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eichsfirmnzresorm, Achtung und Wahrheit
austobt. Damit wird die Energie, mit der eine
r u n g der 23 e r
den wollten, abzuwehren.
schon
1439 Millionen
140 Millionen
73 Millionen
110 Millionen
folgende Unterteilung:
1. für Kriegsversorgung
2. alte Wehrmacht
3. neue Wehrmacht
4. für Zivilpensionen
Das neue Aktienrecht
Erhöhter Schuh für die Aktionäre.
Versorgung und Ruhegehälter 1930.
Der Haushalt für Versorgung und Ruhegehälter beläuft sich insgesamt auf 1762 Millionen.
Es ist zu begrüßen, daß endlich eine Unterteilung .der Gesamtsumme nach sachlichen Gesichtspunkten vorgenommen ist. Danach ergibt sich
Regierung Brüning an die Ueberwindung der Wirtschaftskrise herangeht, gestört. Die Verbreiter des nationalsozialistischen Evangeliums sind daran, Möglichkeiten des Aufstiegs, Quellen der Arbeilv- beischaffung, zu verschütten. Sie nehmen dem schwer geprüften Arbeitervolk das Brot vom Munde, in dem sie ihm neue Herrlichkeit am Tage nach der Revolution prophezeien.
ser bezeichnet als seine Hauptsorge, die A e n d e-
■* "" r " n g, da die gegenwärtige
e n s e i w i e d e r G e i st
Diskussion vorgelegt hat.
Die Vorlage, die den Titel trägt: „Entwurf eines Gesetzes über Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien", kommt, in wichtigen fragen, die insbesondere den Besitzer von Aktienanteilen eines Unternehmens betrffen, den Zeiterfordernissen in erfreulicher Weise entgegen.
Diese Erfordernisse richten sich einerseits auf einen stärkeren Schutz der Aktionäre gegenüber der Uebermacht der Verwaltungen, andererseits auf die erhöhte Publizität der Betriebsvorgänge und vor allem der Bilanz.
Gerade in diesem Punkte ist in den letzten Jahren viel gesündigt worden und hier liegt auch die Erklärung dafür, daß das Vertrauen zur deutschen Aktie in so katastrophaler Weise gesunken ist. Gerade in privaten Kreisen, die früher sich der Aktie zu Anlagezwecken ihres Vermögens bedienten, hat man in den letzten Jahren förmlich eine Flucht vor der Aktie feststellen können. Und tatsächlich waren ja auch die Erfahrungen, die man hinsichtlich der Kursbehandlung und der Kursentwicklung der Aktien vieler Unternehmen beobachten konnte, keineswegs dazu angetan, einen Anreiz für die Jntereffennahme an solchen Papieren zu geben. Es wurde vielmehr allgemach ein Mißtrauen her- vorgerufen, daß sich letzten Endes bis zu einer völligen Abneigung dem Aktienmarkt gegenüber äußerte.
Freilich geht das neue Aktienrecht von dem Standpunkt aus, daß nicht allein der Aktionär, sondern auch das Unternehmen selbst eines starken gesetzlichen Schutzes bedarf. Denn es braucht ja nicht verschwiegen zu werden, daß manche Unter- nehmungen von Aktionärkreisen aus spekulativen oder aus sonstigen Rücksichten sehr stark unter Druck gesetzt wurden. Richtig verstanden, haben Verwaltung sowohl wie Aktionäre das gleiche Interesse an der Entwicklung des Unternehmens, und darum müssen auch die gesetzlichen Vorschriften auf diesen Interessenausgleich gerichtet sein.
2lber darüber hinaus darf das allgemeine volkswirtschaftliche Interesse nicht vergessen werden: nicht nur der Gewinn, den das betreffende Unternehmen für die Anteilseigner abwirft, darf maßgebend sein, sondern es muß darüber hinaus der Blick gerichtet werden auf die Wahrung der Interessen der Gesamtheit. Und das gilt insbesondere für Aktienunternehmungen, die Produktionsgüter verwalten und bewirtschaften. Insbesondere ist es wichtig, daß gerade solche Unternehmungen in Wahrung der Interessen des eigenen Betriebs wie der Gesamtheit und ihren verantwortlichen Entschließungen, die unter Umständen sehr rasch getroffen werden müssen, nicht von außen her unberechtigterweise gehemmt werden können.
Darüber aber besteht keine Frage, daß der Schutz des Aktionärs Voraussetzung ist, um dos
Da hat der alte Haudegen aber wieder einmal seinem „Herzen" Luft gemacht.
Em Sozialist über Stegerwald.
Kürzlich ist der Hirsch - Dunker'sche Gewerkschaftsführer und bisherige23orsitzende der demokratischen Partei Anton Erkelenz zur sozialdemokratischen Partei übergetreten. Es ist nicht uninteressant, einen Artikel von Erkelenz im „Regulator" vom 18. 7. 30 zu lesen. Der neugebackene Sozialist Erkelenz urteilt dort über den Reichs- arbeitsminister Dr. Stegerwald:
„Herr Adam Stegerwald ist einer der führenden Männer des Kabinetts Brüning. Vielleicht ist er aus dem ganzen Kabinett derjenige, der am meisten motorische Kraft hat und am wenigsten geneigt ist, die Dinge treiben zu las- s e n. Stegerwald ist ein Mann von Kenntnissen und Energie. In der Hauptsache ist er es, der in der Zeit von etwa 1900 bis heute die christlichen Gewerkschaften stark gemacht und ihnen in der Oef- fentlichkeit ein beträchtliches Echo verschafft hat. Er kann etwas und er ist nicht nur ein ehrlicher, offener Charakter, sondern er kämpft auch, offen für seine Anschauungen und unterwirft sich niemanden, der falsche Wege geht. So ist Stegerwald eine erfreuliche Erscheinung in unserem öffentlichen Leben. Und die Gewerkschaften aller Richtungen können sich darüber freuen, daß auch ihrem Lager ein Mann von solcher Qualität aufgestiegen ist.
Stegerwald ist kein Nachbeter und Nachtreter. Er hat eigene Gedanken und auch einen eigenen Kops. Er gehört auch nicht zu denjenigen Führern, die stets hinter ihrer Bewegung Verlaufen. Er weiß, daß die Pflicht des Führers nicht bloß damit verbunden wird, daß man -en Gefährten das sagt, was sie gerne hören. Stegerwald hat im Laufe der Jahre immer wieder gezeigt, daß er nicht an alten Anschauungen klebt, bloß weil sie gerne ge- hört roerben. Er hat feinen Anhängern auch oft neue Gedanken zugemutet, und er liebt es, an dem, was alle Menschen glauben, herumzukritisie- ren und auf Aenderungen zu bringen. Insofern muß man Herrn Stegerwalb zugeben, baß er mehr Mut hat als manche Führer ber freien Gewerkschaften, bie sich nicht von bem Gedanken lösen können, baß heute i m - mer roieber basfelbe gesagt werben müßte, was seit einem halben Iah r- hunbert gesagt wirb."
Dieses Urteil über Stegerwalb hört sich ganz an- bers an, als was man von verbissenen Sozialisten zu hören bekommt. Erkelenz urteilt objektiv. Daher wirb er auch den ehrlichen Absichten unb notroenbigen Maßnahmen Stegerwald's gerecht. Insofern unterscheidet sich die Meinung Erkelenz wohltuend von den demagogischen Verdächtigungen, nüe man sie sonst aus führenden sozialdemokratischen Parteikreisen zu hören bekommt.
Kleber und Maler.
Kommunisten unb Nationalsozialisten verschönern die Reichshauptstadt.
wtb. Berlin, 27. August. (Eig. Meld.) In Berlin und Umgegend kam es diese Nacht zu einer Reihe von Ausschreitungen bei der Wahlpropaganda. Es handelte sich um Anhänger der kommunistischen und nationalsozialisti- s ch e n Partei, ■ die beim Ankleben von Wahlplakaten von ber Polizei ertappt würben. Die Polizei nahm sieben Kommunisten und zwei Nationalsozialisten fest. Eine kommunistische Kolonne wurde betroffen, als sie bie Ki rche in Buchholz mit Wahlplakaten beklebte, eine nationalsozialistische Kolonne, als sie in Lichterfelde die Häuser mit Hakenkreuzen bemalte. In Buchholz unb im Osten Berlins wurden bei kommunistischen Zettelklebern ein Dolch, eine geladene Pistole nebst Ersatzmunition und Schlagringe gefunden. Die Waffeninhaber wurden dem Schnellrichter vorgeführt und haben gemäß den Bestimmungen der Notverordnung Freiheits- str af en zu gewärtigen .In der Nähe des Brenz- lauer Tores kam es in der Nacht zu Streitigkeiten zwischen Kommunisten unb Nationalsozialisten. Der Konflikt artete in eine wüste Schlägerei aus. Das Ueberfalltommanbonahm 9 Kämpfer fest und führte sie der Abteilung la zu.
Die beiden extremen Gruppen sollten lieber in Treu unb Reblichkeit Heben unb malen, ohne sich zu prügeln. Das geht doch auch!
Verfassung u n g e , , , .
der Herren 21 bgeorö rieten. Die Herren Abgeordneten seien in Polen eine niederträch - t i g e Erscheinung. Die ganze Arbeit im Sejm ft t n f e, sodaß die Luft angesteckt werde. Eine derartige Situation könne nicht geduldet werden, da der Staat sonst der Anarchie und dem Chaos verfalle. Dieser schmutzigen Arbeit unb Nichts» nutzigkeitmüsse einmal ein Enbe gemacht werben. Diese Hosenbefch mutzer arbeiteten nicht, nähmen aber Gelb, Gelb unb abermals Gelb. Die Regierung solle womöglich bie Steuer» gelber stehlen, nur um sie ihnen zu geben. Seins größte Sorge, so schließt ber Marschall, werbe es jetzt fein, den Angriff ber Abgeordneten auf die Staatsgelder, die sie für ihre Parteiklofette ausge-
* Der deutsche Geschäftsträger in Warschau hat einen scharfen Protest an die Adresse her polnischen Regierung gerichtet. Dieser Einspruch, der von ber deutschen Öffentlichkeit seit langem gefordert worden ist, dürfte zum Ausdruck bringen, daß die polnische Regierung bereits vor längerer Zeit Zusicherungen gegeben hat, sie werde künftig das unerlaubte Ueberfliegen deutschen Gebietes! durch polnische Flugzeuge hindern. In der Zwischenzeit haben sich aber immer wieder Fälle ereignet, in denen polnische Flugzeuge über deutsches Gebiet flogen. Die deutsche Ostmark hat den berechtigten Anspruch darauf, daß sie gegen diese polnischen Übergriffe geschützt wird, und es ist zu wünschen, daß ber deutsche Schritt in Warschau zum Erfolge führt.
* Damzigs Antrag vom Internationalen Gerichtshof abgelehnt. Aus dem Haag wird gemeldet: Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat in einer öffentlichen Sitzung mit sechs gegen vier Stimmen beschlossen, daß das juristische Statut der Freien Stabt Danzig es bieser nicht gestatte, Mitglied der internationalen Arbeitsorganisation zu werden. * -
Hugenberg an die Jugend.
Auch ber alte Herr Geheimrat möchte die Stimmzettel der iugenblichen Mähler. — Er verspricht „nationalrevolutionären Angriffsgeist" und ,,Fronk- solbabengeisi", als Grunblage bes neuen Stiften Reiches". — Mas unterscheidet ben früheren Generalbirektor ber Krupp-Kanonen-Werke eigentlich noch von ben Nationalsozialisten?
Herr Geheimer Finanzrat Dr. Alfred Hugenberg ist am 19. Juni 1865 geboren, steht also im 66. Lebensjahr. Das ist die Zeit, in ber bei Beamten wegen ber Erreichung ber Altersgrenze die Versetzung in ben Ruhestanb erfolgt. Gleichwohl richtet Herr Hugenberg einen Aufruf an die Iugenb, ber folgenbe überraschenbe Wendungen enthält:
„Nur mit national-revolutionärem Angriffsgeist, der sich paart mit wirtschaftlicher Vernunft und mit der Erkenntnis, daß die wirtschaftlichen Grundlagen des Staates auf der Unantastbarkeit des sittlich erworbenen Privateigentums beruhen, können die brandenden Wogen der marxistischen Revolution bezwungen werden. Wille, Selbstzucht, Opfermut und Vaterlandsliebe sind die Tugenden, die den preußisch- deutschen Staat dereinst begründeten und die sich im Frontsoldatengeist unserer Jugend aufs neue offenbaren. Sie sollen die Grundlagen des neuen dritten Reiches sein."
Wer kann da, abgesehen von ber starken Betonung ber „Unantastbarkeit des sittlich erworbenen Privateigentums" (ber Herr Geheimrat besitzt ein erhebliches Privateigentum, zu besten Vermehrung u. a. Ufa-Film, Berliner Nachtausgabe, Scherl- Magazin usw. beitragen) überhaupt noch einen Unterschieb ber Sprache zwischen Hugenberg unb Hitler feststellen. Auch von „Frontsoldaten- a e i st" rebet Hugenberg. Er war von 1909—1918 Vorsitzender bes Direktoriums ber Krupp Ä.-G. in Essen. Man kann sich nicht gut vorstellen, daß er in dieser Eigenschaft persönlich als Frontsoldat mitgewirkt hat. 2luch die Jahrgänge deutscher Wähler, die heute als Jugend angefproihen werden können, sind keine Frontsoldaten gewesen. In diesem Jahre erlangen das Wahlrecht jene Jahrgänge, die bei Kriegsausbruch 4 unb bei Kriegs enbe 8 Jahre alt waren. Die größte Mehrzahl ber Frontsoldaten ist fetzt nicht mehr weit vom 40. Lebensjahr. Wir möchten einmal das Ergebnis sehen, wenn diese Generation der wirklichen Frontsoldaten über Herrn Augenberg unb seine Politik abzustimmen hätte. Wenn unter Ausschluß derjenigen „Patrioten", bie „b a s S ch w e r t im M u n d e f ü h r en", diejenigen, bie ben Krieg unb bie katastrophalen Folgen jahrelanger blutiger Völkerzwiste aus nächster Nähe erlebt habens sich mit ben politischen Ideen des ehemaligen Generaldirektors der Kruppschen Kanonen-Fabriken aus- einanberfehen könnten. Von diesem alten Front- soldatengeist sollte der Herr Geheimrat eine ganz neuartige Vorstellung erhalten- Staunen würde er vor allem — abgesehen von anderen — über den Begriff ber Kamerabschaft, der unter alten Frontsoldaten üblich war. Wie da einer hochgegangen wäre, der sich eingebildet hätte, allein die richtige Vaterlands Hebe gepach- tet zu haben, wie der durch Spott und Hohn und — bei Hartnäckigkeit auch mit anderen Mitteln — die Respektierung anderer Meinungen anerzogen bekommen hätte unb wie ihm vor allem beigebracht worden wäre, daß nicht der das Vaterland liebt, ber jeben Tag eine flammenbe Rede hält, um an« bere zu Opfern zu begeistern, fonbern nur ber, der schlicht und t r e u seine Pflicht tut und die hohlen Phrasen bei Seite läßt. Die Jdealgestalt eines ..Frontsoldaten" in bestem Sinne, ist Reichskanzler Brüning. Herr Geheimrat Hugenberg gehört in eine andere Kategorie aus der Zeit bes Weltkrieges.
* Lichtenberger Schulklasse wegen Kinderlähmung geschloffen. (Eig. Melb.) In L i ch t enbe r g hat sich, wie bie „B. Z." berichtet, ein neuer Fall von spinaler Kinderlähmung ereignet. Eine Schülerin der 7. Klasse der Lichtenberger Volksschule in ber Kronprinzenstraße ist von ber Krankheit befallen worden. Das Kind befindet sich bereits im Krankenhaus. Die Klasse wurde geschlossen, das Unterrichtszimmer einer gründlichen Desinfektion unterzogen.
Das bestehende Aktienrecht erwies sich lange als reformbedürftig. Den Deränberungen in ber Wirtschaftsstruktur einerseits wie ber Mittel unb ber Methoden ber Finanzierung ber Unternehmungen anberfeits mußte Rechnung getragen werben. Das wirb nun versucht burch den Entwurf, ben das Reichsjustizministerium über ein neues deutsches Aktienrecht ber Öffentlichkeit zur
| Ein Urteil vom Rhein.
»Kölnische Volkszeitung" schreibt:
unb (Frint, ^en mir nach unseren Beobachtungen r«Qlf0,in(~fJ.un9en das Gemeingefährliche ber netto« bep n Agitation: g{c erzeugen lähmen-
i^rouo nLt5niU6' erschüttern bas gesunde Selbst- der Schaffenden in Stadt unb Sanb, ihr her (Ef^^^be wirkt nach außen im Sinne ei- des Vertrauens zum deutschen deutschen Wirtschaft. Das deutsche int Angesichte bes Auslanbes als in bem sich gemeingefährlicher Irrsinn
Msudski's Wüstheiten.
wtb. Warschau, 27. Aug. (Eig. Melb.) Das Regierungsblatt „Gazeta Polska" veröffentlicht heute ein Interview mit Marschall Pilsudski. Die»
n-,« Reichskabinett beschäftigte sich am Dienstag aa und nachmittag stundenlang mit den Säen des Reichsfinanzministeriums, bte sich die große Reichsfinanzreform -n Noch bevor das Kabinett zusammentrat, > von verschiedenen Seiten versucht, auf ben iu klopfen. Die Unterstellungen des Zer.- ns ber S.P ,D bes Berliner „Vorwärts", e Aufhebung ber Rückerstattungen ber Steuern sowie eine Erhöhung bieser Steuer ict wäre, müssen aber schon als ein ^bösartiges Wahlmanöver charak- -rt werben. Sie sind auch bereits amtlicher- in aller Form bementiert worben.
j)ie neue Finanzreform erstreckt sich zunächst den Reichshaushalt bes Jahres 1931/32, der der Ueberzeugung bes Reichsfinanzministers »ich keineswegs ein Abklatsch bes f c n b e n Reichs Haushalts sein kann, verbietet schon bie allgemeine wirtschaftliche S ber Ausfall von Steuer- unb Zolleinnahmen «nb'bas Steigen bes Geldes in feinem konkreten «rte. Es ist kein Geheimnis, baß Reichsfinanzer Dietrich entschlossen ist, baraus alle notwendigen Folgerungen zu ziehen. Aber auch ber anzausgleich kann von bieser Entwicklung nicht 'ihrt bleiben. Im engsten Zusammenhang steht bie Reform unseres gesamten Steuerns. Bereits bie Notverorbnung des Neichs- nten zur Behebung finanzieller, wirtlchaft- unb sozialer Notstände vom 26, Juli 1930 er« ^zchiigt im 7. Paragraphen bes zweiten Abschnitts Rcicksminister ber Finanzen zur Vorbereitung Steuervereinheitlichungsgesetzes, das tunlichst in Kraft treten soll. Durch ein befonberes sgesetz wird auch bie ©emeinbebiertte.ter unb ’Biirgerfteuer mit ber Höhe ber Realsteuersätze en werden. Schon aus diesen Andeutun- en ergibt sich, daß es sich um eine Reichssi - nanjreform großen Stiles handelt, die gegenwärtig im Kabinett zur Beratung steht. Em- können ohne Indiskretion zur Stunde nicht mitgeteilt werden.
Im Vordergründe der Dienstagsberatungen standen zunächst weitere erhebliche Einschränkungen im nächsten Reichshaushalt. Der Außenstehende ahnt kaum bie Schwierigkeiten, e auf diesem Gebiete zu überroinben finb. erscheint uns deshalb zweckmäßig, an die Er-
gen des eisernen Kanzlers, des Fürsten vonBismarck, zu erinnern, ber in seinen „Ge- unb Erinnerungen" sowohl über feine 'Iciniftertollegen als auch über den hohen Bürokra- ti;mu? der 2temter Sätze niederschrieb, bie leider allzu sehr in Vergessenheit geraten finb.
Heber feine Ministerkollegen urteilt von Bismarck also: „Diejenigen unter ihnen, bie bas Be- mchllein haben, nicht nur Ressortminister, fonbern ö t a a t s m i n i ft e r mit solidarischer Verant- , tlichkeit für die Gesamtpolitik zu sein, machen »icht 5 Prozent derer aus, die ich zu beobachten Gelegenheit gehabt habe" Echu wir diesen Maßstab an das gegenwärtige Mchskabinett Brüning anlegen, dann muß eine . tive Geschichtsbetrachtung doch zu dem Ergebnis gelangen, daß sich unsere Regierungsverhält- "rfse wesentlich gebessert haben.
,, immerhin, „schon im Staatsministerium", Wetbt Reichskanzler von Bismarck, „beherrscht ,.r Ressortminister nicht immer den Stoff, den ihm Mve betrejfenben Räte in Gestalt eines Eesetzeyt- Urif5 mit Motiven vorgelegt haben". Sö war ^«so schon in der Vorkriegszeit, in der viele un» H^tgenosscn die gute alte unb vor- bll dlichxZeit erblicken. Der Aemterbürokra-
15 hat in ber Nachkriegszeit an Einfluß nicht -kn, wohl aber gewonnen. Besitzt ber ctminister nicht bie nötigen Sach- unb Fach- nrife, ist er keine Persönlichkeit von Format, erscheint er lediglich als ein Werk -
9 in ben Hänben seiner Räte, wußten wir in ber Nachkriegszeit nicht nur im wndern auch in den Ländern nur allzu oft
jn Tft deshalb ein Glück für uns, daß der ge- Mlmirtige Reichsfinanzminister Dietrich nicht nur lS‘'”Irien den Reichshaushalt gründlichst kennt R. Mlt als einer der besten Kenner des Reichs- 'e,t fahren — sondern daß er auch die ganze 8*®»ern).a[tung schon vor Jahren gründlichst U^'erte und jetzt ber Reihe nach als Reicks» ; «Mbl "^Minister, ' atz Reichswirtschaftsminister • tetinf • R^chsfinanzminister Gelegenheit hatte, die $tib * ^er hohen Bürokratie aus nächster .z U sehen unb den Wert ber Einzelner- in den verschiedensten Reichsämtern .^nnenzulemen. Bon einer so kraftvollen • • t, mie es ber gegenwärtige Reichs- U^nzmmister ist, barf bas deutsche Volk erwarten, Mchell 0115 fe’nen Erfahrungen unb Kenntnissen kftot J.” Folgerungen für bie Gestaltung ber gro- Mn blch^nnanzreform ziehen wird. Dabei kommt ■fS. daß er in Staatssekretär Schäffer Ku», in';tgrialbireftor Zarden im Reichsfinanz- EM ertum Männer besitzt, auf deren treue Mit- 1 er hch verlassen kann.
uldaerZertung
Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt.
1762 Millionen
Von den 73 Millionen für die neue Wehrmacht entfallen 45 Millionen auf Abfindungen unb lieber« gcmgsgebührnisfe für bie aus bem Heeresdienst ansscheidenden Soldaten.
In den 110 Millionen für Zivilpensionen liegen 37 Millionen, bie burch die Uebernahme der Lan- Lbesfinanzärnter auf das Reich übernommen werden mußten.
Für Pensionen werden somit rund 6,2 Proz. des Eesamthaushalts für Versorgung und Ruhegehälter ausgegeben.
*
Nach Zeitungsnachrichten hat der preußische Finanz Minister durch einen Erlaß vom 1. Juli in Ergänzung der bereits früher herausgegebenen Richtlinien für die Aufstellung des Staatshaushaltsplanes 1931 eine alsbaldige Senkung des Zuschußbedarfs der Hoheitsverwaltungen in Höhe von zri- nächst mindestens 100 Millionen RM. gefordert.
* An bet Spitze ber Reichsliste ber Wirlschafls- pariei steht Bäckermeister Hermann Drewitz.
* Hakenkreuzler gegen katholische Siedler. Im Mecklenburgischen ßanbtag haben bie Hakenkreuzler einen Antrag eingebracht, demzufolge bie Regierung auf bie katholische Siedlerbewegung aufmerksam gemacht wirb mit bem biretten Ersuchen, bie weitere Ansieblung von katholischen Siedlern in Mecklenburg überhaupt zu unterbinben. Dieser Antrag ist em typisches Zeichen bafiir, wie biete rechtsradikalen Gruppen zum katholischen Volk eingestellt finb.
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198 Donnerstag, 28. August 1930
.. Wellung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::