MaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt
57.3aljt8
Bilder vom Tage
die
treue Grundeinstellung bafinnt, und den radikalen Elementen Leninscher und Hitlerscher Färbung die verdiente Abfuhr erteilt. Aber auch die Hugen- bergsche Richtung ist auf Umsturz eingestellt 'unb er, der im vorigen Wahlkampf nach „mehr Macht dem Reichspräsidenten" rief, hätte allen Grund gehabt, das kraftvolle Wirken der Regierung Brüning zu stützen und die Notverordnung des Reichspräsidenten anzunehmen.
Ordnung der Reichs-, Staats- und Eemeinde- finanzen sind zunächst die Grundlagen, auf denen ein neues Emporblühen der Gesamtwirtschaft begründet werden muß. Ein klassisches Wort sprach der greise Graf Posadowsky im Preußischen Landtag angesichts der Obstruktion der Rechten und Kommunisten bei Gelegenheit der Verabschiedung des preußischen Etats: „Ein Staat kann manchen Stoß vertragen, aber ungeordnete Finanzen kann kein Staat vertragen." Daher beteiligte sich Graf Posadowsky nicht an der Obstruktion, obschon auch er in Opposition zu der Regierung steht.
„In diesem Wahlkampf muß das deutsche Volk entscheiden, ob es sparen will oder nicht"» sagte! Dr. Brüning in Hagen.
Die in Vorbereitung begriffene Steuer- und Verwaltungsreform wird dem neuen Reichstag vorgelegt werden. Es werden tieifeinschneidende Maßnahmen nötig sein, um ein Chaos zu vermeiden. Opfer werden nötig sein, und vieile berechtigte Wünsche werden zurückgestelllt werden müssen, um die Existenz des Staates zu retten, um Nahrung und Obdach für viele Erwerbslose zu schaffen und die Wirtschaft in Gang zu bringen.
Derjenige, der zuerst auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig wird, der wird diese gewaltige We!lt- wirtschaftskrise überwinden.
An einem Wiedererstarken der Kaufkraft der großen Masse ist die deutsche Landwirtschaft stärk- stens interessiert.
Wir können keine noch so berechtigten hohen Preise erhalten, wenn die Bevölkerung sie nicht bezahlen kann, wenn keine Arbeit vorhanden ist, Handel und Industrie darniederliegen.
Durch Unordnung und Bürgerkrieg geht das Vertrauen des Auslandes verloren, das wir unbedingt nötig haben, aber auch das Kapital des Inlandes verflüchtigt sich und kommt der deutschen Wirtschaft nicht zugute.
Mit Stolz sollten alle Zentrumswähler erfüllt fein,» da eine wirkliche Führernatur und ein so kenntnisreicher Finanzmann und Wirtschaftler am Ruder des schwankenden Reichsschiffes sitzt.
Es ist Pflicht eines jeden besonnenen Landwirtes, die Partei dieses Kanzlers zu stärken und ihm durch einen gewaltigen Wahlerfolg die Rückenstärkung für ein kraftvolles Regiment zu liefern.
Ohne die verantwortungsfreudige Arbeit des Zentrums, dem Kristallpunkt der bürgerlichen Parteien und der Mitte überhaupt, kann das Chaos nicht vermieden werden. Jetzt heißt es, kleinliche Nörgeleien und Eigensüchteleien hintanzusetzen und mit Mut und Zuversicht werben für das Zentrum, das seine besten Männer in dieser trüben Zeit herausgestellt hat, die allem Vok^e mutig die Wahrheit gesagt haben, über das, was ist und was getan werden muß zur Rettung und zum Aufstieg.
Die Voftmrftröae.
Die Reichspost hat im Rahmen des Arbeitsbeschaffungs-Programms nunmehr Z u s a tz a u f - träge in der Höhe von insgesamt 2 00 Millionen R m. erteilt Man errechnet, daß mit diesen Aufträgen insgesamt 125 000 Arbeitslose auf ein Jahr beschäftigt werden können. Der größte Teil der Aufträge entfällt naturgemäß auf die Schwachstromindustrie, an die Aufträge im Gesamtbeträge von 132 Mill. Rm. erteilt sind. Die Mafchinenindustrie hat Aufträge in der Höhe von 23 Mill. Rm. erhalten, 22 Mill, entfallen auf Bauten und der Rest auf laufende Betriebsmittel. Wie f. 3- angekündigt, hat die Reichspost nur da Aufträge erteilt, wo Preisnachlässe bewilligt worden sind. Diese betragen bei der Schwachstrom- industris durchschnittlicb 12 Prozent, bei der Straft« fahrzeuaindustrie sowie bei den Bauten und den laufenden Betriebsmitteln 10 Prozent Schwierigkeiten haben sich ergeben bei der Zementindustrie, demzu klge das Z e m e n t k a r r e ' o u s g e i a l- s n ist, da in genügender Anzahl freie Firmen die Preisnachlässe bewilligt haben Auch die Lmo- eumn^'uftrie konnte sich nicht zu Nachlässen ent- fchtüßcn, infolgedessen tc’rb bei den Postaustragen des nächsten Jahres das ßinci • •m nicht vertreten fein. D'e Gummiindustrie hat ebenfalls Preisnachlässe m Rahmen von 10 Proze.it bewilligt.
we »Splittergruppe" des Mus Heller.
die christlichen Gewerkschaften sagen.
sozial-wirtschaftliche Korrespondenz, das EE?.. »er christlich - nationalen Arbeiterschaft . nds, weist auf den Christlich-sozialen 'Enst hm, der einflußreiche evangelische Füh- ch-ytlicheu Gewerkschaften als Kandidaten It habe. Dann stellt sie fest:
Christlich-soziale Volksdienst darf nicht Wechselt werden mit der völlig unbedeu- [•?,1 n k s r a d i k a len katholischen gruppe des Herrn Vitus Heller, die ^^yriylich-sg^iale Reichspartei nennt und sich
Volksrechtspartei verbunden hat."
Nachdem das Kabinett Brüning ans Ruder kam, wurden weitere Maßnahmen zu Gunsten der Landwnchchsit getroffen. Der Mahlzwang für in- kMd'fthen Weizen wurde verschärft, so daß der deutsche Weizenpreis unabhängig vom Ausland sich ! ?-,noima[ef Höhe bewegt hat. Durch die Roggen- kfjMltzgbakrion und das Brotgesetz ist dem weiteren | öes Roggenpreises zunächst Einhalt ge- I™ worden und ein gewisses Ansteigen erfolgt, öer Roggenpreis noch ungenügend ist. ^Wiedereinführung des § 12 des Fleischbeschau- Mes, wonach Auslandsfrischfleisch nur im Zu- mit den Innereien eingeführt werden WA« pot zur Folge, daß in diesem Jahr eine [ "Me Nachfrage nach dem Fettvieh des Inlandes k wahrend 1929 und 1928 ab Juli kaum zu WmEhmbaren Preisen das Fettweidevieh abzusetzen ?oeon am 30. September Die Einfuhr von
Gefrierfleisch aufhört, was ebenfalls ge- ■ ^gelegt ist, öürfte in diesem Jahr der kMatz von Weidevieh gesichert sein.
I die Schweinemästung mit ausländischer
I 'w nicht mehr rentabel wegen Erhöhung des
werden können, hätte unter Umständen das Kabinett Brüning bei der entscheidenden Abstimmung nicht in die Minderheit zu geraten brauchen.
Der Hang zur Eigenbrötelei liegt tief im Deutschen Volkscharakter. Nur in ungewöhnlichen Notzeiten ist der Deutsche geneigt, vorübergehend seine Selbständigkeitsbestrebungen zu Gunsten der Einordnung in ein größeres Ganze zurückzustellen. Nun, diese Notzeiten sind eigentlich da. Wir spüren sie täglich am eigenen Leibe durch die wachsende Arbeitslosigkeit und durch die sie immer vergrößernde Finanznot des Reiches. Es liegt also aller Anlaß vor, bei den kommenden Wahlen endlich einmal auf solche Sonderbildungen zu verzichten und alle Stimmen den Parteien zuzuführen, die die Aussicht auf die Gewinnung von Mandaten haben. Der halbkomische Prozeß, der sich dieser Tage in Berlin um den Namen „Deutsche Staatspartei" abgespielt hat, beweist doch wohl zur Genüge, aus welchen Motiven heute Parteien gegründet werden.
Es ist gewiß wahr, daß das deutsche Volk berechtigterweise an seinen Parteien vieles auszusetzen hat. Es wird aber nicht das Geringste gebessert, wenn sich diese Verärgerung durch die Stimmabgabe für die Splitterparteien Luft macht. Diejenigen, die so handeln, begeben sich damit praktisch des vornehmsten staatsbürgerlichen Rechtes, das sie haben, des Wahlrechtes, mit dessen Hilfe sie an ihrem Teil zur politischen Willeits^ bildung int Staate beitragen sollen. Ein bißchen vernünftige Aufklärung sollte eigentlich genügen, um auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit das Wählen aussichtsloser Splitterlisten ein für alle Male unmöglich zu machen. ___________________
* Zu Heyes Rücktritt. Zum bevorstehenden Wechsel in der Heeresleitung wird noch folgendes vom Reichswehrministerium mitgeteilt: Wie 'chon vor zwei Tagen erklärt wurde, ist zum 1. Oktober d. Js. keine Veränderung in der Leitung der Reichswehr vorgesehen. Auch liegt kein Rücklritts- qesuch des Chefs der Heeresleitung vor. Dagegen ist richtig, daß Generaloberst Heye den Wunsch geäußert hat, nicht mehr allzu lange Zeit im Amte zu bleiben. DieletzteEntscheidung hierüber ist aber noch nicht getroffen. Die Gründe
z. B. die „Vossische Zeitung" von dem „ungeheuerlichen Geisteszustand" redet, von dem diese Zeilen des Dr. G. W. Schiele Zeugnis ablegen. Gegenüber solchen Menschen, die ihre Phantasie mit der Politik verwechseln, sind mir immer großherzig gewesen. Wir erklären uns sogar bereit, dem Herrn Dr. G. W. Schiele ein Privatissimum darüber zu lesen, wie man in Deutschland eine politische Großmacht werden und sich in den Besitz straffesten Staat--,w"sens und saubersten Herr- fcherinstri'mentes der Welt zu setzen vermag. Heute nur soviel: man darf es nicht so machen wie Hugenberg und sein gelehriger Schüler Schiele.
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Wie die Königsberger Allgemeine Zeitung hört, haben die Landesorganisationen der Deutschen Bolkspartei und der Konservativen Volkspartei in Ostpreußen sich entschlossen, ein Wahlbündnis einzugehen und eine „gemeinsame Ostpreußenliste" für den Reichstag auf« zustellen. Reichsminister a. D. Dr. Scholz hat, rote im Reich, fo auch in Ostpreußen dringend zur Sammlung geraten Er hat, da er auf der Reichsliste der Deutschen Bolkspartei als Spitzenkandidat aufgestellt worden ist und als Parteiführer sich jebt für den besonderen Wahlkampf in Ostpreußen nicht zur Verfügung stellen kann, gebeten, an seiner Stelle einen O st preußen an die Spitze der Liste tu stellen. Die Kandidaten der beiden Parteien für den gemeinsamen Wahlvorschlag roerd-m in der Mitgliederversammlung der Deutlchen Volksvartei am Freitag abend bekanntgegeben werden.
* Selbstmord eines Mahlkandidaten. Der Vorsitzende der Kamener Stadtverordnetenfraktion der Wirtschaftspartei, Snndik"s W. Eckardt. der für dfe Reichstagswahlen als Kandidat im Wahlkreis Westfalen-Süd aufoestellt war, wurde in seiner Wohnung er frb offen a u f a e f u n b e n. Nach den ärztlichen Feststellungen lieat unzweifel- haft Selbstmord vor. Heber die Motive ist nichts bekannt.
* Maßnahmen zur Stützung des Peseten»- kurses. Aus Madrid wird gemeldet: Der ..Staatsanleihe"" veröffentlicht als Ergebnis eines Ministerrates, der sich mit der Stützung der Pese- tenwährung beschäftigte, eine königliche Verordnung. die den Ankauf und V er kauf ausländischer Devisen zwischen den einzelnen Banken, soweit es sich nicht zur Befriedigung der Kunden notwendig macht, mit Wirkung von 24. August untersagt. Die Banken müssen über De,vi- senope-ationen Buch führen und die di sbe'üqlichen Listen am nächsten Tage Beamten des Finanz^. Ministeriums auf Verlangen vorzeigen.
h‘:.e” Urteil wird in Fulda, wo manche Leute, kteJ’:0,1 ,^en Dinge aus einem sehr engen betrachten, möglicherweise in Ver- Setaten könnten, die christlich-soziale Reichs- su wählen, Interesse finden. Interesse ver- ■iiror m c ,etn "öer auch die Frage, wie solche ßtoahi tu^*3(^en sich auswirken. Äei denReichs- ! Ai irr beä Jahres 1928 entfielen ungefähr rShiu?°T.1}en Stimmen auf die sogenann- istoirt, Cr l^en- Sie sind in ihrer politischen fett ii+restlos verloren gegangen. BÖ; .besonders betrüblich, daß es sich zu- Mr- *‘inunen handelt, die bei klarerer Ev- politischen Realitäten unbedingt dem Men J?1 1 ’S€n Bürgertum zu Gute ge- chen y^’^-.Tenn die Absplitterung im foziali- ttt rCt ’-t verhältnismäßig gering. Man ■2... rechnen, daß die Wähler derSplit- fetien „ 5» 70 Prz. den bürgerlichen Mittel- sstep,,. "^llehören. Der Beweggrund für die 15f'..’oldjer Listen ist größtenteils Man- Bieiih; rUni).persönlicher Ehrgeiz. Wenn Mtzs^sEtsweise eine allgemeine Hausbesitzer- - ,n rechnet man damit, auf die btn. «"formierten in Hausbesitzerkreisen, die Sich «g "len Dieses Listentitels denken: das ist Skuteif-’v'?0 Seht es auch mit vielen anb<r- Hkis wndychen Sonderbildungen, die im End- teien führen, die bürgerlichen Mitrel-
■tt schwächen. Wenn alle diese Stimmen
Bten Wahl restlos hätten ausgenutzt
MNerfchie^e ie Krisenzeiten hat die deutsche Land- «irllwast seit Beginn des Weltkrieges durchgemacht.
" aalt, die Existenz Deutschlands zu behaup- Feind von den Grenzen fernzuhalten und zu ernähren, mußte dieser Notwendigkeit afflriergeorbnet werden. Die Art der Hand- tzabung der' Zwangsbewirtschaftung von landwirt- gastlichen Erzeugnissen während des Krieges und '«der ersten Nachkriegszeit aber führte zu einem: ^ketzpchcn Niedergange der Produktionsmenge und QMtät. Nicht Höchstpreisverordnungen und Er- dfsongszwanq, sondern Leistungsprämien und Zu- jHSmmg eines gerechten Erzeugerpreises hätten tie Produktion erhöht und mehr Nahrungsmittel f gebracht.
Nach der Inflation zeigte sich die Armut in der WWwirtschaft. Mangelndes Betr.iebskapital, hohe | zeihzinsen brachten neue Verschuldung. Es kamen p ' einige Mißernten und eine drückende Steuer- die ohne Rücksicht auf entsprechendes Einkom- ; getragen werden mußte. Solche Steuern waren a. Reichsvermögenssteuer, Rentenbankzinsen, eitern und die hohen gemeindlichen Zuge hierzu.
Twtz der Zollgesetzgebung, die 1925 in Kraft konnten die Preise der landwirtschaftlichein ukte keinen Schritt halten mit der Preissteigeider industriellen Waren, und dieses Mißver- is der Preise im Verein mit den erwähnten ren Lasten nahmen der deutschen Landwirb- st jegliche Rentabilität.
Es mußten neue Wege der Zoll- und Handelsgesucht werden, damit Schutzzölle auch wirkwirksam werden konnten. Früher hatte man ade in leitenden Kreisen der deutschen Land>- irtschaft stärkste Bedenken gegen gleitende Zölle, sich aber herausstellte, daß die Zollerhö- der Jahre 1928 und 1929 unwirksam blie- , weil einmal der Handel es verstand, während Zeit bis zum Inkrafttreten der Zölle gewaltige einfuhren zu vollziehen, und zum anderen die
i des Generals Heye find nur persönlicher, ! keinesfalls aber politischer Natur. Wenn jetzt Ver- 1 suche gemacht werden, durch Einwirkung auf ihre Personalien die Reichswehr in die Parceipolitik hineinzuziehen, so wird sich der Reichspräsident noch wie vor diesem Versuch entschieden entgegenstellen. Reichswehrminister und Reichspräsident bieten die Gewähr dafür, daß die Führerstellen in der Reichswehr nur nach militärischen, nicht nach politischen Gesichtspunkten besetzt werden. Die Oeffentlichkeit selbst hat ja auch ein Interesse daran, daß die Reichswehr aus der Parteipolitik herausgelasien wird. — Die amtliche Verlautbarung bestätigt diese Mitteilung über Heyes Rücktritt. Sicherem Vernehmen nach wird sich der Wechsel in der Heeresleitung bis zum 1. Dezember, dem Amtsantritt des neuen Chefs, vollzogen haben.
Hugenbergs Schüler.
Auch die Hugenbergfront sucht in diesem Wahlkampf mit neuen Männern aufzuwarten. Sie hat es auch bitter nötig, nachdem die Männer, die poli^ tisch etwas bedeuteten, nahezu geschlossen aus diesem Lager abmarschiert sind. Einer dieser neuen Manner Hugenbergs stellt sich in der offiziellen Parteikorrespondenz mit einem Artikel „Soldaten g e t st und Z e n t r u m s g e i st" vor. Es ist ^.?r Alldeutsche Dr. G. W. Schiele- Naumburg, ein Intimus Hugenbergs, der sein politisch-geistiges Niveau u. a. mit folgenden Sätzen zu erweisen sucht:
--Das Zentrum ist eine volitische Großmacht gewor- den, welche den Krieg und die Revolution gewonnen hat. Es ist ihm gelungen, die deutsche Kaisermacht der Ho- henzollern in den Abgrund zu stürzen, und was noch mehr ist. den König von Preußen zu beerben und sich in L u-&e5 straffesten Staatswesens und saubersten
,r» , r!nÜri>mentcs der Welt zu setzen". — In dem Artikel ist dann noch weiter die Rede von dem „über und Rom gesponnenen großen. Verrat vom Juli m DOm Zentrum und der Sozialdemokratie als den ^Gewinnern des verlorenen Krieges gegen die deutsche Nation", und zuletzt wird dem General von Lettow-Vor- bcck und den übrigen Deutschnationalen, die Hugenbergs Lager verlassen haben, das Zeugnis ausgestellt, daß sie „Marionetten des Zentrums" seien.
Diese Geisteserzeugnisse sind fo rührend, daß selbst die Nichtzentrumspresse sie zurückweist und
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Gerstenzolls, jedoch unterbindet diese Zollerhöhung und bas Maismouopol einmal die unendlich ausdehnbare industrielle Mästung, bann hat dies aber auch den Vorteil, baß der getreibebauenbe Großgrundbesitz nicht als Konkurrent des bäuerlichen Masters und Viehzüchters auftritt. Die Schweinemästung wird wieder rentabler, wenn eine weitere Steigerung der Produktion unterbleibt, denn die Grenze der Aufnahmefähigkeit Deutschlands ist erreicht.
Solange der Getreidebau rentabel ist, bleibt die mit mehr Arbeit und mehr persönlicher Aufsicht verbundene Rindvieh- und Schweinezucht und Mästung in größerem Ausmaß der klein- und mittel- bäuerlichen Landwirtschaft überlassen. Dieser Umstand ist ebenfalls eine Rechtfertigung des Gersten- zolles.
Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft ist der Milchzoll und Butterzoll zwar zu begrüßen, die volle Auswirkung kann aber nicht kommen, solange der niedrigere Zoll des finnischen Handelsvertrages nicht beseitigt ist. Dennoch ließe sich auf dem Gebiete der Milchwirtschaft viel herausholen, wenn ein Zusammenschluß der Landwirte in Molkereien und eine Abgrenzung der Belieferungsgebiete zwirschen den einzelnen Molkereien erfolgte. Hier müssen die landwirtschaftlichen Organisationen die Möglichkeit ausnutzen, die ihnen von der Reichs- regierung an die Hand gegeben werden durch die Mittel des landwirtschaftlichen Notprogramms und durch das neue Milchgesetz.
Die Hühnerhaltung hat einen enormen Aufschwung genommen, und der Eierzoll tut auch hier feine Wirksamkeit. Dazu hat Preußen in diesem Etat 800 000 RM zur Förderung der bäuerlichen Hühnerhaltung mehr ausgeworfen. Es werden noch für zirka 300 Mill. RM Eier eingeführt, sodaß hier für die bäuerliche Hühnerhaltung noch eine gewaltige Ausdehnung befürwortet werden muß.
Alles in allem kann man wohl sagen: Der tote Punkt in der Landwirtschaft ist durch die Regierung Brüning überwunden, wenn auch noch viel zu tun übrig bleibt.
Diese erfreuliche Entwicklung wurde jäh unterbrochen durch die Reichstagsauflösung, welche uns einen Wahlkampf bringt in einer Zeit 'tiefster wirtschaftlicher Depression.
In diesem Wahlkampf feiern die radikalen Schreier wahre Orgien und die Masse der Erwerbslosen, die Menge der Stellenlosen, aber auch der bedrückte und verschuldete Mittelstand unb Bauernstand verfallen den demagogischen Schreiern und Befserwisiern nur zu leicht.
Wenn die deutsche Landwirtschaft nicht geschloffen gegen den Radikalismus Front macht im Verein mit allen anderen schaffenden Ständen, dem Mittelstand und den christlichen Arbeitermas- fen, bann werden wir keinen arbeitsfähigen verantwortungsfreudigen Reichstag bekommen, der eine Lebensnotwendigkeit für den deutschen Staab und das deutsche Volk ist.
Sammlung zur Mitte, Zusammenfassung aller Kräfte zur Erhaltung der Ordnung und zum Aufbau und Aufstieg muß Parole und Feldgeschrei in diesem Wahlkampf sein!
Für die Landwirtschaft ist kein Grund vov- handen, wenn sie sich auf ihre konservative staats»
Luder mit gewaltigen Preisabschlägen twsttcleu, wurde zu Anfang dieses Jahres der de Zoll beschlossen und die Regierung er- M-Zollerhöhungen ober auch Abschläge mit Wirkung vorzunehmen.
Dr. Maria Monkesfori,
Begrünberm ber mobernen Erziehungsmethode m ben Äinbergärten, wirb am 31. August 60 Jahre alt Mana Montessori war Aerztin unb Kinder- gartenleiterin in Rom unb führte bort zuerst ihr psychologisches Erziehungssystem ein, bas vor allem auf bte frühe Selbständigkeit bes Kindes bei Spiel und Arbeit hinzielte.
Landwirlfchast, Kabinett Brüning und Wahlen.
Von Landwirt Josef Schmelzer, M. d. L., Oberhundem.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Well l ' i
im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag I Crtnnha A 1Ö1A
der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- ^OttlllCIg, aA» MUgUN
:: leituna 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::|