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kuldaerZeitung

57. Zahri

Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Franks, a. M. 4051.

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^ Fuldaer Äctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift^ - iritttH« 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. :

4,324 Millionen Dollar an Sterbeunterstützung ge­zahlt, hiervon entfallen auf acht Verbände allein 2,481 Millionen Dollar. Die höchsten Zahlungen leisteten die Zimmerer mit 688 000 Dollar und die Straßenbahner mit 656 000 Dollar, die kleinsten die Lokomotivheizer mit 23 000 Dollar. Die zweite hauptsächlichste Unterstützungsform ist die Kranken­versicherung, hierfür ist von den genannten Ver­bänden in dem angegebenen Jahre der Betrag von 975 000 Dollar verausgabt. Nur 12 Verbände aber konnte sich über ihre Funktionsorgen hin­aus bisher die Einrichtung einer Krankenversiche­rung leisten oder versicherten ihre Mitglieder bei einer privaten oder gewerkschaftlichen Kasse gegen Krankheit. Die größten Aufwendungen für die Krankenunterstützung haben die Friseure mit 213 040 Dollar, die Eisenformer mit 200 754 Dol­lar, die Installateure mit 127105 Dollar, die Bak­ker mit 99163 Dollar gemacht. Die höchsten Wo­chenzahlungen haben die Bäcker, die Friseure und die Postbeamten mit je zehn Dollar aufgebracht. Der Durchschnitt der Zahlung liegt bei fünf Dollar in der Woche. Außerordentlich gering sind die Unterstützungssätze bei den Schneidern. Sie be­trugen einschließlich der Zahlung für die Invali- denunterstützung nur 14 299 Dollar.

In noch geringerem Umfange konnte die Al­tersunterstützung gewährt werden, es sind hier nur zehn Verbände zu einer Zahlung fähig gewesen. Waren es bei der Krankenversicherung die Bäcker, Friseure, Eisen- und Stahlarbeiter, die Eisensor- mer, Modellmacher, Lederarbeiter, Stoffhutmacher, Apotheker, Postbeamten, SchneiderSchuhmacher, In­stallateure, so sind es bei der Gewährung der Alters­versicherung die Buchruckmaschinenmeister, Eisenbau­arbeiter, Angestellten im Eisenbahnfahrdienst, Gra­nithauer, Lokomotivführer, Elektrizitätsarbeiter, Maurer, Schriftsetzer, Lokomotivheizer und Stra­ßenbahner, die diese Bezüge erhalten. Von diesen zehn Verbänden stellen sechs ihren Mitgliedern an­heim, entweder Rente zu beziehen, oder sich in eines ihrer Altersheime aufnehmen zu lassen. Die Zahlungen werden von einer bestimmten Länge der Mitgliedschaft abhängig gemacht. Die Zuge­hörigkeit ist nur bei den Lokomotivführern kurz bemessen, nämlich auf ein Jahr, bei den Lokomotiv­heizern und dem Zugpersonal auf zwei Jahre. Dagegen beträgt sie bei fünf der Verbände 20 Jahre und bei drei Verbänden gar 25 Jahre. Ge­zahlt wird allerdings zwischen dem 60. oder 65. Lebensjahre. Die Elektrizitätsarbeiter haben die Altersunterstützung erst im Jahre 1927 eingeführt. Im Finanzjahre 1928/29 sind für die Altersver- loraung 3,653 Millionen Dollar aufgebracht wor-

* Maßnahme des Reichswehrministers gegen eine amerikanische Filmgesellschaft. Die amerika­nische Filmgesellschaft Pathö, New Port, hat einen Film „Abenteuer im Schützengraben" hergestellt, der eine schwere Beleidigung Deutsch­lands darstellt. Der Reichswehrminister hat daher die amerikanische Film-Wochenschau PathL News von der Zulassung zur Filmreportage über die Wehrmacht bis auf weiteres ausgeschlossen.

* Der Oldenburgische Landtag versuchte noch einmal die Wahl eines Ministerpräsi- Renten. Regierungspräsident Cassebohm-Eutin erhielt 16, Innenminister Dr. Driver 9 Stimmen 23 Zettel waren unbeschrieben. Es wurde dar­aufhin ein Antrag angenommen, die Wahl bis 5. Oktober dieses Jahres auszusetzen und die beiden Minister Witters udn Dr. Driver mit der Führung der Geschäfte des Gesamtministeriums zu beauftragen. Der Landtag vertagte sich darauf.

* Politischer Zusammenstoß in Gladbeck. In der Kaiserstraße in Gladbeck kam es in den frühen Morgenstunden zwischen etwa 40 Kommu­nisten und 15 Nationalsozialisten zu einer schwe­ren Schlägerei, bei der auch Schüsse gewech­selt wurden. Ein Nationalsozialist wurde durch ei­nen Schuß schwer verletzt und mußte in ein Kran­kenhaus gebracht werden. Auch mehrere der an der Schlägerei Beteiligten erlitten Verletzungen. Die Polizei nahm im Laufe des Vormittags acht Personenfest. L. .u

Regierung auftrete und jetzt in ihrer vollständi­gen Ohnmacht entlarvt sei." Für den Fall, daß die Fremdmächte sich jetzt wieder auf eigene Expe­ditionskorps in China stützen und so der siegrei­chen kommunistischen Revolution in den Arm fallen würden, droht Moskau mit einer Aufforderung an das „Weltprvletariat" den kämpfenden arbei­tenden Brüdern in China schnell und energisch zu helfen. Wie das geschehen soll, darüber sagt die „Prawda", die die Führerin in diesem Kampf gegen die „imperialistischen Mächte" ist, nichts. Aber man kann schon voraussehen, daß Rußland das Tor m der Mongolei, das es seinem Einfluß eröffnet hat, benutzen wird, um mit allen Kräften die kom­munistischen Banden in China zu unterstützen. So stände China denn wieder am Rande des Ver­hängnisses, wenn die Fremdmächte etwa auf den Gedanken kommen sollten, für die Mühen ihres Eingreifens und als Repressalien für die ihren Untertanen zugefügten Schäden die territoriale Souveränität Chinas aufs Neue anzutasten.

Am die Arbeitszeit.

Schiedsspruch für die mitleldeuksche Metallindustrie.

wtb. Berlin, 7. Aug. (Eig. Meld.) Im Reichs- arbeitsministerium fanden abermals Verhandlun­gen vor dem Sonder-Schlichter für die mittel­deutsche Metallindustrie (Halle—Magdeburg—An­halt) statt. Sie führten zur Fällung eines neuen Schiedsspruches, wonach, wenn der gleiche wirt­schaftliche Nutzeffekt nicht durch Mchrrmstellung von Arbeitern erreicht werden kann, bis zu 50 Stunden in der Woche gearbeitet werden darf. Das alte Ueberarbeitsabkommen sah die 52stün- dige Arbeitszeit vor. Wie verlautet, wird der Metallarbeiterverband auch diesen Schiedsspruch a b l e h n e n. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 12. August abends 6 Uhr. Die Stellungnahme der Arbeitgeber ist noch nicht bekannt.

Was ist konservativ?

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Sicher ist, daß heute mit diesem Wort viel Unfug getrieben wird. Es ist zu einem Schlagwort geworden. Reichskanzler Dr. Brüning, der ein ganz nüchterner Politiker ist und die Bewälti­gung des deutschen Schicksals nur von der für ihn selbstverständlichen Liebe zu Volk und Land und der aus ihr sich speisenden Arbeit für das Volk und das heißt auch für die Wirtschaft erkennt, sagte kurz nach der Uebernahme der Regierung in einer großen Zentrumsversammlung im Reichs­tage, er habe noch gar nicht viel darüber nach- g-dacht, ob er, was man ihm ja nachsage, konser­vativ sei. Er sei ein nüchterner Denker und Rech­ner und er sehe, daß, wenn in Deutschland nicht ganz anders als bisher gewirtschaftet werde, die Demokratie vor die Hunde gebe. Was ist nun kon­servativ? Es mag bezeichnend fein, daß innerhalb der Deutschnationalen Volkspartei, die doch nach dem Zusammenbruch die Nachfolge der ehemaligen Konservativen übernahm, sich auch noch ein Hauptverein der Konservativen er­hielt. Das mußten wohl Leute sein, die noch an­dere Dinge zu wahren oder sagen wir lieber, zu konservieren vorhatten, als das, was die Deutschnationalen für ihre Belange hiel­ten. Wenn man liest, wie diese feudalen Herren sich jetzt gegen einen Mann wie Westarp und seine neue Parteigründung äußern, dann kann es einem vor lauter Konservatismus schlecht werden.

„Die neue Partei, so heißt es in einer Ent­schließung dieses Hauptvereins — und gemeint ist die Konservative Volkspartei — führt die Bezeich­nung konservativ zu Unrecht und ist überhaupt keine Rechtspartei. Sie steht vielmehr vielwei- ter links, als die Volkspartei noch vor nicht langer Zeit."

Dann gibt es einen schweren Rüffel für Lam­bach, weil er glaubt, konservativ fein zu können, ohne zur Monarchie schwären zu müssen. Nun wissen wir es also. Zur konservativen Gesinnung gehört zunächst das Bekenntnis zur Monarchie. Da kann man nichts machen. Es wird wohl nicht möglich sein, jenen Herren den wirklichen, weltan­schaulich begründeten Sinn konservativer Haltung klar zu machen. Es gehört dazu auch eine gewisse geschichtliche Schulung, und es gehören dazu aufge­schlossene Herzen. Wenn konservative Gesinnung gleichbedeutend wäre mit einem starren Festhalten am einmal Vorhandenen, dann müßte man sie ja überhaupt ablehnen. Aber wir verstehen darunter etwas anderes. Unsere Zeit ist nicht konservativ eingestellt, wäre sie es, so wäre m a n ch es E l e n d, das wir vergebens bekämpfen, nicht a u f g e - kommen. Auch das Zentrum nimmt für sich in Anspruch, eine konservative Partei zu sein, und ist trotzdem in seinen großen Wähler­massen republikanisch und demokratisch bis auf die Knochen. Aber vielleicht würde den Herren vom angeblich konservativen Hauptverein jener Rechts­anwalt Rohde in Kassel sympathischer sein als Lambach. Dieser Herr Rohde, angeblich Spit­zenkandidat der Wirtschaft spart ei für Hessen-Nassau, hat in Kassel eine Rede, gehalten, in der er die bürgerliche Sammlungs­aktion ablehnte und eine neue Revolution ankündigte, in der er selbst auf die Barri­kaden st eigen und schießen würde, um den Mittelstand zu verteidigen. Vielleicht wäre die­ser wilde Schütze konservativ?

N. Brauns über „Werlung der Soiialpolitit“

*^staus Sorgen um China.

ie6t vorliegenden Berichten aus China lenk r aum mehr daran zweifeln, daß sich in en Provinzen am Pangtse eine neue Ensherrschaft der Kommunisten, mit wüsten Hebelgriffen gegen die breitmacht. Schon wartet die e n g - tonn £'erun8 nur noch auf eine amtliche De- d" vorliegenden Privatmeldungen, um k • einzugreifen. Schon sind italie- fu sapanischeSchiffe, darunterKriegs- > Q . Kommun i ft en beschossen worden: schon $et Matrosen verwundet oder er-

■tat u a^° begreiflich, wenn man sich in ui'ett einfte Sorgen darüber macht, ob die wohl eingreifen werden, ehe die t r, Bewegung sich soweit stabilisiert hat, ien . ,orntaI. als herrschende Regierung auf» .tu?,'ln- Die russische Presse gibt deswegen IjU^g aus: „Hände weg von China!" und Et11 »E Generalsclique, die als Nankinger

Hebet die Spitzengehälter der Reichsbahn

haben wir kürzlich schon einmal berichtet. Ein Mitarbeiter, der der Reichsbahnverwaltung nahe­steht und also in dieser Sache als Partei ange­sehen werden muß, geht auf die interessante Frage im folgenden nochmals ein. Wir geben seine Ausführungen wieder, ohne sie uns in allen Tei­len zu eigen zu machen:

Im Zusammenhang mit den Haushaltsnotwen­digkeiten der Reichsbahn ist die Behauptung aufge­stellt worden, daß wesentliche Ersparnisse an den Gehältern ihrer leitenden Beamtenschaft ge­macht werden könnten.

Die deutsche Ocffentlichkeit kämpft, einer er­probten Ueberlieferung getreu, mit Erbitterung ge­gen jede Tariferhöhung und stellt dabei das un­bedingte Verlangen auf, daß die Reichsbahn ihre umfassenden Aufgaben, wie die Durchführung eines sicheren und stets auf der Höhe der technischen Ent­wicklung vorwärts schreitenden Güter- und Perso­nenverkehrs, die Aufbringung der Milliardenmit­tel für ihre gesamte Arbeitnehmerschaft im weite­sten Sinne, die Materialbeschaffung, die planvolle Pflege des deutschen Arbeitsmarktes durch denk­bar reichliche Vergebung von Aufträgen, mit der gering st möglichen Tarifanspannung gegen Wirtschaft und Volk durchführt. Das sind verantwortungsschwere und verwickelte Anforderungen, die selbstverständlich nur von einem Elitetrupp an der Spitze durchgeführt werden könn­ten, dem das Heer der 700 000 Beamten und Ar­beiter mit Verständnis, Arbeitswilligkeit und Ar­beitsfreudigkeit folgt. Dieser Geist beseelt die Ei­senbahnerschaft; man vermutet unter ihrem bunten Rock Männer mit Verantwortungsbewußtsem, Fleiß und Tüchtigkeit.

Deshalb gönnt man den Betriebsbeamten und Arbeitern auch die Leistungszulagen, die zur Be­fruchtung dieses Geistes gegeben werden. Noch so berechtigte Gefühle lassen sich die meisten Men­schen nicht gern Bargeld kosten. Die Zahlung über Gehälter und Löhne hinaus ist denn auch sachlich zu begründen. Im Durchschnitt beträgt sie noch nicht 40 Mark jährlich auf den Kopf der 700 000 Eisenbahner, und im Drei-Milliarden-Haushalt der Reichsbahn für Gehälter, Arbeiterlöhne, Pensionen und Soziallasten betragen die 24 Millionen Mark Leistungszulagen überhaupt nur den 125. Teil.

Gegeben werden sie wie in jedem streng wirt­schaftlich geleiteten Industriebetrieb für Handlun­gen, Anregungen, Neuerungen, die über das Maß der gewöhnlichen Dienstleistung weit hinaus gehen. Ihr wirtschaftlicher Wert macht ohne Zweifel em vielfaches der. aufgewandten 24 Millionen Mark aus. Ihre Streichung aus dem Haushalt der Reichsbahn wäre das Werk einer Sekunde. Aber wer würde nur mit einem Schein des Rechts be­haupten dürfen, daß damit eine entsprechende E r* sparnis erzielt worden sei?! Solange der Mensch sich dieses höchsten Begriffes im Bereiche der Natur überhaupt wert erweist, wird er ein Kämpfer sein und seine volle Kraft erst entfalten, wenn ihm ein Kampfpreis winkt. Dabei denkt der strebende Eisenbahner gewiß nicht an die 40 Mark, sondern vor allem an die Freude, die er seiner Familie damit machen kann.

Und nun zu den Bezügen und Repräsentations- Zuschüssen der leitenden Beamtenschaft! Sie sind natürlich an den Leistungszulagen nicht beteiligt; denn sie alle stehen auf Posten, mit denen in der Wirtschaft an und für sich schon ein Gehalk verbunden ist, in dem Leistungszulagen stecken. Das Gehalt des höchstbezahlten Mannes der Reichs­bahn, des Generaldirektors, beträgt 98 000 Mark, wozu eine Repräsentationszulage von 24 000 Mark kommt. Wie er sie anwendet, wissen alle Teilneh­mer der alljährlichen abendlichen Haupteinladung aus Handel, Industrie und Presse, in berent Ver­lauf der Generaldirektor eine Uebersicht über Ver, gangenheit und Zukunft zu geben pflegt, der an Bedeutung für unsere Wirtschaft kaum eine Mun­sterrede oder eine ähnliche Darbietung gleich zu stellen ist. In dieser Versammlung von mehreren hundert Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Ver- waltung kann man unschwer viele Dutzend Leute namhaft macken, die mehr verdienen als der Direk­tor der Reicksbahn, des größten Unternehmens der Erde- bekommt doch der Direktor der Berliner Wasserwerke 120 000 Mark, der Elektrizitätswerke sogar 210 000 Mark Gehalt. (Was allerdings auch nicht unbesehen als gegebene Tatsachen hingenom­men zu werden braucht. D. Schristltg.) Um die besten Kräfte dieser Art findet oft genug ein übertriebener Wettlauf statt, bei dem Berlin häu­fig das Nachsehen zugunsten großzügiger auftreten- der Stadt- und Jndustrieverwaltungen hat.

Der stellvertretende Generaldirektor bezieht 66 000 Mark Gehalt und 12 000 Repräsentations- Zuschüsse, wogegen sich schwer etwas sagen laß., wenn man weiß, daß die Berliner Luft mit ihm auch jener im Wogen um die Sklareks hervor- getretene ehemalige Fabrikschlosser Brolat atmet, der als geringft bezahlter Direktor der Städtischen Verkehrsgesellschaft 72 000 Mark erhält und doch vor zehn Jahren noch recht dürftiger Redner „re- oolutionärer" Versammlungen war. Die sieden Vorstandsmitglieder folgen mit Bezügen zwischen 43 000 und 48 000 Mark nebst 8 000 bis 12 000 Mark Repräsentationszulagen. Diese bestehen nicht mehr bei den neun Abteilungsleitern der Haupt­verwaltung und der Gruppenverwaltung Bayerns mit 26 500 bis 27 000 Mark. Die 29 Präsidenten der Reichsbahndirektionen erhalten Jahreseinkom­men zwischen 19 000 und 23 860 Mark, nebst Re­präsentationsgeldern von 2 400 bis 6 000 Mark. Die Vizepräsidenten beziehen das Gehalt von 17 629 bis 21050 Btark. Dis 62 Reichsbahndirek- toren der Hauptverwaltung und der Gruppenoer- waltung Bayerns stehen zwischen 17 850 bis 21689 Mark und bekommen keine Repräsentationszulage.

Diese Gehälter liegen über den entsprechenden Entschädigungen der Reichsbesoldungsordnung. Ab­gesehen davon, daß sie für ganz andere Leistungen gezahlt werden, als ße in irgendwelchen Aemtern

Sozialfürsorge in Amerika.

Eöer Staat noch Gewerkschaften leisten Wesent­liches.

Don G. B u e tz - Dessau.

“Ä ^beitsstatistifche Amt in Washington wer das Unterstützungswesen der amerika- Gewerkschaften Mitteilungen, die auch in nuf besondere Aufmerksamkeit rechnen - -La Amerika die st a a t l i ch geleitete So- °^e ab lehnt, haben die Gewerkschaften Srno Gelegenheit, sich auf diesem Gebiete be- Lt^r^^en. Von den vorhandenen 96 gastlichen Verbänden reichten dem Arbeits- llen Amte nur 78 Berichte ein, woraus zu stt, daß die Gewerkschaften sich zur Darle- ^^stugen nicht gerade vordrängen. WeitRücksicht auf die eigene Leistungs- ■ m * V5 ^>en. wenigsten Verbänden gelungen, ÄeX °en dringendsten Forderungen gerecht ^hre Hauptunterstützungsart bleibt rbiinh ' un*erftü6ung; von den berichtenden he h/n ^iliten 63 diese Unterstützung. Die EeuJ; Entschädigungen ist nach der Leistung hu 5 verschieden. Im Rechnungsjahr

Generalversammlung des Gswerkver- Lus Bergarbeiter in Aachen sprach

ins chn'tlcherJierga $raung über

ki45ar?nmärt g e^r umstrittene Frage: „Mer­it S^F°7ä?volitik". Einleitend wies der Red- 6°ilrrtuMtn, daß ein abschließendes Wert- *äber Sozialpolitik heute noch nicht , gegeben könne Der Kampf um die Sozia poft tu „"die Einwendungen, daß tue Sozialpolitik fei an der schweren Depression der Gegen- »nd sie das deutsche Finanzwesen gefährdet dürfe man nicht als bedeutungslos ansehen, sauer wandte sich gegen die Auffassung, daß erbindlickkeitserklärung im Tarifwesen die a^niaae im Reich überhöht habe Weiter be- daß die heutige Arbeitslosigkest nicht al- Lstnls Folge der Kriegstribute, sondern vielmehr LÄolae der Unaufgeschlossenheit und Zerstörung Weltmarktes, als Folge der Kapitalhäufung einzelnen Ländern und Kapitalarmut in vielen chern anzusehen sei. Das Problem der Erwerbs- nfürforge könne neu organisiert werden. Gegen Arbeitslosenversicherung erhebe man den Ein- H sie zerstöre di- Reichsfinanzen und müsse da­von ihnen getrennt werden. Die Wirtschaft, ibr Risiko auf die Arbeitslosenversicherung ab- -e fjabe aber dafür einen Beitrag zu bezahlen. ,' könne befürworten, daß die Wirtschaft in en günstiger Konjunktur einen Fonds zurück- gen habe. Der Einwand, die Versicherung be- die Reichs-, Staats- und Kommunalfinanzen, cde auf diese Weise Wegfällen. Bei der Schaf- g der Versicherung im Jahre 1927 habe man zu viel zugemutet. Damals habe man die echte Wirtschaftszeit nicht voraussehen können. • Minister befürwortete eine Verbreiterung des Fundaments der Versicherung, eine Vergrößerung Mr Beitragspflichtigen auf alle Gruppen der Ar- teitnebmer, auch auf die der Beamten. Hier Wfse Volkssolidarität vorherrschend sein. Zur Be- MMing der Arbeitslosigkeit habe man die Reichs-, ' und Kommunalfinanzen in Ordnung zu len. Sonst sei an eine Gesundung des Ach­tes nicht zu denken. Wenn der Sozialetat er steige, wie bisher, so habe man im In­der Arbeitnehmer gewisse Grenzen einzu- Die Versicherung sei auf Arbeitnehmerkreise ken, sie dürfe nicht zu einer allgemeinen herung werden. Die Versicherten könn- Teil der Sorge selbst übernehmen. Die michshilse fei nicht einzuschalten. Der Minister ivies zum Ecklusse auf die internationale Sozial- solitik hin, in deren Organisation Deutschland eine naygebende Stellung einnehme. Für Deutschland >ebeute die Frage der internationalen Sozialre- vnn eine Lebensfrage. Die deutsche Sozialpolitik « tm wesentlichen nicht zu weit gegangen. In- ""ssbanal sei nicht zu verkennen, daß die Sozial- Mitik ihre Voraussetzungen habe, so insbesondere ■jne gefunbe Finanz- und Wirtschaftslage. Mit jl?.^°mo-itik könne man den Mangel an gesunder nickt ersetzen. Voraussetzung für eine foeihliche Wirksamkeit der Versicherung sei auch ^.starke Gewerkschaftsbewegung auf christlich- Mler Grundlage. Sozialreform und Sozialoer- W-ung feien eine christlich-soziale Kulturarbeit. Ka. w . e des Ministers folgte eine mehrstün- ienn rache. Die christlich-sozialen Angestell- ^ewerkschaften ließen Dr. Brauns unter Aner- ^?u>ung seines sozialen Wirkens ein Blumenge- ’möe überreichen.

den.

Hinsichtlich der Arbeitslofenunterstützung sind bisher erst Ansätze vorhanden. Die Kassen gehen dieses Risiko nicht ein. Es sind bisher nur drei Verbände, welche die Einführung versucht haben, und es handelt sich hier nur um kleine Verbände. Die Arbeitslosenunterstützung ist zumeist in der Form geregelt, daß man innerhalb der Tarifver­träge Vorsorge getroffen hat, damit in Krisenzei­ten Unterstützungen gezahlt werden können, die auf Beitragsleistungen von Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beruhen. Die Art der Unter­stützung und die der Aufbringung der Mittel ist völlig verschieden. Es gelang auch nur in ganz beschränktem Umfange, innerhalb der Tarifverträge Vorsorge für die Arbeitslosenversicherung treffen zu können. Am besten ist in dieser Weise noch tue Konfektionsindustrie geschützt, aber sie hat den Nachteil, Saisonindustrie zu fein, so daß es sich hier nicht um eine reine Arbeitslosenunterstützung, sondern um eine gewisse Sicherung der Löhne in den stillen Zeiten handelt. Es ist auch nicht da­mit zu rechnen, daß es gelingen wird, die Arbeits­losenunterstützung in nächster Zeit ausdehnen zu können, man muß eher das Gegenteil annehmen, denn die auch in den Staaten hervorgetretene Ver­schlechterung der Konjunktur hat wohl die ver­stärkte Notwendigkeit der Arbeitslosenunterstützung gebracht, aber auch die Mittel der Kassen geschwächt, so daß dem Willen nicht die Möglichkeit der Aus­führbarkeit gegenübersteht.

Man kann sich an dem gegebenen Ueberbftck selbst errechnen, daß die Hilfen, welche "die Ar­beitnehmerschaft durch die soziale Fürsorge der Gewerkschaften hat, recht begrenzt sind. Es ist, gemessen an der zwei Mark betragenden Kauftraft des Dollars, kaum für die äußerste Not Vorsorge getroffen. Die Löhne entsprechen nur in den we­nigsten Fällen der Möglichkeit, sich durch Selbsthilfe vor Alter, Invalidität und Krankheit zu sichern. Wenn auch die Qualitätsarbeiter hierzu in der Lage sind, so ist das große Heer der Ar­beiterschaft doch nicht fähig, aus eigenen Mit- verickieden. Im Rechnungsjabr teln die notwendigen Prämien für die Selbstver- EL wben 61 Verbände die Gesamtsumme von sicherung aufzubringen.