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NIL

3. August

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Die große Menschen-Hatz

der Seele

als

ge-

I

fallen sie Wer es zu durch-

Sinn des Wortes bejaht Verbrecher, wenn man ihn Formel festlegen: er habe sichtigt, aber er habe es doch nicht gewollt. Das ist

sondiert, oft genug auf oie das Verbrechen zwar beab- dann im letzten Augenblick das versteckte Eingeständnis dem Widerstand gegen den

bald die andere fort; bei plötzlichen Taten vielleicht alle in einen Augenblick zusammen, ist der natürliche Weg, den jeder Gedanke laufen hat ,bis er zur Tat heranwächst.

ES ist «in biologisches Gesetz, das sich

den ich zwei Jahre auf Sumatra hatte. "

war; er trat „Sie sind »Des, Sir.

Drang Utan, Hausgenossen

und die Vorbereitung derselben durch geeignete Maß­regeln ein. Er ist die letzte Vorstufe vor der Tat.

Nicht immer sind natürlich alle diese Phasen der Entwickelung deutlich ausgeprägt. Bald bleibt die «in«,

urrg am laufenden Vaud: Vorstellung. — Gedanke. — Absicht. — Vorsatz. Tal. — Wie bekommen wir unser Tun und Handeln in unsere Gewalt?

heran und meinte lächelnd:

auch Tierfreund, Sir?"

Der kleine Kerl erinnert mich an einen

Wenn wir auf das Seelenleben die biologischen Mckrionen übertragen, so ist der Gedanke die Eizelle B seelischen Lebens, die in dem Augenblick befmch-

Dergleiche und HilfSvorstvllungen aus d«m Gebiet der Technik haben für unsere Generation eine besenders rewm'choulicherLe Kraft. Auch für die Seelenkunbe wendet man mehr und mehr Au-drücke und Begriffe m, die zunächst in der Technik heimisch waren, wodurch gleichzeitig zum AuSdmck gebracht wird, daß sich tat­sächlich ein gewisser Parallelismus zwischen einem tech­nischen Kraft- in* Tadablauf und einem seelischen Ab- lauf feststellen läßt. Gewissermaßen das Fertigfabri- k°t eines seelischen WlaufS ist die Tat. DaS Roh­material dagegen, d«S in die Seele unaufhörlich em» strömt, sind die Wahrnehmungen und Dor» stellungen. Diele Wahrnehmungen werden kaum Mr Vorstellung. Sie wandern durch unsere Sinne hin- «rch, ohne uns recht zu Bewußtsein zu kommen, nur wie im Halbschlaf reagieren wir darauf, wenn wir es wöerhaupt tun. Andere Wahrnehmungen kommen uns deutlich zu Bewußtsein, sie werden zu Vorstellungen. M damit beginnt denn nun der seelische Prozeß, der durch allerlei Vorgänge, Behandlungen, Verbindungen, Bearbeitungen, aber auch Hemmungen, Rückwirkungen hmduich als letztes Ergebnis die Tat zeitigt, — falls

gatje Vmgung nicht in seinem Verlauf abgedrosselt

Eine Zigarette habe ich noch im Hause, die hole ich biete sie den beiden an. Der Kleine mit den dunk- Haaren meint, ich solle sie seinem Gefährten geben, rauche am liebsten. So bekommt der die Zigarette raucht sachverständig und mit Behagen.

Dann kommen wir ins Gespräch über die Arbeite- keit. Der Große, der erst so schweigsam war, taut . Das Schlimmste wäre, daß man so herumlungern Dabei sähen einem noch viele Menschen als Fau­

lst der gegebene Augenblick, um über Tod Und Leben des jungen Gedankenwesens und damit auch über Tun oder Nichttun zu entscheiden. Geschieht das nicht, saßt es erst im Inneren Wurzel, so wächst mit jedem weite« ren Schritt auch seine Kraft, bis der Mensch ihm end« lich fast unterliegen muß. i

Lord Huxleigh, ein offener, biederer Charakter, be­grüßte den Russen und meinte bann lächelnd zu Lord Shrewsbury:

Wir haben an Bord so viele Wissenschaften, daß wir eigentlich einen internationalen Gelehrtenkongreß ver­anstalten können."

Auch Lord Shrewsbury, ein großer Freund der Na­turwissenschaften, empfand ein offensichtliches Vergnügen an der Bekanntschaft, versprach er sich doch jetzt sehr nette Stunden der Unterhaltung, wenn die verschiedenen Fakultäten im Meinungsaustausch aufeinanderplatzen sollten. —

Bern Tscherskasina hatte beim Verlassen des Speise­saales noch gesehen, wie Dimitri Urgejowitsch in den feudalen Kreis eingeführt wurde. Es berührte sie eigen­tümlich, zerbrach sie sich schon längst doch darüber den Kopf, welche gesellschaftliche Stellung der alte Bekannte wohl jetzt innehabe. Thomas Harrison, der Sohn des Multimillionärs, an dessen Seite sie eben den Saal ver­ließ, gewahrte den strengen, verkniffenen Zug um ihren Mund; besorgt flüsterte er ihr zu:

„Sie sind erzürnt. Miß Tscherskasina, sind Sie mir böse, weil ich mein Herz auf der Zunge habe?"

Wie von einem Mb erlöst, atmete sie tief.

„Nein, Tom Harrison, ich zürne Ihnen nicht. Sie sind mir ein lieber, lieber Freund."

„Nichts weiter. Miß Tscherskasina?"

Sie lachte gezwungen auf und warf ihm einen Blick zu, der neckisch sein sollte.

„Was wollen Sie noch mehr, Tom Harrison? Wir reisen zusammen über den Atlantik und in Portsmouth trennen sich unsere Wege. 'Sie gehen gemäß dem Auf­trag Ihres Vaters nach dem Kaukasus und ich eile nach Paris und wenn es das Schicksal will, treffen wir uns irgendwo später wieder . . ."

„Nein, ich mag diesen Zufall nicht . . .*

«Also liegt Ihnen nichts am Wiedersehen . .

»Wie können Sie so zu mir reden, Miß Tscher­skasina."

„Lassen wir das, Tom Harrison. Sie kennen meine Ansichten, wir haben oft darüber gesprochen."

Dimitri hatte sich von der Gesellschaft des Lord Hux­leigh getrennt und war soeben in feine Kabine getreten.

einströmte, daß ich die genaue Besichtigung der Dia­mantfelder und der Diggerstadt auf später verschob und meine ganze Aufmerksamkeit auf das' große Ereignis, das Rennen um die Claims, konzentrierte.

Es blieb auch nicht allzuviel Zeit, sich irgend etwas anderes anzufehen; denn sehr früh begann die Polizei bereits mit der Räumung von Clandsputte. Aus ganz Transvaal schien man hier berittene Polizei zusammen« gezogen zu haben, von allen Seiten ritten sie in Elands« putte ein. Ich hatte allerdings etwas den Verdacht, diele starken Kordons ritten ein wenig zu Propaganda- und Beruhigungszwecken umher, denn mittlerweile stieg die fieberhafte Erregung immer höher, und unter den hier Zusammengeströmten war ein Großteil von solchen Leu­ten, die man gern als Abschaum aller Nationen bezeich« net.

Außerdem sollte ganz Clandsputte geräumt werden« Nicht nur die wohl zehntausend Digger und Läufer, die starten wollten, mußten aus der Stadt heraus, fon« dem alle Weißen, damit sich nicht einer am Ziel ober auf dem halben Wege verstecken und so während die Menge rannte, in aller Ruhe feine Claims abstecken konnte. An die zwanzig - bis dreißigtausend Menschen mußten also aus einer unübersichtlichen Zelt- und Campstadt aufs Freie einige Kilometer roeit ye- trieben werden Die Schwarzen konnten in den Hau» fern und bei dem Eigentum ihrer Herren bleiben, da ja kein Farbiger eine Lizenz erhalten oder um ein Claim rennen darf.

Bereits um 9 Uhr setzte das erste Treiben der Poli­zeireiter ein. Höflich, aber bestimmt trieben sie dis Menschenmassen aus den Diggings und der Stadt heraus. In unübersehbarer Linie, von einem Horizont zum an« deren, zog eine Völkerwanderung über das Feld. Zwischen den Fußgängern bewegten sich zahllose Autos, Pferde- und Eselsfuhrwerke und einzelne Reiter. Wer ein Fahrzeug hatte, brachte seine Läufer auf diesem zum Start, um ihre Kräfte zu schonen, und außerdem wollten doch die Angehörigen ihren Läufern so rasch rote mög­lich folgen, um sich von dem Erfolg oder Mißerfolg zu überzeugen.

Dreimal ritten die Polizisten in einer langen Linie durch die Stabt und die Diggings. Aber damit waren immer noch nicht die letzten Nachzügler ausfindig ge- macht, und einzelne Patrouillen und Kordons ritten kur; vor dem Start hin und her, blickten in jede Hütte und jedes Zelt, um zu kontrollieren, daß sich nicht doch ir­gendwo ein hinterhältiger Läufer versteckte. Wenige Minuten vor dem Start wanderte noch ein alter Groß-

Dudley, aber brechen wir dieses Thema ab" — sie blickte auf ihre Uhr, „es ist übrigens Zeit, uns zum Lunch um­zuziehen, wir wollen gehen, komm —"

Dudley erhob sich langsam.

„Das ist das erste vernünftige Wort von dir, Gweny."

Beim Lunch holte Lord Shrewsbury alles nach, was feine Tochter Gwendoline vermißt hatte, er stellte feine Kinder dem alten Stubiengenoffcn vor und man nahm an einer gemeinsamen Tafel Platz, ja Lord Hux­leigh, Earl of Stamshiere hatte sich sogar die Ehre er­beten, Gwendoline zu Tisch führen zu dürfen. Nun war Gweny zufrieden und zog alle Register ihrer ge­sellschaftlichen Fähigkeiten auf, womit sie auch den alten Globetrotter sichtlich entzückte, denn Lord Huxleigh schien mit einem Male gar kein Interesse an seines Nachbarn und Expeditionsgefährten Professor Gibbons fachgelehr­ter Unterhaltung zu.haben, er war nur noch ganz Auf­merksamkeit für feine Tischdame, worüber der Profes­sor sich sehr unglücklich fühlte und sich ausschließlich Lord Shrewsbury widmete, an dem er einen andäch­tigen Zuhörer gefunden hatte. Am Tische saßen noch Professor Husterkamp, der deutsche Astronom, der auch zu diesem kleinen Cerkle gehörte, mit dem jungen Dudley und Major White von den Scotch Highlanders. Der letztere war Reisebegleiter und ausgesprochener Liebling des Earl of Stampftjiere.

Unweit der Gesellschaft Lord Huxleighs saßen Dimitri Urgejowitsch in recht deprimierter Stimmung und Sergej Korbatschew und verzehrten schweigsam ihren Lunch. Während Korbatschew unauffällig aber beharr­lich die Gesellschaft der amerikanischen Finanzleute im Auge behielt und sich alle Mühe gab, hier und da etwas von ihren Reden aufzuschnappen, hörte Dimitri ange­strengt auf Professor Gibbons Erklärungen, die ihn interessierten, nur zuweilen suchten seine Blicke für einen Augenblick die elegante Erscheinung Veras, die sich im Kreise der Amerikaner sehr gut zu unterhallen schien.

Ein klingendes Frauenlachen am Tisch seiner Lord- schast ließ ihn unwillkürlich ausblicken. Gwendoline amüsierte sich köstlich über die possierlichen Grimassen eines allerliebst ausgeputzten Makaken, eines kleinen Affen, den ein chinesischer Diener des Professor Gibbons an den Tisch seines Herrn gebracht hatte, damit der

Biologie“

bei jedem Lebewesen die Lebensenergie in stärkerem Maße als das Wachstum steigert.

Dieses Gesetz gilt auch für das Gebiet der Seele. Mit jedem Schritt, den der Gedanke der Verwirklichung entgegen macht, wächst seine Kraft, und unsere Ent­schlußfreiheit ihm gegenüber wird im selben Maße ver­ringert, bis sie am Ende, wenn wir bei dem Vorsatz angelangt sind, fast gleich Null ist. Ein ganz außer­gewöhnliches Ereignis gehört meist dazu, um einen Vorsatz im letzten Augenblick noch umzustoßen. Herr seiner Taten zu werden, ist dem Menschen im allge­meinen versagt; die Taten entfallen ihm fast mit der­selben Naturnotwendigkeit wie die Früchte dem Baum, oder um in der Ausdrucksweise der Technik zu reden: ein in Gang gesetzter Prozeß entwickelt sich gleichsam am laufenden Band weiter und will nicht eher ruhen, als bis das Fertigfabrikat, die Tat, erreicht ist. Will der Mensch sich die Gewalt über seine Taten sichern, so muß et an früherer Stelle einsetzen, am besten in dem Augenblick, da die Zeugung des Gedankens erfolgt. Dies

kleine Affe hier feine ihm zugedachte Frühstücksportion empfange. Professor Gibbons schien sich ausgezeichnet mit dem Tiere zu verstehen, er steckte ihm in Schoko­lade getauchte Semmelbissen in das Mäulchen, wofür ihn das Aeffchen zärtlich umhalste und einen Kuß auf die bärtige Wange gab. Dieses originelle Bild erheiterte Dimitri Urgejowitsch und er hing feinen philosophischen Neigungen nach, indem er Betrachtungen über die Echt­heit und Unechtheit der Zuneigung bei Menschen und Tieren anstellte. Das kleine Intermezzo mit dem Ma­kaken hatte die Blicke fast aller im Speifefaal Anwesen­den auf Professor Gibbons gezogen und man sah über­all freundlich lächelnde Gesichter, diese sichtbare Freund­schaft zwischen Mensch und Tier schien allgemeines Wohlwollen zu finden und für einen Augenblick drehten sich alle Gespräche um Professor Gibbons, der sich be­reits als Bakterienforscher in der wissenschaftlichen Welt einen Namen gemacht haben sollte.

Als sich die Herrschaften erhoben, wollte sich auch der Chinese mit feinem Aeffchen entfernen. Dimitri Urge­jowitsch, der neben feinem Stuhl stand, warf ihm eine Scherzrede zu in einem seltsamen Sprachgemisch von Englisch sind Chinesisch, das der Chinese lächelnd be­antwortete. Der Professor Gibbons hatte das kurze Gespräch gehört, aufmerksam betrachtete er den Russen, dessen charakteristisches Aussehen ihm längst ausgefallen

Der Engländer nickte.

„Dh pes, man kann sich gut gewöhnen an ein so lehriges Tier, Mister —?"

„Dimitri Urgejowitsch, Doktor der Medizin."

„Gibbons, Professor der Naturwissenschaft."

Mit Verbeugungen stellte man sich gegenseitig vor, gab sich die Versicherungen aufrichtigster Freude über die soeben gemachte Bekanntschaft und mit einigen ge­schickten Fragen prüfte Gibbons sofort den anderen auf Herz und Nieren, ehe er ihn dem Lord Huxleigh zu- führte.

dessen, daß er zu spät mit _ _

seelischen Vorgang eingesetzt hat, der ihn zu dem Der» brechen geführt hat. Und das kann nun allerdings als Milderungsgrund nicht angesehen werden. Ein Milde« rungsgrund liegt vielmehr nur bann vor ,wenn wie oben angedeutet, all die verschiedenen Entwicklungs­phasen so zusammenfallen, daß der Mensch sich in dem­selben Augenblick, da der Gedanke auftaucht, auch schon vor die Notwendigkeit der Ausführung gestellt sieht« Da kann allerdings die Suggestivkraft des Gedankens

tet wird, wo mehrere Vorstellungen eine Verbindung miteinander eingehen. Ein« Verbindung von Dor- stellungen, das ist eben ein Gedanke. VorsteUungen an sich sind etwas Totes, der Gedanke, der durch ihre Verbindung erzeugt wird,

ist etwas Lebendiges, und als Lebewesen hat er den Lebensdrang in sich.

Sein erstes Ziel ist die Sicherung seiner Existenz. Zu diesem Zweck drängt er sich immer wieder in das Bewußtsein hinein, bis er seine feste Stelle darin hat und festgewurzelt ist. Dann beginnt di« Entfaltung und daS Wachstum. Wie eine Pflanze, Aeste, Zweige, Blätter treibt, die zur Nahrungsaufnahme dienen, so verzweigt sich der Gedanke in die innere Welt mithilfe der Fantasievorstellungen, die die Art und Weise, wie er verwirklicht werden tarnt, ausgestalten und die Folgen der Verwirklichung ausmalen, — ohne daß damit zu­nächst die feste Absicht der Verwirklichung verbunden wäre. Die nächste Stufe ist dann die Absicht: Wenn die Umstände günstig sind, wenn sich eine Gelegenheit bietet, dann wird man zur Tat schreiten. Diese Ab­sicht läßt noch dem Walten des Zufalls Raum, ein gewollter der Verwirklichung dienender Schritt wird noch kaum unternommen. Der Vorsatz dagegen, die folgende Stufe, schließt bereits die Bezugnahme auf einen ganz bestimmten Augenblick der Verwirklichung

plötzlich zu solcher Höhe anwachsen, daß dem Menschen kaum eine Wahl bleibt, und er förmlich unter der Hyp­nose des Gedankens handelt. Freilich in einem Punkte ist und bleibt er auch dann noch schuldig: seine ganze Gedankenwelt muß so sein, daß selbst in diesem äußer­sten Fall durch die allgemeine Tendenz seines Wesens einer Ueberrurnpelung vorgebeugt ist. Dr. K.

Die Kriminalstatistik beweist, daß nur ganz wenige Verbrechen mit vollständiger Entschlußfrei­heit bis zum letzten Augenblick begangen werden. Selbst wenn die Vorsätzlichkeit int gewöhnlichen werden mutz, läßt sich der

Das Vakkerlenschiff

Ein Roman in 7 Tagen.

Son Hellmuth Quast-Peregrin.

Copyrigth by Greiner u. Co., Berlin.

Gwendolin«, die reizende Tochter des Lord 1^ ury, räkelte sich gelangweilt im Schiffsstuhl und ! . öu ihrem Bruder Dudley hinüber, der interessiert n *'nem Buche las:

tu* -r’^ e’ncn Studienfreund, den Lord Huxleigh, I Est für uns nicht mehr zu sprechen."

Dudley sah aus feinem Buch auf und gab gelangweilt ;■ »®qs soll ich dagegen tun, Gwendoline?" einer Weile begann Gwendoline wieder:

&i ’r? langweilig, bei einem so redseligen Menschen uJ .; 9ib mir wenigstens eine Zigarette, wenn du nichts zu meiner Unterhaltung tust."

. ey bediente feine Schwester und nun rauchten -m behaglichem Schweigen.

-UUtdley __"

bitte?“

M ^kleigh soll doch ungeheuer reich fein —" fc 5?' ^be auch so etwas gehört."

*ft es eigentlich rücksichtslos von Pa, daß er O#pi})r*n - ” '"hl, er könnte uns doch bei Lord Huxleigh BB Willst du feine Frau werden, Gweny? Er

^gek-Ue und noch einmal fo alt wie du."

Ku m,?e5 Seug kannst du bloß reden. Ich habe in d ®»f Lord Huxleigh mehr an dich rote an mich ge» MktzEhs wich? Was soll er mir? Denkst du, ich habe lafjep, °uf seine nächste Expedition mitschleppen zu r ^lch n . -vorsintflutliche Scherben und Knochen sammeln? riilpn(kn; wache meine ersten Gehversuche zur Be- »Du h r* ich benötige ihn nicht."

9* recht selbstbewußt für deine neunzehn Jahr«,

Es Mugelk . . .

wird wohl wieder ein Bettler fein", denke ich t«h' aebe hinaus um zu öffnen.

4>ei junge Leute stehen draußen, und tch sehe auf „ trben Blick, daß es keine Bettler find.

Entschuldigen Sie", beginnt der «eitere, „Wir sind " (jrkc'wrs und spielen hier auf den Dörfern, um ’Tpaar Pfennige zu verdienen. Da sind mir eben in tot Regen geraten und sind durchnaß. Könnten Sie uns

ein trockenes Hemd geben . . .

gr hält ein, und man merkt, daß ihm die Worte gefallen sind. Nein, Hemden kann ich ihnen lei-

nicht geben. Es kommen fo viele, die danach fragen.

(her wenn sie etwas effen und in die Küche gehen woll- „ „g das Herdfeuer noch brennt und es angenehm fft?

ga, f(e motten, und dann stehen beide verlegen in der und sehen sich um. Ich rufe inzwischen meiner i, die rasch etwas zu essen und Kaffee richtet, der vom Morgen her warm auf dem Ofen steht. Dann die beiden wie Leute, die Hunger haben, und ich dabei und schenke Kaffee ein. Dazwischen erfahre daß sie aus einer benachbarten Stadt stammen, und der größere verheiratet ist und zwei Kinder hat, daß die' Arbeitslosigkeit dort groß ist und noch jeden Tag zu-

lenzer und Tagediebe an. Und die Fabriken, die nähmen nur noch ganz Junge. Denen brauchten sie nicht fo viel Lohn zu zahlen. Da wäre eine Fabrik, die stellte jedes Jahr zwanzig Schulentlassene ein, und wenn sie nach drei oder vier Jahren ausgelernt hätten, würden sie entlas­sen. Leute in ihrem Alter fänden überhaupt keine Stelle mehr.

Er sagte das alles langsam und mit verschleierter Stimme, aber ohne jede Erbitterung, wie ein Mensch, der hoffnungslos ist.

Der Kleine erzählte, er habe noch mehr Brüder zu Haufe, die alle ein Handwerk gelernt hätten, Weißbinder, Schuster und fo. Nach der Lehrzeit wären sie alle ent­lassen worden und säßen nun zu Hause wie auch er.

Ob sie nicht versucht hätten, bei den Bauern Arbeit zu bekommen, frug ich. Es fei doch nun Ernte, da wür­den überall auf den Dörfern Hände gebraucht.

Das fei auch nichts, meinte der Große. Ihm fei viel­leicht geholfen, aber feiner Familie nicht, denn Geld woll­ten die Leute nicht geben, und sie könnten es auch mei­stens nicht. Auch fei er die Arbeit nicht gewöhnt. Schließ­lich feien in den meisten Dörfern auch Arbeitslose genug.

Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen, und die Zi­garette war zu Ende. Die beiden erhoben sich. „Ja, da wollen wir sehen, ob sich noch etwas verdienen läßt. Sonst haben wir den Weg umsonst gemacht, und es ist nicht schön, wenn man abends mit leeren Händen nach Hause kommt. Es wird doch wohl nicht mehr regnen?"

Ich sah aus dem Fenster. Das Gewölk war hoch, und der blaue Himmel schaute hie und da heraus. „Nun, ich denke, es wird halten. Hoffentlich haben Sie noch recht guten Erfolg."

Sie bedankten sich und gingen die Treppe hinab, be­müht, mit ihren schweren Schuhen leise aufzutreten. Da wandte sich der Kleine nochmals um: „Wir kommen nachher und spielen noch bei Ihnen."

„Kommen Sie nur", sagte ich und schloß die Tür.

Eine Weile später lockten mich die Töne einer Zieh­harmonika ans Fenster. Meine beiden Freunde von vor­hin standen auf der Straße, von einem Schwarm Kinder umgeben. Der Große spielte und fang dazu, das Lied konnte ich nicht verstehen, durch das stoßweise Wehen des Windes hörte ich ab und zu eine Wohllaute Männer­stimme zwischen den Tönen der Harmonika.

Als das Lied beendet war, machte ich ein Geldstück bereit und winkte ihnen, zu kommen.

Aber sie kamen nicht. Sie schwenkten nur ihre Mützen und zogen weiter, hinter sich den Schwarm von Kindern.

L.

Der vor kurzem auch in Fulda gezeigte er­schütternde Metro-Goldwyn-Mayer-Film „D i e goldene Hölle" ist ein Drama menschlicher Goldgier. Sobald Nachrichten von neuen Fun­den des gelben Metalles oder von heißbegehrten Diamanten auftauchen, beginnt ein unerbittlicher Kampf um die „Claims". Neuerdings werden die „Rushs" behördlich geregelt, sodaß einige Ge­währ für eine gerechte Verteilung des wertvollen Bodens gegeben ist. Wie heiß es dennoch auch heutzutage bei solchen „Schlachten" zugeht, schil­dert Colin Roß in seinem aufregenden Aben- teuerbuch „Mit Kamera, Kind und Kegel durch Afrika" (mit 32 Abbildungen), das im Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig erschienen ist. Dem Tempo der folgenden, dem Werk entnommenen Zeilen werden sich selbst geruhsame Leser nicht entziehen können.

Das erste und einzige, was ich zunächst in der Dia­mantgräberstadt sah, war Staub und Blech. Auf den reservierten Claims des Farmbesitzers und des Prospek­tors wirb ja schon feit Wochen gearbeitet. Tausende von Zentnern Gestein und Geröll sind in feinen Staub zerrieben und zermahlen, und weitere Mengen Stau­bes wirbeln die Hunderte und aber Hunderte von Fahr­zeugen auf, die ständig durch Clandsputte ziehen.

Es war ein trüber, windiger Tag. Die Böen hoben und wirbelten den Staub in Hofen und Fontänen hoch, die sich wie Schleier vor die Stadt und die dahinter­liegenden Diggings hingen. Wenn sich die Schleier für Sekunden senkten, sah man dahinter Blech und nichts als Blech, di« City von Clandsputte, die Läden, Cafes und Bureaus.

Hier staute sich die Menschenmenge. Vor allem vor dem Büro des Mineninspektors ballten sich die Digger rote ein auszeschwärmtes Bienenvolk. Das waren lauter Nachzügler, die alle mitrennen wollten und vorher noch um eine Lizenz anstehen mußten.

Die Klügeren und besser Unterrichteten waren schon seit Tagen ober gar Wochen hier, hatten aufmerksam den Gang der Arbeit auf den reservierten Claims ver­folgt, hatten den Boden des zu proklamierenden Ge­ländes untersucht und sich wohl auch auf der zu durch­laufenden Strecke trainiert. Genau kannte sie zwar noch niemand. Aber man konnte sie ungefähr abschätzen: auf dem Hügelrücken hinter der City lagen die reservierten Claims, und von der entgegengesetzten Seite aus, in einer Entfernung von drei bis vier Kilometer, würde wohl der Start erfolgen.

Ich hate in aller Frühe einen Erkundungsgang ange­treten. Allein es war fo viel des Neuen, das auf mich

August

Kornblumen blaues Krönlein steht, r Säjnitter Schritt durch die Aehren geht, r^zlidiem Blühen m Feld und Hag

4 Erntet«,!

"t b-r träume, rotflackernder Mohn kL h06 fiaupt vor der Senfe Loh'n.

t»r der Sonne segnender Wucht rh Traum zur Erfüllung, aus Blute die Frucht.

niM im »mb, der ums Haus gesungen, 5’ wie ein Wiegenlied geklungen---?

Mia Kerstin.

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