Paul
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Begebenheiten aus aller Welt
Bilder vom Tage.
Prof.
der ist.
undherz. Eine gewöhnliche Taschenuhr tickt " ^Omal in einer Stunde, folglich 411840mat in einem laae, 150 424 560mal tn einem Jahre. Bei sorgfältiger Behandlung geht eine Taschenuhr zuweilen hundert Jahre richtig u. m diesem Falle würde sie 15 042 456 000- mal ticken. Eine Uhr ist von hartem Metall gemacht; aber es gibt eine andere merkwürdige Maschine, die aus weit weicherem Stoff besteht und doch SOOOmal in einer etunbe schlagt, 120 OOOmal in einem Tage, 43 809 OOOmal tn einem Jahre. Sie dauert auch wohl, jedoch nicht oft, hundert Jahre und würde dann 4 380 000 OOOmal schla- gen. Man sollte denken, diese Maschine müßte, da sie so weich ist, sich schneller abnutzen als die andere: aber bem ist nicht so. Jedermann hat diese kleine Maschine bei sich und kann ihren Schlag fühlen — sie ist sein Herz. • '
♦ Nach 30 Jahren Treue schwere Unkreue. Ein Kassenbote, der bereits mehr als 30 Jahre bei einer Leipziger Großbank angestellt war, hatte von der Hauptkasse des Hauses 70 000 Mark abzuholen und war mit dem Gelds verschwunden. Er konnte jedoch bereits an demselben Tage festgenommen werden. Das Geld fand man noch vollständig in seinem Besitz.
Gruben-Anglück in Westfalen.
Auf der Recklinghäuser Zeche Ewald — Fortsetzung von Erkenschwick — erfolgte Donnerstag vormittag gegen 10 Uhr bei Schießarbeiten ein Einsturz des Hangenden. Dabei wurden mehrere Bergleute verschüttet. Nach den bisherigen Feststellungen fanden zwei Steiger den Tod, während ein Schachtmeister schwer verletzt wurde.
* Abwehr des Afridi-Angriffs gegen Peschawar. Sechs Flugzeuggeschwader warfen Bomben auf die aufständischen Afridi, die in Stärke von 5 000 Mann Peschawar anzuareifen drohen.
entstehst du. Doch stürmt deine Kindheit durch ei sches Tal, wa das von der Außenwelt abgesä Bölkchen der R h ä t i e r in romanscher Zunge teinische Sprache spricht, die so als Insel der Eu sich bis heute in den Ozean der Weltsprachen 0' hat.
In Disentis besteige ich die elektrische Dah trägt mich flugschnell und rauchlos weiter rheinai an Jlanz, der „ersten Stadt am Rhein", oorbe Balendas-Sagens. Hier hat sich der Rhein bis f® Reichenau durch das gewaltige Trümmerfeld eine geschichtlichen Bergsturzes eine wilde Schlucht geft es an Großartigkeit mit bekannten HochgebirgsfH wohl aufnehmen kann. Unter ausgehöhlten Felsa braust das matt olivgrüne Gletfcherwasser mit st gekrönten Wellen dahin, ein Bild ungebrochener Bei Reichenau vereinigt er sich mit seinem jüngerer der, dem vom Rheinwaldgletscher kommenden » rhein, und nun ziehen beide oder, soll ich fnSfn' beide ungezügelt zwischen der Schweiz und Dn® dahin, an der alten Bischofsstadt Chur, an dem bade Ragaz, an dem Fürstentume Lichtensteins in den Bodensee, dem Bad ihrer Neugeburt, am sie geläutert heroorgehen als der deutsche Rhein, 2)i lands Schicksalsstrom.
Suppenkafpar mag feine Suppe nicht, ;
„Schön Suppe essen, mein Junge", mahnt ter, „Suppe macht größer!"
Sagt der Junge: „Dann gieß doch mal ®«ff meine Schuhe, Mutter. Die sind zu klein."
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„Mama, hier sind die 15 Pfennige zurück." , „Aber Kind, die habe ich Dir doch für e«*V , marke gegeben, die Du auf den Brief kleben ss>u
„War nicht nötig, Mama. Ich habe den ®rief ' ahne Marke in den Kasten geworfen, als der gerade nicht tzinsah."
Geheimrat Dr. phil. Arthur v.
(Frankfurt a. M.),
Dr. ing. und med. ehrenhalber, seit 192 des Derwaltungsrats der I. G. Farben 11. August 70 Jahre alt. Weinberg, ' reiche wissenschaftliche Arbeiten in den sten chemischen Fachzeitschriften veröffenü erfreut sich auch als Pferdezüchter und R besitzer eines großen Rufs. Anläßlich sei burtstages ernannte ihn die Stadt Fran ihrem Ehrenbürger.
Frau Alexandra Kallontay.
bisher sowjetrussische Gesandte in Norwegen, vom Vollzugsausschuß der Sowjets zur rin des verstorbenen Gesandten in Stockholm Kopp «mannt.
der Komponist des berühmten Rheinliede rheinisches Mädchen beim rheinischen Wein" in München seinen 85. Geburtstag. Pros, ein Mitbegründer des Kölner Konservati der heutigen Musikhochschule, schrieb Mr 90 er Jahre sein „Rheinisches Mädchen", k volkstümlichsten aller Rheinlieder ge
überhaupt in Frage kommen können, sind die Reichsbahnbeamten in diesen Stellungen kündbare Angestellte, und von den Kündigungsmöglichkeiten gegen sie wurde auch wiederholt praktisch Gebrauch gemacht. Im übrigen erhalten die Reichsbahnangestellten dieser höchstbezahlten Kategorie die Pensionsbezüge nur nach der Reichsbesoldungsordnung, so daß die erhöhten Gehälter tatsächlich Leistungszulagen umschließen.
Die Gesamtgehaltssumme, die an die Reichsbahnleitung über die Besoldungsord- n u n g hinaus gewährt wird, liegt bei eineinhalb Millionen. Die Leistungen dafür sind unbestritten Trotz der mörderisch unter dem kostbarsten Eisenbahnmaterial aufräumenden Bestimmungen des Versailler Vertrages, trotz der luftraubenden Belastungen der Tributabmachungen, trotz des Zwanges zur Schonung von Wirtschaft und Volk beim Wiederaufbau unseres Reichsbahnwesens, trotz des erschreckenden Zustandes der öffentlichen Finanzen, steht der gewaltigste Bau des deutschen Verkehrswesens gesund und wohlgeordnet da. Darüber hinaus gelang c; unserer Wirtschaft infolge der Initiative der Reichsbahn in der Rationalisierung, mcht nur rechtzeitig ihre Millionen-Unternehmen den neuesten Erfordernissen der Technik anzupassen, sondern ihre Arbeiterschaft auch durch Auslandsaufträge für neue Maschinen und technische Einrichtungen zu beschäftigen, die erst aus den Erfahrungen und neuartigen Bedürfnissen der Reichsbahn entstanden sind. Lassen wir also den Spitzon- angestellten ihr Gehalt und der übrigen Beamten- und Arbeiterschaft der Reichsbahn ihre Leistungszulagen. Wir fahren dabei in mehr als einer Bedeutung am besten.
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.Soweit der Verteidiger der jetzigen Gehaltsordnung der Eisenbahn. Er kann sicherlich nicht auf allgemeinen Beifall in den beteiligten Kreisen rechnen. Seine Beweisführung muß aber auch einmal angehort werden, wenn die Angelegenheit sachlich geklärt werden soll. 9
veamlenfrage
!--- Li«- veamkeneingabe an die nfnt glerung. Auf den Erlaß des preußll steriums gegen eine Beteiligung von B k a l e n Parteien haben der Deutsch- der Preußische Beamtenbund der vreubit gterung eine Eingabe zugeleitet, in de>- d ze.ger" zufolge auf die durch die Reich- Beamten gewährleistete Freiheit de? ftnnung hingewiesen wird. Zum Schluk ^BemMenverbände, daß der genannte ff, bischen Staatsministeriums erneut Zweikoi „ heit derBerfassungsgarantien Hervorrufen m dern eine Ueberprllfung in der Richtung Z u g e h ö r i g k e i t zu den in Betracht koiw, teren nicht unter das Verbot gestellt werbe?
Parteifreunde!
Stärkt den Wahl-Aonds
des Zentrums
Spenden an Postscheckkonto Frankfurt a. 21t. SO XIX Franz Enders, Kassierer ber Zentrumspartei für den Reg.- Bez. Kassel in Fulda.
Glückwunsch des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers an Krupp von Bohlen. Der Herr Reichspräsident hat Herrn Krupp von Bohlen telegraphisch seine Glückwünsche zum 60. Geburtstag übermittelt. Auch der Herr Reichskanzler gesprochen E Telegramm seine Glückwünsche aus- f * ®ie belgische Kronprinzessin Astrid wird ka- tholisch. Die belgische Kronprinzessin Astrid, die aus dem schwedischen Königshaus stammt, ist von der protestantischen zur katholischen Konfession ubergetreten. Die Feierlichkeit fand unter der Leitung des Erzbischofs von Mecheln statt. Die
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Sachlich ist das Schicksal Deutschlands nur da- M m emer aussichtsreichen, der Stärkung des Landes und des Volkes dienenden Richtung zu halten, daß wir all« aufbaubereiten Kräfte, mögen sie aus einem politischen Lager kommen, wie sie ^°"eN' .1>- emer großen schöpferischen Synthese aus führen b6S bergen Volksstaates zusammen-
Prälat Prof. Dr. K a a § am 29. Juli 1930 vor dem Reichsparteivorstand des Zentrums.
* Auko rast in eine Soldakenabkeilung. In Berlin-Moabit hat sich ein schwerer Unglücksfall ereignet. Eine Autodroschke, die infolge des regennassen Asphaltes ins Schleudern geraten war, stlhr in voller Fahrt in eine etwa 30 Mann starke Formation der Reichswehrwachttruppe, die gerade durch die Paulusstraße marschierte. Zahlreiche Reichswehrleute wurden zu Boden gerissen. Vier von ihnen blieben zum Teil schwer verletzt auf dem Pflaster liegen. Die Soldaten brachten die vier Verletzten zu einem in der Nähe wohnenden Arzt, wo ihnen die erste Hilfe zuteil wurde. Dann wurden zwei, die bisher das Bewußtsein noch nicht erlangt haben, in sehr ernstem Zustande in das Moabiter Krankenhaus geschafft.
kaflüge noch in guter Erinnerung sind, trifft dieser Tage zu einem Besuch in Berlin ein, wobei, wie das „B- T." zu wissen glaubt, über das Projekt einer Bezwingung des Mount Everest im Flugzeug verhandelt werden soll. Die Schwierigkeiten und Gefahren eines solchen Fluges sind natürlich, rote man sich nach dem bisherigen Ausgang aller Mount Everest-Expedition denken kann, besonders groß.
Cholera in Afghanistan.
wtb. Teheran, 7. Aug. (Eig. Meld.) Nach hier I vorliegenden Meldungen ist in Afghanistan eine Cholera-Epidemie ausgebrachen, die sich schnell I ausbreitet und täglich 200 Todesopfer fordert.
I * Selbstmord eines Berliner Regierungsralcs. I Der 50 Jahre alte Regierungsrat Radlof vom Ber- I liner Polizeipräsidium hat in einem Brandenburger Hotel wegen Nervenzerrüttung Selbstmord durch Erhängen begangen.
* 300 Schafe verbrannt. In den Nachmittagsstunden des Montag brach int Gut Stresow bei Burg in der Nähe von Magdeburg ein Groß- i feuer aus, das in kurzer Zeit die große Scheune und einen 80 Meter langen Schafstall vollkommen einäscherte. Dreihundert Mastschafe, die sich in dem Schasstall befanden, konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden und kamen in den Flammen um. Ebenso wurde ein großer Teil der bereits eingebrachten Ernte vernichtet. Der Sachschaden ist außerordentlich hoch.
* Auf den Mount Everest im Flugzeug. Der bekannte Schweizer Pilot Mittelholzer, dessen Afri-
Jch habe nicht Zeit zu langer Rast. Das Bild seiner, des Rheines, Geburtsstätte präge ich mir tief ein, das Bild dieses kleinen, stillen, dunkeläugigen Sees im Raume des großen Schweigens, bewacht vom Babus, der wie ein Hermelinbebeckter Markgraf mit Ernst und Würbe breinfchaut. lieber Geröll begleite ich eine kurze Strecken den jungen Strom, bis er recht die steile Felfen- rinne hinunterschießt Dahin kann ich nicht folgen, und ich überschreite eine spärlich bewachsene Halde. Dann lasse ich mich von einem Fußpfade in großem, vielfachen Zickzack über hängende Matten hinabfichren zur Paß- straße, die Andermatt im St. Gotthardgebiet mit Disentis im oberen Rheintal verbindet. Selten scheint eines Fremden Fuß dieses Gebiet zu betreten, denn die Alpenflora erfreut sich in seltener Ueppigkeit eines ungestörten Daseins. Mit Leichtigkeit hätte ich Edelweiß vom brüchigen Kalkfelsen abheben können. In Menge hätte ich Enzian, Arnika, Alpenrosen, Altmann, Männertreu pflücken können. Ich erfreute mich an ihrem Anblick und ließ sie oben in den Bergen. Gottseidank, dachte ich, daß die prahlsüchtigen Blumennarren und gewohnheitsmäßigen Pflanzenwilddiebe nicht bis hierher vordringen.
Wegen des Autoverkehrs zum Verlassen der Paßstraße gezwungen, steige ich an der linken Talwand empor und schreite an ihr entlang der ersten größeren Siedlung unterhalb des Oberalppasses zu, dem Weiler Tschamut, immer das weite Tal des Rheines vor mir, flankiert von über 2000 Meter hohen Bergketten. Die Talsohle ist im allgemeinen ziemlich breit und darum ist das Rheintal, wenngleich als Ganzes gesehen, gewaltig, doch nicht so wild-romantisch, so interessant wie die Täler der Reuß. der Aare, der -K- - itichinne,
darum auch vom Fremdenstrom nicht so überflutet. Es ist ein Helles, ein freundliches Tal, so recht ein Tal für einen beschaulich reisenden Deutschen.
Hinter den Hütten von Tschamut und der anderen Oberrheindörfer fielen mir große, leiterartige Holzge- stelle auf. Diese dienen zum Trocknen des mageren Ge-
Reife und Wanderung.
— Der 100 000. Fremde in Heidelberg. Der Fremdenzustrom in Heidelberg hat trotz der wirtschaftlich un- günstigen Lage nicht nachgelassen. Dieser Tage traf hier der 100 000. Besucher ein.
Tagnngen.
I — „Weskhilfe". In der jetzt überall beginnenden I Grenzlandarbeit für das Rheinland will auch die deutsche I Kaufmannsjugend nicht fehlen. Den Auftakt zur ideellen I Westhilfe bildet der Tag der Kaufmannsjugend in Singen am Rhein oom 9. bis 10. August, den der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband durchführt. Im Anschluß an diese große Ta- I Dung, zu der über 1000 Iungkaufleute erscheinen, werden Lehr- und Wanderfahrten und Zeltlager der Kaufmanns» lugend ein anschauliches Bild von den rheinischen Grenz- landen und ihrer Bevölkerung vermitteln, aber auch den Bewohnern unseres Rheinlandes zeigen, daß die Kauf- mannsjugend ihrer gedenkt. Acht Lehr- und Wander- I fahrten in die Eifel, nach Eupen-Malmedy, in das Saar» Sfb'et, durch die Pfalz und die angrenzenden rheinischen Gebietsteile erfassen fast 400 Jungkaufleute, außerdem 3 I Zeltlager bei Annweiler, in der Eifel und auf dem Tur- I nierplatz des Schlosses Rheinstein nochmals 300 Jung- I kaufleute. ö
treides, das hier oben noch angebaut wird und in Gar- ben nicht ausreifen kann. O, Armut, Selbstgenügsamkeit, Zufriedenheit und nicht unfreundliche Verschlossenheit der Berghirten. Ihr habt auch dieses alles noch zu eurem Glücke bewahrt, trotz der Stationsnähe der Bergbahn Chur-Andermatt-Brig.
Reizvoll ist für mich immer das Ueberfchreiten der Baumgrenze. Darum setzte ich meine Fußwanderung über den Luftkurort Sedrun bis zu der in der Schweiz berühmten Benediktiner-Abtei Disentis fort. Verzweifelt stehen auf ben Matten und an den Bachrändern Zwergkiefern. Dann erscheinen, gewöhnlich angelehnt an große Felsblöcke, verkrüppelte ober vom Sturm zerzauste Arven, Fichten und Lärchen. Hier und da kriecht ein Zwergwacholder am Boden hin oder hält aufrecht stille Wacht unweit eines großen Blockes. An einer geschnitzten Berglehne zeigt sich nun auch ein Tannenwäldchen und an seinem Sonnenrande steigen aus geringem Birkengebüsch und Brombeergesträuch die dünnen Stämme der Erle empor. Allmählich erscheinen verkümmerte Eichen neben den schlanken Kegeln der Fichten. Der Laubwald löst den Tannenwald ab. Man hört Vogelge- zwitscher zum Herdengeläute. Die tiefe Tempelruhe der Schnee- und Eisregionen ist gewichen. An die Erstarrung im ewigen Eise reiht sich das emsige Leben im lochenden Tale. Der Abstieg vom Firn aus Wolkenhöhe ins Reich der Menschen ist immer ein Miterleben der Schöpfung, ein Gang durch das Sechstagewerk des Schöpfers, das dadurch nicht kleiner wird, weil er es uns Menschen durch unsere Sinne auf diese wunderbare Weise schauen läßt.
Durch die Pracht dieser Bergnatur, die der Mensch durch seine Bauten in Städten und Dörfern, in Kirchen Burgen und Kapellen zu erhöhen sucht, zieht sich das von den schäumenden Wellen weiß gesprenkelte, dunkelgrüne Band des Königsstromes. Deutscher Rhein! An deinem Ursprung ließ ich dich deutsch sprechen. Ich tat recht daran. Denn an der Grenze des deutschen Kantons Uri
Wo der Rhein entspringt.
Von I. Kokle, Fulda.
„Grüezi wohl! Woher chömmet Sie? Von obbe?" rief mir keck der junge Bursch zu, der hüpfend aus einem ziemlich kleinen, ganz abseits gelegenen Hause kam. „Also vom See da oben", fuhr er hochdeutsch fort, „wo meine Landsmännin, die Reuß, daheim ist. D i e stammt aus einem größeren Hause, dem Oberalp- fee, der auf 2000 Meter Paßhöhe an der großen Verkehrsstraße liegt, wo die hohen Herrschaften vorbeisausen, dann und wann aussteigen und einkehren. Und erst die Rhone jenseits des St. Gotthard, die kommt sogar aus dem Krystallpalast eines Gletschers. Ein vornehmes Fräulein! Ich bin halt ein armer Bursch, aber ein flot- ter. Und erst meine Kraft! — Lange muß ich durch einsame, stille und arme Gegenden wandern, bis ich beach- tet werte" — er ahnt nicht, daß später um ihn als Mann Volker in ewiger Fehde ringen und sich schwächen —. '' ruhen Sie sich ein wenig hier oben aus und bann begleiten Sie mich eine Strecke meines Weges!" So ptau&erte der junge Rhein, der unter einem Felsriegel ^.a « ,unb ein wenig schäumend hervorbrach. Ich
überkletterte den Riegel und schaute in erdferner, sonnennaher Einöde einen kleinen See, den Tomasee der mif der obersten Bergstufe des 2931 Meter hohen Badus eingebettet dalag.
Su einsamer Bergsee in wild zerklüfteter Steinmulde zwischen schneebedeck en Bergesgipfeln, Ursprung des Rheines, an dessen fernen Ufern ein gedankenschweres, manchmal weltfremdes Volk wohnt, schafft und strebt — nicht selten auch leidet unter selbstgeschaffenem Weh und vieler Feinde Macht, du reiner Bergsee in unberührter Gralsschüssel, die auf den zusammengedrängten Schultern sturmerprobter Alpenwiesen ruht, bist du nicht ein Abbild des Volkes voll Kraft, Klarheit und Reinheit, des deutschen Volkes!
I * Zwei Todesopfer des Grubenunglücks im I Saargebiet. Von den ins Vöiklinger Knappschaftskrankenhaus eingelieferten Verletzten der Schlagwetterexplosion aus der Grube Elarenthal
I sind zwei verletzte Bergarbeiter geworben. Der I amtliche Bericht des Oberbergamtes meldet, daß I sich die Entstehungsursache des Unglücks bisher noch I nicht feststellen ließ. Die Explosion ereignete sich I „ * AtU dem Polizeirevier in Halmsee (Berlin) I in dem Augenblick, als die Frühschicht in Stärke I Zellte sich der 25 Jahre alte Balitros Thielecke I von 280 Mann eingefahren war. Von dem Un- I au§ Halensee und gab an, nachts seine 47 Jahre I glück wurde jedoch nur die Belegschaft betroffen, I aIte Mutter Camilla Tzschoeckel mit einem Dolch die sich v o r d e m S t o ß befand. Man bezeich- I Brust- und Armstiche ermordet zu haben.
I nct es als einen besonders glücklichen Umstand, I "Aauptet, in Notwehr gehandelt zu ha- I daß der Schlagwetterentzündung keine Kohlen- I , ®ie. Mordkommission fand die Tote in Bade- stauberplosion folgte, da in diesem Falle die ge- n und andere Wäschestücke eingehüllt neben der samte Belegschaft und die gesamten Anlagen ret- Badewanne liegend auf. Da die Leiche mit einer
tungslos verloren gewesen wären. Die Rettunas- Wäscheleine zu einem Paket zusammengeschnürt
Mannschaft, die vom „Richard-Schacht" aus die war, wird angenommen, daß der Täter sie aus dem Unglücksstelle erreichte, konnte schnell und ohne W’*’! wollte um seine Tat zu verbergen, große Schwierigkeiten ihre Arbeiten beendigen. beä.®orbtc^ "habe die Tat in
Die Opfer haben zum Teil furchtbare Brandwun- W; V «'N arbeitS-
den daoongetragen. In der Grube selbst sind jedoch Mutter, weil sie
keine Toten festgestellt worden. 'hm kem Geld mehr geben wollte.
* Zwei Knaben mit Kleinauto in einom * Ein Massenmörder. Der Vorarbeiter der
abgetrieben und ertrunken. Im neuen Stadtguar- ^en§enHaffen murt? Enesen, der vor 14 Ta- tier in Freiburg in der Schweiz vergnügten sich I ^11^, tötete tm JBuro der Firma
Mei Knaben im Alter von 8-9 Jahren auf einem x ” 5 «? » \ “?b seine eigene Braut
Kleinauto. Plötzlich setzte sich der Wagen gegen die b x$ Revolverschüsse. Als er festgenom-
I Saane in Bewegung und fuhr mit den beiden Kin» I k?rb/tJ sollte, entfloh er und gab auch aus dern ins Wasser.^ Da der Fluß zur Zeit Hochwasser f-me A^ger mehrere Schüsse ab, deren einer führt, wurden die beiden Knaben von der Strö- I r'?en< Arbeiter schwer verletzte. Als der Mörder mung fortgerissen und konnten noch nicht geborgen daß seine Flucht vergeblich war, schoß er sich werden. ö eine Kugel tn den Kopf. Die Aerzte nehmen an,
* Glashütter iibrennrhoiier na* ba$ er feinet Verwundung erliegen wird.
land. Dus^.Sernner SebS" Sbet Äfc Demonstration von Streikenden in Belgien. . teilung der „Prawda" über die D e r p f l i ch t u n g beJ3I^m Aöret demonstrierten
hochqualifizierter deutscher Ar st-i- I Sttoa Streikende. Die belgische Gendarmerie i ter für die russische Industrie findet für das Teil- 8o'nnte nach mehrstündigen Demühun- gebiet der Uhren- undFelnmech^ ^“n-bKn°^r^Bra^ der Waffen die
Bestätigung durch einen Vertrag, den ein Mitglied torteb.er Herstellen. Mehrere Personen wunder Berliner Handelsvertretung der Sowjetunion I ben„ verletzt.
soeben in Glashütte abgeschlossen hat Am 8 Au- u Der ausaeplünderte Oberstaatsanwalt. Ein gust fahren 10 Elitearbeiter der Glashütter Uhren« ? J großer Tollkühnheit ausgefuhrtes Räuberstück fabrikation über Stettin nach Moskau, nachdem t?ot Äein?r Meldung aus Bukarest zufolge, in mit Unterstützung durch die deutsche Botschaft die des Ortes Bacau ereignet Schwer be°
Arbeitsbedingungen für sie derart geregelt worden waffnete Banditen überfielen den Bukarester Ober- sind, daß ein persönliches Risiko möglichst beschränkt staatsanwalt Krupenski sowie dessen Gattin, ferner wird. Die Sowjetregierung hat sich verpflichtet Bukarester Stadtrat, einen Advokaten und die Hin- und Rückreise für die Arbeiter, die einen Kon- des letzteren. Die fünf Personen mußten
iraki auf 2 Jahre eingegangen sind, zu zahlen, sowie }■ c vollständig entkleiden und alle ihre Habe aus- I auch den Familienangehörigen, die sämtlich in I Ausgeraubten trafen splitter- I
Deutschland verbleiben, durch Vermittlung der n“rf ‘ tn ^acau em, wo sie der Behörde Anzeige I deutschen Behörden einen Teil des Lohnes sicherzu- "statteten Der Oberstaatsanwalt konnte eine ge- I stellen und M überweisen. Die Glashütter Arbeite--, ”a“e Personenbeschreibung der Banditen geben. I die zwar augenblicklich erwerbslos sind, deren Aufgrund dieser gelang es schon nach wenigen I Weggang aber angesichts ihrer besonderen Quali- Stunden, em Mitglied der Bande namens Sermg, I täten bedauert wird, sollen in Moskau in einer berucktiaten Einbrecher und Taschendieb, zu I Fabrik, big big vor kurzem in der Nähe Chicagos W"' ben übrigen Banditen wird ge- | stand, dort stillgelegt und darauf in allen ihren Tei- । fahndet. |
len von der Sowjetregierung angekauft und nach Rußland transportiert wurde, vor allem zum An- lernen russischer Arbeiter verwandt werden.