SVSM
Nr. ISS
Beilage zur Fuldaer Zeitung
Elster Sonntag nach Pfingsten
Eingangslied (Pf. 67, 6—7 und 36.)
rrie
Evangelium (Markus 7, 31—37.)
geschehen!
Gewiß, all die un
schen Vandalen ähnlich
nur warten auf Schriftsteller, die uns von der
An dieser Stelle verdient besondere q das in den Festtagen eingeweihte
.ungen
•nein fi
oder gar: „Das sieht den asiati
Dunkel gehüllt. Durch Verkauf der Stück er 'n alle Winde zerstreut werden.
Gott ist an seiner heiligen Stätte. Gott, der die gleichgesinnten in seinem Hause vereint, gibt Kraft und Stärke seinem Volke. (Psalm ebb. 2.) Gott, steh auf, und die Feinde stieben davon; es fliehen, die ihn hassen, vor seinem Angesicht.
, , Heimatmuseum, das der unermüdliche Vorkämpfer des Eottfcheer Deutschtums, Geistlicher
menhange Dr. Steffes tiefgründige Studie über „Religion und Politik" *' ~
Wahlzeit! Zeit des Kampfes und der intensiven Arbeit! Und wie kaum eine andere ist die Zeit vor d'eser Wahl bis zum 14. September eine Zeit von schwerster und weittragendster Entscheidung, in der es wirklich ums Ganze geht, um die Zukunft unleres Volksstaates, um das zerrissene, gequäUe Volk selber.
In jener Zeit zog Jesus weg aus dem Gebirge von Tyrus und kam über Sidon an den See von Galiläa mitten in das Gebiet der zehn Städte. Da brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat ihn, er möge ihm die Hand auflegen. Er nahm ihm vom Volke abseits, legte ihm seine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel. Dann blickte er auf zum Himmel, seufzte und sprach: „Effetba", das heißt: „Tu dich auf!" Sogleich öffneten sich seine Ohren, das Band seiner Zunge ward gelöst, und er sprach richtig. Er verbot ihnen aber, irgend etwas davon zu sagen. Doch ie strenger er es ihnen verbot, desto weiter erzählten sie es, und desto mehr gerieten sie in Staunen und sprachen: „Er macht alles gut: die Tauben machst er hören und die Stummen reden."
Immer, wenn wir die unendlich traurigen Nachrichten aus Räterußland lesen, die über Schand- und Greueltaten der herrschenden Bolschewiki-Kaste berichten, entgleitet unseren Lippen der Ruf' „Gottlob, so etwas kann bei uns nun doch nicht
beit eine Sammlung wertvollster Aufsätze, die Professor Godehard Beuers im Auftrage der Görres- gesellschaft herausgegeben hat. Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt, welch reichhaltiges Rüstzeug hier aufgespeichert ist.
Nicht übergehen dürfen wir in diesem Zusam-
Stiftungen im Zeitalter der Reformation. Nun mehr fehlten die inneren Voraussetzungen für solche Opfergaben. Durch die religiöse Umwälzung verblieb der Schatz nicht mehr dem Dom zu Braunschweig, sondern er kam in den Besitz der Stadt. Aus ihren Händen gelangte er 1671 an die hannoversche Welfenlinie. Kriegsgefahren machten mehrfache Ueberbringungen in sicheren Gewahrsam nötig. Nunmehr hat der Herzog von Braunschweig-Lüneburg den Schatz an drei Frankfurter Kunsthandelsfirmen vergeben. So ist Entstehung und Geschichte des Schatzes aufs engste mit dem Welfenhause verbunden.
Er ist ein einzigartiges Dokument früh- und spätmittelalterlicher Kultur und Kunst. Jedes Stück hat Qualität, ist von starker künstlerischer Reinheit und Reife. Edelstes Material. Gold und Silber und Edelsteine, größte Sorgsamkeit der verschiedenen Techniken zeichnen die Stücke aus. Alle Formen kirchlicher Geräte und Gefäße, die zur Reliquienaufbewahrung dienten, sind in dem Welfenschatz in seltener Reihenfolge und Vollständigkeit vertreten. Unvergeßlich bleibt dem Beschauer neben den schon erwähnten Stücken das aus getriebenem Silber herqestellte Kopfreliguiar des hl. Kosmas. Diese Gesichtszüge, das Haupt-
Schönheit unserer Geheimnisse erzählen. Nur müssen diese Bücher echt sein, vom Wesen selbst sprechen, Letztes sagen. Das tut Dietrich von Hildebrand, dem eile, die Sehnsucht nach einem neuen Leben in sich tragen, zutiefst dankbar sein werden für seine schöne, nun in neuer Auflage vorliegende Gabe. _______
galt den Reliquien der H e i l i g c n, die Teil heute noch in den Behältern enthalten So ist dieser Schatz Ausdruck der geisti Welt des Mittelalters. "
Unter zahlreicher Anteilnahme von Deutschen aus aller Welt hat die Sechshundertjahrfeier bet deutschen ka holischen Sprachinsel Gottschee einen erhebenden Verlauf genommen. Gottschee ist eine von den Sprachinseln, die sich neben ihrem angestammten Volkstum auch die von den Vätern ererbte Religion erhalten haben und von der religiösen Spaltung der Reformatio n s z e i t und den religiösen Kämpf en verschont blieben. Nichtsdestoweniger blieben der kleinen Sprachinsel, die heute in etwa 100 Ortschaften 18 000 Einwohner zählt, andere Drangsale, wie Krankheitsepidemien und schwere Kämpfe mit den Türken und Franzosen nicht erspart. Der Trachtenfestzug am 5. August zeigte denn unter anderen auch Gruppen von Goitscheern zur Zeit der Einwanderung, der Bauernkriege und Türkenkämpfe, historische Szenen wie den Einzug des mächtigen Grafen von Eilli, der vom Bischof von Aquileja das Land Gottschee erhielt, Vertreter des Gostcheer Hausierhandels und anderer Berufszweige in den Trachten der verschiedenen Jahr-
ist auch nicht wahr, daß die schlimmste Ehenot nur aus wirtschaftlichen Verhältnissen entsteht. Wohl aber ist es wahr, daß viele in allen Lagern sich danach sehnen, ihre Ehe wieder mit seelischer Substanz zu füllen. Sie sollten greifen zu Dietrich von Hildebrands Buch von der „Reinheit und Jung- frmtHrM.li " Gewiß
hunderte.
AnerkennuN!
Gottscheer $
- verm feit eine Ahnung von dem groß Reichtum und der Sinnerfüllung d s e r Z e i t. Man weiß um die Vergangenheit 1 fes Schatzes. Aber seine Zukunft ist in düste
es verlangt besinnliches Lesen. Um so mehr aber kchenkt es uns. Schon die feinsinnige Form sichen uns davor, sich je in Gegenden zu verleiten, wo nicht mehr Weihe ist und Schönheit. Eben das aber, Weihe und Schönheit, das breitet es über ein Gebiet, das heute so oft der gottgewollten 3bee entfremdet wird. Man sage nicht, es müßten solche Bücher ..populär" fein; man sage lieber, dak das christliche Volk in religiösen Fragen eine Tiefe und eine Anlage besitzt, die es auch zu ungewöhnlicher Lektüre befähigen. Ueberhaupt schätze man den modernen Leser richtig ein. Es gibt viele, die
Das Gottscheer Land und die Katholiken.
Lin Nachwort zu dem glänzenden Verlauf der Sechshundertjahrfeier der deutschen Ansiedlung in Goltschee (Jugoslawien).
Rat Eppich, in Mitterdorf zusammengestellt hat. Ist es auch vorerst ein bescheidener Anfang, so enchält es doch bereits sehr wertvolle Stücke aus der Frühgeschichte der deutschen Gottscheer Heimatkunde, primitive Ackergeräte, aus Holz u. Schmiedeeisen gefertigte Gebrauchsgegenstände usw., die einen tiefen Einblick in das Leben der befonders in früheren Jahrhunderten gänzlich vereinsamten Karstbewohner deutscher Abstammung gewähren. Das Heimatmuseum soll in Bälde nach der Stadt G o 11 s ch e e übergeführt werden, wo größere Räume einen verheißungsvollen Ausbau gewährleisten werden.
Erfreulich an diesem Deutschtumsjubiläum mar, daß die Regierung des jugoslawischen Staates in offizieller Weise sich an den Feierlichkeiten beteiligte; der König von Jugoslawien hatte dem jungen in Slowenien geborenen Prinzen Andreas ' as Protektorat übertragen. So kam es, daß sich das Königshaus Lurch den Regimentskommandeur Obersten Iowanowic vertreten ließ, die Regierung durch den früheren Minister Svegl.
Von deutscher Seite bemerkte man den deutschen Gesandten in Belgrad, von Hassel, den Generalkonsul Dr. Freundt in Agram ,ferner den österreichischen Gesandten Plönnies, sodann Vertreter der slowenischen Minderheiten in Oesterreich und Italien. Inf reundnachbarlicher Weise nahmen auch die Slowenen an der Festfeier teil, die in vorbildlicher Eintracht zwischen den beiden Völkern verlies und zeigte, daß es sehr wohl möglich ist, daß völkische Minderheiten dem Staatsganzen
Ja, es geht um Grundsätzliches bei dielen Wahlen. Darum aber ist uns allen eine Vertiefung im Wissen um das Grundsätzliche notwendig. Wahlkampf ist ja schon lange KampfderWelt- anschauungen, nicht im Sinne des albernen Einwandes, als ob Weltanschauung nur die Vrunk- und Parndeausrüstung für den Wahlaufmarkch fei, die man nachher sorgfältig wieder zutiefst im Kleiderschrank roegftaue, sondern, weil eben Kampf der Parteien eine jede doch aus ihrer grundsätz- ücken Einstellung ihre vergangene und zukünftige Tätigkeit vor ihren Wählern wird erläutern und begründen müssen.
Dem naturgemäß erhöhten Interesse politisch bewegter Zeit wird der am besten Rechnung tragen, der selber sich um vertieftes Wissen und Durchdringen der Probleme bemüht. Das mag für den Kämpfer und Arbeiter des politischen Alltags nicht immer leicht fein, es 'st ober unerläßlich, wenn er über ein wenig eindrucksvolles Klonffschfen herauskommen will.
Aus diesen Erwägungen heraus scheint es an- qeb rächt, gerade jetzt auf einige Erscheinungen unseres Schrifttums hinzuweisen, die im gegenwärtigen Stadium des politischen Ringens von besonderer Bedeutung sind. Wir möchten beginnen mit dem Hinweis auf Professor Brauers Studie über den Sozialismus. Untere Einstellung zum Sozialismus, der uns als Weltanschauungsbewegung wohl immer in der Gegenfront begegnen wird, obwohl in manchen Punkten ein Zusammenarbeiten notwendig war und wieder werden kann, ist sicher dadurch besonders erschwert, daß es bisher an positiven Darstellungen des modernen Sozialismus fehlte, die zugleich schlagkräftige und stichhaltige Kritik waren. Hier ist beides vereint.
Neben dem Sozialismus Marxscher Prägung und den über ihn noch hinausgehenden Gedankenkreisen des Leninschen Kollektivismus und seines ihm im Grunde geistesverwandten Gegenpoles, des Fafchis- m u s, ist es auch heute noch der Liberalismus aller Abschattungen, der sich anmaßt, die einzig geltenden Grundlagen, des modernen Staatslebens bieten zu können" All diese Richtungen sind auf dem Grunddogma aufgebaut, daß der Staat bezw. die Gesellschaft absoluter Selbstzweck und darum letzte Quelle allen Rechtes ist. Wie demgegenüber die Grundlehren katholischer Staats- und Volksauffassung, die in der katholischen Philosophie längst ausgiebig erörtert wurden, zur Geltung zu bringen und für die Entscheidung unserer neuen Volkswerdung einzusetzen sind, behan-
gezählten und täglichen Ehristenverfolqungen in Räterußland, die widerrechtliche Einkerkerung von Priestern und Laien — nur weil sie ihren Eot- tesglauben nicht aufgeben wollen; die Verordnung, die die junge Mutter, nichtproletarischer Herkunft zwingt. Muttermilch für kommunistische „Staatskinder" her'ugeben, und ferner die Gebote des „Kommunistischen Juaendverbandes", denen zufolge die weiblichen Mitglieder des Verbandes den „Wünschen" der Genossen nicht widerstehen dürfen. — gewiß, das sieht alles den asiatischen Vandalen ähnlich! Ist aber so etwas nur im Räterußland möglich, und sind wir berechtigt zum Ausruf: „Gottlob, so etwas kann bei uns nun doch nicht geschehen!" . . . .?
I
Wenden wir uns den fünften Ereionisfen im eigenen Lande zu, und deutlich entrollt sich vor unseren Auaen ein Bild, das dem boschewikisch- af'ctifchen bestimmt n'cht nachü-ben dürfte Allerdings in einer „humaneren" Form beglückt man uns mit den „Kulturgütern" der Afiato-bolfche- roiffen . . . Ich erinnere nur an Berlin! Ist nicht dort am 14. Mai die Ehriftuskirche in der Strefe» mannstraße von ruchlosen Kommunistenhänden besudelt worden? Warfen nicht gosilofe Kommunisten einen Deutel roter Farbe nach dem Transparent „Lasset uns anbeten"? Waren es nicht lokale Kommunisten, die die Sonntaasmesse in vielen Kirchen Berlins. Sachsens und anderer Provinzen störten und danach trachteten, die Abendandachten während der Pfinasttaae unmöglich zu machen? Ist es nicht der deutsche „Kommunistische Jugendbund", der alllonntäglich durch deutsche Lande zieht und Vriester und gläubige Kirchenbesucher belästigt? Hat nicht die kommunistische Besirkslesiuna Ruhrgebiet 6000 antireligiöse Flugblätter an Kirchentüren verteilt, und schickt nicht dieselbe Bezirksleitung ihre Funktionäre in katholische Kirchen mit der Weisung, den Gottesdienst lächerlich zu machen? Und die Priesterschmähungen auf der IFA? Das Christus- und Papsttransparent? Ferner die Kirckenlchändungen in Oesterreich und den übrigen deutschen Bundesstaaten und die öffentlichen Angriffe auf Sitte und Moral! Sie alle fallen auf das Konto nicht-asiatischer Kommunisten, die sich ein festes Nest unter uns gebaut haben und mit allen erdenklichen Mitteln danach trachten, die 2000- jährige Kultur siegreichen Christentums zu untergraben. Ist man denn tatsächlich so kurzsichtig geworden, daß selbst unsere Intellektuellen nicht mehr erkennen, wo das hinauswill? Oder sind gar unsere führenden Schichten tatsächlich so überkultiviert, daß
weit Politik Einflußgebiet und Feld religiöser Betätigung fein darf, ist ja heute selbst unter Katholiken umstritten. Eine von der Religion gänzlich aelS’h* * gs'tik und foral» Lebensgestaltung wird zur Dämonie der Macht und des egoistischen Triebes, eine von der Welt entfremdete Religion zum blutleeren Schemen. Steffes gibt einen historischen Ueberblick über das wech- leloolle, von Fehlern in beiden Lagern nicht freie Ringen um die gegenseitige Beeinflussung und Durchdringung beider Mächte, deren Verhältnis dann in systematischer Untersuchung näher bestimmt wird; um so zur Antwort auf die Frage zu kommen: Welches ist das Idealbild der politischen Weltgestaltung vom Standpunkt des Glaubens aus, welche tatsächliche Weltformen bietet die geschichtliche Wirklichkeit? lieber den Streit der Tagesmeinungen hinaus werden die einschlägigen Fragen mit de Rüstzeug der Kultur- und Reli- gionsvhilosophie angegriffen und so in vornehmster Weise zur Klärung gebracht.
Neben diesen Einzelunterfuchungen sei noch hingewiesen auf das umfassendste Arsenal des Kampfes um Volkwerdung, Staat und Gesellschaft, das „Staatslexikon", dessen dritter Band vor kurzem erschienen' ist. Gerade dieser Band ist besonders reichhaltig: Er umfaßt die Stichworte: Kapi ula- fionen bis Panslavismus. Hier ist das gesamte Fragengebiet des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat zur Behandlung gekommen, weiter eine Unmenge der wichtigsten "Zeitfragen, die Probleme Liberalismus, Sozialismus, Modernismus, Okkultismus .. . wer nennt die Namen alle? Sind doch rund 450 Aufsätze in seinen 1926 Druckfvalten vereinigt. Es hat hier keinen Zweck, Mitarbeiternamen zu nennen. Wenn wir das Werk hier im Zusammenhang mit der augenblicklichen politischen Lage als Fundgrube politischer Bildung nennen — die ist es bestimmt in vorzüglichster Weise — so geht feine Bedeutung doch noch viel weiter. Es ist ein Ki'lturwerk im weitesten Sinne. (Die genannten Werke sind im Verlage Herder u. Co., Freiburg i. Br. erschienen).
Ein intimes Buch über die Ehe.
Es ist eigentlich kein Ehebuch, aber es beleuchtet diese heute so viel besprochene Problematik wie kaum ein zweites. Man erinnert sich, wie viele Ehebücher heute erscheinen. Jeder wirst sein bißchen Erfahrung in die Debatte des Tages. Wir Europäer sind ja groß darin, alleunferehei- ligen Werte zu zerreden. Und doch ist in all dem die Sehnsucht nach Reinheit, nach Ideal so groß. Es ist gar nicht wahr, daß man die christlichen Anschauungen über diese Dinge nicht hören möchte. Aber das ist schon wahr, daß die Sprache, die das Christentum hier spricht, gerade dem modernen Menschen auf feine Not antworten muh. Es
selbst sie an die „unvergängliche, siegreiche Kraft" deutscher Humanitätsduselei glauben? ....
Schauen wir tiefer hinein In das Land, wo „so etwas gottlob nicht geschehen kann" und wenden wir uns jener Bewegung zu, die heute zum Problem für den deutschen Katholizismus geworden ist. Ick meine die Bewegung der „Deutschen Gottlosen".
Der deutsche sozialistische Freidenker« v e r b a n d, der eine Filiale des räterussischen Verbandes „Der Gottlose" ist, besitzt z. Z. in Deutschland 1700 Ortsgruppen mit einer Mitgliederzahl von nahezu 700 000. Ueberall hat er seine Vertreter sitzen, die bas Leben der Kirche und ihrer Diener einer systematischen Kontrolle unterziehen, um sie bei der nächsten Gelegenheit irgendwie zu schmähen. Ihr Presseorgan „Der Freidenker" mti) sonstige Blätter des Freidenkerverbandes sind dem räterussischen Kampforgan der Gottlosen nachgebildet und verspotten in geradezu unerhörter Weise Kirche, Priester, Religion und Kultur. Jede passende Gelegenheit wird vom Verband sozialistischer Freidenker ausgenutzt, um das Gift der Gottlosigkeit in die Herzen der Menschen zu streuen, sei es vermittelst Radio, öffentlichen schauspielerischen Darbietungen oder Vorträgen, die verschleiert werden unter der Maske „Kunst und Wissenschaft" ober gar unter der Flagge karitativer Veranstaltungen segeln. Besondere Bedeutung muß der Wühlarbeit dieses Verbandes unter der schulpflichtigen und werktätigen Jugend beigemeffen werden. Bereits 150 000 Schulkinder im Alter von 6—14 Jahren find der „Kin d er f r eunhebe w e g u n g" des deutschen Gottlosenverbandes angeschlossen und diese Zahl wächst täglich! Hier wächst unter unseren Augen eine gvtt- und religionslose Generation heran! Auch sie wird einst Kinder zeugen, die religionslos sein werden. Darüber muß ernstlich nachgedacht werden.
Aber auch von nicht-kommunistischer Seite werden Religion und christliche Sitten untergrabet!. Fordert nicht der „T a n n e n b e r g b u n b" Lu» dendorfss von seinen Mitgliedern den Austritt aus der Kirche? Wird nicht den Mitgliedern des Bundes folgende Erklärung zur Unterschrift gereicht: „Ich gehöre keiner Religions- noch sonstigen Glau- bensgemeinschast an . . . Meine Kinder sind iW getauft und werden nicht getauft; sollten sie MW getauft fein, so nehmen sie ebenfalls nicht am 'ne» ligionsunterricht teil . . . "!? Und die vielen liberalen Vereinigungen, die ebenfalls die Religio" bekämpfen, schießen sie nicht wie Pilze aus oer Erde? Nicht vergessen darf man auch die N a11 o- nalsozialisten, die überall einen gehäfsgen Kleinkrieg gegen katholische Geistliche führen, um das Vertrauen des Volkes zu den Priestern zu 3*”’ stören und damit der Kirche zu entfremden suchet Sie wissen ganz genau, daß sie erst dann Ausllw»
wertvolle kulturelle Leistungen schenken Ibimt® und trotz Wahrung ihrer Eigenart in bestem vernehmen mit dem Wirtsvolke leben können.
Wenn die Feier einen so erhebenden unoP** friedigenden Verlauf nahm, so ist das mit ein verdienst des Festausschusses, im besonderen aber Des umsichtigen Go tscheer Advokaten Dr. Arco, der l $ zielbewußter Zähigkeit die Vorbereitungsarbeile leitete und in feiner versöhnlichen Form manMe Hindernis administrativer Natur u. technischer erfolgreich überwand. Gottschee wird für bte-o“ funft besonders ein Sorgenkind des 5Rei<v51’* banbes für bie katholischen Ausländsdeutschen 1 müßen, denn es gibt manche Frage hinsichtlich " P r i e ste r n a ch wuchse s, bes katholischt deutschen Religionsunterricht65, L wie der deutschen Schule zu lösen. ««FSB ßenswert ist es, daß gerade in diesen Tagen a der Feder des Leipziger Deutschtumsforschers • Hugo Grothe in der Sammlung „Deutschtum । Ausland" (herausqegeben von Universitätsprow.
Dr Georg Schreiber, Verlag Aschendorsf i" „ i fter i. W.) ein trefflicher Band über ^ostschee J reichem statistischem Material und Originalmwe aus den verschiedenen Teilen der Sprachinsel .MD scheint; a.uch in der vom Zentralinstitut fiir, „ „„ i Hang und Unterricht in Berlin auf VeranlassU SI von Schulrat Niemann herausgegebenen -Oeutiari tilmsbücherei ist von Dr. Hugo Grothe dem fcheer Deutschtum eine Lanze gebrochen. " beide Bücher besonders auch int katholischen des deutschen Volkes Beachtung finden und vaz ■ beitragen, dem Gottscheer Ländchen und feinee treudeutschen Bevölkerung weitere Freunde zu » » werben.
Die Stabt Frankfurt a. M. beherbergt bis zum 25. September dieses Jahres einen altehrwürdigen Gast in ihren Mauern. Im Städelmuseum daselbst ist der Welfenschatz ausgestellt worden. Aus sicherer Verborgenheit in Stahlkammern der Schweiz hat man ihn nun ans Tageslicht ge- | holt. Kaum einem der fetzt Lebenden war es bisher vergönnt gewesen, ihn zu schauen. So wirkt er nun fast wie ein Wunder. Ein geschichtlicher und künstlerischer Zauber eigener Art umweht ihn.
Der Welfenschatz ist der ehemalige Reli - guienbesitz des Braunschweiger St. Blasien- dvmes. Er besteht ausschließlich ans Werken der religiösen Kleinkunst. Er ist also ein Kirche lisch a tz. Drunonen und Welsen treten in der Zeit des Mittelalters als alleinige Stifter dieser Heiligtümer auf. Religuienbehälter in Form von Kops- und Armreliauiaren, Kreuzen, Tragaltäre. Osten- forien und Monstranzen weihten und opferten sie der Kirche und dem Gottesdienst. Gertrud von Holland (gest. 1077), Gemahlin des Grafen Liu- dolf 'von Braunschweig, bezeichnet sich auf einem Tragaltar als Stifterin: „Um in Ihm glücklich zu leben, brachte Gertrud Christo diesen Stein, erstrahlend in Edelstein und Gold, bar." Am Anfang des,11. Jahrhunderts ließ sie die beiden mit Edelsteinen besetzten, in Gold getriebenen Kreuze „zum Seelenheil" ihres Gemahles anfertigen. Vom fogenannten Welfenkreuz — ein goldenes reich geschmücktes Reliauienkreuz auf silbervergvldetem Fuße, oberitalienische Arbeit — wird angenommen, daß es durch die Heirat Welfs V. (gest„ 1120) mit Markgräfin Mathilde von Tuscien in den Besitz dieses Hauses gekommen ist. Heinrich der Lowe (gest. 1189), des Welfenhauses berühmtestes Mitglied, kennzeichnet sich auf einigen Stücken durch Inschrift als ihr Stifter. Die Zeit der Salier und Staufen fügte noch neue Schenkungen hinzu. Ihren Abschluß fanden diese
haar, bie ganze Behandlung zeigt die beat Höhe, auf der die Eoldschmiedekunst des 13 hunderts stand! Und wieder ein erletenes sowohl im Aufbau wie in der Ausstattung herrliche Kuppelreliquiar (um 1175-, em förmiger Kuppelbau in Gestalt eine byzantii K-rche. Und dann ganz eigenartig und z, auch einzigartig: der silberumfchlosfene An hl. Sigismund mit dem Lilienapfel.
Doch mit Worten oder gar mit einer nen Aufiäh'ung ist diesem Schatz nicht beiz men. Er ist nicht nur ein: Anhäufung Sammlung kostbarer Gegenstände. Die eher Wertschätzung beruhe auf ganz anderen als f listifchen ober materiell-geschichtlichen Gründei
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