Dienstag, 5. August 1930
schränkung der Staatsaus
kung) oder durch Senkung der Löhne die Anlage von Kapitalien wieder rentabel machen muß. So wenig wie diese Lohnsenkung schematisch sein kann, denn die niedrigsten Löhne können nicht gesenkt, so wenig können gleichzeitig Löhne und soziale Fürsorgeausgaben des Staates gesenkt werden. Eine wirklich sozialistisch denkende Politik wird es nun vorziehen, erst die individuellen Löhne und erst dann die Staatsfürsorgetätigkeit einzu- schränken, oder praktisch ausgedrückt, eine Lohnkürzung
* Zusammenschluß unabhängiger Demokraten. In Nürnberg ist am Sonntag unter dem Vorsitz von Professor Ludwig Quidde eine „Vereinigung unabhängiger Demokraten" gegründet worden. Die Vereinigung will, wie die „Won- tagspvst" meldet, diejenigen Demokraten zusammen- fasten, die sich der Deutschen Staatspartei nicht anschlieyen wollen. Zu den Unterzeichnern eines von der Versammlung erlassenen Aufrufs gehört u. a. Helmuth v. Gerlach.
_ * General Kundt will nach Deutschland. Wie Associated Preß berichtet, ist der frühere bolivianische Generalstabschef General Kundt wohlbehalten in Arequipa (Peru) eingetroffen. General Kundt will von Mollendo aus zu Schiff nach Deutschland reifen.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verla» d-r Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrist- .. leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Die erlassenen neuen Notverordnungen des Reichskabinetts zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände spielen naturgemäß im Wahlkampf die größte Rolle und erfahren teils zustimmende, teils ablehnende Kritik. Ueberzeugt von der Notwendigkeit sind alle einsichtigen Politiker, ebenso die 'Mrtschaftsführer und die Führer der Sozialpolitik. Nur wenn von Parteiseiten Kritik geübt wird, treten die Interessenten auf den Plan und versuchen aus den Not- verordnungen das abzulehnen, was nicht in die Agitation paßt.
Eine besondere Kritik erfahren die von der Regierung vorgeschriebenen Reformen der A r - beitslosenversicherung und der Kran- k e n o e r s i ch e r u n g. Bei der Arbeitslosenversicherung ist der Kampf um die Reformen schon seit Jahren im Gange. Niemand, der die Zustände objektiv beurteilt, wird aber tn der Notverordnung irgend etwas finden können, was sich gegen die Rechte der Versicherten richtet, was diese schmälert. Was ist denn verordnet? Die Notverordnung sieht bei der Arbeitslosenversicherung neben einer Anpassung der Leistungen an die wirtschaftlichen Notwendigkeiten als wesentliche Aenderung des gegenwärtigen Zustandes vor, daß die Zuschußpflicht des Reiches für den Fall künftiger Fehlbeträge auf die Hälfte des Mehrbedarfs beschränkt wird/während bislang das Reich einfach für jedes Defizit in der vollen Höhe aufzukommen hatte.
Wenn also sich im Herbst ergeben sollte, daß die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung mit einem weiteren Defizit zu rechnen hätte, dann wird dieses Defizit geteilt. Die eine Hälfte trägt das Reich, der Rest soll in Zukunft durch Erhöhung der Einnahmen oder durch gleichzeitige Reformmaßnahmen der Verwaltung der Reichsanstalt aufgebracht werden, mit anderen Worten, die Selbstverwaltung muß in solchen Fällen aus eigenen Kräften dafür sorgen, daß die Reichsanstalt mit zur Abdeckung des Defizits beiträgt. Das ist ein sehr gesunder Reformgedanke, weil durch ihn das Verantwortungsbewußtsein in erhöhtem Maße gestärkt wird. Die Leistungen werden keineswegs eingeschränkt, der Versichertenschutz bleibt unter allen Umständen bestehen, weil diese schuldlos Arbeitslos gewordenen einen berechtigten Anspruch auf eine einigermaßen ausreichende Unterstützung haben.
Wenn daneben Mißbräuchen in der Arbeitslosenversicherung begegnet wird, dann kann man doch niemals von einer Jnteressenschädigung der Versicherten selbst sprechen. Im Gegenteil. Es liegt gerade erst recht im Interesse der Versscherten, daß alle Mißstände beseitigt werden, damst die wirtlich Bersicherungsberechtigten den vollen Schutz des Gesetzes erfahren.
Also nicht Abbau der Arbeitslosenversicherung, sondern Rettung ist das Ziel dieser Notverordnung. Dasselbe gilt von der Krankenversicherung. Gerade bei ihr sind so viele Mißbräuche ausgetreten, daß sie in ihrer Existenz aufs äußerste gefährdet ist. Auch hier denkt niemand an eine Beseitigung der Versicherung, die gerade in unseren Tagen erneut ihre Ber«htigung erwiesen hat, aber fein vernünftiger Sozialpolitiker kann auch die zwingende Notwendigkeit der Reform leugnen. Wer es dennoch tut, der bedroht in der Tat jede Sozialversicherung, der schädigt die Interessen der Versicherten.
Uebrigens ist dir Ueberzeugung von dieser Notwendigkeit auch weit bis in die Kreise hineingedrungen, welche keineswegs im Verdacht stehen, daß sie einen Abbau der Sozialversicherung erstreben. So hat der Hamburger Schriftsteller Ego Bandmann, Hamburg,, ein Sozialdemokrat, sich in sehr interessanten Ausführungen im Wirt- sclastsdienst über das eigentliche Wesen der Sozialpolitik ausgesprochen und schreibt u. a.:
Sonntags-Vergnügen“.
Hakenkreuz und Sowjetstern in Essen „setzen sich auseinander".
Am Sonntag abend gegen 9 Uhr standen vor einem Lokal in der Lüneburger Straße in Essen etwa 60—80 Personen, die, wie sich im Verlaufe des nachfolgenden Zwischenfalls ergeben hat, der Kommuni st ischen Partei angehörten. In ihrer Nähe standen etwa 20—30 Nationalsoziali- enst, die sich mit den Kommunisten in einer politischen Auseinandersetzung befanden. In diesem Augenblick kamen zwei Lieferwagen an, die von einem Teil der Kommunisten bestiegen wurden. Während des Besteigens der Lieferwagen wurden mehrere Schüsse
den könnte. Denn er hat das Verlangen der Staatspartei, die künftige, von ihm geplante Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien selbstverständlich nicht auch auf die Hakenkreuzler zu beziehen, abgelehnt. Träumt Dr. Scholz wirklich davon, daß, was er Marxismus nennt, durch den Nationalsozialismus als Verbündeten bürgerlicher Parteien ausrotten zu können? Das wären ge«' fährliche Träume.
CNB. Berlin, 4. Aug. (Eig. Meldg.). Wie wir erfahren, ist für Donnerstag eine Ausfprach« zwischen D r. Scholz und Dr. Hoepker» Aschoff in Aussicht genommen. Sie ist noch mit Koch-Weser vereinbart worden, der inzwischen wie bekannt von der Leitung der Staatspartei zurückgetreten und in Urlaub gegangen ist, so daß die Staatspartei in dieser Besprechung durch den preußischen Finanzminister vertreten fein wird. In politischen Kreisen sieht man in der Tatsache, daß diese Aussprache überhaupt möglich ist, ein Zeichen dafür, daß die zugespitzte Polemik, die am Samstag zwischen den beiden Parteikorrefpon» denken geführt wurde, doch noch nicht das letzte Wort bedeutet.
Die Deutsche Staatspartei wartet übrigens noch auf einen Antwortbrief des Herrn Dr. Scholz, da sie die National-liberale Korrejpondenz nicht gerade für den richtigen Weg zur Beantwortung eines persönlichen Briefes hält. Dagegen verlaute in volksparteilichen Kreisen, daß Dr. Scholz n i ch t die Absicht hat, einen solchen Brief zu schreiben; er ist offenbar der Auffassung, daß die Antwort bereits telephonisch gegeben worden ist und daß sich das weitere in der Aussprache am Donnerstag finden kann.
etwa jenen Sparmaßnahmen auf dem Gebiete der Kranken- und Jugendfürsorge vorziehen, zu der manche Gemeinden im Laufe dieses Winters gezwungen waren, weil die überhöhten Löhne und die wahllose Arbeitslosenunterstützung zu immer höheren, unproduktiven Wohlfahrtsausgaben führten."
Nach Ansicht Bandmanns, der eingesehen hat, daß weitere Beitragserhöhungen ihre Grenze an der wirtschaftlichen Tragbarkeit finden, sind eie Reformvorschläge der Regieruiw noch nicht weitgehend genug. Allerdings wurde er wegen seines offenen Bekenntnisses von der Partei ausgeschlossen.
Sehr beachtenswerte Worte fand dann auch der Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium, Dr. Grieser, beim Krankenkassentag in Köln, wo er vor den Interessenten selbst erklärte, daß, wenn es so wie jetzt weitergeht, im Jahre 1935 die Gesamtausgaben der Krankenkassen rund 3 Milliarden Mark betragen dürften. Er stellte fest, daß die Ergebnisse der Nachprüfung der Arbeitsunfähigkeit betrübend und erschreckend sind. In Hamburg wurden z. B. 1928 bei der Nachuntersuchung 44 v. H. der Arbeitsunfähiggeschriebenen als arbeitsfähig befunden, in Nürnberg 48 v. H., in Berlin sogar 66 v. H. Er hält die „Möglichkeit des Eigennutzes in der Krankenversicherung für vorhanden. Sie fei um so stärker, wenn der Versicherte mehr aus seiner Kasse erhält, als er einzahlt. „Gerechte Abwehrmaßnahmen" seien nötig, denn die Krankenversicherung könne nur leben mit der Redlichkeit der Versicherten, mit der Verantwortlichkeit der Aerzte, mit der Wirtschaftlichkeit der Verwaltung und der Wachsamkeit der Aufsichtsbehörden.
Das alles steht die Notverordnung vor. Sie bedeutet also in keiner Weise einen Abbau des sozialen Werkes, sondern, wie schon wiederholt betont, die Rettung desselben im Interesse der Versicherten. Es gehört Mut dazu, eine Reform auf diesen Gebieten anzupacken und durchzuführen. Aber die Verhältnisse erzwingen geradezu diese Reformen und eine spätere Zeit wird zeigen, daß durch sie allein überhaupt unsere gesamte Sozialversicherung geschützt und gerettet werden konnte.
koch und Scholz.
»Eine üble Tonart der Deutschen Volkspartei.»
Die Nation a liberale Korrespondenz, der parteiamtliche Pressedienst der Deutschen Volkspartei, schreibt zu dem Briese Herrn Koch-Weser an Dr. Scholz:
Der Brief von Koch-Weser an Herrn Dr. Scholz bedeutet den völligen geistigen Zusammenbruch einer politischen Sammlungsaktion in der besonderen Form, wie sie von Herrn Koch-Weser aufgefaßt und durchgeführt worden ist. Der staats- parteiliche Führer Koch-Weser weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als daß er feinen Vorsitz zur Verfügung stellt, nachdem sein Rücktritt bereits sehr deutlich von den verschiedensten demokratischen und staatsparteilichen Stellen und Persönlichkeiten in aller Oeffentlichkeit gefordert worden ist. Es ist aber, gelinde gesagt, naiv, wenn Herr Koch- Wefer, weil er gescheitert ist, nun auch den Rücktritt des Herrn Dr. Scholz fordert, obwohl diesein die gesamte Deutsche Volkspartei und vor wenigen Tagen noch der Reichsausschuß der Deutschen Volkspartei einstimmig das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen haben. Es liegt hier aber nicht nur ein persönlicher, sondern auch ein grundsätzlicher Irrtum von Koch-Weser vor. Ein Füh- rerproblem kann überhaupt nicht dadurch gelöst werden, daß gewisse Schichten die Führung Mr sich tn Anspruch nehmen, sondern nur, wenn die dazu geeignete Persönlichkeit da ist. Persönliche Rücksichten sind für Herrn Dr. Scholz überhaupt niemals in Frage gekommen. Wir verweisen nur auf seine diesbezüglichen Erklärungen, die er bereits auf dem Mannheimer Parteitag der Deutschen Volkspartei abgegeben hat. Aber wo ist heute die ganz überragende Persönlichkeit, die einen solchen Einfluß und eine solche politische Bedeutung hat, daß hinter ihr die bewährten Führer der politischen Parteien ohne weiteres zurücktreten müßten? Sollte etwa Herr M a h r a u n diese Persönlichkeit sein? Die Deutsche Volkspartei hat jedenfalls keine Veranlassung, sich mit dem Führerproblem zu beschäftigen, weil Herr Koch-Weser gescheitert ist. Darüber hinaus wird
die Deutsche Volkspartei, wenn jetzt die Staatspartei unter anderer Führung zu der Frage der Sammlung und der Zusammenfassung eine andere Haltung einnimmt, sicher ohne weiteres bereit sein, mit ihr und den anderen Parteien hierüber zu verhandeln. Im übrigen ist auch die Behauptung von Herrn Koch-Weser falsch, daß die Deutsche Volkspartei jemals an eine Ausscheidung der Polksnationalen gedacht habe; vor allem hat die Deutsche Volkspartei, insbesondere Herr Minister Dr. Scholz, sich unverzüglich damit einverstanden erklärt, daß auch Herr Mahraun an den Sammlungsverhandlungen teilnimmt, falls Herr Koch- Weier einen solchen Antrag stellt. Als weiteres Charakteristikum für das eigenartige Vorgehen des Herrn Koch-Wefer fei abschließend noch fest- gestellt, daß er seinen Brief an Minister Scholz bereits veröffentlicht hat, noch ehe der Brief den Adessaten erreicht hatte und erreichen konnte.
*
Der Demokratische Zeitungsdienst veröffentlicht eine Entgegnung zu der Auslassung der Nationalliberalen Korrespondenz zu dem Brief von Dr. Koch-Weser an Dr. Scholz. Er bezeichnet diese Auslassung als gehässig und oerblen• d e t und erklärt, die Deutsche Staatspartei könne trotzdem damit zufrieden sein, was sie mit ihrem letzten weitherzigen Appell festgestellt habe: Wie unmöglich es ist, mit Politikern, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen, zu einer Verständigung zu gelangen.
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Der schwer - industrielle Flügel der Deutschen Volkspartei macht diese unfähig, mit den anderen Gruppen des liberalen Bürgertums in Fühlung zu kommen. Man muß auf eine schwere Niederlage dieser Gruppen bei der Wahl am 14. September gefaßt fein.
Austritt aus der Volkspartei.
Wie der „Montag" aus Stuttgart meldet, beschloß der Vertretertag der Deutschen Volkspartei Württemberg mit 51 gegen 46 Stimmen, den langjährigen Reichstagsabgeordneten und Führer der Partei in Württemberg Dickes als Kandidaten für den kommenden Reichstag nicht wiederauszu st eilen. An seiner Stelle wurde Reichstagsabgeordneter Keinach-Berlin als Spitzenkandidat gewählt.
Abg. Dickes hat infolge dieses Beschlusses an den Landesvorsitzenden der Deutschen Volkspartei Württembergs Staatsrat Rath folgendes Schreiben gerichtet: „Die Vertreterversammlung der Deutschen Volkspartei Württemberg hat heute mit einer Mehrheit von fünf Stimmen ohne irgendwelche Begründungen sich gegen mich entschieden und — ein in der Geschichte der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei bisher einzig dastehender Fall — meinen seitherigen Fraktionskollegen Keinath, angeblich mit dessen Zustimmung, als Spitzenkandidat der Reichstagskiste ausgestellt. Rach Kenntnis der Vorgänge, die zu diesem Ergebnis geführt haben, ist es mir aus Gründen der Selbstachtung unmöglich, länger der Deutschen Volkspartei anzugehören. Ich sehe mich deshalb zu meinem Bedauern gezwungen, hiermit meinen Austritt zu erklären und damit aus einer Partei auszuscheiden, der ich ein Menschenalter hindurch jederzeit opferbereit und treu zu dienen bemüht war.
Dickes gehörte über 30 Jahre der National liberalen Partei bezw. der Deutschen Volkspartei Württembergs an. Er ist einer der Mitbegründer der Volkspartei. Der organisatorische Aufbau war in der Hauptsache sein Werk. Dickes galt bisher als eigentlicher Repräsentant der Partei in Württemberg. Mitglied des Reichstags war er seit 1924.
abgegeben. Ein etwa 28 Jahre alter Bote erhielt einen Bauchschuß und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. Eine 14jährige Schülerin und eine dritte Person wurden gleichfalls verletzt, konnten sich aber nach Anlegung von Notverbänden nach Hause begeben. Die polizeiliche Untersuchung wurde sofort eingeleitet.
Degen verbotenen Waffenkragens abgeurfdlf.
Wegen verbotswidrigen Waffentragens wurden tn Berlin aufgrund der Notverordnung zwei Personen, die bei der kommunistischen Kundgebung auf dem Winterfeld-Platz festgenommen worden waren, vom Schnellrichter zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Beide Verurteilte wurden in Haft behalten.
Schwere kommuniskifche Ausichreikungen in Berlin.
In der Nacht zum Montag wurde in Berlin ein Lokal in der Beusselstraße ,in dem sich eine Anzahl Nationalsozialisten befand, von Kommunisten schwer beschädigt. Mehrere Schüsse wurden dabei abgegeben. Fünf Personen wurden dabei verletzt. Als angebliche Täter wurden zwei Personen festgenommen. Im Anschluß hieran kam es am Bahnhof Beusselstraße zu einer Schlägerei, wobei zehn Personen festgenommen wurden.
-uloaerZertung
Anzeiger für die Skadk Fulda Md denLandkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Gefährliche Träume.
L._ man in diesen Tagen die Zeitungen der JSnen politischen Richtungen durchblättert, man in jeder auf eine mit fast absoluter üßiakeit wiederkehrende Sparte, die früher .JT9mar. Das sind die Berichte über die Sam Schlägereien zwischen Anhängern ver- politischer Meinung. Zwar ist es Gott T«, noch nicht so weit gekommen, daß ganz in an die Stelle geistiger Auseinanderset- ,Faust, Schlagring, Fußtritt, Meter und x getreten wären. Nein, so weit ist es Mt Die bürgerlichen Parteien und auch Sozialdemokraten pflegen an diesen nächtlichen tat nicht beteiligt zu sein. Die Helden Auftritte sind vielmehr ausschließlich die munisten und die Nationalsozialisten, wobei letzteren den traurigen Ruhm für sich in An- nehrnen dürfen, int großen und ganzen am kitten die Angreifer zu sein, und überhaupt meisten Mitglieder zu den blutigen Szenen zu
, Das ist nicht sehr verwunderlich, wenn man ächtet, aus was für Leuten sich diese angeb- Arbeiterpartei zusammensetzt. An ihrer Spitze sich noch allerlei Abenteurer aus den ersten ionsjahren breit, die der Krieg und seine n Folgen derart aus der Bahn geworfen ha- dah sie keinen vernünftigen Weg mehr sin- Jhnen sind allerlei Jünglinge nachgewachfen, f zwar den Krieg nur vom Hörensagen kennen, aus einer verrohten mit allerlei Verdrängun- b belasteten Erziehung heraus den Kampf, und den blutigen, zerstörenden, niederreißenden pf für die Blüte des Mannestums halten und l sich aus begreiflichen Gründen nicht zu der Auffassung durchringen können, daß ein den Lasten eines verlorenen Krieges feuf= Land zunächst keine andere Aufgabe ken- inn, als unter Heranziehung der höchstgestei- Willenskraft jedes Einzelnen alles, was nie- prfen wurde, wieder aufzurichten. Diese Menschen sirid so in eine wüste Demagogie ölgeraten, in der fie sich wohlfühlen und aus tauch nicht wieder heraus können, ohne un- bisherigen Anschauungen und Lebensme- t einen dicken abschließenden Strich zu zie- «. Ihnen läuft alles nach, was sich in ähnlich Lener Verfassung befindet.
3n weiche Ideologie diese Leute sich verrannt «n, zeigt deutlich der Vorfall im Weißenfelser Glicht am Freitag, wo ein Beamter der Justiz- Wmtung seinen Beamteneid mißachtet und ne- W seine Existenz aufs Spiel setzt, um seinen fionalsozialistischen Kameraden beizustehen und wmnvgljch zu Meineiden zu verleiten. Und die- «i» s rächt einzig da. Denn in dem Rönt- MUer Prozeß erwies sich ja ebenfalls ganz ein» *■; 9 ote Mißachtung der Angeklagten gegenüber wiewohl doch gerade die national» Wmhtische Partei am stärksten mit den Forderun- !“,?ac9 männliifjen Idealen um sich wirft. KPOftOrgon Otto Strassers, der aus seiner Par- i^^etreten ist, weil nach seiner Behauptung ^yktler ein Knecht des Kapitals ist, weiht die WMer vorn 1. August ganz ausdrücklich der Ver- iU r ®ri.e9es und behauptet, der 1. Aug. e -J*’ „Beginn der gewaltigen Umwälzung
Geistigen, Körperlichen, die wir Jufojution nennen". Die Leute, die das i. f’e hüten sich, ihre Namen zu nennen, jjFWen entweder zu jenen Abenteurern, die EL"0. "Eeren und alles zu gewinnen haben ■LJ; tm Kriege vielleicht doch nicht immer in Ig'wt gestanden haben, von der sie so gerne £ 65 sind die irregeführten jungen Men- R£Le "auusts noch die Schulbank drückten und n noch immer das Märchen vom frifchfröh- ^^neg irgendwie aus schlechten Lesebüchern sind von keinerlei Ueberyleugung des Gedankens und des Geistes er« ■ w?,6Öarilm dürfen sie unter der Ueberschrifi jFftri*en ben neuen Krieg" ihren Lesern den EL <$rn Unfinn vorsetzen: „Freiheit und Knh rn den vernMMLM.Ms" Et hLs Sklaverei und Frieden? Das ist die Usi V Schicksal Deutschland stellt — nichts ■ ., "Nd klar und fest heißt unsere Ant-
MMechett und Krieg! !"
KL "Eichen solcher seelischen Haltung sich 2 fie tätigen Einfluß auf die Poli- WD » en, haben wir in Thüringen schaudernd Ük 'st ein Mann ihrer Gesinnung Tlim« Sher m Jn' 2"d was er als solcher tut, ist ein KL ?hr ober weniger verdeckter Versuch, die Landes — in das er aber nur ■t» rt ist, — und darüber hinaus des Rei- Mve^nvuhlen. Er hat den Eid auf die ■ben UtL9 geschworen, aber sein inbrünstiges ■KL«. Leist dahin, ihr immer erneut ein *$a'iunc>-.As s^agen. Er ist bemüht, sich nichts Kfie To”’„’,9es nachweisen zu lassen, und er t?förber!iA$’5te’.ten der Verfassung, die seinem Wen (pL-.Ieirll$e’nen, weidlich aus. Sogar den er .l,Ä^has dieses Staates, den er doch, und aufrecht wäre, verachten
Whohnx- ,r er- damit er ihm — der Gipfel Mffuna >. Segen den berufenen Hüter der s' Oen Reichsinnenminister, Recht ver-
,®r- Frick in Weimar verdankt BEMtben passiven als aktiven Duldung » ^o/^partei. Sie könnte ihn in je» 3^1 trn-s siürzen. Sie tut es nicht. In ■bn «®r,unter Duldung und Beteiligung der ..„Partei ebenfalls mindestens ein
Minister geworden, wenn nicht Wet en und die Freunde Mahrauns es Leider scheint die Vermutung ^^W^kAtgt, ba§ selbst der Vorsitzende der ^■^“Spartei, Dr. Scholz, unter Umstän- Zusammenarbeit mit den Na- " “b künftigen Reichstag bereit sin-
„Solange Kapitalismus rentable Investierung verfügbarer Kapitalien bedeutet, ist übergroße Arbeitslosigkeit ein Zeichen dafür, daß man entweder durch E i n- gaben (Steuersen- Löhne die Anlage
Notverordnungen und Nesormmatznahmen
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