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Freitag, den 29. August 1930

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt)

-r-l' :

Das Ende des Sonntagsjägers.

Verkehrspfeiler aus Gummi

schworen sein.

Der tägliche Derkchrsumfall.

Heute morgen kurz nach 11 Uhr fuhr ein auswärtiger Personenkraftwagen, vom Viehmarkt* platz kommend, an der Straßenkreuzung beim Kaffee Hesse gegen den Lieferwagen der Firma Ullmann & Co. Der auswärtige Wagen wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden, während das andere Auto nur leicht beschädigt wurden. Personen wurden nicht verletzt.

Beschwerden gemacht und was man gab, gab man den Gästen gern und reichlich. Allerdings den Nachmittags­kaffee oder gar ein Frühstück in niederdeutscher „Däftig- keit" kennt der Ungar nicht.

Den Nachmittag ruhte ich ein wenig, dann schrieb ich Postkarten und fuhr gegen 6 Uhr in die große Fest­halle zur allgemeinen Marienfeier. Unter Führung von P. Muckermann kam ich ohne Entrittskarte in die Halle, die schon saft besetzt war; an 10—12 000 Menschen woll­ten die Feier sehen. Der Kardinal-Legat, Kardinal Se- redi und viele andere Prominenten nahmen teil; der bekannte Jesuit P. Bangha leitete die Versammlung. Es sprachen der ungarische Justizminister Dr. T. Zsitoay, Prälat Seipel, der unermüdlich bald hier, bald da auf­trat und immer Bedeutungsvolles zu sagen hatte, ein­mal z. B. das Wort prägte: „Politik verdirbt nicht den Charakter, sondern der Charakter verdirbt die Politik"; es sprachen weiter der Päpstl. Legat kurz und sehr ein­drucksvoll, Kardinal Seredi erwiderte, ferner der Fran­zose Abbe Bergech, der Spanier Dr. Males, der Pole Fürst Radziwill (sehr lang). Zwischen diese Reden wur­den Chöre eingelegt, das Schilder-Anagramm-Spiel, wo­rin 33 Knappen aus den Buchstaben: Ave Maria gratia plena in elf Variationen immer neue Lobpreisungen der Gottesmutter zusammenstellten, ein Spiel, begleitet von rauschender Ungarmusik in farbenfroher Schau. Dann ein lebendes Bild aus dem Rosenkranz: Mariä Krönung. Den Schluß bildete ein Mysterienspiel: St. Emmerich, musikalisch-orcheographisch dargestellt von mehr als 1000 jungen Menschen und Kindern. Inhalt: Kampf des Hei­dentums und Christentums, Sieg der letzteren unter St. Emmerichs Führung. Hinein verflochten war die „Li­lienweihe" des hl. Prinzen. Es war sicher eine große Leistung, dieses Tanz- und Reigenspiel, und es gab Bil­der, die ganz hinreißend wirkten, besonders das Schluß­bild war überwältigend: Spiel, Gesang, Musik klangen zusammen in eine Huldigung an Maria, die als Schutz­srau Ungarns gefeiert wurde. Es war 11.30 Uhr, als die Sache zu Ende war, wieder nach dem Urteil meines Nebenmannes, eines Ungarn, des Seminarregens von Steinamangar, viel zu lang; er ging um 9.30 Uhr heim; ich blieb bis zum Schlüsse, obwohls in der furchtbaren Schwüle des Riesenraumes nicht leicht war. ..

keine Erhöhung der Vofttarife.

Eine Berliner Tageszeitung bringt heute unter der Ueberschrift: „Vor neuen Erhöhungen der Post­tarife" die Mitteilung, es sei geplant: „die Post­tarife bereits vom 1. Oktober ab zu steigern". Diese Nachricht ist, wie von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, völlig aus der Luft gegriffen. Eine Erhöhung der Posttarife ist nicht irgendwie vorgeschlagen worden und in keiner Weise beab­sichtigt. ________________

Turn- und Sporterfolge eines Fuldaers.

Der Student der Pädagogik, Hans Jakobs von hier, Oberrealschulabiturient des letzten Jahr­gangs, errang in den Volksmeifterschaften der Deut­schen Turnerschaft am 16. und 17. August zu Leip­zig den dritten Preis in der M e i st e r s ch a f t der Deutschen Turnerschaft. Kurz vorher war Jakobs auf dem Kreisturnfest des 7. (Oberweser) deutschen Turnkreises Kreismeister im Zehn­kampf geworden.

Katholische Jugend und Reichstagswahl.

Gestern abend fand im großen Saale der „Har­monie" ein von etwa 150 jungen Katholiken beider Geschlechter besuchter politischer Ausspracheabend statt, zu dem der Windthorstbund Fulda einge­laden hatte. Reichstagskandidat Anton Schmitt schilderte in einem überaus klaren und sachlichen Referat die heutige politische Lage, die so ernst sei wie 1919 vor den Wahlen zur Nationalversamni- lung. Es geht um das Ganze: Ordnung oder Chaos! Eingehend behandelte er die Ursachen der Wirtschaftskrise, die die Welt und vor allem Deutschland heute Heimsucht. Die Parteien, die sich jetzt um die Wähler bemühen, wurden scharf charakterisiert, und deutlich die Gefahren gezeigt, die aus der allgemein gewordenen materiali­st i s ch e n E i n st e l l u n g, die nur Jnteressen- politik kennt, aus der wie eine Epidemie um sich greifenden Geistesverwirrung und der Kri­tiklosigkeit und Denkfaulheit weiter Kreise einer vernünftigen Lösung der Krise drohen. Dieser Zeit­erscheinung gegenüber hat das Zentrum unter der Führung Brünings den Mit, das zu tun, was notwendig ist. Wir müssen Opfer bringen, u m D e u t s ch l a n d z u retten. An das mit stürmischem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine längere Aussprache an, in der immer wie­der die Forderung nach einem entschiedenen Durch­greifen bei auftauchenden Schäden gefordert wurde.

gegangen und habe Richtlinien für seine Mitglieder herausgegeben, die denselben Zweck verfolgten und sicherlich geeignet seien, Auswüchse in den politischen Auseinandersetzungen der Parteien in der Presse entgegenzuwirken. Wenn auch ein schar­fer Wahlkampf unvermeidlich sein würde und durchaus nicht unterbunden werden solle, so müsse dieser Kampf dennoch auf rein geistiges Ge­biet beschränkt bleiben und dürfe nicht zu uner­wünschten gewaltsamen Ausschreitun­gen ausarten. Alles Persönliche und Gehässige möge man ausschalten, um dadurch eine uner­wünschte Verhetzung in den Massenversammlun­gen zu vermeiden und auch der Polizei ihren Dienst zu erleichtern. In diesem Sinne auf ihre Mitglieder in weitesten Kreisen einzuwirken, werde eine dankbare Aufgabe der Parteien sein.

Die anwesenden Parteivertreter stimmten ein­mütig den Ausführungen des Oberpräsidrnten zu und versicherten ihm, daß sie ihrerseits be­müht sein würden, den Wahlkampf rein sachlich zu führen. _______________

Die Arbeitsgemeinschaft des Allgemeinen Deut­schen Jagdklubvereins und des Preußischen Lan- desjagdverbandes hat dem Preußischen Landwirt­schaftsminister eine Reihe von Forderungen betr. das Jagdgesetz, eingereicht, von dem zu wünschen ist, daß sie Allgemeingut der Jagdgesetzgebung werden. Verlangt wird von jedem Jäger, daß er sich einer Prüfung vor einer Kommission unter­zieht, die durch den zuständigen Landrat, einen staatlichen Forstbeamten und einen Beauftragten einer der großen jagdlichen Organisationen, besteht. Hier muß er die Kenntnis der Waffen und der . Verhaltungsmaßregeln auf der Jagd ausweisen, auch kann ein Beweis der Schießsertigkeit verlangt werden. Gefordert wird von jedem Jäger ferner der Abschluß einer Jagdhaftpflichtversicherung, die einen Schaden an Personen mindestens bis zu 150 000 Mark und an Sachen bis zu 15 000 Mark deckt. Durch Aufnahme dieser Bestimmungen dürfte das Ende des Sonntagsjägers heraufbe-

infoyen-Nachrichten.

Der Leiter der Ueberwachungsstelle Fulda-Hanau !s Deutschen Kraftfahrzeug-Ueberwachungsver- ns Ingenieur Hans Schwarz, ist dieser Tage >r die Gerichte des Landgerichtsbezirks Hanau $ Sachverständiger für das Kraftfahrzeugwesen «idigt worden.

ämmschein beantragen!

Wer sÄ> am 14. September außerhalb s n e s bisherigen Wohnortes aufhält, kann fein ömmrecht nur ausüben, wenn er einen timmschein besitzt. Den Stimmschein stellt k Gemeindebehörde des Wohnortes aus, wenn r Antragsteller in das Wählerverzeichnis einge- ist, und wenn er den Grund zur Ausstel- n9 des Stimmscheins glaubhaft machen kann. mmmscheininhaber können ihre Stimme

Die katholische Jugend steht geschlos­sen hinter Brüning, und werde ihn am 14. September unterstützen, damit er s e i n R e f o r m- werk zu Ende führen könne. Mit einem gemeinsamen Lied fand der Abend gegen 11 Uhr seinen Abschluß. In Zukunft sollen öfters solche Aussprache-Abende veranstaltet werden. Gestern ist bereits der Grund zu der Gründung einer weib­lichen Windthorstbund-Gruppe gelegt worden. ,j

Die praktische neue Einrichtung aus verkehrsreiche« Münchener Straßen.

Der Pfeiler aus Gummi anstelle der üblichen» festen Verkehrspfsiler bietet eine bedeutend größere Sicherheit für die Fahrzeuge. Er mildert einen etwaigen Anprall u. schützt das Leben der Fahrer.

Wirtschaft, Geld, Zins, Eigentumsbegriff: Philosophie perennis heißt es, herausgibt. Dr. Orell ist der Vatek der kath. österreichischen Jugendbewegung; sein Wert wird Zustimmung und Absage erfahren: der Verfasser ist ganz vom Werke beherrscht. Ich habe gern mit ihm mich bekannt gemacht.

In der Versammlung, die Dr. Zoltan Hindy, Vize­präsident der angesehenen PLzmäny-Vereinigung leitete, sprach zuerst ein englischer Jesuit Walker, bann P Muckermann. Er führte aus, daß die junge kath. deutsche Dichterschar nicht nur das Leben, sondern auch den Tod, den Durchgang zum großen Leben, bejahe. Er sprach kurz und wohl am wirkungsvollsten, neben dem Prä­laten Pucci-Rom. Dr. Schreyvogel-Wien gab eine gute llebersicht über Oesterreichs neuere kath. Literatur. Der belgische Jesuit Lefevre sprach furchtbar schnell, drei­viertelstundenlang — über was, weiß ich mit vielen anderen nicht. Alles war „entsetzt" über Tempo und Tempus (Zeit) der Rede. Der liebe Freund aus Holland, vom „Maasbode", Leo Hazelzet, machte es umso kürzer, was ihm großen Beifall eintrug. Die Versammlung war zu offiziell; ich hatte sie mir ein bißchen anders gedacht. Es war meine letzte „Emmerichfeier". lieber meine Fahrt zum Platten-See und den letzten Buda­pester Tag das nächste Mal. Die Fahrt zum Platten- See war eigentlich meine erste Ferienfahrt.

Arn Morgen des 23. fuhren wir zu viert an Ungarns und Mitteleuropas größten See: den Plattensee, Ungar.: Batalonsee. Der Schnellzug brachte uns in ungefähr 2% Stunden vom Südbahnhof Budapest über Stein- amanger (Ssresföroehar), dem Bischofssitze des auch in Deutschland bekannten Bischofs Prohaszka nach Siofok. Bischof Prohaszka starb während einer Predigt in der Universitätskirche zu Budapest. Er war nicht nur Bischof, sondern ein Prediger, der bas Ohr des ganzen Landes hatte, nach dem Zusammenbruch 1918 war er bahnbre­chend als Führer zu einem sozialen Ausgleich auf Kosten der reichen Kirchen Ungarns. Er hat da ganz kühne Am rcgungen gegeben. Die unter ihm begonnene neue Ka­thedrale bekommt eben feine Kuppel.

(Fortsetzung folgt.)

katholische

Zugendgemeinschask Ma

Kurhessen sür Sachlichkeit!

Der Oberpräsident spricht zu ben Bertretern der Parteien.

Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau hatte die Vertreter sämtlicher politischer Par­teien zu sich gebeten, um mit ihnen darüber zu sprechen, wie nach Möglichkeit Ausschreitun­gen im kommenden Wahlkampf vermieden werden könnten. Der Oberpräsibent brachte zum Ausdruck, daß es im Interesse eines sachlich zu führenden Wahlkampfes wünschenswert sei, wenn jede Partei für ihren Teil dazu beitrüge, daß der politische Wahlkampf in den kommenden Wo­chen in möglichst annehmbaren Formen ausge­tragen werde. Der Verein Deutscher Zeitungs­verleger sei bereits mit gutem Beispiel voran-

Die neuen Wahlkreise in Hessen-Nassau.

Nach der Wahlrechksresorm, die Dr. Wirth in Vorschlag brachte.

In den künftigen Wahlkreisverbänden Hessen-Nassau werden sich die einzelnen Wahlkreise wie folgt abgrenzen:

Wahlkreis Fulda: Stadtkreis Fulda, Landkreis Fulda, Stadtkreis Hanau, Landkreis Hanau, Kreis Gelnhausen. Kreis Schlüchtern, Kreis Gersfeld, Kreis Hünfeld, Kreis Hersfeld, Kreis Rotenburg.

Wahlkreis Kassel: Stadtkreis Kassel. Landkreis Kassel, Kreis Hofgeismar. Kreis Wolfhagen. Kreis wihenhausen. Kreis der Eder. Kreis des Eisenwerks. Kreis der Twiste.

Wahlkreis Warburg: Kreis Warburg. Kreis Kirchhain. Kreis Frankenberg. Kreis Ziegen­hain. Kreis Fritzlar. Kreis Homberg. Kreis Weisungen, Kreis Eschwege, Kreis Biedenkopf, Dillkreis.

Wahlkreis Limburg: Kreis Limburg, Kreis Ufingen, Oberlahnkreis, Kreis Westerburg. Ober- westerwaldkreis. llnterwesterwaldkreis. Unterlahnkreis. Kreis St. Goarshausen. Kreis Wetzlar.

Wahlkreis Frankfurt a. M.: Stadtkreis Frankfurt a. w.

Wahlkreis Wiesbaden: Stadtkreis Wiesbaden. Rheingaukreis, Unkertaunuskreis, Oberlau­nuskreis. Wain-Taunuskreis.

am Wahstage in einem beliebigen Stimmbezirk des Deutschen Reiches abgeben. Wer einen Stimmschein benötigt, soll ihn möglichst jetzt in dieser Woche, in der die Wählerverzeichnisse zur Einsicht a u s l i e g e n, beantragen. Ueberzeuge sich jeder, ob er sich das Wahlrecht für den 14. September ge­sichert hat. Es kommt auf jedeStimme an. Konservative Dolkspartri.

Vom Vorstand der Ortsgruppe Fulda wird uns geschrieben, daß die nachstehend verzeichneten Mitglieder des Kreistages, des Stadtrates und der Stadtverordneten-Versammlung zur Kon­servativen Volkspartei übergetreten sind: 1. Kreistagsmitglied Major H a r n i e r - Künzell, 2. Stadtrat Handelskammer-Syndikus Dr. Wey- mar, 3. Stadtverordneter Zugführer Henne- m u t h, 4. Stadtverordneter Oberzoll-Jnspektor Richter. Das Verhältnis ur Hess. Arbeilsi- gemeinschaft bleibt hierdurch -uberührt.

Eine zweite Bauernpartei in Hessen-Nassau.

Außer dem Landvolk, das die früheren d e utsch- nationalen Bauern in sich ausgenommen hat, dringt jetzt von Süddeutschland her auch der Bauernbund in Hessen-Nassau ein, dessen An­hängerschaft aus liberalen,.antikirchlichen Krei­sen zu kommen Pflegt. Die bisher nur in Bayern zur Geltung gekommene Deutsche Bauernpartei beabsichtigt, jetzt auch in Hessen-Nassau in den Wahlkampf einzutreten und hat bereits eine eigene Liste aufgestellt. An der Spitze dieser Liste steht der Bürgermeister von Oberellenbach int Kreise Rotenburg, Cornelius Trieschmann, der als de­mokratischer Abgeordneter der Nationalver­sammlung angehörte, ferner Landwirt und Kreis- tagsabgeordneter Nau aus dem Kreise Marburg sowie der bisherige Reichstagsabgeordnete der Deutschen Bauernpartei A. Hillebrand. Gelegent­lich einer Vertretertagung in Kassel wurden die Richtlinien dieser Deutschen Bauernpartei für Hes­sen-Nassau festgesetzt. In diesen wird u. a. als einzige Steuer für die Landwirtschaft eine ein­heitliche Fläch en st euer verlangt, ferner die Offenlegung der Steuerlisten, die Heraufsetzung des Wahlalters auf 25 Jahre und eine Reichs­invalidenkarte für alle Deutschen unter gleichzeitiger Abschaffung der Deam- tenpensionsrechte. — Aus letzterem Pro­grammpunkt ergibt sich wohl, daß der Bauern­bund gewisse beamtenfeindliche Stimmungen, die zurzeit auf dem Lande zu beobachten sind, für Wahlgeschäfte ausnutzen will. Die katholi­schen Bauern werden ebensowenig des Bauern­bundes als des „Landvolks" willen dem Zen­trum, ihrer bewährten politischen Vertretung, die Treue brechen.

Biü" At.li li. i ii August 1930

»er Hygiene-Ausstellung.

E -„-NI sehr stattlichen Kreise von Bertretern der Berufs-Organisationen, der son-

i Behoroe . , be5 Volkes arbeitenden Ver-

l? .'.Nb Einrichtungen, ging heute vormittag 11 ^ Eröffnung der Sonderschau: D e r M e n sch '^-snnden und kranken Tagen im Lr vor sch. Namens der Verwaltung des E" ^,,,aiene-Museums in Dresden, des g-ttrats der Stadt Fulda, des Landkreises Ä «nd ty’f Krankenkassen der Stadt und des l®° “ Landes begrüßte Beigeordneter Dr.

tzj- Erschienenen und erklärte nach einem auf die Bedeutung der körperlichen Hy- " bie durch geistige Gesunderhaltung unseres Ew «aän$t werden müsse, die Ausstellung für «et Dr med. Raabe gab einen Ueberblick , den Charakter und die Wirkungsmöglichkeit t Ausstellung, die anschließend eingehend besich- t wurde. #

«tie Ausstellung, die in 3 Abteilungen zerfällt, übersichtlicher Darstellung an Hand zahl- Ser Modelle, Präparate und Tabellen Aufbau /s S r b e i 15 ro e i f e des menschlichen rDcte und seiner einzelnen Organe, macht mit »Krankheiten und ihren Erregern bekannt, 'diesen Körper bedrohen und zeigt schließlich in baulicher leicht eingeprägbarer Weise, wie man rch eine geeignete Körperpflege, durch aienische Lebensweise und durch Bewegung in » und Lickt sich das höchste irdische Gut, die Ge- 8heit erhalten kann. Es fehlt hier der Raum, eine detaillierte Beschreibung der umfangrei- !n Ausstellung zu geben. Da erblickt, um nur niaes 'hervorzuheben, der Besucher beim Eintritt den großen Stadtsaal zu seiner Rechten auf einer gß-n schwarzen Tafel fein säuberlich und über« aufgereiht sämtliche Knochen des Mensch­en Körpers, vom kleinsten bis zum größten. An- « Modelle zeigen die Muskeln des Menschen und .. Arbeitsweise. In der Abteilung „Kreislauf j> Atmung", nimmt ein Modell des Blutumlaufs feres Körpers die Aufmerksamkeit des Besuchers fangen. Andere Modelle und Tabellen zeigen b Wigkeit der Stoffwechsel- und Verdauungs- aane. Wieder andere Abteilungen find dem Ner- nsystem und den Sinnesorganen gewidmet. Le­aders eindrucksvoll sind die Präparate des urchsichtigen Menschen". Durch ein sonderes Verfahren sind die Gewebe durchschei- nd gemacht, so daß wir die Organe des Körpers, re räumliche Lage, den Verlauf der mit farbiger :af[e gefüllten Ädern in Knochen, Muskeln und tut genau verfolgen können.

In der Abteilung 2 werden wir mit dem k r a n- >n Menschen und den wichtigsten Volkskrank- iten bekannt gemacht. Wir lernen die gefähr- hen Erreger ansteckender Krankheiten kennen, die : großer Zahl und in den verschiedensten Arten MLeben von Kindsbeinen an bedrohen und er« ilten Aufklärung darüber, wie wir uns gegen diese rrderblichen Feinde schützen können. Eine beson- eie Rolle spielt hier die Tuberkulose.

Ne dritte Abteilung ist der Gesundheits- fliäre gewidmet. Durch Gegenüberstellungen s Mchtigen und Falschen wird hier ein mir?« mer Anschauungsunterricht über Körperpflege, möhrnng, Wohnungshygiene usw. gegeben. Wei­te Bilder stellen die unheilvolle Wirkung des Al- Hols auf das Nervensystem dar. Ferner wird in efer Abteilung eine anschauliche Belehrung über äuglingsvflege gegeben.

Durch die Äusstellung, die bis zum 9. Septbr. uert, finden werktags von %7—8 Uhr und Sonn- gs von 3—' ■ 5 Uhr Führungen durch Aerzte statt, mte abend führt Medizinalrat Dr. Nobel.

Meine Ferienfahrt.

VII.

Einer meiner freundlichen „Wegweiser" meinte, als l®*f Anfrage Fulda als meine Heimat angab: „Fulda °®r Schweiz!" Er machte die Feststellung fo geo« aphiesicher, daß ich nur ungern sagte: „Nein, es liegt 805 nördlicher als die Schweiz." Die Ansicht war ^terhin noch verständlicher als die eines ca. 12jähri- ® jungen, der dicht vor Wien sagte: „Papi, ist Buda- n die Hauptstadt von Oberösterreich?" Hier und da ; öffentlichen Plätzen halten Ungarinnen ihre herr-

Handarbeiten: Umhängetücher usw. feil. Sie sind «ner Farbenpracht verfertigt, die fast dem deutschen Se 3u groß ist, der Ungarin aber gefällt und auch geht sehr lebhaft zu beim Handeln. In „Wort . Tat" weiß die Verkäuferin die Herrlichkeit ihrer eit anzupreisen — meist mit Erfolg. Diese Bilder , -*^es ar|bere erinnerten mich lebhaft an Szenen, M? in Neapel gesehen.

saft Inständigem Gange kam ich heim, gerade i ,5Um Mittagessen. Und da ich nun einmal an „SU- Unb Gebräuchen" Ungarns bin, darf ich ein We- über Ungarns Küche anfügen. Die ungarische scharf und schwer; ihre Seele ist Paprika; es lUSen und bitteren," aber der eine brennt so gut wie anbere. und auch der „süße" Brand muß gelöscht W"- Zum Glück für mich gabs reichlich sehr gutes etH* et Mineralwasser: „Tauwasser" nannte es sich es ist sehr wohlschmeckend und erfrischend, gehört m. E. zum Paprika wie der Zucker zum E*e- Ich habe den Ungarroein nur in ganz seltenen । n o!lne dieses köstliche Wasser getrunken. Dann gibts , r Magyarischen Küche viel Fleisch und Mehlspeisen, ist al, "affeln. Den Käse habe ich nur in einer Er Sejefren und gegessen: In einem Gemisch von U",tQfe, Butter, Zwiebel (ganz sein geschnitten), ufro- Cr schmeckt gut und scharf — fast fcharf. Als Nachtisch gabs im Kloster gekochte KT. und Früchte (Pfirsiche); ich war immer froh, ,e. Maiskolben bescheiden zurücktraten und Psir- | schickten. Mir hat die ungarische Küche keine

Hiermit werden die hochwürdigen Herren Präsides und Jungführer zu einer plötzlich notwendig gewordenen

kurzen Besprechung auf Freitag, den 29. August, abend« 81/« eingeladen.

Versammlungslokal wird morgen bekannt gegeben

Arn letzten Tage (22.), den ich den St. Emmerich- feiern widmete, wollte ich noch auch der Tagung kath. Juristen, Parlamentarier und Schriftsteller beiwohnen; sie sollte um 9 Uhr beginnen, fing aber erst um 10 Uhr an. In einem benachbarten Restaurant wollten mir den Anfang abwarten. Hier trafen wir Pros. Maenner aus Weinheim bei Heidelberg, der jahrelang schon fürs Deutschtum Ungarns fördernd tätig ist. Er lud uns ein zu einem Besuche der Zentrale des ungarlöndischen deutschen Volksbildungsverein; um 11 Uhr werde er da (ein. Ich ging gegen 10 Uhr zur Tagung, hörte den Be­nediktinerpater Hohenlohe-Schillingsfürst in Auffassung und Sprache fein sprechen über die Schaffung eines völkeroersöhnenden Rechtsgefühls, Studium des Codex juris canonici fei dafür ein erstes Mittel, fuhr dann gegen 11 Uhr zu genannter Zentrale, wo mich Prof. Maenner schon erwartete. Er, wie auch die Leiter der Zentrale klärten mich auf über das Ziel dieses Volks­vereins, über die Stärke der Katholiken, vier Fünftel aller Ungardeutschen sind Katholiken, über die Arbeit in der Volksbildung durch Büchereien usw. Interessant wird es für die Fuldaer fein zu erfahren, daß ein gutes Teil der eingewanderten Deutschen aus der Fuldaer Ge­gend stammt, daß eine Wurstart noch heute „Stis - voller" heißt (Stistssulder?); leider konnte ich diesen deutschen „Landsmann" nicht auf fein Wesen und seinen Wert untersuchen. Es war für mich sehr interessant zu sehen, wie deutsche Art in Ungarn nicht untergeht. Ich sprach dann noch den „Präses" einer deutschen Ge­meinde mit feiner jungen Frau. Echte Landsleute, echt Katholische, sie begrüßten den Franziskaner mit „Ge­lobt sei Jesus Christus", verabschiedeten sich auch so; es war einem, als ob man im Fuldaer Land bei guten Freunden eingekehrt fei. Exzellenz Bleyer, der Vor­sitzende des Vereins, lud mich für Sonntag vormittag zu einem Besuch ein, den ich dann aber nicht machen konnte.

Am Abend ging ich mit P. Theodosius zur Pester Redoute, einem glänzenden Versammlungssaal, wohin das Komitee zu einem literarischen Abend eingeladen. Ich machte da die Bekanntschaft mit verschiedenen lite­rarischen Persönlichkeiten, neben mir saß Dr. Orell-Wien, der eben im Grunwald-Verlag ein großes Werk über