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Ml erstenmal in der Geschichte des preußischen Schulwesens nehmen die Realgymnasien auch hin- chtlich der Zahl der Abiturienten die erste Stelle in: 36,6 Prozent aller Reifeprüflinge kommen von

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| diesem Moment näherte sich Nima-Tashi den bei»

I k Un& rief Janet enen Gruß zu, den sie verstand, Khh • er *n tibetanischer Sprache war. Sie lachte

■5? winkte ihm, und dann wandte sie sich mit bittender 5^. lcne an Shervington:

»Versprich mir, daß du Husky nichts sagst!" »^ch möchte ihm den Hals umdrehen!"

| »Versprich mirs! Es ist meine erste Bitte." L "®ut denn: wenn es sein muß, verspreche ich es."

V "^nö Rima sagst du auch nichts."

1 jj. "®5 besteht keine Notwendigkeit," erwiderte er, „denn hat es schon geahnt. Aber wenn er die Bestäti» ^^8 hätte, die ich jetzt habe, würde er Husky den Fel- “ort hinunterschleudern, damit dieser Schuft den U > den er verdient, in der Schlucht unten findet!" . ji.z?anct Eraydon ahnte nicht, welche Gedanken Nicks g2j»,9teit verursachten, sie schrieb sie nur seinem Un- Eu/n 3u, daß ihr Vetter wieder einmal in einem tri« Augenblick versagt hatte. Als sie ihm das Ser» . Hen abgerungen hatte, sprach sie von etwas an» lL’J* 1 * * * V »Was habt ihr beide eigentlich so interessiert rym angesehen?." fragte sie.

,erften Moment fühlte sich Nick versucht, ihr die drheit zu sagen, aber dann überlegte er es sich, daß ’nen Zweck hätte, sie unnütz zu ängstigen. Er zwang "her zu einem Lachen und sagte, während er auf ten ^Warzen Punkte zeigte, die noch zu sehen - aber bald ganz verschwinden würden:

" ’ehst du jene beiden Punkte dort?"

5 junge Mädchen sah in die Richtung, auf die er ’ unb bann fragte sie:

'Mas jst e3 ejgeMich?«

®ama uuf einer Pilgerfahrt mit seinem Maul- ■ r Hut dasselbe Ziel wie wir. Er verbrachte die hier, muß aber sehr zeitig heute morgen auf» sein."

er nach Dze-chu?"

Ae Rache des Hong Chung Lu

Von Ottwell Binns.

^ulda. oen 27. August i»30

Die Hygiene-Ausstellung

• h moraen vormittag im Stadtsaal eröffnet Seit Monaten sind die Vorbereitungen ^^Äufstellung dieser interessanten Sonderschou h*r Dresbener Hygiene-Museums im Gang. M jsiLni befindet sich auf einer Rundreise, so daß Dre Hch xt ber Ausstellung im Stadtsaal in den für Fulda in Betracht kommenden Rücksicht nehmen mußte. Bei der Fest- des Termins konnte mit der inzwischen Waten Auflösung des Reichstags und mit Wahl- rfammlungen nicht gerechnet werden. Die in A'" nationalsozialistischen Versammlung ge- - Lerte Ansicht, die Ausstellung wolle im Interesse Zentrums gegnerische Versammlungen un- «änück machen, ist also reines Phantasie, ff r x eugnis. Der Magistrat hat sogar, um je- b-m Wunsch nach politischer Aufklärung entgegen» Wommen, beschlossen, die Reithalle des «tadtschlosses für Versammlungen zurVer- küauna zu stellen. Die Benutzungsgebühr beträgt für «inen Abend 20 Mark. Licht und sonstige Ko­sten sind in diesen Betrag nickst einbegriffen.

Durch diese Maßnahmen kann die Ausstellung -der Mensch" im Stadtsaal programmgemäß durchgeführt werden. Man erwartet einen regen »efucb aller an Gesundheitsfragen interessierten «reife in der Stadt Fulda und in den Landkreisen ,.e3 Fuldaer Landes. Die Ausstellung dauert von 28 August bis 9. September. In weitem Umfang «nb ermäßigte Eintrittspreise festgesetzt, um al- l e n Kreisen die Möglichkeit des Besuchs zu geben.

Die Zahlung der ZNilitürvcrsorgungsgebührnisse

' für den Monat September findet bei dem hie- ligen Postamt am 29. August, die der Jnvaliden- und Unfallrenten am 1. und 2. September statt. Die Zahlstellen sind von 8 bis 12 und von 15—18 Ufjr geöffnet. Um restlose Abhebung der Renten an den genannten Tagen wird gebeten.

Abiillrienten des Schuljahrs 1929/30.

Aus Philologen-Kreisen wird uns geschrieben: Laut Philologenblatt haben im verflossenen! ULchuljahr 22 211 Abiturienten (wovon 17 679 «Männlich) die höheren Lehranstalten Preußens A verlassen. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der geprüften Knaben um 2 Prozent, die der Mäd» dien dagegen um 22 Prozent zugenommen.

K$n. Es zählt jetzt 1028 Abiturienten mehr als Wdas Gymnasium. Fast hat auch die Oberrealschule Was Gymnasium erreicht. Die Spannung beträgt nur noch 2,6 Prozent. Die Oberrealschule hat im HBHtoffenen Jahr mit fast 11 Prozent den größten DZuwachs erfahren. Seit 1896, im Verlauf einer SSrocration, ist eine radikale Umschichtung erfolgt.

Das Gymnasium hat feine Vormachtstellung ver- Mfefc fein Anteil an der Zahl der Abiturienten UM zich um die Hälfte verringert; der der DRealgymnasiurn hat sich verdoppelt, der der Ober­realschulen verneunfacht. Ostern 1930 waren zum erstenmal die Lateinschüler mit 45 Prozent aller Abiturienten in der Minderheit. Das Verhältnis | ®irb sich auch weiterhin erheblich zugunsten der I 'Neusprachler verschieben. Bemerkenswert ist, daß

M Eymnasialabiturienten besonders zahlreich sind in der Rheinprovinz und in Oberschlesien, die Merrealschulabiturienten in Berlin und Hessen-

Nassau. Wir haben einen Wendepunkt in der Ge- fch’chte des höheren Schulwesens erreicht. Die füh- | kenden Schichten des Volkes werden von 1930 an überwiegend den realen Anstalten entstammen. H. Der letzte preußische ReUierungsreferenIdar.

Die Ausbildung der höheren Verwaltunqsl- beamteu in Preußen soll bekanntlich auf. eine "Mr Grundlage gestellt werden. Deshalb ist seit einer Reihe von Jahren die Einberufung von Regierungsreferendaren eingestellt worden. Die letzteu Regierungsreferendare Preußens haben nun» "chr am Samstag ihre Assessorexamen abgelegt, I/llnd damit gibt es seit dem 23. August 1930

1 n e Regierungsreferendare mehr.

Einrichtung der Regierungsreferendare ist da- £ nach 160jährigem Bestehen (seit 1770) ein» Eangen; zugleich ist auch die Staatliche Prü- gskommission für höhere Verwaltungsbeamte geschwunden. — Regierungsreferendare konnten

Fuldaer Zettung (Amtliches Kreisblakt). Donnerstag, den 28» August 1930.

bis 1918 nur Angehörige ganz bestimmter Kreise werden. Diese Laufbahn gehörte zu den exklusiv­sten der vielen exllusiven Laufbahnen, die es im alten Preußen gab, das uns die Nativnalsozia? listen im Auftrag Hilgenbergs zurückholen möchten. Wir sagen: Danke!

Arbeitsbeschaffung.

Im Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichs­bahn spielen Arbeiten für die Vermehrung des Gleisumbaues eine beträchtliche Rolle. Wie wir hören, hat die Deutsche Reichsbahngesell- schaft nunmehr diese Arbeiten in allen Direk­tionsbezirken in Angriff genommen und darüber dem Reichsverkehrsministerium be­reits einen Bericht zugehen lassen. Im gleichen Ministerium ist Sorge dafür getragen worden, daß alle Geräte für die Reichswasserstraßen, deren Beschaffung aufgrund des Haushaltsplanes 1930 möglich ist, durchweg von deutschen Arbeitern und in deutschen Werken hergestellt werden. Es han­delt sich u .a. um zehn Dampfer, dreizehn Motor­fahrzeuge, neun Bagger und 37 Prähme.

Für den Neubau der Fuldaer Landesbibliothek, der noch in den nächsten Wochen am Viehmarkt­platz begonnen werden soll, erfolgt soeben die Ausschreibung der Erd-, Maurer» und Dachdeckerarbeiten. Die Bauleitung hat die Landeshochbau st eile Hersfeld.

Das Große Los gezogen.

Wie der Berliner Lokalanzeiger meldet, fiel das Große Los der Preußisch - Süddeutschen Klassenlotterie auf die Nummer 374216.

Dom Finanzamt.

Auf die Bekanntmachung des Finanzamts belr. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe von S t e u e r e r k l ä r u n g en für die Herbstoeranla- gung 1930 werden die für die Herbstveranlagung 1930 in Betracht kommenden Steuerpflichtigen be­sonders hingewiesen.

Christlich-sozialer Volksdienst.

Die Wahlversammlung des christlich - sozialen Volksdienstes, die gestern abend im Evangelischen Gemeindehaus stattfand und in der Pfarrer Schuhmacher-Frankfurt sprach, war noch et­was stärker besucht als die Versammlung der Konservativen Volkspartei am Vorabend. Eröffnet und geleitet wurde die Kundgebung durch Pfarrer Hattendorfs von der hiesigen evangelischen Ge­meinde. Der Redner, der Pfarrer der inneren Mission in Frankfurt a. M. ist, legte zunächst die Wurzeln dar, aus denen der christlich-soziale Volksdienst (evangelische Bewegung) entstanden ist. Sie ist aus der „evangelischen Volksgemein­schaft", dem von wütttembergischen Pietistenkreisen ins Leben gerufenen „christlichen Volksdienst" und der von Stöcker'schen Kreisen gegründeten „christlich- sozialen Reichsvereinigung" zusammengewachsen. Die Anhänger des „christlich-sozialen Volksdienstes" wollen vom evangelischen Glaubensboden aus eine Reformation des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in christlichem Geiste durchführen. Sie wollen Front machen gegen den Kulturbolschewismus, der sich heute auf allen Lebensgebieten breit macht. Bemerkenswert war, daß der Redner in diesem Zusammenhang beson­ders die im Verlag des Führers der sich „christlich" nennenden Hugenberg- partet erscheinende „Nachtausgabe" wegen ihres Sitte und Moral untergrabenden Geistes brandmarkte. Der Redner betonte,, daß seine Partei in kulturellen Fragen viele Berührungspunkte mit dem Zentrum habe. Wir stimmen dem durchaus zu und be­grüßen jeden, der die christliche Front gegenüber der widerchristlichen verstärken hilft.

Was uns aber eigenartig berührte, war, daß der christlich-soziale Volksdienst auch gegen den Einfluß des katholischen Elements im öffentlichen Leben Front machen will. Und das muß man doch annehmen, wenn man aus dem Munde des Redners Worte hört, wie „Bollwerk gegen die lieber griffe des politischen Katholizismus" ober „Schutzwehr gegen die Ueber- griffe des politischen Rom". Er beklagte sich darüber, daß das Zenttum katholische Menschen in leitende Stellungen gebracht habe. Ja, will man uns denn Übelnehmen, daß der katholische Volksteil seit jahrzehnte­langer systematischer Unterdrückung nun endlich auch mal sein Recht fordert. Jst es denn ein „Uebergriff", wenn im katho­lischen Rheinland und Westfalen endlich auch mal ein Katholik Oberpräsident, Regierungspräsident oder Landrat werden kann? Statt dem katholischen Dolksteil Anmaßung vorzuwerfen, könnte man ihn

„Ja, so erzählte mir wenigstens ein junger Lama gestern abend."

Janet blickte noch einmal hin, um den Reisenden anzusehen. In diesem Moment erreichten der Mann und sein Maulesel die Spitze des Berges, und ihre Ge­stalten hoben sich einen Augenblick wie Silhouetten ge­gen den Himmel ab, dann begannen sie den Berg hin- unterzusteigen, und bald darauf verschwanden sie. Als sie nicht mehr sichtbar waren, fragte das Mädchen plötz­lich: „Wann brechen wir auf?"

„Heute morgen, hoffe ich, das heißt, wenn du dich frisch genug fühlst."

„Aber ja, vollkommen. Je ftüher wir aufbrechen, desto besser!"

„Dann werde ich mit Nima sprechen, und nachdem wir gefrühstückt haben, treffen wir uns wieder hier."

„Gut! Und — und — Nick — du wirst an dein Versprechen denken, nicht wahr?"

„Ja, weil du es wünschest, aber nur darum." „Dann bin ich beruhigt! Auf Wiedersehen, Nick!" „Auf Wiedersehen, Janet!"

Sie wandte sich zum Gehen und schritt auf die war­tenden Nonnen zu. Shervington schloß sich Nima an, und sie gingen zusammen nach der Lamaserie zurück. Ehe sie sie erreichten, brach Nima in so vergnügtes La­chen aus, daß Nick fragte: „Was amüsiert dich? Nima?"

„Ha! ha! Nur weil ich Augen im Kopf habe und ich mir eben dachte, wieviel du wohl dem weißen ßama in Dze-chu geben wirst als Kaufpreis für feine Tochter."

„Nima! Du alter Heide!" lachte Shervington. „Um eine Handvoll Tsamba würde ich dich im Schnee wälzen."

Nima lachte wieder, aber als sie den Eingang der Lamaserie erreichten, wurde er plötzlich ernst.

„Der Arraktrinker wird nichts davon erfahren, nicht wahr?"

„Ich werde es ihm schon nicht erzählen!"

Der Tibetaner lachte. „Aber er wird es bald her­aushaben. Die Augen des Eifersüchtigen sind sehr scharf, mein Freund!"

„Dann laß es ihn wißen meinetwegen!" antwortete Sheroington und ging hinein zu dem Frühstück, das die Lamas ihren Gästen bereitet haben.

Eine Stunde darauf waren die beladenen Paks wie­der auf dem Hof versammelt, und nachdem das gaftfreunb»

eher allzu großer Bescheidenheit zeihen. Es ließen sich hier z. B. interessante Zahlen bezüglich der konfessionellen Zusammensetzung des Lehrkörpers der überwiegend von katholischen Studenten be­suchten Universität Köln angeben. Aber wir brau­chen gar nicht so weit in die Ferne zu schweifen. Sehen wir uns nur die Verwaltung des zu fast 100 Prozent katholischen Landkreises Fulda an, wo die Mehrzahl der leitenden Beamtenposten mit Herren protestantischer Konfession besetzt sind. Auch unter dem Nachwuchs ist das protestantische Element stark vertreten. Glauben Sie, Herr Pfar­rer Schuhmacher, daß ein umgekehrtes Ver­hältnis in einem katholikenreinen pommerschen Landkreis auch nur denk­bar wäre? Und da wollen Sie den Katholiken Anmaßung und Hebelgriffe vorwerfen! Wir wei­sen einen solch kränkenden Vorwurf auf das Ent­schiedenste zurück.

In der Aussprache ergriff zunächst Kreispfarrer Weber das Wort. Er sagte, daß man seiner Zeit in Fulda die Frage aufgeworfen habe, ob es zweckmäßig sei, eine evangelische Liste für die Wahl zur Stadtverordnetenver­sammlung aufzustellen. Man habe aber davon Abstand genommen, da dadurch erst recht die Gegenpartei (das Zenttum) zusammcngeschlossen würde. Der Ausgang der Wahl habe gezeigt, daß man dumm gehandelt habe. Wenn man wieder vor einer Wahl für das Stadtparlament stehe, werde man eine evangelische Liste aufstellen und unter dieser Fahne alle evangelischen Wähler von rechts und llnks zu sammeln suchen. Gegen eine evange­lische Partei im Reichstag äußerte der Redner Bedenken, da sich viele Fragen der Politik nicht aus dem Glauben heraus entscheiden ließen. So werde dann leicht die evangelische Kirche in die politischen Tageskämpfe hineingezogen und zum Sündenbock gemacht.

Als zweiter Redner sprach Balthasar Mihm, der Spitzenkandidat der christlich-sozialen Volks­partei in Hessen-Nassau. Pfarrer Schuhmacher hatte auf die Frage, welcher Unterschied zwischen dem christlich-sozialen Volksdienst und der christlich-sozialen V o l k s p a r t e i be­stehe, erklärt, daß die christliche Volkspartei den Stempel der katholischen Bewegung trage, daneben aber auch starke revolutionäre und kommunistische Neigungen habe. Gegen die erste Behauptung wandte sich Herr Mihm, indem er seine Partei als überkonfessionell bezeichnete.

*

Die ersten vier Kandidaten des christlich-sozialen Volksdienstes für Hessen-Nassau sind Arbeiter­sekretär Hartwig- Spandau, Baptistenprediger Paul Schmitt-Kassel, Landwirt Klüß II- Diedenbergen (Taunus) und Pfarrer Veit- Frankfurt.

Politisch heimatlos!

So abfällig vielfach in Wahlversammlungen von gegnerischen Parteien über das Zentrum geredet und so scharf und verletzend in gegnerischen Zei­tungen das Zentrum angegriffen wird, unverkenn­bar ist, daß in diese Abneigung doch so etwas wie Neid sich mischt. Das Zentrum wird be­neidet. Denn das Zentrum ist die Partei, die trotz der starken „Jnieressenten-Haufen", die heute aus dem politischen Kampffeld hin- und herwogen, alle Gruppen und Stände durch weltanschau- l i ch e Gemeinsamkeit zusammengehalten hat und damit für das ganze Volk, das ja auf die Dauer nur im Zusammenhalt aller Gruppen und Stände sich von dem Untergang retten kann, ein Kern und Wegweiser ist und bleibt. Das Zentrum hat das für Deutschland geleistet, obwohl bei die­ser hohen vaterländischen Aufgabe ihm viele, die es tun konnten, nicht geholfen haben. Bisher nicht geholfen haben! Wie tief hat ein Mann wie Prof. Hoetzsch, der jetzt in Fulda vor den Konservativen sprach, die Notwendigkeit der sachlichen, auch durch manche Gegensätze und Mei­nungsverschiedenheiten auf gewissen Gebieten nicht gestörte Arbeit für Volk und Vaterland erkannt. Eine Partei-Diktatur hat verhindert, daß die zahl­reichen vernünftigen Männer und Frauen, die im konservativen Lager vorhanden sind, dem Zen­trum bei seiner undankbaren Aufgabe nicht hel­fen durften. Es ist erfreulich, daß es jetzt anders werden soll. In der Jugend der Konservativen wird sich der echt kameradschaftliche Geist durch­setzen, der in der Kriegsgeneration lebendig war. Sie werden nicht mit zusehen, wie andere sich für die Erhaltung des Staats und Volkes in die Schanzen schlagen und selbst im Ruhe- quartier sich mit wilden Oppositionsreden die Zeit vertreiben. Hugenberg hat hier in Fulda nur in den Kreisen Verteidiger gefunden, die einer

im Lebensalter sehr vorgerückten Generation angehören. Sie lassen sich ganz von Gefühlen bestimmen. Man kann diese Gefühle an sich achten, aber sie können verhängnis­voll für unser Volk sch auswirken, wenn sie ver­hindern, daß am 14. September die Regierung Brüning eine ausreichende Reichstagsmehrheit er­zielt.

Helfen können zu diesem für unser Volk, ja für jeden einzelnen Deutschen, so ungemein bedeutsamen Sieg über unfruchtbaren Radikalismus, vor allem ober auch noch die bis­herigen Nicht-Wähler. Rund 10,1 Million Män­ner und Frauen haben 1928 bei der Reichstags­wahl nicht gewählt. Außer solchen, die infolge gant geringen Verstandes für politische Dinge nicht in Frage kommen, bilden das Heer der Nichtwäh­ler die politischen Heimatlosen. Dieser Tage hatten wir den Besuch eines alten angesehe­nen Mitbürgers, der in einem arbeitsamen Leben an schwieriger Stelle Ungewöhnliches geleistet hat. Er gehörte nach seiner Weltanschauung der Rech­ten an und stand, wie er uns sagte, zeitweilig auf dem rechten Flügel. Er ist durch den Gang der Dinge völlig gewandelt. Schon 1 92 8 hat er nicht mehr deutschnational g ee wählt. Er war sich schon damals über die Ver­kehrtheit der deutschnationalen Führung im Klaren, Er hält weiter auch für seine evangelischen Gleum bensgenossen die Mitarbeit am Staat, die Mobil­machung der Kräfte im rechtsgerichteten evangeli­schen Deutschland für die praktischen Staatsauf­gaben. für eine Lebensnotwendigkeit. Er ist der Auffassung, daß die Frage, ob die deutschen Potew taten wieder zurückgeführt werden sollen, für ein» Museumsfrage, wie es der Abgeordnete Lambach auch getan hat. Hindenburg sei ein wür­diger Repräsentant des deutschen Volkes und sein durch Wahl erkorener Nachfolger werde es zwe> fellos auch wieder fein. Wichtig fei es nun, daß die Nichtwähler, die durch die schlechte Politik der Opposition politisch heimatlos gewor­den, zur Beteiligung an der Wahl gewonnen würden. Daß von Seiten der Zentrumsorganisa» Hon alles geschehen wird, um den letzten Wählet zu erfassen, ist selbstverständlich. Mögen auch dis anderen Parteien, mögen vor allem die Parteien der „Neuen Rechten" recht vielen Volksgenossen eine wohnliche Heimat werden. Mögen sie namentlich in dieser Zeit, da die Mode der Oberflächlichen und Wirrköpfe die radikalen Par­teien sind, den gewissenhaften, ernsthaften und verständigen Volksgenossen, die gar nicht mehr wählen wollen, wieder zum politischen Gel­tungsbedürfnis Anregung und Lust geben. 9m Zentrum, in dem die deutschen Katholiken ihre angestammte und befriedigende politische Hei­mat haben, wird man das mit Freuden begrü­ßen.

Schnihkunsi.

Wieder hat Friedrich Brill-Salmünster in Reinhardts Buchhandlung eine Reihe SchniA- figuren ausgestellt, einen Philosophen, einen Mä­her und einen Landmann mit seiner grasenden Kuh. Sie sind leicht stilisiert und in großem, flä­chigem Schnitt flott ausgeführt, der seelische Ge­halt der dargestellten Personen ist durch Bewe-

TOofteSreimrit?

Es laden herzlich ein

aaitiol. 3ttge«bflemein[dtaft, TOinMhatp - Vund.

Die gespannte politische und wirtschaftliche Lage erfordert am 14. September klare Entscheidung besonders von der hailtölildtett Zagend.

Deshalb kommt alle, Iungmänner und junge Frauen, zu dem

poliiifahmt fittsfprad» - Abend, Bffl der heute abend 815 Uhr in der „har- monße" stattfindet. Reichstagskandidat

Hj Anton Schmitt wird sprechen.

liche Kloster ein reichliches Geschenk erhalten hatte und Janet Craydon erschienen war, erteilte Nima den Be­fehl zum Aufbruch. Als die kleine Reisegesellschaft in die Fußtapfen des Mannes und des Esels traten, die ihnen vorangegangen waren, teilten sich die Wolken et­was, und der Tibetaner begann ein eintöniges Lied- zu fingen. Als sie zwei Stunden später den Gipfel erreich­ten, hinter welchem Janet und die beiden Männer den Pilger und fein Tier hatten verschwinden sehen, brach ein Sonnenstrahl hervor und beleuchtete die vor ihnen liegenden Berge, die wie die Woge eines stürmischen Meeres aussahen. Plötzlich stieß Nima-Tashi einen Schrei aus.

„Was--?" begann Nick verwundert.

„Die Lamaserie von Dze-chu!" brüllte der Tibetaner erregt und zeigte auf einen Berg, der sich von den an­deren wie eine leuchtende Kirchturmspitze unter Pyra­miden abhob. Der Sonnenstrahl fiel gerade darauf, so daß der ewige Schnee auf seinem Gipfel im Licht fun­kelte. Als Shervington näher hinsah, bemerkte er etwas, das wie ein dunkler Fleck auf dem Schnee aussah. Aber der Fleck war regelmäßig geformt, und als er länger hinblickte, erkannte er die Umriffe eines riesigen Ge­bäudes. Es schien in der Luftlinie ganz nahe zu fein, nicht mehr als fünfzehn bis zwanzig Kilometer entfernt. Jedoch durch das zerklüftete Land würden sie noch, ver­mutete er, gut die drei Tage zu marschieren haben, von denen der junge Lama gesprochen hatte. Aber es war doch ermutigend, zu wissen, daß sie ihrem Reiseziel schon so nahe waren. Ein oder zwei Minuten blieb die ganze Gesellschaft stehen und starrte das Ziel ihrer Resie an. Shervington blickte nach dem jungen Mädchen und sah Tränen in ihren Augen glänzen. Dann sah er nach Craydon. Der letztere starrte zuerst mit steinernem Blick zur Lamaserie hinüber, aber während Shervington ihn noch beobachtete, irrten seine Blicke von der Lamaserie ab und streiften suchend die Abhänge. Spähte er nach dem Mann, der ihnen vorangegangen war, mit dem er in der Nacht gesprochen hatte, und vor dem sein Onkel in dieses furchtbare Land geflohen war Als Nick über diese Frage nachdachte, hörte er Nima-Tashis Stimme übermütig rufen: „Vorwärts nach Dze-chu!"

Während er an Janets Seite weiterschritt und die Spur verfolgte, die der Mann und der Maulesel hinter- |

lassen hatten, fragte er sich, wie bald Stargard seine Nähe kundgeben würde und auf welche Weise, ob es durch eine Kugel geschehen würde oder durch irgend etwas ganz Unerwartetes und Ungeheures?

Fünfzehntes Kapitel.

(Eine niederträchtige Tat.

Fast zwei Tage lang folgte die kleine Reisegesellschaft den klargezeichneten Fußspuren des vorausgegangenen Mannes durch die Berge. Da sie wußten, daß Vorsicht am Platze war, gingen sie behutsam und prüften jede Wendung des Weges und jede Stelle, die die geringste Möglichkeit eines Hinterhaltes für einen Feind bot. Die­ses bedeutete natürlich Zeitverlust, und Zeit war ihnen sehr kostbar, dachte Nick mit Besorgnis, denn trotz Nima- Tashis Versicherungen, daß die Lamas selbst auf ihren weißen Heiligen aufpassen würden, fürchtete er, irgend­ein Unglück könnte geschehen, wenn Stargard dort an­kam, ehe man den weißen Lama warnen konnte.

Am Nachmittag des zweiten Tages jedoch verloren sie die Spur des Mannes und des Maulesels. Die Stelle, wo sie aufhörte, war eine schmale Schlucht hoch in den Bergen zwischen zwei schneebedeckten Berggipfeln, hinter denen die schwarzen Felsen sich phantastisch abhoben. Der orkanartige Wind trieb Wolken von Schnee durch diese Schlucht, die sofort ihre eigenen Fußspuren verwischten und daher auch die des Feindes.

Als sie das andere und höhere Ende des engen Pas­ses erreicht hatten, blieben sie stehen und hielten Um­schau. Noch immer umgab sie die gleich öde schnee­bedeckte Bergkette. Unten im Tal wand sich ein Fluß, dessen Wasser im Gegensatz zu den weißen Bergen pech­schwarz aussah. Es war keine Spur von dem Mann und seinem Esel zu sehen, aber auf der anderen Seite des Tales, ihnen gerade gegenüber, war der turmähnliche Berg, auf dessen Abhängen die große Lamaserie stand, die ihr Reiseziel war. Die Umrisse des Klosters waren deutlich zu sehen, und obgleich das Gebäude jetzt im Schatten lag, meinte Nick, die Gebetsfahnen im Winde flattern zu sehen.

Plötzlich hörte er Janets Stimme neben sich:

„Ist das der Ort, wo mein Vater--"

(Fortsetzung folgt.)