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(sche Staatspartei.

nde Zusammenschluß der pollti- es Jungdeutschen Ordens mit der atischen Partei kann, wenn man reuen Gruppe liest, sehr positiv Soweit bis jetzt Pressestimmen es auch im großen und ganzen ar die Organe der Deutschen t noch nicht recht, wie sie sich ist natürlich eine Lächerlichkeit, [Liberale Korrespondenz mit einer gung die Neu gründ ung abtun zu tetn sie wegwerfend von der in etauften Demokratischen Partei che Allgemeine Zeitung, die fr ei­le andere als die offizielle Par- weist denn auch sofort darauf Dinge doch wohl nicht so leicht ein großes Fragezeichen bildet ^efem Zuiammenhang int Augenblick noch die sche Zeitung, deren Verleger Dr. Neven- dlmvnt schon am Sonntagabend voreilig als Un- Weichner des Parteiaufrufs genannt wurde, wäh- chd es am Montag abend hieß, er habe sich noch Mt äußern können. Zwar war auch die Kölnische Ming niemals eine unselbständige, willenlose xchleppenträgerin der Deutschen Volkspartei, aber ^gwßen und ganzen hat sie doch namentlich in Mzeiten zu ihr gehalten. Wenn sie jetzt sich Lr die Staatspartei einsetzen sollte, so würde das Nehraun und seinen neuen politischen Freunden Mlich zu nicht unbeträchtlichem Vorteil gerel- jnt.. Wie dem aber auch sei, es ist zweifellos ein Schönheitsfehler, daß es nicht gelungen ist, auch jie Volksparteiler für die neue Partei zu gewinnen.

Man muß sich vergegenwärtigen, daß die ersten mmelrufe nicht etwa von Mahraun oder Koch- ser kamen, sondern von Dr. Scholz, dem Rach­er Sttesemanns, in der Führung der Deutschen lsvartei. Roch am Sonntagabend, nachdem die Deutsche Staatspartei bereits gegründet wurden in Berlin Flugblätter der Dolks- ionaien Reichsvereinigung' verteilt, in denen tMun seine bekannten Warnungen gegen die tt Parteien lo stieß und für seine eigene Ver- gung warb. Das war wohl ein kleiner Regie- er, er zeigt aber mit nicht zu überbietender ltlichkeit, daß die neuen Freunde sehr schnell bem jetzigen Bündnis gekommen sind. Und das '. auch in den Erklärungen, die ihre führenden ner am Montag mittag vor der Berliner e abgaben, nicht bestritten worden. Koch- r freilich scheint ftüher auch mit dem Ge- n eines Zusammengehens mit Scholz wenig- gespielt zu haben, während umgekehrt Scholz c vor einem halben Jahre sich sehr stark um Bundesgenossenschaft Mahrauns beworben hat, aber damals nichts von ihm wissen wollte, uutlich haben ihm erst die Erfahrungen des chchen Wahlkampfes gezeigt, daß es doch nicht emfach ist, mit einer ganz frischen politischen PPe sofort in einen Wahlkampf einzutreten.

. Die Deutsche Vvlkspartei verheimlicht ihren kM über den gelungenen Plan ihrer linken «chbarn nur schlecht und läßt verkünden, sie ^verweilen ihre Sammlungsversuche auf der dien fort. Sie hat immer noch nicht begriffen, >8 man liberale und konservative Menschen nicht --ft dieselbe Firma bringen kann. Das Wahler- wus wird für sich sprechen. Die Staatsparteü- unterdessen weisen stark auf den Zuzug auch aus '^parteilichen Kreisen hin, und sicher ist es rich- »ni^kr Anhänger der volksparteilichen I u - "Ubs wenigstens zum Teil mit ihr gehen T®1, Das dürfte alles Ableugnen der offi>- ssu. volksparteilichen Führung nicht aus der 7, schaffen können. Die demokratischen Blätter, oeu Zusammenschluß begeistert begrüßen, beto- auH mit dieser Parteigründung ein Ge- presemanns verwirklicht fei. Wenn «ch lebte, so behauptet die Vossische Zeitung, uuch sein Name unter dem Aufruf stehen.

bielleicht auch nicht. Sttefemann war Entwicklung seiner Partei sicherlich nicht CeJt, unb daß er die Absicht hatte, ihr nach ^mreiung des Rheinlandes seine ganze Kraft ...^ssh.ist bekannt. Aber vielleicht wäre es ^^d^chscklichkeit und seiner Ueberredungskunst k e Volksparteiler und die Jungdeuti- ,, ?.n ^en gleiche Tisch zu bringen, und das ulz « deutsche Parteileben sicher von noch nu?! ®etoinn gewesen als der jetzige Zusam- dem, solange die Vollspartei darin fehlt, «Utn^ Einseitigkeit nicht ab gesprochen wer- ^.^natspartei bekennt sich in ihrem Aufruf Un^ ^Ten Symbolen. Mündlich hat m "21 hchzugefügt, er wolle die schwarz-weiß- und die schwarz-rot-goldenen Dautschen zu- fo Das wäre sehr schön. Wir haben Uleri-i t' die Deutsche Volkspartei in der sür ihren verstorbenen Führer im Mien Büste mit schwarz-weiß-rotem rn ^Idhfnückte, und bei den Hindenburg- fonh^rk ^tn habm sich in der Flaggenfrage io« urbarsten und letzten Endes peinlichsten Mahraun wird aber für sich für seine Freunde vom Jungdeutschen Eige andere Probleme zu lösen M d!» - n)at eines seiner stärksten Argumente bem ^sNMnannteu alten Parteien, daß sie un- tte des Kapitals ständen. Auch über ist er nicht ganz einbeutig hinweg- 5 seine Jui erllärte er noch vor drei Monaten, !, Volksnationale Reichsvereinigung grün- W» r rl^m darin willkommen, aber der

feen solcher halte an seinem Arierpara,-

kqueJ Das war schon damals eine Jn- ßch, u; *Ie üoäre aber noch viel größer, wenn fefcaru; ?uch nur unbewußt, auf die Deutsche E&t ' uoertragen wollte. Aber man kann Böher oaä JBettrauen haben, daß er mutig tig hs(+aut2, künftig das tun wird, was er für bartoi r>V1Netn ist sein Mittun in der

|y 1 sicherlich ein gutes Symptom.

Wzeknmiimer lv vlg. (mir Wslr. Beflöge 15 Vst»

Anzeiger für die Stabt Fulda und denLandkreis Fulda. Amtliches kreisblakt

Mittwoch, 30. Juli 1930

57. Zahrg

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt im Bild' undBuchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- .. leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

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Empfänge beim Reichspräsidenten.

wtb. Berlin, 29. Juli. (Eig. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den zur Durchfüh­rung der Osthilfe in das Reichsministerium für Er­nährung und Landwirtschaft berufenen Ministerial- Direktor Dr. Wachsmann zum Vortrag.

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wtb. Berlin, 29. Juli. (Eig. Meld.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den deutschen Bot­schafter in Washington Dr. von Prittwitz u n d E a f f r o n.

Hu^enbergs Verlustliste.

wtb. München, 29. Juli. Geheimrat Prof. Dr. Otto, einer der Mitbegründer der deutschnatio­nalen Partei in Bayern, hat seine Aemter in der deutschnationalen Volkspartei niedergelegt und ist aus der Partei ausgetreten.

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Der bisherige Vorsitzende des Deutsch» nationalen Reichskatholikenausschus- ses, Freiherr v. Landsberg-Steinfurt, hat dem Vorsitzenden der DNVP, Geheimrat Hugenberg, folgendes geschrieben:

Die letzte Abstimmung der Deutschnationalen Frak­tion im Reichstag, durch welche die Notverordnung des Reichspräsidenten zu Fall gebracht wurde, und die von Ihnen hierzu gemachten Ausführungen in den Sitzun­gen des Parteivorstandes und der Parteivertretung ha­ben mich davon überzeugt, daß unsere Ansichten über Zweckmäßigkeit und Zulässigkeit der zur Durchführung unseres politischen Wollens anzuwendenden Methoden so stark voneinander abweichen, da ßfür mich eine fer­nere Mitarbeit in der Partei dadurch unmöglich ge­worden ist.

Ich lege daher mein Amt als Mitglied des Parteioor» standes nieder und trete aus der Partei aus."

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Aus Dresden wird gemeldet: In einer Sitzung der Leitung des Wahlkreises O st s a ch s e n der Deutschnationalen Volkspartei teilte der bis­herige Vorsitzende der Ortsgruppe Dresden, Stadt­verordneter Dr. Berthold, den einstimmigen Beschluß des Vorstandes der Ortsgruppe mit, aus der Deutschnationalen Volkspartei a uszutreten.

Am Staat und Volk.

Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ge­schrieben:

Das deutsche Volk, das jetzt zu einer entschei­denden Wahl aufgerufen ist, hat in seiner Mehrheit verstanden, warum eine Regierung, die von Ver­antwortung gegenüber dem Volke und dem Reich erfüllt ist, zu handeln hat, warum diese Maßnahmen getroffen werden mußten, die jetzt auch wieder in den neuen Notverordnungen des Kabinetts ent­halten find. i

Noch mehr aber als bisher muß es dem Volke klar werden, daß es seinen Blicken nicht trüben las­sen darf durch Wahltaktiken, ganz gleich, von wel­cher Seite sie kommen. Wir müssen jetzt auf ein großes gemeinsames Ziel hinarbeiten. Wir müs­sen aus dem Sumpf herauskommen, der uns er­neut zu verschlingen droht. Wir müssen dem Volk sagen, daß ein Chaos unaufhaltbar hereinzubre­chen droht, wenn jetzt nicht zugepackt wird und zwar rücksichtslos.

Es geht wahrhaftig nicht mehr um Sorgen und Nöte des einen oder anderen Berufs, es geht al­lein noch um die Not des ganzen Volkes, um eine Rettung aus schwierigsten Lagen, noch schwieriger geworden durch die Weltwirtschaftskrisis.

Pflichtgefühl allein ist es, das jetzt alle diejeni­gen an den Tag zu legen haben, und dem Volke gegenüber beweisen müssen, welche noch das erwar­tete Verantwortungsgefühl haben gegenüber den Anforderungen der Notzeit.

Wie oft ist das Wort schon geprägt worden, daß wir heute ringen um die Sanierung der Fi­nanzen, daß wir die Wirtschaft zur Gesundung zu bringen, die Arbeitslosigkeit zu beheben haben. Was sollen die Worte ohne Taten? Was sollen Ver­sprechungen ohne Handlungen? Wir stehen dies­mal nicht vor eine Wahl, wie wir sie so oft in den Jahren seit Kriegsschluß erlebten, wo nach bestimm­ten Parolen auch nur zu oft der Wähler sich sein Urteil gebildet hat. Wir stehen jetzt vor einer staatspolitischen Wahl! Wir ringen um das Schick­sal unseres Volkes, unseres Staates.

Bei allen Kritiken, die wir fetzen können auch an das neue Sanierungswerk der Regierung, kommt es nicht so sehr darauf an, wie das Werk, sondern daß es durchgeführt wird. Deshalb lagen wir doch, daß politische Gesichtspunkte ausschlag­gebend sein müssen jetzt bei der Beurteilung der Regierungsmaßnahmen, bei der Entscheidung bei den Wahlen.

Es ffnd unzweifelhaft unpopuläre Maßnahmen, die von der Regierung beschlossen wurden. Doch haben uns die letzten Monate und Wochen em recht gezeigt, daß wir mit Verhandlungen, mit Besprechungen allein nicht weiter kommen. Die Not wird immer zwingender, die Entscheidung im­mer dringender. Also heißt es handeln und zu­packen.

Und wenn jetzt die Notverordnungen im Sinne des Artikels 48 vorliegen, dann ist durch die Not­zeit am treffendsten dokumentiert, daß wir in einem Notzustand leben, daß andere Entscheidun­gen überhaupt gar nicht mehr in Frage kommen konnten und weiterhin können.

Wer es ehrlich mit seinem Volk meinte, mußte fo handeln, mußte mit den alten Methoden bre­chen, durfte auf keinen Fall den asten Weg noch einmal begehen, der anstatt zu bessern immer neue Schwierigkeiten, ein immer tieferes Versacken im Elend gebracht hat.

So nur allein betrachten wir das Sanierungs­werk der Regierung, und wir sind überzeugt da­von, daß dieses Werk von der übergroßen Mehr-

Die Gründer derDeutschen Sfaafsparfei:

_ Oben: Oskar Meyer, M. d. R Staatssekretär n. D. Dr Külz, M. d. R., Reichsminister a. D. Ar­thur Mahraun, Hochmeister des Jungdeutschen Ordens. Dr. Dietrich, Reichsfinanzminister. Koch- Weser, M. d. R., Reichsminister a. D.

Unten: Dr. Bergius-Heidelberg, der großer Theoretiker der Kohlenverflüssigung August Schne'- der, M. d. R., und Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes der Angestellten Ernst Lemmer M. d. R., früher Führer der Jungdemokraten. Gertrud Baumer, M. d. R., Ministerialrat. Dr. Höpker-Aschoff, M. d. R., preußischer Finanzminister.

Die Gründungsverhandlungen zur Bildung einer starken Mittelpartei zwischen den Führern der Demokraten, dem Jungdeutschen Orden und Tellen der Deutschen Volkspartei, sowie abgesplitterten Mitgliedern der Deutschnationalen Partei haben zu einem Erfolg geführt. Als .Deutsche Staats- Partei" wird die neue Partei im diesjährigen Wahlkampf in Erjcheinuna treten. Die außerparlamen­tarische Leitung der neuen Partei hat der Hochmeister des Jungdeutschen Ordens Arthur Mahraun übernommen.

Das Zentrum und dieNeuen".

Von beachtenswerter Seite wird uns zu den politischen Neubildungen geschrieben:

Auch wir im Zentrum begrüßen jede Samm­lung der staatserhaltenden und staatsbejahenden Kräfte, sei es auf der Rechten, sei es in der Mitte. Aber wir stehen als Partei solchen Neugründungen doch immerhin mit einer notwendigen Skepsis gegenüber, bis diese durch Taten bewiesen haben daß sie höhere Ziele mit den Gründünger erstrebten, als nur eine Rettung vor einem mög sichen weiteren Zerfall. Denen aber, die vielleich mehr als notwendig mit solchen neuen Parteibe Wegungen sympathisieren, ist zu sagen, daß w i: vom Zentrum es gar nicht nötig haben, etwa: Neues zu gründen, besonders zu betonen, ein Staatspartei zu sein. Wir brauchen nur darau zu verweisen, was wir für den Staat ge­arbeitet und getan haben.

Das Zentrum war Und bleibt eine christliche Volks- und Staatspartei, die ein festes Programm hat, welche schon in die Tat umsetzte, was andere erst in ihren Aufrufen heute versprechen.Wir können auf die Reden unserer Parteiführer ver­weisen, auf die Reden unseres Kanzlers Dr. Brüning. Sie zeigen uns, offen und klar, was deutsche Aufgabe ist, was und wie deutsche Politik sich darstellt.

Dr. Scholz verhandelt mit Schiele und Treviranus.

Wie dieGermania" meldet, haben, anschei­nend veranlaßt durch die Neugründung der Deut­schen Staatspartei, Verhandlungen zwischen dem Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, auf der einen Seite, Treviranus und Schiele auf der anderen Seite begonnen.

Hillers Wahlparole.

Zerreibung des Bürgertums unvermeidliche Bor- aussehung für den Haupt- und Endkampf."

Eine Mhrertagung der Nationalsozialisten un­ter dem Vorsitz Gregor Strassers hat in München über die taktische und technische Durchführung des Wahlkampfes beraten. Nach demVölkischen Beo­bachter" sprach Adolf Hitler über die Angriffstak­tik der Partei, wobei er u. a. äußerte, mit der Annahme des Poung-Planes feien Marxismus und Bürgertum in gleicher Weise belastet. Das ermög­liche den Nationalsozialisten, im Wahlkampf von Anfang an zu schärfsten und rücksichtslosesten Of­fensive gegen die gesamte Front der Noung-Par- teien überzugehen. Wenn dabei die bürgerlichen Parteien zerrieben würden, so fei das an sich nicht Ziel und Zweck des nationalsozialistischen Kam­pfes, sondern nur unvermeidliche Voraussetzung für den Haupt- und Endkampf.

Abgeordneter Nauheim *h

Arn Montag früh gab der Draht die erschüt­ternde Kunde wieder, daß der verdienstvolle Reichs­tagsabgeordnete des Zentrums, Georg Nauheim, in Essen eines plötzlichen Todes gestorben ist. Noch in voller Schaffenskraft, wenn auch mit einem hart­näckigen Herzleiden behaftet, stand er während der letzten schweren Beratungsmonate des Reichstags m der vordersten Front der Reichstagsfraktion des Zenttums. Man sagt nicht zuviel, wenn man ihn als Opfer seiner parlamentarischen Tätigkeit be­zeichnet. Sein kranker Körper war den ungeheuren Anforderungen, die gerade auch an ihn gestellt wurden, nicht gewachsen.

Der Verstorbene war am 3. April 1871 in Essen geboren. Besuchte vier Jahre die katholische Volks­schale, sechs Jahre höhere Bürgerschule, jetzige Humboldtoberrealschule in Essen. Diente als Ein­jährig - Freiwilliger im Königin - Augusta - Garde- Gr enadierr eg im ent Nr. 4; Qualifikation zum Re­serveoffizier. Erlernte das Bäcker- und Konditor- Handwerk. Im Jahre 1897 Hebern ahme des eltev-

! sichen Geschäfts. In den Berufsorganisationen und dem gewerblichen Genossenschaftswesen führend- tig. Seit 1915 Stadtverordneter und seit 1923 Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Essener Stadtverordnetenkollegiums. Bei den letzten Reichs­tagswahlen im Mai 1928 kandidierte er für den Wahlkreis Essen zum Reichstag, berufen nicht nur von dem Vertrauen seiner Standesgenossen, son- dem der gesamten Wählerschaft des Zentrums.

Während der Tagung der Parteibeamten und er Vertreter der Zentrumspresse des ganzen Rel- hes im Reichstag in Berlin wurde die traurige tun de von dem plötzlichen Ableben des Abgeord- :eten Nauheim überbracht. Der stellvertretende Vorsitzende der Reichstagsftaktion, Abgeordneter Ihomas Esser, nahm sofort Gelegenheit, dem Der- torBenen einen ehrenden Nachruf zu widmen. Die Versammlung hatte sich von den Plätzen erhoben.

Abgeordneter Esser führte aus, daß die Zen- trumsftattion des Reichstags den Verstorbenen in den zwei Jahren, in denen er Mitglied der Frak­tion gewesen ist, überaus schätzen und lieben ge­lernt hat. Der rheinische Mittelstand versiert in ihm einen seiner besten und bewährtesten Vertte>- ter der sich in jeder Situation des großen Deri- ttauens, das man ihm entgegengebracht hatte, wür­dig erwies. Der Verstorbene war ein lauterer Charakter, von tiefstem Pflichtbewußtsein erfüllt.

Für die politische Laufbahn war er vorgebildet durch langjährige Tätigkeit als Führer der Zen­trumsfraktion des Stadttates in Essen und für die wirtschaftliche Tätigkeit vorgebildet als langjähriger Vorsitzender des Aussichtsrats einer der größten Kreditgenossenschaften des Westens.

Während seiner Arbeit im Parlament hat er sich in allen Kreisen, auch bei den gegnerischen Parteien, die vollste Achtung erworben. Tieferschüttertstehen wir an seiner Bahre. Sein Tod ist in unmittel­baren Zusammenhang zu bringen mit den unge­heuren Aufregungen und schwersten Verantwortun­gen, welche die Zenttumsftattion in den letzten Monaten erlebte. Es wird ihm unvergessen blei­ben, was er für die Partei, was er für das Boll geleistet hat. Wir werden sein Andenken stets in hohen Ehren halten.

Die neue Reichsbahn-Anleihe.

Das Preußische Staatsministerium hat zur Ausgabe von Reichsbahnschatzanweisungen bis zum Betrage von 250 Millionen Mark feine Genehmi­gung erteilt. Der jährlich? Zinsfuß beträgt 6 Prozent, die Laufzeit fünf Jahre. Diese Genehmi­gung des Preußischen Staatsministeriums ist for­maler Natur. Daß grade Preußen die Genehmi­gung erteilt, liegt daran, daß die Reichsbahngesell­schaft ihren Sitz in Preußen hat und Anleihen prinzipiell der Zustimmung der obersten Landes­behörde bedürfen. Der genaue Betrag dieser Emission steht noch nicht fest, er dürfte aber zwi­schen 100 und 150 Millionen Mark liegen. Nach den Informationen des Blattes dürfte der Emif- fionsfurs wahrscheinlich über 95 Prozent liegen. Wie der Börsenkurier weiter hört, rechnet man in den Kreisen der Reichsbahn fest damit, daß das Reich für einen bestimmten Zeitraum, vielleicht für vier Jahre, die gesamten Zinslasten der Schatzan- weisungemssion übernimmt.

* Reue Erhöhung des Drokpreises in Frankreich. Wie dieParis Soir" berichtet, wird in zwei Tagen der Brotpreis erneut auf 2.40 Francs je Kilogramm erhöht werden.

* Verbot der Ieileis-Alethode für tschechische Aerzte. Dem PragerExpreß" zufolge hat das Ministerium für Gesundheitswesen aufgrund einer Resolution, die in einer Protestversammlung der tschechischen Aerzte gefaßt worden war, an die Lan­desbehörden in Brünn, Preßburg und Ungvar ein Zirkular gerichtet, wonach den Aerzten nicht nur verboten wird, die Zeileis-Methode anzuwenden, sondern auch durch Inserate darauf aufmerksam zu machen.

Die Gründung der deutschen Staatspartei.