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Die neuesten Tips zur Herbfimode
Don Emmy Ficus- Frankfurt a. M.
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Fenster Zutritt gestattet. Warme Bettdecken werden ebenfalls langsam, aber mit einer gewissen Stetigkeit durch leichter« ersetzt. Federbetten sind, um dies in diesem Zusammenhang zu sagen, für Kinder jeden Alters ungeeignet. Am besten haben sich noch Koltern bewährt, bei denen auch eine Regulierung der Wärmegrade in den verschiedenen Jahreszeiten bedeutend leichter zu handhaben ist wie beim Federbett, das immer gleichmäßig dick bleibt und einmal zu warm, dann aber auch wieder zu kalt sein kann.
Schwierig sind alle Abhärtungsmaßnahmen bei empfindlichen und ängstlichen Kindern. Hier muß die Mutter oder die Pflegerin durch liebevoll« Worte für ihre Maßnahmen das nötige Verständnis zu erwecken suchen. Ein Kind, das auf die gesundheitlichen Vorteile einer sinn- und sachgemäßen Abhärtung hingewiesen worden ist, wird, namentlich, wenn es sich um ältere Kinder handelt, kaum größeren Widerstand leisten, besonders dann nicht, wenn man ihm sagt, daß alle Abhärtungsmaßnahmen zur Kräftigung seiner Gesundheit dienen.
heute daran, daß sie den schweren Braten nicht ohne weiteres auf ihre Eßgenossen losläßt, sondern versucht, ihm mildernde Umstände beizufügen durch reichliche Mengen von Gemüsen, von frischem Obst und grünen Salaten.
Die starke Belastung des Magens durch schwer verdauliche Speisen fördert das Mißbehagen am Leben. Darum braucht man nicht etwa armselig zu leben oder allein von Vegetabilien die Fröhlichkeit des Gemütes zu erhoffen. Dreimal in der Woche kommt Fleisch auf den Tisch. Cs wagt sich aber niemals allein mit Soße und Kartoffeln ohne Begleitgemüse auf den Eßtisch. Es ist vom Schauplatz als Star abgetreten und muh sich mit der Statistenrolle begnügen.
Man rühmt unseren österreichischen Landsleuten eine leichte Lebensauffassung nach. Sollte sie nicht mit den lockeren, luftigen Mehlspeisen mit Früchten in ursächlichem Zusammenhang stehen?
Es soll beileibe nichts gesagt werden gegen gelegentliche kleine Feste, gegen „vertrauliche Schmause", bei denen man einmal über die Stränge schlägt und in verschwenderischem Genießen sich dem Vergnügen hingibt, allen Mäßigkeitslehren ein Schnippchen zu schlagen. Aber her Grundton unserer täglichen Mahlzeiten soll auf Verdaulichkeit gestimmt sein. Das Ausbalancieren der Gerichte gegeneinander ist eine Kunst — tiefsten Studiums wert.
aber gerade in solchen Stunden ist die Freundlichkeit der Frau wahrhaft segenspendend, weil Mißmut und Verärgerung dann keinen Boden finden können, sich festzusetzen. Das Glück einer zufriedenen Ehe, die in Achtung und Liebe begründet, muß als kostbarer Schatz bewahrt werden, so daß es schon gut ist, ihm auch kleine Opfer und Ueberwindungen zu bringen.
Während man Fernstehenden gegenüber höfliche Rücksicht beachtet, wird dies im eigenen Heim oft unterlassen, obwohl die Menschen uns innerlich unvergleichlich näher stehen. Man wäre für die Seinen in der Stunde der Not zu den fchwersten Opfern freudigst bereit, aber für die kleinen Aufmerksamkeiten und Rücksichten des täglichen Verkehrs fehlt Sinn und Wille. Gerade im Haus ist das freundliche Gesicht aber eine unbedingte Notwendigkeit, mindestens so notwendig wie im Verkehr mit der Außenwelt. Freundliche Menschen kennen nicht Verdrießlichkeit und Empfindlichkeit, dieses schädliche Geschwisterpaar, das jedes gesellschaftliche Zusammenleben bedroht. Die Empfindlichkeit macht aus jeder Kleinigkeit oft tagelange Verstimmungen oder auch dauernde Zerwürfnisse.
Freundlichkeit aber kostet nichts als manchmal eine kleine Ueberwindung, aber sie kann unendlich viel geben, — das Höchste, was das Leben zu geben vermag, die Liebe und die Achtung unserer Zeitgenossen.
Die neuesten Strickstoffe sind von den gewebten Stoffen kaum noch zu unterscheiden. Weiche Angorawolle, Kaschmirwolle oder Voncletgewirk seine Art Flausch) werden dazu verarbeitet, falls man nicht vorzieht, Wolle mit Kunstseide zu durchwirken. Blusen und Westen fertigt man aus durchbrochenen Spitzengewirken. Kostüme und Pullover werden in Tweedmaniek aus Strickstoffen gearbeitet. Die Muster der Strickkleider bewegen sich zwischen Jaquarddessins und futuristischen Motiven. Neu sind die türkischen Muster an Strickgeweben. Neben dem damenhaften Hochstil für Nachmittag und Abend behauptet die Strickmode das Feld für Sport, Beruf und Straße.
Die Herbstmode hält auf Betonte Taille. Der Gürtel ist noch ein Stück nach oben gerutscht, er sitzt also noch oberhalb der natürlichen Taillenlinie, falls er nicht, bei Prinzeßformen, völlig fehlt. Eine gewisse Freiheit herrscht also nach wie vor, die es ermöglicht, den Anzug individuell zu gestalten, d. h. sich nach Figur, Umfang und Kolorit zu richten. Schließlich will sich die Frau doch geschmackvoll und vorteilhaft kleiden, nicht sich nur wahllos den Modegesetzen unterwerfen.
Die betont weibliche Linie mit fülligem Rock bleibk. Man erwartet zum Abend sogar die „große Toilette" mit Schleppe von einem Meter Länge. Zum Sttaßcn- kleid sieht man vielfach wie auch zum Nachmittagskleid, die Figur durch Abnäher herausgearbeitet. Der Rock legt sich glatt über die Hüsten (zuweilen als Biesensattel) und erhält erst unterhalb der Hüften die gewünschte Weite. Neuartig ist der Versuch, durch eingesetzte Faltenpartien dem Rock zu gradliniger Wirkung zu verhelfen. Oder man bügelt Glocken als Kellerfalten ein.
Die Jackenkleider reichen immer noch acht Zentimeter über das Knie, die Nachmittagskleider bis zu den Knöcheln. Der Rock ist niemals mehr unsystematisch, sondern er hat vorn und rückwärts tief eingelegte Falten. Auch der Gürtel der Jacke sitzt über der anatomischen Taillenlinie und die Jacke zeigt oft die gleichen Falten wie der Rock, manchmal auch als Randabschluß Pelzverbrämung. Ausfallend ist der hohe, große Stuart tragen aus Pelz, der in schmale Schals ausmündet und auch die Pelzmäntel dieser Saison auszeichnet. Diese Kragen rahmen völlig den Hinterkops ein, bedingen also das Tragen enganschließender, kappenförmiger Hütchen.
Die Bluse ist ebenso beliebt und salonfähig geworden, als sie vorher vernachlässigt war. Ihre Kragen und Manschetten, Fichüs oder Jabots aus plieffierter, spitzenumsäumter Georgette bilden einen allerliebsten Schmuck für die Blu^e aus Georgette oder Chinakrepp.
Auch dem Aermel schenkt man große Aufmerksamkeit. Bei schlanker Grundform weist er einen Glockenvolant
Aus dem kinderland
Von Dr. Hans Wieland- Wien.
Leichte kost und leichter Sinti,
Man braucht kein Philosoph $u fein, um den innigen Zusammenhang zwischen dem Herrscher Magen und dem Sklaven Stimmung herauszufinden. Eine einzig« bezaubernde Hummermayonnaise kann von unserem Magen so übel genommen werden, daß er sofort eine liefe Verdüsterung über unser Gemüt heraufbeschwört. Auch getrüffelte Pasteten und schwere Braten stehen auf der schwarzen Liste der Anhänger für „leichte und fröhliche Dinge", nach deren Genuß sich das „Chaos der Welt in ruhigem Behagen" zu ordnen scheint.
Zwar hat Wilhelm Busch herausgefunden, daß, wer einen guten Braten macht, auch ein gutes Herz hat, aber man würde das heute nicht mehr bedingungslos unterschreiben. Das gute Herz der Frau Köchin erkennt man
Die Abhärtung der Kinder
Von Dr. rned. Irmgard ® r e 11 e i n-Leipzig
Don allen Jahreszeiten ist der Sommer die eignetfte, größere und kleinere Kinder-abzuhärten. Abhärtung, d. h. die Erhöhung des Widerstandes Körpers gegen Temperatureinflüsse und damit auch gen Erkältungskrankheiten muß, wenn sie nicht für
Die praktische Hausfrau.
Stockflecken in Wäschestücken, sind im allgemeinen recht schwer zu entfernen, wenn sie jedoch noch nicht zu tief eingefressen sind, hilft Zitronensäure oder Weinsteinsäure, mit der die vorher leicht angefeuchteten Stellen betupft werden. Man läßt die Säure kurze Zeit einwirken und wäscht das Wäschestück dann in klarem Wasser durch.
einem Naturereignis verbunden sind. Er zeigt« aber wenig Interesse dafür, seine ganze Aufmerksamkeit war auf die mächtigen Eisblöcke gerichtet, die im Strombett lagen.
„Batt", unterbrach er mich plötzlich, „nicht wahr, diese Eisklumpen hat der liebe Gott erschaffen?"
„Ja, mein Junge", gab ich ihm zur Erwiderung.
„Der liebe Gott kann wohl alles."
„Ja, der liebe Gott kann alles."
„Kann er die Eisblöcke auch noch größer machen, so groß wie einen Wolkenkratzer?"
„Auch das steht in feiner Macht, mein Kind, denn Gott ist allmächtig."
„Glaubst du, daß er diesen großen Eisblock dann auch tragen kann?"
„Aber selbstverständlich".
„Vati —" Der Kleine hielt einen Augenblick inne und verzog das Mündchen. Endlich fuhr er fort: „Kann der liebe Gott auch einen so großen Eisblock machen, daß er ihn nicht fragen kann?"
Ich sah ihn überrascht an und schwieg.
Worauf er triumphierend lachte: „Siehst du, ätsch, der liebe Gott kann doch nicht alles!"
Kurti ließ sich erklären, was ein Fakir ist.
Ein Fakir, mein Kind, offenbarte ihm der Vater, „ist ein Mensch, der sich Nadeln, Nägel, Messer usw. ins Fleisch stoßen kann, ohne Schmerzen zu empfinden."
Da seufzte Kurti mit einem Blick auf den Rohrstock in der Ecke: „Ach wenn ich doch wenigstens hinten ein Fakir wäre".
Das freundliche Gesicht.
$on Dina Ernstberger- Neunkirchen am Brand.
Ein frohes, freundliches Gesicht wirkt wie ein Son- ^»strahl. Cs trägt Freude und Frohsinn auch zu de- ", die im Dunkeln stehen. Besonders schätzenswert ist freundliches Gesicht der Frau im Familienleben. 'M der Gatte ermüdet aus dem Geschäft heimkommt ■J® die Gattin tritt ihm mit freundlichem Gesicht und vnen, liebenden Augen für seine Wünsche und Be- Vmnhd)teiten entgegen, so wird bald die Unmutsfalte ./der Stirn verschwinden. Und der Mann wird der dl h? ^ren frohen Mut durch Ritterlichkeit und Liebe
danken wissen, manch rauhes Wort bleibt ungefpro- Dot den freundlichen Blicken der Frau.
^Aerger und Mißstimmungen kommen überall, auch ^.glücklichsten Eheleben einmal vor. Es mag dann Tr1 sein stets freundlichen Gleichmut zu bewahren,
Es war zur Zeit der gewaltigen Eisstöße auf Donau. Da ging ich mit meinem Söhnchen am Ufer spazieren und erklärte ihm die Gefahren, die mit so
Kind dauernden Schaden bringen soll, ganz allmählich geschehen. Cs hat keinen Sinn, ein Kind, das heute noch warm gewaschen worden ist, morgen eiskalt zu über- brausen, es hat noch weniger Sinn, Kindern, die warme Unterkleidung gewöhnt sind, diese van einem zum anderen Tage zu entziehen, um sie angeblich abzuhärten. Das Gegenteil wird eintreten, die Kinder werden sich erkälten und krank zu Bett liegen müssen. Die richttg gehandhabte Abhärtung wird langsam aber stetig durchgeführt. Will man ein Kind an kalte Waschungen gewöhnen, so verringere man van Tag zu Tag die Temperatur des Wassers um 2 Grad bis man auf ein Minimum von 18—20 Grad kommt, das vom kindlichen Körper bei allmählicher Anwendung ohne besondere Schwierigkeiten ertragen wird. Ist das Kind erst einmal an kaltes Wasser gewöhnt, so werden ihm auch gelegentlich tiefer stehende Temperaturen nichts ausmachen, namentlich dann nicht, wenn nach dem kalten Bad«, nach der kalten Abwaschung eine tüchtig« Frottierung und damit eine Neubelebung der Hauttätigkeit stattfindet.
Wie mit dem Wasser so ist es auch mit anderen Ab- härtungsmethaden. Ist man der Auffassung, daß ein Kind zu warm schläft, so öffne man erst einen Fensterflügel, ehe man der Nachtluft durch vollständig geöffnete
über dem Ellbogen auf, der bestickt, inkrustiert oder aus Georgette plissiert ist, genau wie der Westeneinsatz.
Das Material für Jackenkleider sowie für die unentbehrlichen Mäntel besteht in Tuch, Jersey, Velours de toine, Tweed, Samt oder englischen Stossen. Alle diese Gewebe find leicht, aber warm. Auch Kamelhaar wird getragen. Kammgarne, Wollrips und Wollgeorgette bevorzugen als Dessin einen zarten, wie gepinselten Streifen.
An Farben dominiert ein tiefes Rot, das sich als zu auffallend kaum durchsetzen wird. Die Mischfarben und kombinierten Farben sind passee. Lichtgrau wird wieder einmal Modeliebling. Braun und Marine bleiben für die Straße beliebt, ebenso Schwarz, das sich auch den Abend zurückerobert. Auch Russischgrün und Moosgrün nennt man als Modefarben. Auch hierbei entscheidet der spezielle Geschmack der Trägerin sowie — ihre Selbstkritik.
Die Mäntel arbeitet man ebenso in Sportformen wie mit Glockenteilen. Hier ist also keine fo bahnbrechende Umwälzung zu befurchten wie im letzten Jahre. Die Glocken werden durch eingesetzte Tüten, Kegel, Fächer und Blenden vorgefäuscht. Auch Blenden, Inkrustationen und piqierte Streifen beleben di« Rücken und beweisen gute Schneiderarbeit.
Als Kontrast zum Sommer wie aus zweckdienlichen Gründen sind die Herbsthüte wieder sehr klein geworden. Also richtige Kappen, die man jedoch aus der Stirne rückt, um das Haar noch sehen zu lassen. Kleine gezogene Kappen aus Samt, Haarfilz oder Velour soleil zeigen ein langes Samtband als Schmuck, das sich wie ein Schal um den Hals schlingen läßt. Daneben verarbeitet man Fencapeline, einen schmiegsamen Seidenfilz, dessen Produkte man in die Taschen stecken kann. Auch Samt bleibt Favorit der Mode, der schwarze Samt« Hut wird sogar als Abendhut bezeichnet.
Reben den Kappen sieht man Cloches mit breit ausladenden Krempen, die mit Samt unterfüttert werden oder Matelots mit rückwärttg hochgeklappten Rändern. Die Kappen verbergen im Gegensatz zu den Randhüten den gesamten Kops und verlängern sich im Nacken. Für nicht mehr ganz junge oder sehr scharfe Züge ist jedoch die Glocke ober die Matrosenform vorteilhafter wie die Kappe.
EinsachheU.
Nichts Großes fordert dir die Welt.
Nur, daß dir jeder Tag gefällt in feinem WeOellichte.
Daß du ihn nimmst, wie Gott es will, daß du ihn nimmst in Schmerz und Spiel, in Sonn- und Nebeldichte.
Margaret Hohmann.
Da stehl die steine Zunzfec, die Zeine sagt Frau Spiegelblank zu ihrem Mann. Gott sei Dank, sie nimmt für die Fußboden nur noch das gute
Wehrofol-Futzbodenglanzöl
Wehrosol macht die Boden blitzblank und glashart und können dieselben auch gewachst werden. In 1 ßtr. und V« ßtr. Originalkannen zu haben in der Central-Drogerie Carl Pauly.
Erziehung zur Barmherzigkeit.
Von Käche von Hartmann-Dresden.
Vor kurzem horte ich den Ausspruch: „Die meisten (Stern erziehen ihre Kinder wohl zum Gehorsam, zur Wahrhaftigkeit, zur Ordnung, zu jittfamem und höflichem ««nehmen, aber wie selten denken sie daran, daß auch Eto Hebung der Barmherzigkeit mit in das Programm «fjört!" Gerade in unserer Zeit, die so hart und streng K und so viele Menschen ohne Mitgefühl für den Näch- ften aufweist, ist es von besonderer Wichtigkeit in die Generation wieder die Barmherzigkeit, die aus bem Mitempfinden zur Tat treibt, zu pflanzen.
Schon bas kleine Kind lehre man, daß auch der I Spielgefährte Freud und ßeib fühlt, wie es selbst, daß er i (Mlich ist über ein Geschenk, aber unglücklich, wenn ihm dieses fortgenommen wird. Vor allem jedoch wende mm den Blick des Knaben und des Mädchens auf die zrmut, die in der Großstadt ja oft mit ihnen Tür an Tür wohnt.
Wie gerne wird Els« eine ihrer Puppen Nachbars Nariechen geben, das keine hat, wenn ihr erst das | Serftänimis für die Barmherzigkeit aufgegangen ist, wie eifrig überlegt Fritz, was er dem kranken Schulkameraden schenken könne, um diesem über die Langeweile mid die Schmerzen hinwegzuhelfen.
[Nie werde ich die Worte eines Vierjährigen vergessen, der auf die Frage, was er sich zu Weihnachten Wünsche, ganz ohne Beeinflussung seitens Erwachsener, sagte: „Ach Papa ich habe ja alles, gib lieber den Kindern, die keines haben, ein Schaukelpferd und einen Bau- । kästen". Aus solchem Holze werden die edlen Menschenfreunde gemacht, die später aufopfernde Barmherzigkeit üben, die als Missionäre, Aerzte, Schwestern in die Einöde ziehen, die im schlichten Ordenskleid Gutes tim, ohne auf Dank und Anerkennung zu rechnen.
Don klein auf aber muß das Kind angeleitet werden, fein Egoist zu werden, sondern auch an andere zu denken, anderen durch die Tat zu helfen. Wenn Lieschen in ihren Ferien für arme Waisenkinder Waschlappen strickt oder die größere Schwester aus Stoffresten versucht, Schürzen für sie zu machen, so unterstütze di« verständige Muster derartige Werke der Barmherzigkeit. In meiner Jugend sammelte unsere ganze Kloss« bunte Silber aus Zeitungen und Zeitschriften. Die geschicktesten Rädchen klebten dann diese hübschen Darstellungen von Kinderszenen, von Tieren und Pflanzen, aber auch humoristische Malereien fein säuberlich in ein Heft, damit die Kinder, denen die Eltern kein Bilderbuch kaufen konnten, auch ein solches bekämen. Es herrschte stets große Freude über diese reizenden Bücher und wir konnten nie soviel liefern, wie verlangt wurden.
Auch aus Wenigem kann man viel machen, das sei ein Hauptpunkt der Erziehung zur Barmherzigkeit. Ihr I Ellern nehmt euere Kinder auch mit, wenn ihr Kranke besucht, damit sie Milleid lernen und ihrerseits aus eignem Antrieb das nächste Mal eine Blume ober sonst eine Kleinigkeit bringen möchten. Nicht durch solche Einblicke in Not und Elend leibet bie goldene Sorgte« Weit der Jugend, vielmehr erhebt das Bewußtsein, lindernd eingreifen zu dürfen und legt den Grund zu einem barmherzigen, menschenfreundlichen Handeln auch im jWeren Beben. Denn Barmherzigkeit tut uns in diesen iwren Zellen besonders not und sie ist gottlob noch **W aus gestorben, wenn auch Pessimisten dies meinen.
meine
sehr nach dir
es ihm, wie Karl berich-
geht das soll nicht Mutter und oer-
„Ja", antwortet sie beim Lesen.
Da kommt Karl wieder. An seiner Mütze Schild ab. Er ist sehr unglücklich, aber er schlampig aussehen, sagt die Mutter immer, sieht sich bie Mütze an, legt sie auf den Tisch
mal neben uns gewohnt hat, er hat sich erkundigt."
„Ach, der Herr Grurnpel! Wie geht sieht er denn aus?" fragt sie aufmerksam, tet. Mutter liest bann roieber.
fleiben ist, ins Zimmer gestürzt: Mama
Iunb wird darüber aufgeklärt. Dann schiebt der Junge mit der Fibel und seinem Heft wieder davon.
Nach einigen Zeilen fragt der Mann: „Hast du das Gas schon abgedreht?"
doch auch mal ein Stück Zeitung ab, das Politische!" Mutter faltet die Zeitung auseinander und gibt ihm den politischen Teil. Sie lieft weiter. Nach drei Zeilen kommt Karl, der Zwölfjährige: „Ach Mama, hör mir doch mal die Vokabeln ab, ich werde morgen geprüft werden!"
Mutter schiebt die Zeitung weg und hört zehn Minuten lang Vokabeln ab, lächelt ihren Aeltesten freundlich an und lieft weitere sechs Zeilen.
Da kommt die siebenjährige Ilse, die schon am Aus«
Vater unterbricht: „Uebrigens, Mutter, mir fällt was ein — Maiers haben uns doch für Sonntag einge
laden, ich glaube, der Theodor hat Geburtstag, der soll wohl gefeiert werden. Wir müffen dem Jungen doch was mitnehmen? Was meinst denn?"
Die Mutter blickt auf: „Ja, ja, natürlich. Der Theodor? Ja, ich weiß nicht recht, was man da mitnehmen soll. Frag doch Karl — so Jungens wissen das immer besser." Und sie lieft weiter.
Der Mann lieft auch, aber nicht sehr aufmerksam, denn er hat schon in der Straßenbahn bas Wichtigste gelesen.
Es ist ganz still im Zimmer. Der Mann niest heftig
Die Frau schrickt auf: „Was sagtest du eben?"
Der Mann sieht sie verblüfft an, beide wissen nicht, was hier Spaß und was hier Ernst ist.
Der Mann gähnt, Mutter will weiterlesen.
Aber sie hat keine Ruhe mehr, der Mann fängt auch an, ihr etwas von der Reichstagswahl zu erzählen. Sie faltet resigniert die Zeitung zusammen und sagt; „Ich werde im Bett weiterlesen."
Der Vater schüttelt den Kopf: „Du wirst dir bloß die Augen verderben."
„Ich kann jetzt nicht lesen!"
„Es stört dich doch niemand!" meint er.
Mutter lächelt müde. „Gehen wir bald ins Bett?"
Er gähnt. „Ja, wenn du willst. Und lesen willst noch im Bett? Mutter, ich finde, dazu hättest du doch eigentlich am Tage Zeit genug!"
Strümpfe sind alle kaputt, welche soll ich denn morgen anziehen?" Die Mutter erwidert, daß keineswegs alle Strümpfe kaputt feien, sondern daß sich die meisten gerade in der Wäsche befinden, daß Ilse im Schrank, l'iks unten, noch zwei gute Strümpfe habe, die sie aber ja recht schonen möge. Ilse trollt sich mit einem müden „Gute Nacht!" Mutter lieft vier Zeilen. Da lacht der Mann auf. Sie fragt: „Was hast du denn?" „Hast du das gelesen?" fragt er, „Da hat es unser Abgeordneter den Anderen aber wieder mal tüchtig gegeben! Hast du es nicht gelesen?"
Sie schüttelt den Kopf und meint mit stiller Ironie: „Wann denn?"
Der Mann lieft weiter, auch Mutter lieft ein paar Zeilen, als sie von Otto, dem Neujährigen unterbrochen wird: „Mama bitte guck mal meine Rechenaufgaben an, sind bie richtig?"
Freundlich und hilfbereit rechnet Mutter schnell bie leichten Exempel durch. Otto hat zwei Fehler gemacht
butter lieft die Zeitung.
Von Frank Smetana.
®utter hat den ganzen Tag keine Zeit. Vielfältige c*urrrmt jede Minute in Anspruch. Nur nach dem
gönnt sich Mutter eine halbe Stunde, um die e 8 3U lesen. Auf dieses Vergnügen verzichtet sie
8«rn. Es klingt ganz einfach: sie setzt sich an den P^Unb lieft. In Wirklichkeit spielt sich diese halbe titin' ^eitungslefen so ab: Mutter setzt sich unter die feien»--11 &en Familientisch. „Hat jemand die Zeitung E/’ fragt sie. Nach kurzem Nachdenken meint der
"2a, ich glaube sie liegt im Schlafzimmer!" Endlich findet sie die Zeitung auf dem
if setzt sich nieder und schlägt die „Geschichte" i . rschrift, soundsovielte Fortsetzung. „Habe ich - 8fh®e Fortsetzung eigentlich schon gelesen?" denkt tzH ir 65 scheint zu stimmen, es geht los ... .
jj^fragt der Mann, der sich bisher mit sich selbst be- E?1 vQt, ganz plötzlich: „Sag mal, was gibt es denn >j‘‘ essen?"
I bückt von der Zeitung auf: „Wie meinst
chj rpcf7 f°» morgen zu essen, jaaa — ich weiß noch i entfri? x' ' ’ Eine kleine Debatte entspinnt sich, M n.rJ „n "^b, daß es Kartoffelmus mit fieber gibt. K* lleft sie weiter
H aciFQnn- i)er sich im Augenblick nicht zu beschäfti- I t unterbricht sie nach zwei Zeilen: „Gib mir 1
spricht, den Schaden noch vor dem Schlafengehen zu heilen .
Dann kommt Otto noch einmal, zeigt feine verbesserten Aufgaben und sagt „Gute Nacht". Mutter lieft.
Draußen schlägt es neun mal.
Der Mann blickt auf und sagt zu feiner Frau: „Nun sieh dir mal unsere Uhr an, was hat die bloß? Eben schlägt es neun und hier fehlen noch ganze elf Minuten!" Mutter sicht auf den Regulator, steht auf, stellt die Zeit richtig und lieft dann weiter.
Karl sagte: „Mutter ich soll dich grüßen, hab ich ganz vergessen — ich traf heute den alten ©rumpel, der
se. 188
zur Fuldaer Zeitung
IS. August