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ll(htet Sonntag nach Pfingsten.

LingangsNed: Pf. 47, 1011.

I , o Gott, dein Erbarmen empfangen 'Ä linÄ. M- Mn Nam-, o (Bott, Mttten de , e Qn bie Grenzen der Erde:

*ift Mn. Recht-,

& K 6«S«rr und lobwurdt, über alles, m Sroß Stadt, auf feinem heiligen Berge.

Evangelium: Luk. 16. 1 9.

F' inner Seit trug Jesus seinen Jüngern svl- m idinis vor:Ein reicher Mann hatte ei- Formatter Dieser wurde bei ihm beschuldigt, >--n Berwallbr Er ließ ihn rufen und

EÄork«s muß ich °°n di- hören? Eid von deiner Verwaltung! Du kannst mein Verwalter sein." Da dachte der ^LK bet sich:Was soll ich anfangen, da fierr mir die Verwaltung nimmt? Graben

!£ ich nicht, zu betteln schäme ich mich. - Ich FE mag ich tue, damit sie Mich IN ihre Mauser "&men wenn ich der Verwaltung enthoben

Er ließ nun die Schuldner seines Herrn - mrnen einen nach dem anderen. Den ersten ET er: .Wieviel bist du meinem Herrn \d)uV- K o* Er antwortete:Hundert Krüge Oel". Mnm deinen Schein", sagte er zu ihm,setz dich ^»rnind hm und schreibe: Fünfzig". Einen an- Än fragte er:Wieviel bist du schuldig?" Er nnmortete-Hundert Malter Weizen".Nimm deinen Slbein", sagte er zu ihm,und schreibe: gli.jn« Zer Herr lobte den ungetreuen Berwal- i»' weil er klug gehandelt habe. Denn die Kin­der die er Welt sind im Verkehr mit ihresgleichen lüaer als die Kinder des Lichtes. Auch ich sage euch- Wachet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon: dann werden f?e, wenn es mit euch zu Ende geht, euch aufnehmen in die ewigen Wohnun­gen."

Der grotze Bischof.

gemeint ist Wilhelm Emanuel Kette- ler. Die Bonner Vuchgemeinde brachte soeben als zweite Iahresgabe ein Buch heraus, dos den obi­gen Titel führt. Der Verfasser ist Froo" Herwig.

Es ist keine Lebensgeschicht? im i äichen Sinne, bie Herwig hier gibt. Jedes Dati m wird man vergeblich suchen. Aber man lei t mit auf dem westfälischen Edelhofe, wo der Knä,>e aufwuchs, wo feine Seele lebte mit seiner Heimat und den Tie­ren seiner Umgebung, vor allem mit den Hunden, die er am liebsten hatte und ab und zu mit ins Bett nahm, nicht zur Freude seiner vortrefflichen Mut­ter, die allabendlich mit dem Jungen betete. Wo es ab und zu die väterliche Reitpestsche zu kosten und Arrest in der Hauskapelle gab, denn öie un­gebändigte Herrennatur des Edelmannsfohnes machte sich gar oft Luft in Ausbrüchen von vul­kanischer Wildheit. Daneben war in der Seele des seltsamen Knaben ein Hang zu hingehendster Got­tessehnsucht und Eottesliebe, die ihren rührendsten Ausdruck fand in jenem Weihnachtsabend, an dem er spät noch allein im Hemd in die Hauskapelle schlich, um das nackte Jesuskind auf dem Altär- cher, diese beiden Kräfte leben und rangen in ihm der Vater am selben Abend zu seinem größten Stolze geschenkt hatte.

Eiserner Herrenmensch und glühender Gottsu­cher, diese beiden Kräfte lebent und rangen in ihm durch die Jahre seiner Jugend und waren der An­laß zu erschütternden seelischen Kämpfen, bis sie endlich spät zusammenklangen in seinem Entschluß, Priester zu werden.

... ®j* hören die Sorgen der getreuen Pfarrhaus­halterin in Beckum, die den neuen Vikar durch­aus nicht begreifen kann, weil er alles zu einfach haben will. Der mit den Wanderburschen singt, mit dem verrufenen jungen Hehlmann vor dem Vika- Holz sägt und mit den Dorfburschen den schlammigen Kirchhofsweg höchsteigenhändig pfla- slert. . .

Man muß das Buch schon selbst lesen, und wenn £8010 ein Buch für uns Katholiken lesenswert ist, «Mi ist es dieses. Wir sprechen von katholischer (Schade, daß man für diese gute Sache S SHV5 deutsches Wort fand). Dieses Priesters Bischofs Leben i st katholische Aktion. Die j^^stiner Zeit sind auch die Nöte unserer Zeit,

Aust Thrasolt's SonueuschelnbAch.

Das Sonnenscheinbuch von Ernst Thrasolt er­scheint nunmehr bestimmt im Spätsommer die­ses Jahres im Verlag K ö s e l u. P u st e t, Mün­chen (etwa 250 Seiten und mehrere Bilder. Lei­nen etwa 6 Mark). Was Thrasolt selbst in ei­nem vorbereitenden Abschnitt über das Buch sagt, |°nnen wir schon jetzt zur Kenntnis bringen.

aus der allgemeinen Ergriffenheit der Menschen seinen-r^Eblen aller Richtungen und aller Blätter um i j. Tod heraus, nicht aus dem Rausch und dem Rau- "Er Völkerwanderung zu seinem Begräbnis her- prang das Urteil, daß Sonnenschein ein Phä- E". eine außerordenüiche, jahrhunderteeinmalige Ra- ? ®tu.Cv!nun9' ein Komet, aber ein milder Komet in der kloch der deutschen katholischen Menschheit war. bo/~,(c5t. anderthalb Jahre nach seinem Tode, halten K#. hiaU/,en ""d die Bewunderung an, auch unter de- HitLt - e Sonne mit Flecken sehen. Am ersten Aller- S "ach seinem Tode drängten sich wieder die Klar SR ..um sein Grab, aus allen Schichten und Klassen B^eDolterung Berlins, und unter den Deutschen die lr9ue'er' denen er ein Stück italienische Heimat im ntschen Norden gewesen war. Siebenhundert- bem -^innfzig Blumensträuße und Töpfe wurden an gen a5 auf und um seinen Grabhügel gestellt. Ker- feines Thrans, jahrein darauf, am Gedächtnistage Todes war der Platz um sein Grab und der rHq. Jn. .i>en vielen Gedächtnisversammlungen zu eng. Hkim 9,er und dort auch vergessen sein, bei Tausen- iMet unb außerhalb Berlins wächst seine Gestalt noch Mebt' wehr ins Legendäre, ins Gigantische, nicht Metzes ^e.m Gefühl heraus, daß er fehlt, daß seine Mhlen. Un° few Schwung, sein Format und seine Tat W^^ ese $o$ populi auch im Falle Sonnenschein die

und alle diejenigen, die von gottes- und amtswegen i zur Linderung dieser Nöte berufen sind, tun gut, nach diesem Buche zu greifen, um sich das Herz ent­zünden zu lassen von dem Feuergeiste dieses Man­nes.

Wir alle sind vielleicht etwas zu lässig gewor­den. Wir scheuen uns ängstlich, aus den Bahnen

Gewohnten zu kommen, wir lieben den alltäg­lichen Trott und wissen nicht mehr, daß- das wahr­haft Wertvolle immer ursprünglich und ungewohnt ist. Das Buch sagt von dem großen Bischof: Seine Handlungsweise war so ungewöhnlich und so hoch über den kleinlichen und gleichmäßigen Ab­lauf der Tage tönend . . ." Wir Menschen brau­chen Feuer und Peitsche, die uns immer wieder aufrütteln, unsere Seelen immer wieder wach und hellhörig machen. Ein solches Feuer aber ist die­ses Buch und eine Peitsche ist es für den, der seine geistigen Augen immer wieder von der Gestalt des großen Bischofs aus auf sich richtet.

Der Buchgemeinde gebührt Dank und mehr noch dem Meister, der es schuf. Wir aber wollen es lesen und wieder lesen. Löw.

Sin Volk mit SamaritetgeifL

Der Aufstieg unseres Volkes könnte in den letz­ten zehn Jahren weiter vorangeschritten sein, als er es in Wirklichkeit ist, wenn das deutsche Unglück ein Volk mit Samaritergeist vorgefunden hätte. Dem war aber leider nicht so. Es ist nicht gerecht, wenn so häufig alle Schuld an der gegenwärtigen 1 Lage den leitenden Männern im neuen Staat zu- 1

geschoben wird. Nein, schlagt auch an die eigene Brust! Ist es nicht wahr, daß viele, überaus viele Volksgenossen, ja die übergroße Mehrheit, in der Volksnot nicht nur keine Bereitschaft gezeigt haben, das Ihrige für die allgemeine Wohlfahrt zu tun, daß sie vielmehr den eigenen Vorteil in rücksichts­loser Weise vertreten haben? Ja, es ist leider auch wahr, daß nicht wenige Deutsche in der Stunde der Not über das Volk wie die Räuber auf dem Wege von Jerusalem nach Jericho hergefallen sind, um es vollends auszuplündern.

Jeder ordentliche Mensch, erst recht jeder Christ, kann sich nur mit Abscheu von diesem barbarischen Treiben der antisozialen Elemente abwenden. Wir Katholiken sind es gewohnt, gemäß unserer ganzen Weltanschauung den einzelnen Menschen organisch in das Ganze einzuordnen. Wir wissen, daß die Glieder nur gesund sein können, wenn der ganz? Organismus gesund ist, wir wissen, daß die Glie­der in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn das Ganze in Not ist. So müssen und wollen wir ka­tholische Christen in besonderer Weise in der Volks­not dem Volke Samariterdienste leisten, wollen die politische Karitas an ihm üben, wollen vom Ge­meindewohl her unserem Tun die Zielrichtung geben und den Einzelegoismus und den Gruppenegoismus unterdrücken. Statt desKrämers" wollen wir den Helden" in uns zur Entfaltung bringen."

So schreibt der bekannte katholische Politiker Dr. Anton Retzbach, M d. Bad. L., in seinem Ar­tikelKaritas und Politik", der im Juliheft der Karitas", Zeitschrift für Karitaswissenschaft und Karitasarbeit, erschienen ist.

Zwei denkwürdige kalholikenlage inMnfier (1852 u. 1885)

Eine Anregung für den diesjährigen Katholikentag in Münster vom 4. bis 7. September.

Die Zeit der alljährlichen deutschen Katholiken­tage, die seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts so erhebende Kundgebungen der Elaubenstreue für alle deutschen Katholiken gewesen sind, naht wie­der heran. In diesem Jahre soll der Katholikentag vom 4. bis 7. September in Münster, der schönen Hauptstadt Westfalens, stattfinden. Schon zweimal, nämlich in den Jahren 1852- und 1885, ist der deutsche Katholikentag in Münster abgehalten wor­den. Damit der Geist der bisherigen Katholiken­tage auch in diesem Jahre wieder recht lebendig werde, dürfte es angebracht fein, den erhebenden Verlauf der beiden Katholikentage in Münster von 1852 und 1885 in einem kurzen Ueberblick zu schil­dern.

Schwere Gewitterwolken umdüsterten den reli­giösen Gesichtskreis, als der 6. deutsche Katholiken­tag im Jahre 1852 in Münster zusammentrat. Schon seit längerer Zeit hatten die Kirchenfeinde in Zeitungen, Schriften und Versammlungen einen heftigen Ansturm gegen die katholische Kirche er­öffnet. Vor allem richtete man die gröbsten Schmähungen und Verdächtigungen gegen die Je­suiten und die von diesen geleiteten Volks­missionen. Infolge dieser Anschuldigungen erließ der preußische Kultusminister von Raumer im Mai und Juli 1852 zwei Verordnungen, durch welche die Predigten der Volksmissionäre unter scharfe polizeiliche Kontrolle gestellt, die Abhaltung von Missionen in der Diaspora verboten und ferner das Studium bei den Jesuiten untersagt wurde. Auch in anderen deutschen Ländern, besonders in Baden und Mecklenburg, wurden Re Katholiken schwer bedrängt.

In dieser bewegten Zeit fand der Katholikentag vom 21. bis 23. September 1852 in Münster, im glaubensstarken Westfalenlande, eine Stätte des Friedens und einen Hort katholischer Freund­schaft. In der ersten öffentlichen Versammlung be­grüßte Oberbürgermeister von Olfers die zahlreich erschienenen Teilnehmer im Namen der Stadt, in­dem er hervorhob, daß viele Stürme bisher die Stadt durchweht hätten, daß die Münsteraner aber stets das teuerste Kleinod, den Glauben, bewahrt hätten. Der Bischof von Münster, Dr. Georg Mül­ler, hielt eine freimütige Rede über die kirchen- politische Lage. Er ermahnte zum Festhalten an der Kirche, zugleich aber auch zur Mäßigung und zur Liebe auch gegen die Verfolger der Kirche. Den Angriffen in der Presse begegneten Lizentiat Wick und Professor Dr. Heinrich mit Würde. Die An-

Eine Auseinandersetzung mit Sonnenschein ist für den Zurückschauenden eine Lebensnotwendigkeit, ist eine Notwendigkeit nach rechts hin und nach links hin. Denn Sonnenscheins Persönlichkeit und Werk sind nicht ein­deutig und unbestritten, sie sind im Gegenteil in höchstem Ausmaß problematisch und umstritten.Es ist gut, daß Sie zu mir kommen", sagte mir eine Persönlichkeit, die am Steuer des katholisch-geistigen, religiös betonten geistigen Lebens Deutschlands steht,ich wollte Ihnen schon schreiben, daß Sie nicht ahnen, wie schwer es itt, das Bild des ganzen und wirklichen Carl Sonnenschein zu zeichnen." Ich wußte esl Wenn ich es nicht ge­wußt hülle, wäre es mir klar geworden, als ich mich an die biographischen Vorarbeiten, Besuche u. Stosfsuche gab. Es wurde mir klar, wie schwer u. schön, undankbar und dankbar die Aufgabe ist. Aus den Kreisen von rechts, dem Kreis der einseitigen und blinden Verehrung Son­nenscheins, von Laien wie von geistlicher Seite, die schon die Studie im .Hochland" als ein Attentat auf Sonnenschein bezeichnet hatte, schrieb und sagte man mir:Sie werden doch den Nimbus Sonnenscheins nicht zerstören", oder:Sie werden sich doch hüten, das Bild anzutasten, das sich das einfache, gläubige Berliner Volk von Sonnenschein gemacht hat." Eine Stimme aus dem Kreis der Ablehnung, aus dem Kreis feiner römi­schen Studiengenossen, verurteilte aufs schärfste die Stu­die imHochland" als Verhimmelung Sonnenscheins und sprach aus:Cs wäre am besten, Sonnenschein ganz totzuschweigen." Allerdings überwogen, soweit sie an mich kamen, bie mittleren Stimmen von der Art der folgenden:Ich freue mich, daß Sie eine Biographie Sonnenscheins schaffen, weil ich glaube, daß Sie fich in diesen einzigarllgen, komplizierten, einerseits so franziskanischen und anderseits so problematischen Men­schen einfühlen werden. Sie haben gewiß auch feine Schwächen gekannt und werden sie nicht unterschlagen. Nur dann werden Sie den Einsamen, dem Tausende leidenschaftlich anhingen, und von dem sich Tausende ab- gewandt haben, der Nachwelt menschlich nahebringen . .

griffe des Liberalismus gegen die Kirche wurden beleuchtet vom Domvikar Hällmeyer aus Speyer, Ld. Michaelis und Kaufmann Heinrich aus Mainz. Sie sprachen Worte der Entschiedenheit, zugleich aber auch der verzeihenden Milde. Sie betonten, daß die Katholiken die Andersdenkenden in der Ausübung ihrer Rechte nicht behindern, sondern sich nur in Begeisterung zum Dienste Gottes erheben wollten in Verbindung mit der treuen Ausübung ihrer religiösen Pflichten.

Auch die nutzbringende Arbeit wurde nicht ver­säumt, vor allem in bezug auf christliche Kunst und Wissenschaft. Eifrig wurde über die Förderung der katholischen Vereine beraten. Der Gesellenvater Kolping erörterte seine menschenfreundliche Idee her Gründung von Gesellenhospizen. So hinter­ließ der herrliche Verlauf des Katholikentages von 1852 bei allen Teilnehmern einen tiefen, unvergeß­lichen Eindruck.

Eine große Zeitspanne war seitdem verflofsen, als der 32. deutsche Katholikentag im Jahre 1885 (vom 30. August bis 3. September) wieder in Münster stattfand. Die Katholikentage hatten in­zwischen einen g-waltigen Aufschwung genommen, besonders nach 1870 zur Zeit desKulturkam p- f e s. Im Jahre 1885 mar zwar eine gewisse Mil­derung der kirchenfeindlichen Gesetze eingetretrn, die Regierung zeigte sich aber zu einer grundsätz­lichen Äenderung nicht bereit.

In dieser gespannten Zeit erlangte der Katho­likentag in Münster im Spätsommer 1885 eine her­vorragende Bedeutung besonders durch zwei Um­stände:

1. durch einen viel erörterten, kurz vorher er­lassenen herrlichen Hirtenbrief der in Fulda ver­sammelt gewesenen Bischöfe, in dem sie die Ka­tholiken wegen ihrer Ofaubcrstreue im Kultur­kämpfe gelobt und sie zum weiteren Aushalten auf- gemunt rt hatten;

2. durch das Erscheinen des Staatsministers Ludwig Mindtborst, der den Ka hoiikentagen in dem Zeitabschnitt von 1879 bis 1890 durch seine zündenden Red"n einen b"ttderen Glanz verlieh und dort stets die or^ßte Begeisterung hervorrief.

Die V^rh'ndlungen in der im Prachtgewande prangenden Stadt Münster wurden größtenteils in einer besonderen Festhalte abnebalten, die 4000 Sitzplätze bo* l, wrnm des g-rcittigen Andranges sich jedoch als v'el-ni klein errat s.

Nach der B'ge"ßungsseier am 30. August eröff­nete der zum Präsidenten gewählte Aba. Ernst Lie­ber in der ersten öf'entlich-n Versammlung am 31.

Sitte, lassen Sie die S-'ntcn r-hen. dann wird das Bild plastisch und fesselnd." (Emil Ritter).

i Dos Ziel des Buches wird fein, Sonnenschein der Nachwelt menschlich nahe zu bringen, Brücken von ihm zu uns und von der Gegenwert in die Zukunft zu schlagen. Das Buch lo'l nuht ans den Ton der Nekrolog- Hymnen gestimmt sein, es soll sachlicher Bericht m:t Stellungnahme und Deuiung. ÜGertung und Wegwei- |ung sein. Es steht zur Frage, wie weit der Typ Son- - nenscheins Gültigkeit über seinen Tag hinaus hat, Aus­ruf an Volk und Kirche unserer Zeit und kommender Zeit ist. Das Buch soll kein populäres Legenden- und . Erbauungsbuch sein, kein frommer Betrug sein, in dem nur Kleingläubige und Kurzsichtige Dienst an Volk und , Kirche sehen können das Buch soll Geschichtsbuch fein,

I in dem Geschichte Lehrerin und Weiferin ist, es soll ge- ! schrieben werden in Befolgung des Doppelgrundsatzes j Leos XIII. in feinem Brief an den Monsignore d'Hulst, der von dem Geschichtsschreiber fordert, daß er nichts Unwahres sagt und nichts Wahres verschweigt, desselben Leo, der die Kleingläubigkeit und Empfind­lichkeit derer tadelt, die, hätten sie heute die Evangelien zu schreiben, nichts von dem Fall und Verrat des Pe­trus hineingeschrieben hätten. Es wäre auch im Falle Sonnenschein nicht gut, es würde die Christen eng und klein machen, wenn die Sicht der Kleingläubigen und Unmündigen ungeschrieben gesetzliche Normalsicht für die katholische Geschichtsschreibung würde, statt der Sicht der Evangelisten und der Päpste und ihrer geöffneten Geheimarchive.

So mag denn das Schauspiel des Lebens Sonnen­scheins beginnen, angefangen von dem Vorspiel seiner Kinder- und Gymnasialjahre über die drei großen Le­bensperioden: die römische Periode, die für fein Wesen und feine Form grundwichtig ist, die Periode seiner Kaplans- und München-Gladbacher Zeit, die in seiner extremen subjektivistischen und kritischen Geisteshaltung, innerlich einheitlich und eins sind, bis zur dritten Pe­riode, wobei er immer als Repräsentant und Exponent

August die Verhandlungen und warf einen Rück­blick auf die Geschichte der Katholikentage. Dom­kapitular Mousang aus Mainz sprach über die Kämpfe und Siege der Katholiken im letzten Jahr­hundert, Stadtpfarrer Huhn aus München über has Heilige Land. Freiherr von Schorlemer-Alst beleuchtete darauf scharfsinnig die soziale Frage. Er hob hervor, daß die soziale Frage so alt sei wie das Menschengeschlecht. Am schroff­sten sei sie im Heidentum gewesen, sie trete aber auch jetzt wieder schärfer hervor. Der Grund sei der Verfall des Glaubens an Gott und der christ­lichen Gesinnung. Die feindlichen Mächte bezüg­lich der sozialen Frage seien der Liberalismus mit feiner Machtoergötterung und das Großkapital mit feiner Selbstsucht. Die sogenannte wirtschaftliche Freiheit sei nur eine heuchlerische Maske der Unter­drückung, denn die Waffen seien ungleich, da der Schwächere immer dem Starken unterliegen werde. Daher sei die Schaffung von Gesetzen zum Schutze der Arbeiter sowie der Frauen und Kinder drin­gend nötig.

In den folgenden Tagen sprach u. a. sehr wir­kungsvoll Abg. Julius Bachem aus Köln über die Bedeutung der katholischen Presse. Im Kultur­kampf fei die katholische Presse zwar stark ange- wachsen, sie stehe aber leider der gegnerischen ge­genüber noch weit zurück. Die Stellung der katho- litten Presse sei sehr schwierig und verantwor­tungsvoll. Wenn die katholischen Industriellen u. Kaufleute unsere Presse mehr durch Geschäftsanzei- aen und eifrigen Bezug unterstützen würden, würde es bald besser werden. Es sei daher die Pflicht der Katholiken, den Mahnungen der Papste und Bischöfe gemäß die katholische Presse mehr zu for­dern.

Päpstlicher Archivar Dr. Hergenröther aus Rom verbreitete sich über die Römische Frage. Bedeu­tungsvoll war ferner ein Vortrag des Domkapitu­lars Haffner aus Mainz über die antichristlichen Ideen in Wissenschaft, Literatur und Presse. Er entwarf ein geschichtliches Bild von den Verheerun- cen durch die Wechten und unchristlichen Ideen und die schlechten Romane im Laufe der Jahrhunderte.

D e beaeiftemde Schlußrede am 3. Septemoer hicst wie 'üblich Stm ^Minister Dr. Windthorst, von endlosem Jubel b?g; iißt. Er warf zunächst einen Rückblick auf den Derb af des Katholikentages, der glänzender gewesen fet, als alle früheren. Freudig hätten die Katholiken den goldenen Hirtenbrief der Bischöfe aus Fulda vernommen, in dem sie für ihre Treue gegen die Kirche im Kulturkämpfe gelobt und zum ferneren Aushalten ermuntert worden feien. Einig seien die Hirten, einig fei die Herde, und darüber walte im Vatikan zu Rom der Greis, der seine segnende Hand über die ganze Welt er­höbe. Das sei die Hand des Friedens! An dieser Einigkeit der Katholiken werden die feindlichen Wogen branden und zerschellen. Wmdthofft schil­derte dann die Tätigkeit der katholischen Vereine und der Missionen, daraus behandelte er die trau­rige Lage des Hl. Stuhles. Bezüglich der Kirchen- Politik müsse er leider feststellen, daß in den Ver- Handlungen zur Beendigung des Kulturkampfes em Stillstand eingetreten fei. Das Zentrum werde aber feine Anträge auf Beseitigung der kirchen- feindlichen Gesetze immer wieder einbrtngen. Es werde nur gesetzliche Mittel anwenden, aber immer wieder von neuem, da sonst nichts erreicht werde. Er habe die Empfindung, daß der Abend seines Lebens nahe sei und daß er nur noch mit besonderer Kraft von oben seine Ausgaben erfüllen könne. Darum bitte er, ihm das Wohlwollen zu erhalten utt seiner bisweilen im Gebete zu gedenken. Am Schluß legte Windthorst das feierliche Gelöbnis ab, daß die deutschen Katholiken treue Söhne der ka­tholischen Kirche sein wollten bis ms Grab. Cr mahnte nochmals zur Einigkeit und brachte em drei- maligers Hoch aus auf Papst Leo X ., tn das die 'Versammlung mit stürmischer Begeisterung einftimmte.

Soweit im wesentlichen der glanzvolle Verlauf der beiden Katholikentage von 1852 und 188a. -ter diesjährige Katholikentag in Münster soll vor al- lern der "christlich en Erziehung und dem Andenken an den hl. Augustinus gewidmet kin. Möge auch aus dieser bedeutsamen Tagung reiche Frucht hervorgehen, Gott zur Ehre und zum Heile von Kirche und Vaterland!

einer Epoche, einer Uebergangsepodje, gesehen werden soll.

Neue Bücher.

Die Erneuerung der christlichen Familie. Von Dom Eugene Vandeur. O. S. B. Deutsch von Hedwig Michel. 8 1928. 154 Seiten. Preis steif geheftet Mk. 3.75. Verlag Josef Köfel u. Friedrich Pustet, München. Krug, Revolution, Inflation und die soziale Not unserer Ge- genroart haben die Grundlagen der christlichen Familie aufs Tiefste erschüttert. Die steigende Mechanisierung und der harte Existenzkampf bringen eine immer gro- ßere Verschiebung der Werte. An Stelle des gläubigen Erfülltseins ist eine Veräußerlichung und Entchristlichung getreten, die ihren Ausdruck findet in dem modernen Lebensgefühl, das die alte Generation der neuen ent­fremdet So gilt es heute als dringendste Aufgabe, Bor­bild, Beispiel und Schutz des christlichen Hauses wieder in der hl. Familie von Nazareth zu erblicken. Hier bie- tet sich eine neue Form für Ehe und Familie, die den Vorzug besitzt, jahrhundertelang erprobt zu fein. Das Buch des belgischen Benediktiners wagt den Versuch, die Familie neu im christlichen Geiste aufzuerbauen. Der Inhalt (Wesen der Familie Die Autorität Die Be­kehrung Der Tag des Christen Das große Gebot) deckt die alten Heilmittel auf, die Frieden, Liebe und Einheit der Familie verbürgen. Die sittlichen Richtlinien sind durchdrungen von jener hohen, übernatürlich und natürlich bildenden Wirkung der Regel des hl. Benedikt, die als eines der größten Bildungsmittel der abendlän­dischen Welt zum Grundriß des Christentums geworden ist. Das Bild der hl. Familie in der Werkstatt und und beim Gebet predigt in der Tat ein Ideal und gibt die zuverlässigste Antwort auf so manche sittliche, reli­giöse, soziale und wirtschaftliche Frage der Zeit. Mö­gen recht viele Katholiken die schlichten Worte des Bu­ches beherzigen und es stets als Berater in Fällen der Erziehung und christlichen Sittenlehre betrachten. Dann wird die christliche Familie sich wieder erneuern und gleichzeitig von größtem Einfluß fein für die sittliche He­bung eines ganzen Volkes.