glücklich. Ganz abgesehen da­von, daß diese beiden Industrien sich gegenseitig außerordentlich wertvolle technische Anregungen ge­geben haben, zeigt die diesjährige Funk- und Phonoschau besonders eindringlich die gewaltige kulturelle Bedeutung, welche diesen beiden Trägern des Klanges, des Wortes, und des Geräusches zu­kommt. Sie sind in Wahrheit unbestechliche Zeit- fpiegel, die noch dazu in ihrer Vereinigung das ein­mal gespiegelte Bild unverfälscht und unverwisch­bar festhalten für alle Zeiten.

„Stimmen der Zeit", „Stimmen der Völker" steht an den Kojen, in denen man vor das über­wältigende Erlebnis, der Wiedererweckung des Ver­gangenen, der Ueberbrütfung größerer Zeiträume, gestellt wird. Hört man die Eröffnungsrede des englischen Königs auf der Flottenabrüstungskon- ferenz, Curtius im Haag, Hindenburg in Koblenz, Ebert und Wirth. Wenige Schritte weiter packt einen das tragische Hörbild von Stresemanns Be­stattung. Boni schottischen Dudelsackpfeifer über den mohammedanischen Gebetsrufer zur Trommel­sprache des Urwaldnegers sind auf dieser Ausstel­lung nur wenige Schritte. Wilde kriegerische Gurkhalieder werden abgelöst von tibettanischer Tempelmusik — es gibt nicht Zeit, es gibt nicht Raum, die im naturgetreuen Hörbild nicht über­brückbar wären.

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Unübersehbar groß ist diese Phonoschau, nichts mehr von „Konservenmusik!" Diese elektrisch auf­genommenen Platten, elektrisch wiedergegeben, sind ein vollendeter Kunstgenuß.

Im Laufe einer Stunde kann man hier die Ent­wicklung der Sprechmafchine von der ersten Edison- schen Schöpfung bis zu dem großen modernsten Mufikregietisch für Kinobegleitmusik nacherleben. Aus ihm drehen sich drei Plattenteller^ und mit Hilfe einer Druckknopfsteuerung ist es möglich, un­merkbar von einer Platte zu anderen überzugehen, sodaß jetzt mit Platten jeder Film ebenso gut, wenn nicht besser, musikalisch zu illustrieren ist wie mit einem wohlvorbereiteten Orchester.

Daß der ausgeschriebene Ton auch für den Rundfunk selbst von kaum übersehbarer Bedeu­tung ist, das zeigt neben der Rückschau auf das Berliner Sendeprogramm schon die Ueberlegung, daß man jetzt ohne weiteres mit Hilfe phonogra- phischer Aufnahmen nachträglich im Rundfunk Er­eignisse wiedergeben kann, die sich zu einer Zeit abgespielt haben, in der nur die wenigsten Men­schen Rundsunk hören können. So kann eine ame­rikanische Darbeiteung, die dort um 9 Uhr abends gesendet wird, nach unserer Zeit, also um 3 Uhr nachts, ausgezeichnet und am nächsten Tag vom Sender verbreitet werden. Man kann alle Rund­funkdarbietungen, ganze Programme, eine ganze Oper auf Platten aufnehmen, feit es gelungen ist, beliebig langzeitige Aufnahmen wiederzugeben, ohne daß der Hörer den liebergang von einer Platte auf die andere bemerkt.

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Einen interessanten Einblick in die Zukunft der Schallaufzeichnung gibt die Literaphengesellschaft:

bald wird es neben der Amateurphotographie auch eine Amateurphonographie geben, die nicht weniger Anhänger zählen wird als heute die Lichtbildkunst. Es gibt einen Schallwellenschneider, der mit einem Handgriff auf jede beliebige Sprechmafchine auf­gesetzt werden tarnt. Dann zeichnet diese Schreib­dose, gesteuert aus einem Radiogerät, entweder die ankommende Rundfunksendung oder, wenn man ein Mikrophon benutzt, jedes "beliebige Hörerlebnis z. B. die eigene Unterhaltung auf einer Metallfolie auf. Diese Platts kann sofort gespielt werden und hält heute bereits eine 40—50sache Wiedergabe aus. Bald wird man die Liebhaber dieser Tonbildnerei auf der Jagd nach dem Hörerlebnis sehen können: „6-Tage-Rennen, sehr kontrastreiches Hörbild" oder „wie Frau Meier in Wirklichkeit über Frau Mül­ler denkt, ein Schnappschuß". Diese Platten wer­den sich bald in der Sammlung der „Lautschreib­liebhaber" finden.

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Etwas enttäuscht werden die meisten noch vom Fernsehen fein, vom Fernkino und von der Uebertragung des Bildes eines wirklichen Gesche­hens. Es werden eine ganze Reihe von Verfuchs- apparaten vorgeführt. Die Bilder find noch klein, lichtfchwach und flimmern, doch Eines muß dazu ge­sagt werden: Wenn auch der sichtbare Fortschritt zwischen den Fernsehapparaten des Jahres 1929 und den heute gezeigten für den Laien nicht sehr groß ist, auf dem richtigen Wege sind wir, und theoretisch ist das Problem des Fernsehens gelöst, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bann werden die Rundfunk-Sendsstationen abends den Film ins Haus senden rote heute den Ton. Die Hauptschwie- rigteit liegt noch darin, daß zur Uebertragung eines flimmerfreien Bildes eine große Anzahl von Bild­punkten in der Sekunde in elektrische Schwingun­gen umgeroanbelt werden müssen, und daß nur kurze Wellen Träger dieser Lichtmodulationen fein können. Man ist heute schon in der Lage, in der Sekunde 12%mal das Bild Und 12 000 Bildpunkte der Trägerroelle mitzugeben. Werden diese Zah­len verdoppelt, bann ist bas Fernkino Ereignis ge­worben. Heute schon gibt es Baukästen für Fern­seher in ber Preislage von etwa 200 Mark zu tau« sen unb täglich werben englische unb beutsche Fern- iehversuche gemacht. Ein Genuß ist biefes Fernse­hen allerdings noch nicht.

Unter ben Funkgeräten fielen mir neben den neuen billigen Ortsempfängern mit eingebau­ten Lautsprechern, bie selbstverständlich auch einen Grammovhonanschluß haben, einige außerordentlich empfindliche Fernempfänger mit Schirmgitterröh­ren auf. Auf der Ausstellung holt ein solcher Drei- Röhren-Schirmgitter-Fernempfänger unmittelbar zu den Füßen des Witzlebener Senders, also unter denkbar ungünstigen Verhältnissen, 18 ferne Sta­tionen aus dem Äether heran, ohne durch den Orts­sender gestört zu werden.

Neu und eigenartig sind die Telefunkenstäbe, Arcotron-Röhren, etwa 3 Millimeter dicke, 10 Zentimeter lange unb 2 Zentimeter breite Glas­gefäße, in benen Kathode unb Anobe liegen, roäh- renb bas Gitter außen auf bie Röhre als Metall­belag aufgespritzt ist. Neu ist bie Riefenfkala, mit ber Siemens feine Geräte ausrüstet. Bis zur letz­ten technischen Vollenbung entwickelt finb einige Nadiokoster.

Die Klangschönheit ber Wiedergabe frei von Verzerrung, frei von störenden Eiaenfreguenzen bei einem Tonumfang, ber größer ist «als ber eines Flügels, 7%—8 Oktaven, ist ber überzeugenbste Be­weis für bie Fortschritts einer Technik, bie unser Weltbild in wenigen Jahren zielaebenb beeinflußt hat. Wir können uns Heute ben Runbsunk aus dem Erleben bes Tages nicht mehr roegbenten unb es ist kein Zweifel baran, baß er eine kulturelle Macht ist, bereu Einfluß tiefer geht als ber ber Presse. Millionen unb abermals Millionen Menschen wer­den Tag für Tag von diesen Wellen gesteuert. Daß bie Technik der Bedeutung dieses Kulfurinftru- ments gewachsen ist, bas zeigen bie Geräte, bie sie in ben Dienst der Schallvsrbreitung stellt, das zeigt deutlich bie gewaltige Schau zu Füßen bes Witz­lebener Senders. Derstroff.

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Fuldaer Actiendruckerei Fulda

Amklichevekannllnachungeli. Fulda. M

Bekanntmachung.

I. Nr. L. 3447. .

Die Herren Bürgermeister werben

sen, baß nach Ablauf ber Auslegungsfristi & g5.

listen für bie Reichstagswahl am 14. -

-ft-lso nach dem 31. August 1930 -Änderungen a^ ben Wählerverzeichnissen nur noch aus rechtZ 9 bene Einsprüche hin vargenommen werben du l R. St. £).); auch Aenberungen von Amtswegen nach lauf ber Einspruchsfrist finb unzulässig, ft. e schluß ber Wählerverzeichnisse ergeht besondere fügung.

Fulb a, ben 28. August 1930. :

Der Landral: I. V.: Dr. Stachel s, Reg.-Ast-

Reise und Wanderung.

— Rhönklubwanderung nach der IropfffehhÄti Steinau. Am nächsten Sonntag (31. Auqusy w»? Rhönklubzweigvere in Fulda einen A, nach Steinau a. b. Straße unb feiner Irouritei1 Die Wanberung beginnt unb endigt am Bahnhof E tern. Sie führt zuerst in ben Borspesscirt «ei unter Naturschutz stehenben mächtigen alten Eiche ft Straße nach Hohenzell wirb kurze Rast gemacht Gutshof Sinbenberg unb Bellings geht ber Weg Ki» Bellinger Warte, einem alten Wachtturm, ber {»kJ Aussichtsturm bient. Schöner Blick ins Kinzigtal auf Steinau, auch auf ben Vogelsberg. Nach einer tagsraft in Steinau unb Besichtigung bes altertümlti Stäbtchens. in dem bie Brüber Grimm, unsere Mär» erzähler, ihre Iugenbzeit verlebten (Gebenktaiel Hause), geht es weiter nach ber % Stb. entfernten steinhöhle, bie im Steinaubachtal am Fuß be« bergs liegt. Die Höhle ist elektrisch beleuchtet und in Führung zu besichtigen. Sie enthält große Räw bie Kapelle unb ben Dorn mit schönen Tropfsteingebili Die Höhle ist bie einzige ihrer Art in uns. näheren Hein Nach ber Besichtigung ber Höhle geht bie Wanden weiter burchs wildromantische Steinaubachtal, das , an Schwarzwalbtäler erinnert, über ben Schafften ber Ohlwarte (alter Wachtturms oberhalb des BafaW wertes Steinau vorbei, durch schattigen Wald nach ft Acisbrunnen in ber Nähe bes Bahnhofs Schlüchtern. I gemütliches Beisammensein in bent dort schön gelegei Waldrestaurant beschließt die Wanderung. Son

fahrkarte nach Steinau (2,10 Mk.) lösen! Hinfahrt Rückfahrt 22.00 Uhr. Wer am Mittagessen in <5 (Preis 1,20 M.) teilnehmen will, möge sich in die Rottler. Friedrichstraße uufliegenbe Liste einzeichn Siehe dort auck ben Ans'- ~ritch auf! I H,

* Ein neuer Wecker, der Ries-Wecker. Ein Ul macher in Bode hat einen neuen Wecker erfunden, i nicht mit einer Schelle, sondern mit . . . Niesgas m gestattet ist. Der Apparat wird aufgedreht unb 1 „Wecker" auf die gewünschte Stunde gestellt. Ist di gekommen bann gerät die Zimmerluft mit einem chen». scheu Stoff in Berührung, was zum Schluß ben Schläfer koste es, was es wolle, zum Niesen reizt und dadurch weckt. Ein solcher Wecker wird jedenfalls sichereren Erfolg haben als die bisher Üblichen. »

Zuschriften aus unserem Leserkreis.

Für dte hiet erfolgenben Veröffentlichungen übernimmt die Schriftleitung nur die durch das Preßgesetz borge» schriebene Verantwortung.

Bekämpfung der Maulwurfsgrille.

(Antwort auf die Anfrage in Nr. 15 der Fuld Zig.)

Die Maulwurfsgrille liebt besonders leichten Boden, in dem sie ähnlich wie der Maulwurf Gänge gräbt, die W flach unter ber Erboberfläche verlaufen unb von Mai bis,U Juli verlassen werben. Zur Ablage ber etwa 200 Eier Ä gräbt sich bas Weibchen eine rundliche Erbhöhle, in die innrere Gänge führen. Die aus ben Eiern entstehenden Larven bleiben zunächst beisammen, später zerstreuen sie sich Anfangs ernähren sich bie Larven von Humus- stoffen später von Wurzeln unb Insektenlarven. Wär- mern unb Schnecken. Da aber bie Maulwurfsgrillen lie­ber Anlage ihrer Gänge unb Nester viele Wurzeln ab» beißen unb mit ihren Grabbeinen abfchneiden und die jungen Pflanzen aus ber Erde ziehen, bie bann ab» Ä trocknen, sind bie Maulwurfsgrillen meist mehr schädlich, als nützlich.

Be kämpfung: 1. Der günstigste Zeitpunkt ist ber Monat Juni, wenn bie Maulwurfsgrillen in ihre ca. 10 cm tief in ber Erbe steckenden Nester ihre zahlreichen Eier abgelegt haben. Durch einen Spatenstich kann man die Nester zutage fördern und vernichten. Smb bie jungen Tiere bereits ausgekrochen, wie bas hier der Fall ist. bann empfiehlt es sich, in die Gänge Waffer, dem etwas Petroleum zugefetzt ist, zu gießen. Andere Mittel sind 0,5 Prozent Obstbaumkarbolineum ober auch Kalkmilch. 2. Sehr gut bewährt haben sich auch die sog. U Fanggruben, kleine Gruben 60 cm tief, bie man am besten im Herbst an verschiedenen Stellen bes Grund- • stücks heraushebt, frischen Pferdedünger hinembrmch und wieder zufüllt. Die Maulwurfsgrillen lieben WarMM und Stallmist und beziehen dort gerne >hr WmtergiM- m Her. Spätestens im Februar müssen die Gruben noq» gesehen werden, um die barain befindlichen Itere ju > töten. 3. Schonung bes Maulwurfes, welcher H ber bitterernste Feind ber Maulwurfsgrille ist. 4. Stal» tung bes Gcirtenlanbes 10 Ztr. je 25 ar.

Landwirtschaftsschule Fulda. -■

Zu dem Streitfälle Schätz-Händler, Löherstraße, tei­len wir mit, baß wir berartige unsoziale Hausbesitzer, wie ben Käufer des Hauses, ber mit gefährlichen -Ilsen» zeugen fein Recht zu beweisen sucht, nicht 3U uns rechnen. Wir haben immer berartige Hausbesitzer nicht als organisationsfähig betrachtet unD werben es auch in Zukunft so halten.

Haus- unb Grundbesitzeroerem Fulda.